Ausland

Iran kündigt Ausbau von Raketenprogramm an

Der iranische Präsident Hassan Rouhani hat einen Ausbau der militärischen Kapazitäten und des Raketenprogramms seines Landes angekündigt. „Wir werden unsere militärischen Fähigkeiten stärken, die zur Abschreckung notwendig sind“, sagte er heute in einer Fernsehansprache.

„Wir werden nicht nur unsere Raketen, sondern auch unsere Luft-, Land- und Seestreitkräfte stärken“, so der iranische Präsident weiter.

Wenn es um die Verteidigung des Landes gehe, „werden wir niemanden um Erlaubnis fragen“, sagte Rouhani. Er äußerte sich am Jahrestag des Beginns des ersten Golfkrieges zwischen den Nachbarländern Iran und Irak im Jahr 1980.

Reaktion auf Trump-Rede

Der Iran war zu Beginn der Generaldebatte der UNO-Vollversammlung von US-Präsident Donald Trump scharf attackiert worden, der den Iran als destabilisierende Kraft in der Region anprangerte. Zugleich drohte Trump mit einer Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran.

Die US-Regierung fand zumindest partielle Unterstützung durch Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron. Dieser bezeichnete einen möglichen US-Ausstieg aus dem Abkommen zwar als „schweren Fehler“, plädierte vor Journalisten aber dafür, das Abkommen zu ergänzen. Die Vereinbarung sei „gut“, müsse aber durch „zwei oder drei Säulen“ verstärkt werden. Konkret forderte Macron, Einschränkungen für die Entwicklung ballistischer Raketen einzubauen.

Grenzstreit zwischen Slowenien und Kroatien eskaliert

Im Grenzstreit der beiden EU-Mitglieder Slowenien und Kroatien in der nördlichen Adria haben sich die Fronten verhärtet. Sloweniens Regierungschef Miro Cerar sagte ein für die kommende Woche vorgesehenes Treffen zu diesem Thema mit seinem kroatischen Amtskollegen Andrej Plenkovic ab, berichteten Medien heute in Ljubljana.

Plenkovic habe bei der UNO-Vollversammlung in New York erneut den internationalen Schiedsspruch zum Streit zugunsten Sloweniens für null und nichtig erklärt, begründete er seine Absage.

Slowenien will Urteil auch mit Polizeigewalt umsetzen

Das von der EU vermittelte Schiedsgericht hatte Ende Juni Slowenien den größten Teil der seit Jahrzehnten umstrittenen Bucht von Piran auf der Halbinsel Istrien und einen Korridor für den „ungehinderten Zugang“ zu internationalen Gewässern zugesprochen.

Kroatien war allerdings bereit 2015 aus dem Vermittlungsverfahren ausgestiegen, nachdem Slowenien massiv gegen die Regeln des Schiedsgerichts verstoßen hatte. Slowenien will das Urteil bis Ende des Jahres notfalls auch mit Polizeigewalt durchsetzen.

Bangladesch fordert „Sicherheitszonen“ für Rohingya

Die Regierungschefin von Bangladesch, Sheikh Hasina, hat die Einrichtung von „Sicherheitszonen“ für die verfolgte Minderheit der Rohingya in Myanmar gefordert. Diese Gebiete sollten von den Vereinten Nationen kontrolliert werden, sagte Hasina gestern (Ortszeit) vor der UNO-Vollversammlung in New York.

„Diese Menschen müssen in Sicherheit und Würde in ihre Heimat zurückkehren können“, sagte sie über die Hunderttausenden nach Bangladesch geflüchteten Rohingya. Nach Angaben der UNO sind mehr als 420.000 Rohingya vor der Gewalt in Myanmar ins benachbarte Bangladesch geflohen. Hasina sprach sogar von 800.000 Menschen und forderte ein Ende der „ethnischen Säuberungen“ in Myanmar.

Für UNO-Mission

Sie warf der Armee von Myanmar vor, Landminen entlang der Grenze gelegt zu haben, um die Flüchtlinge an der Rückkehr zu hindern. Die UNO müsse unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um eine Lösung für den Konflikt zu finden, sagte die Ministerpräsidentin weiter.

Hasina legte einen Fünfpunkteplan zum Schutz der Rohingya vor, dem zufolge es eine Mission der UNO in Myanmar geben müsse. Auch verlangte sie, dass Myanmar den bisher staatenlosen Rohingya die Staatsangehörigkeit zuerkennen müsse. In ihrer Rede bei der UNO-Generaldebatte bezeichnete Hasina die Rohingya als „hungrig, verzweifelt und hoffnungslos“.

UNO-Sicherheitsrat gegen Kurdenreferendum im Irak

Der UNO-Sicherheitsrat hat sich gegen die Abhaltung des geplanten Unabhängigkeitsreferendums in der autonomen Kurdenregion im Nordirak ausgesprochen. In einer einstimmig verabschiedeten Erklärung drückte das 15-köpfige Gremium gestern (Ortszeit) in New York seine Sorge über die „potenziell destabilisierende“ Wirkung einer solchen Abstimmung aus.

Das Wort Unabhängigkeit wurde in der Erklärung nicht gebraucht. Das für Montag geplante Referendum würde in einer Zeit stattfinden, in der die Einsätze gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) - mit kurdischen Kämpfern in einer wesentlichen Rolle - noch liefen, hieß es weiter. Damit könnte die Abstimmung die Bemühungen unterlaufen, die mehr als drei Millionen Flüchtlinge freiwillig und in Sicherheit in ihre Heimat zurückkehren zu lassen, warnte der Sicherheitsrat.

Breite Front

Auch die USA, die Türkei, der Iran und der Irak selbst haben gewarnt, das Referendum gefährde die hart erkämpften Erfolge gegen den IS. Bereits am Dienstag hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in seiner Rede vor der UNO den irakischen Kurden mit Konsequenzen gedroht, sollten sie das Referendum nicht stoppen.

Der Oberste Gerichtshof des Irak ordnete die Aussetzung des Unabhängigkeitsreferendums an, das vom Parlament der Kurdenregion gegen den Willen der irakischen Zentralregierung angesetzt worden war.

Druck auf Barsani

Die kurdische Regionalregierung streitet seit langer Zeit mit Bagdad über Ölexporte, Budgetzahlungen und die Kontrolle über ethnisch geteilte Gebiete. Das Referendum ist rechtlich nicht bindend, und eine Mehrheit für die Unabhängigkeit würde nicht automatisch zur Abspaltung der nordirakischen Kurdenregion führen, die seit 1991 über weitreichende Autonomie verfügt.

Es würde aber die Verhandlungsposition von Kurdenpräsident Massud Barsani gegenüber der Zentralregierung in Bagdad sowie seine Stellung gegenüber seinen Rivalen stärken. Die USA und andere Staaten hatten Barsani gestern einen Vorschlag zur Verschiebung des Volksentscheids unterbreitet. Barsani lehnt eine Verschiebung des Referendums ab, will sich aber „rasch“ zu dem Vorschlag äußern.

„Brexit“: May spricht auch über Rechte von EU-Ausländern

Die britische Premierministerin Theresa May wird sich heute in ihrer Grundsatzrede in Florenz auch zu einer Übergangsphase nach dem „Brexit“ und zu den Rechten von EU-Ausländern äußern. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die die Regierung gestern am späten Abend in London veröffentlichte. „Großbritanniens Zukunft ist glänzend“, wird die Regierungschefin darin zitiert.

May will sich am Nachmittag in der italienischen Stadt zum Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union äußern. Die Verhandlungen zwischen Brüssel und London sind bisher sehr zäh verlaufen. Die Gespräche sollen am Montag fortgesetzt werden. Großbritannien will die Staatengemeinschaft Ende März 2019 verlassen.

„Beginn einer neuen Partnerschaft“

Ein erfolgreiches Abkommen sei im Interesse beider Seiten, so May. „Wenn dieses Kapitel unserer europäischen Geschichte geschrieben ist, (...) dann wird es nicht als Ende einer Beziehung in Erinnerung bleiben, sondern als Beginn einer neuen Partnerschaft.“ Konkrete Inhalte stehen allerdings nicht in der Mitteilung.

Medienberichten zufolge könnte May ein Angebot im Streit über die Abschlussrechnung auf den Tisch legen. Die Rede ist von 20 Milliarden Euro. Das wäre allerdings deutlich weniger, als von der EU voraussichtlich gefordert wird. Experten rechnen mit 60 bis 100 Milliarden Euro, die London der Europäischen Union schulde.

Unklar ist, mit welchen Bedingungen May ein solches Angebot verknüpfen könnte. Spekuliert wird, dass sie vielleicht eine zweijährige Übergangsphase nach dem „Brexit“ vorschlägt, in der Großbritannien weiter Zugang zum gemeinsamen Binnenmarkt hätte. 20 Milliarden Euro entsprechen ungefähr dem EU-Mitgliedsbeitrag des Landes für zwei Jahre.

Jordanien beklagt mangelnde Flüchtlingshilfe

Der jordanische Kronprinz Hussein bin Abdullah hat die seiner Ansicht nach zu geringe Flüchtlingshilfe anderer Länder beklagt. „Wie kann es sein, dass ein Land wie Jordanien Millionen verzweifelten Menschen ein bescheidenes Zuhause gibt, während reichere Länder rund um die Welt herumstreiten, Tausende anzunehmen?“, sagte Abdullah gestern in einer Rede bei der UNO-Generaldebatte in New York. Die Welt müsse eine Entscheidung treffen.

Dem UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) zufolge haben Jordanien und der Libanon pro Kopf die meisten Flüchtlinge aufgenommen. Mitte 2016 lebten in dem Nachbarland Syriens fast 692.000 Flüchtlinge.

Die Weltgemeinschaft habe vergangenes Jahr nahezu 1,7 Billionen Dollar (1,4 Billionen Euro) für Rüstung ausgegeben, den UNO-Appell für die Hilfe für syrische Flüchtlinge und deren Gastgeberländer wie Jordanien aber um 1,7 Milliarden Dollar (1,4 Mrd Euro) verfehlt. „Wie kann es sein, dass ein so kleines Land wie unseres angesichts solch niederschmetternden Elends kämpft, nur um gesagt zu bekommen, dass seine Freunde an Spendenmüdigkeit leiden?“, fragte Abdullah.

Inland

SPÖ plakatiert Kern mit Kindern

Bei der dritten von vier SPÖ-Plakatwellen geht es um Kinder. Thematisiert werden soll die Zukunft des Landes. Nach „Holen Sie sich, was Ihnen zusteht“ heißt es auf den Plakaten nun „Zukunft“ und „Veränderung mit Verantwortung“. Zur Präsentation heute Vormittag kamen Kanzler Christian Kern und Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler (beide SPÖ) mit fremden Kindern auf dem Arm.

Bundeskanzler Kern enthüllt ein neues Wahlplakat der SPÖ

APA/AFP/Joe Klamar

„Wenn Sie glauben, das war jetzt gestellt, dem ist nicht so. Ich habe jetzt viele neue Freunde“, so Kern vor Journalisten und Fotografen im Wiener Rathauspark. Am Ende der Plakatpräsentation setzte Kern das Mädchen im Kindergartenalter sogar auf seine Schultern.

Im Kreisky-Zimmer des Bundeskanzleramtes

Auf dem einen Plakat sitzt ein leger gekleideter Kern mit einem Zunge zeigenden Kind auf dem Schreibtisch im Kreisky-Zimmer des Bundeskanzleramts. Das zweite Sujet zeigt Kern mit vier Kindern fußballspielend auf dem Heldenplatz. Affichiert werden die Plakate nächste Woche.

„Es geht um die Zukunft, es geht um unsere Kinder und so sind auch unsere Plakate gestaltet“, erklärte Niedermühlbichler. Vor dem Wort „Zukunft“ in der Mitte des Plakats findet sich ein angekreuztes Kreuzerl.

Kooperation mit BMI: FH Wr. Neustadt weist Vorwurf zurück

Die Fachhochschule Wiener Neustadt hat den Vorwurf der Aufnahme von Bewerbern in bestimmte Studiengänge nach politischer Zugehörigkeit zurückgewiesen. In einer Stellungnahme hieß es: „Der FH Wiener Neustadt ist kein Fall bekannt, wo eine Aufnahme in einen Studiengang nicht nach objektiven Kriterien erfolgt wäre.“

Ein mehrstufiges, großteils anonymisiertes Auswahlverfahren garantiere die Aufnahme der bestgereihten Bewerberinnen und Bewerber. Das entspreche einem international etablierten Standard und gelte für alle angebotenen Studiengänge", so die FH.

Der Vorwurf gegen die FH Wiener Neustadt, dass Bewerberinnen und Bewerber nach politischer Weltanschauung und Zugehörigkeit gefiltert würden und ein Studienplatz nur an der ÖVP nahestehenden Personen vergeben werde, „entbehrt nicht nur jeder Grundlage, sondern kommt einer Rufschädigung gleich“, so die FH.

Innenministerium soll Einfluss nehmen

Der „Standard“ hatte berichtet, dass das Innenministerium Einfluss nimmt, wer Zugang zum Bachelorlehrgang „Polizeiliche Führung“ erhält. Die APA schreibt, Kenntnis von Fällen aus der Wiener Polizei zu haben, denen nach eigenen Angaben die Weiterbildung verweigert wurde. Offen erhob diesen Vorwurf Harald Segall, Vorsitzender der Fraktion Sozialistischer Gewerkschafter (FSG) in Wien.

Das Innenministerium soll nicht der ÖVP nahestehenden Beamten keine Unterstützung für eine Weiterbildung an der FH gegeben und so gesteuert haben, wer sich überhaupt um einen Platz in Wiener Neustadt bewerben konnte, so die Gewerkschafter. SPÖ-Sicherheitssprecher Otto Pendl kündigte dazu eine parlamentarische Anfrage an Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) an.

Wirtschaft

Turkish Airlines will 40 Boeing „Dreamliner“ kaufen

Die Fluggesellschaft Turkish Airlines will beim US-Flugzeughersteller Boeing im großen Stil Langstreckenjets kaufen. Der Deal soll 40 Exemplare des jüngsten Typs Boeing 787-9 „Dreamliner“ umfassen, wie Boeing in der Nacht auf heute in New York mitteilte.

Die türkische Fluglinie begründete die Pläne mit einem Ausbau ihrer Flotte und dem höheren Bedarf an dem künftigen dritten Istanbuler Flughafen. Boeing will sich verpflichten, mit der türkischen Regierung, Turkish Airlines und anderen Unternehmen aus dem Land bei Forschung und Entwicklung verstärkt zusammenzuarbeiten.

Die 40 Maschinen in der mittellangen Ausführung des „Dreamliner“ haben laut Preisliste einen Gesamtwert von 10,8 Mrd. Dollar (9,1 Mrd. Euro). Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen Rabatte im zweistelligen Prozentbereich üblich. Zudem muss der Vertrag noch endgültig fixiert werden.

China kritisiert Herabstufung durch S&P

China hat die US-Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) für die Herabsetzung der Bonitätsnote des Landes kritisiert. Die Herabstufung sei eine „falsche Entscheidung“, teilte das Finanzministerium im Peking heute mit.

China warf S&P vor, die Lage der chinesischen Wirtschaft falsch und auf Grundlage der Erfahrungen von voll entwickelten Industrieländern zu lesen. Die Qualität des Wachstums habe sich verbessert. S&P hatte gestern die Bonitätsnote der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt um eine Stufe auf „A+“ herabgesetzt.

Nach Einschätzung der Ratingagentur geht China zu zögerlich gegen die wachsende Verschuldung der Volksrepublik vor. Zwar bemühe sich das Land, die aus dem starken Kreditwachstum resultierenden Risiken zu senken, erklärten die Bonitätswächter einen Tag nach ihrer Herabstufung von Chinas Kreditwürdigkeit. Doch die Maßnahmen griffen nicht so schnell wie erwartet. Zudem sei das Kreditwachstum insgesamt noch zu stark.

Detailarbeit für Air-Berlin-Aufteilung beginnt

Nach der grundsätzlichen Entscheidung über die Aufteilung der insolventen Fluglinie Air Berlin beginnt nun die Detailarbeit. Ein Trio solle nun die Verhandlungen mit den Bietern weiterführen und einen Abschluss anstreben, teilte Air Berlin heute mit. Verantwortlich seien Airlinechef Thomas Winkelmann sowie der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus und Sachwalter Lucas Flöther.

Am Montag soll der Aufsichtsrat über die Angebote beraten. Anschließend werde der Stand der Öffentlichkeit vorgestellt.

Große Chancen für Lufthansa

Wie nach Sitzungen der Gläubigerausschüsse gestern zu erfahren war, hat die AUA-Mutter Lufthansa große Chancen auf eine Übernahme weiter Teile der Air Berlin. Die Gläubiger verhandeln exklusiv mit dem deutschen Marktführer über einen Verkauf der Österreich-Tochter Niki und weiterer Teile.

Unklar war zunächst noch, welche weiteren Teile zur Debatte stehen. Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr hatte jüngst angekündigt, er wolle die 38 bereits angemieteten Mittelstreckenmaschinen und 20 bis 40 weitere Flugzeuge von Air Berlin kaufen. Kommt es so, übernimmt Lufthansa etwa die Hälfte der Flotte.

Auch Niki Lauda bietet mit

Kleinere Teile könnten dem Vernehmen nach an die britische Gesellschaft easyJet gehen, wahrscheinlich komme auch die Thomas-Cook-Tochter Condor, mit der Niki Lauda geboten hat, noch ins Spiel. Die Verhandlungen sollen noch bis zum 12. Oktober dauern.

Die verlustreiche Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, nachdem der Großaktionär Etihad weitere finanzielle Unterstützung ausgeschlossen hatte. Ein Kredit der deutschen Bundesregierung über 150 Millionen Euro soll den Betrieb der Air Berlin bis Ende November gewährleisten.

Sport

Eishockey: Vienna Capitals feiern Rekordsieg

Die Capitals haben ihren Erfolgslauf in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) fortgesetzt. Die Wiener bezwangen gestern in der fünften Runde die Black Wings Linz und stellten saisonübergreifend mit dem 18. Sieg hintereinander einen neuen EBEL-Rekord auf. Immerhin über den zweiten Erfolg in Serie nach davor drei Niederlagen durfte Salzburg jubeln. Gegen den VSV reichte dazu ein starkes Mitteldrittel.

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Motorsport: Formel 1 für Auer vorerst „kein Thema“

Seit sieben Jahren warten die österreichischen Formel-1-Fans auf einen heimischen Piloten, und ein Ende der Wartezeit ist nicht in Sicht. Auch für Lucas Auer, der in der deutschen Tourenwagen-Rennserie DTM um den Gesamtsieg fährt und bereits Testfahrten für Force India absolvierte, ist die Formel 1 aktuell „kein Thema“. Andere Mitbewerber haben einen finanziellen Vorteil - und auch die Anzahl der freien Cockpits ist verschwindend gering.

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Tennis: Thiem startet bei Laver-Cup-Premiere

In Prag geht von heute bis Sonntag erstmals der Laver Cup über die Bühne. In Anlehnung an den Ryder Cup im Golf misst sich das Team Europa mit einer Weltauswahl. Mit von der Partie ist auch Dominic Thiem, der in einer Mannschaft mit u. a. Rafael Nadal und Roger Federer steht. „Das macht es schon zu einer besonderen und coolen Sache“, erklärte Thiem, der hofft, dass alle Spieler den Bewerb ernst nehmen. Nur dann hat der Laver Cup auch eine seriöse Zukunft.

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Chronik

Heftige Kritik an US-Polizei nach Tod von Gehörlosem

Wegen tödlicher Schüsse auf einen gehörlosen Mann ist die Polizei in der US-Stadt Oklahoma City heftig in die Kritik geraten. Magdiel Sanchez sei in seinem eigenen Haus erschossen worden, ohne das Geringste verbrochen zu haben, sagte Allie Shin von der Bürgerrechtsorganisation ACLU gestern. Nur weil jemand nicht auf Anweisungen höre, sei das kein Grund, tödliche Gewalt gegen ihn anzuwenden.

Auch die Gemeinde der Gehörlosen in der Stadt äußerte Unverständnis. „Ich weiß nicht, wie die Situation so schnell eskalieren konnte“, sagte JR Reininger, einer der Gemeindevertreter, dem Sender KWTV. Er forderte eine bessere Ausbildung der Sicherheitskräfte.

Metallstange in Hand

Polizeibeamte waren am Dienstag zu dem Haus der Familie Sanchez gekommen, weil sie einen Mann wegen Unfallflucht suchten. Dort fanden sie dessen Sohn, den 35-jährigen gehörlosen Magdiel Sanchez, vor. Dieser hielt in seiner rechten Hand eine etwa 60 Zentimeter lange Metallstange mit einer Lederschlaufe am einen Ende, die die Polizisten nach eigenen Angaben für eine Waffe hielten.

„Er kann Sie nicht hören“

Als Sanchez nicht auf die Aufforderung reagierte, die vermeintliche Waffe fallen zu lassen, setzte ein Polizist eine Taserwaffe ein, der andere schoss dagegen scharf. Sanchez starb vor seinem Haus. Zuvor hatten Nachbarn nach eigenen Angaben versucht, das Drama zu verhindern, und geschrien: „Er kann Sie nicht hören!“

Keiner der beiden Beamten trug eine Bodycam, die den Vorfall aufgezeichnet hätte. Die Polizei befragte jedoch zahlreiche Zeugen. Polizeichef Bill Citty kündigte laut der Zeitung „The Oklahoman“ an, er wolle Vertreter von Behinderten treffen.

Hurrikan „Maria“ gewinnt in Karibik wieder an Stärke

Hurrikan „Maria“ gewinnt auf seinem Zug durch die Karibik wieder an Stärke. Das US-Hurrikanzentrum (NHC) stufte den vorübergehend etwas abgeschwächten Wirbelsturm gestern Abend als Hurrikan der Kategorie drei auf der fünfstufigen Saffir-Simpson-Skala ein.

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 205 Stundenkilometern nahm er Kurs auf die Turks- und Caicos-Inseln und den Südosten der Bahamas. Das Zentrum warnte vor starken Regenfällen und Erdrutschen. Teile der Dominikanischen Republik meldeten Überschwemmungen.

Mehr als 4.000 Menschen gerettet

Mindestens 32 Menschen kamen durch „Maria“ bisher in der Karibik ums Leben. Allein auf Puerto Rico seien 15 Menschen gestorben, berichtete die Lokalzeitung „El Nuevo Dia“ gestern Abend. Viele von ihnen seien in der komplett überfluteten Region Toa Baja ertrunken. Mehr als 4.000 Menschen hätten aus dem betroffenen Gebiet gerettet werden können.

In Haiti kamen laut offiziellen Angaben mindestens drei Menschen ums Leben. Das Innenministerium des Landes teilte gestern (Ortszeit) mit, ein Mensch sei von einem Blitz erschlagen worden, zwei weitere seien ertrunken.

Lage in Puerto Rico weiter angespannt

In Puerto Rico blieb die Lage angespannt. Das US-Territorium sei „völlig zerstört“ worden, sagte US-Präsident Donald Trump. Gouverneur Ricardo Rossello sprach von einer großen Katastrophe und verhängte eine nächtliche Ausgangssperre bis morgen.

An der Stärke des Sturms dürfte sich nach Einschätzung des NHC in den kommenden Tagen kaum etwas ändern. Das Festland der USA dürfte „Maria“ aber voraussichtlich nicht heimsuchen.

Religion

Obdachlose müssen weg vom Petersplatz

Die Polizei in Rom hat Obdachlose vom Petersplatz vertrieben. Nachts könnten sie jedoch noch im Säulengang des Platzes schlafen, wie der Vatikan-Sprecher gestern italienischen Nachrichtenagenturen sagte. „Es ist eine Frage der Sicherheit.“ Bei der Aktion geht es aber wohl auch um die Sauberkeit des Platzes.

Rund um den Petersplatz lagerten stets viele Obdachlose, was für mehr und mehr Kritik sorgte, weil es auch zu Streitereien kam. Papst Franziskus hatte an dem Platz Duschen und einen Friseur für Obdachlose einrichten lassen. Der Pontifex lädt auch regelmäßig Menschen von der Straße zu sich ein.

IT

Facebook legt Kongress mutmaßlich russische Werbung vor

Facebook wird die Werbeanzeigen, mit denen sich mutmaßlich russische Drahtzieher in die Innenpolitik der USA eingemischt haben, dem US-Kongress offenlegen. Einer allgemeinen Veröffentlichung stünden aber gesetzliche Einschränkungen für die Offenlegung von Profilinformationen im Wege, betonte das weltgrößte Onlinenetzwerk gestern in einem Blogeintrag.

Dem Unternehmen sei die Verbindung zu Russland bei der Buchung der Anzeigen nicht bewusst gewesen, so Facebook. Sie wurden von einer Internet Research Agency platziert. Facebook schließt nicht aus, dass noch weitere Anzeigen gefunden werden könnten. Gründer und Chef Mark Zuckerberg kündigte an, bei politischer Werbung auf der Facebook-Plattform werde künftig klar zu sehen sein, wer dafür bezahlt habe.

Hunderte Profile identifiziert

Facebook hatte vor zwei Wochen mitgeteilt, dass im Zuge von Untersuchungen zum möglichen russischen Einfluss auf die US-Präsidentenwahl rund 470 Profile identifiziert worden seien, die zwischen Juni 2015 und Mai 2017 etwa 3.000 Anzeigen geschaltet hätten. „Unsere Analyse legt nahe, dass diese Accounts und Seiten miteinander vernetzt waren und von Russland aus betrieben wurden“, erklärte damals Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos. Sie hätten Anzeigen für rund 100.000 Dollar geschaltet.

Facebook machte bisher keine Angaben dazu, wie viele Amerikaner diese Werbung gesehen haben könnten. Ausländische Einmischung in den Wahlkampf ist in den USA verboten. Das Onlinenetzwerk teilte Informationen zu den Anzeigen bereits mit dem US-Sonderermittler Robert Mueller.

Kultur

Documenta-Defizit: Hessen und Kassel bürgen mit acht Mio.

Acht Mio. Euro stellen das deutsche Bundesland Hessen und die Stadt Kassel durch Bürgschaften bereit, um die Kunstausstellung documenta zahlungsfähig zu halten. Das gaben Kassels Bürgermeister Christian Geselle und Hessens Kunstminister Boris Rhein gestern nach einer Sitzung des documenta-Aufsichtsrats in Kassel bekannt. Laut Wirtschaftsprüfern wird das Defizit der documenta 14 voraussichtlich bei 5,4 Mio. Euro liegen.

„Sicherheitspuffer“ eingeplant

Doch weil noch nicht alle Einnahmen da sind und die Gesellschafter das Risiko weiterer Bürgschaften vermeiden wollen, wurde laut Oberbürgermeister Geselle ein „Sicherheitspuffer“ eingeplant.

Dabei wird die documenta GmbH 2017 mit 29,6 Millionen Euro über drei Millionen Euro mehr einnehmen als geplant. Sie gibt aber mit knapp 35 Millionen Euro auch deutlich mehr aus. Das am Jahresende übrig bleibende Defizit werden sich Stadt und Land als Gesellschafter dann teilen.

„Schlüsse“ werden im November gezogen

Wo das Geld geblieben ist und wer die Verantwortung trage, „bedarf der Vertiefung und weiteren Aufklärung“, sagte Kunstminister Rhein. Es habe aber etwas mit Miet-, Energie-, Transport- und Personalkosten in Griechenland zu tun.

Personelle, strukturelle und finanzielle Konsequenzen für die documenta gibt es bisher nicht. „Welche Schlüsse zu ziehen sind, werden wir im November beraten“, sagte Oberbürgermeister Geselle. Dann gebe es eine weitere Aufsichtsratssitzung.

„Tag des Denkmals“ bietet verborgene Schätze

Der „Tag des Denkmals“ am Sonntag steht heuer im Zeichen von Kultureinrichtungen, die mit bedeutenden Frauen in Verbindung stehen. Darüber hinaus öffnet das Denkmalamt die Türen zu sonst verschlossenen Einrichtungen und verborgenen Schätzen.

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In Kärnten folgt man den Spuren von Hemma von Gurk, Kiki Kogelnik, Ingeborg Bachmann, Christine Lavant und der Architektin Margarete Schütte-Lihotzky.

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Leopold Museum zeigt Anton Koligs Gesamtwerk

Anton Kolig gilt nicht nur als wichtiger Vertreter der figuralen Malerei, sondern als einer der bedeutendsten österreichischen Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein innovativer Stil machte ihn zu einem der ersten Avantgardisten in seiner Heimat. Das Wiener Leopold Museum widmet Anton Kolig ab mheute eine umfassende Ausstellung.

Unterwegs mit Künstlerkollegen

Der 1886 in Mähren geborene Kolig studierte ab 1904 gemeinsam mit Oskar Kokoschka an der Kunstgewerbeschule in Wien und an der Akademie der bildenden Künste. Anschließend zog es Kolig ins kärntnerische Nötsch, wo er gemeinsam mit seinen Malerkollegen Sebastian Isepp, Franz Wiegele und später auch Anton Mahringer den Nötscher Kreis bildete.

Ein von Gustav Klimt in die Wege geleiteter Frankreich-Aufenthalt Koligs (gemeinsam mit Wiegele) war nur von kurzer Dauer, genauer bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs, welcher den Künstler zu einer Flucht zurück nach Österreich zwang. Die in dieser Zeit entstandenen und stark von der modernen Malerei beeinflussten Werke blieben zurück, während Kolig selbst nach seiner Rückkehr als Kriegsmaler tätig war.

Knabenakt und Soldatenporträt

Zu Koligs bevorzugten Motiven zählten neben Porträts und klassischen Stilleben besonders Jünglingsakte, die, von antik-heroisch bis virtuos dargestellt, oft durch eine melancholische Stimmung bestimmt zu sein scheinen.

Ausstellungsansicht, Anton Kolig, Leopold Museum Wien

Leopold Museum, Wien/Foto: Lisa Rastl

Koligs Schaffen war vielschichtig, und das nicht nur auf dem Gebiet der Ölmalerei, sondern ebenso auf dem der Zeichnung und der Wandmalerei. Die wohl wichtigste dieser Wandmalereien und ein Meilenstein in Koligs Karriere, war der Auftrag zur Ausführung von Fresken in einem Saal des Kärntner Landhauses in Klagenfurt. Diese Malereien wurden jedoch von den Nationalsozialisten zerstört.

Die Ausstellung im Leopold Museum ist die erste große in Wien seit 50 Jahren, die Koligs Werk allein in den Mittelpunkt rückt und umfasst insgesamt rund 60 Gemälde sowie 50 Arbeiten auf Papier. 20 der ausgestellten Gemälde sind aus dem Besitz der Sammlung Leopold, die damit über den umfangreichsten Bestand an Gemälden Koligs in einer öffentlichen Institution verfügt.

Science

Leute

Pet Shop Boys in Rio de Janeiro überfallen

In Rio de Janeiro sind zwei bekannte Popmusiker Opfer von Kriminalität geworden: An der Copacabana wurden die Briten Neil Tennant und Chris Lowe, besser bekannt als Pet Shop Boys, überfallen.

Medienberichten zufolge wurden sie in der Nacht an der berühmten Strandpromenade von vier Transvestiten attackiert. „Sie haben mir meine Geldbörse und mein iPhone weggenommen“, teilte Sänger Tennant auf Facebook mit. Er bestritt aber, dass sie mit Messern angegriffen worden seien.

„Abgesehen davon genießen wir Brasilien“

Die Pet Shop Boys waren wegen des Festivals Rock in Rio in der brasilianischen Stadt. Der Vorfall ereignete sich bereits am Samstag, wurde aber erst jetzt öffentlich bekannt. Die Band war im altehrwürdigen Hotel „Copacabana Palace“ an der Promenade des berühmten Strandes untergebracht. Danach seien sie nur noch mit Leibwächtern unterwegs gewesen. „Abgesehen davon genießen wir Brasilien“, meinte Tennant.

Panorama

Italienerin feierte Singlehochzeit

Bis zum 40. Geburtstag wollte sie einen Mann finden. Da Laura Mesi das aber nicht gelungen ist, hat die Italienerin beschlossen, eine Singlehochzeit zu feiern, wie italienische Medien heute berichteten.

70 Gäste wurden zu einem Hochzeitsfest in einem eleganten Restaurant bei Mailand eingeladen, in dem die Fitnesstrainerin im weißen Kleid und mit Blumenbouquet in der Hand erschien.

Ein Freund las das Hochzeitsgelöbnis. Im Restaurant wurde eine Hochzeitstorte angeschnitten, auf der lediglich die Figur der Braut stand. Mesi trug einen Ehering.

„Bin die erste Single-Braut Italiens“

„Es war in allen Aspekten eine klassische Hochzeit, nur fehlte der Bräutigam. Ich bin die erste Single-Braut Italiens“, scherzte Mesi, die 10.000 Euro für das Fest ausgab. Bilder von der „Trauung“ verbreiteten sich in italienischen Medien.

Mit ihrer Hochzeit will Mesi eine klare Botschaft entsenden. „Man muss in erster Linie sich selbst lieben. Man braucht keinen Märchenprinzen, um glücklich zu sein. Sollte ich einen Mann finden, mit dem ich das Leben verbringen kann, wird mich das glücklich machen. Mein Glück hängt jedoch nicht von einem anderen Menschen ab.“ Jetzt fährt sie auf Hochzeitsreise - allein.

Japan: Kühe und Roboter gegen Wildschweine

In Japan sind Rehe, Hirsche und Wildschweine zur Plage geworden. Weil sich die Tiere so schnell vermehren und zugleich immer größere Schäden an Gemüsefeldern und Forstbeständen anrichten, greifen manche Gemeinden auf eigenwillige Methoden zurück.

In der südlichen Provinz Kumamoto zum Beispiel lassen Bauern neuerdings Kühe auf brachliegenden Flächen nahe ihren Feldern grasen, um Wildschweinen die Deckung im hohen Gras zu nehmen, wie die japanische Zeitung „Yomiuri Shimbun“ heute berichtete. Im westlichen Koichi hat eine Stadt ein mobiles Schlachthaus eingerichtet, damit die erlegten Wildschweine und Rehe nicht wie bisher meistens auf dem Müll landen.

Roboter in Wolfsgestalt

Eine besonders kuriose Idee hatte eine Firma auf Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaido, die mit der Universität Tokio einen Roboter in Wolfsgestalt zur Abschreckung von Wildschweinen und Rehen gebastelt hat. Doch ob all das ausreicht, um die Wildplage zu bekämpfen, ist zweifelhaft. Zumal es in Japan an Jägern mangelt, was unter anderem an der rasanten Überalterung der Gesellschaft liegt.

Die einzige wirksame Lösung wären Wölfe, und zwar echte, meinte schon vor Jahren Naoki Maruyama, Ehrenprofessor an der Agraruniversität in Tokio, im Gespräch mit der dpa. Doch er stößt meist auf taube Ohren. Das letzte Mal, dass ein Wolf in Japan gesichtet wurde, war im Jahr 1905.