Obama bestätigt erstmals US-Drohnen in Pakistan

US-Präsident Barack Obama hat gestern erstmals öffentlich den Einsatz von Drohnen in Pakistan bestätigt. Während eines Austauschs mit Internetnutzern verteidigte Obama die umstrittenen Angriffe der unbemannten Flugzeuge zur Bekämpfung von Aufständischen in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan.

Auf die Erwähnung der zivilen Opfer entgegnete Obama, er wolle klarstellen, dass die Angriffe „nicht eine große Anzahl ziviler Opfer“ verursachten.

Video dazu in iptv.ORF.at

„Sehr präzise Angriffe“

„Allgemein handelt es sich um sehr präzise Angriffe gegen Al-Kaida und ihre Verbündeten, und wir sind sehr vorsichtig bei ihrer Verwendung“, sagte Obama bei dem Austausch auf Google+ und YouTube. Die Vorstellung, dass es einen „Haufen wahlloser Angriffe“ gebe, sei falsch. Es sei wichtig, dass alle verstünden, dass die Einsätze sehr genau kontrolliert würden, betonte der Präsident. Bisher hatte die US-Regierung den Einsatz von Drohnen in Pakistan nicht offiziell bestätigt.

Die Drohnenangriffe sind in Pakistan heftig umstritten, zumal immer wieder unbeteiligte Zivilisten dabei zu Tode kommen. Erst am Freitag demonstrierten rund 100.000 Pakistaner in Karachi gegen die Drohnenangriffe. Angesichts der Proteste schwankt die Regierung in Islamabad zwischen stillschweigender Tolerierung und öffentlicher Verurteilung.