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Schutz der Nuklearanlagen

Angesichts israelischer Angriffsdrohungen haben die iranischen Streitkräfte am Montag ein mehrtägiges Manöver zur Verteidigung der Atomanlagen begonnen. Die Übungen würden im Süden des Landes abgehalten und sollten das Militär auf mögliche Angriffe vorbereiten, meldete die amtliche Nachrichtenagentur IRNA.

Angaben über die Art der eingesetzten Waffen und die Zahl der beteiligten Soldaten wurden nicht gemacht. Die Führung in Teheran hatte wiederholt mit harten Vergeltungsangriffen gedroht, sollte Israel iranische Nuklearanlagen angreifen. Iranische Raketen könnten jeden Winkel Israels erreichen, hieß es.

Außerdem müsste Israel mit Raketenbeschuss durch die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Südlibanon und durch die radikalislamische Hamas aus dem Gazastreifen rechnen, lautete eine weitere Drohung der Islamischen Republik. Ebenfalls am Montag traf in Teheran eine weitere Delegation der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ein, um offene Fragen zur möglichen militärischen Dimension des iranischen Atomprogramms zu klären.

Suche nach Versuchslabor für Sprengköpfe

Die IAEA-Experten unter Leitung von Chefinspektor Herman Nackaerts wollen von den Vertretern der iranischen Atomorganisation und des Sicherheitsrats der Regierung vor allem Zusagen für künftige Treffen und Überprüfungen erhalten. Dabei geht es um Zugang zu Dokumenten, Wissenschaftlern und verdächtigen Anlagen wie Parchin südöstlich von Teheran. In der weitläufigen Militärzone soll jener Metallbehälter stehen, in dem möglicherweise Versuche mit nuklearen Raketensprengköpfen simuliert wurden.

Die Spezialisten wollen überprüfen, ob diese Tests dort tatsächlich durchgeführt wurden. „Das wäre eine aussagekräftige Erkenntnis“, sagte Nackaerts. Der Iran hat zwar bestimmte Standorte wie eine Anreicherungsanlage in Fordow südlich von Teheran und eine Fabrik in Natans im Zentraliran deklariert und der IAEA zugänglich gemacht. Die Behörde vermutet jedoch noch weitere geheime Anlagen.

Iran droht mit Ölexportstopp

Die iranische Regierung drohte unterdessen weiteren EU-Ländern mit der Einstellung der Erdölexporte. Vizeölminister Ahmed Kalebani nannte Deutschland, Griechenland, Italien, die Niederlande, Portugal und Spanien. Sollten diese Länder ihre „feindlichen Handlungen“ fortsetzen, werde der Export eingestellt, sagte er.

Am Sonntag hatte das Ölministerium bereits den Stopp aller Lieferungen an Frankreich und Großbritannien bekanntgegeben. Während die meisten dieser Länder ohnehin kaum noch Öl aus dem Iran beziehen, würde ein Lieferstopp Griechenland und Italien schwer treffen. Im Atomstreit mit dem Iran hatte die EU im Jänner ein Erdölembargo beschlossen, das schrittweise bis zum 1. Juli in Kraft treten soll. Daraufhin kündigte Teheran seinerseits einen Ausfuhrstopp an.

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