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Eines der dichtesten Netze Europas

Am 8. September 1980 ist der erste Bankomat in Wien in Betrieb genommen worden. Insgesamt 35 Geräte wurden im Einführungsjahr installiert, Ende 1981 waren bereits 90 Geräte österreichweit in Betrieb. Heute sind es 7.650 Bankomaten. Damit hat Österreich eines der dichtesten Bankomatennetze Europas.

Die ersten Bankomaten wurden von IBM in Wien in der Schottengasse, am Graben und am Stock-im-Eisen-Platz installiert. Anfangs wurde geschätzt, dass 300 bis 400 Geräte ausreichen würden, um Österreich flächendeckend mit Bankomaten zu versorgen. Doch der Service setzte sich immer mehr durch, so dass das Netz auf die heutige Größe ausgebaut wurde.

„Kartendienstleister“ PayLife

Verantwortlich für die Einführung der ersten Bankomaten war GABE (Geldausgabeautomaten Service-Ges.mbH). Gleichzeitig wurde mit Eurocard Austria das Kreditkartengeschäft gestartet. Aus GABE und Eurocard Austria entstand das Unternehmen PayLife, das Marktführer in Österreich ist.

Nicht mehr wegzudenken

1980 wurde 200.000-mal mit Bankomatkarte abgehoben, im Vergleich dazu war es im vergangenen Jahr knapp 150 Millionen Mal. Seit 1996 kann man am Bankomaten neben Geldabheben auch die Elektronische Geldbörse Quick und seit Mai 2004 die Wertkarten aller österreichischen Mobiltelefonbetreiber aufladen.

Heute können sich die meisten Österreicher Bankomaten nur noch schwer aus ihrem Leben wegdenken, wie Marktforschungen zeigen. Nach etwas verhalteneren Wachstumsraten in den Krisenjahren 2008 und 2009 gibt es laut PayLife-Chef Peter Neubauer im ersten Halbjahr 2010 zum Teil wieder zweistellige Zuwächse bei Transaktionen und Umsätzen mit Kredit- und Bankomatkarte.

Kartenumsätze und -transaktionen boomen

Die Umsätze stiegen bei den Kreditkarten um 11,8 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, bei den Zahlungen an der Bankomatkasse um 9,1 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro. Die größten Umsätze bringt aber immer noch das Bargeld: Die Bargeldbehebungen beliefen sich auf 9,9 Milliarden Euro, ein Plus von elf Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten 2009.

erster Bankomat Österreichs in der Schottengasse 6-8

ORF/Florian Kobler

Einer der ersten Bankomaten in der Schottengasse 6-8 in Wien

Experten gehen davon aus, dass der Anteil an Transaktions- und Umsatzzahlen mit Karten in Österreich in den nächsten Jahren noch ansteigen wird. Rund 40 Prozent der Transaktionen im Handel erfolgten derzeit mit Karte.

Trend zur Karte ungebrochen

„Der Trend geht weiterhin eindeutig zur Karte“, so Neubauer. Bei den von PayLife servicierten Kreditkarten (MasterCard, Visa) gab es im ersten Halbjahr ein Plus von 2,1 Prozent auf 1,15 Millionen Karten. Der Zuwachs bei den Maestro-Bankomatkarten lag bei 3,5 Prozent auf 7,7 Millionen Stück und bei Quick-Wertkarten bei 13,2 Prozent auf 386.000 Karten.

Im Gegensatz zu den meisten Nachbarländern berechnen österreichische Banken keine Gebühren für Abhebungen an Bankomaten einer „fremden“ Bank.

Vorschüsse auf Prepaid-Karte

Die größten Steigerungen verzeichnen zurzeit die Prepaid-Karten. So gibt es seit heuer beispielsweise eine Kooperation mit dem AMS Wien. Die Vorschüsse, die früher bar ausgezahlt wurden, werden seit Jahresbeginn auf eine spezielle Prepaid-Karte geladen. Nach Erhalt der Karte können die Jobsuchenden bei jedem Bankomat Geld beheben. Die Karte ist zeitlich befristet.

Verwendet werden Prepaid-Karten, auf die im Vorhinein ein bestimmtes Guthaben geladen wird, beispielsweise auch für Spesenabrechnungen bei Unternehmen, beim Bundesheer oder einfach als „Geldgeschenk“. Insgesamt sind laut Neubauer rund 55.000 Prepaid-Karten im Umlauf.

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