Rumäniens Ex-Premier Nastase wegen Erpressung verurteilt

Ein Gericht in Bukarest hat den ehemaligen rumänischen Ministerpräsidenten Adrian Nastase gestern wegen Erpressung in erster Instanz zu drei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Von der Anklage der Korruption wurde Nastase freigesprochen.

Der derzeitige Oppositionsabgeordnete, der in den Jahren 2000 bis 2004 an der Spitze einer sozialdemokratischen Regierung stand, war angeklagt, in Bukarest eine Villa unter dem Marktpreis erworben und die Chefin der Baufirma, Irina Jianu, im Gegenzug mit einem einflussreichen Posten versorgt zu haben.

Nastase wurde außerdem vorgeworfen, einen ehemaligen rumänischen Konsul in Hongkong erpresst zu haben. Der Politiker war bei der Urteilsverkündung des 2006 eröffneten und von EU-Beobachtern überwachten Prozesses nicht anwesend. Er hatte stets seine Unschuld beteuert und die gegen ihn gerichteten Vorwürfe als politisch motiviert bezeichnet. Sein Anwalt kündigte an, in Berufung zu gehen. Nastases Frau Daniela wurde wegen Verwendung gefälschter Dokumente zu drei Jahren Haft auf Bewährung, Jianu wegen des gleichen Vergehens zu drei Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt.