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Anschlag auf Kasino organisiert?

Während das mexikanische Drogenkartell Sinaloa fast die Hälfte des Drogenschmuggels kontrolliert und dafür allein 150.000 Menschen bezahlt, gilt eine der rivalisierenden Gruppen, Los Zetas, als brutalste Bande im Drogengeschäft in Mexiko. Sie finanziert sich vor allem durch Erpressung und Entführung. Erst vor wenigen Tagen nahm die mexikanische Armee ein ranghohes Mitglied des Kartells fest.

Der 37-jährige Carlos Oliva Castillo alias „La Rana“ (der Frosch) wurde in Saltillo im Bundesstaat Coahuila gefasst, wie das mexikanische Verteidigungsministerium mitteilte. Laut einem Armeesprecher handelt es sich dabei um die Nummer drei der Drogenbande und damit um einen der wichtigsten Anführer der Gruppe. Dem Verteidigungsministerium zufolge war er ein enger Vertrauter von Kartellboss Heriberto Lazcano, womit die Festnahme einen schweren Schlag für die Bande bedeute.

Oliva Castillo sei für die kriminellen Handlungen der Zetas in den drei Bundesstaaten Coahuila, Nuevo Leon und Tamaulipas zuständig gewesen, hieß es. Zudem soll er nach Angaben der Armee den Anschlag auf das Kasino Royal in der nordmexikanischen Stadt Monterrey am 25. August in Auftrag gegeben haben, bei dem 52 Menschen ums Leben kamen. Es war einer der blutigsten Anschläge in Mexiko in den vergangenen fünf Jahren.

Festnahme nach Straßenkämpfen

Die Festnahme erfolgte laut Staatsanwaltschaft nach heftigen Straßenkämpfen zwischen der Armee und Polizei sowie Bandenmitgliedern, bei denen ein Taxifahrer getötet und acht weitere Menschen verletzt wurden, darunter drei Polizisten. Zugleich kam die Festnahme kurz nachdem die USA den Iran beschuldigt hatten, versucht zu haben, ein mexikanisches Drogenkartell als Teil eines Anschlagskomplotts zur Tötung des saudi-arabischen Botschafters in Washington beauftragt zu haben. US-Medienberichten zufolge soll es sich dabei um die Zetas gehandelt haben, eine frühere Spezialeinheit der mexikanischen Armee, die zu Auftragskillern wurde.

Immer wieder Schießereien

Die Gewalt zwischen den in Konkurrenz stehenden Drogenkartellen hält an. Erst am Wochenende wurden bei Schießereien zwischen kriminellen Banden und Sicherheitskräften Behördenangaben zufolge mindestens 38 Menschen getötet. In der Nähe von Acapulco bei der Ortschaft Tecpan de Galeana fand die Polizei fünf Leichen an der Landstraße nach Zihuatanejo, zwei davon waren enthauptet. In der nahen Ortschaft Atoyac de Alvarez griffen Bewaffnete ein Restaurant an und töteten fünf Menschen. Sechs Männer wurden bei einer Schießerei in der Gemeinde Campo Morano getötet.

Wegen anhaltender Kämpfe zwischen Drogenkartellen ist der Teilstaat Guerrero seit über einem Jahr ein besonders gefährdetes Gebiet. Auch im Nachbarstaat Michoacan kam es am Freitag erneut zu Gewaltausbrüchen. Einheiten der Armee erschossen in der Stadt Patzcuaro mindestens zehn und in Nocupetaro vier mutmaßliche Kriminelle.

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