Letzte Meldung

Inland

Iranischer Präsident Rouhani kommt nach Wien

Der iranische Präsident Hassan Rouhani kommt am 4. Juli zu einem offiziellen Besuch nach Wien. Das teilte die Präsidentschaftskanzlei heute in einer Aussendung mit.

Im Zentrum der Visite werde der Atomdeal mit dem Iran stehen, der nach dem Ausstieg der USA auf der Kippe steht. Rouhani werde Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) treffen.

Wie aus Diplomatenkreisen verlautete, wird Rouhani im Vorfeld auch die Schweiz besuchen. In den beiden UNO-Sitz-Staaten Schweiz und Österreich hatten die Verhandlungen über den Atomdeal stattgefunden. Es gehe darum, „die Bemühungen der EU um eine Bewahrung des Atomabkommens mit dem Iran zu unterstützen“, verlautete aus der Präsidentschaftskanzlei.

Asyl: Senegal und Sri Lanka werden sichere Herkunftsländer

Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) weitet die Liste sicherer Herkunftsstaaten neuerlich aus: Auch für Asylwerber aus Senegal und Sri Lanka sollen beschleunigte Verfahren geführt werden können, sieht die Verordnung vor, die am Mittwoch vom Ministerrat abgesegnet werden soll.

Wird ein Staat zum sicheren Herkunftsland erklärt, kann das Verfahren einfacher und damit auch schneller durchgeführt werden - wobei allerdings das Prinzip der Einzelfallprüfung auch für Asylwerber aus diesen Ländern gilt.

Als sichere Herkunftsstaaten gelten bisher alle EU-Mitglieder, Australien, Island, Kanada, Liechtenstein, Neuseeland, Norwegen, die Schweiz, Bosnien und Herzegowina, das Kosovo, die Mongolei, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Albanien, Ghana, Marokko, Algerien, Tunesien und Georgien, seit heuer auch Armenien, die Ukraine und Benin und künftig eben Senegal und Sri Lanka.

Ausland

Migration: Melania Trump gegen Trennung Kinder - Eltern

In der Diskussion über Familientrennung bei illegal Eingewanderten hat sich Amerikas First Lady Melania Trump entschieden gegen die unter ihrem Mann, Präsident Donald Trump, verhängte gängige Praxis der Einwanderungsbehörden ausgesprochen.

Sie „hasse es, Kinder von ihren Familien getrennt zu sehen, und hoffe, dass sich die beiden Lager (im Kongress) bald einigen“, hieß es aus ihrem Pressebüro im Weißen Haus.

Melania Trump widersprach damit ihrem Mann, gab aber zugleich beiden Parteien im Kongress die Schuld. Dort entzweit die Flüchtlings- und Migrationspolitik seit Jahren die Politiker.

Das US-Innenministerium hatte am Freitag mitgeteilt, dass die US-Behörden seit Mitte April 2.000 Kinder, die einen illegalen Grenzübertritt in die USA versucht hatten, von ihren Eltern getrennt haben. Es sei eine gängige Norm in der Strafverfolgung, dass Kinder nicht gemeinsam mit ihren Eltern inhaftiert würden. Sie würden in speziellen Einrichtungen oder bei Pflegefamilien untergebracht. Allerdings würden Säuglinge nicht von ihren Müttern getrennt.

Für Trump ein Faustpfand in Verhandlungen

Die Trump-Regierung hatte im Frühjahr damit begonnen, ihre „Null Toleranz“-Poltik gegenüber illegal Einwandernden an der Südgrenze zu Mexiko durchzusetzen. Am Wochenende gab es etwa in El Paso an der Grenze Demonstrationen - auch von demokratischen Kongressabgeordneten.

Die Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik ist eines der zentralen Themen im Wahlkampf für die im Herbst stattfindenden Kongresswahlen. Trump gab am Wochenende unumwunden zu, dass die Praxis, die Kinder von ihren Eltern zu trennen, für ihn ein Faustpfand in den Verhandlungen mit den Demokraten über den von ihm gewünschten Ausbau der Grenzmauer ist.

UNO: „Genehmigter Kindesmissbrauch“

Der Menschenrechtskommissar der Vereinten Nationen (UNO), Seid Raad al-Hussein, kritisierte die Trennung von Familien als „skrupellos“. Schon der Gedanke, dass ein Staat versuche, Eltern abzuschrecken, indem er ihre Kinder einem solchen „Missbrauch“ aussetze, sei skrupellos.

Hussein sprach unter Berufung auf den Verband der Kinderärzte in den USA von einem „von der Regierung genehmigten Kindesmissbrauch“, der „irreparable Schäden“ und „lebenslange Konsequenzen“ zur Folge haben könne. Er forderte die US-Regierung auf, die „gewaltsame Trennung“ der Kinder von ihren Eltern „sofort“ zu beenden und die UNO-Kinderrechtskonvention zu ratifizieren.

Türkei-Wahl: 42 Prozent Beteiligung in Österreich

Vor dem Ende der Türkei-Wahl in Österreich und Deutschland hat die zunächst schwache Beteiligung zugelegt. In Österreich lag sie bis gestern mit rund 42,4 Prozent sogar etwas über der in Deutschland, wo bisher rund 40,7 Prozent der Wahlberechtigten wählten.

Abstimmung in Konsulaten bis morgen

In den Konsulaten in Wien, Salzburg und Bregenz sowie an den Grenzübergängen zur Türkei stimmten bis Sonntag 45.211 der 106.657 in Österreich registrierten Wahlberechtigten ab. Die Abstimmung in den beiden Ländern begann am 7. Juni und dauert noch bis morgen. An Grenzübergängen zur Türkei kann bis zum eigentlichen Wahltag am 24. Juni gewählt werden.

In Deutschland beteiligten sich bis einschließlich Sonntag 588.209 der registrierten 1.443.585 Wahlberechtigten an den türkischen Parlaments- und Präsidentenwahlen.

Fünf Prozent aller Wähler im Ausland

Die gut drei Millionen stimmberechtigten Auslandstürken stellen mehr als fünf Prozent aller türkischen Wähler. Die größte Gruppe lebt in Deutschland. Bei einem knappen Ergebnis könnten Stimmen aus dem Ausland entscheidend sein.

36.383 der 98.929 in der Schweiz registrierten Wähler gaben bisher ihre Stimme ab, was einer Quote von rund 36,8 Prozent entspricht. In den Konsulaten in Zürich, Bern und Genf begann die Wahl allerdings später als in Deutschland und Österreich.

Insgesamt kann außerhalb der Türkei in 60 Ländern gewählt werden. In den meisten Staaten begann die Wahl später als in Österreich. Am türkischen Verfassungsreferendum im April vergangenen Jahres hatten sich 50,59 Prozent der in Österreich registrierten türkischen Wähler beteiligt. In Deutschland waren es 48,73 Prozent.

Mazedonien: Ausschreitungen bei Demos

Bei gewaltsamen Demonstrationen in der mazedonischen Hauptstadt Skopje gegen die mit Griechenland getroffene Vereinbarung zur Änderung des Landesnahmens sind in der Nacht mehrere Menschen verletzt worden. Nach ersten Medienberichten mussten sieben Polizisten und mindestens drei Demonstranten zur Behandlung ins Krankenhaus. Mindestens elf Demonstranten wurden festgenommen.

Die Polizei setzte Tränengas und Blendgranaten ein, um die gewaltsamen Proteste vor dem Parlamentsgebäude aufzulösen. Die Demonstranten hatten zuvor die Absperrgitter durchbrochen und Steine und Knallkörper auf die Sicherheitskräfte geworfen. „Die Stadtmitte sieht aus wie ein kleines Beirut“, berichtete der Fernsehkanal 1TV, der einen verletzten Kameramann beklagte.

Demonstrant auf einem Polizeifahrzeug

AP/Boris Grdanoski

Proteste gegen Einigung bei Namen

Die Proteste richteten sich gegen die Vereinbarung zwischen Skopje und Athen, mit der der jahrelange Streit der Nachbarn über den Staatsnamen Mazedonien beigelegt werden soll. Danach soll sich die ehemalige jugoslawische Teilrepublik künftig Nordmazedonien nennen. Als Gegenleistung will Athen den Weg des Landes zur NATO und in die EU nicht länger blockieren. Das Abkommen war gestern von den Außenministern der beiden Länder in der Grenzregion des Prespa-Sees unterzeichnet worden.

Hunderte griechische und mazedonische Nationalisten demonstrierten auf beiden Seiten der Grenze, während das Abkommen unterzeichnet wurde. Am Vorabend hatte die Polizei vor dem Athener Parlament Pfefferspray eingesetzt, um einige Dutzend Demonstranten daran zu hindern, ins Parlamentsgebäude zu gelangen.

Bis zur vollen Umsetzung des Abkommens sind mehrere Schritte vorgesehen. In den kommenden Wochen muss zunächst das Parlament in Skopje die Vereinbarung billigen. Im Herbst werden dann die Mazedonier in einer Volksabstimmung das letzte Wort haben.

Neue Scharmützel zwischen Hamas und Israel

Nach palästinensischen Angriffen mit Branddrachen hat die israelische Luftwaffe Ziele im Gazastreifen bombardiert. Kampfjets hätten neun Ziele in zwei militärischen Einrichtungen und einem Waffenlager der radikalislamischen Hamas im nördlichen Teil des Palästinensergebiets angegriffen, teilte die Armee heute mit. Militante Palästinenser wiederum feuerten in der Nacht drei Raketen auf Israel ab.

Es handle sich bei den Luftangriffen um eine Reaktion auf mehrere Attacken militanter Palästinenser im Gazastreifen mit brennenden Lenkdrachen, hieß es von Israels Militär. Die Drachen, an denen brennende Stofffetzen oder Sprengsätze befestigt werden, hatten in den vergangenen Tagen und Wochen Brände im israelischen Grenzgebiet ausgelöst und teils landwirtschaftlich genutzte Flächen zerstört.

Seit Ende März sind bei Massenprotesten und Konfrontationen an der Gaza-Grenze nach palästinensischen Angaben rund 130 Menschen von israelischen Soldaten getötet worden. Tausende weitere Palästinenser wurden verletzt.

Forderung nach Rückkehrrecht

Die Palästinenser fordern bei den Protesten eine Aufhebung der Blockade des Gazastreifens sowie ein Recht auf Rückkehr in das heutige israelische Staatsgebiet. Sie beziehen sich damit auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948. Israel lehnt eine Rückkehr von Palästinensern in sein Gebiet ab.

Die USA, Israel und die EU stufen die im Gazastreifen herrschende Hamas als Terrororganisation ein. Sie strebt eine Zerstörung Israels an und fordert die gewaltsame Errichtung eines islamischen Palästinas vom Mittelmeer bis zum Jordan.

Russische Hooligans unter Beobachtung

Die russischen Hooligans sind rassistisch, international vernetzt und extrem gewaltbereit. Letzteres haben sie bei der Fußballeuropameisterschaft 2016 auf schockierende Weise unter Beweis gestellt. In einer stundenlangen Straßenschlacht mit Tausenden Engländern verwüsteten russische Hooligans die Innenstadt Marseilles.

Seit damals hat sich die Gruppe weiter radikalisiert: Es gibt enge Kontakte zur Neonazi- und zur Kampfsportszene. Deswegen setzen die russischen Behörden alles daran, die Hooligans von der aktuellen Fußballweltmeisterschaft fern zu halten. Heute, beim Turnierdebüt der Engländer, steht diese Strategie erstmals auf dem Prüfstand.

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Angelina Jolie wirbt in Nordirak für Konfliktprävention

Hollywood-Star Angelina Jolie hat beim Besuch eines Flüchtlingslagers im Nordirak für eine stärkere Konfliktprävention geworben. Anlässlich des bevorstehenden Weltflüchtlingstages am Mittwoch äußerte die Schauspielerin gestern die Hoffnung auf die „Kraft für eine neue Ära der Konfliktprävention und der Verringerung der Instabilität“.

Angelina Jolie mit irakischen Flüchtlingen in Mossul

APA/AFP/Andrew Mcconnell

Das sei besser, als immer nur die Folgen von Konflikten bewältigen zu müssen, sagte die Sonderbotschafterin des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR). Es war bereits Jolies dritter Besuch in dem Flüchtlingslager Domis im nordirakischen Kurdengebiet nach 2012 und 2016. In dem seit 2011 bestehenden Lager leben 40.000 syrische Bürgerkriegsflüchtlinge.

Besuch auch in Mossul

Die Sonderbotschafterin beklagte die zu geringen Geldzahlungen der internationalen Gemeinschaft an das UNHCR. „Wenn es nicht einmal ein Minimum an Hilfe gibt, können die Flüchtlingsfamilien keine angemessene medizinische Behandlung bekommen, werden Frauen und Mädchen hilflos drohender sexueller Gewalt ausgesetzt, können viele Kinder nicht zur Schule gehen, und wir vergeuden die Chance, in Flüchtlinge zu investieren, damit sie sich qualifizieren und so ihrer Familie helfen können“, sagte Jolie.

Gestern besuchte Jolie die irakische Stadt Mossul, ehemalige Hochburg der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Sie besichtigte die weitgehend zerstörte Altstadt, traf Vertriebene und führte Gespräche über den Wiederaufbau. „Das sind die schlimmsten Zerstörungen, die ich gesehen habe, seitdem ich mit dem UNHCR zusammenarbeite. Die Menschen haben alles verloren, ihre Häuser wurden zerstört, sie sind bettelarm“, sagte sie.

Sport

Brasilien klagt über zu viel Druck bei Fußball-WM

Der Reigen an Überraschungen ist bei der WM-Endrunde in Russland weitergegangen. Auch Favorit Brasilien blieb gestern beim Turnierauftakt hinter den Erwartungen und kam gegen die Schweiz nur zu einem Unentschieden.

Teamchef Tite führte das vor allem auf den Druck zurück, dem seine Mannschaft als Titelfavorit vor dem ersten Auftritt ausgesetzt gewesen sei. „Sogar der Trainer war nervös“, sagte Tite. Superstar Neymar dagegen beschwerte sich über die harte Gangart der Schweizer, die den Ball nach dem Achtungserfolg flach hielten.

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Schweiz vermasselt Brasilien WM-Auftakt

Fußball-WM-Favorit Brasilien ist gestern enttäuschend in die Endrunde 2018 in Russland gestartet. Der fünffache Weltmeister musste sich in der Rostow Arena mit einem Remis gegen die Schweiz begnügen. Dabei hatte Philippe Coutinho die überlegenen Brasilianer mit einem sehenswerten Treffer vermeintlich auf die Siegerstraße gebracht, ehe Steven Zuber nach Seitenwechsel zum umjubelten Ausgleich traf. Ein zweites Tor sollte der „Selecao“ in der Folge trotz rollender Angriffe und Topchancen nicht mehr gelingen.

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Wirtschaft

Österreich bei offenen Stellen auf Platz fünf in EU

Österreich ist im ersten Quartal 2018 bei der Quote der offenen Stellen mit 2,8 Prozent auf Rang fünf in der EU gelegen. Der EU-Durchschnitt lag bei 2,2 Prozent, die Euro-Zone kam auf 2,1 Prozent. Spitzenreiter war laut Eurostat-Daten von heute neuerlich Tschechien (4,8 Prozent). Die niedrigste Quote wies abermals Griechenland (0,7 Prozent) auf.

Insgesamt handelt es sich um die höchste Rate an freien Arbeitsplätzen in der EU seit mehr als zehn Jahren. Während der Finanzkrise hatte die Quote im zweiten und dritten Quartal 2009 mit je 1,1 Prozent im EU-Durchschnitt einen Tiefstwert erreicht. Auch in der Euro-Zone lief die Entwicklung parallel. 2009 gab es im zweiten und dritten Quartal mit je einem Prozent den Tiefpunkt.

Belgien auf Platz zwei

Hinter Tschechien rangierten Belgien (3,5 Prozent), Deutschland und Schweden (je 2,9 Prozent), Österreich und die Niederlande (je 2,8 Prozent).

Dann folgen Finnland (2,7 Prozent), Slowenien (2,6 Prozent), Großbritannien und Ungarn (je 2,5 Prozent), Lettland (2,3 Prozent), Kroatien (2,1 Prozent), Dänemark und Malta (je 1,9 Prozent), Estland (1,8 Prozent), Litauen (1,6 Prozent), Luxemburg (1,5 Prozent), Frankreich, Italien, Polen, Rumänien, die Slowakei und Zypern (je 1,2 Prozent), Bulgarien und Irland (1,0 Prozent), Portugal und Spanien (je 0,9 Prozent) sowie Griechenland (0,7 Prozent).

Magna will künftig in China Autos bauen

Magna, kanadischer Autozulieferer mit Standort in Österreich, baut künftig Autos in China und entwickelt dort Elektroautos. Bisher hat Magna nur in Graz ganze Fahrzeuge gebaut. Dazu seien zwei Joint Ventures mit der Beijing Electric Vehicle Co geplant, teilte Magna heute mit. Der Produktionsstandort soll eine Kapazität von bis zu 180.000 Fahrzeugen pro Jahr haben.

Wie in Österreich ist die Auftragsfertigung für andere Hersteller geplant. Die Joint Ventures zur Fahrzeugentwicklung und -fertigung sollen eine bestehende Produktionsstätte in Zhenjiang in der Provinz Jiangsu übernehmen. Die ersten Serienfahrzeuge sollen 2020 vom Band laufen.

„Diese Joint-Venture-Aktivitäten sind ein historischer Meilenstein für Magna. Zum ersten Mal werden wir unseren Kunden Fahrzeuge zur Verfügung stellen, die außerhalb unserer Gesamtfahrzeugproduktion in Graz entwickelt und gebaut werden“, sagte Don Walker, CEO von Magna International, laut Aussendung.

Chronik

Mordprozess um Millionenerben Krenn in Salzburg

Mit neuen Ermittlungsergebnissen wird heute in Salzburg der Mordprozess um den Tod des Millionenerben Roland Krenn fortgesetzt. Ein Innviertler Wirt, ein Flachgauer Musiker und dessen Ex-Freundin sind als Mörder angeklagt. Sie bestreiten die Vorwürfe.

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Ein Mörder, der einen anderen Mörder ermordet hat, muss sich ab heute in Graz vor einem Geschworenengericht verantworten. Täter und Opfer stammen aus Kärnten. Der 33-Jährige hatte den 34-jährigen Mithäftling mit einem Tischbein erschlagen.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Eine 39-jährige Frau ist angeklagt, im Juli des Vorjahres auf der Donauinsel (Wien) ihren Freund mit einer Bierflasche ermordet zu haben. Sie beschuldigt ihren Ex-Partner. Heute sollen drei Zeugen am Straflandesgericht Wien aussagen.

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Van raste in Niederlanden in Konzertbesucher - ein Toter

In den Niederlanden ist ein Lieferwagen in eine Gruppe von Fußgängern gefahren und hat dabei einen Menschen getötet. Drei weitere Menschen wurden bei dem Vorfall beim Pinkpop-Festival in Landgraaf nahe der deutschen Grenze schwer verletzt, wie die niederländische Polizei heute mitteilte. Der Fahrer des Lieferwagens flüchtete und wird gesucht.

Der Lieferwagen hatte die Fußgänger den Angaben zufolge heute Früh auf einer Straße in der Nähe eines zum Festival gehörenden Campingplatzes überfahren. Ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. Die Straße wurde von der Polizei für die Ermittlungen gesperrt.

Zum Pinkpop-Festival, bei dem unter anderem Pearl Jam, die Foo Fighters und Bruno Mars spielten, kamen nach Angaben der Veranstalter am Freitag, Samstag und gestern jeweils 67.000 Besucher.

Schweres Erdbeben in Japan - drei Tote

Bei einem starken Erdbeben im Westen Japans sind heute mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 61 Menschen im Raum der Millionenstadt Osaka hätten Verletzungen erlitten, berichtete der japanische Fernsehsender NHK.

Ein neun Jahre altes Mädchen starb, als eine Wand in einem Swimmingpool einstürzte. Die meteorologische Behörde gab die Stärke des Bebens mit 6,1 an, zunächst war sie auf 5,9 geschätzt worden. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sagte Journalisten, die Priorität der Regierung bestehe darin, „Menschenleben zu retten“. Er habe seine Mitarbeiter angewiesen, „schnell Informationen über Schäden zu sammeln, größte Bemühungen bei der Rettung von Leben zu unternehmen und die Öffentlichkeit schnell und angemessen zu informieren“.

Behörde: Keine Probleme in AKWs

Die Atomregulierungsbehörde sagte, nach dem Beben keine Unregelmäßigkeiten in ihren Einrichtungen festgestellt zu haben. In Tausenden Häusern fiel der Strom aus, zudem wurde in einigen Gegenden der Zugsbetrieb während des morgendlichen Berufsverkehrs unterbrochen.

Schwager des spanischen Königs Felipe VI. tritt Haft an

Der Schwager des spanischen Königs Felipe VI. hat heute seine Gefängnisstrafe wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder angetreten. Der Ehemann von Infantin Cristina betrat in der Früh das Gefängnis von Brieva nördlich von Madrid, wie ein Strafvollzugssprecher sagte.

Inaki Urdangarin

Reuters/Enrique Calvo

Der Oberste Gerichtshof hatte am Dienstag Inaki Urdangarins Berufung zurückgewiesen und ihn zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt.

Spendengelder veruntreut

Urdangarin und ein früherer Geschäftspartner hatten zwischen 2004 und 2006 sechs Millionen Euro, die als Spendengelder für die Wohltätigkeitsorganisation Noos bestimmt waren, veruntreut. Als die Affäre Ende 2011 öffentlich wurde, durchlebte Spanien gerade seine schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Das Land stand unter Schock, das Vertrauen in das Königshaus sank rapide.

Im Juni 2014 schließlich dankte König Juan Carlos im Alter von 76 Jahren zugunsten seines Sohns Felipe VI. ab, um eine Erneuerung der Monarchie zu ermöglichen. Seit der Aufdeckung des Skandals spielen Urdangarín und die einstmals beliebte Infantin Cristina keine öffentliche Rolle mehr. Auch der Krönung Felipes blieben beide fern. Das Paar zog mit seinen vier Kindern in die Schweiz.

Österreicher brach Stück von Kolosseum ab

Ein 17-jähriger Österreicher ist gestern von den Carabinieri in Rom angezeigt worden, nachdem er ein Fragment aus der externen Kolonnade des Kolosseums abgebrochen hatte. Der Tourist wurde von den Polizisten erwischt, die bei einer Kontrolle um das Amphitheater unterwegs waren, berichteten italienische Medien.

Der Tourist, der die Carabinieri nicht bemerkt hatte, versuchte, das abgebrochene Fragment in seinem Rucksack zu verstecken. Er wurde angezeigt. Über die genaue Herkunft des Österreichers gab es keine Angaben.

IT

Copyrightrichtlinie: Abstimmungskrimi in EU-Parlament

Am Mittwoch stimmt der Justizausschuss des EU-Parlaments über die Copyrightrichtlinie ab. Wie umstritten diese Richtlinie ist, zeigt das projektierte Stimmverhalten im Ausschuss: Es wird um plus/minus eine Stimme gehen. Zum Zünglein an der Waage werden die kleinen Rechtsfraktionen ENF und EFFD, die hier offenbar auf konträren Positionen stehen. Der Richtlinientext selbst hat mittlerweile absurde Züge angenommen.

Seit breiter bekanntwurde, dass auch die beliebten Memes unter die Restriktionen fallen, ist ein Proteststurm ausgebrochen, die EU-Parlamentarier werden seitdem mit E-Mails eingedeckt. Am Mittwoch hatte sich sogar der UNO-Berichterstatter mit Mahnungen vor einem EU-weiten Zensurregime durch die geplanten Upload-Filter zu Wort gemeldet. Zugleich hatten von Vint Cerf bis Jimmy Wales 70 Internetpioniere in einem offenen Brief vor einer „Zerstörung des Internets“ gewarnt.

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Kultur

„Figaro“-Manuskript aus Mozarts Feder unter dem Hammer

In Paris wird am Mittwoch das Manuskript einer Szene aus „Le Nozze di Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozart versteigert, dessen Schätzwert sich auf eine halbe Million Euro beläuft. Das Werk stammt aus der Sammlung der Firma Aristophil.

Bei den vier Seiten handelt es sich um die frühe Version einer Szene aus dem letzten Akt der 1786 erschienen Oper des Komponisten. Unter dem Titel „Scena con Rondo“ zeige sich ein Mozart bei der Arbeit, der noch reflektiere und nach der Richtung für eine Szene suche, so der Experte Thierry Bodin.

Konkret handelt es sich um eine Szene mit Figaros Verlobter Susanna, die als begleitetes Rezitativ gestaltet ist, auf die ein Rondo folgt. Daneben kommt auch das Fragment einer Serenade des jungen Mozart unter den Hammer. Komponiert im Wien des Jahres 1773, wird das Schriftstück auf bis zu 150.000 Euro geschätzt.

Science

100 Jahre Höhlenforschung: Im Schatten der „Bärenhöhle“

Seit 100 Jahren gibt es in Österreich staatliche Höhlenforschung, über 15.000 Höhlen bieten reichhaltiges Anschauungsmaterial. Doch die Geschichte der Zunft ist auch geprägt von Nationalismus und Antisemitismus. Ein Beispiel betrifft die „Bärenhöhle“: ein akademischer Geheimbund, der es sich in der Zwischenkriegszeit zum Ziel gesetzt hatte, jüdische und linke Wissenschaftler von der Universität Wien zu verbannen.

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Religion

Chile: Papst bittet wegen Missbrauchs um Verzeihung

Papst Franziskus hat die Gläubigen einer Gemeinde in Chile wegen „Verletzungen und tiefer Beleidigungen“ in Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal um Verzeihung gebeten.
„Papst Franziskus hat mich beauftragt, jeden der Gläubigen der Diözese von Osorno und alle Bewohner dieses Gebiets um Verzeihung zu bitten“, sagte der Papst-Gesandte Charles Scicluna gestern.

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Panorama

Mann mit Ticketchip unter der Haut kein Schwarzfahrer

Happy-End für einen Australier, der sich den Chip seiner Zugfahrkarte unter die Haut hatte implantieren lassen: Nach seinem Einspruch gegen ein Gerichtsurteil wegen Schwarzfahrens ist er nun doch freigesprochen worden. Dies sei ein „äußerst ungewöhnlicher“ Fall, sagte die zuständige Richterin dem australischen Sender ABC zufolge heute.

Der 33-jährige Meow-Ludo Disco Gamma Meow-Meow hatte sich dem Bericht zufolge in einem medizinischen Eingriff den Chip seiner Karte für den öffentlichen Verkehr in Sydney unter die Haut setzen lassen. Er konnte damit Bahnfahren, ohne ein Ticket aus der Tasche holen zu müssen.

Keine Geldstrafe für Schwarzfahren

Bei einer Kontrolle legte der Mann deshalb kein Ticket vor und wurde im März zu einer Geldstrafe von umgerechnet rund 140 Euro verurteilt. Außerdem müsse er die Gerichtskosten von rund 640 Euro tragen, urteilten die Richter zunächst.

Nachdem Meow-Meow Einspruch eingelegt hatte, wurde ihm die Geldstrafe nun von einem Gericht in Sydney erlassen - die Verfahrenskosten müsse er dennoch tragen. „Ich werde Geld zahlen müssen, (...) aber ich habe einen moralischen Sieg errungen“, sagte Meow-Meow laut ABC.

Steiermark und Tirol sagen Problempflanzen Kampf an

Eingeschleppte Pflanzen, invasive Neophyten, werden zunehmend zum Problem. Das Land Steiermark arbeitet an einem Monitoring; und bei „Neophyten-Aktionswochen“ soll die Bevölkerung sensibilisiert werden.

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Auch im Zillertal startet heute eine große Neophytensammelaktion. Den eingeschleppten Pflanzen, die einheimische Arten verdrängen und zum Teil auch gesundheitsschädlich sind, wird der Kampf angesagt.

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Leute

Doch keine diplomatische Immunität für Boris Becker

Der deutsche Ex-Tennisstar Boris Becker kann in seinem Insolvenzverfahren einem Bericht zufolge nun wohl doch nicht auf diplomatische Immunität hoffen.

„Boris Becker ist kein offizieller Diplomat der Zentralafrikanischen Republik, um als Diplomat ernannt zu werden, ist neben der Ernennung des Präsidenten auch meine Unterschrift als Außenminister nötig“, sagte der Außenminister der Zentralafrikanische Republik (ZAR), Charles Armel Doubane, der deutschen „Welt“ laut einer Vorabmeldung von heute.

Dokumente „nie unterzeichnet“

Er habe entsprechende Dokumente aber nie unterzeichnet. Der Präsident habe ihn „nie darum gebeten, die entsprechenden Schritte im Falle von Boris Becker einzuleiten“. Doubane bestätigte in dem Gespräch allerdings, dass es ein Treffen zwischen dem Präsidenten der ZAR, Faustin Archange Touadera, und Becker gegeben habe.

Präsidenten der ZAR, Faustin Archange Touadera, und Boris Becker

APA/Starpress/Kay Kirchwitz

Dabei sei es tatsächlich darum gegangen, dass Becker dem Land mit seinen Kontakten im Sportsektor helfen werde. Das habe der „ehemalige Sportstar“ auch bei zwei Gelegenheiten in Paris und Brüssel getan, „aber nicht als offizieller Diplomat“.

ZAR „für Rechtsstaatlichkeit“

„Wir wollen nicht, dass Boris Beckers inoffizielle Position für unser Land mit seinen finanziellen Problemen assoziiert wird“, sagte der Minister. „Wir sagen klar, dass unser Land bei jeglichen rechtlichen Verfahren gegen Boris Becker die Justiz in keinerlei Weise behindern wird.“ Die ZAR trete „für Rechtsstaatlichkeit ein“.

Beckers deutscher Anwalt Oliver Moser hatte Ende vergangener Woche dem SID gesagt, sein Mandant mache im Zuge eines Insolvenzverfahrens in Großbritannien diplomatische Immunität geltend: Er berufe sich dabei auf seine Funktion als Sportsonderattache für die ZAR.