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Getreidepreis deutlich gestiegen
Der FAO-Lebensmittelpreisindex stieg gegenüber März leicht um 0,9 Prozent auf 232 Punkte und liegt damit 36 Prozent über dem Vorjahr. „Der an Wert verlierende Dollar und steigende Ölpreise tragen zu den hohen Nahrungsmittelpreisen, speziell von Getreide, bei“, erklärte David Hallam, Direktor der Handels- und Marktabteilung der FAO. Für eine Preisberuhigung würde man angesichts der hohen Nachfrage Steigerungen bei der Produktion und bei den Getreidereserven benötigen.
Geringe Getreidereserven
Die Reserven für Getreide werden laut der UNO-Organisation Ende des Jahres auf das geringste Niveau seit 2008 fallen. Nach einer kurzen Verschnaufpause im März zeigen die Preiszeichen somit wie in neun der letzten zehn Monate wieder nach oben. Der Index liegt nur noch um zwei Prozent unter dem im Februar 2011 erreichten Höchstwert der letzten Jahre.
Der Getreidepreisindex stieg im April im Vergleich zum Vormonat um 5,5 Prozent auf 265 Punkte und lag somit um 71 Prozent über dem Vorjahreswert. Weizen und Mais verteuerten sich um vier bzw. elf Prozent. Trotz für dieses Jahr guter prognostizierter Weizen- und Reisernten gehen Experten auch in den nächsten Monaten von einem angespannten Markt aus.
Wetter entscheidend
„Das Wetter in den nächsten Monaten wird entscheidend sein“, meinte FAO-Getreideanalyst Abdolreza Abbassian. Auch im letzten Jahr wären die Aussichten gut gewesen, das schlechte Wetter in den Monaten Juli bis Oktober hätte dann aber die Ernten geschwächt. Die Maisproduktion sieht Abbassian dabei besonders gefährdet: „Eine Verbesserung der Situation bei Mais bräuchte eine Rekordernte in den USA, wegen der kalten und nassen Bedingungen verzögert sich aber die Aussaat beträchtlich.“
Zuckerpreis gefallen
Der Index für Öle und Fette blieb praktisch unverändert bei 259 Punkten. Steigende Palmölbestände in Südostasien und üppige Sojaernten in Südamerika bestätigten das bereits im März um sieben Prozent gefallene Niveau des Marktes. Die Zuckerpreise fielen im April um sieben Prozent auf 348 Punkte. Der Markt rechnet angesichts der beginnenden Zuckerrohrernte in Brasilien und Produktionsausweitungen in Thailand mit hoher Marktverfügbarkeit. Der Süßstoff wurde in den letzten drei Monaten um 17 Prozent günstiger.
Der FAO-Milchpreisindex ging im April um 2,4 Prozent auf 229 Punkte zurück. Nach sieben Monaten moderaten Wachstums führen das die Analysten auf gute Produktionszahlen in der nördlichen Hemisphäre zurück. Stabil auf hohem Niveau blieben die Werte für Fleisch. Knapp 173 Punkte bedeuten ein Zehnjahreshoch, vor allem Rind- und Lammfleisch wurden teurer.
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Publiziert am 11.05.2011