WIFO: Auch heimische Konjunktur lässt nach

Aufgrund eines überraschend starken Wachstums in den ersten beiden Quartalen wird das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) seine Jahresprognose anheben - allerdings weniger stark als zuletzt gedacht. Denn international mehrten sich die Anzeichen für eine Verlangsamung des Konjunkturaufschwunges, so das WIFO.

Das stimmt mit der aktuellen Prognose der OECD überein, die erst gestern die Konjunkturprognose für die G-7-Staaten deutlich senkte.

Mehr dazu in „Weiterer Abschwung unwahrscheinlich“.

Gutes zweites Quartal

Die gute Nachricht: Im zweiten Quartal fiel der Konjunkturaufschwung in Österreich deutlich kräftiger aus als bisher angenommen. Laut den jüngsten Berechnungen des WIFO lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) am Ende des zweiten Quartals um 2,4 Prozent über dem Vorjahreswert. In einer ersten Schnellschätzung vor rund einem Monat war das Institut noch von 1,9 Prozent ausgegangen.

Gegenüber dem Vorquartal betrug das Plus 1,2 Prozent statt bisher 0,9 Prozent. Auch die BIP-Prognose für das Gesamtjahr von 1,2 Prozent will das WIFO nun anheben, jedoch nicht in dem Ausmaß von 0,5 Prozentpunkten wie in der aktuellen Revision.

Von Stagnation zu kräftigem Plus

Nachdem Österreichs Wirtschaft im ersten Quartal noch stagnierte (-0,0 Prozent gegenüber Vorjahr und Vorquartal), kam es im zweiten Quartal zu einer deutlichen Belebung, wobei die Impulse von Export und Investitionen ausgingen, meldete das WIFO in einer Aussendung.

Vom Export abhängig

Die Exporte zogen um fünf Prozent an, die Industrieproduktion nahm gegenüber dem Vorjahr kräftig zu, die Kapazitätsauslastung lag wieder über dem langjährigen Durchschnitt. Auch auf dem Arbeitsmarkt habe sich die Erholung fortgesetzt. Die Importe zogen ebenfalls um um 3,4 Prozent an. Von der gestiegenen Auslandsnachfrage hat insbesondere die Sachgütererzeugung profitiert, ihre Wertschöpfung nahm um 6,3 Prozent zu.

Nun mehren sich allerdings die Anzeichen, dass die Konjunktur in den USA und in Asien an Schwung verliere, so die Wirtschaftsforscher. Das verlangsame die weitere Expansion des Welthandels.

Publiziert am 10.09.2010