Ausland

Philippinen: Präsidentenkritikerin in Haft

Auf den Philippinen ist eine prominente Kritikerin von Präsident Rodrigo Duterte verhaftet worden. Der oppositionellen Senatorin Leila de Lima wird vorgeworfen, in ihrer Zeit als Justizministerin Bestechungsgelder in Zusammenhang mit Drogenhandel angenommen zu haben.

Philippinische oppositionelle Senatorin Leila de Lima

APA/AFP/Noel Cels

De Lima ließ sich im Senatsgebäude von Polizisten festnehmen. Reportern hatte die 57-Jährige nach Bekanntgabe des Haftbefehls gesagt: „Ich will vor den Anschuldigungen gegen mich nicht davonlaufen.“ Sie werde sich dem Prozess stellen.

Vor Duterte Justizministerin

Präsident Duterte ist wegen seines harten Vorgehens gegen Drogenkriminelle umstritten. Dafür hatte ihn auch De Lima kritisiert. Nun erließ ein Gericht in der Stadt Muntinlupa in der Nähe von Manila Haftbefehl gegen die Senatorin. Die Vorwürfe waren vor wenigen Tagen erhoben worden. Die Anwältin und Menschenrechtsaktivistin De Lima war unter Dutertes Amtsvorgänger Benigno Aquino von 2010 bis 2015 Justizministerin.

Japans Premier wegen nationalistischer Schule unter Druck

Japans rechtskonservativer Ministerpräsident Shinzo Abe sieht sich in Zusammenhang mit einem ultranationalistischen Schulbetreiber scharfer Kritik ausgesetzt. Hintergrund ist der umstrittene Verkauf eines staatlichen Grundstücks deutlich unter Wert an den Betreiber Moritomo Gakuen.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe

AP/Toshiyuki Matsumoto

Ehefrau wird doch nicht Ehrendirektorin

Auf dem Land entsteht eine Volksschule, die im April öffnet und als deren Ehrendirektorin Abes Frau fungieren sollte.

Abe gab heute bekannt, dass seine Frau Akie von diesem Amt zurücktritt. Er und seine Frau hätten nichts mit dem Grundstücksdeal zu tun, wehrte sich Abe gegen scharfe Kritik im Parlament. Er habe sich zudem beschwert, dass der Schulbetreiber seinen Namen benutzt habe, um Spenden für die Schule einzutreiben.

Kaiserehrung im Kindergartenalter

Moritomo Gakuen unterhält in Osaka bereits einen nationalistisch ausgerichteten Kindergarten, in dem die Kinder laut japanischen Medienberichten unter anderem ein kaiserliches Edikt aus dem 19. Jahrhundert lernen müssen, das zur militaristischen Erziehung und Kaiserverehrung vor und während des Zweiten Weltkrieges benutzt wurde.

Nach Veröffentlichung rassistischer Äußerungen gegen Koreaner und Chinesen war der Betreiber kürzlich von Beamten verhört worden. Der Schulbetreiber wies Vorwürfe zurück, wonach der Staat das Grundstück für die neue Volksschule viel zu billig verkauft habe. Man habe den Boden von Giftstoffen reinigen müsse, daher der niedrige Preis.

Mindestens fünf Tote bei Selbstmordanschlag im Jemen

Bei einem Selbstmordanschlag vor einem Militärstützpunkt im Jemen sind heute mindestens fünf Menschen getötet worden.

Wie Vertreter der Sicherheitsbehörden mitteilten, wurden mindestens drei weitere Menschen verletzt, als der Attentäter vor dem Eingang zum Camp Nadschda in Sindschibar ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in die Luft jagte. Anschließend versuchten mehrere weitere Angreifer, in den Stützpunkt in der Provinz Abjan einzudringen.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen deutet das Vorgehen jedoch auf einen Anschlag der Extremistengruppe Al-Kaida hin.

Im Jemen kämpfen die Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi gegen schiitische Huthi-Rebellen und andere Milizen, die dem ehemaligen Staatschef Ali Abdallah Saleh die Treue halten. Seit März 2015 fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe auf die Rebellen und unterstützt damit die Hadi-Truppen. Seitdem wurden nach UNO-Angaben mehr als 7.400 Menschen getötet.

Sechs Länder verlieren wegen Schulden UNO-Stimmrecht

Wegen überfälliger Beitragszahlungen haben die Vereinten Nationen (UNO) sechs Ländern das Stimmrecht in der UNO-Generalversammlung vorübergehend entzogen. Dazu gehört der südamerikanische Krisenstaat Venezuela, der mit gut 24 Millionen Dollar (rund 22,7 Mio. Euro) am meisten zahlen muss, um seine Stimme wiederzuerlangen.

Das geht aus Dokumenten hervor, die die UNO im Internet veröffentlichte. Die übrigen fünf Länder, die bis zum Ende des 71. Sitzungsjahrs der Generalversammlung im Herbst nicht im UNO-Plenum abstimmen dürfen, seien Kap Verde, Libyen, Papua-Neuguinea, der Sudan und Vanuatu.

UNO-Mitgliedsstaaten kann das Stimmrecht in der Generalversammlung entzogen werden, wenn sie bei der Organisation Schulden in Höhe von mindestens zwei Jahresbeiträgen haben, wie der neue UNO-Generalsekretär Antonio Guterres in einem Brief vom 25. Jänner erklärt hatte. Die Beiträge werden für jedes Land einzeln berechnet.

Großbritannien: UKIP verliert Nachwahl

Die Hoffnungen der rechtspopulistischen EU-kritischen UKIP-Partei bei einer Nachwahl in Großbritannien auf einen Sitz im Unterhaus haben sich nicht erfüllt. In der Stadt Stoke-on-Trent, die seit Jahrzehnten von der linksgerichteten Labour-Partei im Unterhaus vertreten wird, verlor UKIP-Chef Paul Nuttall gegen den Labour-Kandidaten Gareth Snell. Snell kam auf 7.853 Stimmen, Nuttall erhielt 5.233 Stimmen.

Stimmenauszählung

APA/AFP/Oli Scarff

Niederlage in „Brexit“-Stadt

In der wirtschaftlich angeschlagenen Stadt hatte eine große Mehrheit im Juni für den Austritt aus der EU gestimmt. Der Abstimmung wurde Signalcharakter zugeschrieben: Eine Niederlage könnte nun für UKIP die derzeitige politische Krise verschärfen.

UKIP, die bisher nur einen Parlamentssitz hält, hatte sich stark für den „Brexit“ eingesetzt, war zuletzt aber durch Führungsquerelen geschwächt. Die Labour-Partei, die innerlich zerstritten ist und in landesweiten Erhebungen schlechte Umfragewerte hat, konnte durch den Nachwahlerfolg einen weiteren Rückschlag verhindern.

Labour-Chef Jeremy Corbyn begrüßte den Sieg im Kurzmitteilungsdienst Twitter als „klaren Sieg“. In einer weiteren Nachwahl in Copeland musste sich Corbyns Partei jedoch den konservativen Torys von Premierministerin Theresa May geschlagen geben. Dort siegte die Kandidatin der Torys, Trudy Harrison, mit 13.748 Stimmen vor ihrer Labour-Rivalin Gillian Troughton, die auf 11.601 Stimmen kam. Landesweit beträgt der Abstand von Labour auf die Torys in Umfragen 18 Prozent.

Trump will Atomwaffenarsenal der USA aufrüsten

US-Präsident Donald Trump will das Atomwaffenarsenal der USA ausbauen. Die USA seien hier zurückgefallen und müssten wieder „ganz nach oben“ kommen, sagte Trump gestern in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Zugleich kritisierte er, das Russland Marschflugkörper stationiert und damit Abrüstungsabkommen verletzt habe. Das werde er mit Präsident Wladimir Putin erörtern, sollte er diesen treffen.

Trump forderte China auf, verstärkt Einfluss auf Nordkorea zu nehmen, um gegen die immer kriegerischeren Aktionen der Regierung in Pjöngjang vorzugehen. Er verwies auf die nordkoreanischen Raketentests. Eine der möglichen Reaktionen darauf könne sein, den Aufbau eines Raketenabwehrsystems für die US-Verbündeten Japan und Südkorea zu beschleunigen.

Bosnien geht gegen Völkermordurteil von 2007 in Berufung

Bosnien will zehn Jahren nach dem Völkermordurteil des Internationalen Gerichtshofs (IGH) in Berufung gehen. Der Berufungsantrag sei auf dem Weg nach Den Haag, sagte Bakir Izetbegovic, das muslimische Mitglied des bosnischen Staatspräsidiums, gestern vor Journalisten in Sarajevo.

Das Gericht hatte Serbien am 26. Februar 2007 vom Vorwurf des Völkermords freigesprochen, zugleich aber für schuldig befunden, nichts zur Verhinderung des Massakers von Srebrenica getan zu haben.

Krise droht

Zahlreiche Regierungsvertreter hatten sich gegen einen Berufungsantrag ausgesprochen und vor einer neuen politischen Krise in dem ethnisch zerstrittenen Balkan-Land gewarnt. Einige bosnische Serben kündigten einen Boykott der zentralen Institutionen an.

Mladen Ivanic, das serbische Mitglied des Staatspräsidiums, kritisierte, dass das dreiköpfige Gremium nicht gemeinsam entschieden habe. „Ich bedaure, dass wir in eine wirklich schwere Krise eingetreten sind“, sagte er auf einer anderen Pressekonferenz. Dem dreiköpfigen Staatspräsidium gehören ein Serbe, ein Kroate und ein Muslim an. Die drei Mitglieder lösen sich alle acht Monate als amtierender Präsident ab.

Verantwortung des Staates

Bosnisch-serbische Milizen hatten in der UNO-Schutzzone Srebrenica im Juli 1995, wenige Monate vor Ende des Bosnien-Krieges, etwa 8.000 Muslime verschleppt und getötet. Das Massaker gilt als das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Im Gegensatz zum Internationalen Kriegsverbrechertribunal ging es beim IGH nicht um die Verbrechen Einzelner, sondern um Verbrechen eines ganzen Staates. Bosnien warf Belgrad mit seiner Klage von 1993 vor, aus nationalistischen Motiven hinter der Ermordung Tausender Menschen gestanden zu haben. Die bosnischen Muslime wollten erreichen, dass die Kriegsgräuel insgesamt als Völkermord gebrandmarkt werden. Die Widerspruchsfrist läuft am 26. Februar ab.

Schulen bei Protesten in Paris blockiert

Die schweren Proteste gegen Polizeigewalt in Frankreich reißen nicht ab. Gestern errichteten Demonstranten vor 16 Schulen in der französischen Hauptstadt Blockaden mit teils brennenden Mülltonnen und anderen Objekten.

Zusätzlich kam es zu Zusammenstößen, bei denen die Polizei Tränengas einsetzte und mindestens 26 Menschen festnahm. Auslöser für die Proteste ist die Misshandlung eines 22-Jährigen in der Pariser Vorstadt Aulnay-sous-Bois Anfang Februar. Seit diese publik wurde, kommt es regelmäßig zu Zusammenstößen.

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Inland

Eurofighter: Staatsanwaltschaft eröffnet Ermittlungen

Die Justiz hat die Anzeige des Verteidigungsministeriums in der Causa Eurofighter aufgegriffen: Die Staatsanwaltschaft (StA) Wien hat ein Ermittlungsverfahren gegen Airbus Defence and Space GmbH und Eurofighter Jagdflugzeug GmbH wegen Betrugsverdachts eingeleitet. Beide Unternehmen werden als Beschuldigte geführt, teilte das Verteidigungsministerium gestern in einer Aussendung mit.

Minister Hans Peter Doskozil (SPÖ) begrüßte die Aufnahme der Ermittlungen durch die StA Wien und die SOKO Hermes des Innenministeriums: „Das Strafverfahren kommt damit in eine neue Phase“, meinte er, „wir sehen uns in unserer Vorgangsweise bestätigt.“ Die StA Wien folge dem in der Anzeige vom 16. Februar vorgebrachten „begründeten Anfangsverdacht“.

Strafanzeige durch Ministerium

Das Verteidigungsministerium hatte vor einer Woche eine Strafanzeige gegen die beiden Airbus-Unternehmen wegen des begründeten Verdachts auf Betrug und irrlistige Täuschung eingebracht. Die Republik Österreich hat sich als Privatbeteiligte angeschlossen und den bis Jahresende 2016 eingetretenen Schaden von bis zu 1,1 Mrd. Euro geltend gemacht - plus den noch nicht bezifferbaren Schaden aus den künftigen Mehraufwendungen für den Betrieb des Eurofighter, der mit einem Feststellungsbegehren abgesichert ist.

Pilz will FPÖ mit Darabos-Vergleich locken

Der grüne Abgeordnete Peter Pilz hatte zuvor die Einberufung des Nationalen Sicherheitsrates in der Causa Eurofighter begrüßt, die gestern von Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) angekündigt wurde.

Wiewohl dort der Vergleichsvertrag aus dem Jahr 2007 vorgelegt werden soll, ließ es sich Pilz nicht nehmen, diesen auch medienwirksam für FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zu veröffentlichen, um ihn zu einem U-Ausschuss zu bewegen. Eine Provokation sieht Pilz darin nicht.

FPÖ zierte sich zuletzt

Die FPÖ sei grundsätzlich für einen neuen U-Ausschuss zu haben, allerdings vermisst man bisher Neuigkeiten, die die Einrichtung eines solchen Gremiums rechtfertigen würden, sagte Strache. Die Stimmen der Freiheitlichen sind notwendig, damit die Opposition einen neuen U-Ausschuss zum umstrittenen Jetkauf einsetzen kann. Allerdings zierte sich die FPÖ zuletzt und wollte Einblick in die aktuelle Strafanzeige des Verteidigungsministeriums und den Vergleich, den der damalige SPÖ-Minister Norbert Darabos mit Eurofighter aushandelte.

Dokumente vorgelegt

Obwohl das nun im Rahmen eines Nationalen Sicherheitsrates ohnehin passieren soll, steckte Pilz zu Beginn seiner Pressekonferenz unter dem Titel „Die Nagelprobe für die FPÖ - Was die FPÖ zu befürchten hat“ den Vergleichsvertrag in ein großes Kuvert mit der Aufschrift „Klubobmann Strache“ - „das schick ich ihm“.

Auch den anwesenden Journalisten wurden die von Darabos unterschriebenen Dokumente vorgelegt, die Pilz laut eigenen Angaben auf ihre Echtheit geprüft hat. Inhaltlich schoss sich Pilz auf den früheren Verteidigungsminister ein: „Es wird davon ausgegangen, dass der EF-Untersuchungsausschuss seine Arbeit Ende Juni 2007 beendet. Die Wirksamkeit dieser Vereinbarungen ist davon unabhängig“, lautet eine Passage in den Nebenpunkten, die Pilz stört.

SPÖ-Befehl „von oben“?

„Wie kommt ein Verteidigungsminister dazu, mit Eurofighter in Vergleichsverhandlungen die Beendigung des U-Ausschusses hineinzuschreiben?“ Zum selben Zeitpunkt habe die SPÖ-Fraktion einen „Befehl“ der damaligen SPÖ-Spitze um Alfred Gusenbauer bekommen, den Ausschuss abzudrehen, vermutete er. Darabos und Gusenbauer sollten unter Wahrheitspflicht in einem U-Ausschuss aussagen, so Pilz.

Pilz ortete Klärungsbedarf

Der Grüne ortet aber bei Darabos noch weiteren Klärungsbedarf: In der Vergleichspunktation ist die Reduktion der Stückzahl von 18 auf 15 Jets festgeschrieben, im selben Punkt heißt es, dass „ein weitergehender Rücktritt“ der Republik „einvernehmlich ausgeschlossen“ werde.

Das beziehe sich auf jene Passage im ursprünglichen Kaufvertrag, wonach das Verteidigungsministerium „vom Vertrag jederzeit zur Gänze oder teilweise durch schriftliche Mitteilung zurücktreten könne“, so Pilz. „Darabos gibt das jederzeitige Rücktrittsrecht vom Vertrag einfach auf.“ Da das aber noch keine strafbare Handlung sei, könne das „einzig und allein“ ein U-Ausschuss im Parlament untersuchen.

Kern, Doskozil und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) lobte der Grüne ausdrücklich für ihren Aufklärungswillen, speziell auch die Einberufung des Nationalen Sicherheitsrates. Danach stehe einer Einsetzung des U-Ausschusses „nichts mehr entgegen“, meinte Pilz.

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Sport

Nordische WM: Reelle Chance für ÖSV-Springerinnen

Die ÖSV-Skispringerinnen Daniela Iraschko-Stolz, Jacqueline Seifriedsberger und Chiara Hölzl zählen bei der nordischen Ski-WM in Lahti zu den Medaillenkandidatinnen. „Jede von uns hat wirklich eine reelle Chance, eine Medaille zu machen, wenn alles passt“, sagte Iraschko-Stolz. „Wir wissen, wenn alle super drauf sind und ihr Bestes bringen, dass wir um die Medaillen mitspringen“, ist auch ÖSV-Cheftrainer Andreas Felder überzeugt. Allen voran sind heute (16.30 Uhr, live in ORF eins) allerdings die Japanerinnen zu favorisieren.

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Fußball: Leicester-Coach Ranieri muss gehen

Leicester City hat sich von Trainer Claudio Ranieri getrennt. Das gab der englische Meister gestern Abend bekannt. Der Italiener hatte den Club von Christian Fuchs vor neun Monaten sensationell zum Titel geführt. Zuletzt schlitterten die „Foxes“ aber in eine veritable Krise. „Er ist ohne Zweifel der erfolgreichste Trainer in der Geschichte von Leicester City“, hieß es in einer Clubmitteilung. „Aber wir müssen die langfristigen Interessen des Vereins über persönliche Gefühle stellen, so stark sie auch sein mögen.“

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Formel 1: Mercedes enthüllt neuen Boliden

Als erstes Topteam hat Mercedes gestern das neue Auto für die F1-Saison 2017 enthüllt. Der Wagen mit der Bezeichnung W08 soll die Silberpfeile zum vierten Titel in Serie führen. Angesichts der neuen Ära aufgrund der Regelreform hielt sich Motorsportchef Toto Wolff mit Ansagen zurück. „Vielleicht hat jemand die Wunderwaffe gefunden und wird das Feld dominieren“, sagte der Wiener. Lewis Hamilton war von seinem Boliden, der sich am Heck von der bisher präsentierten Konkurrenz unterscheidet, „überwältigt“.

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Wirtschaft

UniCredit-Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen

Die Kapitalerhöhung der italienischen Großbank UniCredit ist erfolgreich abgeschlossen worden. Die 13 Milliarden Euro schwere Emission neuer Aktien ist zu 99,8 Prozent ausgebucht worden, teilte die Bank Austria in einer Presseaussendung mit. Die Investoren hatten bis gestern Zeit, die Papiere zu zeichnen.

Die Kapitalerhöhung bescherte UniCredit 12,969 Mrd. Euro. Der restliche Anteil von 0,2 Prozent der neu emittierten Aktien im Gesamtwert von 31 Mio. Euro würde an der Börse angeboten, teilte die UniCredit mit.

Die gesamte Kapitalerhöhung, die größte in der Geschichte Italiens, soll bis zum 10. März abgeschlossen sein. Sie ist auch die größte in Europa seit 2010. Die Bank-Austria-Mutter will damit nach einem Verlust von 11,8 Mrd. Euro im vergangenen Jahr den Abbau fauler Kredite finanzieren und sich fit für die Zukunft machen.

Angeklagter VW-Manager streitet Vorwürfe vor Gericht ab

Ein in den USA wegen angeblicher Beteiligung am Abgasskandal angeklagter Volkswagen-Manager hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Bei einer Gerichtsanhörung in Detroit plädierte der Anwalt des Deutschen, dem im schlimmsten Fall 169 Jahre Haft drohen, gestern auf unschuldig.

In leitender Funktion

Der 48-Jährige war im vergangenen Monat in Florida vom FBI festgenommen wurden. Er war bei VW bis März 2015 in leitender Funktion mit Umweltfragen in den USA betraut. Der Mann ist eine von sechs amtierenden und ehemaligen Führungskräften, die die US-Justiz in der Dieselaffäre strafrechtlich belangen will.

Die Mitarbeiter sind allerdings eher dem mittleren Management oder der zweiten Reihe als der Konzernspitze zuzurechnen. Auf die anderen Angeklagten haben die Fahnder kaum Zugriff, da sie sich in Deutschland aufhalten dürften und ihnen keine Auslieferung droht. Die Manager werden beschuldigt, Teil einer Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen Umweltgesetze gewesen zu sein.

39-seitige Klageschrift

Dem Mann, dem in Detroit der Prozess gemacht werden soll, wird insbesondere der Versuch vorgeworfen, Abgasmanipulationen zu vertuschen und Ermittler in die Irre zu führen. Die 39-seitige Klageschrift umfasst etliche Anschuldigungen von bewussten Falschaussagen bis hin zur Vernichtung von Beweismitteln. Vor Gericht erschien der langjährige VW-Mitarbeiter laut Augenzeugen in roter Gefangenenkleidung und schwieg während der gesamten Anhörung.

Sein Anwalt kündigte einen neuen Versuch an, seinen Mandanten gegen Kaution auf freien Fuß zu bekommen. Ein entsprechender Antrag war bereits im Jänner von einem Gericht in Miami abgelehnt worden.

Chronik

15 Tote bei Dreifachunfall auf Panamericana

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf einem Abschnitt der berühmten Panamericana-Straße sind im Norden Perus mindestens 15 Menschen getötet worden. Das teilte die Feuerwehr mit.

Offensichtlich bei einem missglückten Überholmanöver stieß ein Lastwagen bei der Stadt Trujillo gestern (Ortszeit) mit einem Kleinbus und einem Motorrad zusammen. Der Aufprall mit dem Kleinbus war so stark, dass dieser in Flammen aufging, wie lokale Medien berichteten. Anrainer eilten zu der Straße und versuchten vergeblich, Menschen aus dem brennenden Wrack zu retten.

Das Schnellstraßennetz der Panamericana verbindet mit Ausnahme eines kleinen Urwaldstücks in Panama fast lückenlos den amerikanischen Kontinent von Alaska bis Feuerland.

Amsterdam: Bruchlandung verläuft glimpflich

Auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol ist eine Passagiermaschine mit 59 Insassen nur knapp einem schweren Unfall entgangen, als sie von Böen durchgeschüttelt krachend auf der Piste aufgesetzt hat.

Passagierflugzeug am Flughafen Schiphol

APA/AFP/Michel van Bergen

Die Maschine der britischen Gesellschaft Flybe aus Edinburgh hatte nach Angaben eines Flughafensprechers wegen des Sturms schon im Anflug Probleme, der harte Aufprall ließ dann das Fahrgestell zusammenbrechen. Bei der Bruchlandung wurde jedoch niemand verletzt.

Wegen starken Sturms mit Orkanböen von bis zu 120 km/h mussten in Schiphol rund einhundert Flüge gestrichen werden, 60 Prozent aller Flüge hatten Verspätungen. In den ganzen Niederlanden war der Verkehr stark beeinträchtigt, Lastwagen kippten um, entwurzelte Bäume blockierten Straßen.

Science

Kultur

„History of Now“: Liebesdrama für österreichische Hipster

Nadiv Molchos gelungener Debütfilm „History of Now“ ist ein modernes Beziehungsdrama mit hohem Wiedererkennungswert für das junge, urbane Zielpublikum. Der Film läuft heute in den österreichischen Kinos an.

Eli und Maya sind ein ungleiches Paar. Er ist ein verhinderter Schriftsteller, der als Krankenpfleger arbeitet, ernsthaft und zukunftsorientiert, sie Souschefin in einem Wiener Szenelokal und darauf aus, das Leben im Hier und Jetzt in vollen Zügen zu genießen. In „History of Now“ wird in Rückblenden erzählt, wie sich die beiden kennen- und lieben lernten und wie es dazu kam, dass ihre Beziehung plötzlich vor dem Aus stand.

Szene aus "History of Now"

Konrad Tho Fiedler

Eli ist sich sicher, dass Maya die Frau seines Lebens ist und will ihr im bevorstehenden Marokko-Urlaub einen Antrag machen. Er, der mit ihr Kinder kriegen und zusammen alt werden will, rechnet fest damit, dass Maya Ja sagen wird. In Marrakesch merkt Eli jedoch immer mehr, dass er mit der sorglosen Leichtigkeit seiner Freundin nicht mithalten kann. Der einst so vertraute Mensch droht ihm zu entgleiten, und es stellt sich die Frage, ob man sich überhaupt je wirklich gekannt hat.

Stadtneurotiker vs. Feenwesen

Filmemacher Molcho übernahm in seinem Erstlingswerk nicht nur eine der beiden Hauptrollen, sondern auch Regie, Drehbuch und Produktion. Er inszenierte sich selbst als eine Art gutmütigen Stadtneurotiker mit Moral, während seiner Partnerin die Rolle des flatterhaften, unreifen, aber liebenswerten Feenwesens zukommt.

Die Szenenbilder, der Wechsel zwischen Handkamera und fixen Einstellungen und nicht zuletzt der Independent-Soundtrack rund um Bon Iver tragen dazu bei, dass Molchos Film urban und zeitgemäß daherkommt. Die Rahmenhandlung präsentiert sich in bester „Before Sunrise“-Manier, wenn die beiden Hauptfiguren durch das nächtliche Wien schlendern und ihre Beziehung Revue passieren lassen. Ein Happy End wird nicht geboten, aber ein versöhnlicher Ausklang inklusive der Hoffnung, dass manches Schöne im Leben dann doch eine zweite Chance bekommt. (neuf, ORF.at)

Französischer Filmpreis Cesar wird verliehen

Zwei Tage vor der Oscar-Zeremonie wird heute in Paris der französische Filmpreis Cesar verliehen. Als einer der Favoriten geht mit elf Nominierungen der Thriller „Elle“ von Regisseur Paul Verhoeven ins Rennen. Der Film hat in den USA schon zwei Golden Globes gewonnen, Hauptdarstellerin Isabelle Huppert ist zudem für einen Oscar nominiert.

Ebenfalls elf Cesar-Nominierungen hat das Drama „Frantz“ von Regisseur Francois Ozon. Für sieben Preise nominiert ist das Vorstadtdrama „Divines“ der Regisseurin Houda Benyamina. Einen Ehren-Cesar gibt es für Hollywood-Star George Clooney. Regisseur Roman Polanski hätte eigentlich den Ehrenvorsitz der Zeremonie übernehmen sollen. Er verzichtete aber nach Protesten von Frauenrechtlerinnen wegen früherer Vergewaltigungsvorwürfe.

Leute

Caitlyn Jenner: Trumps Transgender-Order „ein Desaster“

TV-Star Caitlyn Jenner (67) hat US-Präsident Donald Trump für die Rücknahme der Transgender-Regelung seines Vorgängers Barack Obama kritisiert. „Das ist ein Desaster, aber noch können Sie es wieder in Ordnung bringen“, appellierte die Transfrau in einem gestern (Ortszeit) auf Twitter veröffentlichten Video.

Obamas Richtlinie hatte es Transgender-Menschen freigestellt, welche Toiletten und Umkleideräume sie etwa in Schulen und Universitäten benutzen.

Jenner lebt seit 2015 als Frau - und nennt sich seither Caitlyn. Zuvor hatte Jenner den Vornamen Bruce und war im Jahr 1976 Olympiasieger im Zehnkampf der Männer.

Bekennende Republikanerin

Noch vor rund einem Jahr hatte sich Jenner dabei filmen lassen, wie sie in einem Trump-Hotel auf die Damentoilette ging. Beim Verlassen des Sanitärraums hatte die bekennende Republikanerin den damaligen Präsidentschaftsbewerber dafür gelobt, dass er in seinen Gebäuden Transgender-Menschen die Wahl der Toilette freistelle: „Danke, Donald, ich weiß das wirklich zu schätzen“, sagte Jenner damals.

Die Rücknahme von Obamas Transgender-Richtlinie hatten in den vergangenen Tagen auch viele andere US-Prominente verurteilt. „Das ist ekelhaft und inakzeptabel“, twitterte etwa Oscar-Preisträgerin Brie Larson (27, „Raum“). TV-Moderatorin Ellen DeGeneres (59) bezeichnete die Entscheidung der Trump-Regierung als „nicht okay“.

US-Schauspieler Jamie Foxx in Kroatien rassistisch beleidigt

In Kroatien müssen sich zwei Männer vor Gericht verantworten, die Medienberichten zufolge den schwarzen US-Schauspieler Jamie Foxx rassistisch beleidigt haben sollen. Richterin Mirjana Lujak sagte gestern, die Männer hätten mit „arrogantem und unanständigem Verhalten“ die öffentliche Ordnung gestört.

Jamie Foxx

APA/AP/John Salangsang

Die Polizei sprach von zwei 44 und 50 Jahre alten Verdächtigen, die Personal und Gäste eines Restaurants in Dubrovnik beleidigt haben sollen, einen davon mit rassistischen Äußerungen. Medienberichten zufolge handelte es sich bei dem Opfer um Foxx, der derzeit in Dubrovnik eine Neuverfilmung des Klassikers „Robin Hood“ dreht.

Posting auf Instagram

Auch der Oscar-Preisträger selbst sprach auf Instagram von rassistischen Äußerungen, der Eintrag wurde später aber wieder gelöscht. Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge bereits am Sonntagabend.

Die beiden Verdächtigen wurden nach einer Befragung zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt, die Ermittlungen dauerten aber an. Den Männern drohen Geldstrafen von rund 700 Euro oder bis zu einem Monat Gefängnis.

Panorama

Sibirische Tiger „reißen“ Drohne

Einer Gruppe Sibirischer Tiger zu nahe zu kommen ist gefährlich - auch für Drohnen. Diese Erfahrung musste der chinesische Fernsehsender CCTV machen. Beim Filmen der Tiere im Tiger-Park in Harbin, in der nordöstlichen Provinz Heilongjiang, wurde die Drohne zu tief gesteuert und wurde von einem Rudel gejagt. Einem Tiger gelang es schließlich mit einem Sprung den Quadcopter aus der Luft zu holen. Mehrere Tiere versuchten danach, die Beute zu verzehren, und schreckten erst zurück, als die Drohne zu rauchen begann.

Die Beute wollte den Tigern nach erfolgreicher Jagd aber gar nicht schmecken.

Laut chinesischen Angaben wurde die völlig zerstörte Drohne später aus dem Gehege geholt. Der Siberian Tiger Park in Harbin gilt als regionale Touristenattraktion, mit einigen Dutzend Tieren hat der Tierpark die größte Population an Sibirischen Tigern weltweit.