Ausland

Putin weist Vorwürfe wegen MH17-Abschuss zurück

Der russische Präsident Wladimir Putin hat jüngste Vorwürfe gegen sein Land im Zusammenhang mit dem Abschuss des Malaysia-Airlines-Flugzeugs MH17 über der Ostukraine vor vier Jahren zurückgewiesen. „Natürlich nicht“, antwortete Putin heute beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg auf die Frage, ob das Passagierflugzeug im Juli 2014 durch eine russische Rakete abgeschossen wurde.

Eine internationale Untersuchungskommission war gestern zu dem Schluss gekommen, die Rakete, die das Flugzeug abgeschossen habe, sei von der 53. Flugabwehrbrigade der russischen Armee abgefeuert worden. Das internationale Ermittlungsteam besteht aus Experten der Länder, aus denen die Opfer stammten. Ein Großteil der 298 Opfer waren Niederländer, 28 waren Australier.

„Kein Vertrauen“ in Untersuchung

Putin sagte, dass Russland den niederländischen Untersuchungserkenntnissen nicht vertraue. Moskau sei nämlich nicht in die Untersuchung involviert gewesen. Dagegen schlossen sich mehrere westliche Regierungen den Erkenntnissen der Niederlande an, darunter die USA, Deutschland und Großbritannien.

„Wir fordern Russland auf, die Verantwortung anzuerkennen und zu kooperieren, um die Wahrheit herauszufinden und Gerechtigkeit für die Opfer des Flugs MH17 zu erlangen“, sagte der niederländische Außenminister Stef Blok. Die Niederlande und Australien würden finanzielle Entschädigungen verlangen, und ein möglicher nächster Schritt sei, den Fall vor ein internationales Gericht zu bringen.

Appelle von EU und NATO

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini forderte Moskau in einer Erklärung auf, „seine Verantwortung zu übernehmen“ und vollständig an allen Bemühungen mitzuwirken, um die Schuldfrage in dem Fall zu klären. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg appellierte ebenfalls an Russland, „Verantwortung zu übernehmen“.

Bellingcat: Russischer Offizier verantwortlich

Das Recherchenetzwerk Bellingcat identifizierte nach eigenen Angaben einen mutmaßlichen Hauptverantwortlichen. Es handle sich um einen hohen russischen Offizier, berichtete Bellingcat in Den Haag. Der Offizier sei 2014 in der Ostukraine verantwortlich für den Transport des Luftabwehrraketensystems vom Typ Buk von und nach Russland gewesen. Bellingcat hatte bereits mehrmals versucht, die Geschehnisse zu rekonstruieren. Allerdings gibt es auch grobe Zweifel an den Methoden und Schlussfolgerungen des Netzwerks.

Atomdeal retten: Iran setzt Europäern Frist bis 31. Mai

Im Tauziehen um die Rettung des Iran-Atomdeals nach dem Ausstieg Washingtons erhöht Teheran seinen Druck auf die Europäische Union. Die EU-Staaten hätten noch bis zum 31. Mai Zeit, um einen Plan zur Eindämmung der Folgen des US-Ausstiegs zu präsentieren, sagte ein iranischer Spitzendiplomat heute nach Gesprächen der verbleibenden Vertragsparteien des Atomabkommens in Wien.

Spitzendiplomaten aus dem Iran sowie Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Russland und China waren zu ihrem ersten Treffen nach dem US-Ausstieg zusammengekommen. Das im Juli 2015 geschlossene Abkommen sieht regelmäßige Zusammenkünfte der Gemeinsamen Kommission vor. Bei einem Treffen Mitte März hatten sich die USA noch zu dem Atomdeal bekannt. Anfang Mai erklärte US-Präsident Donald Trump dann den Ausstieg aus dem Abkommen.

„Sind nicht besonders zuversichtlich“

Diplomaten sehen aber nur wenige Chancen auf eine gütliche Lösung. „Um ehrlich zu sein, wir sind nicht besonders zuversichtlich“, sagte ein iranischer Diplomat zum Auftakt der Gespräche in Wien. „Wir erwarten, dass das Paket (wirtschaftlicher Maßnahmen) bis Ende Mai präsentiert wird. Leider muss ich sagen, dass wir den Plan B noch nicht gesehen haben. Man hat gerade erst damit angefangen, diesen Plan B auszuarbeiten“, kritisierte der Diplomat.

Konkret fordert Teheran eine Fortsetzung seiner Ölexporte sowie einen Zugang zum internationalen Finanzsystem über das SWIFT-System. Der iranische Vizeaußenminister Abbas Araqchi sagte Journalisten, dass die Gespräche fortgesetzt würden.

„Machen uns keine Illusionen“

Die USA scheinen unterdessen entschlossen, die Gespräche zwischen den Europäern und dem Iran zum Scheitern zu bringen. US-Außenminister Mike Pompeo drohte Teheran nämlich am Montag „mit den schärfsten Sanktionen der Geschichte“, wenn es sein Verhalten im Nahen Osten nicht ändere. Die USA und Israel werfen dem Iran vor, in mehreren Staaten des Nahen Osten radikalislamische Terrororganisationen zu unterstützen und die regionale Stabilität zu gefährden.

„Pompeo war für uns wie eine kalte Dusche“, sagte ein europäischer Diplomat. „Wir versuchen, am Deal festzuhalten, aber wir machen uns keine Illusionen.“

Gespräche über Ministerliste in Italien dauern an

Die Verhandlungen über die Zusammensetzung der neuen Regierung in Rom dauern weiter an. Mit der Vorstellung der Ministerliste wird am Wochenende gerechnet, verlautete heute aus dem Umfeld der Fünf-Sterne-Bewegung. Probleme treten wegen der Besetzung des Postens des Wirtschaftsministers auf, berichteten italienische Medien.

Der designierte Premier Giuseppe Conte besuchte am Nachmittag Staatspräsident Sergio Mattarella und berichtete ihm über die Entwicklung bei der Zusammensetzung der neuen Regierung. Es handelte sich um ein informelles Gespräch, bei dem Conte Mattarella keine Ministerliste vorlegte, so italienische Medien.

Umstrittener Kandidat für Wirtschaftsministerium

Conte stößt laut Insidern auf Probleme mit der Besetzung des Wirtschaftsministeriums. Die rechte Lega, Juniorpartner in einer möglichen Regierung mit der Fünf-Sterne-Bewegung, beharre auf der Nominierung des europakritischen Ökonomen Paolo Savona als Wirtschaftsminister, hieß es. Staatsoberhaupt Mattarella deutete den Medienberichten zufolge jedoch an, gegen Savona zu sein.

Der Ökonom sieht den Euro als „deutsches Gefängnis“ für Italien. Der 81-jährige Euro-Skeptiker, der über Erfahrungen im Finanzsektor, in der Wissenschaft, aber auch als Industrieminister verfügt, droht die Finanzmärkte mit eurokritischen Ansichten zu verschrecken.

Zuvor hatte Conte die Chefs der Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung, Matteo Salvini und Luigi Di Maio, getroffen. Beratungen wurden über die Ministerliste geführt. „Das Treffen ist gut verlaufen. Wir verstehen uns, als hätten wir jahrelang zusammengearbeitet“, sagte Di Maio, ohne Angaben zum Thema Wirtschaftsminister zu machen.

Spaniens Regierungschef Rajoy lehnt Neuwahl ab

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy lehnt Neuwahlen ab. „Das ist schlecht für Spanien und schlecht für die Spanier und erzeugt nur Unsicherheit“, sagte der 63-Jährige heute auf einer eilends einberufenen Pressekonferenz, nachdem die Sozialisten heute einen Misstrauensantrag gegen ihn eingebracht hatten.

Es ist unklar, ob die Initiative im Parlament gelingt. Um Rajoy zu stürzen, sind die Sozialisten auf Stimmen der populistischen Podemos und der liberalen Ciudadanos angewiesen. Ciudadanos forderte heute Neuwahlen. Falls diese nicht ausgerufen würden, sei man zu dem Misstrauensantrag gegen Rajoy bereit, erklärte die liberale Partei.

Schwarze Kassen für Wahlkämpfe

Der frühere Schatzmeister der Konservativen, Luis Barcenas, war gestern zu 33 Jahren Haft verurteilt worden. Ihm wurden Geldwäsche, persönliche Bereicherung und Steuerstraftaten zur Last gelegt. Die Taten stehen mit schwarzen Kassen in Zusammenhang, die die Partei in den 1990er und frühen 2000er Jahren für Wahlkämpfe nutzte. Die Affäre belastet Rajoys Regierung schon länger.

Ungarn plant Demonstrationsverbot vor Politikervillen

Mit einer Verfassungsänderung will das ungarische Parlament erreichen, dass vor Politikervillen keine Proteste mehr abgehalten werden dürfen. „Im Interesse des Schutzes des Privatlebens wollen wir das Prinzip festhalten, dass man die Menschen in ihrem Heim nicht belästigen darf“, sagte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban heute im staatlichen Rundfunk.

Die Meinungsfreiheit habe dort ihr Ende, wo Menschen zu Hause nicht mehr ihre Ruhe haben, fügte der rechtspopulistische Politiker hinzu. Die Verfassungsänderung werde Anfang kommender Woche zusammen mit neuen Gesetzesentwürfen gegen Zivilorganisationen eingereicht, debattiert und beschlossen, sagte Orban.

Die geplanten Gesetze richten sich gegen Initiativen und Vereine, die Flüchtlingen helfen. Sie zielen darauf ab, ihre Tätigkeit unter strafrechtliche Sanktionen zu stellen.

Proteste vor Politikervillen sind in Ungarn nicht unüblich. Auch vor Orbans Anwesen in den Budaer Hügeln wurde schon öfters demonstriert. Die Villa des ehemaligen sozialistischen Ministerpräsidenten und Oppositionspolitikers Ferenc Gyurcsany war wiederum gelegentlich ein Aufmarschort für rechtsgerichtete Demonstranten.

Putsch: Lebenslange Haft für weitere 160 Türken

Gut 22 Monate nach dem Putschversuch in der Türkei haben Istanbuler Gerichte in zwei Verfahren 160 frühere Soldaten zu lebenslanger Haft verurteilt. 116 davon seien Kadetten gewesen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu heute.

Die 160 Verurteilten seien für schuldig befunden worden, einen Umsturz geplant und gegen die Verfassung verstoßen zu haben. Damit wurden nach Angaben von Anadolu in mehr als 160 Verfahren insgesamt mehr als 1.400 Menschen wegen des Putschversuches vom Juli 2016 zu lebenslanger Haft verurteilt. Mehr als 120 weitere Gerichtsverfahren laufen noch.

Die türkische Regierung macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch aus Teilen des Militärs verantwortlich. Gülen weist das zurück. Nach dem Putschversuch verhängte Präsident Recep Tayyip Erdogan den Ausnahmezustand, der bis heute andauert. Seitdem wurden mehr als 50.000 Menschen wegen angeblicher Gülen-Verbindungen inhaftiert. Mehr als 150.000 Staatsbedienstete wurden suspendiert oder entlassen.

Inland

Kickl führte „sehr konstruktives“ Gespräch mit Gridling

Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) hat heute das angekündigte Gespräch mit dem nach seiner Suspendierung wiedereingesetzten Direktor des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), Peter Gridling, geführt. Wie das Büro Kickls der APA mitteilte, sei das Gespräch „sehr konstruktiv“ gewesen und „in guter Atmosphäre verlaufen“.

Inhaltlich habe Kickl zum Ausdruck gebracht, dass im Bereich des Verfassungsschutzes schrittweise die im Regierungsprogramm in Grundzügen erläuterten Reformen in Angriff genommen werden. Als erster Schritt werde es notwendig sein, insbesondere das System der internen Sicherheit und Kontrolle - unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus dem laufenden Verfahren bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft - auf die Höhe der Zeit zu bringen, hieß es im Innenministerium.

Seit Mittwoch wieder im Dienst

Gridling habe Kickl seine volle Unterstützung bei der Umsetzung dieser Ziele zugesagt und gemeinsam mit seinem Stellvertreter Dominik Fasching die Belegschaft des BVT in einer ersten Besprechung bereits über die Eckpfeiler informiert, berichtete das Büro des Innenministers.

Gridling war infolge von Ermittlungen über Ungereimtheiten im BVT, unter anderem wegen angeblich nicht oder unvollständig erfolgter Aktenvernichtung, vom Innenministerium suspendiert worden. Das Bundesverwaltungsgericht hat seine Suspendierung jedoch aufgehoben, Gridling hat daraufhin am Mittwoch seinen Dienst als BVT-Chef wieder angetreten.

Kritik an Abschaffung des Binnen-I beim Bundesheer

Bundesjugendvertretung, SPÖ-Jugendorganisationen und die Liste Pilz haben heute die Abschaffung des Binnen-I beim Bundesheer kritisiert. Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) wurde für die Maßnahme vom Frauennetzwerk Medien umgehend das „Rosa Handtaschl“ verliehen.

Die SJ ist der Meinung, dass die FPÖ mit dieser Maßnahme von den geplanten „Verschlechterungen im Gesundheitssystem“ ablenken will, die Liste Pilz ortet einen „weiteren Rückschritt unter Schwarz-Blau“.

Die Bundesjugendvertretung hält die vom Verteidigungsressort genannten Argumente Unlesbarkeit und Unverständlichkeit für vorgeschoben und fürchtet, dass dieses Beispiel in der Regierung Schule machen könnte.

Genau das fordern FPÖ-Frauensprecherin Carmen Schimanek und der Wiener FPÖ-Obmann Johann Gudenus in Aussendungen, da ihrer Ansicht nach das Gendern „überhandgenommen“ habe. Das Frauennetzwerk Medien hingegen betonte: „Wer Frauen auch sprachlich nicht mehr sichtbar macht, zeigt damit, dass sie keine Rolle spielen sollen.“

„Feministische Sprachvorgaben“

Wie heute bekanntwurde, schafft das Bundesheer das - ohnehin nicht verbindliche - Binnen-I ab. „Feministische Sprachvorgaben zerstören die gewachsene Struktur unserer Muttersprache bis hin zur Unlesbarkeit und Unverständlichkeit“, so Kunasek in der „Krone“ (Freitag-Ausgabe). So erklärte er das „Aus für sämtliche Formulierungen beim Bundesheer, die den Sprachfluss unnötig beeinträchtigen“.

Der 2001 - also unter der damaligen schwarz-blauen Regierung - verordnete „geschlechtergerechte Sprachgebrauch“ habe sich als nicht praxistauglich erwiesen. Sprachliche Gleichberechtigung der Geschlechter werde aber nicht prinzipiell abgelehnt. Wo sich eine Alltagstauglichkeit ergebe, würden Formulierungen wie „die Studierenden“ verwendet.

Offenbar keine verbindliche Regelung

Allerdings: Eine verbindliche Regelung, die das Binnen-I vorsieht, gibt es beim Bundesheer offenbar nicht. Das sagte die ehemalige Frauenbeauftragte beim Bundesheer, Irmtraut Karlsson, dem „Standard“ (Onlineausgabe). Laut ihren Recherchen gab es „nie eine solche Order beim Bundesheer“. Das Binnen-I sei nach Gutdünken verwendet worden.

Schlechtere Matheergebnisse bei Zentralmatura erwartet

Die Zentralmatura dürfte im Fach Mathematik heuer deutlich schlechter als im Vorjahr ausgefallen sein. Nach einem vom Bildungsministerium heute veröffentlichten ersten Zwischenstand sind sowohl an den AHS als auch an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) jeweils rund 18 Prozent der angetretenen Schülerinnen und Schüler durchgefallen.

Eingelangt sind allerdings erst die Ergebnisse von rund zehn Prozent der AHS und von rund 15 Prozent der BHS. Vergleicht man die Ergebnisse dieser Schulen mit den jeweiligen Resultaten der Vorjahre, liegen die Fünferzahlen an den AHS damit zwischen jenen der Jahre 2016 (21 Prozent) und 2017 (elf Prozent).

Kompensationsprüfungen Anfang Juni

An den jeweiligen BHS sind dagegen mehr als doppelt so viele wie 2016 (acht Prozent) bzw. 2017 (sieben Prozent) durchgefallen. Besonders schlecht waren die Resultate an den Handelsakademien und den humanberuflichen Schulen, während sie an den HTLs konstant blieben.

Am 5. und 6. Juni können sich Schülerinnen und Schüler mit einem Fünfer diesen bei einer Kompensationsprüfung ausbessern. Die endgültigen Ergebnisse mit den Noten vor und nach den Kompensationsprüfungen werden im Bildungsministerium gesammelt und am 27. Juni gemeinsam mit den Resultaten der anderen Fächer präsentiert.

Faßmann kündigt Evaluierung an

ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann kündigte vor Journalisten nach drei (BHS) bzw. vier Jahren (AHS) eine Evaluierung der neuen Reifeprüfung an. Das betreffe sowohl die Zentralmatura als auch die mündliche Matura und die vorwissenschaftliche Arbeit (VWA).

Bei der Zentralmatura wolle man sich das Beurteilungsschema und den Erstellungsprozess der Aufgaben sowie die Resultate an ausgewählten Einzelstandorten ansehen, so Faßmann. Derzeit werden die Zentralmaturaaufgaben von mehreren Lehrern des jeweiligen Fachs bzw. der jeweiligen Schulart erstellt.

Anschließend werden sie an mehreren Schulen etwa auf ihre Lösungshäufigkeit getestet und von Fachdidaktikern analysiert. Die Matheaufgaben werden zudem von der Österreichischen Mathematischen Gesellschaft auf ihre mathematische Korrektheit überprüft.

An der Zentralmatura selbst will Faßmann jedenfalls festhalten. Diese sei „ein Fortschritt“. Als Sofortmaßnahme für die Schüler mit Nicht genügend will das Ministerium nun Schulleitungen und Prüfer gezielt auf die Übungsmöglichkeiten für die Kompensationsprüfungen aufmerksam machen.

Wirtschaft

Fiat ruft in den USA 4,8 Mio. Autos zurück

Der Autobauer Fiat Chrysler hat in den USA rund 4,8 Millionen Autos wegen Softwareproblemen zurückgerufen. Konkret gehe es um mögliche Fehlfunktionen im Zusammenhang mit den Geschwindigkeitsreglern, die behoben werden müssten, teilte das Unternehmen heute in Auburn Hills mit. Betroffen seien unter anderem Fahrzeuge der Marken Chrysler Sedan, Cherokee und Ram Pickups.

Bisher seien Fiat Chrysler noch keine Vorfälle bekannt, in denen es durch die fehlerhafte Software zu Unfällen gekommen wäre - dennoch riet das Unternehmen seinen Kunden, auf die Nutzung der Tempomaten zu verzichten, solange die Upgrades noch nicht installiert sind. Die Aktie des Autobauers fiel nach Bekanntwerden der Rückrufaktion im vorbörslichen Handel um 2,29 Prozent.

Bericht: Daimler droht Massenrückruf

Daimler könnte vom deutschen Kraftfahrtbundesamt (KBA) nach einem Bericht des „Spiegel“ zum Rückruf von mehr als 600.000 Dieselfahrzeugen verdonnert werden. Das KBA gehe dem Verdacht nach, dass bei diesen Modellen unzulässige Abschalteinrichtungen die Wirkung der Abgasreinigung manipulierten, berichtete das Magazin heute.

Prüfungen laufen

Prüfungen an den betreffenden Autos, unter anderem der Mercedes-Baureihen C und G, fänden bereits statt. Die Modelle hätten einen vergleichbaren Motor wie der gerade zurückgerufene Transporter Vito. Daimler erklärte, dem Unternehmen liege keine amtliche Anhörung des KBA - die Vorstufe zu einem Rückrufbescheid - zu den genannten Fahrzeugen vor. „Zu Spekulationen des Spiegels äußern wir uns nicht“, ergänzte ein Sprecher.

Eine Sprecherin des Verkehrsministeriums bestätigte gegenüber Reuters nur, dass Verkehrsminister Andreas Scheuer das KBA angewiesen habe, weiteren Verdachtsfällen bei Mercedes unverzüglich nachzugehen.

Sport

Giro d’Italia: Froome nach Machtdemonstration Erster

Christopher Froome hat beim 101. Giro d’Italia heute das Klassement auf den Kopf gestellt. Der Brite, der den Klassiker noch nie gewinnen konnte, kletterte mit einer Machtdemonstration auf der 19. Etappe zum Sieg und entriss seinem Landsmann Simon Yates das Rosa Trikot. Froome ritt auf dem Weg von Venaria Reale hinauf nach Bardonecchia mit insgesamt vier Bergwertungen bereits 80 Kilometer vor dem Ziel die entscheidende Attacke und fuhr solo ins Ziel.

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Champions League: Goalies im Schatten der Stars

Mit Real Madrid und dem FC Liverpool stehen einander morgen im Finale der Champions League (20.45 Uhr, live in ORF eins) zwei Teams mit Offensivqualitäten gegenüber. Eine entscheidende Rolle könnte dabei Keylor Navas und Loris Karius zukommen.

Die beiden Goalies sind bei ihren Clubs gesetzt, stehen aber im Schatten der Stars und nicht selten in der Kritik. Ihnen haftet hartnäckig der Makel an, keine Torleute der obersten Kategorie zu sein. Vor allem Navas ging bei Real schon durch Himmel und Hölle. Auch Karius kämpft bei den „Reds“ um Anerkennung, hat aber weiter einen schweren Stand.

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Leichtathletik: Diskus-Ass Weißhaidinger träumt vom „70er“

Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger hat seinen österreichischen Rekord heuer in drei Etappen von 67,24 auf 68,98 Meter geschraubt. Mit der aktuellen Bestmarke gab der Olympiasechste zuletzt in Rehlingen sogar dem deutschen Olympiasieger Christoph Harting das Nachsehen.

Das soll aber noch nicht das Ende der Weitenjagd sein, als Traumziel hat der 26-Jährige die „Schallmauer“ von 70 Metern ins Visier genommen. Aber auch eine Medaille bei der Leichtathletik-EM in Berlin würde Weißhaidinger freuen.

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Hinweis

DSGVO: Mehr Kontrolle über Social-Media-Elemente in ORF.at

Die nun in Kraft tretende EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wird auch eine Verbesserung in ORF.at mit sich bringen. Das betrifft die Nutzung von Inhalten aus Sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook, Instagram und YouTube in ORF.at-Berichten.

Nutzerinnen und Nutzer von ORF.at können selbst bestimmen, ob sie eingebundene Postings aus Sozialen Netzwerken in ORF.at sehen möchten - und ob sie damit den Datenaustausch mit diesen Plattformen erlauben.

Social-Media-Hinweis auf ORF.at

ORF.at

Wenn ein Posting – sei es Donald Trumps morgendliche Tweet-Tirade, sei es ein Hochzeitsfoto vom Instagram-Account des Kensington Palace – aus einem Netzwerk geladen wird, tauscht der verwendete Internetbrowser Daten mit diesem Netzwerk aus.

ORF.at hat weder Zugriff noch Einfluss auf diese Daten, ihre Speicherung und Verarbeitung. Sie obliegen den jeweils eigenen Datenschutzinformationen, die von den Sozialen Netzwerken zur Verfügung gestellt werden.

In zwei Stufen zum vollständigen Inhalt

In Berichte eingebettete Social-Media-Elemente werden zuerst in Form einer reduzierten Vorschau angezeigt – mit dem Text des Postings, allerdings ohne Bilder und Videos. Dadurch entsteht noch kein Datenaustausch mit dem jeweiligen Anbieter.

Durch Klick auf „Soziale Netzwerke vollständig anzeigen“ können User den gesamten Inhalt aus Sozialen Netzwerken laden. Außerdem können sie diese Einstellung dauerhaft und quer über alle ORF.at-Angebote hinweg aktivieren – oder nur vorübergehend bis zum nächsten Neustart des Browsers oder der App.

Ein ähnlicher Mechanismus steuert die Darstellung von ORF.at-Seiten, die zu einem großen Teil aus Inhalten aus Sozialen Netzwerken bestehen. Die getroffene Wahl kann zudem jederzeit auf einer Einstellungsseite geändert werden.

Rund um das Inkrafttreten der DSVGO gibt es im ORF.at-Netzwerk zahlreiche weitere Verbesserungen, etwa umfangreichere und besser auffindbare Informationen zum Datenschutz.

Chronik

Viele Tote bei Schiffsunglück in DR Kongo

Bei einem Schiffsunglück in der Demokratischen Republik (DR) Kongo sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. 50 Todesopfer seien seit Mittwoch aus dem Wasser geborgen worden, sagte der Vizegouverneur der nordwestlichen Provinz Tshuapa, Richard Mboyo Iluka, heute.

Das Unglück ereignete sich laut Iluka in der Nacht auf gestern auf dem Fluss Momboyo. Die Zahl der Vermissten und die Unfallursache sind unklar, allerdings sei das Boot unbeleuchtet unterwegs gewesen. Derartige Schiffe dürften aber grundsätzlich nachts nicht fahren, sagte der Vizegouverneur.

Immer wieder schwere Schiffsunglücke

Das private Schiff war zwischen Monkoto und Mbandaka mit Dutzenden Passagieren und einer großen Güterladung unterwegs. Die Provinzhauptstadt Mbandaka ist rund 750 Kilometer entfernt.

Auf den Seen und Flüssen der Demokratischen Republik Kongo gibt es immer wieder Bootsunglücke. Eine Hauptursache ist, dass die Schiffe überladen werden. Ende 2014 kamen mindestens 30 Menschen ums Leben, als auf dem Kongo-Fluss im Nordosten des Landes ein völlig überfülltes Boot auf einen Felsen lief. Wenige Tage zuvor wurden bei einem Unglück im Südosten des Landes mindestens 129 Menschen getötet.

Medien

ORF: Channelmanager und Chefredakteure bestellt

Die beiden Hauptsender des ORF-TV haben jetzt offiziell neue Channelmanager und Chefredakteure. Lisa Totzauer ist Senderchefin von ORF eins, Alexander Hofer leitet ORF2. Wolfgang Geier wird Chefredakteur von ORF eins, Matthias Schrom von ORF2. Überraschung sind diese Namen keine, sie galten als fix. Heute am späten Nachmittag verkündete nun ORF-General Alexander Wrabetz ihre Bestellung.

Die Organisationsanweisung für die neue Struktur der Fernsehinformation steht bereits seit Mai, die Channelmanager und Chefredakteure unterstehen direkt dem Generaldirektor. Auf die Namen für die neuen Positionen hieß es aber bis jetzt warten. Dabei waren sie schon monatelang ventiliert worden - auch, weil die Gerüchtebörse zu wissen vermeinte, dass es sich um ein politisch (also mit den Regierungsparteien ÖVP und FPÖ) akkordiertes Paket handle.

Fest im ORF verankert

Alle vier blicken auf eine lange berufliche Vergangenheit im ORF zurück. Totzauer (47) war bisher Informationschefin von ORF eins, Hofer (46) zeichnete unter anderem für die Redaktionsleitung der Gesellschaftsmagazine („Seitenblicke“) verantwortlich und war bis Sommer 2017 Sendungsverantwortlicher von „Guten Morgen Österreich“. Geier (52) und Schrom (44) sind lang gediente Redakteure in der TV-Information.

Bei der Abstimmung der Redakteure hatten sich diese allerdings nur im Fall Totzauers den Plänen des ORF-Generaldirektors angeschlossen. Hofer hatte sich Chefentwickler Stefan Ströbitzer geschlagen geben müssen, Geier dem bisherigen Stellvertreter Totzauers Thomas Faustmann und Schrom dem nun scheidenden Chefredakteur Fritz Dittbacher. Bindend war dieses Votum der Belegschaft für Wrabetz freilich nicht.

Wrabetz: „Hervorragend qualifiziert“

Wrabetz begründete die Entscheidung mit den fachlichen Qualitäten der Bestellten. Alle vier seien „langjährige und bewährte ORF-Profis“. Sie seien „hervorragend qualifiziert, die programmlichen Herausforderungen der kommenden Jahre selbstbewusst anzunehmen und die Relevanz österreichischer Inhalte nachhaltig sicherzustellen“.

Wrabetz verteidigte in einer Aussendung auch die neu geschaffene Struktur des ORF: „Mit der Einführung der Channel-Struktur, wie sie unsere Radioangebote Ö1 und Ö3 sowie die TV-Spartensender ORF III und ORF SPORT + seit Jahren erfolgreich praktizieren, schafft der ORF in den beiden Hauptsendern ORF eins und ORF2 nun die Voraussetzungen, unserem Publikum das vielfältige öffentlich-rechtliche Angebot aus Information, Kultur, Sport und österreichischer Unterhaltung noch zielorientierter und umfassender präsentieren zu können.“

Neue Ideen angekündigt

Totzauer zeigte „großen Respekt“ vor ihrer neuen Aufgabe. Auch Hofer will „mit großem Respekt und viel Engagement“ seinen neuen Job angehen. Als Ziel formulierte er, ORF2 als Lieblingssender des Publikums weiterzuentwickeln und erfolgreich zu halten. Gleichzeitig will er das Stammpublikum auch mit neuen Ideen überraschen.

Geier bezeichnete es als „besonderes Privileg“, im „jungen, innovativen und unglaublich engagierten Team“ von ORF eins Chefredakteur zu sein. Er kündigte an, dass die kommenden Wochen und Monate nicht nur für ihn, sondern auch für das Publikum spannend werden. Schrom will mit seinem Team „weiterhin eine unabhängige, ausgewogene und objektive Berichterstattung sicherstellen“. Eine seiner Hauptaufgaben sieht er darin, „die Informationssendungen von ORF2 weiterzuentwickeln und diese für die Herausforderungen, die uns vor allem durch den digitalen Wandel in unserer Gesellschaft vermehrt begegnen, zu rüsten.“

Leute

Königshaus präsentierte Meghans Wappen

Meghan Markle, die frisch angetraute Frau von Prinz Harry, hat ihr neues offizielles Wappen erhalten. Knapp eine Woche nach der Heirat des Paares veröffentlichte das britische Königshaus das für die neue Herzogin von Sussex entworfene Emblem, das unter anderem mehrere Bezüge zu Meghans Herkunft aus dem US-Bundesstaat Kalifornien aufweisen soll.

So wird ein in das Wappen integriertes Schild nach Angaben des Palastes von goldenen Strahlen verziert, die „symbolisch für den Sonnenschein im Heimatstaat der Herzogin“ stehen. Der blaue Hintergrund der Krone stehe „für den Pazifik vor der kalifornischen Küste“ und der auf dem Rasen unter dem Schild abgebildete Kalifornische Mohn sei dessen Symbolpflanze.

Symbole für Kommunikation

Daneben arbeiteten die königlichen Wappengestalter zahlreiche Hinweise auf Offenheit und kommunikative Fähigkeiten ein. Auf dem Schild fänden sich drei Federn, die für „die Macht des Wortes“ stehen. Auch eines der Wappentiere - ein Singvogel mit geöffnetem Schnabel - sei ein Symbol für die große Kraft der Kommunikation.

Prinz Harry und die US-Schauspielerin Meghan Markle hatten am Samstag auf Schloss Windsor geheiratet. Die Trauung sorgte weltweit für Begeisterung. Der Gottesdienst vereinte anglikanische Tradition und afroamerikanische Elemente und würdigte damit die Braut, die eine afroamerikanische Mutter hat. Mit der Hochzeit bekam das Paar die Titel Herzog und Herzogin von Sussex.

Science

IT

Stichtag für DSGVO: Folgen neuer Regeln noch ungewiss

Heute wird die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) schlagend. Damit dürfte die Flut an E-Mails, den neuen Datenschutzregeln zuzustimmen, zu Ende gehen - für Unternehmen beginnt aber jetzt erst die kritische Phase. Mögliche drakonische Strafen und viel Unklarheit sorgen mitunter für Panik bei Unternehmen, obwohl bisher vor allem von Verwarnungen die Rede ist. Berichtet wurde jetzt sogar von Onlinediensten, die sich aufgrund der Regelungen in letzter Sekunde ganz aus Europa zurückziehen - zumindest vorerst.

Mehr dazu in Unklarheit über den „Tag X“ hinaus

YouTuber John „TotalBiscuit“ Bain gestorben

Der Spielekritiker und bekannte britische YouTuber John „TotalBiscuit“ Bain ist tot. Er starb gestern im Alter von 33 Jahren, wie seine Frau Genna im Kurznachrichtendienst Twitter schrieb. Bain erkrankte 2014 an Krebs, in den letzten Monaten verschlechterte sich sein Zustand.

Bekanntheit durch „WTF is ...“-Videos

Unter dem Namen „TotalBiscuit“ veröffentlichte Bain in den vergangenen Jahren über 3.000 Videos. Bekannt wurde er vor allem mit der Reihe „WTF is ...“, in der er neue Videospiele vorstellte. Vor allem bis dahin unbekannte Titel profitierten von der Präsentation - zuletzt hatte Bains Kanal über zwei Millionen Abonennten.

Bain galt als Kritiker vieler teuer produzierter Spiele, oft prangerte er auch die Geschäftspraktiken größerer Verleger an. In der „Gamergate“-Kontroverse, bei der unter anderem gegen zahlreiche Frauen innerhalb der Videospielbranche gehetzt wurde, bezog Bain eine neutrale Position und sah vor allem Einzelpersonen für die Aufregung verantwortlich, wofür er scharf kritisiert wurde.

Kanal soll von Bains Frau weitergeführt werden

Im Jahr 2014 gab Bain über Soziale Netzwerke bekannt, dass bei ihm Darmkrebs diagnostiziert wurde. In seinen Onlineauftritten informierte er regelmäßig über seine Erkrankung, Videos produzierte er weiterhin. Anfang Mai gab er bekannt, dass er keine Kritiken mehr veröffentlichen werde.

„Es war ein Privileg“, so Bain. „Danke, dass ihr mich in euer Leben gelassen habt und mir so etwas Wichtiges erlaubt habt wie zu entscheiden, wie ihr euer hart verdientes Geld ausgebt.“ Bains YouTube-Kanal soll künftig von seiner Frau weitergeführt werden.

Amazons Alexa verschickte aufgenommenes Privatgespräch

Eine Serie von Hörfehlern von Amazons digitaler Assistentin Alexa hat dazu geführt, dass eine Unterhaltung eines nichts ahnenden Paares in den USA aufgenommen und an einen ihrer Kontakte verschickt wurde.

Die Software im Echo-Lautsprecher habe zunächst in dem Gespräch fälschlicherweise ihren Namen Alexa herausgehört, erklärte Amazon unter anderem dem Finanzdienst Bloomberg. Das startet die Aufnahme, damit das Assistenzprogramm Sprachbefehle ausführen kann.

Befehle aus Gespräch herausgefiltert

Später glaubte Alexa, den Auftrag „verschicke Nachricht“ („Send Message“) gehört zu haben, und fragte zurück: „An wen?“ Das Paar schien diese Frage jedoch nicht gehört zu haben und unterhielt sich im Hintergrund weiter. Alexa filterte unterdessen aus dem Gespräch etwas heraus, was einem der Namen auf der Kontaktliste ähnelte.

Schließlich fragte Alexa ebenfalls ungehört noch einmal nach, ob eine Nachricht an den Kontakt verschickt werden solle - und schnappte aus der weiteren Unterhaltung des Paares das Wort „right“ („richtig“) auf. Das Paar aus dem Bundesstaat Oregon wurde auf den Vorfall erst durch einen Anruf des Empfängers der Nachricht aufmerksam, wie Bloomberg berichtete.

„Ungewöhnliche Abfolge“

„So ungewöhnlich diese Abfolge der Ereignisse auch war, wir prüfen Optionen, wie solche Fälle noch weniger wahrscheinlich gemacht werden können“, sagte Amazon dazu. Datenschützer kritisieren vernetzte Lautsprecher mit digitalen Assistenten oft als Risiko für die Privatsphäre. Der Fall zeigt beispielhaft, wie sie durch Fehler verletzt werden kann.

Alexa spricht jetzt auch Gebete

In England können gläubige Anglikaner unterdessen künftig Alexa dazu auffordern, Gebete zu sprechen. Außerdem beantwortet sie einschlägige Fragen. Die Kirche von England baut damit ihre Onlinedienste weiter aus.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Gesundheit

Religion

Kultur

Festwochen: Wenn Kunst die Betrachter verschlingt

Ab dieser Woche bebt die Halle E des Wiener Museumsquartiers: Der japanische Künstler Ryoji Ikeda zeigt bei den Wiener Festwochen seine raumgreifende Installation „micro/macro“, die unsichtbare physikalische Prinzipien sichtbar und hörbar machen möchte. Ein Unterfangen, das tatsächlich durch Mark und Bein geht, stellt doch der Künstler die Größe des Menschen einer Vermutung von der Unermesslichkeit des Universums gegenüber.

Mehr dazu in news.ORF.at/festwochen18

C’est la Mü: Pop und Kabarett in der alten Mühle

Ein hochkarätiges Programm zwischen Pop, Literatur und Kabarett präsentiert morgen das Festival C’est la Mü in der Cselley Mühle im burgenländischen Oslip. Das zum vierten Mal ausgetragene Festival verdeutlicht damit die Bedeutung des Ortes für das Kulturleben im Südosten Österreichs und bietet einen Überblick über das Schaffen im österreichischen Pop- und Literaturbetrieb.

Angeführt wird das heurige Line-up vom Deutschen Peter Licht, der die historische Mühlenanlage mit subversivem Elektropop bespielen wird. Licht ist auch als Kolumnist der „Süddeutschen Zeitung“ bekannt. Der Rest des Abends gehört fast ausschließlich Künstlern aus Österreich.

Wütender Rock

Kreisky werden auf akustischer Ebene Kleinholz schlagen und das von der Kritik hochgelobte neue Album „Blitz“ präsentieren, das wütenden wie reflektierten Rock zu bieten hat. Für Blues mit Wiener Lokalkolorit ist Ernst Molden zuständig. Petsch Moser sorgen für von den 1990er Jahren inspirierten Indiepop. Elektropop zwischen Euphorie und dunkleren Klangbildern gibt es von Mynth und Cari Cari.

Erika Ratcliffe

ink music

Kurt Razelli

Den aberwitzigsten Auftritt wird Kurt Razelli absolvieren. Die im Internet weltberühmte Wiener Kunstfigur bedient sich bei Sagern aus TV-Sendungen und kreiert daraus Remixes, die als wichtigstes Stilmittel auf die Wiederholung setzen. Das Ergebnis sind bizarre Verfremdungen, die mitunter ewige Wahrheiten zutage fördern.

Razelli

ink music

Erika Ratcliffe

Den literarischen Teil des Festivals bestreiten Attwenger-Musiker Markus Binder, der aus seinem zweiten Buch lesen wird, Saskia Jungnikl und Bestsellerautor Niki Glattauer. Stand-up-Comedy bietet Erika Ratcliffe. Ebenso für Humor zuständig ist das Kabarettduo Blözinger. Auch YouTube-Star Michael Buchinger wird auftreten.

Ort der Identifikation

Die Bedeutung der in den 1970er Jahren entstandenen Kultureinrichtung liegt nicht nur in ihrer Funktion als Bühne und als Freiraum. Auch als Tonstudio ist die Cselley Mühle für das österreichische Popschaffen von überregionaler Bedeutung.

Viele der auftretenden Bands haben einen starken Bezug zum burgenländischen Kulturidyll mit dem pittoresken baulichen Erscheinungsbild. Berühmt wurden einst Fred Sinowatz Worte anlässlich der Eröffnung im Jahr 1976, der sich hinsichtlich der konkreten kulturellen Widmung des Ortes nicht ganz klar war: „Ich weiß nicht, was ich hier eröffne, aber ich eröffne es.“