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Langes Warten auf Sprit
Das Militär musste nach fünf Tagen Streik am Samstag die Versorgung von Krankenhäusern, staatlichen Behörden, Elektrizitätswerken und anderen für die Wirtschaft wichtigen Bereichen übernehmen. Abgelegene Inseln wurden über die Marine versorgt.
Samstagnachmittag fügten sich einige der Lastwagenfahrer schließlich doch der Anordnung der Regierung und nahmen die Arbeit wieder auf. Dadurch erhielten viele Tankstellen erstmals wieder Kraftstoff. „Die Situation kehrt sich langsam wieder ins Normale. Mehr als 250 Tankstellen in Athen und mehr als 70 in Thessaloniki sind bis jetzt komplett beliefert worden“, teilte ein Mitarbeiter des Transportministeriums mit.
Erhebliche Probleme in Nordgriechenland
Das Streikende kommt zur rechten Zeit: In Athen hatten nur noch etwa 15 Prozent der Tankstellen Treibstoff. Erhebliche Probleme gab es auch in Nordgriechenland und vor allem auf der touristischen Halbinsel Chalkidiki sowie in einigen Regionen der Insel Kreta. In der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki kam es am Freitagabend zu Auseinandersetzungen zwischen streikenden Lastwagenbesitzern und der Polizei. Mindestens zwei Menschen wurden verletzt.
„Auf dem Höhepunkt der Urlaubssaison“
Vor allem die griechische Tourismusbranche leidet unter dem Streik. Der Präsident der griechischen Handelskammer, Vassilis Korkidis, sagte dem Fernsehsender Net, der seit vergangenem Sonntag andauernde Streik treffe das Land „auf dem Höhepunkt der Urlaubssaison“. „Wir haben nun eine ganze Woche verloren“, sagte Korkidis.
Laut Medienberichten mussten bereits Hunderte Urlauber ihre Mietautos einfach stehen lassen, weil ihnen der Treibstoff ausging. Zehntausende müssen nach Angaben von Tourismusverbänden in Hotels und auf Campingplätzen ausharren, weil die Tankstellen keinen Sprit mehr haben.
Kein Ende des Streiks in Sicht
Hintergrund des Streiks der Tank- und Lastwagenunternehmen ist ein Gesetzentwurf zur Liberalisierung des Berufszweigs. Geplant ist, die Lizenzgebühren drastisch zu senken. Dagegen laufen die Lizenzinhaber Sturm, die seinerzeit hohe Gebühren in Kauf nehmen mussten. Je nach Größe des Wagens kosteten Lizenzen bisher bis zu 300.000 Euro.
Das geplante Gesetz ist Teil der Abmachung zwischen Griechenland und der Europäischen Union sowie dem Internationalen Währungsfonds (IWF). IWF und EU hatten die Pleite des Landes mit einem milliardenschweren Rettungspaket abgewendet.
Links:
- Transport- und Infrastrukturministerium
- Greek National Tourist Agency
- Griechische Armee
- Griechischer Premierminister
Publiziert am 01.08.2010