EU-Geld für Ex-Kommissare trotz neuen Jobs
Ausgeschiedene EU-Kommissare erhalten ein Übergangsgeld drei Jahre nach ihrem Job in der Brüsseler Behörde, auch wenn sie bereits neue Posten innehaben. Dabei erhalten sie zusätzlich zu ihrer neuen Arbeit jährlich fast 100.000 Euro als Mindestanspruch von der EU. Die „Financial Times Deutschland“ berichtet heute, dass 17 ehemalige Kommissare noch immer Übergangsgelder beziehen, obwohl die meisten von ihnen nach ihrer Tätigkeit in der Brüsseler Behörde als Lobbyisten oder Politiker arbeiten.
Als prominenter Doppelverdiener wird der ehemalige Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy angeführt. Der Ire wechselte kurz nach seinem Abschied in den Aufsichtsrat von Ryanair - und verdient dort nach Berechnungen der Anti-Lobby-Vereinigung Alter-EU bis zu 47.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommt ein Übergangsgehalt, das rund 11.000 Euro monatlich beträgt.
Drei Jahre Anspruch
Auch der frühere Fischereikommissar Joe Borg, der sich bei der Brüsseler Lobbyagentur Fipra verdingt hat, kassiert diese Summe. Borg räumte das auch ein. McCreevy reagierte nicht auf wiederholte Anfragen. Er steht aber auf der Übergangsgehaltsliste der Kommission, die der FTD vorliegt.
Drei Jahre lang haben ausgeschiedene Kommissare Anspruch auf 40 bis 65 Prozent ihres Grundgehalts von mindestens 20.278 Euro pro Monat, insgesamt also fast 300.000 Euro in diesen drei Jahren. „Dies soll früheren Kommissaren beim Übergang in den Arbeitsmarkt helfen“, sagte ein Sprecher der Behörde.
Publiziert am 23.09.2010