Musterprozess Vielflieger vs. Lufthansa

Vor dem Kölner Landgericht hat heute der Prozess zwischen einem Vielflieger und der Lufthansa, Mutterkonzern der Austrian Airlines, begonnen. Der Hamburger IT-Professor Tobias Eggendorfer klagt die Fluggesellschaft, weil sie seiner Meinung nach rechtswidrig sein Konto beim Bonusprogramm Miles and More entwertet hat.

Lufthansa hatte zum Jahresbeginn 2011 die Geschäftsbedingungen geändert und damit die Prämien für gesammelte Meilen gesenkt. Mit einem Schlag hatte sich Eggendorfers Konto nach eigenen Angaben um rund 30 Prozent entwertet. „Das ist keine alltägliche Geschichte“, sagte der Vorsitzende des Gerichts, Bernhard Offermann.

Auf eine Ausgleichszahlung konnten sich Eggendorfer und Vertreter der Lufthansa in dem Verfahren mit einem Streitwert von 20.000 Euro nicht einigen. Das Unternehmen hatte dem Vielflieger den Angaben zufolge insgesamt 45.000 Prämienmeilen als Wiedergutmachung angeboten. „Das jetzige Angebot ist eine Unverschämtheit“, sagte Eggendorfer. „Da können sie mir auch eine Flasche Sekt schicken“, sagte der Informatiker nach dem Verhandlungstermin. Von dem Urteil wird Signalwirkung erwartet.

Publiziert am 27.01.2012