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„Einzugstag“ für öffentliche Gebäude

In der kalifornischen Stadt Oakland hat die Polizei am Samstag (Ortszeit) dutzendweise Sympathisanten der kapitalismuskritischen „Occupy“-Bewegung festgenommen. Die „Washington Post“ sprach am Sonntag von rund 300 vorübergehend Inhaftierten.

Eine anfangs friedliche Protestaktion kippte, nachdem Demonstranten versucht hatten, in Gebäude einzudringen. Das Motto der Aktion lautete: „Move-in Day“ („Einzugstag“). Laut US-Medienberichten versuchten die Aktivisten, das Rathaus der Stadt an der Bucht von San Francisco sowie das Henry-J.-Kaiser-Kongresszentrum zu besetzen.

Polizisten nehmen einen Demonstranten festReuters/Stephen LamDutzende Festnahmen durch verstärkte Polizeimannschaften

Schätzungen zufolge hatten sich bis zu 2.000 Menschen an der zunächst friedlichen Demonstration beteiligt. Später wurden Polizisten attackiert, Streifenwagen demoliert und Schaufensterscheiben eingeschlagen. Die „Washington Post“ berichtete von einem „chaotischen Tag“ in der Stadt. Demonstranten hätten unter anderem US-Flaggen verbrannt. Zu den meisten Festnahmen kam es laut Polizei gegen 20.00 Uhr Ortszeit. Laut „New York Times“ wurden mehrere Polizisten durch Wurfgeschosse verletzt.

Tränengas und Blendgranaten

Die Polizei setzte Tränengas und laut der Zeitung auch Blendgranaten gegen Demonstranten ein, die Flaschen und Steine in Richtung der Sicherheitskräfte warfen. Letzten November hatten Sicherheitskräfte eine Protestaktion der Bewegung ebenfalls mit Gewalt aufgelöst.

Demonstranten hinter Barrikaden, im Vordergrund FeuerReuters/Stephen LamDemonstranten versuchen vor dem Oakland Museum of California, sich vor Tränengas zu schützen

Bürgermeisterin Jean Quan, die sich deshalb schon damals Kritik gefallen lassen musste, wurde von der Zeitung mit den Worten zitiert, die „Occupy“-Aktivisten „sollten damit aufhören, Oakland als ihren Spielplatz zu benutzen“. Wegen der Protestaktion waren laut „Washington Post“ aus dem übrigen Kalifornien „Busse voll mit Polizisten“ als Verstärkung in die Stadt geholt worden.

Friedliche Proteste vor Luxusgala in Washington

In Washington demonstrierten währenddessen mehrere hundert „Occupy“-Aktivisten am Rande einer Galaveranstaltung des exklusiven Alfalfa-Clubs. Zu dem Dinner in einem Fünfsternehotel waren unter anderen auch US-Präsident Barack Obama und seine Ehefrau Michelle erwartet. Die Demonstranten, darunter einige Frauen mit nackten Brüsten, tanzten vor dem Hotel auf der Straße.

Die „Occupy“-Bewegung war im September in New York entstanden. Ausgehend von der Gruppe „Occupy Wall Street“ („Besetzt die Wall Street“) dehnten sich die Proteste auf zahlreiche Städte in den USA und auf andere Länder aus. Die Aktivisten, die häufig in Zeltlagern ausharren, prangern dabei die Macht der internationalen Finanzmärkte und soziale Ungerechtigkeiten an.

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Publiziert am 29.01.2012