Ausland

Weißes Haus: „Einigkeit“ zwischen Trump und Senatschef

Nach Presseberichten über ein angebliches tiefes Zerwürfnis zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der Republikaner im Senat hat das Weiße Haus die politische „Einigkeit“ zwischen den beiden Politikern betont.

Trump und den republikanischen Mehrheitsführer im Senat Mitch McConnell „bleiben bei vielen gemeinsamen Prioritäten geeint, darunter Steuererleichterungen für die Mittelklasse, die Stärkung des Militärs, der Bau eines südlichen Grenzwalls und andere wichtige Themen“, erklärte Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders gestern (Ortszeit).

„NYT“: McConnell beschwert sich über Trump

Zuvor hatte die „New York Times“ berichtet, McConnell habe im privaten Kreis Zweifel daran geäußert, dass Trump seine gesamte Amtszeit durchstehen werde. Medien hatten zudem berichtet, Trump habe sich in einem Telefonanruf bei McConnell darüber beschwert, dass dieser ihn nicht vor Ermittlungen zu möglichen Kungeleien seines Wahlkampfteams mit Russland schütze.

Trump hatte in den vergangenen Wochen in zahlreichen Twitter-Botschaften heftige Kritik an McConnell geäußert, nachdem die Abschaffung des Gesundheitssystems „Obamacare“ mehrfach gescheitert war.

Neue Waffenruhe in Ostukraine vereinbart

Unterhändler haben eine neuerliche Waffenruhe im Osten der Uraine vereinbart. Vertreter der ukrainischen Regierung, Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) einigten sich gestern angesichts des bevorstehenden neuen Schuljahres auf eine Waffenruhe, die in der Nacht auf Freitag in Kraft treten soll.

Das teilte ein Sprecher der prorussischen Separatisten und die OSZE mit. Zuletzt hatten die Konfliktparteien im Juni eine Waffenruhe während der Erntezeit vereinbart, die bis Ende August dauern sollte.

In der Ostukraine kämpfen prorussische Rebellen seit April 2014 gegen ukrainische Regierungssoldaten. Dabei wurden in den vergangenen drei Jahren mehr als 10.000 Menschen getötet. Kiew und der Westen werfen Russland die Unterstützung der Rebellen vor, was Moskau bestreitet. Die USA und die EU verhängten Strafmaßnahmen gegen Russland.

Studie: Weltweit rund 34.000 Tote bei Anschlägen

Weltweit sind im vergangenen Jahr 34.000 Menschen laut einer Studie durch Anschläge getötet worden. Nach Angaben von Wissenschaftlern der US-Universität Maryland sank die Zahl der Opfer gegenüber dem Jahr 2015 um zehn Prozent. Allerdings zählen die Forscher in ihrer Bilanz die Attentäter mit: Sie machen mit 11.600 mehr als ein Drittel der Toten aus.

Zwei Prozent der Anschläge in Westeuropa

Die Wissenschaftler verzeichneten im vergangenen Jahr insgesamt 13.400 Anschläge - neun Prozent weniger als 2015. Nur zwei Prozent ereigneten sich in Westeuropa, wie aus der jährlich veröffentlichten Studie des Nationalen Konsortiums für Terrorismus und Terrorabwehr hervorgeht.

Bei den Todesopfern ist der Anteil ähnlich niedrig: Nur ein Prozent der Attentatsopfer stammen aus Westeuropa. Dagegen kommen 97 Prozent aus dem Nahen Osten, Nordafrika, Südasien und der Subsahara. In diesen Regionen ereigneten sich 87 Prozent der Anschläge.

Anstieg bei Anschlägen mit Fahrzeugen

Die Studie verzeichnet für 2016 einen deutlichen Anstieg an Anschlägen, die mit Fahrzeugen verübt wurden. „Diese Taktik ist nicht neu, aber sie kommen deutlich häufiger vor und führen zu mehr Toten“, hieß es in der Studie.

US-UNO-Botschafterin zweifelt an Atomdeal mit Iran

Die USA haben ihre Zweifel am Atomvertrag mit dem Iran gegenüber der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) unterstrichen. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, wies gestern bei einem Gespräch mit IAEA-Chef Yukiya Amano in Wien auf mögliche Überwachungsmängel hin.

Die Berichte der IAEA könnten nur so gut sein, wie der Zutritt, den der Iran den Inspekteuren der IAEA ermögliche. Der Iran dürfe auch nicht unklare Formulierungen in dem Abkommen zu seinen Gunsten auslegen, meinte Haley nach Angaben der US-Botschaft bei der UNO.

Generell lobte sie die professionelle Arbeit der Atomenergiebehörde, die mit zahlreichen Kontrollen überwacht, ob der Iran sich an die Bestimmungen des Abkommens von 2015 hält. Bisher hatte die IAEA kaum etwas am Verhalten Teherans auszusetzen.

Trump strikter Gegner

US-Präsident Donald Trump ist ganz im Gegensatz zu seinem Vorgänger Barack Obama ein strikter Gegner des Abkommens. Er befürchtet, dass der Iran trotz der Kontrollen eine Atombombe entwickeln könnte. Aus Sorge davor hatte der Deal den Iran gezwungen, wesentliche Teile seines Atomprogramms drastisch zurückzufahren.

Erste UNO-Vertreterin für Missbrauchsopfer ernannt

Nach wiederholten Vorwürfen sexuellen Missbrauchs gegen Blauhelmsoldaten soll eine neue UNO-Vertreterin Opfer bei der Aufarbeitung solcher Fälle unterstützen. Die Australierin Jane Connors wurde am Mittwoch zur ersten Anwältin für die Rechte der Opfer ernannt. Sie arbeitet derzeit für das Genfer Büro der Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

Die UNO kann Vorwürfe sexuellen Missbrauchs zwar untersuchen und die mutmaßlich verantwortlichen Blauhelme aus ihren Einsatzgebieten abziehen. Strafrechtliche Schritte einleiten können aber nur deren Heimatländer. Connors soll mit Regierungsbehörden, der Zivilgesellschaft und Menschenrechtsorganisationen zusammenarbeiten, damit nationale Gesetze entsprechend umgesetzt werden, wie UNO-Generalsekretär Antonio Guterres gestern in New York mitteilte.

Guterres hatte bei seinem Amtsantritt am Jahresanfang erklärt, sexuellen Missbrauch durch Blauhelme abstellen zu wollen. Allein in der Zentralafrikanischen Republik hatten die UNO vergangenen Dezember 41 mutmaßliche Täter ausgemacht und die Verantwortung für weitere Ermittlungen an Gabun und Burundi gegeben, die die Soldaten entsandt hatten. Der Kongo hatte seine Blauhelme nach ähnlichen Vorwürfen abgezogen, auch auf Haiti gab es vergleichbare Vorwürfe.

Italien gedenkt des Erdbebens von Amatrice

Italien gedenkt heute der Erdbebenkatastrophe um die Stadt Amatrice vor einem Jahr. In der Gegend in Mittelitalien starben am 24. August 2016 299 Menschen. Viele Orte der bergigen Region liegen noch in Trümmern. Die Menschen wollen der Opfer still gedenken. Ein Fackelzug in der Nacht und eine Messe am Vormittag sind geplant.

Das Erdbeben der Stärke 6,0 geschah um 3.36 Uhr. Die meisten Menschen starben in Amatrice selbst. An jedes Opfer soll in der Nacht ein Glockenschlag erinnern. Nach dem Beben folgte eine Erdbebenserie, die die Gegend weiter verwüstete. Dass fast ganz Italien extrem erdbebengefährdet ist, wurde erst diese Woche wieder deutlich: Auf der Insel Ischia vor Neapel richtete ein Beben am Montag große Schäden an. Zwei Menschen starben.

Inland

FPÖ präsentierte ihr Wirtschaftsprogramm

Lange ist darüber geredet worden, gestern wurde schließlich das Wirtschaftsprogramm der FPÖ präsentiert. Erneut setzt Parteichef Heinz-Christian Strache auf das Schlagwort „Fairness“. Im 56 Seiten starken Programm sind teils altbekannte Forderungen enthalten, wie das Ende der „Zwangsmitgliedschaften“ in den Kammern, Entbürokratisierung und das Sinken der Abgabenquote. Versprochen wird eine Steuerentlastung um zwölf Mrd. Euro, die Gegenfinanzierung soll durch „Optimierungen“ erfolgen - etwa der Sozialausgaben. Von „Klassenkampf“-Wünschen halte man nichts.

Mehr dazu in Entlastung und Einsparungen

NR-Wahl: Moskau beklagt sich über Vorwürfe

Die Botschaft der Russischen Föderation in Österreich hat sich gestern in einer Aussendung über Vorwürfe beklagt, die russische Regierung mische sich in den österreichischen Nationalratswahlkampf ein. Man werde „mit jeder demokratisch gewählten Regierung Österreichs zusammenarbeiten“, so die Aussendung.

Trotz der Versuche „einzelner Persönlichkeiten und nicht-staatlicher Institutionen“, Russland als Bedrohung zu inszenieren und eine „öffentliche Debatte diesbezüglich zu provozieren“, schätze man den engen und positiven diplomatischen Dialog zwischen Moskau und Wien. Auf APA-Nachfrage wollte die russische Botschaft keine konkreten Beispiele für derartige Vorwürfe anführen.

Die Aussendung bezieht sich aber offenbar auf ein Interview des Nachrichtenmagazins „profil“ mit dem ukrainischen Außenminister Pawlo Klimkin vom Juni dieses Jahres. Klimkin hatte dort vor einer Beeinflussung der Nationalratswahl durch den Kreml gewarnt: „Österreich ist bedeutsam für Putin. Er sieht hier die Möglichkeit, das europäische Projekt zu schwächen“, so Klimkin.

Rückkehreinrichtungen: Kritik am Innenministerium

Nach einiger Aufregung in der steirischen Landespolitik über eine Rückkehreinrichtung für abgelehnte Asylwerber in Steinhaus am Semmering versuchte das Innenministerium gestern zu beruhigen. Man nehme die Einwände der Gemeinden „sehr ernst“. In dem ehemaligen Hotel in Steinhaus waren zuletzt eher Familien untergebracht, nun sollen rund 150 rückkehrwillige Asylwerber kommen.

Kritik war in den vergangen Tagen in steirischen Tageszeitungen vonseiten des Bürgermeisters und der Vizebürgermeisterin (beide SPÖ) von Spital am Semmering, zu dem Steinhaus gehört, laut geworden. Dabei ging es darum, dass man wie schon 2014 bei der Errichtung des Bundesquartiers für Asylwerber in Steinhaus wieder ohne vorherige Kontaktaufnahme vor vollendete Tatsachen gestellt wurde.

Auch Kritik aus Kärnten

„Klar ist, dass wir die Zeit bis zum Inkrafttreten des neuen Fremdenrechts nutzen werden, um an einer gemeinsamen Lösung zu arbeiten. Noch ist nichts endgültig und wir möchten einen konstruktiven Dialog mit allen Beteiligten führen“, so das Büro von Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP). Was die Rückkehreinrichtungen betreffe, so handle es sich um bestehende Einrichtungen, die dafür genützt werden sollen, Asylwerber über eine freiwillige Rückkehr zu beraten.

Auch in Kärnten gab es Kritik am Vorgehen des Innenministeriums. Hier ging es um das geplante Rückkehrzentrum in Krumfelden bei Althofen. Der Althofener Bürgermeister fühlte sich übergangen. Von der geplanten Umfunktionierung des bestehenden Asylquartiers in Krumfelden in ein Rückkehrzentrum will er erst aus den Medien erfahren haben.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

SPÖ will Gruppenklagen noch vor Wahl umsetzen

Der Dieselskandal entwickelt sich immer mehr zum heimischen Wahlkampfthema. Die SPÖ bekräftigt einmal mehr ihren Ruf nach einer gesetzlichen Grundlage für Gruppenklagen (auch Massen- oder Sammelklagen genannt) - und will diese Klagemöglichkeit noch vor der Nationalratswahl umgesetzt wissen, wie es gestern zur APA hieß.

„ÖVP hat lang genug blockiert“

Mit Gruppenklagen müssten einzelne Kläger bei Rechtsstreitigkeiten wie beim oder ähnlich dem Dieselskandal nicht alleine das Prozess- und Kostenrisiko tragen, so die Argumentation der Sozialdemokraten. „Die Pläne dazu stehen zwar im Regierungsübereinkommen, sind aber bisher von der ÖVP verhindert worden“, kritisiert die SPÖ die Volkspartei. „Die ÖVP hat lang genug Gruppenklagen blockiert“, so Infrastrukturminister Jörg Leichtfried.

Konsumentenschutzminister Alois Stöger (SPÖ) und Leichtfried wollen ihren Ausführungen zufolge Konsumenten schützen und deren Rechte durchsetzen. „Gerade der Dieselskandal und der Verdacht von Absprachen der großen Autokonzerne zeigen, dass Gruppen- und Musterklagen notwendig sind“, so die roten Minister. Es gehe ums Ermöglichen einer schnellen und prozessökonomischen Abwicklung von Massenschadensfällen.

Ansprüche nicht nur für Kläger möglich

Gruppenklagen, wie sie die SPÖ umgesetzt wissen will, verschaffen im Falle eines Erfolges nicht nur dem Kläger Ansprüche, sondern allen, die vom selben Sachverhalt betroffen sind - und zwar unabhängig davon, ob sie selbst geklagt haben oder nicht.

Als Beispiele für mögliche Gruppenklagen nennt die SPÖ nicht nur den Verkauf von Dieselautos mit falschen Abgaswerten. Es könnten auch Banken getroffen werden, die gesetzwidrige Zinsklauseln bei Krediten anwenden und so überhöhte Zinsen verrechnen. Stöger ist überzeugt, dass man „mit der Gruppenklage Konsumenten das Werkzeug in die Hand gibt, übermächtigen Unternehmen und Konzernen die Stirn zu bieten und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen“.

Religion

Islamschule: Glaubensgemeinschaft gegen Schließung

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) spricht sich gegen die Schließung einer umstrittenen und nicht genehmigten islamischen Schule in Wien-Liesing aus. „Eine Schließung wäre der falsche Weg. Es ist ja sowieso keine Schule, sondern lediglich ein Imam-Kurs“, sagte IGGÖ-Präsident Ibrahim Olgun gegenüber der Tageszeitung „Kurier“.

Er handle sich weder um eine konfessionelle Schule der Glaubensgemeinschaft noch um eine Imam-Hatip-Schule, erklärte Olgun weiter. Betreiber sei ein Fachverein, dessen Tätigkeit ein Fortbildungskurs für Muslime, die die Schulpflicht bereits erfüllt haben. „Hierbei ist zu beachten, dass dieser Kurs seit einigen Jahren besteht, allerdings erst kurz vor der Nationalratswahl für Aufsehen sorgt.“

Die IGGÖ sei weder für die Aufsicht noch die Verwaltung des Kurses zuständig. Das Bildungsministerium bzw. der Wiener Stadtschulrat haben gegen die Schule, die in den vergangenen Tagen für Diskussionen gesorgt hatte, inzwischen Anzeige erstattet.

„Kontrolle ist besser“

Im Zusammenhang mit dem Problem radikaler islamistischer Prediger will Olgun unterdessen die Kontrollen verstärken. „Würden unsere Imame radikalisieren, würden wir sie sofort entlassen. Wir vertrauen unseren Imamen natürlich - aber Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Deshalb werden wir unser Personal aufstocken und Beobachter zu den Freitagspredigten in die Moscheen schicken. Außerdem sind wir im ständigen Kontakt mit den Sicherheitsbehörden, die wir einschalten, wenn wir illegale Hinterhofmoscheen entdecken“, sagte Olgun dem „Kurier“.

Kritik an Wahlkampf

Kritik übte der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft am laufenden Wahlkampf, der seiner Meinung nach auf dem Rücken der Muslime ausgetragen werde. „Gerade die österreichische Geschichte ist eine gute Erinnerung daran, wie eine bestimmte Glaubensgruppe ins Eck gedrängt wurde und was dann die Folgen waren. Das darf sich nicht wiederholen. Man sollte für kurzfristige Wahlerfolge keine langfristigen Schäden des gesellschaftlichen Zusammenlebens in Kauf nehmen.“

Sport

Formel 1: Vettel will Hamilton abhängen

Vier Wochen nach seinem Sieg in Ungarn kommt Sebastian Vettel gut erholt und optimistisch aus dem Sommerurlaub nach Spa-Francorchamps. Der WM-Spitzenreiter will beim Grand Prix von Belgien den Vorsprung auf seinen Mercedes-Verfolger Lewis Hamilton ausbauen. „Wir haben das beste Auto“, tönte Vettel im Vorfeld. Der letzte Sieg eines Ferrari-Piloten in den Ardennen liegt allerdings schon etliche Jahre zurück.

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Radsport: Haller glänzt bei Vuelta-Bergankunft

Der Kärntner Marco Haller hat bei der Vuelta a Espana gestern das Podest zwar knapp verpasst, der Katjuscha-Profi und eigentliche Sprinter setzte sich im Verlauf der fünften Etappe, die über 175,7 Kilometer und fünf Anstiege führte, aber stark in Szene. Letztlich belegte Haller den sechsten Platz. Der Etappensieg ging an seinen Fluchtkollegen Andrej Luzenko. Der Brite Christopher Froome verlor drei Minuten auf Haller, baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung aber aus.

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Fußball: Austria holt „absoluten Wunschspieler“

Die Austria hat gestern die Rückkehr von Florian Klein vermeldet. Der 30-jährige Rechtsverteidiger, der bereits von 2009 bis 2012 in Violett kickte, unterschrieb bei den „Veilchen“ einen Vertrag über drei Jahre.

„Er war unser absoluter Wunschspieler für diese Position. Wir haben alles dafür getan, ihn zu bekommen, und sind sehr stolz, dass es geklappt hat“, sagte Sportdirektor Franz Wohlfahrt.

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Wirtschaft

Moody’s hebt Ausblick für Österreichs Banken

Die US-Ratingagentur Moody’s hat den Ausblick für die österreichischen Banken von „stabil“ auf „positiv“ angehoben. Als Motiv nannte die Agentur heute einen Rückgang bei problematischen Krediten und eine Steigerung bei den Kapitalraten.

Möglich gemacht wird das laut Moody’s durch die Konjunkturerholung in Österreich sowie auch allgemein in Zentral-und Osteuropa. Moody’s prognostiziert auch ein stärkeres Wirtschaftswachstum durch Steigerungen beim privatem Konsum und bei Investitionen.

Uber macht weniger Verlust

Der US-Fahrdienstvermittler Uber erfreut sich steigender Beliebtheit. Die Buchungszahlen seien im zweiten Quartal im Vergleich zum vorangegangenen Vierteljahr um 16 Prozent gestiegen, teilte das Unternehmen gestern mit. Der Nettoverlust habe sich im Berichtszeitraum auf 645 Millionen Dollar (547 Mio. Euro) verringert. Im Vorquartal waren es noch 708 Millionen Dollar (601 Mio. Euro), im vierten Quartal 991 Millionen Dollar (840 Mio. Euro).

Obwohl Uber als nicht börsennotiertes Unternehmen nicht verpflichtet ist, seine Bilanzen offenzulegen, veröffentlicht es seit Anfang des Jahres einige Kennziffern. Bei einer Finanzierungsrunde im vergangenen Jahr wurde Uber mit 68 Milliarden Dollar (58 Mrd. Euro) bewertet. Einige Analysten halten diese Summe für zu hoch. Seit 2010 konnte Uber bei Investoren mehr als 15 Milliarden Dollar (13 Mrd. Euro) einsammeln, weshalb die Firma trotz anhaltender Verluste operieren kann.

Uber sah sich zuletzt Vorwürfen der sexuellen Belästigung ausgesetzt und ist in zahlreiche Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Des weiteren hält die Führungskrise an. Uber ist sowohl auf der Suche nach einem Firmenchef als auch einem Finanzvorstand.

Britische Finanzbranche will nach „Brexit“ EU-Handelspakt

Nach dem Willen der britischen Finanzbranche soll die Londoner Regierung mit der EU einen umfangreichen Handelspakt für die Zeit nach dem „Brexit“ aushandeln. Wie aus einem Reuters vorliegenden Entwurf für die Forderungen hervorgeht, strebt der in der Londoner City verankerte Sektor eine Vereinbarung mit der EU über den gegenseitigen Zugang der Finanzfirmen zu den jeweiligen Märkten an.

„Das käme den gegenwärtigen Zugangsmöglichkeiten, die solche Unternehmen im EU-Rahmen haben, so nahe wie möglich“, heißt es in dem Papier, das der britischen Regierung im September vorgelegt werden soll. Die Branche bezeichnet das Vorhaben selbst als „ehrgeizig“.

Bedeutung Londons steht auf dem Spiel

Mit dem Vorstoß versucht die britische Finanzindustrie, Geschäfte in EU-Ländern auch nach dem Austritt im März 2019 zu ermöglichen und so den Verlust von Aufträgen und Arbeitsplätzen zu verhindern. Längst buhlen andere Städte um die Branche. Beim „Brexit“ steht damit auch die Bedeutung Londons als Europas zentraler Finanzplatz auf dem Spiel: Solange Großbritannien keine neuen Handelsbeziehungen mit der Gemeinschaft vereinbart hat, droht britischen Banken, Versicherern und Fonds nach dem „Brexit“ der Ausschluss von den Märkten der EU.

Bisher können in London zugelassene Finanzfirmen in der EU Geschäfte machen, ohne in jedem einzelnen Land eine Lizenz zu beantragen. Zunächst hatte die Finanzbranche eine identische Vereinbarung verlangt, was bei der EU aber kaum durchsetzbar gewesen wäre. Die neuen Vorschläge nehmen davon Abstand, gelten aber immer noch als ambitioniert.

Nur wenige Geldhäuser und Versicherer rechnen damit, dass es bis zum „Brexit“ eine Handelsvereinbarung mit der EU gibt. Einige von ihnen haben deshalb bereits in anderen Ländern Tochtergesellschaften mit nationalen Lizenzen eröffnet, um sich das Geschäft mit ihren Kunden auf dem Kontinent zu erhalten.

Gläubiger lassen Air Berlin vorläufig weitermachen

Die Gläubigerausschüsse für Air Berlin haben ihre konstituierende Sitzung gestern ohne konkrete Ergebnisse zur Zukunft der insolventen Fluggesellschaft beendet. Der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus erklärte nach den Sitzungen laut Air Berlin, die Ausschüsse hätten „einstimmig“ beschlossen, das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung fortzuführen. Außerdem seien die weitere Betriebsfortführung beschlossen sowie der Sachwalter Lucas Flöther in seinem Amt bestätigt worden.

Air Berlin sprach von einem „guten Signal“ und erklärte, die Verhandlungen würden „mit Hochdruck“ vorangetrieben. Ziel bleibe es, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.

Lufthansa will Niki

Air Berlin hatte vor über einer Woche Insolvenz angemeldet. Interesse an der Fluggesellschaft haben die Lufthansa sowie Medienberichten zufolge unter anderem der britische Billigflieger easyJet. Der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl möchte Air Berlin als Ganzes übernehmen und sanieren.

Lufthansa bietet für die Touristiktochter Niki und weitere Teile der Air Berlin, nicht aber für das komplette Unternehmen, hieß es.

Beschwerden über Air Berlin

Obwohl Air Berlin zumindest vorerst weiterfliegt, scheint die Aussicht auf Entschädigungen nach Flugstreichungen mit der Insolvenz nun gegen null gesunken zu sein. Schon vor dem Insolvenzantrag hatte Air Berlin die Beschwerdehotlines der Arbeiterkammern (AK) in Österreich dominiert.

Mehr dazu in help.ORF.at

Chronik

Auto rast durch deutsche Geschäftsstraße - eine Tote

Bei einem schweren Unfall im deutschen Saarland ist eine 43 Jahre alte Frau ums Leben gekommen. Ein Kind wurde schwer, fünf weitere Menschen leicht verletzt, wie ein Polizeisprecher sagte. Ein 26-jähriger Mann erlitt demnach am Steuer seines Autos eine „medizinische Notsituation“ und raste gestern Abend ungebremst durch eine mit Geschäften gesäumte Straße in der Innenstadt von Saarwellingen.

Dabei fuhr der Mann auf das Auto auf, in dem Frau und Kind saßen, und rammte drei weitere Autos. In ihnen wurden vier Menschen leicht verletzt, zudem kam der 26-jährige Unfallverursacher leicht verletzt ins Krankenhaus. Die Art der medizinischen Notsituation und das Alter des Kindes wollte die Polizei nicht nennen.

Zehn Menschen sterben bei Schiffsunglück in Brasilien

Die Opferzahl nach dem Schiffsunglück in Brasilien steigt: Nachdem das Schiff mit rund 70 Menschen an Bord auf einem Fluss in Nordbrasilien gesunken ist, konnten gestern (Ortszeit) zehn Leichen geborgen werden, wie das Nachrichtenportal G1 nach Angaben der Behörden des Bundesstaates Para berichtete. Weitere 25 Passagiere seien an die Ufer des Xingu-Flusses geschwommen, 35 gelten als vermisst.

Das Schiff befand sich auf der Fahrt von Santarem nach Vitoria de Xingu, als es in der Nacht zum Mittwoch aus noch ungeklärten Gründen auf dem Nebenfluss des Amazonas-Flusses unterging. Die lokalen Schifffahrtsbehörden erklärten, dass das Schiff nicht zum Passagiertransport zugelassen war.

Drei Leichen auf Mont Blanc entdeckt

Auf dem Mont Blanc sind die Leichen dreier Bergsteiger entdeckt worden. Offenbar seien die Alpinisten schon vor mehreren Jahren ums Leben gekommen, sagte ein Sprecher der Bergrettung im italienischen Aostatal. Der Gletscher sei ständig in Bewegung und habe die Toten nun freigegeben.

Laut italienischen Medienberichten hatte ein französischer Bergsteiger die Toten entdeckt und die Behörden verständigt. Die Behörden starteten eine Aktion zur Bergung der Leichen, die mit einem Seil verbunden waren.

Taifun „Hato“ fegt über Südchina

Der verheerende Taifun "Hato" hat in Südchina mindestens zwölf Menschen das Leben gekostet. Mindestens vier Menschen sind während des schweren Sturms in der Provinz Guangzhou umgekommen, einer werden noch vermisst, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua heute berichtete.

In der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau, die besonders hart von „Hato“ getroffen wurde, stieg die Zahl der Todesopfer demnach von drei auf acht. In der für ihre Luxushotels und Casinos bekannten Stadt sind nach Behördenangaben 153 Menschen verletzt worden.
Mit hohen Wellen, heftigen Böen und Wolkenbrüchen hatte der stärkste Taifun seit fünf Jahren in der Region gewütet.

Schwer traf der Sturm auch Hongkong, wo mindestens 84 Menschen verletzt wurden. Videos in Sozialen Netzwerken zeigten in vielen Stadtteilen überflutete Straßen, entwurzelte Bäume und umherwirbelnde Teile, etwa von Baugerüsten. Baukräne knickten wegen des staken Windes um. Die Sturmböen erreichten Geschwindigkeiten von über zu 200 Kilometern pro Stunde, wie das Wetteramt der Stadt berichtete.

Grausige Details belasten dänischen U-Boot-Kapitän

Bei einer Pressekonferenz in Kopenhagen gestern sind neue Details zu dem mysteriösen Verschwinden der schwedischen Journalistin Kim Wall bekanntgeworden. Eine am Montag gefundene Leiche wurde nun von der dänischen Polizei als jene der Vermissten, die zuletzt an Bord eines U-Boots gesehen wurde, identifiziert. Laut Ermittlern könnte die Leiche so präpariert worden sein, dass sie nicht von alleine auftaucht - und damit den U-Boot-Kapitän, der bisher von einem „Unfall“ sprach, schwer belasten kann.

Mehr dazu in Todesursache weiter unklar

IT

Ex-Agentin will Twitter kaufen und Trump verbannen

Eine ehemalige CIA-Agentin will Twitter kaufen, um US-Präsident Donald Trump sein Lieblings-Sprachrohr zu nehmen. Valerie Plame Wilson sammelte in einer Crowdfunding-Kampagne bis gestern 6.000 Dollar (etwa 5.100 Euro). „Es ist Zeit, ihn abzustellen“, schrieb sie auf der Internetseite ihrer Kampagne mit Blick auf Trump.

Die Ex-Agentin will eine Milliarde Dollar zusammenkriegen, um sich eine Mehrheitsbeteiligung an dem Kurzbotschaftendienst zu sichern. Anschließend will die ehemalige Undercover-Agentin Trumps Ausschluss von Twitter erwirken. Plame Wilson erklärte, Trumps Tweets beschädigten das Land und brächten Menschen in Gefahr. Mit der Androhung eines Atomkriegs gegen Nordkorea treibe der Präsident dies auf die Spitze.

Plame Wilson hatte die Kampagne vergangene Woche gestartet. Es gibt bereits Einzelspenden von bis zu 100 Dollar. Dass die Spendensammlung erfolgreich sein wird, ist jedoch unwahrscheinlich. Trumps ständige Twitternutzung sorgt fast täglich für Kontroversen.

Science

Kultur

Taylor Swift kündigte neues Album „Reputation“ an

Taylor Swift hat am Mittwoch, etwas über eine Woche nach ihrem Sieg vor Gericht in einem Prozess um sexuelle Belästigung, via Instagram ein neues Album angekündigt: „Reputation“ erscheint demnach am 10. November. Es handelt sich um den Nachfolger des Hitalbums „1989“ von 2014.

Swift hat in Denver (US-Staat Colorado) ein Zivilverfahren gegen einen Radio-DJ gewonnen, der ihr bei einem Fototermin im Juni unter den Rock gegriffen hatte. Als Entschädigung verlangte sie ein symbolisches Schmerzensgeld in Höhe von einem Dollar.

Nach dem Urteil spendete Swift Geld für Opfer sexueller Gewalt. Außerdem zog sie sich aus Sozialen Netzwerken zurück. Mit einer Serie von Bildern auf Instagram meldete sich die Sängerin nun zurück. Die erste Single aus „Reputation“ kommt bereits heute Nacht, postete die 27-Jährige.