Ausland

Slowenien: Präsident Pahor muss wohl in Stichwahl

Amtsinhaber Borut Pahor (53) hat heute die slowenische Präsidentenwahl klar gewonnen, muss aber wohl am 12. November in eine Stichwahl. Laut Teilergebnissen verfehlte Pahor nämlich die absolute Mehrheit gegen seine acht Herausforderer und dürfte im Stichentscheid dem Lokalpolitiker und Ex-Comedian Marjan Sarec begegnen.

Pahor kam nach Auszählung von drei Fünftel der Stimmen auf 47,4 Prozent. „Ich glaube, dass ich diese Wahl gewinnen werde, aber wir werden uns, wie das im Leben so üblich ist, bis zum Schluss bemühen müssen“, sagte Pahor. Er werde „mit aller Kraft“ auf eine zweite Amtszeit hinarbeiten, um die Slowenen davon zu überzeugen, „dass ich der beste Präsident für die kommenden fünf Jahre bin“.

Pahor zufrieden

Pahor zeigte sich erfreut über den „fast 50-prozentigen“ Zuspruch. „Für einen Staatspräsidenten ist das angesichts des hohen Misstrauens der Menschen gegenüber der Politik ein sehr ermutigendes Ergebnis“, meinte der frühere Ministerpräsident, der im Jahr 2012 den damaligen Amtsinhaber Danilo Türk mit einem Erdrutschsieg in der Stichwahl besiegt hatte.

Sarec, Bürgermeister der nordslowenischen Stadt Kamnik, lag mit 24,8 Prozent klar auf Platz zwei. Überraschend stark schnitt die konservative EU-Abgeordnete Romana Tomc mit 13,7 Prozent der Stimmen ab. Sie erhielt demnach fast doppelt so viel Zuspruch wie die Christdemokratin Ljudmila Novak (sieben Prozent), mit der sie sich in den Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den dritten Platz geliefert hatte.

Achtungserfolg für Rechtsextremisten

Einen Achtungserfolg erreichte auch der rechtsextremistische Kandidat Andrej Sisko, der mit 2,2 Prozent unter anderem die Kandidatin der führenden Regierungspartei SMC, Bildungsministerin Maja Makovec Brencic (1,7 Prozent), sowie den Bürgermeister der drittgrößten slowenischen Stadt Koper, Boris Popovic (1,9 Prozent) hinter sich ließ. Weniger als ein Prozent der Wähler votierten für die Kandidatinnen von zwei außerparlamentarischen Rechtsparteien, Suzana Lara Krause und Angela Likovic.

Eine unmittelbar nach Wahlschluss veröffentliche Wahltagsbefragung hatte den Amtsinhaber mit 56,2 Prozent noch klar auf Siegeskurs gesehen.

Riad und Bagdad bilden Rat

Saudi-Arabien und der Irak haben nach vielen Jahren der Spannungen weitere Schritte für eine Stärkung der gemeinsamen Beziehungen gemacht. Im Beisein von US-Außenminister Rex Tillerson gründeten der saudi-arabische König Salman und der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi einen Koordinierungsrat, durch den beiden Länder künftig enger zusammenarbeiten sollen.

Die USA erhoffen sich durch die Annäherung auch eine Verminderung des iranischen Einflusses in der Region. „Wir sind dankbar für diesen Fortschritt und bitten Sie, diese für die Stabilität der Region wichtige Beziehung aufrechtzuerhalten“, sagte Tillerson. Der Irak unterhält enge Beziehungen zu seinem schiitischen Nachbarn.

Iranische Milizen sollen abziehen

So kämpfen im Irak Milizen, die unter dem Einfluss Teherans stehen. Die USA wollen diese im Irak nicht mehr sehen und stellen eine eindeutige Forderung an Bagdad. „Sicherlich müssen iranische Milizen, die sich im Irak befinden, jetzt, da der Kampf gegen Daesh und ISIS zu Ende geht, nach Hause gehen“, so Tillerson. Den Irakern müsse es gestattet sein, die Kontrolle über ihre Heimat selbst ausüben zu können.

Der Iran gilt als Gegenspieler Saudi-Arabiens in der Region. Im Syrienkrieg unterstützt Saudi-Arabien Rebellengruppen, während Teheran einer der wichtigsten Verbündeten von Präsident Baschar al-Assad ist.

Kritik aus Teheran

Der Iran kritisierte die US-Regierung, ein arabisches Bündnis gegen Teheran schmieden zu wollen. „Leider will die Regierung von US-Präsident Donald Trump aus ihren Fehlern nicht lernen und auch von ihrem Anti-Iran-Kurs der letzten Monate nicht abweichen“, sagte Außenminister Mohamed Dschawad Sarif. Die Trump-Regierung wolle auch nicht begreifen, dass der Iran für die Region keine Gefahr sei, sondern mit dem Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für Frieden und Stabilität in der Region sorgen wolle.

Großdemo auf Malta nach Mord an Journalistin

Nach dem Mord an einer regierungskritischen Journalistin auf Malta haben Tausende Menschen in der Hauptstadt Valletta für Gerechtigkeit demonstriert. Sie forderten eine schnelle Aufklärung des Falls und das Ende von Korruption in Politik und Behörden.

Demonstration in Valetta

Reuters/Darrin Zammit Lupi

An der Demonstration heute nahmen auch Politiker, Gewerkschafter und Präsidentin Marie-Louise Coleiro Preca teil. Premierminister Joseph Muscat war nicht dabei.

Durch Autobombe getötet

Die Bloggerin Daphne Caruana Galizia war vor wenigen Tagen durch eine Autobombe auf der Mittelmeer-Insel getötet worden. Wer hinter der Tat steckt, ist immer noch unklar. Caruana Galizia hatte unter anderem einen Skandal um die Panama Papers aufgedeckt. Dabei beschuldigte sie auch Mitarbeiter von Premierminister Muscat, Übersee-Briefkastenfirmen zu betreiben.

An der Demonstration beteiligte sich auch die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (RoG). „Die Killer wollten sie zum Schweigen bringen, sie wollen uns zum Schweigen bringen. Aber sie werden keine Minute Schweigen haben“, sagte Direktor Christophe Deloire.

Katalonien: Puigdemont wirft Madrid „Putsch“ vor

Der katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont hat die gestern von Madrid eingeleitete Entmachtung seiner Regierung als „Putsch“ bezeichnet. Das Vorgehen der Zentralregierung sei „nicht vereinbar mit demokratischen Werten“ und verletze die Rechtsstaatlichkeit, sagte Puigdemont in einer TV-Ansprache. Er spricht von der „schlimmste Attacke“ gegen Katalonien seit der Franco-Diktatur.

Mehr dazu in „Weiter kämpfen“

WHO widerruft Bestellung Mugabes zum Sonderbotschafter

Nach schwerer Kritik am Vorhaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO), den simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe zu einem WHO-Sonderbotschafter zu bestellen, rückt die Organisation wieder davon ab. „Ich habe allen sorgfältig zugehört, die ihre Bedenken geäußert haben“, so WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in einem Statement.

Der 93-jährige Mugabe war wenige Tage zuvor von der WHO zu einem Sonderbotschafter für Afrika ernannt worden. Mugabe ist in Simbabwe seit 1980 an der Macht und will bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr erneut kandidieren. Seine Gegner werfen ihm die Verletzung von Menschenrechten und die Unterdrückung der Opposition vor.

Aufschrei nach Ankündigung

Der Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), Kenneth Roth, twitterte, dass durch Mugabes Korruption das Gesundheitssystem in Simbabwe Schaden nehme. Mugabe traue nicht dem eigenen System, das er zerstört habe, und reise ins Ausland, um sich behandeln zu lassen.

Kopfschütteln löste die WHO auch in Mugabes Heimatland aus. Dort ist die medizinische Versorgung äußerst schlecht. Nur ein Arzt komme auf rund 100.000 Patienten, sagte ein ehemaliges Regierungsmitglied der dpa. Im größten Krankenhaus des Landes würden die Kranken aufgefordert, mangels fließenden Wassers einen eigenen Kübel mit Wasser mitzubringen.

„Innovative Methoden zur Mobilisierung von Ressourcen“

WHO-Direktor Tedros hatte die Ernennung Mugabes unter anderem damit begründet, dass Simbabwe „innovative Methoden zur Mobilisierung von Ressourcen“ im Land gefunden habe. Davon könnten andere Länder in der Region lernen. Außerdem wolle sich Mugabe dafür einsetzen, dass seine Kollegen dem Kampf gegen chronische Krankheiten Vorrang einräumten. Nach WHO-Angaben sterben jährlich 40 Millionen Menschen an deren Folgen.

Der Äthiopier Tedros ist der erste WHO-Chef aus Afrika. Er war am 1. Juli der Chinesin Margaret Chan im Amt gefolgt. Die WHO spielt eine Schlüsselrolle im weltweiten Kampf gegen Krankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria.

Letzte JFK-Akten: Frischer Stoff für Verschwörungsthesen

Spätestens am 26. Oktober müssen die letzten geheimen Akten zum Attentat auf US-Präsident John F. Kennedy veröffentlicht werden. Große Enthüllungen werden von Experten zwar nicht erwartet, wohl aber neue Verschwörungsthesen. Eine Veröffentlichung verhindern könnte nun nur noch US-Präsident Donald Trump, der bereits selbst mit kruden Theorien zum Fall Kennedy aufgefallen ist. Er kündigte aber schon eine wahrscheinliche Freigabe an.

Mehr dazu in Insgesamt rund 33.150 Papiere

Seisenbacher kämpft gegen Ausreisebescheid an

Der österreichische Ex-Judoka Peter Seisenbacher hat am Donnerstag Rechtsmittel gegen einen Bescheid der ukrainischen Migrationsbehörde (DMS) eingelegt, die ihn zuvor wegen Verstößen gegen das ukrainische Fremdenrecht zum Verlassen des Landes bis zum 12. Oktober aufgefordert hatte. Das folgt aus Informationen, die in der ukrainischen Gerichtsdatenbank veröffentlicht wurden.

Kein Antrag auf Zwangsdeportation

In seinem Antrag, der am 19. Oktober beim Verwaltungsgericht von Kiew eingebracht wurde, fordert Seisenbacher vom Gericht, die Entscheidung der Migrationsbehörde in Kiew-Petschersk als rechtswidrig aufzuheben und den verantwortlichen Beamten zu konkreten Handlungen zu verpflichten. Die Behörde hatte Seisenbacher am 6. Oktober eine Frist von fünf Tagen zum Verlassen des Landes gegeben. Die von Österreich begehrte Auslieferung war zuvor wegen ukrainischer Verjährung der ihm von der Staatsanwaltschaft Wien vorgeworfenen Sexualdelikte mit Minderjährigen abgelehnt worden.

Weitere Details zum Antrag Seisenbachers waren zunächst nicht bekannt. Das Verwaltungsgericht von Kiew hat bisher auch keinen Verhandlungstermin festgesetzt. Laut Gerichtsdatenbank hat die Migrationsbehörde selbst bisher keinen gerichtlichen Antrag auf Zwangsdeportation des Österreichers eingebracht. Auch zur hypothetischen Möglichkeit des Ex-Sportlers, in der Ukraine etwa wegen politisch motivierter Strafverfolgung in Österreich einen Asylantrag zu stellen, lagen keine Angaben vor.

Seisenbacher ohne Pass

Nachdem das ukrainische Justizministerium laut APA-Informationen der österreichischen Botschaft in Kiew zwei österreichische Reisepässe Seisenbachers übergeben hatte und die Botschaft diese auf Grundlage einer Entscheidung der Bezirkshauptmannschaft Tulln annullierte, verfügt der Ex-Sportler derzeit über keine gültigen Reisedokumente. Seisenbacher, für den die Unschuldsvermutung gilt, kann daher derzeit lediglich nach Absprache mit österreichischen Behörden die Ukraine in Richtung Österreich verlassen, wo auf ihn ein Prozess am Landesgericht Wien warten würde.

Inland

Kurz und Kern führen Sondierungsgespräch

Nach den Treffen mit NEOS, Liste Pilz und FPÖ führt der mit der Regierungsbildung beauftragte ÖVP-Chef Sebastian Kurz heute Abend auch ein formelles „Annäherungsgespräch“ mit dem SPÖ-Vorsitzenden und Bundeskanzler Christian Kern. Ob eine neuerliche Koalition zwischen ÖVP und SPÖ nach dem abgekühlten Verhältnis im Wahlkampf überhaupt noch realistisch ist, ließ Kurz vor dem Gespräch offen.

„Ich führe derzeit Gespräche mit allen Parteichefs und freue mich auch auf das Gespräch mit Kern“, sagte Kurz beim Eintreffen im Ausweichquartier des ÖVP-Parlamentsklubs am Heldenplatz. Der ÖVP-Chef sprach auch von einer „guten Gelegenheit“, um mit den Konflikten im Wahlkampf abzuschließen und das eine oder andere auszuräumen. Er wolle den „Blick in die Zukunft“ richten und ausloten, ob in der nächsten Legislaturperiode eine Zusammenarbeit mit der SPÖ möglich ist, und welche Ziele und Strömungen es in der SPÖ gebe.

SPÖ-Chef Kern gab sich vor dem Gespräch mit Kurz eher wortkarg. „Wir werden ein vernünftiges Gespräch führen, danach sehen wir vielleicht klarer“, meinte der Bundeskanzler.

Beamte setzen Gehaltsverhandlungen fort

Die Gehaltsverhandlungen der Beamten werden trotz der Koalitionsverhandlungen von der alten Regierung morgen fortgesetzt. In der zweiten Runde werden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf dem Tisch liegen, zum Auftakt vor knapp vier Wochen waren die abgerechneten Inflationsdaten von Oktober 2016 bis inklusive September 2017 noch nicht vorgelegen.

Mit einer Einigung ist beim kommenden Termin noch nicht zu rechnen. Selbst ob nun schon eine in Zahlen gegossene Forderung der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) oder ein konkretes Angebot der Regierung vorgelegt wird, ist vorerst noch offen.

Duzdar: Gemeinsam mit Finanzministerium beschlossen

Die bis zur Angelobung einer neuen Regierung mit der Weiterführung der Amtsgeschäfte betraute Koalition wird die Verhandlungen jedenfalls fortsetzen. „Unabhängig von den Regierungsverhandlungen sind wir es, glaube ich, allen öffentlich Bediensteten, nicht nur im Bund, sondern auch in den Ländern, schuldig, hier konstruktiv weiterzuverhandeln“, sagte Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ).

Gemeinsam mit dem Finanzministerium habe sie beschlossen, die Verhandlungen „seriös“ bis zur Einsetzung einer neuen Regierung weiterzuführen. Und sie gehe davon aus, „dass dies auch unter einer zukünftigen Regierung so gehandhabt werden würde, sollten die Verhandlungen bis zur Bestellung einer neuen Regierung nicht abgeschlossen sein“, sagte Duzdar.

Der Beschluss über den Gehaltsabschluss fällt im Parlament. Es wird dann also erst der neu konstituierte Nationalrat über das Ergebnis der Verhandlungen abstimmen. Im vergangenen Jahr war der Beschluss einstimmig, es haben alle im Parlament vertretenen Parteien zugestimmt.

Mehr Frauen im Nationalrat

Der Frauenanteil im Nationalrat wird nach dem Aus der Grünen und der Steigerung der FPÖ zwar nur unwesentlich von 31 Prozent auf etwa ein Drittel steigen, jedoch können die drei größeren Parteien allesamt ein Plus verbuchen.

Das ergibt sich aus einem Blick auf die wahrscheinliche Zusammensetzung der fünf Parlamentsklubs. Die beste Quote sollte diesmal die SPÖ mit etwa 44 Prozent erreichen.

Am Ende der abgelaufenen Legislativperiode war bei den Sozialdemokraten bloß ein Drittel der Abgeordneten weiblich. Etliche Politpensionierungen vor allem in Niederösterreich machten nun den Weg frei für eine Steigerung der Quote. Die parteiinterne Vorgabe von 40 Prozent wird jedenfalls übersprungen.

ÖVP-Mandatarinnen fast alle neu

Bei der ÖVP versuchte man es diesmal mit einem Mischsystem aus Reißverschlussprinzip und Vorzugsstimmen-Bevorzugung. Herauskommen wird vermutlich knapp ein Drittel an Mandatarinnen. Immerhin wäre auch das ein Plus gegen über den derzeitigen rund 28 Prozent.

Dabei ist bei der ÖVP auffällig, dass der allergrößte Teil der Frauen im künftigen Klub neu ist. Einzig die drei Niederösterreicherinnen Eva-Maria Himmelbauer, Angela Fichtinger und Martina Diesner-Wais sowie die Oberösterreicherin Angelika Winzig waren schon in der vergangenen Gesetzgebungsperiode Abgeordnete. Dazu dürften etwa 16 neue Mandatarinnen kommen.

Schlusslicht FPÖ

Die größten Quotendefizite haben traditionell die Freiheitlichen - und sie bilden auch 2017 das Schlusslicht. Vermutlich sind im 51 Köpfe umfassenden FPÖ-Klub nur zehn Mandatare weiblich. Immerhin würde die Quote von knapp 16 auf gut 19,5 Prozent steigen. Freilich droht sie rasch wieder zu sinken. Denn die Salzburger Parteiobfrau Marlene Svazek plant bei der Landtagswahl im Frühling schon wieder einen Wechsel in Landtag oder Landesregierung.

Stark zugelegt hat NEOS, das in seiner ersten Periode zwischenzeitlich nur noch eine weibliche Abgeordnete hatte. Nunmehr sind es vier von zehn, was eine 40-Prozent-Quote ergibt. Knapp dahinter folgt die Liste Pilz mit 37,5 Prozent. Drei jüngere Mandatarinnen ergänzen drei über 60-Jährige Ex-Grüne plus Anwalt Alfred Noll (58).

Fix sind diese Zahlen allesamt noch nicht. Denn vor allem bei den größeren Parteien steht noch nicht endgültig fest, wer das ihr oder ihm zugewiesene Mandat tatsächlich annimmt. Zusätzlich haben etliche Kandidaten auf mehreren Ebenen (Wahlkreis, Landes- und Bundesliste) Sitze erreicht und noch Zeit festzulegen, welches Mandat sie annehmen, was wiederum angesichts der Nachrücker Einfluss auf die Zusammensetzung der Klubs hat.

Sport

Eishockey: VSV fügt Caps erste Saisonpleite zu

Meister Vienna Capitals hat heute die erste Saisonniederlage in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) kassiert. Der überlegene Leader musste sich in der 14. Runde beim VSV im Penaltyschießen geschlagen geben. Damit ging eine saisonübergreifend 25 Matches dauernde Siegesserie der Wiener zu Ende.

Linz bleibt mit einem Auswärtserfolg gegen Fehervar weiter erster Verfolger der Caps, der Tabellendritte Innsbruck musste sich hingegen daheim Salzburg geschlagen geben. Und Rekordmeister KAC reichte ein starkes Anfangsdrittel zum Sieg in Graz.

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Segeln: Startschuss für Volvo Ocean Race

Acht Monate oder rund 83.000 Kilometer auf den Ozeanen unterwegs - diesem Abenteuer stellen sich ab Sonntag beim Volvo Ocean Race sieben Jachten. Der Startschuss fällt im spanischen Alicante, rund um den 25. Juni kommenden Jahres wird der Sieger im französischen La Haye erwartet. Mit dabei sind auch zwei Männer, die die Chance auf den erstmaligen Gewinn der „Triple Crown“ im Segeln haben.

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Wirtschaft

Arbeitslosigkeit sinkt weiter

Die Arbeitslosigkeit in Österreich geht weiter zurück. Im September gab es in fast allen Arbeitsmarktbezirken niedrigere Arbeitslosenquoten als vor einem Jahr. Zweistellig war die Quote nur noch in der Bundeshauptstadt Wien mit 12,3 Prozent (minus 0,7 Prozentpunkte zum Vorjahr) und in Wiener Neustadt (NÖ) mit 10,0 Prozent (minus 0,4 Prozentpunkte).

Grafik zur Arbeitslosenquote in Österreich

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/AMS

Besonders niedrig war die Arbeitslosigkeit in den Arbeitsmarktbezirken Rohrbach (OÖ) mit 2,2 Prozent, in Reutte (Tirol) mit 2,7 Prozent sowie in Eferding (OÖ) mit 2,8 Prozent und in Weiz in der Steiermark mit 2,9 Prozent. Der stärkste Rückgang war im burgenländischen Jennersdorf zu verzeichnen, wo die Quote im Vergleich zum Vorjahr um 2,0 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent sank.

Innsbruck mit besten Werten bei Landeshauptstädten

Bei den Landeshauptstädten lag die Arbeitslosigkeit am niedrigsten in Innsbruck (5,0 Prozent), gefolgt von Salzburg (5,3 Prozent), Eisenstadt (5,5 Prozent) und Bregenz (5,7 Prozent). Am höchsten nach Wien war sie in Klagenfurt mit 9,4 Prozent. Im AMS-Bezirk Linz neu betrug die Arbeitslosenquote 7,3 Prozent, in St. Pölten 7,9 Prozent und in Graz 8,3 Prozent.

Die Daten stützen sich auf die vom Arbeitsmarktservice (AMS) ermittelten Arbeitslosenquoten ohne Schulungsteilnehmer. Die hier aufgeführten Arbeitsmarktbezirke stimmen nicht unbedingt mit den politischen Bezirken überein. Die Quote wird vom AMS nach nationaler Berechnung ermittelt.

Chronik

GB: Polizei beendet Geiselnahme in Bowlinghalle

Die britische Polizei hat einen Mann, der zwei Angestellte einer Bowlinghalle mit einer Waffe bedroht haben soll, festgenommen. Das berichtete der Geschäftsführer des Bowling-Centers, Mehdi Amshar, in der englischen Stadt Nuneaton heute Abend dem Sender BBC. Die Polizei habe das Gebäude gestürmt.

Nach Angaben von Rettungskräften wurde der Verdächtige noch am Tatort behandelt und dann ins Krankenhaus gebracht. Weitere Verletzte soll es nicht gegeben haben.

Großer Polizeieinsatz

Die Polizei hielt sich zunächst sehr bedeckt. Sie hatte auch zuvor nur von einem „Vorfall“ berichtet und eindringlich davor gewarnt, sich dem Freizeitkomplex, in dem die Bowlinghalle liegt, zu nähern. Einen Terroranschlag hatte die Polizei schon früh ausgeschlossen.

Zu der Anlage gehören außer dem Bowling-Center auch ein Kino, Restaurants, ein Fitnesszentrum und ein Hotel. Viele Familien hatten mit ihren Kindern in dem Komplex bis zum Ende der Polizeiaktion hinter verschlossenen Türen ausgeharrt. Dutzende von Polizisten waren im Einsatz, Hubschrauber kreisten über dem Freizeitkomplex in der Grafschaft Warwickshire.

Münchner Messerangreifer fühlte sich verfolgt

Einen Tag nach den Messerattacken auf Passanten in München von gestern verdichteten sich die Hinweise auf eine psychische Erkrankung des 33 Jahre alten Verdächtigen. In seiner Vernehmung habe der Mann widersprüchliche Angaben gemacht, sagte der Leiter der Münchner Mordkommission, Josef Wimmer, heute.

Demnach habe sich der Mann von einer Familie verfolgt und bedroht gefühlt - ohne Details nennen zu können. In der Vernehmung habe der Verdächtige außerdem angegeben, die Geräusche eines Polizeihubschraubers hätten ihn von weiteren Angriffen abgehalten, sagte Wimmer.

Der Mann wird nun in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Der zuständige Untersuchungsrichter erließ einen entsprechenden Unterbringungsbefehl, wie die Münchner Polizei mitteilte.

Polizei rekonstruiert Tathergang

Einige Opfer soll der Mann, der schon zuvor straffällig geworden war, unvermittelt angegriffen haben. Andere sprach er zunächst an und attackierte sie dann, so die Ermittler. Eine Frau und einen zwölfjährigen Buben hatte er den Ermittlungen zufolge geschlagen, sechs Männer hatte er mit einem Messer verletzt. Die Opfer stammten größtenteils aus München, zwei Angegriffene waren zu Besuch in der Stadt.

Derzeit versucht die Polizei in München, den Tathergang zu rekonstruieren. Das werde noch einige Zeit dauern, sagte Wimmer, da noch unklar sei, wo sich der Tatverdächtige zwischen den Angriffen mit seinem Fahrrad aufgehalten habe. Laut der Mordkommission konzentrierte sich der Radius aber auf den Münchner Stadtteil Au. Zu den Attacken war es in der Region beim Rosenheimer Platz gekommen.

IT

Verlegerkampagne gegen E-Privacy ohne Medienecho

Das aggressive Lobbying von Medienverlegern, Privat-TV, Telekoms und Internetwerbung gegen E-Privacy, die wichtigste EU-Regulation zum Konsumentenschutz, ist offenbar nach hinten losgegangen. Drei Tage nach der Abstimmung für eine datenschutzgerechte Version im Innenausschuss (LIBE) des Parlaments am Donnerstag finden sich kaum Berichte in etablierten Medien, das Thema E-Privacy wird von den Redaktionen derselben Verlage bis jetzt offensichtlich ignoriert.

„Schande über die Medien“, twitterte denn auch das Zentralorgan der Internetwerbung IAB über seine Mitlobbyisten am Freitag. In Österreich hat neben ORF.at offenbar nur der „Standard“ berichtet, in Sozialen Netzwerken war das Thema „elektronische Privatsphäre“ hingegen stark präsent, im deutschen Twitter-Feed war E-Privacy sogar ein Trend. Von den drei österreichischen EU-Abgeordneten im Innenausschuss haben zwei gegen einen stärkeren Schutz vor Onlinetracking gestimmt.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Kultur

Volkskundemuseum: Suche nach dem „Österreichischen“

Von Andreas Gabalier bis zum Bundespräsidentschaftswahlkampf: Der Begriff „Heimat“ hat in den vergangenen Jahren eine Renaissance erlebt. Wie sich seine Bedeutung je nach politischer Lage immer wieder gewandelt hat, zeigt eine neue Ausstellung des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien. Für das Haus bedeutet die Schau auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte - schließlich war es jahrzehntelang erste Anlaufstelle, wenn es um die Definition des „Österreichischen“ ging.

Mehr dazu in Als die Tracht in die Stadt kam

Panorama

„Titanic“-Brief für über 140.000 Euro versteigert

Ein Brief eines „Titanic“-Opfers an seine Mutter ist nach Angaben eines britischen Auktionshauses für einen Rekordpreis von umgerechnet 141.000 Euro (126.000 Britische Pfund) versteigert worden.

Brief von Alexander Oskar Holverson an seine Mutter aus dem Jahr 1912

APA/AP/Henry Aldridge and Son Actioneers/Henry Aldridge and Son Actioneers

Ein Geschäftsmann hatte das dreiseitige Schreiben einen Tag vor dem Untergang des Passagierschiffes vor 105 Jahren verfasst. Der Briefschreiber starb, als die „Titanic“ am 14. April 1912 gegen einen Eisberg stieß und wenig später sank. Das Schreiben wurde in einem Notizbuch bei dem Toten gefunden. Insgesamt kamen mehr als 1.500 Menschen ums Leben.

„Palastartig ausstaffiert“

Der amerikanische Geschäftsmann Alexander Oskar Holverson, dessen Frau Mary das Unglück überlebte, schwärmte in dem Brief: „Das Schiff hat riesige Ausmaße und ist palastartig ausstaffiert.“

Außerdem habe er an Bord die „gerade reichste Person der Welt“ kennengelernt, John Jacob Astor. „Er sieht aus wie jeder andere Mensch.“ Astor war Hotelier, Autor und Erfinder und kam bei dem Unglück ums Leben.

Holversons Leiche wurde wenige Tage nach dem Unglück von dem Kabellegerschiff „MacKay Bennet“ aus dem Nordatlantik geborgen. Das Schreiben wurde seiner Familie in New York übergeben.

Rostige Schlüssel und Fotografien

Den Brief ersteigerte nun ein Sammler historischer Gegenstände aus Großbritannien. Der Auktionator Andrew Aldridge sprach nach der Versteigerung in der englischen Stadt Devizes von einem Rekorderlös für einen „Titanic“-Brief.

Fotografie von Alexander und Mary Holversson

APA/AP/Henry Aldridge and Son Actioneers/Henry Aldridge and Son Actioneers

Ein Bund rostiger Schlüssel eines Kabinenstewards, der das Unglück im Nordatlantik bei der Jungfernfahrt des Schiffs überlebte, fand für 76.000 Pfund einen neuen Besitzer. Zwei „Titanic“-Fotografien versteigerte das Auktionshaus Henry Aldridge & Son für 24.000 Pfund.