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Wachsende Unterstützung für Sarrazin
Besonders viel Zuspruch bekäme eine Sarrazin-Partei demnach bei Anhängern der Linkspartei (29 Prozent). Auch 17 Prozent der Unionswähler würden eine solche Formation wählen. Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner sagte, für diese Befragten sei Sarrazin jemand, „der endlich ausspricht, was viele denken“.
Allerdings wären andere Politiker der Umfrage zufolge bei einer Parteigründung noch erfolgreicher als Sarrazin, dem der Rauswurf aus der Bundesbank und aus der SPD droht. Eine Partei unter Führung des gescheiterten Präsidentschaftsbewerbers Joachim Gauck würden demnach 25 Prozent der Deutschen wählen, eine Partei des ehemaligen Unions-Fraktionschefs Friedrich Merz (CDU) 20 Prozent.
Sarrazin: „Meine Heimat ist die SPD“
An die Gründung einer eigenen Partei denke er nicht, bekräftigte Sarrazin, gegenüber dem Magazin „Focus“. Er habe keine Partei im Sinn, er habe Ideen im Sinn, erklärte Sarrazin im Interview. Seine politische Heimat sei die SPD und aus der wolle er auch nicht austreten. Doch die Partei bastelt schon eifrig an einem Ausschluss Sarrazins. In der SPD-Basis gibt es nach Überzeugung eine „breite Akzeptanz“ für das Parteiausschlussverfahren, wie Parteichef Sigmar Gabriel am Freitag erklärte.
Denkanstöße für viele „berechtigt“
Laut einer von Emnid für das Nachrichtenmagazin „Focus“ durchgeführten Umfrage finden 62 Prozent Sarrazins „Denkanstöße“ für berechtigt. Wenn es um die Kritik an Sarrazins Aussagen geht, spalten sich die Geister. Fast die Hälfte der Deutschen, 49 Prozent, sind mit den Aussagen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Sarrazins Thesen heftig kritisiert hat, einverstanden. 37 Prozent halten die Kritik für nicht berechtigt.
Mit einem Ausschluss Sarrazins aus der SPD in Berlin sind nur 36 Prozent der Bevölkerung über 14 Jahre einverstanden. 52 Prozent sind dagegen. Bei SPD-Anhängern ist die Meinung umgekehrt: 48 Prozent sind für einen Ausschluss, 42 Prozent dagegen.
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Publiziert am 05.09.2010