Sarkozy will Kriminellen Staatsbürgerschaft entziehen
Nach den jüngsten gewalttätigen Ausschreitungen in der südostfranzösischen Stadt Grenoble hat Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy eine Verschärfung der strafrechtlichen Sanktionen angekündigt. Insbesondere soll jeder Franzose fremder Abstammung die Staatsbürgerschaft verlieren, wenn er einen Polizisten oder Gendarmen lebensbedrohlich verletzt, kündigte Sarkozy gestern in der Polizeipräfektur in Grenoble an, in die er sich anlässlich der Einsetzung eines neuen Präfekten begeben hat.
Keine automatische Staatsbürgerschaft mehr
„Die französische Staatsbürgerschaft muss man sich verdienen, und man muss sich ihrer würdig zeigen“, sagte Sarkozy und fügte hinzu, dass minderjährige Verbrecher nicht mehr automatisch bei Erreichung der Volljährigkeit französische Staatsbürger werden sollen.
Überdies sollen die verschärften Sanktionen, die bisher für Wiederholungstäter vorgesehen waren, ab September auf alle Formen der Gewalttätigkeit gegenüber Vertretern der Sicherheitskräfte ausgedehnt werden, kündigte der konservative Politiker an. Vorgesehen ist auch eine erweiterte Anwendung des elektronischen Armbands zur Kontrolle jener Personen, die nicht eingesperrt werden können.
In Grenoble war es zu Unruhen gekommen, nachdem die Sicherheitsbeamten am 16. Juli einen Mann erschossen hatten, der sich nach dem Überfall auf ein Casino auf der Flucht befand. Drei Tage und Nächte wurden im Viertel La Villeneuve, aus dem der Räuber stammte, Autos in Brand gesteckt und Pistolenschüsse auf Polizisten abgefeuert. Im Anschluss daran beschloss Sarkozy die Amtsenthebung des Präfekten Albert Dupuy.
Publiziert am 30.07.2010