Ausland

Chaos im mazedonischen Parlament: Acht Verletzte

Aufgebrachte Anhänger des langjährigen Regierungschefs Nikola Gruevski haben heute in der mazedonischen Hauptstadt Skopje das Parlamentsgebäude gestürmt. Die teils vermummten Angreifer gingen mit Stühlen auf Oppositionsabgeordnete los, von denen nach Medienberichten acht verletzt wurden.

„Es herrscht Chaos“, sagten Augenzeugen zur Lage. Neben den Abgeordneten seien auch Journalisten verprügelt worden. Die Polizei sei nur mit wenigen Beamten präsent gewesen und habe den Ansturm nicht verhindert. Fotos zeigten, dass der designierte Regierungschef Zoran Zaev ebenso verletzt wurde wie der Vorsitzende einer Albanerpartei, Zijadin Sela.

EU-Nachbarschaftskommissar Johannes Hahn und EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini verurteilten die Gewalt ebenso wie zahlreiche westliche Botschafter in Skopje. „Die Polizei muss die Sicherheit des Parlaments und seiner Mitglieder sicherstellen“, heißt es in der über Twitter verbreiteten Stellungnahme.

Protest gegen Wahl des Parlamentspräsidenten

Die Gewalt des Gruevski-Lagers war eine Reaktion auf die Wahl eines Präsidenten der Volksvertretung durch die neue Regierungsmehrheit. Die bisher oppositionellen Sozialdemokraten (SDSM) und Abgeordnete der albanischen Minderheit hatten den Albaner Talat Xhaferi zum neuen Parlamentspräsidenten gewählt. Die langjährige Regierungspartei Gruevskis (VMRO) sprach von einem „Putsch“. Hahn und Mogherini begrüßten aber die Wahl als demokratische Abstimmung.

Seit der letzten Wahl am 11. Dezember hatte das Gruevski-Lager die Regierungsbildung durch die neue Mehrheit verhindert. In den vergangenen vier Wochen hatten ihre Abgeordneten durch Dauerreden und Verfahrenstricks das Parlament lahmgelegt. Dadurch konnten weder ein Parlamentspräsident noch die neue Regierung gewählt werden. Der Staatspräsident wie auch der Parlamentspräsident hatten als enge Gefolgsleute Gruevskis dazu beigetragen.

UNO-Sicherheitsrat berät zum Nordkorea-Konflikt

Der UNO-Sicherheitsrat berät morgen über den Konflikt um das nordkoreanische Atom-und Raketenprogramm. Bei der Sitzung soll UNO-Generalsekretär Antonio Guterres das Gremium über die Lage informieren. Für die USA, die derzeit den monatlich rotierenden Vorsitz des Rats innehaben, nimmt Außenminister Rex Tillerson teil.

Ein greifbares Ergebnis der Sitzung wie eine Erklärung, Resolution oder gar die Verabschiedung neuer Sanktionen sei nicht geplant, hieß es von der US-Vertretung bei den Vereinten Nationen. Ratsmitglieder seien allerdings ermutigt worden, sich zur strikteren Umsetzung existierender und zur möglichen Einführung weiterer Sanktionen bereit zu erklären.

Die US-Regierung hatte zuletzt den Druck auf die Regierung in Pjöngjang erhöht und mit dem Aufbau eines umstrittenen Raketenabwehrsystems in Südkorea begonnen.

Trump spricht bei Waffenlobby

Erstmals seit Ronald Reagan wird mit Donald Trump wieder ein US-Präsident bei der mächtigen Waffenlobby-Organisation National Rifle Organisation (NRA) auftreten. Trump soll morgen eine Rede halten. Die NRA hatte ihn im Wahlkampf unterstützt.

Damit war die Hoffnung der Waffenhersteller verbunden, Trumps Regierung werde die Waffengesetze nicht verschärfen. Die NRA gilt als sehr einflussreich. Der Besitz und das Tragen von Schusswaffen sind in den USA seit Jahrzehnten eines der politischen Streitthemen.

Waffenbefürworter, politisch tendenziell eher bei Trumps Republikanern beheimatet, berufen sich auf den Zweiten Verfassungszusatz, dessen wörtliche Auslegung den Waffenbesitz erlaubt. Kritiker machen darauf aufmerksam, dass eine große Anzahl Kapitalverbrechen verhindert werden könnte, wenn der freie Zugang zu Schusswaffen erschwert würde.

Kreml-Kritiker Nawalny nach Farbattacke in Spital

Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny ist vor einer Veranstaltung in Moskau durch eine Farbattacke am Auge verletzt worden. Unbekannte hätten am heute vor seinem Büro auf ihn gewartet und ihn mit grüner Farbe beworfen, twitterte Nawalny. Sein rechtes Auge habe durch die Flüssigkeit „wie Hölle“ gebrannt.

Seine Mitarbeiter leisteten Erste Hilfe, Einsatzkräfte legten einen Verband an. Er sei daraufhin in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte seine Pressesprecherin.

Nicht der erste Angriff

Schon im März war der Kreml-Kritiker bei der Eröffnung eines Wahllokals mit Farbe bespritzt worden. Er hatte daraufhin ein Foto veröffentlicht, das im Internet vielfach geteilt wurde. Einige Anhänger Nawalnys zeigten sich in Sozialen Netzwerken aus Solidarität ebenfalls mit grünen Gesichtern.

Nawalny will 2018 gegen Präsident Wladimir Putin kandidieren, der wahrscheinlich zur Wiederwahl antritt. Zehntausende Menschen folgten Ende März Nawalnys Aufruf, gegen Korruption auf die Straße zu gehen. Der Kreml-Kritiker wurde daraufhin festgenommen und zu 14 Tagen Arrest verurteilt.

Chodorkowski-Büros durchsucht

Auch ein anderer Kreml-Kritiker geriet unter Druck. Die russische Polizei durchsuchte Büroräume der Bewegung des Kreml-Kritikers Michail Chodorkowski, die für Samstag zu Protesten gegen Staatschef Wladimir Putin aufgerufen hat. Auf der Internetseite der Bewegung Open Russia (Offenes Russland) hieß es, die Polizisten hätten Material sowie 100.000 Protestflugblätter beschlagnahmt.

Die 2014 vom ehemaligen Ölindustriellen Chodorkowski gegründete Bewegung hat sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, alle proeuropäischen Kräfte in Russland zu einer vereinten Opposition gegen Putin zu versammeln.

Zuvor hatte die Generalstaatsanwaltschaft drei von Chodorkowski unterstützte Nichtregierungsorganisationen mit Sitz im Ausland für „unerwünscht“ erklärt und auf ihre Verbotsliste genommen.

Medien: Israels Raketenabwehr fing Drohne aus Syrien ab

Israels Raketenabwehr hat nach Medienberichten heute Abend über den Golanhöhen eine Drohne abgefangen, die von Syrien aus eingedrungen war. Die Armee bestätigte lediglich, es sei ein „Zielobjekt“ von dem Luftabwehrsystem „Patriot“ getroffen worden.

Angriff auf Militärposten bei Damaskus

Ein Luftangriff hatte in der Nacht zuvor nach Angaben des syrischen Militärs eine Armeeposition nahe dem internationalen Flughafen der Hauptstadt Damaskus getroffen. Die staatliche Nachrichtenagentur SANA meldete, es habe sich um eine israelische Aggression gehandelt. Der Angriff habe „Sachschaden“ verursacht.

Israel bestätigte den Angriff nicht direkt. Geheimdienstminister Jisrael Katz sagte jedoch im Militärradio, der Vorfall sei „im Einklang mit der israelischen Politik“, die darin bestehe, die Lieferung hoch entwickelter Waffen aus dem Iran an die Hisbollah zu verhindern.

Syriens Machthaber Baschar al-Assad sagte unterdessen in einem Interview, sein Land verhandle mit Moskau über den Kauf von Russlands neuestem Raketenabwehrsystem zum Einsatz gegen israelische und US-Angriffe.

EU-Außenminister beraten über Verhandlungen mit Türkei

Die EU-Außenminister beraten morgen über die Zukunft der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. Wegen des massiven Vorgehens der türkischen Regierung gegen ihre Gegner und Kritiker seit dem gescheiterten Militärputsch im Juli mehren sich in der EU Forderungen nach einem Abbruch der seit 2005 laufenden Gespräche.

Zu dem Treffen in der maltesischen Hauptstadt Valletta wird auch der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu erwartet. Entscheidungen sind bei dem informellen EU-Treffen nicht geplant. Die EU hat aber bereits deutlich gemacht, dass die vom türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan erwogene Wiedereinführung der Todesstrafe das automatische Aus der Beitrittsverhandlungen bedeuten würde.

„Brexit“: EU-Agentur in London hat Mietvertrag bis 2039

Der Umzug der EU-Arzneimittelagentur (EMA) aus London könnte teuer werden. Der Mietvertrag der EU-Behörde, die in der Folge des „Brexits“ voraussichtlich Großbritannien verlassen wird, läuft einem Dokument des Europäischen Parlaments zufolge bis zum Jahr 2039.

Bis dahin sei noch eine Miete von insgesamt 347,6 Millionen Euro fällig, und der Vertrag enthalte keine Ausstiegsklausel. Das hätten die Mitglieder des Haushaltskontrollausschusses mit Sorge festgestellt, heißt es in einer Zusammenfassung ihres Prüfberichts.

Österreich rechnet sich gute Chancen aus

Die Arzneimittelagentur mit mehr als 800 Beschäftigten und einem Jahresbudget von über 300 Millionen Euro bereitet sich dem Ausschuss zufolge bereits auf den Umzug vor. Nach Medienberichten haben verschiedene EU-Staaten schon ihr Interesse bekundet, die EU-Behörde bei sich anzusiedeln.

Die österreichische Regierung rechnet sich gute Chancen aus, die EMA nach Wien zu holen. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) präsentierten am Donnerstag Österreichs Kandidatur und Konzept für die Ansiedlung der EMA.

Inland

Türkische „Wählerlisten“: Details weiter unklar

Die auf den kursierenden Listen mit angeblich türkischen Wahlberechtigten in Österreich auffindbaren Bezirksräte sind laut bisherigem Informationsstand entweder keine Doppelstaatsbürger oder besitzen die Doppelstaatsbürgerschaft legal.

Worum es sich bei den auf den Listen Genannten handelt, ist weiterhin unklar, ein zwingender Hinweis auf eine Wahlberechtigung ergibt sich nicht.

Fünf SPÖ- und ein Grünen-Politiker auf Liste

Auf der Liste konnten bisher fünf SPÖ-Bezirksräte identifiziert werden. Laut SPÖ sind alle Genannten keine Doppelstaatsbürger. „Alle Bezirksrät/Innen mit türkischen Wurzeln wurden kontaktiert, und diese haben alle bestätigt, dass sie keine Doppelstaatsbürgerschaft haben“, hieß es in einer Stellungnahme seitens der SPÖ Wien.

Auf der Liste wurde auch ein grüner Bezirksrat ausfindig gemacht. Dieser ist laut Grünen der einzige grüne Bezirksrat unter den Genannten und er besitzt die Doppelstaatsbürgerschaft legal, da er eine österreichische Mutter und einen türkischen Vater hat. Denn Kinder aus binationalen Ehen bekommen grundsätzlich die Doppelstaatsbürgerschaft und verlieren diese auch nicht bei Volljährigkeit.

Sobotka erwägt Sachverhaltsdarstellung

Daten bzw. Listen wurden neben Medien auch der FPÖ und dem grünen Nationalrat Peter Pilz zugespielt. Neben Namen, Geschlecht, Geburtsort und Geburtsdatum wird auf einer Liste, die der APA vorlag, unter anderem auch die elfstellige Ausweisnummer der Republik Türkei (TC KIMLIK NO) vermerkt. Das ist aber kein Hinweis darauf, dass es sich bei den Genannten um Doppelstaatsbürger bzw. in der Türkei Wahlberechtigte handelt.

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) erwägt in Sachen austrotürkische Wählerlisten unterdessen eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft. Am Rande eines Termins in Wien sprach er von einem „ungeheuerlichen Verhalten, mit Listen zu wacheln“, die nicht erlaubte Doppelstaatsbürgerschaften aufdecken könnten, und forderte Pilz auf, diese endlich den Behörden zu übergeben.

Sport

Formel 1: Vettel will auch in Sotschi zuschlagen

Der zweifache Saisonsieger Sebastian Vettel will seine WM-Führung beim bevorstehenden Grand Prix von Russland nicht nur bestätigen, sondern ausbauen. Der Ferrari-Star muss dafür aber die Sotschi-Dominanz der Silberpfeile, die alle bisherigen Rennen im Olympiapark gewannen, durchbrechen.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff hofft im „Kampf der Giganten“ auf einen erneuten Sieg von Lewis Hamilton. „Die Plätze zwei und drei sind keine Katastrophe“, sagte der Wiener, „aber wenn du ein siegfähiges Auto und siegfähige Fahrer hast und das nicht umsetzen kannst, schmerzt dich das.“

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Tennis: Nächster Sieg für Thiem in Barcelona

Dominic Thiem hat im dritten Anlauf erstmals in seiner Karriere das Viertelfinale beim ATP-500-Turnier in Barcelona erreicht. Österreichs Nummer eins setzte sich heute gegen den Briten Daniel Evans in zwei Sätzen durch.

Der Weltranglisten-43., der Thiem in Sydney beim bisher einzigen Duell besiegen hatte können, erwies sich auf dem tiefen Sandplatz erneut als unangenehmer Gegner. Nach dem Sieg im Tiebreak des ersten Satzes war Thiem aber ungefährdet.

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ÖFB-Cup: LASK zeigt Rapids Grenzen auf

In den Reihen des SK Rapid war die große Erleichterung deutlich zu merken. Wenngleich der kuriose Heimerfolg im Semifinale des ÖFB-Samsung-Cups gegen den LASK vor allem dem Glück geschuldet war. Von spielerischer Klasse war am Mittwoch eher wenig zu sehen.

„Der Fußballgott hat mit drei Augen auf uns runtergeschaut“, wusste auch Coach Goran Djuricin. „Unsere erste Hälfte war grottenschlecht“, so Stefan Schwab. Die Freude über Rapids erstes Cupendspiel seit 2005 vermochte das allerdings nicht zu trüben.

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Wirtschaft

Rom plant keinen Befreiungsschlag für Alitalia

Die Regierung in Rom zeigt kein Interesse, die schwer angeschlagene Fluglinie Alitalia zu retten. Der Staat sei nicht bereit, sich direkt oder indirekt an einer Kapitalerhöhung zu beteiligen, sagte Italiens Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan heute im Parlament.

Alitalia droht das Aus, nachdem sich die Mitarbeiter Anfang der Woche in einer Abstimmung gegen einen Rettungsplan ausgesprochen hat. Nun stehen über 12.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Auch europäische Konkurrenten winkten ab. Alitalia fliegt derzeit eine halbe Million Euro Verlust am Tag ein.

Die schwere Krise soll allerdings keine Auswirkungen auf den Flugbetrieb haben. Die Flüge fänden wie vorgesehen und ohne jegliche Veränderung statt, betonte das Unternehmen in einer Mitteilung. Bereits gekaufte Tickets seien „voll nutzbar“. Kunden könnten Tickets weiterhin über alle Kanäle kaufen und Vielflieger wie gehabt Meilen sammeln.

Zeitung: Papst sucht neue Fluglinie

Die Reisen nach Kairo an diesem Wochenende und nach Fatima am 12. und 13. Mai sind laut Zeitung „Il Messaggero“ (Donnerstag-Ausgabe) die beiden letzten Alitalia-Flüge des Papstes. Für die Reise nach Kolumbien im September werde bereits nach anderen Fluggesellschaften gesucht, so das Blatt unter Berufung auf den Vatikan.

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Trump willigt in Neuverhandlungen über NAFTA ein

Zuletzt ist ein Ausstieg per Dekret im Raum gestanden, jetzt kündigt US-Präsident Donald Trump das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) doch nicht auf. Das habe er dem mexikanischen Präsidenten Enrique Pena Nieto und Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau in einem Telefonat angekündigt, teilte das US-Präsidialamt gestern (Ortszeit) mit. Rasch solle es jedoch Neuverhandlungen geben, so Trump - es gehe darum, NAFTA „auf die Höhe der Zeit zu bringen“.

Mehr dazu in „Wird alle drei Nationen besser machen“

Neue Modelle verhelfen Renault zu Umsatzsprung

Renault hat im ersten Quartal dank neuer Pkw-Modelle einen Umsatzsprung erzielt. Die Erlöse kletterten um 25,2 Prozent auf 13,13 Mrd. Euro, wie der Autobauer heute mitteilte. Die Franzosen steigerten demnach ihre Verkäufe und Marktanteile in allen Regionen. Der Absatz erhöhte sich um rund 15,8 Prozent auf 873.678 Fahrzeuge.

Renault profitierte zudem von der Einberechnung der Lada-Absatzzahlen des russischen Autobauers AwtoWAS, an dem Renault beteiligt ist. Zugute kamen dem Pkw-Hersteller auch positive Währungseffekte und die Neuversion der Megane-Kompaktwagens. Zudem fertigte Renault mehr Fahrzeuge für seinen japanischen Partner Nissan.

Renault bekräftigte sein Jahresziel, Betriebsgewinn und Umsatz - bei konstanten Wechselkursen und ohne AwtoWAS - zu steigern. Der Autobauer erhöhte seine Wachstumsprognose für den globalen Automarkt auf 1,5 bis 2,5 Prozent von zuvor 1,5 bis zwei Prozent.

Auch PSA Peugeot Citroen steigert Absatz

Der heimische Konkurrent PSA Peugeot Citroen steigerte im ersten Quartal seinen Absatz weltweit um 4,2 Prozent auf knapp 730.000 Einheiten. Der Umsatz der Autosparte legte im Auftaktquartal um 2,5 Prozent auf gut neun Mrd. Euro zu. Dabei profitierte Peugeot vom Verkauf höherwertiger Autos und davon, dass der Konzern weniger Preisabschläge gewährte.

Grohmann-Chef geht nach Streit mit Tesla-CEO

Klaus Grohmann, früherer Chef des vom Elektroautobauer Tesla übernommenen Maschinenbauers Grohmann, ist Insidern zufolge nach einem Zwist mit dem neuen US-Eigner von seinem Posten abgetreten. Grohmann habe sich mit Tesla-Chef Elon Musk überworfen, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen heute der Nachrichtenagentur Reuters.

Grohmann habe nicht mit Forderungen Musks übereingestimmt, sich zum Nachteil bisheriger Stammkunden wie Daimler, BMW, Intel und Bosch auf Tesla-Projekte zu konzentrieren. Tesla habe den Manager nach der Übernahme des deutschen Unternehmens eigentlich behalten wollen - und auch Grohmann habe bleiben wollen. Das habe sich nun aber erledigt. „Ich bin sicherlich nicht ausgeschieden, weil ich keine Lust mehr habe“, sagte Grohmann. Weiter wollte er sich nicht zu den Umständen seinen Abgangs äußern.

Saudi-Arabien erwartet 200 Mrd. Dollar aus Privatisierungen

Die Regierung in Saudi-Arabien rechnet für die nächsten Jahre durch den Verkauf von Staatsunternehmen mit Privatisierungserlösen von rund 200 Milliarden Dollar (183,6 Mrd. Euro). Der stellvertretende Wirtschaftsminister Mohammed al-Tuwaidschri sagte heute, dass diese Summe auf detaillierten Studien und Daten zur Marktnachfrage beruhe.

Die Vorbereitungen für die Veräußerungen liefen bereits. Die Regierung wolle noch in diesem Jahr mit dem Verkauf von Firmen aus vier Branchen beginnen. Dazu zählten die Bereiche Sport, die Stromerzeugung, Wasserbereitstellung und Getreidesilos.

Mit dem Schritt würde Saudi-Arabien große Teile der heimischen Wirtschaft in private Hände abgeben und die Staatsfinanzen sanieren. Das Königreich bekommt vor allem den Rückgang der Ölpreise zu spüren. Im vergangenen Jahr wies die Regierung ein Defizit von 79 Milliarden Dollar aus. Bis 2020 soll die Lücke geschlossen werden.

Chronik

Polizei schoss Mann vor Berliner Spital an

Bei einem Krankenhaus in Berlin ist ein Mann von der deutschen Polizei angeschossen und am Bein verletzt worden. Er soll Polizisten auf dem Parkplatz des Kreuzberger Urban-Klinikums mit einer Waffe bedroht haben, wie die Behörde über Twitter mitteilte. Der Mann soll seinen Angriff trotz mehrfacher Aufforderung nicht abgebrochen haben, sodass ein Beamter geschossen und ihn am Oberschenkel verletzt habe, hieß es weiter.

Einbruch in Wohnung von französischem Premier Cazeneuve

Der französische Premierminister Bernard Cazeneuve ist Opfer eines Einbruchs geworden. Unbekannte brachen am Anfang der Woche in die Wohnung des Regierungschefs in Paris ein, wie heute bekanntwurde.

„Alles deutet darauf hin, dass die Einbrecher nicht wussten, dass sie sich in der Wohnung des Premierministers befanden.“ Es habe dort keine Dokumente mit Bezug zu seinem Amt gegeben.

Angaben zur Beute wurden zunächst nicht gemacht. Laut Cazeneuves Umfeld hatte der Regierungschef und frühere Innenminister auf eine Polizeipräsenz vor dem Wohnhaus verzichtet, weil die Sicherheitskräfte wegen der Terrorgefahr anderweitig sehr in Anspruch genommen sind. Nach dem Einbruch wurden dort aber vorübergehend Polizisten stationiert.

IT

EU-Filterpflicht für Soziale Netze wackelt

Die EU-Copyright-Novelle ist nicht der einzige aktuelle Entwurf zur digitalen Agenda, der massiv in die Kritik geraten ist. Auch die bereits weiter fortgeschrittene Richtlinie für audiovisuelle Medien enthält dieselbe, viel kritisierte Vorab-Filterpflicht für Inhalte von Benutzern. Am Dienstag stimmte nun der hier federführende Kulturausschuss überraschend gegen eine solche Pflicht für Upload-Filter. Beobachter werten das als Vorentscheidung auch über die Filter in der Copyright-Novelle.

Noch im März hatte nämlich derselbe Kulturausschuss (CULT) in seinen Änderungsanträgen nichts an den Filterparagraphen auszusetzen gehabt. Der Sinneswandel dürfte auf die zuletzt immer lauteren Proteste europäischer Internetfirmen zurückzuführen sein. Davor hatten Experten wiederholt darauf hingewiesen, dass die geplante Filterpflicht die Quasimonopole von Konzernen wie Google oder Facebook noch zementieren würde, die Entwicklung neuer Webservices in Europa würde damit im Keim erstickt.

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Science

Panorama

Paris versteigert Hunderte Kilo „Liebesschlösser“

Hunderte Kilogramm „Liebesschlösser“ werden bald in Paris für einen guten Zweck versteigert. Bei der Auktion werden unter anderem 15 mit Vorhängeschlössern vollgepackte Geländerteile von Pariser Brücken angeboten - mit einem Gewicht von jeweils bis zu einer halben Tonne, wie die Stadtverwaltung heute mitteilte. Der Erlös der Auktion am 13. Mai geht an Hilfsorganisationen, die sich für Flüchtlinge einsetzen.

Verliebte Paare aus aller Welt hängen als Zeichen ihrer Treue Vorhängeschlösser an Brückengeländer. In der Stadt der Liebe wurde das aber zu einem echten Problem: Das Gewicht der Schlösser belastet die Brücken - abgesehen davon, dass viele derart vollgehängte Brückengeländer nicht gerade als ansehnlich empfinden.

Die Pariser Stadtverwaltung entfernt die Liebesschlösser deswegen regelmäßig, immer wieder werden ganze Geländerteile abmontiert. An der bekannten Brücke Pont des Arts am Louvre-Museum wurden so einmal 45 Tonnen Metall entfernt, an der Brücke Pont de l’Archeveche 20 Tonnen.