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Digitale Lotterie für Bewerber

Da für die neuen Domain-Endungen deutlich mehr Bewerbungen als erwartet eingegangen sind, will die Internetverwaltung ICANN unter anderem den Zufall entscheiden lassen, wer zuerst bei der Vergabe zum Zug kommt.

Die Bewerber werden zunächst nach geografischen Regionen aufgeteilt: USA, Europa, Afrika, Asien sowie Lateinamerika inklusive Karibik. Damit haben Bewerber etwa aus Afrika oder Lateinamerika einen Vorteil, da es dort deutlich weniger Interessenten als in Europa und den USA gibt. Aus Afrika gingen, womöglich auch wegen der hohen Kosten von alleine 185.000 Dollar (148.000 Euro) für einen Antrag, nur insgesamt 17 Bewerbungen ein. Alle Bewerber aus diesen Regionen dürften im ersten Gang durchkommen.

In einem zweiten Schritt können Bewerber zu einem definierten Zeitpunkt in einer von der ICANN bereitgestellten Oberfläche einen Knopf drücken. Wer in dieser Art Lotterie am Nächsten an die vorgegebene Zeit heranreicht, ist in seiner Region einen Schritt weiter. Dabei sollen Differenzen bis in den Millisekundenbereich gezählt werden.

500 Bewerber werden ausgelost

Das Verfahren soll so lange wiederholt werden, bis die Gruppe 500 Bewerbungen erreicht hat. Bei mehreren Bewerbern um die gleiche Adressendung etwa für .app werden alle der ersten Gruppe zugeteilt, in der sich einer der Bewerber befindet.

Das Ergebnis dieser Auswahl will die ICANN am 11. Juli veröffentlichen. Zunächst sollen die Bewerber aus der ersten Gruppe ermittelt werden. Der Prozess soll pro Gruppe etwa fünf Monate dauern. Wer an dem Klickverfahren nicht manuell teilnehmen will, kann das auch automatisieren lassen.

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