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Zwischen acht und 45 Euro pro Flug

In Deutschland dürfte Fliegen schon bald teurer werden. Die Bundesregierung in Berlin beschloss im September einen Gesetzesentwurf, wonach Tickets ab dem kommenden Jahr mit einer Steuer belegt werden. Der Beitrag berechnet sich nach der jeweiligen Flugdistanz.

Für Flüge innerhalb Europas und nach Nordafrika sind ab 2011 acht Euro fällig, für Mittelstreckenflüge bis 6.000 Kilometer sind es 25 Euro und für Langstreckenflüge 45 Euro pro Ticket. Die Ticketabgabe ist Teil des Sparpakets der deutschen Regierung.

Berlin rechnet ab dem kommenden Jahr mit Einnahmen von jährlich einer Milliarde Euro durch die neue Luftverkehrssteuer. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte, er gehe davon aus, dass die Abgabe von den Fluggesellschaften „auf den Fluggast abgewälzt“ werde.

Regelung gilt ab sofort

Die Steuer wird fällig für alle Flüge, die ab sofort für das kommende Jahr gebucht werden. Acht Euro pro Ticket soll sie für Flüge innerhalb Deutschlands und Europas betragen. Auch nach Tunesien und Marokko sind acht Euro pro Flugticket vorgesehen. Genauso fällt ganz Russland unter die Kurzstreckenflüge, egal ob die Reise nach Moskau oder in den fernen Osten des Landes geht.

Für die Klassifizierung des Landes ist jeweils die Entfernung des größten Flughafens des Ziellandes vom Flughafen Frankfurt am Main entscheidend. Somit werden auch für Flüge auf die Kanaren nur acht Euro fällig, obwohl die bei deutschen Urlaubern sehr beliebten Inseln mehr als 2.500 Kilometer entfernt sind.

Stärkere Belastung für Langstrecken

Für Mittelstreckenflüge zwischen 2.500 und 6.000 Kilometern werden 25 Euro pro Ticket fällig. Diese Flüge reichen im Süden bis fast zum Äquator und im Osten bis nach Pakistan und Kasachstan. Für alle weiteren Flüge, also etwa nach Amerika, nach Fernost, in das südliche Afrika oder nach Australien, wird pro Ticket künftig ein Mehrpreis von 45 Euro fällig.

Mit der nun beschlossenen Regelung werden Langstreckenflüge stärker belastet als ursprünglich geplant. Zu Beginn hatte das Finanzministerium geplant, auf Kurzstrecken 13 Euro pro Ticket zu verlangen, auf Langstrecken 26 Euro. Umweltschützer hatten die Regelung scharf kritisiert.

Sie argumentieren, dass Langstreckenflüge deutlich umweltschädlicher sind, weil sie in größerer Höhe stattfinden, wo das ausgestoßene Kohlendioxid schädlicher ist. Wenn der Flugverkehr europaweit ab 2012 schrittweise in den Emissionshandel einbezogen wird, soll die Steuer nach und nach gesenkt werden. Unter dem Strich soll aber in den kommenden Jahren jeweils eine Milliarde Euro durch Ticketabgabe und Emissionshandel eingenommen werden.

Forderungen nach Kerosinsteuer

Der deutsche Finanzminister Schäuble (CDU) erklärte bei der Vorstellung des Gesetzentwurfs, die Fluggesellschaften würden durch die Steuer nicht über Gebühr belastet. Schäuble sagte, es gebe auch gute Argumente, das Flugbenzin zu besteuern. Dafür gebe es allerdings im nationalen und europäischen Recht derzeit keine Handhabe.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) begrüßte die Steuer, forderte aber zugleich ein Ende der Steuerfreiheit von Kerosin. Diese sei „klimapolitisch völlig irrsinnig“, da der Luftverkehr mit neun Prozent am Treibhauseffekt beteiligt sei,

Der Billigflieger Easyjet kritisierte die neue Steuer scharf. „Die Luftverkehrsteuer ist ein Jobkiller“, erklärte Easyjet. Der irische Billigflieger Ryanair drohte an, einzelne Flugverbindungen nach Deutschland zu streichen. „Wir müssen alle unsere Routen überdenken, und es ist wahrscheinlich, dass die neue Steuer zu einem Rückgang der Passagierzahlen führen wird“, hieß es.

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Publiziert am 18.10.2010