„New York Times“: USA verhandeln mit Taliban
Vertreter der radikal-islamischen Taliban sind einem US-Zeitungsbericht zufolge in Katar mit Abgesandten der US-Regierung zusammengekommen.
Ziel des Treffens seien vertrauensbildende Maßnahmen gewesen, um ein Ende des Afghanistan-Konflikts herbeizuführen, berichtete die „New York Times“ heute. Dazu zähle auch die Möglichkeit eines Gefangenenaustausches, zitierte die Zeitung ehemalige Taliban-Vertreter. Die Taliban hatten sich kürzlich bereiterklärt, eine dauerhafte Vertretung in Katar zu eröffnen.
Kein Dementi aus Washington
Laut „NYT“ dementierten US-Beamte nicht, dass es Treffen mit Taliban-Vertretern gegeben habe. Die Gespräche schienen zudem zumindest die stillschweigende Zustimmung Pakistans zu haben, das vorherige Bemühungen der Taliban zur Teilnahme an den Gesprächen behindert hatte.
Seit ihrem Sturz Ende 2001 kämpfen die Taliban gegen die afghanische Regierung und die ausländischen Truppen. Präsident Hamid Karzai versucht seit Jahren vergeblich, sie an den Verhandlungstisch zu bekommen. Ende 2010 brachte er die Idee einer Vertretung der Taliban in einem neutralen Land ins Spiel, um Friedensgespräche zu erleichtern.
Publiziert am 29.01.2012