Ausland

EU bereitet Strafmaßnahmen gegen Portugal und Spanien

Die EU-Kommission bereitet sich auf konkrete Strafmaßnahmen gegen die Defizitsünder Spanien und Portugal vor. In einem internen Schreiben, das der Nachrichtenagentur AFP vorlag, schlug der für Wachstum zuständige EU-Vizekommissionspräsident Jyrki Katainen eine Aussetzung der Zahlungen aus dem milliardenschweren Strukturfonds der EU vor.

Bei der konkreten Festsetzung der Strafmaßnahmen müsse allerdings auch die schwierige konjunkturelle und soziale Lage in den beiden Ländern berücksichtigt werden.

Höhe soll sich nach sozialen und wirschaftliche Faktoren richten

Katainens Schreiben ist an EU-Parlamentspräsident Martin Schulz gerichtet. Darin schreibt der finnische EU-Kommissar: „Um den Umfang und das Niveau der Aussetzung festzulegen, wird die Kommission alle verfügbaren Kriterien berücksichtigen, die im Regelwerk festgelegt sind - darunter auch soziale und wirtschaftliche Faktoren in den Mitgliedsländern.“ Die Lage in Spanien und Portugal ist von hoher Arbeitslosigkeit geprägt.

Katainen stellte dem EU-Parlament eine Zusammenarbeit in der Frage in Aussicht, welche Strukturfonds-Mittel im Falle der Strafverhängung ausgesetzt werden sollten. Die Kommission würde in diesem Fall „im Dialog mit dem Europäischen Parlament“ zu einem „ausgewogenen Vorschlag“ kommen. Im Anhang des Schreibens an Schulz listet der EU-Kommissar Fondszahlungen auf, auf die sich die Strafmaßnahmen auswirken könnten.

Null Euro Bußgeld?

Am 12. Juli hatten die Euro-Finanzminister erstmals Bußgeldverfahren gegen Defizitsünder in der Währungsunion in Gang gesetzt. Damit würden nun „Sanktionen ausgelöst“, hatte der EU-Rat erklärt. Über die Höhe der Strafen muss noch entschieden werden. Wenn sich Madrid und Lissabon genug anstrengen, könnte auf dem Bußgeldbescheid letztlich null Euro stehen.

Portugal und Spanien hatten trotz aller Ermahnungen im vergangenen Jahr erneut die EU-Vorgabe eines Defizits von maximal drei Prozent der Wirtschaftsleistung verfehlt. 2015 betrug das Budgetloch in Spanien 5,1 Prozent, in Portugal 4,4 Prozent.

Perus Ex-Präsident Fujimori bittet um Begnadigung

Kurz vor dem Ende der Amtszeit des peruanischen Präsidenten Ollanta Humala hat der inhaftierte Ex-Machthaber Alberto Fujimori um eine Begnadigung ersucht. Der Antrag des 77-jährigen Fujimori werde nach geltendem Recht geprüft, teilte das peruanische Justizministerium gestern via Twitter mit.

Fujimori sitzt seit fast zehn Jahren in einem Gefängnis in der Hauptstadt Lima. Der japanischstämmige Rechtspopulist war unter anderem wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen während seiner zehnjährigen Amtszeit (1990-2000) zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Staatschef Humala hatte bereits 2013 ein Begnadigungsgesuch abgelehnt.

Fujimoris Tochter Keiko hatte im Juni nur knapp die Präsidentenwahl verloren. Am kommenden Donnerstag übernimmt der Wirtschaftsliberale Pedro Pablo Kuczynski das Präsidentenamt in dem südamerikanischen Andenstaat.

Nach Tod bei Festnahme: Erneut Ausschreitungen bei Paris

Im Pariser Vorort Beaumont-sur-Oise ist die Lage nach den nächtlichen Unruhen der vergangenen Tage wieder weitgehend ruhig. Es habe im Departements Val-d’Oise gestern Abend drei Festnahmen und „einige Zusammenstöße“ gegeben, sagte ein Mitarbeiter der örtlichen Präfektur heute der Nachrichtenagentur AFP. Er sprach von einer „Rückkehr der Ruhe“. Es habe deutlich weniger Vorfälle als in den Nächten zuvor gegeben.

In der kleinen Gemeinde Beaumont-sur-Oise im Norden von Paris sowie den Nachbarorten war es vier Tage in Folge zu schweren nächtlichen Unruhen gekommen, nachdem der 24-jährige Adama Traore kurz nach seiner Festnahme verstorben war. Seine Familie und die Demonstranten machen die Polizei für seinen Tod verantwortlich. Eine Autopsie schloss dagegen ein Verschulden der Polizisten an Traores Tod aus.

Familie verlangt erneute Autopsie

Traore hatte Widerstand gegen die Verhaftung seines Bruders geleistet und wurde selbst in Polizeigewahrsam genommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde der junge Mann auf der Fahrt zur Wache ohnmächtig und starb kurze Zeit später. Die Autopsie ergab demnach, dass der junge Mann eine schwere Infektion an mehreren Organen hatte, die zu seinem Tod führte. Die Familie beantragte eine erneute Autopsie.

Laut dem Vertreter der örtlichen Präfektur gab es in der Nacht zu Sonntag nur einige Schüsse mit selbstgebauten Mörsern, einen Schuss auf ein Polizeifahrzeug und ein angestecktes Auto. Die Sicherheitskräfte waren mit 265 Polizisten und Gendarmen sowie 65 Feuerwehrleuten im Einsatz. Laut der Präfektur soll diese Präsenz beibehalten werden, um dafür zu sorgen, dass dauerhaft Ruhe zurückkehrt.

Geleakte E-Mails sorgen bei US-Demokraten für Streit

Kurz vor dem Nominierungsparteitag der US-Demokraten sorgt die Veröffentlichung parteiinterner E-Mails für Wirbel, die eine Voreingenommenheit der Parteiführung gegenüber dem Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders belegen sollen.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte am Freitag mehr als 19.000 E-Mails veröffentlicht, die sieben Mitglieder der Parteiführung versendet oder erhalten hatten. Die Nachrichten könnten die mühsam erreichte Einheit der Partei beeinträchtigen und den Republikanern Wahlkampfstoff liefern.

Sanders-Anhänger fordern Aufklärung

Das Sanders-Lager forderte gestern Aufklärung. Die Parteiführung der Demokraten müsse gemäß ihrer Satzung in den Vorwahlen neutral bleiben, sagte Sanders’ Wahlkampfleiter Jeff Weaver dem Sender ABC. „Sie war es aber ganz eindeutig nicht.“ Die E-Mails legten den Verdacht nahe, die Parteiführung habe „ihr Gewicht für Clinton in die Waagschale geworfen“. Die Verantwortlichen müssten sich erklären, forderte Weaver.

In einer von Wikileaks veröffentlichten E-Mail vom 5. Mai fragt der Finanzvorstand der Partei, Brad Marshall, ob jemand eine namentlich nicht genannte Person, mutmaßlich Sanders, in den konservativen Bundesstaaten Kentucky und West Virginia nach seinen religiösen Überzeugungen fragen könne. „Glaubt er an Gott?“, heißt es in der E-Mail. „Ich glaube, ich habe gelesen, er sei Atheist.“ Das Hervorheben dieses Umstands könnte beim Wahlergebnis in den religiösen Bundesstaaten „einige Prozentpunkte Unterschied machen“.

Marshall „kann sich nicht erinnern“

Marshall sagte nun der Nachrichtenseite Intercept, er könne sich an diese E-Mails nicht erinnern. Die E-Mail müsse sich auch nicht unbedingt auf Sanders beziehen, sondern könnte auch einen seiner Unterstützer gemeint haben.

Wikileaks veröffentlichte außerdem eine E-Mail vom 21. Mai, in der die Vorsitzende der Demokratischen Partei, Debbie Wasserman Schultz, die Kandidatur von Sanders für aussichtslos erklärt. In dem E-Mail-Wechsel ging es um Sanders’ Ankündigung, er würde Wasserman Schultz nach seiner Wahl zum Präsidenten von ihrem Posten ablösen. „Das ist eine alberne Geschichte“, schrieb Wasserman Schultz. „Er wird nicht Präsident werden.“

Clinton hofft auf Unterstützung von Sanders

Sanders war als völliger Außenseiter in das Nominierungsrennen gegen die haushohe Favoritin Hillary Clinton gestartet. Mit seinen Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit und Zähmung der Finanzmärkte hatte er jedoch rasch eine breite Anhängerschaft vor allem unter jungen linksgerichteten Wählern hinter sich versammelt und in einer Reihe von Bundesstaaten die Vorwahlen gewonnen.

Clinton setzt nun darauf, dass der Senator seine Millionen von Anhängern in ihr Lager einbringt. Am Montag beginnt der Parteitag, der sie offiziell zur Präsidentschaftskandidatin machen soll.

Clinton über ihren „Vize“ Kaine: „Er ist genau richtig“

Zwei Tage vor Beginn des Parteitages der Demokraten hat Hillary Clinton ihren Vize-Kandidaten Tim Kaine offiziell vorgestellt. Er sei ein Politiker, der Brücken statt Mauern bauen wolle, sagte Clinton gestern bei einem gemeinsamen Auftritt mit Kaine in Miami im US-Bundesstaat Florida.

Sie bezog sich dabei auf den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, der im Fall eines Wahlsieges im November eine Grenzmauer zu Mexiko bauen will. Clinton soll auf dem am kommenden Montag beginnenden Parteitag in Philadelphia offiziell zur Spitzenkandidatin der Demokraten gekürt werden.

Amerika brauche einen Vizepräsidenten, der notfalls vom ersten Tag an in der Lage sei, das Spitzenamt zu übernehmen und das Land zu führen, sagte die Ex-Außenministerin. „Er ist genau richtig.“ Kaine nannte Clinton eine unermüdliche Kämpferin, die niemals aufgebe. Sie habe Mut, Visionen und Führungskraft - und sei mit ihrer Erfahrung und ihrem Respekt für andere der völlige Gegensatz zu Trump.

Mehr dazu in Clinton macht Kaine zum Vizekandidaten

Bei Protesten: Bürgermeister in Mexiko erschossen

In Mexiko ist während Protesten von aufgebrachten Bürgern ein Bürgermeister getötet worden. Domingo Lopez Gonzalez und einer seiner Begleiter seien gestern auf dem zentralen Platz der indigenen Gemeinde San Juan Chamula von Unbekannten erschossen worden, teilte die Staatsanwaltschaft des südlichen Bundesstaates Chiapas auf Twitter mit.

Der Bürgermeister hatte auf dem Platz mit Demonstranten gesprochen, die aus 35 nahe liegenden Ortschaften angereist waren. Die genauen Motive der Tat waren zunächst unklar. In San Juan Chamula hatte es in den vergangenen Tagen Konflikte zwischen Anwohnern und demonstrierenden Lehrern gegeben.

Deutsche Bundeswehr startet Flüchtlings-Pilotprojekt

Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will Flüchtlinge bei der Armee beschäftigen. „Die Bundeswehr ist dabei, in einem Pilotprojekt zunächst mehr als hundert Flüchtlinge in zivilen Fähigkeiten auszubilden“, sagte Von der Leyen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Es gehe um Handwerk, Technik, Medizin und Logistik.

„Die Idee ist, dass sie eines Tages nach Syrien zurückgehen und beim Aufbau helfen.“ Sollte es in dem Land wieder eine verantwortungsvolle Regierung geben, könne Deutschland auch die Ausbildung von Sicherheitskräften in dem Land unterstützen. Als Soldaten sollten Personen mit syrischer Staatsangehörigkeit bei der Bundeswehr jedoch nicht eingesetzt werden.

Erst vor kurzem hatte die Ministerin mit der Ankündigung für Aufsehen gesorgt, dass die Bundeswehr künftig nicht nur deutsche Staatsbürger, sondern in bestimmten Fällen auch EU-Ausländer für den Dienst an der Waffe einsetzen will. Damit war sie innerparteilich auf Widerstand gestoßen.

Waffenhändlerring auf Ibiza ausgehoben

Auf der Urlaubsinsel Ibiza hat die Polizei einen internationalen Ring illegaler Waffenhändler ausgehoben. Neun Verdächtige seien festgenommen worden, darunter auch der mutmaßliche Bandenchef und ein Polizeibeamter, teilten die Behörden gestern in Spanien mit.

Im Rahmen der rund vierjährigen Ermittlungen waren den amtlichen Angaben zufolge in Zusammenarbeit mit Behörden anderer Länder sowie mit Interpol und Europol unter anderem auch Firmenräume in Deutschland und der Schweiz durchsucht worden. Die Bande habe in Europa ein großes Firmenetzwerk unterhalten und sei unter anderem auch in Belgien, Großbritannien und Frankreich aktiv gewesen.

200.000 Kalaschnikows im Südsudan verkauft

Beim Anführer handelt es sich den Angaben zufolge um einen polnischen Ex-Militär, der mit seiner illegalen Tätigkeit ein millionenschweres Vermögen angehäuft habe. Vier Luxusfahrzeuge seien bei der Aktion sichergestellt worden.

Der Mann hatte sich auf der Balearen-Insel Ibiza mit ungültigen Papieren als Diplomat des westafrikanischen Staates Guinea-Bissau ausgegeben. Er verkaufte laut Polizei unter anderem im Südsudan 200.000 Kalaschnikow-Gewehre AK 47 sowie Raketenwerfer und Panzer. Die Bande soll in Spanien unter Androhung von Gewalt auch Unternehmer erpresst und Schulden in Millionenhöhe eingetrieben haben.

Argentinien: Demo für öffentliches Stillen

Mit einem Massen-Stillen haben hunderte argentinische Mütter für das Recht demonstriert, ihrem Baby öffentlich die Brust geben zu dürfen. Bei der Aktion auf einem Platz der Hauptstadt Buenos Aires zeigten die Frauen gestern (Ortszeit) ihren Unmut über die Festnahme einer jungen Mutter wegen öffentlichen Stillens in der vergangenen Woche.

Auch außerhalb der Hauptstadt gingen argentinische Frauen wegen des Vorfalls auf die Straße. Auf Spruchbändern in Buenos Aires standen Slogans wie „Meine Brust, meine Rechte“ oder „Stillen steht nicht zur Debatte“.

Unterstützung bekamen die Demonstrantinnen von dem Menschenrechtsaktivisten und Friedensnobelpreisträger Adolfo Perez Esquivel. Die Proteste „werfen Licht auf ein Problem“, erklärte er. „Die Polizei muss auf der Seite der Öffentlichkeit stehen und nicht gegen sie arbeiten.“

Inland

BUWOG-Anklage: Die unangenehmsten Fragen für Grasser

Erste Einblicke in die noch geheime BUWOG-Anklage machen klar: Die Anwälte von Ex-Finanzminister Karl Heinz Grasser und den 15 anderen Beschuldigten werden sich ordentlich ins Zeug legen müssen, um die Vorwürfe zu entkräften. Ein zentraler Punkt dabei: Woher kam der Tipp an den späteren BUWOG-Käufer Immofinanz, wie hoch man bieten müsse? Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher: Es kann nur Grasser gewesen sein - und listet dafür viele bisher unbekannte Umstände auf. Aufgrund der Indizien lässt sich aber auch schon vermuten, wie sich Grasser verteidigen könnte.

Mehr dazu in Wie es zum „Tag der Tage“ kam

Flüchtlinge: Weiterhin 18.000 Notquartierplätze in Evidenz

In Österreich werden aktuell rund 18.000 Plätze für Flüchtlinge in Evidenz gehalten. Betreut wurden und werden diese Notquartiere von Hilfsorganisationen, wobei die Sonderrichtlinie für die Förderungen mit Ende Juni ausgelaufen ist. Seit vergangenem Herbst wurden laut Innenministerium rund 62 Mio. Euro an die NGOs ausbezahlt.

Im Vorjahr wurde basierend auf einer Sonderrichtlinie des Bundes für Förderungen ein Prozedere für die Betreuung von Transitflüchtlingen mit den NGO vereinbart. Dieses sah vor, dass die Hilfsorganisationen ihre Kosten monatlich beim Innenministerium einmelden und diese für das Vormonat rückerstattet bekommen. Seit Herbst 2015 belief sich diese Summe auf 62 Mio. Euro.

Plätze werden für kurzfristigen Bedarf bereit gehalten

Die Sonderrichtlinie lief wie vereinbart Ende Juni aus. Nun gehe es um „Vorhalteleistungen“: Für den Fall, dass es wie im vergangenen Jahr kurzfristig großen Bedarf gibt, wird eine Struktur aufrechterhalten, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums gegenüber der APA.

Konkret handelt es sich um rund 7.000 feste Plätze sowie weitere Möglichkeiten, sodass insgesamt 18.000 Plätze innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung stehen. Mit den Hilfsorganisationen sei hierzu bereits eine Vereinbarung getroffen worden, lediglich mit der Stadt Wien gebe es noch „konstruktive Gespräche“.

Geringe Kosten für Evidenzhaltung

Für die Quartiere, die derzeit in Evidenz gehalten werden, fallen laut Gerry Foitik vom Roten Kreuz lediglich geringe Kosten an. „Die Vorsichtsmaßnahme ist gerechtfertigt, das passt so“, meinte er im Gespräch mit der APA. Der Bundesrettungskommandant geht aber davon aus, dass es keinen staatlich organisierten Flüchtlingstransit wie im Vorjahr mehr geben wird.

Zahl der Pflegegeldbezieher geht zurück

Die Zahl der Pflegegeldbezieher war auch im Juni gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. Laut aktuellsten Daten des Sozialministeriums bezogen im Juni um 0,48 Prozent weniger Personen die Geldleistung als im gleichen Zeitraum 2015. Insgesamt dürfte die Zahl der Pflegebedürftigen laut Sozialministerium in Zukunft aber wieder ansteigen.

Insgesamt waren im Juni 454.159 Menschen pflegebedürftig. Exklusive all jener Pflegebedürftigen, deren Pflegegeld-Bezug wegen Spitalsaufenthalten ruhte, bezogen 447.266 Personen die Geldleistung; im Juni 2015 waren es noch 449.414 Personen gewesen (ein Minus von rund 0,48 Prozent).

Pflegegeldreform Grund für Rückgang Anfang des Jahres

Bereits im Jänner dieses Jahres war die Zahl der Pflegegeldbezieher - erstmals seit Jahrzehnten - leicht gesunken. Grund für den Rückgang im Jahresvergleich ist laut Auskunft aus dem Sozialministerium vor allem die in den Jahren 2015/2016 umgesetzte Pflegegeldreform: Diese brachte bereits mit Jänner des Vorjahres einen erschwerten Zugang in die Pflegestufen 1 und 2: Seitdem ist für den Bezug der Geldleistungen in diesen Stufen Bedingung, dass Betroffene für die erste Stufe einen Pflegebedarf von 65 Stunden nachweisen müssen (statt früher 60).

Für den Bezug der Geldleistung in Stufe zwei muss ein Pflegeaufwand von 95 Stunden (statt früher 85) vorliegen. Im Gegenzug brachte die Reform per 1. Jänner 2016 eine Anhebung des Pflegegeldes von zwei Prozent - und zwar über alle sieben Stufen hinweg.

Erneuter Anstieg erwartet

Dass die Zahl der Bezieher im Jahresvergleich auch jetzt noch sinkt, betrachtet man im Ministerium als „Nachwirk-Effekt“ dieser Reform. Für die Zukunft erwartet man im Ressort von Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) aber einen erneuten Anstieg der Pflegegeldbezieher.

Darauf deuten auch die Zahlen im Monatsvergleich hin: Im heurigen Juni sank zwar die Zahl der Pflegegeldbezieher gegenüber dem Vormonat Mai noch marginal um 229 Personen. Insgesamt stieg die Zahl der Pflegebedürftigen (inklusive jener, die im Spital betreut wurden) aber wieder an - und zwar minimal um 0,02 Prozent. Auch im Mai war die Zahl der Pflegebedürftigen - aber auch jener der Pflegegeldbezieher - gegenüber dem Vormonat geringfügig angestiegen.

Von den Pflegegeldbeziehern entfielen im Juni 26 Prozent auf Stufe 1, 25 Prozent auf Stufe 2, 18 Prozent auf Stufe 3, 14 Prozent auf Stufe 4, elf Prozent auf Stufe 5, vier Prozent auf Stufe 6 und zwei Prozent auf Stufe 7. Die Einstufung in die einzelnen Pflegestufen orientiert sich nach dem Pflegebedarf nach Stunden.

Wirtschaft

Tesla soll Übernahme von Solarfirma planen

Der Elektroautobauer Tesla kommt Insidern zufolge bei seinem geplanten Einstieg in den Markt für Ökostrom voran. Tesla und der Solarmodul-Hersteller SolarCity lägen bei der Überprüfung der Bücher in den letzten Zügen und könnten sich bereits in den nächsten Tagen auf die Bedingungen für die Übernahme von Solar City durch Tesla einigen, sagten mit den Verhandlungen vertraute Personen gestern.

Es sei aber noch nicht ganz auszuschließen, dass das Geschäft doch noch platzen könnte. Tesla will SolarCity für 2,8 Mrd. Dollar (2,54 Mrd. Euro) übernehmen. Dies gehört zu dem neuen „Masterplan“ von Tesla-Chef Elon Musk, der den E-Auto-Pionier zu einem Komplettanbieter für Elektro-Mobilität ausbauen will.

Die beiden Firmen sind bereits verbunden. Musk ist bei beiden größter Anteilseigner und steht dem Verwaltungsrat von SolarCity vor. Der Hersteller von Solarmodulen hat ein Komitee gegründet, das sich mit dem Vorstoß von Musk befassen soll. Darüber hinaus hat sich SolarCity nicht öffentlich zu den Plänen von Musk geäußert. Wegen der immensen Investitionen sind diese bei Investoren umstritten.

Sport

Bundesliga: Rapid startet Saison mit Schützenfest

Rapid hat die neue Saison der tipico-Bundesliga mit einem Schützenfest eröffnet. Die Hütteldorfer fertigten gestern zum Auftakt der Spielzeit 2016/17 die SV Ried mit 5:0 ab und weihten damit auch das Allianz Stadion im ersten Pflichtspiel gebührend ein. Im Duell zweier Bundesliga-Debütanten auf der Trainerbank hatte Rapid-Coach Mike Büskens gegenüber Christian Benbennek klar die Nase vorn. Bereits zur Pause war die Partie zugunsten der Hausherren gelaufen.

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Formel 1: Rosberg sichert sich Ungarn-Pole

WM-Spitzenreiter Nico Rosberg hat sich die Poleposition für den Grand Prix von Ungarn gesichert. Der Mercedes-Pilot verwies gestern in einem spektakulären Qualifying auf dem Hungaroring seinen britischen Teamkollegen Lewis Hamilton auf den zweiten Platz. Dritter wurde der Australier Daniel Ricciardo im Red Bull vor seinem Teamkollegen Max Verstappen. Nach heftigem Regen zu Beginn erlebten die Zuschauer ein Qualifying mit einigen Abflügen und zahlreichen spektakulären Szenen, von der eine fast auch noch Rosberg zum Verhängnis wurde.

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Tour de France: Froome fährt als Leader nach Paris

Christopher Froome hat auch die letzten Angriffe auf die Führung bei der Tour de France erfolgreich abgewehrt und wird damit morgen seinem dritten Gesamtsieg entgegenrollen. Der Brite kam gestern auf der vorletzten Etappe zwar mit etwas mehr als vier Minuten Rückstand auf den spanischen Tagessieger Jon Izaguirre ins Zie, fährt aber trotzdem mit über vier Minuten Vorsprung Richtung Paris. Zweiter im Klassement ist der Franzose Romain Bardet vor dem Kolumbianer Nairo Quintana.

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Chronik

Gesundheit

Kultur

Aerosmith-Gitarrist Joe Perry tritt wieder auf

Der Gitarrist der US-Rockband Aerosmith,  Joe Perry (65), steht zwei Wochen nach einem Kollaps wieder auf der Bühne. In der Nacht auf gestern trat er mit der Gruppe Hollywood Vampires im kalifornischen Rohnert Park auf. „Welcome back Joe Perry!“, schrieb die Band auf Instagram und postete Fotos des Musikers.

Welcome back Joe Perry! Photo by: John Bionelli #HollywoodVampires

A photo posted by Hollywood Vampires (@hollywoodvampires) on

Am 10. Juli war Perry bei einem Auftritt in New York zusammengebrochen und in ein Krankenhaus gebracht worden. Danach fehlte er bei einigen Konzerten.

Der Band gehören neben Perry der Schauspieler und Hobbymusiker Johnny Depp und der Rockmusiker Alice Cooper an. Die Gruppe trat auch in Europa auf. Bis Ende Juli sind noch mehrere Konzerte in den USA geplant.

Science

Sonnenflieger auf letzter Etappe der Weltumrundung

Der Solarflieger „Solar Impulse 2“ ist zur letzten Etappe der Weltumrundung gestartet. Der Abenteurer Bertrand Piccard machte sich heute in den frühen Morgenstunden auf den Weg von Kairo Richtung Abu Dhabi, wie sein Team auf Twitter berichtete. Dort hatte die „Solar Impulse 2“ vor mehr als einem Jahr abgehoben.

Ein früher geplanter Aufbruch hatte wegen ungünstiger Wetterbedingungen in Kairo und einer Magenverstimmung Piccards verschoben werden müssen.

Schwierigste der 17 Etappen

Das Team bezeichnet den letzten Flug als schwierigsten der insgesamt 17 Etappen. Neben Flugverbotszonen seien es vor allem die Wetterbedingungen und Thermiken, die den Überflug des Nahen Ostens so schwierig machten. Der Flug von Kairo nach Abu Dhabi soll zwischen 48 und 72 Stunden dauern.

Die beiden Schweizer Abenteurer und Wissenschafter Andre Borschberg und Piccard wollen mit der Erdumrundung für die Nutzung erneuerbarer Energien werben. Der aus Karbonfasern gebaute Flieger mit einer Spannweite von 72 Metern kommt völlig ohne Treibstoff aus und verfügt stattdessen über mehr als 17.000 Solarzellen.