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„Würden das unterstützen“

Der durch den internationalen Militäreinsatz unter Druck stehende libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi prüft nach Angaben der US-Regierung bereits Möglichkeiten für eine Zukunft außer Landes. „Wir haben von Leuten aus seinem Umfeld gehört, die mit Menschen, die sie überall auf der Welt kennen, Kontakt aufnehmen“, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am Dienstag dem US-Sender ABC.

Dabei würden dann Fragen gestellt wie „Was machen wir? Wie kommen wir aus der Sache raus? Was passiert als Nächstes?“ Zwar habe sie keine Informationen, dass Al-Gaddafi selbst Kontakte aufgenommen habe, „aber ich weiß, dass Leute angeblich in seinem Namen die Fühler ausstrecken“, sagte Clinton. Ein Teil davon sei sicher nur Theater. Dennoch glaube sie, dass Al-Gaddafi die Optionen prüfen lässt, wohin er gehen könnte. „Und wir würden das unterstützen“, sagte Clinton.

Trotz der ständigen Angriffe der internationalen Streitmacht gibt sich Al-Gaddafi siegessicher. In einer vom staatlichen libyschen Fernsehen übertragenen Rede versprach er vor jubelnden Anhängern, die Angreifer zurückzuschlagen.

Gaddafi spricht im libyschen Staatsfernsehen

AP/Libyan State TV

Al-Gaddafi Dienstagabend im Staatsfernsehen

Angreifer landen „auf Müllhaufen der Geschichte“

Sein Land sei „zum Kampf bereit, ob lang oder kurz“, sagte Al-Gaddafi in der Ansprache vor seiner Residenz in der Hauptstadt Tripolis. „Wir werden diese Schlacht gewinnen“, fügte er hinzu. „Die Massen“ seien „die beste Verteidigung“ gegen Luftangriffe. Die Angreifer bezeichnete er als „Faschisten“, die auf dem „Müllhaufen der Geschichte“ landen würden.

US-Präsident Barack Obama sagte bei seiner Lateinamerika-Reise, so lange Al-Gaddafi an der Macht sei, bleibe dieser eine potenzielle Gefahr für das libysche Volk. Die USA machen keinen Hehl daraus, dass sie ein Ende der Herrschaft Al-Gaddafis begrüßen würden. Der Militäreinsatz habe das aber nicht zum Ziel, erklärten führende Militärs.

Ausländische Journalisten freigelassen

Zwei von der libyschen Armee festgehaltene Journalisten der französischen Nachrichtenagentur AFP und ein amerikanischer Getty-Fotograf wurden in der Nacht auf Mittwoch freigelassen. Die drei Journalisten seien in der Hauptstadt Tripolis auf freien Fuß gekommen. Sie waren am Samstag im Osten des Landes von Soldaten Al-Gaddafis verschleppt worden. Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen werden in Libyen noch vier weitere Journalisten des arabischen Senders al-Jazeera festgehalten.

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