Schlechte Arbeitsbedingungen: Apple weist Vorwürfe zurück

Mit Tim Cook weht offenbar ein neuer Wind an der Apple-Spitze: Auf einen kritischen Bericht der „New York Times“ reagierte der Chef mit einer Rundmail an die Mitarbeiter, die prompt ihren Weg ins Internet fand.

Ein solcher Kommunikationsstil steht in krassem Kontrast zur Ära des notorisch verschlossenen Gründers Steve Jobs, der im Oktober nach einem langem Krebsleiden gestorben war.

In dem Artikel der „New York Times“ ging es um schlechte Arbeitsbedingungen bei Apple-Zulieferern in China. Unter anderen wurden frühere Apple-Manager zitiert, die anonym andeuteten, dass der Konzern um des Profits willen auch einmal ein Auge zudrücke.

„So sind wir nicht“

Cook zeigte sich in der Mitarbeiter-Mail „empört“ über den Vorwurf. „Jede Behauptung, dass uns das egal sei, ist nachweislich falsch und beleidigend für uns“, wetterte der Jobs-Nachfolger in dem Text, den das Apple-Blog 9to5Mac abdruckte. Solche Vorwürfe stünden im Widerspruch zu den Grundwerten von Apple: „So sind wir nicht.“

Cook will nun für bessere Arbeitsbedingungen sorgen. So veröffentlichte der bisher für seine Geheimniskrämerei bekannte Konzern erstmals eine Liste seiner 156 Zulieferer und trat der Organisation Fair Labor Association (FLA) bei, die unabhängige Inspektionen in Betrieben durchführt.

Apple immer wieder in der Kritik

Schon in den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Kritik an den Arbeitsbedingungen bei Apple-Zulieferern gegeben, vor allem nach einer Selbstmordserie beim großen chinesischen Auftragsfertiger Foxconn. Die meisten Zulieferer von Apple in China beliefern auch andere Hersteller wie Dell, Hewlett-Packard, IBM, Lenovo, Motorola, Nokia, Sony, Toshiba und andere.

Publiziert am 27.01.2012