Twitter unterwirft sich Selbstzensur
Twitter wird künftig gesetzwidrige Nachrichten in bestimmten Ländern zensieren. Die Kurznachrichten würden in Ländern, wo die Inhalte gegen Gesetze verstießen, nicht mehr veröffentlicht, kündigte das US-Unternehmen gestern auf seinem eigenen Blog an. In Ländern, wo die Inhalte legal seien, würden die Tweets online gehen.
Als Beispiel für Nachrichten, die künftig blockiert würden, nannte Twitter Meldungen mit einem Nazi-freundlichen Hintergrund, die in Deutschland und Frankreich verboten seien. Die Nutzer würden über die Filterung informiert.
Abschaltungen vorwegnehmen
Mit der Zensurmaßnahme will der Konzern verhindern, in bestimmten Ländern abgeschaltet zu werden. „Mit der Fortsetzung unseres internationalen Wachstums werden wir in Länder eintreten, die unterschiedliche Vorstellungen von der Meinungsfreiheit haben“, schrieb Twitter in dem Blog. Eine Unternehmenssprecherin wollte die Angaben nicht weiter ausführen.
Mit dem Schritt leitet Twitter eine Trendwende ein. Bei den Aufständen in der arabischen Welt hatte der Dienst als Kommunikationsmittel eine wichtige Rolle gespielt. Damals signalisierte das Unternehmen, die Tweet-Inhalte nicht anrühren zu wollen.
Der Kurznachrichtendienst, über den 140 Zeichen lange Meldungen an Interessenten verschickt werden, wurde 2006 gegründet. Twitter zählt rund 100 Millionen aktive Nutzer. Das Angebot gehört neben Facebook und Zynga zu den beliebtesten Sozialen Netzwerken.
Publiziert am 27.01.2012