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Keine Apokalypse in kleinem Dorf

Ein kleiner Ort in Frankreich ist zu einer Pilgerstätte für Esoteriker geworden. Anziehungspunkt für die Touristen mit einem Faible fürs Übersinnliche ist ein „magischer“ Berg. Das Massiv soll Schutz vor einem nahenden Weltuntergang im nächsten Jahr bieten.

Einer 200-Seelen-Gemeinde am Fuße des Pic de Bugarach im Südwesten Frankreichs könnte im Dezember 2012 ein Ansturm von Apokalypse-Gläubigen bevorstehen. Das Dorf Bugarach soll der einzige Ort der Welt sein, an dem man die Apokalypse überleben kann, ist eine Gruppe von Esoterikern überzeugt. Sie glauben an einen Mythos, wonach am 21. Dezember 2012 die Welt untergehen soll - das ist der Tag, an dem der Maya-Kalender endet.

Rettende Aliens

Den Apokalypse-Gläubigen zufolge soll sich in einer Höhle des 1.231 Meter hohen Bergs Pic de Bugarach eine Art Garage für UFOs befinden und sich Außerirdische in dem Massiv versteckt halten. Geht die Welt unter, werden die Aliens die Erde verlassen - und jene Menschen mitnehmen, die sich gerade in Bugarach aufhalten.

Der Bürgermeister von Bugarach, Jean-Pierre Delord, zeigte sich gegenüber der BBC über einen drohenden Ansturm von Esoterikern besorgt. Das Geschäft mit Apokalypse-Gläubigen, die sich in Bugarach Rettung vor dem Weltuntergang erhoffen, boomt bereits. Über US-amerikanische Websites werden Reisen nach Bugarach verkauft. Auch Meditationsworkshops für die Apokalypse-Gläubigen, die nach Frankreich reisen, sollen bereits organisiert worden sein.

Imageverlust befürchtet

Gemeindevertreter fürchten nicht nur die Masse der Esoteriker, mit der das Dorf fertigwerden müsste, sondern auch einen Imageverlust für die Gemeinde. Das Ansehen des Dorfes könnte unter einem noch stärkeren Zulauf von Anhängern des Übersinnlichen leiden. Schon jetzt sind die meisten Bugarach-Touristen Esoteriker und nicht wie früher Wanderer. Reisende mit Amuletten und „magischen“ Steinen, die auf der Suche nach dem Heiligen Gral oder dem Schatz der Templer den Pic de Bugarach aufsuchen, sind zur Normalität geworden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren zahlreiche Bewohner Bugarachs in die Städte gezogen. Ende der 60er Jahre erlebte das Dorf mit der Ankunft alternativer Landwirte einen Aufschwung. Heute sind die meisten in dem Dorf Zugezogene.

Dorf fürs Übersinnliche

Im Jahr 2000 begannen viele Menschen mit einem Faible fürs Übersinnliche, sich für Bugarach zu interessieren. Einige Esoteriker haben in Bugarach Häuser gekauft, wo sie Seminare abhalten. Gemeindevertreter sprechen von einer „Parallelwirtschaft“, die in ihrem Dorf entstanden sei.

Mit dem angeblich näher rückenden Weltuntergang am 21. Dezember 2012 steigt laut Gemeindeverwaltung die Nachfrage nach Häusern zur Miete oder zum Verkauf erneut - und damit die Immobilienpreise. Apokalypse-Gläubige, die die „besten Plätze“ für den Weltuntergang haben wollen, würden das Ackerland aufkaufen. Angaben darüber, wie viele Esoteriker sich tatsächlich in Bugarach und Umgebung ansiedeln, gibt es allerdings nicht.

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