Geheimraumschiff der US-Luftwaffe in Kalifornien gelandet

Ein geheimnisvolles Raumschiff des US-Militärs ist nach einem Marathonflug im All auf die Erde zurückgekehrt. Nach mehr als 15 Monaten sei der Orbiter mit dem Codenamen „X-37B“ („OTV-2“) gestern auf dem Weltraumbahnhof Vandenberg in Kalifornien gelandet, teilte die amerikanische Luftwaffe im Internet mit. Das unbemannte „Space Plane“ war am 5. März 2011 mit unbekanntem Ziel und Gepäck mit Atlas-V-Rakete von Florida aus ins Weltall geschossen worden.

„Experimente im All“

Es handelte sich nach offiziellen Angaben um den zweiten Test. Mit 469 Tagen dauerte er mehr als doppelt so lang wie der Jungfernflug eines Schwesterschiffes („OTV-1“), der am 3. Dezember 2010 nach 224 Tagen zu Ende gegangen war. Es seien Experimente im All durchgeführt worden, hieß es in der Aussendung, die alle näheren Details offen lässt. In diesem Herbst soll die „OTV-1“-Version erneut zu einem Flug aufbrechen.

Unklar ist, welche künftigen Aufgaben die Militärs für das Miniraumschiff ins Auge fassen. Das geheime Programm der Luftwaffe hat deshalb bereits zu Spekulationen und Kritik geführt. Beim ersten „Space Plane“-Start hatte Russland den USA vorgeworfen, den Weltraum militarisieren zu wollen, was Washington aber zurückwies. Die Luftwaffe beharrt darauf, dass der Kern der Mission lediglich Tests für neue Technologien etwa für die Navigation seien. Auch der Entwickler Boeing machte keine näheren Angaben.