Inland

FPÖ-Wirtschaftsprogramm widmet sich „Fairness“

Die FPÖ hat heute ihr lange angekündigtes Wirtschaftsprogramm vorgelegt. Das 55 Seiten starke Konzept steht unter dem Motto „Fairness, Freiheit, Fortschritt“. Kernpunkte sind die Forderung nach Entbürokratisierung, eine Steuerentlastung um zwölf Mrd. Euro, eine Senkung der Lohnnebenkosten und eine Abschaffung des Kammern-„Mitgliedzwanges“, wie Parteiobmann Heinz-Christian Strache ausführte.

Es gehe darum, Österreichs Wirtschaft - die sich „in den letzten zehn Jahren von der Überholspur auf den Pannenstreifen bewegt“ habe - wieder auf eine „doppelte Poleposition“ zu bringen, nämlich national und international, sagte Strache bei der Vorstellung des Programms im obersten Stockwerk der Wiener Twin Towers am Wienerberg.

Nulldefizit als „absolute Budgetprämisse“

Dafür notwendig seien „zwei wesentliche Grundlagen“: „Eine Leistungsbereitschaft, die sich lohnt“ und „keine Umverteilung in ein gieriges Steuersystem, um Budgetlöcher zu stopfen“. Denn derzeit passiere eine solche Umverteilung „von Leistungsträgern hin zu einer überbordenden rot-schwarzen Bürokratie“.

Als „absolute Budgetprämisse“ bezeichnete Strache die Erreichung des Nulldefizits. „Denn man kann und darf nicht mehr ausgeben, als man einnimmt.“ Die Forderung nach einer „massiven Steuersenkung“ um zwölf Mrd. Euro soll die Steuerquote auf unter 40 Prozent des BIP drücken, denn der „Hauptbremsklotz“ der Wirtschaft seien „überbordende Steuern und Abgaben“. Die zwölf Mrd. Euro seien dabei der „untere Bereich“, so Strache. „Gegenfinanzierungspotenziale“ seien von Experten geprüft worden und liegen laut Strache bei realistisch 13,2 Mrd. Euro; es seien aber auch 16 Mrd. Euro möglich.

„Fairnesskrise“

Strache, der erneut von einer „Fairnesskrise“ sprach, erklärte, unter „Fairness“ - „das Prinzip, das den sozialen Frieden sichert“ - sei zu verstehen, dass der unternehmerische Erfolg „bei allen Leistungsträgern“ ankommen müsse. Die Leistung müsse sich wieder für alle, die im Arbeitsprozess stehen, lohnen. Es dürfe nicht sein, dass die Löhne im Jahr 2017 durch eine „hausgemachte Steuerlast“ auf dem Niveau von 2003 liegen, so Strache.

Gleichzeitig sprach sich der FPÖ-Obmann - wie auch Vizeparteichef Norbert Hofer - strikt gegen jeden „Klassenkampf“ aus.

„Abschaffung des Mitgliederzwanges“

Den Begriff der Freiheit bemüht das FPÖ-Programm hinsichtlich der Entbürokratisierung, der Staats müsse für die Wirtschaft „die besten steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen“ schaffen, damit Unternehmen „ohne die Last sinnloser Vorschriften und bürokratischer Hürden“ eigenverantwortlich handeln können. In diesem Zusammenhang plädierte Strache erneut für eine „Abschaffung des Mitgliedszwanges“ bei den Kammern und für eine neue Gewerbeordnung.

„Überfällige Reformen“ gehörten endlich umgesetzt, um den „Fortschritt“ zu ermöglichen, so eine weitere Forderung.

Zuwanderung laut Integrationsbericht gesunken

Die Zahl der nach Österreich kommenden Menschen ist im Vorjahr deutlich zurückgegangen. Dennoch müsse man von einer „sehr beachtlichen“ Zuwanderung sprechen, betonte der Vorsitzende des Expertenrats für Integration, Heinz Faßmann, bei der Präsentation des Integrationsberichts 2017.

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) nannte bei dieser Gelegenheit eine „massive Reduktion“ von Migration sein Ziel. Das Zahlenmaterial für den Integrationsbericht hat die Statistik Austria aufbereitet. Im Schnitt des Vorjahres lebten knapp 1,9 Millionen Personen mit Migrationshintergrund in Österreich, was gut 22 Prozent entspricht.

Österreich bleibt „attraktives Ziel“

Was die Zuzüge aus dem Ausland angeht, war ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu 2015 zu verzeichnen. Das Wanderungssaldo ergab im Jahr 2016 ein Plus von 64.676 Zuzügen. Im Jahr davor, dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung, lag es bei 113.067 Personen.

Insgesamt machte die Nettozuwanderung in den beiden vergangenen Jahren 178.000 Personen aus. Dieser Trend wird sich von alleine nicht abschwächen, vermutet Faßmann. Österreich als Hochlohnland mit sozialer Sicherheit und einem leistbaren starken Bildungssystem werde ein attraktives Ziel bleiben. Das gelte sowohl für Flüchtlinge als auch für gut qualifizierte Arbeitskräfte aus anderen EU-Staaten.

SPÖ legt sich gegen ÖVP-Pläne bei Sicherheitspaket quer

Die ÖVP dürfte ihr Sicherheitspaket - zumindest in der gewünschten Fassung - vor der Nationalratswahl nicht durchbringen. SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim fühlt sich angesichts vieler „niederschmetternder“ Begutachtungsstellungnahmen in den Befürchtungen etwa zu den Überwachungsplänen für das Internet „eindrücklich bestätigt“. Diese Projekte schickt er „zurück an den Start“.

„Vorgegaukelte Scheinlösungen“

Bei anderen Punkten könne man reden und versuchen, sinnvolle Regelungen zu finden, sagte Jarolim gegenüber der APA. Jedenfalls nicht infrage kommen für ihn die von Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) gewünschten Sicherheitsforen und Justizminister Wolfgang Brandstetters Vorschlag zur Überwachung der Internetkommunikation.

„Wir alle wollen Sicherheit und Schutz vor Terrorismus, und das mit den schärfsten Waffen. Aber solchen gegen die Terroristen und nicht gegen die österreichische Bevölkerung“, merkte er dazu an. Es sei „verantwortungslos, im Rahmen des Wahlkampfs mit vorgegaukelten Scheinlösungen und obskuren Vorschlägen die Bevölkerung über ganz wesentliche Umstande wie unsere Sicherheit täuschen zu wollen“. Zahlreiche „hochseriöse Einrichtungen“ wie Wirtschaftskammer, Richtervereinigung, Universitäten, Oberster Gerichtshof (OGH) und Rechtsanwaltskammer hätten in der Begutachtung eindringlich vor diesem Vorhaben gewarnt.

Sobotka will „sinnvolle Änderungen“ berücksichtigen

Sobotka ist bereit, „sinnvolle Änderungen“ in den Entwurf zum Sicherheitspaket einzuarbeiten - und zwar jene, die in den „wenigen inhaltlichen Stellungnahmen“ der Begutachtung enthalten seien. Das werde man auch „gemeinsam mit der SPÖ besprechen“, erklärte er in einer Stellungnahme zur teilweisen Ablehnung des Pakets durch SPÖ-Justizsprecher Jarolim.

NEOS wechselt mit Plakaten in Bürgerperspektive

NEOS wechselt mit der Plakatkampagne für die Nationalratswahl die Perspektive: Auf sechs unterschiedlichen Sujets werden Menschen samt deren Anliegen gezeigt - und das in Spiegelschrift.

NEOS-Chef Matthias Strolz vor den neuen Wahlplakaten

APA/Helmut Fohringer

„Wir werden immer die Schuhe der Bürgerinnen und Bürger anhaben“, erklärte Spitzenkandidat Matthias Strolz bei der Präsentation heute. Ab Montag werden 1.000 Plakate in Österreich affichiert.

Nicht ganz ohne eigene Köpfe

Anliegen wie „Lesen können“, „Eigene 4 Wände“, „Arbeit geben“, „Pflege daheim“, „Bescheid wissen“ und - als Wortspiel - „Euröpa“ spiegeln sich auf den ersten NEOS-Wahlplakaten. Darunter die Botschaft: „Weil die Perspektive der Menschen zählt.“

Ganz ohne eigene Köpfe will aber auch NEOS nicht wahlkämpfen. Bei der kommenden Plakatserie sollen Strolz, die Listenzweite Irmgard Griss und die Spitzenkandidaten der Bundesländer ebenfalls in Erscheinung treten - aber auch wieder die Bürger. Insgesamt soll es laut Generalsekretär Nikola Donig vier unterschiedliche Plakatkampagnen geben. Das Gesamtbudget soll knapp eine halbe Mio. Euro betragen.

Schlagabtausch zwischen FPÖ und Mauthausen Komitee

Das Mauthausen Komitee übt scharfe Kritik an der FPÖ und warnt vor einer Koalition mit den Freiheitlichen, die werfen dem Komitee „Dirty Campaigning“ vor.

Das Mauthausen Komitee hatte der FPÖ gestern in einer Aussendung vorgeworfen, „ewig gestrig“ zu sein und „immer wieder eine ausgeprägte Nähe zur NS-Ideologie“ zu zeigen. In einer Broschüre hat der Verband rund 60 Punkte - aus seiner Sicht „rechtsextreme FPÖ-Aktivitäten“ - seit 2013 gesammelt. Diese werde man Entscheidungsträgern der Parteien zusenden, berichtete der Vorsitzende des Verbands, Willi Mernyi. „Wenn jemand mit der FPÖ koalieren will, soll er nachher nicht sagen können, er habe nicht gewusst, wie ewig gestrig sie ist.“

FPÖ: „Dirty Campaigning“

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl verwies in einer Reaktion auf die SPÖ-Nähe Mernyis als Bundesgeschäftsführer der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG). Der und das Komitee stellten „sich in den Dienst des Dirty Campaigning der SPÖ gegen die Freiheitlichen“. Mernyi mache sich „zum Erfüllungsgehilfen des roten FPÖ-Bashing“, so Kickl.

Grüne: Struktureller Rechtsextremismus

Für die Grünen führt das Papier hingegen vor Augen, wie tief der strukturelle Rechtsextremismus in der FPÖ verankert sei. „Wer eine Koalition mit der FPÖ, der Partei der gehäuften ‚Einzelfälle‘, nicht ausschließt, läuft Gefahr, die inakzeptablen Äußerungen zahlreicher FPÖ-FunktionärInnen indirekt zu legitimieren“, so die grüne Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek.

Ausland

UNO schlägt Alarm wegen rassistischer Hetze in den USA

Die UNO warnt nach den Ausschreitungen in Charlottesville vor einer Zunahme des Rassismus in den USA. Der UNO-Ausschuss für die Beseitigung der Rassendiskriminierung sprach eine „frühe Warnung“ aus und rief die Regierung in Washington sowie führende US-Politiker auf, rassistische Hassbotschaften „unmissverständlich und bedingungslos“ zu verurteilen.

„Offen rassistische Parolen“

Das Gremium verwies auf den Aufmarsch rechtsextremer Gruppen in Charlottesville, bei dem eine Gegendemonstrantin getötet wurde, und zeigte sich alarmiert über „die offen rassistischen Parolen“ sowie die „Anstachelung zu Rassendiskriminierung und Hass“ durch Neonazis und Mitglieder des Ku-Klux-Klans.

US-Präsident Donald Trump hatte eine Welle der Empörung im In- und Ausland hervorgerufen, weil er nach der Gewalt in Charlottesville zunächst undifferenziert von Gewalt auf „vielen Seiten“ gesprochen hatte.

Drohender Konflikt soll verhindert werden

Der im UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte angesiedelte Ausschuss überwacht die Einhaltung einer internationalen Konvention zur Beseitigung von Rassendiskriminierung. Mit seinen Warnungen will das Gremium laut seinen Statuten auf drohende Konflikte zwischen Bevölkerungsgruppen hinweisen oder ein Wiederaufflammen von Spannungen verhindern. Im vergangenen Jahrzehnt betrafen die Hinweise vor allem Krisenländer wie Burundi, Nigeria, den Irak und die Elfenbeinküste.

US-Marine löste nach Unfallserie Kommandeur ab

Wegen der Serie von Unfällen mit US-Kriegsschiffen im Pazifik hat der zuständige Kommandeur, Vizeadmiral Joseph Aucoin, nun seinen Posten verloren.

Der Kommandeur der Pazifikflotte, Admiral Scott Swift, begründete das heute damit, dass er in den Vizeadmiral kein Vertrauen mehr habe. Aucoin stand seit zwei Jahren an der Spitze der Siebenten Flotte der US Navy, die ihren Stützpunkt in Yokosuka (Japan) hat.

Kollision mit Tanker

Am Montag war der Zerstörer „USS John S. McCain“ nahe Singapur mit dem Tanker „Alnic MC“ kollidiert, der unter der Flagge Liberias fährt. Im Bauch des schwer beschädigten Zerstörers wurden inzwischen die Leichen von mehreren Soldaten entdeckt. Ein weiterer Toter wurde in der Nähe des Unglücksorts aus dem Wasser gezogen. Befürchtet wird, dass bei dem Unglück insgesamt zehn Matrosen starben.

Bereits Mitte Juni waren sieben US-Soldaten beim Zusammenstoß des Zerstörers „Fitzgerald“ mit einem Containerschiff ums Leben gekommen. Zwei weitere Unglücksfälle der US-Marine in diesem Jahr endeten glimpflich. Über die Ablösung Aucoins hatten zuvor schon mehrere US-Medien berichtet.

Berichte über 30 Tote bei Luftangriff auf Hotel im Jemen

Mindestens 30 Menschen sollen heute nach Aussagen der schiitischen Huthi-Rebellen bei einem Luftangriff auf ein Hotel nördlich der jemenitischen Hauptstadt Sanaa getötet worden sein. Der TV-Sender Al-Jazeera berichtete, Dutzende Menschen seien im Gebiet Arhab umgekommen bzw. verwundet worden.

Die Huthis kontrollieren Sanaa und den Nordjemen. Sie bekämpfen die international anerkannte jemenitische Regierung. Mit Waffen, aber auch Luftangriffen auf die Rebellen wird die Regierung von Saudi-Arabien und arabischen Alliierten unterstützt.

Nordkorea will offenbar mehr Raketen produzieren

Die nordkoreanische Führung will ihre Raketenproduktion offenbar ausweiten. Machthaber Kim Jong Un habe angeordnet, mehr Triebwerke und Sprengköpfe für Interkontinentalraketen herzustellen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA heute.

Kim Jong-Un

Reuters/KCNA

Fotos in nordkoreanischen Medien zeigten Kim bei einem Besuch in einem staatlichen Forschungsinstitut für Rüstung. Auf den Bildern waren nach Einschätzung von US-Experten auch neu entwickelte Raketentechnik und künftige Projekte zu sehen, darunter Pläne für eine Interkontinentalrakete, die mit einem Atomsprengkopf bestückt werden könnte.

USA orten „gewisses Maß an Zurückhaltung“

Nordkorea treibt sein Raketen- und Atomwaffenprogramm trotz internationaler Sanktionen seit Jahren voran. Im Juli testete das Land zwei Interkontinentalraketen, die nach Einschätzung von Experten das US-Festland erreichen könnten. Der UNO-Sicherheitsrat beschloss daraufhin schärfere Sanktionen gegen Pjöngjang.

Auch der Ton zwischen Washington und Pjöngjang verschärfte sich zwischenzeitlich. US-Präsident Donald Trump drohte Nordkorea mit einem Militäreinsatz. Pjöngjang legte seinerseits Pläne für einen Raketenangriff auf Ziele nahe der Pazifikinsel Guam vor, auf der die USA einen Luftwaffenstützpunkt unterhalten. Zuletzt rückte Nordkorea davon aber wieder ab. US-Außenminister Rex Tillerson erklärte am Dienstag, er sei froh, dass Nordkorea in jüngster Zeit „ein gewisses Maß an Zurückhaltung“ geübt habe.

Sport

Eishockey: Vienna Capitals peilen CHL-K.-o.-Phase an

Österreichs Meister Vienna Capitals will in der Champions Hockey League (CHL) in die K.-o.-Phase einziehen. „Wir sind bereit zu attackieren. Es ist ein großer Wettbewerb“, sagte Headcoach Serge Aubin, der sich mit der Saisonvorbereitung seiner Mannschaft zufrieden zeigte.

In der heimischen Liga peilen die Caps vorerst nur das Play-off an. „Jeder Gegner hat sich verbessert“, sagte Aubin und erklärte damit die bescheidene Vorgabe der Wiener, bei denen der Meisterkader großteils erhalten blieb.

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Fußball: Millionenklage von Barca gegen Neymar

Der 222-Millionen-Euro-Rekordtransfer von Superstar Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain beschäftigt nun auch die Gerichte. Barca klagt den Brasilianer wegen Vertragsbruchs auf 8,5 Millionen Euro sowie Verzugszinsen in der Höhe von zehn Prozent und forderte zugleich, dass Paris hilfsweise dafür aufkommen soll, falls Neymar dazu nicht in der Lage sei.

Erst am vergangenen Wochenende hatte Neymar nach seiner Gala mit zwei Treffern gegen Toulouse mit heftiger Kritik an der Chefetage des FC Barcelona aufhorchen lassen.

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Wirtschaft

Gläubiger von Air Berlin beraten über Zukunft

Die Gläubigervertreter von Air Berlin beraten heute in ihrer ersten Sitzung in Berlin über die Zukunft der insolventen Fluggesellschaft. Ob das Gremium schon konkrete Beschlüsse trifft, ist allerdings offen.

Zunächst müsse sich der Ausschuss konstituieren und werde über den Stand der Verhandlungen mit potenziellen Käufern informiert, hieß es. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, das Gremium könnte wegen der heiklen Finanzlage von Air Berlin bereits einem Verkauf der österreichischen Tochter Niki an die Lufthansa zustimmen.

Einige Interessenten

Dem Gläubigerausschuss gehören Vertreter von Air Berlin, Commerzbank, der Lufthansa-Tochter Eurowings, der deutschen Bundesagentur für Arbeit sowie ein Rechtsanwalt an. Die Bundesagentur zahlt drei Monate lang das Insolvenzgeld für die 7.200 Mitarbeiter in Deutschland.

Die verlustreiche zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft hatte vergangene Woche Insolvenz angemeldet, da ihr Hauptaktionär Etihad Airways weitere Finanzhilfen verweigert. Der Flugbetrieb wird mit einem staatlichen Überbrückungskredit von 150 Millionen Euro aufrechterhalten. Seit Freitag laufen Verhandlungen mit der Lufthansa, die Insidern zufolge neben Niki auch am Kauf von bis zu 90 der 140 Flugzeugen von Air Berlin einschließlich Personal interessiert ist. Aber auch der britische Billigflieger easyJet und die Thomas- Cook-Tochter Condor gelten als Kandidaten. Zuletzt erklärte der Billigflieger Ryanair, ein Gebot zur vollständigen Übernahme von Air Berlin abgeben zu wollen.

OeNB: Schattenbanken finanzieren 170 Mrd. Euro

In Österreich wurde im Vorjahr rund ein Fünftel aller Finanzierungen über Schattenbanken abgewickelt. Darunter werden Finanzinstitute verstanden, die nicht als Banken einzustufen und somit auch weniger stark reguliert sind.

Auf die Schattenbanken entfielen 2016 laut Nationalbank rund 170 Mrd. Euro des gesamten aushaftenden Finanzierungsvolumens des Finanzsektors in Höhe von 771 Mrd. Euro.

Vor allem Fonds und Versicherer

Beim österreichischen Schattenbankengeschäft handle es sich vor allem um das aufsichtlich gut regulierte Geschäft von Investmentfonds und Versicherungen, betont die OeNB in einer Presseaussendung. Andere gering regulierte Finanzierungsgesellschaften spielten in Österreich - wie auch in Deutschland - mit etwa drei Prozent der Finanzierungen kaum eine Rolle. In Österreich werden Finanzmittel überwiegend durch Banken bereitgestellt, meistens durch die Vergabe von Krediten oder dem Ankauf von Schuldverschreibungen.

Von 2008 bis 2016 hat sich der Anteil der Schattenbanken am gesamten Finanzierungsvolumen des Finanzsektors in Österreich laut einer aktuellen OeNB-Studie von rund 18 auf 22 Prozent erhöht und liegt auf einem mit Deutschland (29 Prozent), Italien (26 Prozent) und Spanien (18 Prozent) vergleichbaren Niveau. Relativ groß ist ihre Bedeutung dagegen in den Niederlanden (62 Prozent) und Belgien (60 Prozent).

AMA setzt sich mit Broschüre für Kinder in die Nesseln

Eine Kampagne der Agrarmarkt Austria (AMA) ist etwas nach hinten losgegangen. Der Werberat forderte nach einer Beschwerde von Tierschützern deren Stopp bzw. einen Sujetwechsel.

Konkret geht es um eine Broschüre, in der Kindern die Produktion von Fleisch erklärt werden soll. In dem auch online verfügbaren bebilderten Buch mit dem Titel „Fleisch, woher kommst denn du?“ lernen Kinder auf einem Bauernhof Nutztiere kennen. Die Tiere erklären ihnen, dass es ihre Aufgabe sei, zu Fleisch verarbeitet zu werden - so wie es die Aufgabe der Kinder sei, rechnen und schreiben zu lernen.

„Wiedersehen“ auf dem Teller

„Um ein gutes Stück Fleisch zu werden, müssen wir Rinder auf der Wiese stehen. Wir müssen im Stall gutes Futter fressen. Klares Wasser trinken und viel frische Luft einatmen. Und jetzt mache ich mich mit meinen Kollegen auf den Weg! Aber Du musst nicht traurig sein, denn wir werden uns sicher wieder sehen“, heißt es in dem Text, neben dem ein Rind mit Trolley zu sehen ist.

In der Beschwerde ist von Irreführung von Kindern die Rede. Suggeriert werde die falsche Vorstellung, dass Tiere gerne für die Fleischproduktion ihr Leben lassen. Nach Ansicht des Werberats wird durch die textliche und bildliche Darstellung ein verharmlosendes Bild der Fleischproduktion und einer Schlachtung vermittelt, das die kindliche Vorstellungskraft überfordere.

Chronik

Taifun „Hato“ wütet in Hongkong und Südchina

Mit hohen Wellen, heftigen Böen und Wolkenbrüchen hat der Taifun „Hato“ Hongkong und das chinesische Festland erreicht. Die Behörden berichteten von mindestens 34 Menschen, die bei dem Sturm verletzt wurden. Sie riefen die höchste Taifun-Warnstufe aus.

Taifun in Hongkong

APA/AP/Vincent Yu

Schulen blieben geschlossen, mehr als 400 Flüge wurden gestrichen, wie die „South China Morning Post“ berichtete. Auch Fährverbindungen wurden eingestellt und der Verkehr von Zügen und U-Bahnen eingeschränkt. Videos in Sozialen Netzwerken zeigten überflutete Straßen, entwurzelte Bäume und umherwirbelnde Teile, etwa von Baugerüsten. Feuerwehrleute brachten eine Familie in Sicherheit, deren Haus am Ufer komplett von den Fluten eingeschlossen war.

Auch in Südchina waren die Behörden in Alarmbereitschaft und warnten vor schweren Schäden. Tausende Menschen wurden laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua in Sicherheit gebracht. Schnellzugverbindungen zwischen mehreren großen Städten kamen zum Erliegen.

„Größtes Feuer ihrer Geschichte“ in British Columbia

In British Columbia haben sich 19 Brandherde zum größten Feuer in der Geschichte der westkanadischen Provinz entwickelt. Der Brand habe sich auf einer Fläche von 467.000 Hektar ausgebreitet, teilten die Behörden gestern (Ortszeit) mit. Das Feuer wütet Angaben zufolge westlich der Stadt Quesnel in einem dünn besiedelten Gebiet im Zentrum von British Columbia.

„Das ist das größte Feuer in der Geschichte der Provinz“, sagte Feuerwehrsprecher Kevin Skrepnek bei einer Pressekonferenz. Und es könne sich weiter ausbreiten, obwohl Hunderte Feuerwehrleute mit der Eindämmung des Feuers beschäftigt seien.

Seit April mehr als 1,2 Mio. Hektar vernichtet

Wegen der Waldbrände gilt in British Columbia bereits seit dem 7. Juli der Notstand. Derzeit sind 134 Feuer in der Provinz aktiv und etwa 3.900 Feuerwehrleute im Einsatz. Seit April wurden schon mehr als 1,2 Millionen Hektar Wald zerstört. Von den 46.000 Menschen, die wegen der Feuer in Sicherheit gebracht wurden, konnten 2.700 bis heute nicht nach Hause zurückkehren.

Gesundheit

Science

IT

125 Millionen Hashtags täglich bei Twitter

Rund 125 Millionen Hashtags werden täglich auf dem Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlicht. „Sie lassen die Twitter-Community in Echtzeit erfahren, was auf der Welt passiert und welche Themen gerade aktuell und interessant sind“, teilte das Unternehmen heute anlässlich des zehnten Geburtstags des Hashtags mit. Den ersten Tweet mit Hashtag setzte der US-Amerikaner Chris Messina am 23. August 2007 ab, das erste Hashtag war dabei „#barcamp“.

Twitter gab anlässlich des Hashtag-Geburtstags zudem einige Vorlieben der Nutzer bekannt: Laut Angaben ist das meistgenutzte TV-Hashtag aller Zeiten „#TheWalkingDead“, bei Kinofilmen ist es „#StarWars“. Im Sport ist vor allem der Hashtag „#WorldCup“ beliebt. Das meistgenutzte Team-Hashtag auf Twitter ist #MUFC für die Fußballmannschaft von Manchester United.

Fünf der wichtigsten Hashtags der vergangenen zehn Jahre stammen von Fans, die über Preisverleihungen twittern. Hashtags wie „#MTVHottest“ und „#MTVStars“ wurden dabei mehr als drei Milliarden Mal verwendet.

Kultur

„I’m a motherfucker“: Keshas Befreiungsschlag

US-Sängerin Kesha ist mit ihrem neuen Album „Rainbow“ auf Platz eins der Billboard-Charts eingestiegen. In den Texten der Songs schließt sie ab mit einer dysfunktionalen Arbeitsbeziehung, die kein gutes Licht auf das Popbusiness wirft. Die Lieder sind ein Appell zur weiblichen Selbstermächtigung in einer männerdominierten Branche - und sie sind alles andere als weinerlich. Kesha hat etwas zu erzählen.

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Leute

Clooneys: Eine Mio. Dollar für Kampf gegen Rassismus

Im Kampf gegen Hass und Rassismus unterstützen Hollywood-Star George Clooney und seine Frau Amal eine US-Bürgerrechtsorganisation mit einer Spende von einer Million Dollar (knapp 850.000 Euro).

„Was in Charlottesville passiert ist und was in den Gemeinden in unserem Land passiert, fordert unser gesamtes Engagement, sich gegen den Hass zu erheben“, schrieben die Clooneys in einer Erklärung. Die Spende erfolgt über die Stiftung des prominenten Paares und geht an die Bürgerrechtsorganisation Southern Poverty Law Center.

Auch Murdoch spendet

Die Clooneys folgen damit dem Beispiel anderer Prominenter in den USA, die zuletzt an Organisationen im Kampf gegen Diskriminierung spendeten. Jüngst hatte unter anderen der US-Medienunternehmer James Murdoch angekündigt, er und seine Frau würden eine Million Dollar an die Anti-Defamation League spenden, eine der ältesten Organisationen im Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus.

In Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia hatte es Mitte August einen Aufmarsch Hunderter weißer Rassisten und Rechtsextremisten gegeben. Eine 32-jährige Gegendemonstrantin wurde getötet, als ein 20-jähriger Neonazi sein Auto offenbar absichtlich in eine Gruppe von Gegnern des Aufmarschs steuerte. Die Weigerung von US-Präsident Donald Trump, sich eindeutig von den Rechtsextremen zu distanzieren, hatte eine Welle der Empörung ausgelöst.