„Ruby“-Prozess: Sechs Jahre Haft für Berlusconi gefordert
Die Mailänder Staatsanwältin Ilda Boccassini hat heute im Rahmen des „Ruby“-Prozesses gegen Silvio Berlusconi eine sechsjährige Haftstrafe für den Medienzar gefordert. Sie verlangte auch einen lebenslangen Ausschluss des 76-Jährigen aus allen öffentlichen Ämter.
Berlusconi sei für Amtsmissbrauch und Sex mit der minderjährigen Marokkanerin Karima El Marough alias „Ruby Herzensbrecherin“ im Jahr 2010 verantwortlich, so Boccassini. Es sei unbestreitbar, dass Berlusconi die damals 17-jährige „Ruby“ für Sex mit ihm bezahlt habe.
Die Staatsanwaltschaft wirft Berlusconi Amtsmissbrauch vor, weil er „Ruby“ im Frühjahr 2010 mit einem Anruf in Mailand vor Schwierigkeiten mit der Justiz bewahren wollte, nachdem die junge Frau wegen Diebstahls angezeigt worden war. Berlusconi gab an, er habe sie für eine Verwandte des damaligen ägyptischen Staatspräsidenten Hosni Mubarak gehalten und diplomatische internationale Verwicklungen vermeiden wollen.