Ai Weiwei nennt chinesische Regierung „unmenschlich“
Der regierungskritische chinesische Künstler Ai Weiwei hat die kommunistische Führung in Peking als „unmenschlich“ bezeichnet. In einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP sagte der unter Hausarrest stehende Konzeptkünstler heute: „Die Regierung, das gesamte System (...) opfert Bildung, Umweltressourcen und die Interessen der meisten Menschen, nur damit einige wenige Menschen mit Verbindung zur Regierung extrem reich werden können.“
Das werde aber nicht mehr allzu lange dauern, zeigte sich der 53-Jährige überzeugt. „Das Internet ist das größte Geschenk für China, diese Art der Technologie wird diese Art der Diktatur beenden.“
Hausarrest bis Mitternacht
Ai hatte zuvor im Internet-Kurzbotschaftendienst Twitter mitgeteilt, dass er bis heute um Mitternacht sein Haus in Peking nicht verlassen dürfe. Hintergrund sei vermutlich ein „Fest“, zu dem Ai über Twitter für Sonntag in sein Atelier in Schanghai eingeladen hatte.
Mit der Aktion wollte er gegen den bevorstehenden Abriss des Ateliers protestieren, der von den Behörden angeordnet worden war. Ai sagte AFP am Sonntag, trotz seines Hausarrests seien bereits mehr als 100 Menschen in seinem Atelier in Schanghai und weitere seien unterwegs.
Publiziert am 07.11.2010