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Kaum Wissen über wichtige Details

Am 1. Jänner 2012 tritt die Rettungsgasse in Kraft. Mit dem Detailwissen haperte es allerdings bei den 1.121 bundesweit persönlich Befragten laut einer aktuellen Oekonsult-Umfrage noch ein wenig. So wissen die wenigsten, dass die Rettungsgasse nicht erst bei einem Unfall, sondern bereits bei Überlastungsstaus gebildet werden muss.

Lediglich 31,9 Prozent konnten die Frage, wann die Rettungsgasse gebildet werden muss, richtig beantworten - nämlich „generell bei stockendem Verkehr“. Fast zwei Drittel der Interviewteilnehmer glauben, dass für eine Rettungsgasse erst bei einem Unfall Platz gemacht werden muss.

„Langjährige Forderung“

Mit der Einführung der Rettungsgasse wurde laut Verkehrsministerium eine „langjährige Forderung“ der Einsatz- und Rettungsorganisationen umgesetzt. Unterstützt wurde die Maßnahme auch von der ASFINAG, die etwa mit einer eigenen Website das Prinzip der Maßnahme zu erklären versucht.

Prinzip wurde aber verstanden

Drei von vier Österreichern sind allerdings der Umfrage zufolge ausreichend bis ausgezeichnet generell über das Thema Rettungsgasse informiert, genauso viele haben davon bereits gehört oder gelesen. Drei Viertel (74,7 Prozent) der Befragten wissen, was eine Rettungsgasse ist (frei bleibende Fahrspur auf Autobahnen und Schnellstraßen, Anm.). Mehr als die Hälfte der Befragten hat das Prinzip der Rettungsgasse verstanden.

Wohin ausweichen, ist unklar

Dass die Lenker bei zweispurigen Fahrbahnen nach rechts oder links ausweichen und bei mehrspurigen Fahrbahnen zwischen dem ganz linken und den daneben liegenden rechten Fahrstreifen Platz machen müssen, konnte lediglich jeder fünfte Umfrageteilnehmer richtig beantworten. Zwei Drittel wussten, dass der Pannenstreifen dabei befahren werden darf.

Erklärende Grafik der Rettungsgasse für Einsatzfahrzeuge auf Autobahnen und SchnellstraßenAPA/Martin Hirsch

Fast ein Drittel der Befragten täuschte auf die Frage, auf welchen Straßen die Rettungsgasse gebildet werden müsse (ausschließlich auf allen mit blauen Hinweistafeln gekennzeichneten Autobahnen und Schnellstraßen, Anm.), Sachkenntnisse vor. Etwas mehr als 30 Prozent gaben an, es zu wissen und sagten voller Überzeugung „auf allen Straßen“, obwohl es nicht stimmt, sagte Oekonsult-Chef Joshi M. A. Schillhab. Lediglich 27,3 Prozent wussten die korrekte Antwort.

„Einfach den anderen nachmachen“

„Echte Sachkenntnis ist weniger gegeben, viele verlassen sich eher darauf, das zu tun, was die anderen machen“, sagte Schillhab. Immerhin gaben fast 90 Prozent der Befragten an, dass sie einfach dem Beispiel anderer Autofahrer folgen wollen und somit völlig richtig die vorgeschriebene Rettungsgasse bilden werden. Obwohl ab 1. Jänner bei Nichtbeachtung des Gesetzes gestraft wird, glaubt fast jeder zweite Befragte (47,5 Prozent), dass es eine Übergangsfrist oder Toleranzzeiträume gibt. „Die Leute denken, es wird schon nicht so scharf geschossen werden“, sagte Schillhab.

Nahezu jeder Befragte wusste über den eigentlichen Nutzen der Rettungsgasse Bescheid: dass Einsatzkräfte dadurch schneller zum Unfallort gelangen und Verletzte schneller versorgen können. Die Informationen über die Rettungsgasse bezogen 19,5 Prozent aus Tageszeitungen, 19,1 Prozent aus dem Fernsehen und 18,3 Prozent aus dem persönlichen Umfeld. Die Befragung wurde von 14. bis 26. Dezember 2011 durchgeführt. Die Befragten waren zwischen 17 und 77 Jahre alt.

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Publiziert am 29.12.2011