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Ausland

CSU-Parteitag kürte Söder-Seehofer-Doppelspitze

Beim CSU-Parteitag in Nürnberg ist heute der bayrische Finanzminister Markus Söder fast einstimmig zu Horst Seehofers Nachfolger gekürt worden - in einer offenen Abstimmung, bei einigen wenigen Gegenstimmen. Die offizielle Stabsübergabe soll dann im ersten Quartal 2018 erfolgen.

Dann will Seehofer sein Amt abgeben, und Söder soll im Landtag zum neuen Ministerpräsidenten von Bayern gewählt werden. „Ich werde mich mit ganzer Kraft, mit ganzer Leidenschaft für dieses Land und die CSU einsetzen“, sagte Söder unter großem Applaus.

Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer und der bayerische Finanzminister Markus Söder

APA/dpa/Sven Hoppe

Seehofer wiedergewählt

Zuvor war Seehofer mit 83,7 Prozent als CSU-Vorsitzender wiedergewählt worden - nach dem bisherigen Tiefpunkt von 87,2 Prozent vor zwei Jahren. Seehofer bezeichnete das Votum als „gute Grundlage“ für die kommenden Monate. Die Parteispitze hatte sich Anfang Dezember auf die Doppelspitze aus Seehofer und Söder verständigt.

Er habe die politische Verantwortung für das schlechte Ergebnis bei der Bundestagswahl übernommen, „auch wenn die Ursache in Berlin lag“, sagte Seehofer - ein Seitenhieb auf die deutsche Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel. Seehofer hatte ihre Flüchtlingspolitik lange Zeit scharf kritisiert. Er soll zunächst noch als Regierungschef die Sondierungen mit der SPD in Berlin für die CSU führen.

US-Regierung gibt Seuchenbehörde Formulierungen vor

Die US-Regierung hat nach einem Bericht der „Washington Post“ der Seuchenbehörde CDC eine Liste von sieben Wörtern gegeben, die sie nicht in bestimmten Dokumenten verwenden darf. In einigen Fällen wurden den CDC-Mitarbeitern nach Angaben der Zeitung alternative Formulierungen vorgeschlagen.

Das hätten hochrangige CDC-Beamte Mitarbeitern am Donnerstag mitgeteilt, schilderte die Zeitung heute unter Berufung auf einen Politikanalysten, der an dem Treffen teilgenommen hatte. Den Angaben zufolge reagierten die Menschen im Raum mit „Ungläubigkeit“. Er selbst habe einen derartigen Schritt aus ideologischen Gründen bisher noch nie erlebt, wurde der Analyst zitiert.

„Fötus“ und „Transgender“ künftig verboten

Verboten sind laut der Zeitung „Transgender“, „verwundbar“, „Fötus“, „Diversität“ (Vielfalt), „Anspruchsberechtigung“, „auf wissenschaftlicher Grundlage“ und „auf der Grundlage von Beweisen“ in allen offiziellen Papieren, die von der CDC - der Topgesundheitsbehörde der USA - im Zusammenhang mit ihrem Budgetvorschlag für das nächste Haushaltsjahr erstellt werden.

Der Zeitung zufolge werden die nun verbotenen Wörter unter anderem im Zusammenhang mit bestimmten Forschungsprojekten und Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung verwendet. Als Beispiel wurden Programme zur Verhütung von Aids unter Transgendern oder Forschungen zu den Auswirkungen des Zika-Virus auf Föten genannt.

Neue Formulierungen

Die Regierung von Präsident Donald Trump schlägt auch neue Formulierungen vor. Statt „auf wissenschaftlicher Grundlage“ oder „auf der Grundlage von Beweisen“ soll es heißen: „Die CDC basiert ihre Empfehlungen auf Wissenschaft unter Berücksichtigung öffentlicher Standards und Wünsche.“

Die CDC ist dem Gesundheitsministerium unterstellt, hat mehr als 12.000 Mitarbeiter und ein jährliches Budget von umgerechnet etwa sechs Milliarden Euro. Sie ist nicht nur in den USA aktiv, sondern weltweit, und ihre Aufgaben reichen von der Verhütung ansteckender Krankheiten über Nahrungsmittelsicherheit bis hin zur Bekämpfung von Krebs und Herzerkrankungen.

Zwei IS-Massengräber im Irak entdeckt

Im Nordwesten des Irak sind zwei Massengräber mit Opfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefunden worden. Insgesamt seien im dortigen Sindschar-Gebirge rund 90 Leichen verscharrt gewesen, meldete die kurdische Nachrichtenseite Rudaw heute. In der Region leben vor allem Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden.

Ein Kämpfer einer lokalen Miliz erklärte, bei den meisten Opfern handle es sich um junge Männer, die gegen den IS gekämpft hätten. Unter den Leichen seien aber auch getötete Frauen und Kinder.

In der Region waren bereits mehrfach IS-Massengräber entdeckt worden. Die Extremisten hatten das Sindschar-Gebirge im Sommer 2014 überrannt und dabei Tausende Jesiden getötet oder verschleppt. Zehntausende Menschen flohen vor der Terrormiliz. Ende 2015 konnten kurdische Peschmerga-Kämpfer große Teile des Gebiets einnehmen. Die IS-Extremisten verfolgen die Jesiden als „Teufelsanbeter“.

Ungarischer Minister wettert gegen Flüchtlingsverteilung

Der ungarische Minister für Humanressourcen, Zoltan Balog, hat sich mit scharfen Worten gegen eine Verteilquote für Flüchtlinge in der EU ausgesprochen. Solange es keine einvernehmliche Einigung gebe, sollten die anderen Länder „nicht vergewaltigt“ werden, sagte Balog heute im Deutschlandfunk.

Nötig sei eine Solidarität, die den Mitgliedsstaaten gerecht werde. „Da wird moralisierend an einem Punkt festgemacht, wer böse ist und wer nett“, sagte der Minister. „Wir fühlen uns wohl in der EU, wir fühlen uns zu Hause. Das Einzige, was wir wollen, ist, dass diese Entscheidungsvorrichtungen, die immer das Recht des Stärkeren hervorbringen, geändert werden“, sagte Balog.

Der Streit über die Verteilquote von Flüchtlingen in der EU war beim EU-Gipfel in Brüssel in dieser Woche wieder aufgeflammt. Während mehrere osteuropäische Länder, darunter Ungarn, sich weiter der Aufnahme von Flüchtlingen verweigern, beharren die restlichen EU-Staaten auf der Umsetzung des bisherigen Mehrheitsbeschlusses, 120.000 Flüchtlinge aus Griechenland und Italien auf alle EU-Länder zu verteilen. Die EU hat sich noch bis Juni Zeit gegeben, um die Reform zu verabschieden.

Trump bei US-Steuerreform vor Ziellinie

US-Präsident Donald Trump steht mit seinem Plan für eine umfassende Steuerreform praktisch vor der Ziellinie. Die zwei Senatoren Marco Rubio und Bob Corker, die zuvor mit einer Ablehnung des Gesetzesvorhabens gedroht hatten, kündigten gestern ihre Zustimmung an.

Damit galt es als nahezu sicher, dass das Reformgesetz in der kommenden Woche sowohl im Abgeordnetenhaus als auch im Senat mit der Mehrheit der republikanischen Stimmen verabschiedet wird. Damit könnte es Trump wie von ihm erhofft noch vor Weihnachten unterzeichnen.

Vorteile für reiche Amerikaner

Viele Details waren bisher noch nicht bekannt. Nachdem Abgeordnetenhaus und Senat jeweils eigene Vorlagen verabschiedet hatten, wurde eine Kompromissversion erst zu Mittag (Ortszeit) festgezurrt.

Die Kernpunkte sind jedoch bereits klar: Massive Steuersenkungen für Unternehmen und Vorteile vor allem für reichere Amerikaner, während Ärmere und die Mittelschicht weniger profitieren dürften.

Die Kompromissvorlage enthält zudem eine Abschaffung der Krankenversicherungspflicht für alle, die unter Trumps Vorgänger Barack Obama eingeführt worden war. Das Haushaltsdefizit wird bei einer Umsetzung des Vorhabens nach unabhängigen Berechnungen im Zeitraum von zehn Jahren um eine Billion Dollar wachsen.

Gericht stoppt Trump-Vorstoß gegen kostenlose Verhütung

Rückschlag für US-Präsident Donald Trump: Eine US-Bundesrichterin hat gestern (Ortszeit) eine Entscheidung der Trump-Regierung vorübergehend ausgesetzt, wonach der von Arbeitgebern bereitgestellte Krankenversicherungsschutz auch kostenlose Verhütungsmittel mit einschließen muss.

Richterin Wendy Beetlestone aus dem US-Staat Pennsylvania zeigte sich überzeugt, dass die Maßnahme der Regierung Tausenden Frauen in den USA schaden würde. Die US-Regierung hatte im Oktober eine entsprechende Leistungspflicht aus der Gesundheitsreform von Trumps Vorgänger Barack Obama gestrichen.

Die Streichung der Klausel zu Verhütungsmitteln solle die „moralischen Überzeugungen von bestimmten Institutionen und Individuen schützen“, hieß es. Zuvor durften sich nur religiöse Institutionen weigern, einen solchen Zusatz im Krankenversicherungsschutz anzubieten.

Rund die Hälfte der US-Bevölkerung bezieht ihre Krankenversicherung über den Arbeitgeber. Es ist davon auszugehen, dass die US-Regierung gegen die Entscheidung der Bundesrichterin in Berufung geht.

Venezuelas Regierung und Opposition verhandeln weiter

Regierung und Opposition von Venezuela wollen ihre Verhandlungen über einen Ausweg aus der schweren politischen und wirtschaftlichen Krise des Landes im Jänner fortsetzen. Am 11. Jänner solle ein Arbeitstreffen stattfinden, am 12. sollten dann die Außenminister dazustoßen, erklärte der Präsident der Dominikanischen Republik, Danilo Medina, gestern (Ortszeit).

Damit ging die zweiten Gesprächsrunde in der dominikanischen Hauptstadt Santo Domingo zu Ende. Medina sprach von „beachtlichen“ Fortschritten, doch könne er diese nicht verkünden, weil es sich um ein Gesamtpaket handle. „Solange es keine globale Einigung gibt, können wir nichts verkünden“, sagte er nach den rund acht Stunden währenden Verhandlungen.

Mehrere Länder wie Chile, Mexiko und Bolivien sowie der frühere spanische Regierungschef Jose Luis Rodriguez Zapatero begleiten den Dialogprozess. Chiles Außenminister Heraldo Munoz äußerte die Hoffnung, dass es am 12. Jänner zu einer Einigung komme.

Monatelanger Machtkampf

Vor Beginn der Gespräche hatten Vertreter der venezolanischen Regierung erklärt, sie würden keine Einigung unterzeichnen, und es werde keine Präsidentschaftswahl 2018 geben, wenn nicht die USA zuvor ihre Wirtschaftssanktionen gegen Caracas aufheben würden. Das US-Außenministerium erklärte daraufhin in Washington, dafür müssten erst „die Demokratie und die verfassungsrechtliche Ordnung“ in Venezuela wiederhergestellt werden.

In Venezuela tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen der Regierung und der Mitte-rechts-Opposition. Das lateinamerikanische Land befindet sich trotz reicher Erdölvorkommen in einer tiefen Wirtschaftskrise, die zu schweren Versorgungsengpässen geführt hat. Die Opposition macht Präsident Nicolas Maduro für die Misere verantwortlich. Bei Massenprotesten gegen die Regierung wurden zwischen April und Juli 125 Menschen getötet. Teile der Opposition lehnen die Verhandlungen mit der Regierung ab.

Inland

Personalrochaden bei der FPÖ

Die FPÖ wird am Dienstag in ihrer Klubsitzung die Weichen für die Besetzung der Klubführung sowie des Amts des Dritten Nationalratspräsidenten stellen. Der Parlamentsklub dürfte dem Vernehmen nach künftig von einer Doppelspitze - bestehend aus Johann Gudenus und Walter Rosenkranz - geleitet werden. Als Kandidatin für das Amt der Dritten Nationalratspräsidentin gilt Anneliese Kitzmüller als gesetzt.

Eine offizielle Bestätigung für diese Personalia gab es nach der Sitzung der FPÖ-Parteileitung nicht. NR-Abgeordneter Rosenkranz verwies nach dem Ende der Veranstaltung auf die Sitzung des Parlamentsklubs am Dienstag. Kitzmüller, die die ÖVP-FPÖ-Koalition in der „Steuerungsgruppe“ federführend mitverhandelt hatte, zeigte sich auf Journalistenfragen grundsätzlich bereit, das Amt der Dritten Präsidentin zu übernehmen: „Dort, wo man mich hinstellt als brave Bürgerin Österreichs, das mache ich gerne.“

Koalition: Frauenanteil steigt auf 37,5 Prozent

Ein gutes Stück weiblicher wird die neue Bundesregierung mit ihrer Angelobung. Der Frauenanteil steigt von zuletzt 26,7 auf 37,5 Prozent (inklusive Staatssekretäre). Dabei schickt die ÖVP wesentlich mehr Frauen: Die FPÖ bringt es mit zwei Frauen im siebenköpfigen Team auf 28,6 Prozent. In der neunköpfigen ÖVP-Riege finden sich hingegen drei Ministerinnen und eine Staatssekretärin - das sind 44,4 Prozent.

In der ÖVP spricht man sogar von „50 Prozent“ Frauenanteil - wobei man den Kanzler selbst aber weglässt, denn er drückt als Mann die Quote auf 44,4 Prozent. Geht man streng nach Gesetz wird die Frauenquote noch niedriger: Denn dann werden Staatssekretäre nicht als Regierungsmitglieder gezählt - und somit kommt die ÖVP (die eine Staatssekretärin hat) auf nur 37,5 Prozent sowie das Kabinett Sebastian Kurz gesamt auf 35,7.

Die höchste Quote aller Zeiten ist das freilich nicht. In der vorigen ÖVP-FPÖ-Koalition gab es schon einmal 39 Prozent. Genauso hoch fiel der Frauenanteil im ersten Regierungsteam von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) - und SPÖ-Kanzler Alfred Gusenbauer regierte mit 40 Prozent Frauen im Team.

Sport

Fußball: Stöger freut sich auf „Gelbe Wand“

Der Traumeinstand von Peter Stöger als Trainer von Borussia Dortmund hat den Traditionsclub am Dienstag in Mainz aufatmen lassen. Nun kommt es heute zum Heimdebüt gegen Hoffenheim. Stöger freut sich dabei vor allem auf die als „Gelbe Wand“ bekannte Südtribüne mit fast 25.000 Stehplätzen. Und dass es ein Duell mit Stögers potenziellem Nachfolger Julian Nagelsmann ist, macht die Partie noch brisanter.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Bundesliga: Rapid will Blockade in St. Pölten lösen

Rapid hofft heute in der Bundesliga auf einen versöhnlichen Jahresabschluss. Nach vier Spielen ohne Sieg haben die Hütteldorfer den Anschluss an die Spitze verloren, beim Gastspiel bei Schlusslicht St. Pölten hofft Trainer Goran Djuricin auf eine Trendwende. Der Wiener haderte zuletzt mit der fehlenden Kaltschnäuzigkeit und hofft auf „einen Knackpunkt, der die Blockade löst und ab dem wir wieder mehr Chancen verwerten“. Allerdings wittert St. Pölten seine Chance und hofft, gegen Rapid mit dem zweiten Saisonsieg einen kleinen Schritt aus der Krise zu machen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Lada liefert erstmals seit Jahren wieder Autos nach Kuba

Erstmals seit zwölf Jahren hat der russische Autohersteller Avtovaz wieder Modelle seiner Traditionsmarke Lada nach Kuba geliefert. Es seien 320 Wagen vom Typ Lada Vesta dorthin gebracht worden, sagte Michail Rjabow, Manager eines Werkes in Ischewsk, heute laut der Agentur Interfax.

Zuvor hatte der Konzern mit Sitz in der Wolgastadt Togliatti die „Rückkehr nach Kuba“ mit einer Lieferung von rund 350 Fahrzeugen angekündigt. Diese sollen unter anderem bei Tourismus- und Taxiunternehmen zum Einsatz kommen. „Kuba gehört zu unseren bevorzugten Exportmärkten“, sagte Avtovaz-Chef Nicolas Maure.

Oldtimer verschwinden langsam von Kubas Straßen

Die Karibik-Insel ist bei Touristen für ihre vor allem amerikanischen Oldtimer im Straßenverkehr bekannt. Wegen der allmählichen Öffnung des Marktes durch die sozialistische Führung rechnen Beobachter aber damit, dass die alten Fahrzeuge nach und nach von den Straßen verschwinden werden. Avtovaz-Chef Maure sagte, Lada habe in Kuba eine große Tradition. Bis heute würden alte Modelle dort genutzt.

Im Gespräch mit der dpa hatte Maure Anfang 2017 gesagt, er wolle Lada wieder zu einer Exportmarke machen. Hauptziel seien Ex-Sowjetrepubliken etwa in Zentralasien. „Später wollen wir nach Nahost, Afrika und Lateinamerika expandieren“, sagte er.

Lada mit dem Segelboot als Logo ist Marktführer in Russland. Zu Sowjetzeiten wurden die Autos im Westen durch den Schiguli mit seiner markant-eckigen Form bekannt geworden.

Ryanair will rasche Verhandlung mit Piloten

Die irische Billigfluglinie Ryanair will noch vor Weihnachten mit Pilotengewerkschaften über die Arbeitsbedingungen sprechen, um drohende Streiks rund um die Feiertage zu verhindern. Andere Berufsgruppen sollen aber ausdrücklich ausgenommen bleiben.

Manager Peter Bellew sagte der italienischen Zeitung „La Repubblica“ (Samstag-Ausgabe), die Gespräche mit den Vertretungen der Piloten sollten möglichst in der neuen Woche an den wichtigsten Drehkreuzen der Airline beginnen, spätestens aber im Jänner. Das Unternehmen sei allerdings nicht bereit, die Verhandlungen auf das Kabinenpersonal auszuweiten. Auch diese Gruppe verlangt die Anerkennung gewerkschaftlicher Vertreter für seine Belange. „Wir sprechen nur mit Piloten“, betonte Bellew.

Das bisherige Entgegenkommen sei „ein großer Schritt des Wandels“ für Ryanair, meinte der Manager in dem Interview. „Wir bluffen nicht. (...) Wir meinen es sehr ernst.“

Pilotengewerkschaft kritisiert Arbeitsbedingungen

Die Iren waren wiederholt kritisiert worden. Unter anderem soll es dort laut der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, aber umstrittene Dienstplanregeln und viele in Scheinselbstständigkeit arbeitende Kollegen geben. Den Anteil selbstständiger Piloten gab Bellew mit 24 Prozent an.

Die VC hatte zuvor erklärt, mit Ryanair verhandeln zu wollen. Zugleich warnte sie die Fluggesellschaft vor lediglich symbolischen Schritten. Sollte sich alles „als reine Hinhaltetaktik herausstellen, werden wir auf diese auf das Schärfste reagieren“, sagte Gewerkschaftschef Ilja Schulz. In mehreren europäischen Ländern hatten Piloten zuvor mit Ausständen gedroht. Die italienische Gewerkschaft Anpac hatte den Streik dann auch abgesagt.

Aston Martin soll vor Börsengang oder Verkauf stehen

Die Besitzer von Aston Martin bereiten Insidern zufolge einen Börsengang oder einen Verkauf des britischen Sportwagenherstellers vor. Die italienische Beteiligungsgesellschaft Investindustrial und eine Gruppe kuwaitischer Investoren, die zusammen mehr als 90 Prozent an Aston Martin hielten, hätten eine strategische Überprüfung eingeleitet, sagten gestern mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Eigner hätten die Investmentbank Lazard engagiert, um einen vorläufigen Plan auszuarbeiten, verlautete weiter aus den Kreisen. Dieser könnte in einer Neuemission der Automarke an der Börse im dritten oder vierten Quartal 2018 oder in einen Verkauf münden.

Notierung am Aktienmarkt wahrscheinlicher

Eine Transaktion könnte den Sportwagenhersteller mit zwei bis drei Milliarden Pfund (umgerechnet rund 2,3 bis 3,4 Milliarden Euro) bewerten. Eine Notierung am Aktienmarkt sei die wahrscheinlichere Option als ein Verkauf.

Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht getroffen worden, hieß es weiter. Es sei aber auch möglich, dass die Investoren die Kontrolle behielten. Investindustrial wollte sich nicht dazu äußern. Bei Aston Martin und Lazard war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die durch James-Bond-Filme bekannte Automarke hatte in den vergangenen sechs Geschäftsjahren durchweg Verluste geschrieben. Für dieses Jahr strebt sie nach einem Plus im ersten Halbjahr aber einen Gewinn an. Aston Martin war in seiner mehr als 100-jährigen Geschichte siebenmal insolvent und gehörte bis 2007 zum US-Autobauer Ford.

Chronik

Drei Tote bei Tropensturm auf den Philippinen

Der Tropensturm „Kai-Tak“ hat auf den Philippinen drei Menschen in den Tod gerissen. Sechs Menschen wurden nach den Erdrutschen in den Provinzen Leyte und Eastern Samar heute noch vermisst, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte. Unter den Toten sei ein zwei Jahre altes Kind.

Menschen stehen auf einer überfluteten Straße

APA/AFP/Alren Beronio

Zehntausende auf der Flucht

40.000 Menschen mussten wegen des Sturms ihre Häuser verlassen. Es wurde erwartet, dass „Kai-Tak“ mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern in der Nacht im Norden von Samar auf Land treffen werde. Der staatliche Wetterdienst sagte vorher, dass der Sturm dann weiter zum Zentrum des Inselstaates ziehen werde.

Die durch den Zyklon „Kai-Tak“ ausgelösten heftigen Regenfälle sorgten auf den Inseln Samar und Leyte bereits für Überschwemmungen und Erdrutsche. Auf den Inseln leben insgesamt rund 4,5 Millionen Menschen. Vor vier Jahren hatte dort Supertaifun „Haiyan“ gewütet. Damals waren mehr als 7.350 Menschen ums Leben gekommen oder gelten seitdem als vermisst.

Wind könnte Feuer in Kalifornien gefährlicher machen

Zunehmender Wind könnte die Lage bei den Bränden im US-Bundesstaat Kalifornien über das Wochenende verschärfen. Laut der Vorhersage der Wetterdienste ist es auch möglich, dass die Rettungskräfte mit Rauch und Staub zu kämpfen haben. „Egal, wie man es betrachtet, die Gefährlichkeit des Feuers wird sich über das Wochenende erhöhen“, sagte der Meteorologe Ken Clark.

Feuersbrunst vor einem Wohnhaus

APA/AP/Santa Barbara County Fire Department/Mike Eliason

Das Thomas-Feuer nahe Santa Barbara und Ventura war zuvor zum viertgrößten Flächenbrand in Kalifornien seit 1932 angewachsen. Es wütet bereits seit mehr als zehn Tagen. Mit Regen ist noch nicht zu rechnen. Erst morgen Nacht sollte der Wind abnehmen.

Gesundheit

Science

Oxford-Wörterbuch kürte „Youthquake“ zum Wort 2017

Das berühmte Oxford-Wörterbuch hat „Youthquake“ (zu Deutsch etwa „Jugendbeben“) zum Wort des Jahres gekürt. Es beschreibe eine „bedeutende kulturelle, politische oder soziale Veränderung, die aus Aktionen oder dem Einfluss junger Menschen“ entstehe, erklärte das Wörterbuch der englischen Sprache gestern.

Das Wort war bei der britischen Parlamentswahl im Juni in Mode gekommen, bei der die Beteiligung junger Wähler stark gestiegen war. Noch mehr zum Einsatz kam „Youthquake“ dann bei der Parlamentswahl im September in Neuseeland. Ursprünglich geprägt hatte es jedoch Diana Vreeland vom „Vogue“-Magazin 1965: Damals beschrieb sie so die Art und Weise, wie die Jugendkultur Mode und Musik veränderten.

„Youthquake“ setzte sich gegen acht weitere Wörter auf der Shortlist durch. Der Chef des Oxford-Wörterbuchs, Caspar Grathwohl, erklärte, für ihn sei entscheidend, dass es sich um ein „seltenes politisches Wort“ handle, das Hoffnung anklingen lasse - in Zeiten, in denen „unsere Sprache unsere sich vertiefende Ruhelosigkeit und erschöpften Nerven widerspiegelt“.

Kultur

Ältester Mensch Europas mit 116 in Spanien gestorben

Der wohl älteste Mensch Europas ist tot: Die Spanierin Ana Vela Rubio sei im Alter von 116 Jahren in einem Seniorenheim in Barcelona gestorben, berichteten spanische Medien heute. Die am 29. Oktober 1901 in Andalusien geborene Pensionistin war laut der internationalen Gerontology Research Group (GRG) die älteste Einwohnerin Europas und der drittälteste Mensch der Welt.

Die Liste führt die am 4. August 1900 geborene Japanerin Nabi Tajima an. Vela Rubio, eine ehemalige Schneiderin, wurde in Südspanien geboren, lebte aber schon seit den 1940er Jahren in Katalonien, wie die Zeitung „El Pais“ berichtete. Seit vier Monaten wohnte auch ihre 90-jährige Tochter im selben Seniorenheim. Erst vor eineinhalb Monaten hatte Vela Rubio dort ihren 116. Geburtstag gefeiert.

Zeitlebens habe sie kaum gesundheitliche Probleme gehabt, dann aber mit 109 Jahren einen Oberschenkelbruch erlitten, der operiert werden musste. Danach habe sich ihr Zustand verschlechtert. „Sie ist friedlich in ihrem Bett eingeschlafen, ohne zu leiden“, hieß es aus dem Seniorenheim.

Nun Italienerin älteste lebende Person

Erst im April war die Italienerin Emma Morano gestorben, der letzte noch lebende Mensch, der im 19. Jahrhundert geboren worden war. Seit Mai 2016 stand sie als ältester Mensch der Welt im Guinness Buch der Rekorde. Die älteste Europäerin ist nach dem Tod Vela Rubios nun erneut eine Italienerin: die 115-jährige Giuseppina Projetto.

Panorama

Hochzeit von Prinz Harry: Ansturm auf Hotels in Windsor

Nur wenige Stunden nach der Ankündigung des Hochzeitdatums von Prinz Harry (33) und Meghan Markle (36) sind nahezu alle Hotels in der britischen Stadt Windsor ausgebucht gewesen. Bereits gestern Abend waren online keine Unterkünfte mehr zu bekommen.

Wer dennoch die Suche nach einer Bleibe nicht aufgeben wolle, müsse Hotels telefonisch abklappern, sagte ein Behördensprecher. Denn einige wenige Unterkünfte böten ihre Zimmer nicht online an.

Prinz Harry und die US-amerikanische Schauspielerin Markle („Suits“) wollen am 19. Mai kommenden Jahres heiraten, wie der Kensington-Palast mitgeteilt hatte. Die Feier ist auf Schloss Windsor westlich von London geplant. Das Paar will sich dort in der St.-George’s-Kapelle das Jawort geben.

Rumänien verabschiedet sich mit Pomp von König Michael I.

Als König konnte er zwar nur wenige Jahre lang herrschen, doch im Tod ist König Michael I. (Mihai I.) wieder der Liebling der Rumänen. Der rumänische Staat gedenkt mit dreitägiger Staatstrauer und Feierlichkeiten an mehreren Schauplätzen des am 5. Dezember im Alter von 96 Jahren in der Schweiz verstorbenen früheren Monarchen.

Der Leichnam des ehemaligen Herrschers wurde am Mittwoch nach Rumänien gebracht und zunächst in der früheren königlichen Sommerresidenz Peles im Karpaten-Kurort Sinaia aufgebahrt, wo ihm Staatspräsident Klaus Johannis und andere führende Persönlichkeiten die letzte Ehre erwiesen. Anschließend wurde der Sarg nach Bukarest gebracht und bis gestern Abend im dortigen Königsschloss aufgebahrt, wo ein Besuch allen Interessierten offenstand.

Ehrenbegräbnis für den rumänischen König Michael I.

APA/AP/Vadim Ghirda

Adel nimmt an Feierlichkeiten teil

Heute erfolgt dann zunächst der Begräbnisgottesdienst in der Bukarester orthodoxen Kathedrale, bevor der Leichnam an den traditionellen Begräbnisort der rumänischen Könige, in das 150 Kilometer nordwestlich von Bukarest gelegene Curtea de Arges, gebracht wird. In der dortigen erst im Jahr 2009 erbauten neuen Kathedrale ruht bereits Michaels 2016 verstorbene Gemahlin Anna von Bourbon-Parma.

An den Begräbnisfeiern werden nach Angaben der rumänischen Nachrichtenagentur Agerpres unter anderen der schwedische König Carl Gustaf XVI. mit Königin Silvia, Großherzog Henri von Luxemburg, der frühere spanische König Juan Carlos mit Königin Sofia und der britische Kronprinz Charles teilnehmen. Auch zahlreiche Vertreter ehemals herrschender Häuser, etwa Karl und Georg Habsburg-Lothringen, haben sich angesagt.

Mit fünf auf dem Thron

Der 1921 in Sinaia geborene Michael aus dem Haus Hohenzollern-Sigmaringen war bereits im Alter von fünf Jahren 1927 auf den Thron des rumänischen Königreiches gelangt, da sein Vater Kronprinz Karl, der mit seinen Frauengeschichten wiederholt für Skandale gesorgt hatte, zuvor von der Thronfolge ausgeschlossen worden war.

1930 kehrte sein Vater allerdings aus dem Exil zurück und bestieg als Karl II. (Carol II.) den Thron, musste jedoch bereits 1940 aufgrund politischen Drucks wegen der zahlreichen, von NS-Diktator Adolf Hitler oktroyierten Gebietsverluste des Landes zugunsten seines Sohnes abdanken.

Der junge Monarch vollbrachte seine wichtigste politische Tat am 23. August 1944, als er den mit Hitler verbündeten faschistischen Diktator Ion Antonescu festnehmen ließ und anschließend Deutschland den Krieg erklärte. Doch bereits 1947 musste er auf Druck der Kommunisten abdanken und ins Exil gehen. Erst nach dem Sturz des kommunistischen Diktators Nicolae Ceausescu 1989 reiste er erneut nach Rumänien und erhielt auch einige Immobilien zurück. Nach seinem Tod ist nun die älteste seiner fünf Töchter, Margarita, Oberhaupt des rumänischen Königshauses und „Hüterin der Krone“.