Standortdatensammlung: CCC kritisiert Apple

Ein Sprecher des deutschen Chaos Computer Clubs (CCC) hat die Aufzeichnung von Ortsangaben der iPhone-Nutzer als einen Weckruf bezeichnet. Das zeige, „wie wenig wir unsere Mobiltelefone unter Kontrolle haben“, sagte CCC-Experte Frank Rieger. Kaum jemand wisse tatsächlich, „was die Hersteller dieser Telefone, in diesem Fall Apple, tun, ohne dass wir als Benutzer konkret davon wissen“.

Bei der Erfassung und Speicherung von Ortsangaben bestehe vor allem das Risiko, „dass das Telefon verlorengeht und die Daten ausgelesen werden“. Auch könne sich ein Anderer Zugriff auf den Computer mit den Ortungsdaten verschaffen. Mit Blick auf die Strafverfolgung bestehe nun auch die Möglichkeit, dass der Computer „beschlagnahmt wird und dann die Aufenthaltsorte der letzten Jahre verfügbar und auslesbar sind, ohne dass der Benutzer davon wusste“.

Vorratsdatenspeicherung via AGB

Rieger sagte, vermutlich müssten sich jetzt eine Menge von Apple-Kunden verraten vorkommen, „weil sie nicht explizit darauf hingewiesen wurden, dass ihr Telefon die ganze Zeit aufzeichnet“. Diese Praxis gehe noch über die Speicherung von Aufenthaltsdaten bei den Mobilfunkanbietern hinaus. „Was mich jetzt erstaunt hat, ist, wie lange diese Speicherung nicht gelöscht wird.“

Apple hat die Erlaubnis zur Verwertung von Positionsdaten der iOS-Gerätenutzer in seine AGB aufgenommen, die jeder User vor Gebrauch seines iPhone akzeptieren muss. Das Unternehmen erhielt dafür unlängst einen der deutschen Big-Brother-Awards. Bisher hat sich Apple noch nicht dazu geäußert, zu welchem Zweck das versteckte Standortdatenprotokoll angelegt wird und wie das Unternehmen bzw. die Anbieter von Apps davon Gebrauch machen.