Ausland

Island: Piratin bekommt Auftrag zur Regierungsbildung

Nach zwei gescheiterten Anläufen der Regierungsbildung in Island könnte die Piratin Birgitta Jonsdottir Ministerpräsidentin werden. Der isländische Präsident Gudni Th. Johannesson erteilte der Politikerin heute das Mandat, eine Regierung zu bilden.

Die Vorsitzende der Piraten, Birgitta Jonsdottir

APA/AFP/Halldor Kolbeins

Zuvor hatten bereits der konservative Parteichef Bjarni Benediktsson und die Links-Grüne Katrin Jakobsdottir erfolglos versucht, mit anderen Parteien über eine Koalition zu verhandeln. Nach der Parlamentswahl auf der Insel Ende Oktober hatte die Piratenpartei die drittmeisten Stimmen erhalten. Sollte es Jonsdottir gelingen, eine Regierung zu bilden, wäre das die erste unter Führung der Piraten überhaupt.

Polens Parlament ändert Versammlungsrecht

Das polnische Parlament hat mit den Stimmen der regierenden PiS-Partei Änderungen im Versammlungsrecht beschlossen. Im Kern werden damit Gegendemonstrationen in der Nähe staatlicher Gedenkfeiern erschwert. Kritik kommt nicht nur von der liberalen Opposition in Warschau. Auch der Menschenrechtsbeauftragte des Europarates, der Lette Nils Muiznieks, äußerte heute Bedenken.

„Die Änderungen schränken in unnötiger und unangemessener Weise das Versammlungsrecht ein“, sagte Muiznieks. Er appellierte an den Senat, dem Gesetz nicht zuzustimmen. Allerdings hält die rechtskonservative PiS auch in der zweiten Kammer des Parlaments die Mehrheit.

Trump lässt weitere Sanktionen gegen Iran prüfen

Das Übergangsteam des designierten US-Präsidenten Donald Trump hat einem Zeitungsbericht zufolge im Kongress wegen neuer Sanktionen gegen den Iran vorgefühlt.

Republikanische Abgeordnete seien angesprochen worden, welche Möglichkeiten es gebe, Strafmaßnahmen gegen die Islamische Republik zu verhängen, die nicht mit dem umstrittenen Atomabkommen in Verbindung stünden, berichtete die „Financial Times“ heute unter Berufung auf Kongress-Kreise. Als Auslöser für neue Sanktionen seien das iranische Raketenprogramm und die Menschenrechtslage genannt worden.

Sich widersprechende Ansichten

Erst gestern hatte der Kongress Sanktionen gegen den Iran verlängert. Während US-Abgeordnete sagten, die Verlängerung der Sanktionen bedeute keine Verletzung des Atomabkommens, sieht der Iran genau dieses.

Das iranische Außenministerium erklärte, mit dem Beschluss werde die Vereinbarung von 2015 verletzt. Ein Ministeriumssprecher sagte der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA, die US-Regierung müsse sich an ihre internationalen Verpflichtungen halten. Der oberste Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, hatte bereits im November gewarnt, eine Verlängerung der Sanktionen würde das Abkommen brechen und Gegenmaßnahmen des Iran nach sich ziehen.

Obamas Unterschrift benötigt

Fraglich ist, ob der scheidende US-Präsident Barack Obama die Verlängerung des „Iran Sanction Act“ unterzeichnen wird. Ohne seine Zustimmung würden die US-Sanktionen Ende 2016 auslaufen.

Obamas Nachfolger Trump wird am 20. Jänner offiziell ins Amt eingeführt. Er steht dem Atomabkommen kritisch gegenüber, das er als „einen der schlechtesten Deals, der jemals gemacht wurde“, kritisiert hatte. Er hat angekündigt, den Vertrag neu verhandeln zu wollen.

„Mad Dog“ als Verteidigungsminister

Für Aufsehen sorgte der designierte US-Präsident indes mit der Ernennung des pensionierten Viersternegeneral James Mattis zu seinem Verteidigungsminister. „Mad Dog“ („verrückter Hund“) lautet sein Spitzname. Mattis hat 44 Jahre Militärdienst hinter sich und war unter anderem im Irak und in Afghanistan im Einsatz.

Dabei erwarb er sich auch seinen zweiten Spitznamen „Warrior Monk“ („Kriegermönch“). Mattis steht für eine harte Linie gegenüber Ländern wie dem Iran und Russland.

Mehr dazu in Militär mit umstrittenen Sprüchen

Dänemark zieht Kampfjets aus Irak und Syrien ab

Dänemark zieht seine Kampfjets aus der internationalen Anti-IS-Militärmission in Syrien und im Irak ab. Diese Entscheidung verkündete Außenminister Anders Samuelsen heute vor Journalisten nach einem Treffen mit dem Auswärtigen Ausschuss des Parlaments.

Der im April zunächst für sechs Monate genehmigte Einsatz werde „wie geplant“ nicht verlängert. Das NATO-Land Dänemark zieht damit seine sieben Kampfjets vom Typ F-16 und ein militärisches Transportflugzeug ab.

„20 oder 21 zusätzliche Soldaten“

Statt einer Verlängerung der Mission im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) würden „20 oder 21 zusätzliche Soldaten“ in die Region geschickt, fügte Verteidigungsminister Claus Hjort Frederiksen hinzu.

Sie sollen unter anderem irakische Truppen bei der Minenräumung schulen und das aktuelle Kontingent bei der Ausbildung unterstützen. An der derzeitigen dänischen Mission sind bereits 400 Soldaten beteiligt, darunter 60 Spezialkräfte.

Doskozil in Tirana: Rüsten für ein Aus von Flüchtlingspakt

Im Zeichen möglicher neuer Balkan-Fluchtrouten bei einem Aus des EU-Türkei-Pakts und einer gemeinsame Reaktion der betroffenen Länder ist der Besuch von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) in Albanien gestern und heute gestanden. „Niemand wird mit einem Flüchtlingsstrom, wie wir ihn im Vorjahr hatten, alleine fertig“, sagte Doskozil der APA am Telefon.

„Albanien einbinden“

Es dürfe aber nicht wieder so kommen, und da von Brüssel in der Frage „wenig“ komme, müssten die möglicherweise betroffenen Länder gemeinsam Überlegungen anstellen und Maßnahmen zur Grenzsicherung ergreifen. „Wir wollen Albanien hier einbinden“ - auch wenn das Land bisher von massiven Flüchtlings- und Migrationsbewegungen „nicht so betroffen“ gewesen sei, sagte Doskozil.

Bei einem Ende des Flüchtlingsdeals der EU mit der Türkei könnten dem Verteidigungsminister zufolge Flüchtlinge den Weg von Griechenland über Albanien und dann über die Adria nach Italien nehmen. Diese Route sei „aufwendiger“ als der reine Landweg über Mazedonien und Serbien, räumte Doskozil ein. Schlepper könnten sie dann aber verstärkt nutzen.

Doskozil traf Amtskollegin

Der Verteidigungsminister traf in Albanien u. a. mit seiner Amtskollegin Mimi Kodheli, Außenminister Ditmir Bushati und Staatspräsident Bujar Nishani zusammen. Mit Kodheli vereinbarte Doskozil einen Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit im militärischen Bereich. So soll Österreich die Ausbildung albanischer Gebirgsjäger unterstützen.

Albanien ist seit 2009 bei der NATO, seit 2014 ist Albanien, das unter kommunistischer Herrschaft jahrzehntelang vom Rest Europas isoliert war, EU-Beitrittskandidat. Österreich unterstützt die EU-Annäherung Albaniens.

Gambia: Präsident Jammeh nach 22 Jahren abgewählt

Der seit 22 Jahren amtierende Präsident Gambias, Yahya Jammeh, hat seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl eingeräumt. Er habe seine Niederlage gegenüber dem Oppositionskandidaten Adama Barrow eingestanden, sagte der Vorsitzende der unabhängigen Wahlkommission, Alieu Momar Njie, heute noch vor der Verkündung des offiziellen Wahlergebnisses.

Yahya Jammeh

APA/AFP/Marco Longari

„Es ist wirklich außergewöhnlich, dass jemand, der das Land so lange geführt hat, seine Niederlage akzeptiert“, sagte Njie vor Journalisten. Bei der Wahl war der seit seinem Amtsantritt autokratisch regierende Präsident Jammeh für eine weitere fünfjährige Amtszeit angetreten.

Die Opposition hatte mit Barrow erstmals einen gemeinsamen Kandidaten aufgestellt. Knapp 900.000 Menschen waren zur Wahl aufgerufen.

Hofburg-Wahl

Van der Bellen „kein Spion“

FPÖ-Kandidat Norbert Hofer hat den ehemaligen Grünen-Chef Alexander Van der Bellen gestern Abend im letzten TV-Duell im ORF unbegründet in die Nähe der Spionage für den ehemaligen DDR-Geheimdienst Stasi gerückt. Die Vorwürfe hatte das Innenministerium schon vor 15 Jahren widerlegt.

In die Nähe von Stasi-Mitarbeitern gerückt

Hofer bezog sich in seinem Angriff auf die im Jahr 2000 erschienenen Memoiren des früheren Generaldirektors für die öffentliche Sicherheit, Michael Sika. Das Buch sorgte damals bereits in Zusammenhang mit der „Spitzelaffäre“ für einiges Aufsehen und Diskussionen.

Im Kapitel „Wer spionierte für den Osten?“ rückte Sika den damaligen Grünen-Chef und auch den grünen Abgeordneten Peter Pilz in die Nähe eines angeblichen Stasi-Mitarbeiters.

Vorhaltungen in Sika-Buch

Van der Bellen und Pilz seien Ende der 1980er Jahre an einem Projekt zum Thema „Militärausgaben, Rüstungsproduktion und Beschäftigung“ beteiligt gewesen, schrieb Sika. Bei Staatspolizei und Abwehramt hätten wegen der Forschungsarbeit die Alarmglocken geschrillt.

Vom späteren Bundespräsidenten und damaligen SPÖ-Wissenschaftsminister Heinz Fischer sei das Projekt übrigens mit 450.000 Schilling Steuergeld unterstützt worden.

Nachrichtendienstliche Interessen wurden den wissenschaftlichen Arbeiten unterstellt, weil ein angeblicher informeller Mitarbeiter des DDR-Geheimdienstes Stasi der Forschergruppe angehört haben soll und es darüber hinaus einen Informationsaustausch mit dem schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI gab, dem in skandinavischen Ländern laut Sika Spionagetätigkeit nachgesagt worden sei.

Parlamentarische Anfrage 2001

Berichte über die Causa gab es immer wieder. Schon Anfang der 1990er Jahre äußerte die ÖVP den Verdacht, das Projekt stehe in Zusammenhang mit Spionagetätigkeiten. 2000 veröffentlichte Sika dann sein Buch „Mein Protokoll“. Danach griff auch die FPÖ das Thema auf.

2001 stellte der freiheitliche Abgeordnete Martin Graf eine parlamentarische Anfrage an Innenminister Ernst Strasser (ÖVP). Dort wies man die Vorwürfe zurück. Im Innenministerium bestünden „keine Erkenntnisse“ über Kontakte zwischen den grünen Politikern und dem angeblichen Stasi-Spion, hieß es damals.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den vermeintlichen DDR-Geheimdienstler wurden zudem bereits im Juli 1980 eingestellt, so das Innenministerium. Und SIPRI sei lediglich als unabhängige Forschungsanstalt bekannt.

Niedrigere Wahlbeteiligung als im Mai erwartet

Der lange Wahlkampf, die allgemeine Wahlmüdigkeit und der ungünstige Wahltermin dürften die Beteiligung bei der Wiederholung der Hofburg-Stichwahl am Sonntag niedriger ausfallen lassen als bei der aufgehobenen Stichwahl im Mai.

„Dass die Wahlbeteiligung sinkt, hat primär mit dem endlosen Wahlkampf und letztlich auch mit dem Termin mitten im Advent zu tun“, sagte dazu der Chef des Markt- und Meinungsforschungsinstituts OGM, Wolfgang Bachmayer. Der Meinungsforscher geht deshalb „auf jeden Fall“ von einer niedrigeren Beteiligung als im Mai aus. Damals lag diese bei 72,65 Prozent.

Der Politikberater Thomas Hofer erwartet darüber hinaus einen negativen Einfluss durch die jüngsten Kontroversen zwischen den Präsidentschaftskandidaten Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer. „Die Wahlbeteiligung hat man mit dieser Vorstellung nicht gerade nach oben getrieben“, meinte der Politikberater im ORF-Radio im Hinblick auf das letzte TV-Duell zwischen dem ehemaligen Grünen-Chef und dem FPÖ-Kandidaten.

Viele ORF-Zusatzangebote am Wahlsonntag

Hochrechnungen, Ergebnisse, Interviews und Analysen - mit den ORF-Angeboten und Sonderservices von ORF.at soll der Ausgang der wiederholten Präsidentschaftsstichwahl noch übersichtlicher werden. Um die Stichwahl live mitverfolgen zu könne, um die Orientierung über den Wahlausgang zu erleichtern und neue Perspektiven zu eröffnen, bietet ORF.at einige Zusatzservices.

In all seinen Medien hat der ORF am Sonntag einen großen Wahlschwerpunkt. Die „Wahl ’16“-Liveberichterstattung in ORF2 beginnt um 16.30 Uhr und geht bis 22.50 Uhr. ORF eins blickt bereits am Nachmittag und im Verbund mit news.ORF.at/beingpresident mit einem Facebook-Livestream hinter die Kulissen des Wahltages und in die Zentralen der beiden Teams. Alle Radiosender und auch der Teletext werden Wahlspecials präsentieren - mehr dazu in tv.ORF.at.

Die Inhalte der Wahlsite sind auch in der ORF.at-Wahlapp verfügbar, die kostenlos für iOS und Android heruntergeladen werden kann.

Der Wahlsonntag in ORF.at

ORF.at baut seine Wahltagsberichterstattung auf fünf Säulen auf:

  • einem Liveticker ab 16.40 Uhr mit dem aktuellen ORF2-TV-Stream und zahlreichen Bild-, Video- und Social-Elementen
  • dem umfangreichen Ergebnisteil mit Hochrechnungen und den vorliegenden Urnenwahlergebnissen nach Einlangen bis auf Gemeindeebene, dazu zahlreichen Analysekarten
  • einem Blick hinter die Kulissen des Wahltages und -abends über news.ORF.at/beingpresident im Verbund mit ORF eins Info
  • einem ORF.at-Chatbot zur Wahl
  • und der großen Wahldebatte in debatte.ORF.at

So funktioniert der ORF.at-Wahlbot

Der ORF.at-Wahlbot für Facebook Messenger bietet aktuelle Infos am Desktop und auf dem Smartphone - und so geht es.

Experimenteller Wahlbot

Mit dem experimentellen ORF.at-Wahlbot für Facebook Messenger lässt sich das Ergebnis jeder Gemeinde vormerken. Sobald das Ergebnis vorliegt, wird es sofort in den Chat geliefert. Im Dialog mit dem Bot lassen sich auch die neuesten Hochrechnungen abonnieren und Beiträge auf der ORF-Wahlsite abrufen.

Hochrechnungen als Browser-Kurzmeldung

Sie brauchen nur die aktuellste Hochrechnung, um auf dem neuesten Stand zu bleiben? Melden Sie sich bei unserem Benachrichtigungssystem an und lassen Sie sich stets den neuesten Trend auf Desktop- und Mobilbrowser liefern. Der Dienst funktioniert derzeit mit Google Chrome und Chromium ab Version 42 unter Windows, Mac OS und Linux sowie auf Android.

Inland

Oberösterreichs Ärzte fürchten um Praxen vor Ort

Wenig besinnlich geht es derzeit zwischen Ärztevertretern und der Politik zu. Mit einem neuen Gesetz sollen neben niedergelassenen Ärzten auch Versorgungszentren entstehen. Ärztevertreter kündigen einen Aktionstag an. Oberösterreichs Ärztekammer-Präsident Peter Niedermoser: „Ich glaube, der Patient oder die Patientin wünscht sich den Arzt vor Ort, und nicht in großen Gesundheitszentren.“

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Altbundespräsident Fischer unterstützt Kerns FPÖ-Kurs

Altbundespräsident Heinz Fischer spricht sich für eine Annäherung der SPÖ an die FPÖ aus. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) habe seine volle Unterstützung, wenn er eine Koalition mit den Freiheitlichen nach der nächsten Nationalratswahl nicht ausschließe, sagte Fischer laut „Kurier“ bei einer Diskussionsveranstaltung in Wien.

„Ich glaube, Bundeskanzler Christian Kern ist hier am richtigen Weg, die SPÖ soll die Frage nach Koalitionen weiterhin offenlassen“, sagte der frühere hochrangige SPÖ-Politiker, der von der Zeitung zudem mit den Worten zitiert wurde: „Zu Franz Vranitzkys Zeit war es richtig, eine Koalition mit der FPÖ auszuschließen, heute ist das anders.“

Sport

Ski alpin: Norweger feiern Super-G-Doppelsieg

Das erste Herren-Speed-Rennen hat für die Österreicher mit einer deutlichen Niederlage geendet. Max Franz war heute im Super-G von Val d’Isere als Zehnter ihr Bester. Marcel Hirscher belegte den 13. Platz. Die nach langen Verletzungspausen zurückgekehrten Hannes Reichelt und Matthias Mayer landeten ebenfalls noch nicht im Spitzenfeld. Einen Doppelsieg feierten dagegen die Norweger. Kjetil Jansrud gewann vor Aksel Lund Svindal, der das erste Rennen seit seinem Sturz in Kitzbühel fuhr.

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Reform der Bundesliga ab 2018/19 fixiert

Die österreichische Fußballbundesliga hat mit einer umfassenden Reform die Weichen für die Zukunft gestellt. Wie Bundesliga-Präsident Hans Rinner und Vorstand Christian Ebenbauer heute bekanntgaben, wurde eine Aufstockung der obersten zwei Spielklassen ab der Saison 2018/19 beschlossen. Punkteteilung, Meister- und Qualifikationsgruppe sowie Play-off-Modus sollen für zusätzliche Spannung sorgen.

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Wirtschaft

US-Jobmarkt boomt: Arbeitslosenrate sinkt auf 4,6 Prozent

Vor der wohl kurz bevorstehenden Zinserhöhung in den USA läuft der Arbeitsmarkt auf Hochtouren. Die Erwerbslosenquote sank im November überraschend auf 4,6 Prozent.

Das ist der tiefste Stand seit mehr als neun Jahren, wie das Arbeitsministerium heute in Washington mitteilte. Damit ist praktisch Vollbeschäftigung erreicht - eines der erklärten Ziele der Notenbank Fed.

Weg frei für Zinserhöhung

Private Firmen und der Staat schufen zudem insgesamt 178.000 Stellen und damit 3.000 mehr als von Fachleuten erwartet. Damit dürfte der Weg für die erste Zinserhöhung seit einem Jahr frei sein. Die Fed hält den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld seit 2015 in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.

Der Euro kletterte nach der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten zeitweise auf 1,0666 Dollar von 1,0650 Dollar kurz zuvor, gab seine Gewinne jedoch bald wieder ab.

Ryanair-Rabatt auf Frankfurter Flughafen gestoppt

Das deutsche Bundesland Hessen verpasst den Expansionsplänen von Ryanair auf dem Frankfurter Flughafen einen Dämpfer. Die Landesregierung sprach sich gegen einen Gebührennachlass für neue Fluglinien wie den irischen Billigflieger aus.

„Der ursprünglich beantragte Sonderrabatt, von dem faktisch ausschließlich neue oder am Standort kaum präsente Fluggesellschaften hätten profitieren können, ist vom Tisch“, sagte heute der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), der über die Gebührenordnung entscheidet.

Platzhirsch ging auf die Barrikaden

Fraport hatte die Sonderregeln verlangt und vor Kurzem Ryanair als neuen Kunden an dem Großflughafen präsentiert. Die AUA-Muttergesellschaft Lufthansa, Platzhirsch an dem Drehkreuz, ging dagegen auf die Barrikaden. Die neue Flughafengebührenordnung gilt trotzdem, und zwar ab dem Jahreswechsel.

Noch keine Stellungnahme von Ryanair

„Wir haben hier nicht für oder gegen Ryanair oder irgendeine andere Fluggesellschaft entschieden“, sagte Al-Wazir. Aber es sei wichtig, dass in der Entgeltordnung keine Benachteiligungen von Fluggesellschaften angelegt seien.

Nachlässe gebe es trotzdem, aber auch für alteingesessene Fluglinien und auf drei Jahre begrenzt. Ryanair hatte angekündigt, ab März von Frankfurt aus vier Ziele am Mittelmeer anzufliegen. Von Ryanair und Fraport war unmittelbar keine Stellungnahme zu erhalten.

Lufthansa rechnet mit baldiger Schlichtung in Lohnstreit

Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa rechnet mit einer baldigen Schlichtung im Gehaltsstreit mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC).

Die Fragen der Gewerkschaft zum jüngsten Angebot des Konzerns seien beantwortet worden, teilte die Fluggesellschaft heute mit.

Angebot „sehr unscharf formuliert“

Die Lufthansa gehe „davon aus, nun gemeinsam mit dem Tarifpartner den Schlichtungsprozess aufzunehmen“. Das sei „der richtige Weg, um den Konflikt zu lösen“.

Cockpit hatte zuvor moniert, das Schreiben der Lufthansa zu dem Gehaltsangebot sei „sehr unscharf formuliert“. Dem Konzern seien Fragen übermittelt worden, die geklärt werden müssten, bevor die Gewerkschaft reagiere.

Lohnerhöhung in zwei Stufen

Der AUA-Mutterkonzern Lufthansa bietet den Piloten eine Lohnerhöhung in zwei Stufen um insgesamt 4,4 Prozent und eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern an.

Der Vergütungstarifvertrag soll bis Ende Juni 2018 laufen. Der Konzern betont, dass das Angebot „nicht an weitere Bedingungen“ etwa in Zusammenhang mit anderen offenen Gehaltsfragen gekoppelt sei.

Riesenglashäuser mischen Paradeisermarkt auf

Auf den Tellern der Österreicherinnen und Österreicher landen mehr und mehr Paradeiser aus heimischem Anbau. Denn österreichische Großproduzenten überlassen das Feld längst nicht mehr der ausländischen Konkurrenz. Riesenglashäuser, in denen das Gemüse das ganze Jahr über wächst, schießen aus dem Boden und erhitzen die Gemüter. Als Folge fliegen nämlich nicht nur spanische und italienische Paradeiser aus den Supermarktregalen.

Mehr dazu in Kleine Gärtnereien unter Druck

Chronik

Hunderte Sturmeinsätze in Ostösterreich

Gestern und heute fegte ein Sturm über Wien, wie er statistisch betrachtet nur alle zwei Jahre vorkommt. Die Feuerwehr verzeichnete in der Nacht rund 120 Einsätze. Gröbere Schäden gab es laut Feuerwehr nicht.

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Dutzende Einsätze auch in Niederösterreich

Auch in Niederösterreich musste die Feuerwehr seit Mitternacht zu 210 Einsätzen wegen Sturmschäden ausrücken. Betroffen waren vor allem die Bezirke Neunkirchen, Baden und Mödling. Die Südautobahn (A2) war vorübergehend lahmgelegt.

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Sturmschäden im Nordburgenland

Sturmschäden wurden auch aus dem Nordburgenland gemeldet. Der starke Wind fällte Bäume, warf eine Mauer um und deckte Dächer ab.

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In Pinkafeld beschädigte der Sturm ein Kirchendach.

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In Kärnten beschädigte ein umstürzender Baum eine Stromleitung, 150 Haushalte waren vorübergehend ohne Strom.

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Norwegen: In Dachau gestohlenes KZ-Tor entdeckt

Das vor gut zwei Jahren von der KZ-Gedenkstätte Dachau gestohlene historische Eingangstor ist mit hoher Wahrscheinlichkeit in Norwegen entdeckt worden.

Wie die Polizei im deutschen Ingolstadt mitteilte, stellte die norwegische Polizei nach einem anonymen Hinweis das Tor mit der zynischen Aufschrift „Arbeit macht frei“ sicher.

Gestohlenes KZ-Tor

APA/AFP/Bergen Police

Vor zwei Jahren gestohlen

Das etwa hundert Kilo schwere Tor war in der Nacht auf den 2. November 2014 von unbekannten Tätern aus der Verankerung gehoben und abtransportiert worden.

Die deutsche Polizei gehe aufgrund von Fotos davon aus, dass es sich bei dem nun entdeckten Tor „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ um das in Dachau entwendete Eisentor handelt. Nähere Umstände der Auffindung würden derzeit länderübergreifend geklärt.

Bei der Tür handelt es sich um die Originaltür des ersten von den Nationalsozialisten errichteten Konzentrationslagers. Der Schriftzug hingegen ist eine Rekonstruktion aus dem Jahr 1965. Der Diebstahl sorgte vor zwei Jahren international für Empörung

Sturm riss in Ungarn Gefängnistor aus den Angeln

Ein heftiger Sturm hat in Ungarn das metallene Außentor eines Gefängnisses herausgerissen. Das berichtete heute die ungarische Boulevardzeitung „Blikk“. Eine Gefahr, dass Häftlinge aus der Anstalt in Vac fliehen könnten, habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, berichtete das Blatt unter Berufung auf die Behörden.

Dennoch habe man am Tor der 30 Kilometer nördlich von Budapest gelegenen Haftanstalt die Wachen verstärkt. Landesweit ließ der Sturm viele Bäume umstürzen und zerstörte Oberleitungen, stellenweise war der Zugverkehr gestört. Der Wind sollte heute Abend abflauen.

IT

Angriff auf russische Bank: Hacker stahlen 30 Mio. Euro

Unbekannte Hacker haben bei Russlands Zentralbank einen Millionenbetrag erbeutet. Es seien insgesamt zwei Milliarden Rubel (umgerechnet 29,2 Mio. Euro) mittels gefälschter Zugangscodes von Konten abgeräumt worden, teilte ein Mitarbeiter der Zentralbank heute mit. Insgesamt hätten die Diebe versucht, an fünf Mrd. Rubel zu kommen.

Der Fall ruft Erinnerungen an den weit spektakuläreren Beutezug von Cyberangreifern in Bangladesch wach, die bei der Notenbank 81 Mio. Dollar (76 Mio. Euro) stahlen. Die Hacker nutzten dafür das internationale Zahlungsverkehrssystem Swift.

Welle von Falschmeldungen geplant

Ausländische Spione haben nach Angaben des Inlandsgeheimdienstes FSB zudem koordinierte Cyberangriffe auf das Bankensystem Russlands und eine Welle von Falschmeldungen in sozialen Netzwerken geplant. Dies sei vereitelt worden. Der Angriff sollte demnach am Montag starten und auf eine Reihe größerer Geldhäuser abzielen.

Die Falschmeldungen sollten von einer Krise im Bankensystem, Insolvenzen und dem Entzug von Lizenzen handeln. „Der FSB hat die notwendigen Maßnahmen eingeleitet, um Bedrohungen für die russische Wirtschafts-und Informationssicherheit zu neutralisieren“, hieß es in der Mitteilung. Russlands Zentralbankchefin Elvira Nabiullina sagte, das Bankensystem sei stabil.

EU treibt Pläne für freies WLAN voran

Die EU-Pläne für kostenloses WLAN an öffentlichen Plätzen kommen voran. Die Mitgliedsländer einigten sich heute auf Grundzüge, allerdings noch nicht abschließend auf die Finanzierung.

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte im September angekündigt, dass es bis 2020 in den Zentren aller europäischen Großstädte kostenlose Hotspots als Zugang zum Internet geben solle. Angedacht sind Rathäuser, Parks oder andere Zentren des öffentlichen Lebens. Die Netze sollen unter dem Stichwort WiFi4EU überall leicht erkennbar sein.

Nach den jetzt vereinbarten Plänen soll die EU die Einrichtung der WLAN-Punkte finanzieren. Die Kosten für den Betrieb sollen lokal erbracht werden. Damit könnten Arbeitslose, Ältere und andere online gehen, die sonst kaum Zugang zum Internet hätten, hieß es in einer Mitteilung. Die endgültigen Pläne müssen vom EU-Rat und vom EU-Parlament gebilligt werden, bevor sie in Kraft treten können.

Kultur

Science

Panorama

Antike Stadt Pompeji wird behindertengerecht

Eine der beliebtesten Touristenattraktionen in Italien kann nun von wirklich jedem besucht werden: In der Ausgrabungsstätte von Pompeji sind heute behindertengerechte Wege eingeweiht worden. Auf einer Länge von drei Kilometern führen statt holpriger Wege ebene Pfade unter anderem aus Stein und Holz durch die Ruinen am Fuße des Vesuv nahe von Neapel, wie das Kulturministerium mitteilte.

Die antike Stadt wurde 79 nach Christus beim Ausbruch des Vulkans verschüttet. Die Katastrophe konservierte den Moment des Untergangs für Jahrhunderte. Erst im Jahr 1748 wurde das antike Pompeji wiederentdeckt. Pompeji ist eine der Ruinenstädte der Antike, die am besten erhalten ist, und ist nach dem Kolosseum und dem Forum Romanum in der Hauptstadt die beliebteste Sehenswürdigkeit Italiens.

Touristenattraktion: China baut „Titanic“ nach

Als Touristenattraktion soll in China eine „Titanic“, die nicht sinken kann, gebaut werden. Der originalgetreue Nachbau des 1912 gesunkenen legendären Kreuzfahrtschiffes solle bis Ende 2018 fertiggestellt werden, sagte heute Liu Hua, Managerin des Romandisea Resorts in Daying in der südwestchinesischen Provinz Sichuan. Die Kosten bezifferte sie auf eine Milliarde Yuan (rund 136 Mio. Euro).

Zeremonie zum Start des Titanic-Nachbaus

Reuters/Liu Changsong

Schiff ankert in „ruhigen Gewässern“

Das Schiff werde aber nicht auf große Ozeanreise gehen, sondern Hunderte Kilometer von der Küste entfernt in ruhigen Gewässern in Südwestchina ankern. „Wir werden nicht auf See kreuzen, sondern das Schiff wird in dem Resort als Attraktion des Parks liegen“, sagte Liu.

Teile werden in Wuhan und Nantong gebaut und mit Zug, Lastwagen oder Schiff nach Sichuan gebracht, wo das 269 Meter lange Schiff zusammengebaut wird.