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„In Bratislava knallen Sektkorken“
„Das ist eine zusätzliche Hürde, die uns die Republik auf unserem Sanierungspfad aufbaut“, sagte AUA-Vorstand Peter Malanik am Montag zur APA. Die AUA fürchtet, dass Umsätze verloren gehen, weil Passagiere abwandern, etwa auf Flüge ab dem nahen Bratislava oder im Transferverkehr über andere Knoten.
Bratislava liege von Wien weniger weit entfernt als so mancher Airport zu seiner Hauptstadt. „In Bratislava knallen die Sektkorken“, vermutet Malanik. „Auch am Flughafen Zürich kann man sich jetzt wieder zurücklehnen.“
Bis zu 40 Euro
Auf Europa-Flügen fallen laut Regierungsplan ab Jänner acht Euro pro Ticket an, auf längeren Flügen bis zu 40 Euro. Den Regierungsangaben zufolge soll die neue Steuer im kommenden Jahr 60 Mio. Euro bringen, in den Folgejahren jeweils 90 Millionen. In einem Gespräch im Finanzministerium will Malanik diese Woche Details zu dem völlig überraschenden Flugabgabeplan berichtet bekommen. „Man soll uns sagen, wie diese Steuer denn eingeführt werden soll.“
Malanik will auf Ungereimtheiten hinweisen: „Wir haben schon eine Menge Tickets fürs kommende Jahr verkauft. Wie stellt man sich das im Ministerium vor?“ Den Passagieren auf verkaufte Flüge die Steuer rückwirkend aufzuschlagen sei nicht möglich, also müsste die AUA den Part der Vorverkäufe wohl schlucken. „Oder heißt es für ab 1. Jänner verkaufte Tickets?“, will die AUA wissen.
„Subventionierung von Bratislava“
Zur Sprache bringen will die Führung der Lufthansa-Tochter AUA im Finanzministerium zudem „diesen Aspekt der Subventionierung von Bratislava“. Malanik mutmaßt, dass Österreich bezüglich Ticketsteuer oder Ticketabgabe einem massiven Druck aus Deutschland, das die Steuer bereits vor Monaten beschloss, nachgegeben hat. Dort war befürchtet worden, Salzburg und Innbruck könnten Verkehr aus München absaugen. Derartigen Druck soll nun Wien in Richtung Slowakei ausüben, fordert die AUA.
Beispiel Niederlande
Die Regierung in den Niederlanden habe, so die AUA, Mitte 2008 eine ähnliche Steuer eingeführt und sie nach zwölf Monaten wieder abstellen müssen. In dem Jahr hätten die niederländischen Flughäfen - in deren Einzugsbereich elf deutsche und belgische Flughäfen liegen - fast 90 Millionen Euro an Umsätzen eingebüßt.
Lauda erwartet deutlich weniger Umsatz
Auch Niki-Chef Niki Lauda ist wenig erfreut über die neue Abgabe. Er schätzt, dass sie seine Airline im Jahr 2011 voraussichtlich 100.000 Passagiere und zehn Mio. Euro Umsatz kosten wird. „Ich glaube auch nicht, dass die Ticketsteuer tatsächlich 60 Mio. Euro fürs Budget bringt“, wahrscheinlich würden es nur 40 Mio. Euro, „ein Witz fürs Budget“, so Lauda im „Kurier“ (Dienstag-Ausgabe).
Er könne sich auch vorstellen, dass preissensible Passagiere nach Bratislava ausweichen, womit auch der Flughafen Wien verlieren würde. In Summe könnte die neue Steuer für Österreich einen Rückgang um 600.000 Fluggäste bedeuten, glaubt Lauda. Beim Tourismus würde Österreich dadurch 131 Mio. Euro an Wertschöpfung verlieren.
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Publiziert am 26.10.2010