Mladic laut Tribunalsärzten zu krank für Anhörung vor Gericht

Der wegen Völkermords angeklagte serbische Ex-Militärchef Ratko Mladic ist derzeit zu krank, um an Anhörungen vor Gericht teilzunehmen. Der 69-Jährige brauche „eine längere Periode der Genesung“, erklärte heute der medizinische Dienst des UNO-Untersuchungsgefängnisses in Den Haag in einem Attest. Einzelheiten zu der Krankheit wurden nicht mitgeteilt.

Mladic ließ sich unter Hinweis auf die Erkrankung für eine am selben Tag angesetzte Anhörung zu dem gegen ihn geplanten Prozess entschuldigen. Das Gericht akzeptierte das, entschied aber zugleich, zu Verfahrensfragen ohne den Angeklagten zu beraten. Eine Anhörung, bei der sich Mladic zur Ergänzung der Anklage um weitere mutmaßliche Kriegsverbrechen in Bosnien-Herzegowina äußern sollte, wurde hingegen kurzfristig abgesagt.

Mladic war im Mai nach 16 Jahren auf der Flucht in Serbien verhaftet und nach Den Haag ausgeliefert worden. Er klagte dort immer wieder über gesundheitliche Probleme.