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Von Hurrikan „Ike“ beschädigt
Wie der Sender CNN berichtete, wurde auf der Plattform derzeit kein Öl gefördert. Die US-Küstenwache rückte nach einigen Stunden von früheren Angaben ab, es sei ein Ölschleier in der Nähe der brennenden Plattform entdeckt worden. Die Mannschaften am Ort des Geschehens hätten das nicht bestätigen können, sagte eine Sprecherin der Küstenwache.
AP/Gerald HerbertDrei Löschboote versuchen, den Brand unter Kontrolle zu bringen.Mitarbeiter hätten bei einem ersten Flug über die Unglücksstelle kein auslaufendes Öl gesichtet, sagte auch ein Sprecher des Unternehmens Mariner Energy am Donnerstag im US-Fernsehsender CNN. Alles scheine eingedämmt zu sein. Die Küstenwache war nach eigenen Angaben auf den Fall einer neuen Ölpest vorbereitet: Die nötige Ausrüstung stehe bereit, hieß es in einer Mitteilung.
Ursache zunächst unklar
Die Ursache der Explosion war zunächst unklar. Mariner Energy, das sein Hauptquartier in Houston (Texas) hat, kündigte Untersuchungen an. Auf der Plattform brannte es nach Angaben der Küstenwache Stunden nach der Explosion am Vormittag (Ortszeit) noch, aber es wurde erwartet, dass das Feuer am Abend gelöscht ist.
APA/R. WaxmannDie Unglücksstelle vor der Küste LouisianasDas Weiße Haus in Washington teilte mit, dass zunächst Informationen über den Vorfall gesammelt würden. Wenn es Berichte über Verschmutzung gebe, würden Maßnahmen eingeleitet, sagte Präsidentensprecher Robert Gibbs.
In der Nähe von „Deepwater Horizon“
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace reagierte alarmiert auf den erneuten Unfall auf einer Ölplattform im Golf von Mexiko. „Wie viele Male spielen wir noch mit menschlichen Leben, der Wirtschaft und den Ökosystemen?“, sagte der Meeresexperte von Greenpeace in den USA, John Hocevar, der Nachrichtenagentur AFP. „Es ist Zeit, dass wir aus unseren Fehlern lernen.“
Der Unfall ereignete sich etwa 130 bis 140 Kilometer südlich von Vermilion Bay an der Küste des US-Bundesstaates Louisiana und mehrere hundert Kilometer von der Stelle entfernt, an der am 20. April die vom britischen Ölriesen BP betriebene Plattform „Deepwater Horizon“ explodiert und zwei Tage später gesunken war.
Danach waren bis zum 15. Juli Hunderte Millionen Liter Öl ins Wasser geströmt, das Leck konnte schließlich nach und nach abgedichtet werden. BP bereitet zurzeit die endgültige Versiegelung des Ölreservoirs etwa 4.000 Meter tief im Meeresboden vor.
Keine Beteiligung von BP
Nach CNN-Angaben gehört die am Donnerstag explodierte Plattform dem Unternehmen Mariner Energy, das vor allem im Golf von Mexiko tätig ist. BP sei an der Plattform in keiner Weise beteiligt, betonte ein Sprecher des Konzerns am Donnerstag in London.
Doch dürfte die „Vermilion 380“ genannte Plattform bereits früher Probleme gemacht haben. 2009 schrieb Mariner Energy laut dem Internetportal seekingalpha.com, dass die Insel zunächst wegen Verzögerungen bei der Errichtung nicht im gewünschten Ausmaß förderte. Dann beschädigte der Hurrikan „Ike“ im September 2008 die Bohrinsel, die Reparatur habe länger gedauert als erwartet und letztlich die Jahresproduktion 2008 des Unternehmens reduziert.
Ölbranche eng verwoben
Die Ölbranche ist eng verwoben: Mariner wird gerade in einem 2,7 Milliarden Dollar (2,11 Mrd. Euro) schweren Geschäft vom Rivalen Apache geschluckt. Der US-Förderer Apache wiederum hat auch BP mehrere Öl- und Gasfelder für sieben Milliarden Dollar (5,46 Mrd. Euro) abgekauft. Mit dem Geld bezahlt der britische Konzern die Schäden der Ölpest, die als bisher schwerste in der Geschichte der USA gilt.
Die Börsianer in New York zuckten nur im ersten Moment zusammen, als sich die Nachricht von der Explosion verbreitete. Die Anspannung löste sich aber schnell. BP hatte zwischenzeitlich mehr als die Hälfte seines Marktwerts eingebüßt - am Donnerstag lag die Aktie leicht im Plus, genauso wie die Papiere der Rivalen Chevron und Shell. Unter den großen Ölkonzernen büßte nur Marktführer ExxonMobil minimal ein. Selbst der Betreiber der jetzt verunglückten Ölplattform, Mariner Energy, verlor nur zwei Prozent an Wert.
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Publiziert am 03.09.2010