Arabische Liga sieht Eskalation der Gewalt in Syrien

Der Leiter der arabischen Beobachtermission Mohammed al-Dabi sieht eine „dramatische Eskalation“ der Gewalt in Syrien. In den vergangenen vier Tagen habe sich die Lage insbesondere in Homs, Hama und Idlib zugespitzt, sagte er heute laut einer Erklärung der Arabischen Liga. Die Gewalt schade den Bemühungen, den Weg für einen Dialog zu ebenen, kritisierte der sudanesische General.

Am Abend wollte der UNO-Sicherheitsrat über den Konflikt beraten. Russland kündigte bereits an, auch der neuesten Fassung eines Resolutionsentwurfs nicht zustimmen zu wollen, wie das Außenministerium in Moskau klarstellte. Der vorliegende Text, auf den sich die Westmächte mit der Arabischen Liga verständigt haben, enthalte noch immer Sanktionen und Möglichkeiten einer Gewaltanwendung und sei daher für Russland unannehmbar, zitierte die Nachrichtenagentur ITAR-TASS den stellvertretenden Außenminister Gennadi Gatilow. Russland macht die syrische Führung und die Opposition für die Gewalt verantwortlich und lehnt Sanktionen ab.

Syrische Armee startet laut Opposition Offensive in Homs

Die syrische Armee startete nach Angaben der Opposition eine Offensive in der Protesthochburg Homs. Die gewaltsamen Zusammenstöße hätten gestern Abend begonnen, heute seien in mehreren Stadtteilen weiterhin Explosionen und Schüsse zu hören, teilten die örtlichen Koordinierungskomitees mit. „Die humanitäre Lage ist katastrophal“, erklärten die Komitees.

Das Viertel Bab Sebaa sei von Granaten und Raketen getroffen worden, und im Bezirk Baba Amro sei schweres Geschützfeuer zu hören, hieß es. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London wurden gestern in Syrien mindestens 62 Menschen getötet, darunter 43 Zivilisten.

Publiziert am 27.01.2012