Neue Gewalt zwischen Roma und Rechtsradikalen in Ungarn
Im zentralungarischen Gyöngyöspata, seit Wochen Ungarns Brennpunkt von Spannungen zwischen Roma und Rechtsradikalen, ist es gestern Abend zu einer Schlägerei zwischen beiden Gruppen gekommen. Fünf Menschen seien verletzt worden, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf die Polizei.
Mehrere Schläger seien festgenommen worden. Über die Internetplattform Facebook teilte eine romafreundliche Solidaritätsgruppe mit, Kampftruppen der Polizei hätten den Ort umstellt.
Hunderte Roma flohen
Der Anlass der Schlägerei war zunächst unklar. In Gyöngyöspata schwelen seit Wochen Konflikte zwischen Roma und Rechtsradikalen. Über Ostern waren fast 300 Roma aus dem Ort geflohen, weil die rechtsradikale Gruppe Vederö dort ein paramilitärisches Training veranstalten wollte. Die Polizei hatte das verhindert, und die geflohenen Roma kehrten wieder zurück.
MTI berichtete, unter den Schlägern seien auch Vederö-Mitglieder gewesen. Im März war eine andere rechtsradikale, uniformierte Gruppe wochenlang durch das Dorf marschiert und hatte damit unter den Roma Angst und Schrecken verbreitet.
Publiziert am 27.04.2011