Herbst-Wahl: Politologen sehen SPÖ unter Erfolgsdruck

Die bevorstehenden Herbst-Wahlen in der Steiermark und in Wien versprechen einiges an Spannung. Vor allem für die Kanzlerpartei SPÖ sind die Urnengänge in Wien und der Steiermark von Bedeutung, denn sie muss zwei Landeshauptleute und eine Absolute verteidigen. Die Sozialdemokraten haben insgesamt mehr zu verlieren, erklärte Politikberater Thomas Hofer im APA-Interview.

Hofer glaubt auch, dass die steirische Wahl am 26. September für die Koalition auf Bundesebene „ziemliche Sprengkraft“ birgt und außerdem Einfluss auf die Wahl in Wien zwei Wochen später haben könnte. Eine relative Pattsituation sieht Meinungsforscher Peter Hajek in der Steiermark. Man könne jetzt noch nicht sagen, wer als Erster durch das Ziel gehen wird. Wenn es dazu kommt, dass SPÖ oder ÖVP mit der FPÖ koalieren, werde es im rot-schwarzen Koalitionsgebälk rumoren, glaubt auch Hajek.

In Wien sei die Situation für die Sozialdemokraten etwas leichter. Es starte mit Häupl einerseits „das beste Pferd im Stall“, und anderseits könne man das Ergebnis auch bei einem Verlust der Absoluten als Erfolg verkaufen, so Hofer. Die Volkspartei sei zwar nicht so gut aufgestellt, könne aber auf eine Regierungsbeteiligung hoffen.

Opposition schwächelt

Den Oppositionsparteien attestieren die Politologen für beide Herbst-Wahlen Schwächen. So bleibe die FPÖ in Wien mit Umfragewerten von 19 Prozent hinter ihrem Potenzial zurück, erklärte Werner Beutelmeyer vom market-Institut. Auch Hajek meint, dass die FPÖ wieder auf Populismus setzte, weil das ihre Wähler erwarten würde.

Die Wiener ÖVP-Spitzenkandidatin Christine Marek wirkt für Hajek nicht authentisch, weil sie einerseits ein urbanes, konservatives Bild von sich zeichne und gleichzeitig auf Themen wie Sicherheit setze. Die Grünen würden Selbstdemontage betreiben und es der SPÖ damit leicht machen, zu sagen, mit dieser „Chaostruppe“ könne man nicht regieren.

Das BZÖ sei weiter im Überlebenskampf, wobei die Orangen in der Steiermark besser aufgestellt seien als in Wien. Der Einzug in den Wiener Landtag „würde fast an ein Wunder grenzen“, so Hofer.