Ausland

Israel greift nach Explosion Ziele im Gazastreifen an

Als Reaktion auf eine Explosion an der Grenze zum Gazastreifen hat die israelische Armee gestern Abend Ziele in der palästinensischen Enklave angegriffen. Nach Angaben palästinensischer Sicherheitskräfte wurden drei Hamas-Stützpunkte aus der Luft angegriffen. Ein israelischer Militärsprecher wollte die Luftangriffe nicht bestätigen.

Zuvor waren nach Angaben der Armee vier Soldaten verletzt worden, als ein Sprengsatz am Grenzzaun zum Gazastreifen detonierte. Zwei der Soldaten seien schwer verletzt, ihr Leben sei aber nicht in Gefahr. Es war einer der gravierendsten Zwischenfälle an der Grenze seit dem Krieg zwischen der radikalislamischen Hamas-Organisation und Israel im Jahr 2014.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der sich bei der Münchner Sicherheitskonferenz aufhielt, bezeichnete den Vorfall als „sehr ernst“ und kündigte eine „angemessene Reaktion“ an. Die israelische Armee machte wie üblich bei Angriffen vom Gazastreifen aus die Hamas für die Explosion verantwortlich.

UKIP setzt Parteichef Bolton ab

Der Chef der UK Independence Party (UKIP), Henry Bolton, muss nach weniger als fünf Monaten im Amt seinen Posten abgeben. Ein Sonderparteitag beschloss gestern die Absetzung des 54-Jährigen. Grund für diesen Schritt war Kritik an seinem Führungsstil. Zudem soll Boltons Freundin rassistische Nachrichten über Prinz Harrys Verlobte, die US-Schauspielerin Meghan Markle, verschickt haben.

Der Vorstand der rechtspopulistischen britischen Unabhängigkeitspartei hatte Bolton zuvor das Misstrauen ausgesprochen. Die europafeindliche Partei hatte sich 2016 im Rahmen des „Brexit“-Referendums für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union starkgemacht. UKIP ist mittlerweile in den Umfragen abgestürzt und verliert Mitglieder. Bolton ist der vierte Parteichef in kurzer Zeit.

SPD fällt in Umfrage auf historischen Tiefstwert

Die SPD ist einer Umfrage zufolge auf einen historischen Tiefstwert in der Wählergunst gefallen. Im Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid für die Zeitung „Bild am Sonntag“ erhebt, kommen die deutschen Sozialdemokraten nur noch auf 19 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche. Einen so niedrigen Wert hatte die SPD im Sonntagstrend noch nie.

Nur 14 Prozent im Osten

Im Osten erreicht sie inzwischen nur noch 14 Prozent. Die AfD dagegen ist in Ostdeutschland nun fast so stark wie die CDU. Die AfD kommt dort auf 25 Prozent, die Christdemokraten auf 26 Prozent. „Im Osten droht die AfD die CDU als Volkspartei abzulösen, die SPD hat sie längst überholt“, sagte Emnid-Experte Torsten Schneider-Haase.

Deutschlandweit gewinnt die AfD zwei Zähler hinzu auf 14 Prozent. CDU/CSU geben einen Punkt nach auf 33 Prozent. Die Grünen liegen unverändert bei elf Prozent, die Linke steigt auf zehn Prozent (plus einen Punkt). Die FDP erreicht wie in der Vorwoche neun Prozent.

Syrien: Assad-Truppen sollen Kurden in Afrin unterstützen

Im Kampf gegen die türkische Armee sollen regierungstreue Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad offensichtlich die Kurdenmiliz in der Region Afrin unterstützen. Die syrische Regierung und die kurdischen Volksschutzeinheiten YPG hätten angesichts der türkischen Offensive in Nordsyrien ein entsprechendes Abkommen geschlossen, hieß es gestern aus syrischen Regierungskreisen.

In den vergangenen Tagen hatte es Berichte darüber gegeben, dass syrische Regierungstruppen auf Bitten der Kurden in die Kämpfe im Norden des Landes eingreifen könnten. Offizielle Angaben zu der Abmachung gibt es bisher nicht.

Weitere Eskalation droht

Die Kurden kontrollieren große Teile Nordsyriens entlang der syrisch-türkischen Grenze. Die Türkei startete zusammen mit Verbündeten vor knapp vier Wochen eine Offensive gegen die Kurden in Afrin, die sie als „Terroristen“ bezeichnen.

Die Türkei unterstützt in dem Konflikt Rebellengruppen, die gegen Syriens Präsident kämpfen. Syrische Truppen werden von Russland und dem Iran unterstützt, die Kurdenmilizen von den USA. Durch das Eingreifen regierungstreuer Truppen in Afrin droht eine weitere Eskalation.

Türkei weist Gasangriffvorwürfe zurück

Die Türkei wies unterdessen Vorwürfe zurück, ihr Militär habe bei ihrer Offensive gegen die YPG in der Region Afrin Giftgas eingesetzt. Das seien haltlose Anschuldigungen, sagte ein türkischer Diplomat heute am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz.

„Die Türkei hat niemals Chemiewaffen eingesetzt. Wir sind bei der ‚Operation Ölzweig‘ überaus vorsichtig gegenüber Zivilisten“, betonte der Diplomat.

YPG: Gasangriff in Afrin

Die YPG dagegen hat nach eigenen Angaben Hinweise auf einen türkische Gasangriff auf ein Dorf in Afrin. Bei dem Beschuss nahe der Grenze zur Türkei seien gestern sechs Menschen verletzt worden, sagte ein Sprecher. Sie hätten Atemprobleme und zeigten weitere Symptome eines Gasangriffs.

Ähnliches teilten die der Opposition nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA mit. Beide beriefen sich auf Ärzte in Afrin.

Einmarsch in Nordsyrien im Jänner

Der türkische Diplomat wies auch die Berichte über Verletzte zurück und nannte sie „schwarze Propaganda“. Die türkische Armee war im Zuge der „Operation Ölzweig“ im Jänner im Norden Syriens einmarschiert und will die YPG aus Afrin bis hinter den Euphrat vertreiben. Die Türkei betrachtet die YPG als Terrororganisation und will ihr Erstarken an der Grenze verhindern. Sie hält die Miliz für den verlängerten Arm der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die in der Türkei seit Jahrzehnten für Autonomie kämpft.

Lawrow: US-Vorwürfe der Wahlbeeinflussung „Geschwätz“

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat die Vorwürfe der US-Justiz gegen 13 Russen wegen Einmischung in die Präsidentschaftswahl 2016 als „Geschwätz“ abgetan. Solange „wir keine Fakten haben, ist alles nur Geschwätz“, antwortete Lawrow gestern bei der Münchner Sicherheitskonferenz auf die Frage eines Teilnehmers zu den Anschuldigungen aus den USA.

Einerseits gebe es immer wieder Vorwürfe, andererseits habe die Beauftragte des US-Heimatschutzministeriums für Cybersicherheit, Jeanette Manfra, selbst dementiert, dass irgendein Land die Ergebnisse der US-Präsidentschaftswahl beeinflusst habe, sagte Lawrow. Seines Wissens habe sich vor nicht allzu langer Zeit auch US-Vizepräsident Mike Pence in diesem Sinne geäußert. Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, H. R. McMaster, der nach Lawrow in München eine Rede hielt, widersprach dem russischen Chefdiplomaten.

Trump: Haben nichts falsch gemacht

US-Präsident Donald Trump reagierte bereits gestern Abend auf die Anklage im Kurznachrichtendienst Twitter. „Die Trump-Kampagne hat nichts falsch gemacht“, so Trump, es gab „keine Absprache“. Die 37-seitige Anklageschrift zeichnet das Bild einer großangelegten Beeinflussung des Wahlkampfes.

Mehr dazu in „Zwietracht säen“ als Ziel

Die unerfüllten Hoffnungen des Kosovo

Armut, Arbeitslosigkeit und wenig Perspektiven: Auch wenn es zehn Jahre her ist, seit das Kosovo seine Unabhängigkeit erklärt hat, sind die Probleme in dem Balkan-Staat noch lange nicht gelöst. Zudem sind sämtliche Versuche, die Beziehung mit Serbien zu regeln, bis dato gescheitert. Hoffnung setzt die internationale Gemeinschaft jetzt in Aleksandar Vucic, den serbischen Präsidenten. Er will sein Land zum Mitgliedsstaat der Europäischen Union machen. Die Bedingung der EU: Zum Beitritt könne es nur kommen, wenn der Konflikt mit dem Kosovo endlich beigelegt werde.

Mehr dazu in Zukunftsplan nie realisiert

Inland

FPÖ: „Keine Denkverbote“ bei Rauchen in Gastronomie

Beim Volksbegehren der Initiative „Don’t Smoke“, das sich für ein totales Rauchverbot in der Gastronomie ausspricht, dürfte sich eine hohe Beteiligung abzeichnen. Trotz vorübergehender Computer-Probleme wegen Überlastung war schon zum Ende der Woche von zehntausenden Unterschriften die Rede.

Ansturm auf Volksbegehren

Beide Volksbegehren haben die nötigen 8.400 Unterstützungserklärungen zusammen.

Angesichts des hohen Zuspruchs wollte gestern auch die FPÖ „keine Denkverbote“ beim Thema Rauchverbot zulassen: „Sie können versichert sein, die FPÖ wird sich immer auf die Meinung der Bevölkerung stützen“, sagte die freiheitliche Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch gegenüber dem ORF. „Sollte sich das wirklich die Bevölkerung wünschen, ist das nicht ausgeschlossen. Ich glaube es darf keine Denkverbote geben.“

Behandlung im Parlament

In der vergangenen Woche startete neben der „No Smoke-Initiative“ auch das Frauenvolksbegehren damit, Unterstützungserklärungen zu sammeln. Für die Einleitung des Volksbegehrens sind zumindest 8.401 solcher Erklärungen notwendig. Ab 100.000 Unterschriften muss das Thema zumindest im Parlament behandelt werden. Wann die Eintragungswoche stattfindet, wird vom Innenministerium festgelegt. Wer eine Unterstützungserklärung am Amt, via Handysignatur oder Bürgerkarte abgegeben hat, dessen Stimme gilt auch schon als Unterschrift für das eigentliche Volksbegehren.

Erneuerte Grünen-Partei soll 2019 startklar sein

Von ihrem Ausscheiden aus dem Nationalrat gezeichnet, haben sich die Grünen gestern in Wien auf die Suche nach ihrer Zukunft als Partei gemacht. Rund 300 Unterstützer diskutierten darüber in mehreren Themenarbeitsgruppen. Zum Auftakt meldete sich Bundessprecher Werner Kogler zu Wort und forderte „Zuversicht und Kampfeslust“ sowie Bündnisse mit der Zivilgesellschaft ein.

Er sei überzeugt, dass das Wiedererstehen der Grünen gelingen werde, meinte Kogler bei dem Kongress namens „ZUkunftHÖREN“. Im Jahr 2019 sollten die „neuen Grünen“ stehen, und zwar schlagkräftiger und bündnisfähiger denn je. Zuvor gelte es aber zu analysieren, warum die Grünen nur zehn Monate nachdem mit Alexander Van der Bellen einer der ihren zum Bundespräsident gewählt worden war, versagt hätten und aus dem Nationalrat geflogen seien.

Für plurale Bewegung

Der Blick auf die unglückliche Auseinandersetzung mit den Jungen Grünen und auf „das Problem Pilz“, wie Kogler es nannte, sollten allerdings nicht von der inhaltlichen Auseinandersetzung ablenken. Ökologie und die soziale Frage sollten im Mittelpunkt stehen. Außerdem seien die Grünen immer eine plurale Bewegung mit mehreren Strömungen gewesen: „Das möchte ich aufmachen, weitertreiben.“

Kogler schlug dann einen Bogen durch die klassischen Themen der Grünen, vom Naturschutz zum Klimaschutz, von dort zum Verkehr und sozialen Fragen bis zur Globalisierung, Urbanisierung und Digitalisierung, bis er von einem Zuhörer mit dem Ruf „Werner, du überziehst auf Kosten der Diskussion“ zum Abschluss gedrängt wurde.

Externe Referenten eingeladen

Bevor es in die Gruppendiskussionen ging, brachten die fünf geladenen externen Referenten ihre Positionen vor. Die ehemalige rote ÖH-Vorsitzende Barbara Blaha betonte zum Thema „Soziales“, dass die Ökologie immanent auch eine Verteilungsfrage sei. Roman Hebenstreit von der Gewerkschaft vida sah im Arbeitsmarktbereich ein reiches Betätigungsfeld für die Grünen. Man müsse den Menschen zuhören; fraglich sei, ob man das nur im siebenten Bezirk (der grünen Hochburg in Wien, Anm.) tun solle.

Der der ehemalige ÖVP-Generalsekretär und Co-Flüchtlingsbeauftragte Ferry Maier betonte die Rolle der Zivilgesellschaft und der NGOs in der Flüchtlingsbetreuung und kritisierte den Focus der Bundesregierung auf „Abschiebepolitik“. Shifteh Hashemi vom Frauenvolksbegehren stellte die Bedeutung der Vielfalt in der Gesellschaft in den Mittelpunkt. Dass Umweltpolitik kein Luxusthema sei, betonte schließlich Hanna Simons vom WWF. „Umwelt und Natur sind unsere Lebensgrundlage. Wenn wir das zerstören, haben wir nichts mehr zu verteilen.“

IKG-Präsident will weiterhin keinen Kontakt zur FPÖ

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Oskar Deutsch, hat gestern in der Ö1-Interviewreihe „Im Journal zu Gast“ das Fernbleiben der Kultusgemeinde bei Holocaust-Gedenken der Republik mit FPÖ-Beteiligung mit antisemitischen Äußerungen von FP-Funktionären begründet. Er nehme der FPÖ die plötzliche Änderung den Juden gegenüber „nach so langer Zeit antisemitischer Vorfälle nicht ab“, sagte Deutsch.

Grundsätzlich will Deutsch die Kontakte zur FPÖ möglichst klein halten, gab er zu verstehen: „Wir haben keinen Krieg mit der FPÖ, daher muss ich auch keinen Frieden mit der FPÖ haben. Wir müssen einfach mit der FPÖ nichts zu tun haben.“

„Das ist auch heute noch so“

Im Prinzip komme es darauf an, wie eine große verantwortliche Gruppe der FPÖ über einen längeren Zeitpunkt agiere, sagte der Präsident. „Und da haben wir es seit Jahrzehnten immer wieder damit zu tun, dass sich immer wieder freiheitliche Funktionäre antisemitisch geäußert haben. Und das ist auch noch heute so.“ Seit der Regierungsbildung vor zirka acht Wochen habe es „14 braune Vorfälle“ gegeben, sagte Deutsch. „Das ist systematisch, das ist sicherlich gewollt.“

Historikerkommission „wird nicht funktionieren“

Es spiele dabei auch keine so große Rolle, ob die Macht der Burschenschaften in der FPÖ eine starke sei: „Es kommt in erster Linie darauf an, was die Funktionäre der FPÖ von sich geben. Ob die Funktionäre der FPÖ in einer schlagender Burschenschaft sind oder nicht, ist vielleicht ein zusätzlicher Input.“ Von der durch die FPÖ eingesetzten internen Historikerkommission, die die Geschichte der Partei aufarbeiten soll, erwartet sich Deutsch nicht viel: „Das wird nicht funktionieren, ich gebe dem keine große Chance.“

Den Antisemitismus bezeichnete Deutsch als ein „Krebsgeschwür“, das man „rausschneiden“ müsse. Der österreichischen wie auch der europäischen Bevölkerung müsse klargemacht werde, dass Antisemitismus „ein No-Go ist in heutiger Zeit“ - und zwar „egal von welcher Seite“ - Audio dazu in oe1.ORF.at.

Unverständnis bei Vilimsky

FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky kann die Vorwürfe des Antisemitismus und die anhaltende Ablehnung von Deutsch gegenüber der FPÖ nicht nachvollziehen. „Ich kann nur mit Unverständnis darauf reagieren, weil wir sehr viele Kontakte zu jüdischen Mitbürgern habe, die sich sehr positiv gestalten“, sagte der Freiheitliche zur APA.

„Uns Antisemitismus vorzuwerfen, ist eine rein parteipolitische Motivation“, meinte Vilimsky. Der Vorwurf entbehre „jeglicher faktischen Grundlage“. Auch die von Deutsch angesprochenen „14 braunen Vorfälle“ seit der Regierungsbildung versteht der Generalsekretär nicht. „Mir ist kein einziger bekannt“, eventuell meine Deutsch die Causa Landbauer - diese habe aber „mit der Partei nichts zu tun“, sagte Vilimsky. Die FPÖ würde bei antisemitischen Vorfällen „rasch die Konsequenzen ziehen“, betonte er.

Dass Deutsch weiterhin Holocaust-Gedenkveranstaltungen mit FPÖ-Beteiligung fernbleiben will, bedauerte Vilimsky neuerlich: „Wir halten unsere Tore offen zur IKG. Wir sehen uns mit der Situation konfrontiert, dass Deutsch da blockiert. Aber nichtsdestotrotz sind Kontakte zu jüdischen Mitbürgern vorhanden und gut - auch auf internationaler Ebene“, so Vilimsky.

Sport

Tennis: Thiem souverän ins Buenos-Aires-Finale

Wie vor zwei Jahren, als Dominic Thiem in Buenos Aires den Titel holte, ist der Österreicher gestern beim ATP-Turnier in der argentinischen Hauptstadt ins Finale eingezogen. Gegen den Franzosen Gael Monfils setzte sich Thiem klar in zwei Sätzen durch. Im 14. Endspiel seiner Profikarriere bekommt es die Nummer eins des Turniers mit dem ungesetzten Slowenen Aljaz Bedene zu tun.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Bayern schlagen im Finish zu

Mehr als eine Stunde lang hat es gestern in Wolfsburg nicht nach einem Sieg für den FC Bayern ausgesehen. Trainer Jupp Heynckes schonte einige Stars, und die Gastgeber gingen früh in Führung. Doch dann schlugen die Münchner noch zweimal zu und feierten so ihren zehnten Bundesliga-Sieg in Serie. Ein dramatisches Finish gab es auch in Köln, wo Altstar Claudio Pizarro gegen Hannover beinahe zum Helden geworden wäre.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Olympia: Skispringer Hayböck vergibt Medaillenchance

Kamil Stoch ist gestern bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang so wie bereits in Sotschi 2014 zu Gold von der Großschanze geflogen. Der Pole holte sich damit seine bereits dritte Goldmedaille bei Olympia. Stoch setzte sich vor dem Deutschen Andreas Wellinger und dem Norweger Robert Johansson durch. Österreich durfte auch lange Zeit auf Edelmetall hoffen, denn Michael Hayböck lag nach dem ersten Durchgang auf dem zweiten Rang. Doch im Finale kam dann die Ernüchterung.

Mehr dazu in sport.ORF.at/pyeongchang2018

Wirtschaft

Lange Lieferzeiten für E-Autos in Deutschland

Wer sich in Deutschland angesichts der Debatte über Umweltbelastung und drohende Fahrverbote für ein Elektroauto entscheidet, muss sich nach einem Bericht der „Automobilwoche“ auf lange Lieferzeiten einstellen. Wie das Branchenblatt heute berichtet, müssen Kunden bis zu ein Jahr auf ein neues Fahrzeug warten. Das gelte sowohl für deutsche Hersteller wie für Importeure.

So müssten sich Kunden bis zur Auslieferung eines Hyundai Ioniq Elektro bis zu ein Jahr gedulden. „Beim Thema Elektro ist es leider so, dass wir vom Erfolg - sprich: der Nachfrage - überrascht wurden“, sagte ein Hyundai-Sprecher der „Automobilwoche“.

Beim elektrischen Smart würden jetzt bestellte Fahrzeuge erst Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres ausgeliefert. „Der Anstieg in der Nachfrage entwickelt sich viel stärker und noch schneller, als wir das hätten erwarten und mit unseren Lieferanten planen können“, sagte Smart-Chefin Annette Winkler dem Blatt.

Auch Großkunden betroffen

Wer aktuell einen Elektro-Golf bestelle, müsse sich bis Oktober gedulden. Volkswagen habe daher in der Fertigung in Dresden bereits eine zweite Schicht eingeführt. Käufer eines Volkswagen e-up! müssten sich auf eine Wartezeit von fünf bis sechs Monaten einstellen. Auf den Nissan Leaf wartet man der Umfrage zufolge rund zehn Monate, auf den Peugeot ION sechs bis sieben Monate. Beim Kia Soul EV ist es ebenfalls rund ein halbes Jahr, beim Renault Zoe sind es vier Monate. Am kürzesten müssen sich mit zwei bis drei Monaten Käufer eines BMW i3 gedulden.

Nicht nur Privatkäufer, auch Großkunden wie der Softwarekonzern SAP sind dem Bericht zufolge betroffen. Das Unternehmen wolle im Jahr 2025 klimaneutral sein und baue seine E-Flotte derzeit aus. SAP-Manager Marcus Wagner sagte der „Automobilwoche“: „Wenn Sie im Februar 2018 einen Vollstromer kaufen wollen, bekommen Sie fast keinen.“

Tirol in den Semesterferien fast ausgebucht

Die Semesterferien gehören im Tiroler Tourismus zu den wichtigsten Wochen der gesamten Wintersaison. In einem Rundruf vom Arlberg bis ins Unterland zeigen sich Tirols Touristiker sehr zufrieden mit der aktuellen Buchungslage.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Thermen: Gute Auslastung in Semesterferien

Die burgenländischen Thermen und Thermenhotels waren in den Semesterferien überwiegend gut besucht. Für viele Burgenländerinnen und Burgenländer ist eine Erholung in Thermen auch eine Alternative zum Skifahren.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Chronik

Alkolenkerin „parkte“ wegen leeren Tanks auf der A1

Eine 24-jährige alkoholisierte Autolenkerin ist gestern mit ihrem Wagen auf einem Fahrstreifen der Westautobahn (A1) in Salzburg liegen geblieben, weil der Tank des Fahrzeuges leer war. Polizisten fiel das „parkende“ Auto auf.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Verletzter Alkolenker flüchtete zu Fuß

Ein betrunkener Autolenker ist nach einem Unfall in Garsten in Oberösterreich verschwunden. Obwohl der 37-Jährige verletzt war, ist er mit 2,2 Promille Alkohol im Blut geflüchtet. Eine nachkommende Autofahrerin alarmierte die Polizei.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Tödlicher Unfall: 21-Jähriger lag auf Fahrbahn

Ein 21 Jahre alter Bregenzerwälder ist gestern auf der L200 in Vorarlberg bei einem Verkehrsunfall getötet worden. Der Unfall gibt der Polizei Rätsel auf, denn der Mann lag auf der Fahrbahn und wurde vom Auto eines Dänen überrollt, der mit seiner Familie auf der Heimreise aus dem Skiurlaub war.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Zwei Tote bei Frontalzusammenstoß in Tirol

Bei einem schweren Verkehrsunfall sind gestern auf der Reschenstraße (B180) bei Tösens in Tirol zwei Personen ums Leben gekommen. Nach ersten Informationen der Polizei waren ein Pkw und ein Lkw aus noch ungeklärter Ursache frontal zusammengestoßen.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Schwerer Verkehrsunfall auch im Burgenland

Auch auf der Burgenland-Schnellstraße (S31) hat sich ein schwerer Verkehrsunfall ereignet. Fünf Personen wurden dabei zum Teil schwer verletzt.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Cello im Wert von 1,3 Mio. Euro bei Paris wiederbekommen

Die französische Musikerin Ophelie Gaillard hat ein gestohlenes Cello im Wert von 1,3 Millionen Euro wieder gefunden - vor ihrer Wohnung in der Nähe von Paris. Sie habe gestern einen anonymen Anruf erhalten, dem zufolge sich das Instrument in einem Auto vor ihrem Haus in Pantin befinde, sagte Gaillard. „Ich habe es auf der Rückbank gefunden.“

Gaillard war das Cello am Donnerstag vor ihrem Haus gestohlen worden. Die Solistin schrieb gestern auf Facebook, sie sei mit einem Messer bedroht worden. Der Täter sei zu Fuß mit dem Instrument und ihrem Handy geflüchtet. Sie rief alle Facebook-Nutzer auf, ihre Suchanzeige mit Fotos des kostbaren Cellos zu teilen.

Instrument von 1737

Das Instrument des italienischen Geigenbauers Francesco Goffriller stammt aus dem Jahr 1737 und ist die Leihgabe einer Bank an Gaillard. „Das ist kein Instrument, das man beim Hehler um die Ecke verkaufen kann“, hieß es aus Ermittlerkreisen. „Man braucht dafür zwangsläufig eine spezielle Vorgehensweise.“

Gaillard war im Jahr 2003 als beste Nachwuchssolistin für Klassik mit dem Preis „Victoires de la musique“ ausgezeichnet worden.

Mexiko: 13 Tote bei Hubschrauberabsturz in Erdbebengebiet

Beim Absturz eines Militärhubschraubers im Erdbebengebiet im Süden von Mexiko sind 13 Menschen ums Leben gekommen. Zwölf Menschen seien an der Unglücksstelle getötet worden, ein weiterer starb im Krankenhaus, wie die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaats Oaxaca gestern mitteilte. 15 weitere Menschen wurden verletzt.

Hubschrauberabsturz

APA/AP/Luis Alberto Cruz Hernandez

In dem Hubschrauber war Innenminister Alfonso Navarrete Prida in die Region gereist, um sich nach dem schweren Erdbeben der Stärke 7,2 ein Bild von der Lage zu machen. Der Pilot des Hubschraubers verlor kurz vor der Landung die Kontrolle und der Helikopter stürzte auf den letzten Metern ab, wie das Innenministerium mitteilte. Die Opfer warteten offenbar am Boden auf die Ankunft des Ministers, der unverletzt blieb.

Kultur

Florian Scheuba mit neuem Solo-Programm

Florian Scheubas neues Programm „Folgen Sie mir auffällig“ feiert am Dienstag Premiere im Wiener Stadtsaal. In seinem zweiten Solo-Programm wird es wieder politisch, etwa wenn er erklärt, was ein türkisches Dorf mit Donald Trump zu tun hat. Programme schreiben sich fast von selbst, so Scheuba im „Wien heute“-Interview, das heißt vor allem: „Sammelarbeit. Ich schneide mir ganz altmodisch Zeitungsartikel aus und hab ein kleines Archiv zu Hause.“

Mehr dazu in wien.ORF.at

Daniel Kahns „Verfremdungsklezmer“ in Wien

Heute gastiert der in Berlin lebende US-amerikanische Sänger und Liedermacher Daniel Kahn mit seiner Band The Painted Bird beim Klezmer-Festival im Vindobona in Wien. Kahn ist eine absolute Ausnahmeerscheinung in der kontemporären Klezmer-Szene.

Der Multiinstrumentalist gehört zur Speerspitze einer neuen Generation an Klezmer-Musikerinnen und -Musikern, zu denen auch Goeff Berner, Sarah Gordon und der in Wien lebende Sänger und Kontrabassist Benjy Fox-Rosen zählen. Was sie eint, ist die Gabe, die jiddischen Lieder des späten 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu aktualisieren und mit ihnen aktuelle gesellschaftliche Fragen aufzugreifen.

Sie widmen sich dem Liedgut mit großer Sorgfalt, ohne einer naiven Romantisierung des imaginiert pittoresken osteuropäischen Stetls anheimzufallen.

Lieder für die Deklassierten und Verstoßenen

So spielt für Kahn das Werk des Krakauer Dichters und Komponisten Mordechaj Gebirtig eine wichtige Rolle. Gebirtig hinterließ Hunderte jiddische Gedichte und Lieder. Im Jahr 1942 wurde er im Krakauer Ghetto von den Nazis ermordet. Von ihm stammt der berühmte „Arbetlosemarsch“, den Kahn als „March of The Jobless Corps“ übersetzt und neu interpretiert hat. Kahn wuchs in den 1980er und 1990er Jahren in Detroit auf, einer Stadt, die wie keine andere für den abgewirtschafteten Industriekapitalismus steht.

Daniel Kahn & The Painted Bird

www.paintedbird.de

Es ist naheliegend, dass er in seinen Liedern nicht nur die stolzen „Arbeiter“ besingt, sondern auch diejenigen, die nicht einmal in die Lage kommen, ausgebeutet zu werden – die Arbeitslosen, Deklassierten und Verstoßenen. Kahn widmet sich auch der Geschichte des „Algemeynen Yidisher Arbeter Bund“, einer sozialistischen Partei, die vor allem in Litauen, Polen und Russland aktiv war und die eine wichtige Rolle beim Aufbau des Widerstands im Warschauer Ghetto spielte.

„Ihr könnt tanzen, aber nicht zur Musik“

Kahn, der seine Songs in jiddischer, deutscher und englischer Sprache vorträgt, präsentiert im Vindobona sein aktuelles Album „The Butcher’s Share“. In dem titelgebenden Lied besingt er den Begriff des Warenfetisch klar und greifbar, dass es auch die YouTube-Generation versteht.

Außerdem erfährt man im aktuellen Album von Kahn, dass „Freiheit“ eigentlich ein Tätigkeitswort ist: Freiheit muss ständig aufs Neue angeeignet werden.

Kahn bedient sich in seinem Werk nicht nur einer Prise Punk, er entwickelt auch den Brecht’schen Begriff des Verfremdungseffekts weiter. Damit bezweckte Brecht einst, gesellschaftliche Widersprüche sichtbar zu machen und so eine kritischere und bewusstere Wahrnehmung des Gezeigten zu ermöglichen.

Kahn nennt seine Musik selbstbewusst „Verfremdungsklezmer“. „Ihr könnt tanzen, aber nicht zur Musik“, sagte er bei einem seiner Konzerte. Nicht nur das Publikum will Kahn zum Tanzen bringen, sondern auch, um mit Karl Marx zu sprechen, die Verhältnisse.

Religion

Paul VI. wird dieses Jahr heiliggesprochen

Papst Paul VI. wird noch in diesem Jahr heiliggesprochen. Das kündigte Papst Franziskus im Gespräch mit römischen Priestern an. Auszüge des am Donnerstag erfolgten Treffens mit den Geistlichen wurden gestern vom Vatikan veröffentlicht.

Papst Paul VI., 1968

APA/dpa

Die zuständige Behörde für Heiligsprechungen hat bereits ein weiteres Wunder anerkannt, das auf die Fürsprache des früheren Papstes Paul VI. erfolgt sei. Bereits für die 2014 erfolgte Seligsprechung musste dem früheren Pontifex Maximus ein Wunder nachgewiesen werden.

Gerüchte über Oktober

Nun muss Papst Franziskus endgültig entscheiden und ein Datum für die sogenannte Kanonisierung benennen. Die Heiligsprechung in Rom könnte Gerüchten zufolge im kommenden Oktober erfolgen. Im zweiten Halbjahr 2018 wird auch vielerorts ein Gedenken zum 40. Todestag von Giovanni Battista Montini, so der bürgerliche Name von Papst Paul VI., stattfinden.

Nach Pius X., Johannes XXIII. und Johannes Paul II. wäre Paul VI. der vierte Papst, der im 21. Jahrhundert heiliggesprochen wird. Das Seligsprechungsverfahren von Johannes Paul I. sei noch im Gange, erklärte Papst Franziskus. Er rief die Priester auf, für ihn und für den emeritierten Papst Benedikt XVI. zu beten.