Ausland

Katalonien bereit zu Dialog mit Madrid - unter Bedingungen

Im Streit mit der spanischen Zentralregierung will die katalanische Regionalregierung nicht auf die Forderungen nach einem Bekenntnis zum gemeinsamen Staat eingehen und lediglich an ihrem Angebot zum Dialog festhalten. Dies teilte der katalanische Regierungssprecher Jordi Turull im Anschluss an eine Sitzung des Regionalkabinetts gestern Abend in Barcelona mit.

Morgen Vormittag läuft Uhr das Ultimatum des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy mit der Forderung nach einem Verzicht auf die Unabhängigkeitsbestrebungen ab. Für den Fall einer Weigerung will die Zentralregierung den Verfassungsartikel 155 anwenden: Dieser erlaubt es ihr, „die notwendigen Mittel zu ergreifen“, um eine autonome Region zur Erfüllung ihrer rechtlichen Pflichten zu zwingen.

Puigdemonts Partei macht Druck

In diesem Fall solle der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont sofort die Unabhängigkeitserklärung der Region in Kraft setzen, forderte am Abend der Vorstand von Puigdemonts Partei PDeCAT.

In Barcelona demonstrierten nach Angaben der Stadtpolizei etwa 2.000 Menschen gegen eine Unabhängigkeit von Katalonien und für die Einheit des spanischen Staates. Einen Tag zuvor hatten rund 200.000 Demonstranten die Freilassung von zwei führenden Aktivisten der Unabhängigkeitsbewegung, Jordi Sanchez und Jordi Cuixart, gefordert. Diese waren wegen „aufrührerischen Verhaltens“ verhaftet worden.

Kurz erstmals nach Wahlsieg in Brüssel

Im Vorfeld des EU-Gipfels nimmt ÖVP-Chef Sebastian Kurz heute an den Beratungen der Europäischen Volkspartei (EVP) in Brüssel teil und wird dort auch Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker und Ratspräsidenten Donald Tusk treffen. Mit Spannung wird erwartet, welche Akzente Kurz in Brüssel setzen will.

International gibt es Sorge wegen einer möglichen Neuauflage einer schwarz-blauen Regierung, aber auch wegen der europakritischen Töne des bisherigen Außenministers, der anders als Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) nichts von einer Vertiefung der Europäischen Union in zentralen wirtschafts- und sozialpolitischen Fragen wissen will. Kurz sieht seine Brüssel-Reise als „bewusstes proeuropäisches Signal“. Für Bundeskanzler Kern dürfte es wohl der letzte EU-Gipfel sein.

Umzug wegen „giftiger Dämpfe“

Für Aufregung sorgte unterdessen ein Umzug des EU-Gipfels. Bereits zum zweiten Mal binnen einer Woche musste das Europagebäude in Brüssel geräumt werden. Giftige Dämpfe breiteten sich im Gebäude aus. Als „Vorsichtsmaßnahme“ muss der Gipfel nun wieder in das Gebäude umziehen, wo früher die EU-Gipfel stattfanden.

Mehr dazu in „Für das Wohlergehen aller besser“

Panama-Ausschuss: EU hat Steuervermeidung ermöglicht

Der Panama-Untersuchungsausschuss hat den EU-Staaten mit Blick auf Steuervermeidung und -hinterziehung ein vernichtendes Urteil ausgestellt. Ein Mangel an politischem Willen in einigen Ländern habe Betrug und Steuervermeidung ermöglicht, befand der Ausschuss gestern zum Abschluss seiner gut 18-monatigen Untersuchung. Die Notwendigkeit einstimmiger Entscheidungen unter den EU-Staaten in Steuerfragen habe zudem nötige Reformen blockiert.

„Der Ausschuss erhebt eine schwere Anklage gegen europäische Regierungen, die sich über 20 Jahre zu Komplizen von Geldwäschern und Steuervermeidern gemacht haben.
EU-Mitgliedsländer haben Steuerdumping für Unternehmen und Vermögende zum Geschäftsmodell gemacht und damit anderen EU-Ländern massiv geschadet“, sagte der deutsche Grün-Europaabgeordnete Sven Giegold. „Zum Nachteil anderer EU-Länder wurden von Banken und Kanzleien in Luxemburg, Großbritannien, Zypern und Malta massenweise Briefkastenfirmen in Panama eingerichtet.“

„Steuertrickserei europäisches Problem“

„Der Untersuchungsausschuss hat klar zutage gefördert, dass Steuertrickserei und Geldwäsche auch ein europäisches Problem sind. Das muss Konsequenzen haben“, so der CSU-Europapolitiker Markus Ferber. „Madeira betreibt beispielsweise eine innereuropäische Steueroase unter dem Deckmantel der Wirtschaftsförderung und der Schaffung von Arbeitsplätzen. Solange die EU dieses innereuropäische Problem toleriert, sind wir international nicht glaubwürdig.“

Der Ausschuss war im Zuge der Enthüllungen um die sogenannten Panama Papers ins Leben gerufen worden. Vor mehr als einem Jahr hatte ein internationales Netzwerk mehrerer Medien darin Geschäfte in der mittelamerikanischen Steueroase enthüllt. Über den Bericht des Ausschusses und daraus folgende Empfehlungen soll nun das Parlamentsplenum noch im Dezember abstimmen.

Trump lehnt Zwischenlösung für „Obamacare“ doch ab

US-Präsident Donald Trump lehnt - entgegen erster Signale - doch eine überparteiliche Zwischenlösung im Streit über die Gesundheitsreform „Obamacare“ ab. Trump erklärte gestern auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, er unterstütze zwar den federführenden Senator Lamar Alexander als Person „und auch den Vorgang“. Allerdings könne er sich niemals hinter Hilfe für Unternehmen stellen, die durch die Reform ein Vermögen verdient hätten.

Präsidialamtssprecherin Sarah Huckabee Sanders erläuterte später, Trump sehe den Entwurf zwar als Schritt in die richtige Richtung an. „Aber es ist kein umfassender Ansatz“, sagte sie. „Wir brauchen etwas, das ein wenig weiter geht, bevor wir mitmachen können.“ Unklar blieb zunächst, ob der Entwurf genug Unterstützung im Kongress erhalten wird.

Vor Kurzem noch Zustimmung von Trump

Am Montag hatte Trump noch Zustimmung zu dem Plan des Republikaners Alexander und der Demokratin Patty Murray signalisiert. Die Übergangslösung soll die Gesundheitsreform von Trumps Vorgänger Barack Obama für zwei Jahre stabilisieren, um Zeit für eine gründliche Überarbeitung des Gesundheitssystems zu gewinnen.

Der Entwurf sieht unter anderem vor, Milliardenzahlungen des Bundes im Rahmen von „Obamacare“ an die Versicherer fortzusetzen. Trump hatte dagegen jüngst angekündigt, sie einzustellen. Mehrere Bundesstaaten beantragten unter der Führung von Kalifornien bei einem Bundesgericht eine einstweilige Verfügung zur Fortsetzung der Zahlungen.

D: Zuversicht nach erster Jamaika-Sondierungsrunde

CDU, CSU und FDP haben sich nach der ersten Sondierungsrunde für eine Jamaika-Koalition mit den Grünen zuversichtlich gezeigt. Er habe nach diesem ersten Gespräch ein gutes Gefühl, sagte CDU-Generalsekretär Peter Tauber nach der rund zweistündigen Unterredung der Parteispitzen gestern in Berlin: „Unser klares Ziel ist, am Ende soll eine gute Regierung für unser Land stehen.“

FDP-Generalsekretärin Nicola Beer sagte, zwischen Deutschland und Jamaika lägen 8.500 Kilometer. „Ich glaube, dass wir gestern gemeinsam sagen können, dass die ersten Meter, die ersten Schritte auf diesem Weg gut gelaufen sind, in einer sachlichen, in einer lösungsorientierten Atmosphäre.“

CSU: Seehofer zufrieden

Auch CSU-Chef Horst Seehofer zog eine positive Bilanz über die ersten Sondierungsgespräche. Die Verhandlungen seien „nicht schlecht für den ersten Tag“ gewesen, so Seehofer. Ein Viererbündnis sei eine „völlig neue Konstellation“, „etwas, was Schritt für Schritt wachsen muss“.

Aufgabe einer neuen Regierung in Deutschland sei es, „die Spaltung, die Polarisierung zu überwinden“ und die „Radikalisierung ein Stück zurückzudrängen durch gute Politik“, so Seehofer. Bis zu einer Koalition sei es aber noch ein langer Weg.

Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner sprach von einem guten und konstruktiven Treffen. Man habe über einige Themen gesprochen und nach Lösungen gesucht, wie der Zusammenhalt in der Gesellschaft verbessert werden könne.

Differenzen bei Flüchtlingspolitik

Differenzen zwischen den beiden Parteien gibt es unter anderem in der Flüchtlingspolitik, wo vor allem die CSU eine verbindliche Begrenzung der Migration erreichen will. Die Grünen wiederum pochen auf schärfere Vorgaben für die Landwirtschaft und die Massentierhaltung sowie in der Klima- und Energiepolitik.

Iraks Kurden verschieben Parlaments- und Regionalwahlen

Die irakischen Kurden haben wegen des Konflikts mit der Zentralregierung in Bagdad die für den 1. November geplanten Parlaments- und Präsidentenwahlen verschoben. Die Vorbereitungen für die Abstimmungen würden „wegen der aktuellen Situation“ ausgesetzt, teilte die Wahlkommission in Erbil gestern mit. Zuvor war eine Sitzung des Regionalparlaments auf unbestimmte Zeit vertagt worden.

Die Wahlen sollen um zwei Jahre verschoben werden, doch akzeptiere die Partei des Kurdenpräsidenten Massud Barzani nur eine Verschiebung um acht Monate. Eigentlich waren die Wahlen schon vor Jahren fällig, doch waren sie wegen Streitigkeiten zwischen den beiden Parteien und des Konflikts mit der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) immer wieder verschoben worden.

Bei der Präsidentenwahl wollte Barzani nicht erneut antreten. Der einzige Kandidat, der rechtzeitig vor Ablauf einer Frist Anfang Oktober seine Kandidatur anmeldete, war der Oppositionspolitiker Mohammed Tofik Rahim.

Frankreich: Anti-Terror-Gesetz passiert auch Senat

Das französische Parlament hat das neue Anti-Terror-Gesetz besiegelt, das den Behörden auf Dauer erweiterte Befugnisse einräumt. Nach der Nationalversammlung stimmte gestern auch der Senat in Paris zu. Staatschef Emmanuel Macron rief zu einer harten Anwendung der neuen Vorgaben auf, die nun wie geplant am 1. November in Kraft treten können. Menschenrechtsorganisationen und Kritiker im linken Lager warnen vor einem „permanenten Ausnahmezustand“.

Macron sagte in einer Grundsatzrede vor rund 500 Polizisten, Gendarmen und Armeeangehörigen, die neuen Regeln erlaubten ein effizienteres Vorgehen der Sicherheitskräfte. Er erwarte, dass das Gesetz „ohne Nachgiebigkeit“ umgesetzt werde. Als Beispiele nannte er eine bessere Absicherung von Weihnachtsmärkten und die Schließung von Moscheen, in denen zum Hass aufgerufen werde.

Nach Inkrafttreten des Gesetzes Anfang November will Macron den Ausnahmezustand aufheben. Er wurde nach den Pariser Terroranschlägen mit 130 Toten vom November 2015 verhängt und seither sechsmal verlängert.

Teile von Ausnahmezustand nun Gesetz

Mit der Novelle werden allerdings Teile des seit knapp zwei Jahren geltenden Ausnahmezustands in die Gesetzgebung überführt. So können der Innenminister und die Präfekten der Departements künftig die Bewegungsfreiheit von Terrorverdächtigen grundsätzlich ohne richterliche Anordnung einschränken und umfangreiche Polizeikontrollen anordnen, etwa an Bahnhöfen und Flughäfen.

Auch Vorgehen gegen Hassprediger wird durch das Gesetz erleichtert: In Zukunft können die Behörden schon dann Moscheen und andere religiöse Einrichtungen schließen, wenn dort „Ideen und Theorien“ zur Förderung des Terrorismus verbreitet werden. Bisher mussten konkrete Schriften oder Äußerungen vorliegen.

Kritiker des neuen Anti-Terror-Gesetzes bemängeln, dass damit die Freiheitsrechte für die Bürger dauerhaft eingeschränkt werden. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International warnen vor willkürlichen Übergriffen der Sicherheitskräfte bei Terrorverdacht. Teilen der französischen Konservativen und des rechtspopulistischen Front National geht die Vorgabe dagegen nicht weit genug. Nicht umgesetzt wurde etwa die Forderung, Gefährder präventiv in Sicherheitsverwahrung zu nehmen.

Inland

Sport

Champions League: Torspektakel bei Chelsea - Roma

Gleich sechs Tore haben die Zuschauer in der Champions League gestern beim Match Chelsea gegen AS Roma an der Stamford Bridge geboten bekommen. Die Gastgeber führten komfortabel mit 2:0, sahen sich aber ab der 70. Minute mit einem 2:3-Rückstand konfrontiert, den Stürmer Eden Hazard aber kurz darauf noch ausgleichen konnte. Die Engländer führen damit auch weiter die Tabelle der Gruppe C an.

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Europa League: Auf Salzburg wartet Gegner im Umbruch

Vier Zähler hat Red Bull Salzburg in den ersten beiden Spielen der Europa-League-Gruppenphase schon gesammelt. Morgen hoffen die „Bullen“ nun erneut auf Zuwachs. Beim Gastspiel bei Konyaspor bekommen es die Salzburger mit einem Gegner im Umbruch zu tun, der noch nach einer spielerischen Linie sucht. „Sportlich läuft es noch nicht ganz rund“, gestand Ex-Austria- und -Ried-Kicker Petar Filipovic, der einer von 15 Neuzugängen ist.

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Olympia: Kurzer Weg zu Gold in Pyeongchang

In Pyeongchang laufen die letzten Vorbereitungen für die Spiele 2018 auf Hochtouren. Beeindruckend sind neben den Sportanlagen schon jetzt die kurzen Wege, womit die Veranstalter in Südkorea besonders auftrumpfen wollen. Im Mountain-Cluster sind die Sportstätten für die Athleten vom olympischen Dorf aus binnen weniger Minuten zu erreichen, auch das Österreich-Haus liegt in unmittelbarer Nähe. Nur die alpinen Speed-Athleten haben es zur Piste ein bisschen weiter.

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NBA: Pöltl erwartet „Schritt nach vorne“

Für Jakob Pöltl ist der Startschuss zur neuen Saison der National Basketball Association (NBA) auch der Auftakt zu einem Jahr der Bewährung. Nach einer soliden Rookie-Saison spielt der 22-Jährige ab Donnerstag sein zweites Jahr in der stärksten Basketball-Liga der Welt. Und Österreichs erster NBA-Spieler fühlt sich nach der Auftaktsaison bereit für eine größere Rolle bei den Toronto Raptors: „Ich will auf jeden Fall jetzt einen Schritt nach vorne machen.“

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Chronik

USA: Mitarbeiter von Küchenplanungsfirma erschossen

Bei einer Schießerei in einem Gewerbegebiet im US-Bundesstaat Maryland sind drei Menschen getötet und zwei weitere schwer verletzt worden. Der mutmaßliche Täter konnte heute vom Tatort in Edgewood im Nordosten Marylands fliehen, wie Bezirkssheriff Jeffrey Gahler erklärte. Er habe mit dem Unternehmen zu tun gehabt, auf dessen Gelände sich die Schießerei ereignete.

Weitere Person bei Flucht angeschossen

Bei seiner Flucht habe der 37-jährige Schütze im Nachbarbundesstaat Delaware eine weitere Person angeschossen und verletzt. Die Sicherheitsbehörden fahndeten mit einem Großeinsatz nach dem Mann. Er sei laut den Behörden bewaffnet und sehr gefährlich.

„Es scheint ein gezielter Angriff auf diese Firma gewesen zu sein“, erklärte Gahler. Sowohl der Täter als auch die drei ersten Opfer waren demzufolge Angestellte einer Küchenplanungsfirma, die mit Granit handelt. Der Verdächtige sei vorbestraft und habe mit einer Pistole geschossen, so Gahler weiter.

Alleine in diesem Jahr gab es in den USA 285 Schießereien, bei denen mindestens vier Menschen getötet oder verletzt wurden. Die Schießerei mit den meisten Opfern der vergangenen Jahrzehnte in den USA ereignete sich am 1. Oktober in Las Vegas, als Stephen Paddock mit Schüssen aus einem Hotel 58 Besucher eines Open-Air-Konzertes tötete und Hunderte weitere verletzte.

8,4 Millionen Euro: Solosechser bei Lotto „6 aus 45“

Bei der gestrigen Lottoziehung hat ein Spieler aus Wien als Einziger die sechs richtigen Zahlen getippt. Der Solosechser brachte dem Gewinner rund 8,36 Mio. Euro ein, gab ein Sprecher der Lotterien am Abend bekannt.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

14 16 19 22 39 41 Zusatzzahl: 10

Das Knacken des insgesamt 13. Fünffachjackpots bedeutet den sechsthöchsten Gewinn in der Lotto-Geschichte: Insgesamt lagen rund 8,8 Millionen Euro im Topf.

Dieses Mal knackte niemand den Joker-Jackpot. Im Pott bleiben rund 322.000 Euro.

Die aktuelle Joker-Zahl lautet:

7 1 0 7 5 9

Alle Angaben ohne Gewähr

Wirtschaft

Irak: Russischer Ölriese schließt Abkommen mit Kurden

Der russische Erdölriese Rosneft hat gestern die Unterzeichnung eines Abkommens mit den Behörden Irakisch-Kurdistans über die Beteiligung an fünf Ölfeldern bekanntgegeben. Für eine Beteiligung von 80 Prozent könnten umgerechnet bis zu 340 Millionen Euro fällig werden, erklärte das Unternehmen. Bis zu der Hälfte der Summe könne aber auch mit Rohöl aus den Feldern beglichen werden.

Ölproduktion ab 2021

Das Geschäft mit der kurdischen autonomen Region im Nordirak sieht ein gemeinsames Programm zur Ölerkundung im kommenden Jahr vor. 2021 könnte dann mit der Produktion begonnen werden. Die Ölreserven der fünf Blocks schätzt Rosneft auf 670 Millionen Barrel.

Vor drei Wochen hatten die Kurden im Nordirak bei einem Unabhängigkeitsreferendum mit großer Mehrheit mit Ja gestimmt. Doch die irakischen Regierungstruppen nahmen mittlerweile nach eigenen Angaben bei ihrer vor wenigen Tagen gestarteten Offensive praktisch alle Gebiete wieder ein, die die Kurden seit 2003 unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Dazu zählt die erdölreiche Provinz Kirkuk, deren Verlust die Hoffnung der Kurden auf einen eigenständigen Staat zunichte macht.

USA: Indigener Stamm verklagt Amazon und Microsoft

Ein indigener Stamm in den USA hat gestern Klage gegen Amazon und Microsoft eingereicht wegen einer Verletzung seiner Patente für Supercomputer. Die Rechte waren den Saint Regis Mohawks im August als Teil einer Vereinbarung mit dem Hardwareunternehmen SRC Labs übertragen worden, um sie vor dem Zugriff eines Verwaltungsgerichts des US-Patentamts zu schützen.

SRC beteiligt sich an der Klage, die bei einem Bundesgericht in Virginia eingereicht wurde. Der Stamm würde einen Anteil an etwaigen Zahlungen erhalten. Eine Stellungnahme der beiden Technologiekonzerne lag zunächst nicht vor.

Großkonzerne nützen Sonderpatentrechte aus

Die Saint Regis Mohawks haben eine ähnliche Vereinbarung mit dem Pharmaunternehmen Allergan geschlossen. Die Konzerne nutzen dabei die hohe juristische Autonomie der Indianernationen in den USA aus, die verhindert, dass das Patent Trial and Appeal Board die Patente für ungültig erklären kann.

Pharmakonzerne etwa schützen ihre Produkte meist mit mehreren Patenten. Generikafirmen können erst dann billigere Nachahmerprodukte herstellen, wenn diese auslaufen. Um die Zeitspanne zu verkürzen, werden viele Patente gerichtlich infrage gestellt. Auch Microsoft und Amazon haben in ihrer Branche diese Taktik angewandt.

Derartige Vereinbarungen mit den indigenen Stämmen werden von Kongressabgeordneten beider Parteien kritisiert. Die Senatorin Claire McCaskill legte kürzlich einen Gesetzesentwurf vor, der ihnen einen Riegel vorschieben soll.

Medien: Soros überträgt 18 Milliarden an seine Stiftung

Der milliardenschwere Finanzinvestor George Soros hat laut US-Medien einen Großteil seines Vermögens an seine Stiftung übertragen. Mit der Spende in Höhe von 18 Milliarden Dollar (15 Mrd. Euro) habe Soros seine Stiftung Open Society zur zweitgrößten in den USA gemacht, berichteten „Wall Street Journal“ und „New York Times“ (Mittwoch-Ausgaben). Einzig die Bill & Melinda Gates Foundation verfüge nun über mehr Mittel. Die 1979 gegründete Open Society setzt sich nach eigenen Angaben weltweit für Demokratie und Menschenrechte ein.

Bei dem Vermögenstransfer, der schrittweise in den vergangenen Jahren erfolgt und erst jetzt offengelegt worden sei, handle es sich um eine der bisher größten Zuwendungen eines privaten Spenders an eine einzelne Stiftung.

Soros ist durch Finanzwetten reich geworden, 1992 spekulierte er erfolgreich gegen das britische Pfund und schrieb damit Finanzgeschichte. Das „Forbes“-Magazin schätzte das Vermögen des 87-Jährigen zuletzt auf 23 Milliarden Dollar. Soros macht sich schon lange einen Namen als Philanthrop, er spendete auch in der Vergangenheit immer wieder immense Summen für wohltätige Zwecke.

Zu den Beweggründen für seine jüngste Spendenoffensive äußerte Soros selbst sich nicht. Die Berichte berufen sich auf Insider aus seiner Organisation. Fest steht: Stiftungen liegen bei US-Superreichen im Trend. Zuletzt sorgte etwa Facebook-Chef Mark Zuckerberg mit der Ankündigung für Aufsehen, fast sein ganzes Vermögen spenden zu wollen. Welche Agenda die Milliardäre damit letztlich verfolgen, ist nicht immer ganz klar.

Ritter gewinnt Streit um quadratische Schokoladeform

Quadratische Schokoladentafeln bleiben vorerst ausschließlich dem Süßwarenhersteller Ritter vorbehalten. Das Unternehmen aus Waldenbuch bei Stuttgart erzielte im Kampf um das Alleinstellungsmerkmal gestern vor dem deutschen Bundesgerichtshof (BGH) einen Etappensieg gegen den Rivalen Milka.

Die Karlsruher Richter entschieden, dass sich die charakteristische Form der Schokolademarke Ritter Sport durchaus als Marke schützen lasse. Der Konkurrent Kraft Foods (heute Mondelez), der seine Milka-Schokolade in rechteckiger Form verkauft, hatte die Löschung des Quadrates als geschütztes Markenzeichen gefordert - und damit vor dem deutschen Bundespatentgericht in München vor knapp einem Jahr zunächst Erfolg.

Der BGH sah das aber anders. „Die quadratische Form der Tafelschokolade ist keine wesentliche Gebrauchseigenschaft von Schokolade“, hieß es in der Begründung. Ausgeschlossen sei der Markenschutz nur dann, wenn die Form durch die Ware selbst bedingt sei. Das sei aber hier nicht der Fall. Der Milka-Hersteller hatte argumentiert, dass die Ritter-Sport-Tafeln praktisch nur deshalb als Quadrate verpackt und verkauft würden, weil das bei Schokoladen normal sei. Das Bundespatentgericht muss nun den Löschungsantrag erneut prüfen.

IT

Science

Studie: Dramatischer Insektenschwund in Deutschland

Die Zahl der Fluginsekten ist in Teilen Deutschlands erheblich zurückgegangen. In den vergangenen 27 Jahren nahm die Gesamtmasse um mehr als 75 Prozent ab, berichteten Wissenschaftler aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden im Fachmagazin „Plos One“.

Die Publikation liefere den Beleg, dass der Schwund „wirklich ein größerflächiges Problem“ ist, sagte Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle, der nicht an der Untersuchung beteiligt war. Fachleute vermuten schon lange, dass die Zahl der Insekten in den vergangenen Jahren erheblich zurückgegangen ist. Verlässliche Daten sind allerdings rar.

Die Analyse bestätigt erste, im Sommer vorgestellte Ergebnisse. Nicht an der Studie beteiligte Experten sprechen von einer überzeugenden Arbeit, der Deutsche Bauernverband ist hingegen der Meinung, dass die Studie mehr Fragen aufwerfe, als dass sie Antworten gebe.

Fallen in 63 verschiedenen Gebieten

Die Insektenkundler hatten in insgesamt Fallen in 63 Gebieten aufgestellt und in regelmäßigen Abständen geleert. Die meisten Standorte wurden nur in einem Jahr des Studienzeitraums untersucht, einige über mehrere Jahre. Dann verglichen die Forscher, wie sich in einzelnen Lebensräumen - etwa in Heidelandschaften, Graslandschaften oder auf Brachflächen - die Biomasse über die Zeit verändert hatte. Insgesamt landeten 53,54 Kilogramm wirbellose Tiere in den Fallen - Millionen Insekten.

Gründe für Insektenschwund

Vermutlich spiele die intensivierte Landwirtschaft mit dem Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln sowie der ganzjährigen Bewirtschaftung eine Rolle für den Schwund, erklärten die Forscher. Fast alle Untersuchungsstandorte - 94 Prozent - waren von landwirtschaftlich genutzten Flächen umgeben. Laut Settele könnten auch Klimaveränderungen nicht ganz als Ursache ausgeschlossen werden. Genauere Ursachen müssen jedoch erst gefunden werden.

Ursache für Legasthenie liegt möglicherweise in Augen

Französische Forscher haben nach eigenen Angaben eine mögliche Ursache für Legasthenie gefunden: die lichtverarbeitenden Zellen im Auge. Bei Legasthenikern sind diese Zellen laut einer gestern in der Fachzeitschrift „Proceedings of the Royal Society B“ veröffentlichten Studie symmetrisch in beiden Augen angeordnet, bei Menschen ohne Lese-Rechtschreib-Störung dagegen asymmetrisch.

Die symmetrische Anordnung der Zellen führe möglicherweise zu „gespiegelten“ Bildern im Gehirn, erklärten die Autoren Guy Ropars und Albert le Floch von der Universität Rennes. Bei nicht legasthenischen Menschen würden dagegen die Signale eines Auges von denen des anderen überlagert, sodass im Gehirn ein einheitliches Bild entstehe.

Auch Lösungsansatz erforscht

„Die Asymmetrie ist notwendig, um das gespiegelte Bild zu löschen, das das normale Lesen behindert“, sagte Ropars. Die fehlende Asymmetrie in den Augen könne „die biologische und anatomische Grundlage von Lese-Rechtschreib-Störungen sein“, erklärten die Autoren.

Die Forscher testeten auch eine mögliche Behandlung: Sie nutzten eine LED-Lampe, die so schnell flackert, dass es für das Auge nicht wahrnehmbar ist. Damit „löschten“ sie eines der von den Augen ans Hirn gemeldeten Bilder. Legasthenische Teilnehmer der Studie hätten von der „Wunderlampe“ gesprochen, berichteten die Autoren. Ob die Methode tatsächlich funktioniert, müsse in weiteren Tests bestätigt werden.

Kultur

55. Viennale startet mit Eröffnungsfilm „Lucky“

Die 55. Ausgabe der Viennale startet heute Abend mit der traditionellen Eröffnungsgala im Gartenbaukino. Zum Beginn des heurigen Festivals präsentiert Schauspieler John Carroll Lynch sein Regiedebüt „Lucky“. In dem altersweisen Werk porträtiert er den heuer im Alter von 91 Jahren verstorbenen Charakterdarsteller Harry Dean Stanton ein letztes Mal für die Leinwand.

Bis zum 2. November steht dann wieder das Filmschaffen aus aller Welt im Mittelpunkt des Festivaltreibens. Einen Höhepunkt stellt dabei Stargast Christoph Waltz dar. Er wird am 24. Oktober seinen neuen Film „Downsizing“ persönlich in Wien präsentierten. Ansonsten steht die Vienna nach dem plötzlichen Tod von Langzeitdirektor Hans Hurch ganz im Zeichen des Verstorbenen, der mit einer eigenen Hommage-Schiene, einer Buchpräsentation und einem DJ-Abend gewürdigt wird.

Sorrentino-Film: Berlusconi fürchtet „politischen Angriff“

Italiens viermaliger Premier Silvio Berlusconi befürchtet einen „politischen Angriff“ durch den neuen Film von Oscar-Preisträger Paolo Sorrentino („Ewige Jugend“). Der Streifen mit dem Titel „Loro“ („Sie“) über Berlusconi wird zurzeit in Rom und in der Toskana gedreht.

„Seltsame Gerüchte“

„Mir sind seltsame Gerüchte in Zusammenhang mit Sorrentinos Film zu Ohren gekommen. Ich hoffe, der Film wird nicht ein politischer Angriff gegen mich sein“, sagte der 81-jährige Politiker, der seine rechtskonservative Partei Forza Italia im Wahlkampf für die Parlamentswahlen im kommenden Frühjahr unterstützt.

Zuletzt waren Szenenbilder veröffentlicht worden, in denen der italienische Schauspieler Toni Servillo in der Rolle Berlusconis zu sehen ist.

„Viel komplizierter, als er erscheint“

„Ich habe begriffen, dass Berlusconi viel komplizierter ist, als er erscheint. Ich will diese komplexe Persönlichkeit beschreiben. Mich interessiert der Mann hinter dem Politiker. Die politischen Aspekte interessieren mich nicht“, sagte Sorrentino in einem Interview mit dem britischen TV-Sender BBC.

Sorrentino hatte vor Beginn der Dreharbeiten Berlusconi getroffen. Der Ex-Premier hatte sich bereiterklärt, dem Regisseur seine legendäre Villa auf Sardinien für die Dreharbeiten zur Verfügung zu stellen. Um den Film realistischer zu gestalten, traf Sorrentino auch Berlusconis Ex-Ehefrau, die frühere Schauspielerin Veronica Lario.

Leute

Frau von US-Musiker Billy Joel erwartet zweites Kind

Der 68-jährige US-Musiker Billy Joel („We Didn’t Start the Fire“) und seine Ehefrau Alexis Roderick (35) erwarten ihr zweites Kind. Das bestätigte seine Sprecherin gestern der dpa.

Joel hatte zuvor in einem Interview der Zeitung „Belfast Telegraph“ verkündet, dass die Geburt im kommenden Monat anstehe. Ihre gemeinsame Tochter Della Rose ist zwei Jahre alt. Joel hat zudem eine 31-jährige Tochter aus seiner 1994 geschiedenen Ehe mit Model Christie Brinkley.

Mit Roderick, einer früherer Mitarbeiterin der Investmentbank Morgan Stanley, ist der Musiker seit 2009 zusammen. Das Paar hatte im Juli 2015 auf Joels New Yorker Landsitz auf Long Island geheiratet. Einen Monat später wurde Della Rose geboren.