Inland

Gegenseitige Anwürfe um Kurz-„Strategiepapier“

Die SPÖ ortet im laufenden Wahlkampf aufgrund neuer Details zum angeblichen „Strategiepapier“, das zur Vorbereitung von Sebastian Kurz’ Machtübernahme in der ÖVP gedient haben soll, einmal mehr „Dirty Campaigning“ des Noch-Koalitionspartners.

Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler forderte heute daher Aufklärung über das Papier, über das der „Falter“ gestern berichtet hatte. NEOS stellte eine parlamentarische Anfrage.

„Kurz und seine VP inszenierten sich stets als Opfer. Tatsächlich haben sie schon 2016 Konzepte erstellt, die sich heute 1:1 umgesetzt auf anonymen Dirty-Campaigning-Seiten wiederfinden, mit denen die ÖVP aber nichts zu tun haben will“, kritisierte Niedermühlbichler. Es brauche daher volle Transparenz und eine Aufklärung über die Rolle des ehemaligen Kurz-Kabinettsmitarbeiters und jetzigen ÖVP-Generalsekretärs Stefan Steiner.

Amon spricht von „Gerücht“

Der ehemalige ÖVP-Generalsekretär Werner Amon sprach am Rande der Nationalratssitzung gegenüber dem „Standard“ von „Fake News“. Er gehe davon aus, dass ein Teil von Kurz’ Programm von Mitarbeitern der Bundespartei erstellt worden sei, alles andere hält er für ein „Gerücht“. Die Echtheit der Dokumente will Amon nicht bestätigen.

„Falter“-Chefredakteur Florian Klenk meinte gegenüber dem „Standard“ zu Amons Vorwürfen: „Herr Amon wird – so wie kürzlich die ÖVP Niederösterreich – zu beweisen haben, dass wir Dokumente fälschen. Ich freue mich auf den Nachweis.“

NEOS stellt parlamentarische Anfrage

NEOS kündigte unterdessen eine parlamentarische Anfrage an den Außenminister an. Laut „Kurier“ will die Partei etwa wissen, „welche Kosten dem Außenministerium für die Ausarbeitung der Pläne zur Parteiübernahme und die Wahlkampfvorbereitungen angefallen“ seien.

Die Fraktion hatte mit Kurz in der Vergangenheit über eine Wahlplattform gesprochen, Parteichef Matthias Strolz und Irmgard Griss hätten die Idee dann aber selbstständig weiterverfolgt, so Generalsekretär Nikola Donig. In diesen Gesprächen sei es „nie über Ministerposten“ gegangen, es sei über Sachpolitik diskutiert worden. Über die Gespräche seien von NEOS „keine Papiere“ angelegt worden.

Kritik an Kurz setzte es auch von den Grünen. Bundesgeschäftsführer Robert Luschnik erklärte in einer Aussendung: „Wenn die im ‚Falter‘ erhobenen Vorwürfe stimmen, dann hatte der Außenminister offenbar keine Skrupel, Beamte des Außenministeriums für seine parteipolitische Karriere einzusetzen.“ Das wäre ein Missbrauch öffentlicher Ressourcen.

Erstes TV-Duell: Hofer und Lunacek suchen Abgrenzung

Grünen-Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek und Norbert Hofer (FPÖ) haben gestern den Reigen der insgesamt zehn ORF-TV-Konfrontationen vor der Nationalratswahl eröffnet. Von Beginn weg bemühten sich die beiden augenscheinlich, sich vom jeweils anderen abzugrenzen.

Lunacek warf Hofer und der FPÖ vor, weiter auf einen EU-Austritt hinzuarbeiten. Der FPÖ-Listenzweite forderte Lunacek wiederum mehrfach auf, „nett“ zu sein, und sah in der grünen Politik ein Ende der österreichischen Souveränität dräuen. Bisweilen führten die Wortduelle im Fahrwasser ganz abseits der Fragen von Moderator Tarek Leitner. Und erst ganz zum Schluss kam ein Hauch von Versöhnlichkeit auf.

Mehr dazu in Gemeinsamkeiten Mangelware

Ministerrat im Zeichen des Wahlkampfs

Der Ministerrat unmittelbar vor der wohl vorletzten Nationalratssitzung vor der Wahl wurde heute für den Wahlkampf genutzt. Die ÖVP brachte das an sich schon gescheiterte Sicherheitspaket in die Regierungssitzung ein, die SPÖ thematisierte im Vorfeld die Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten. Man warf einander „Ankündigungspolitik“ und einen „Basar“ vor.

Sicherheitspaket einmal mehr Streitpunkt

Die ÖVP will noch einmal den Druck auf die SPÖ erhöhen, doch dem Sicherheitspaket, das unter anderem mehr Video- und Onlineüberwachung vorsieht, zuzustimmen. Weiterhin zu warten sei „unverantwortlich“, gerade nach dem jüngsten Terror in London seien die Maßnahmen „mehr denn je notwendig“, so Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP). Man werde sehen, wer wirklich für Sicherheit stehe, sagte er Richtung SPÖ.

Von SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder kam abermals eine Absage für das Sicherheitspaket. Stattdessen sieht er die Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten als „dringendes Unterfangen“ und er „verstehe nicht ganz, dass man sich da jetzt ziert“, richtete er der ÖVP aus.

Notfalls werde man sich eben andere Mehrheiten suchen. Je fleißiger der Ministerrat und „je konstruktiver die ÖVP“, desto weniger Initiativanträge werde es im Parlament geben, meinte Schieder - als Drohung wollte er das freilich nicht verstanden wissen.

Sobotka ortet „Wahlkampfzuckerln“

Sobotka räumte für die ÖVP ein, dass die Streichung der unterschiedlichen Regeln für Arbeiter und Angestellte im Wahlprogramm steht, es handle sich aber um eine komplexe Materie, die etwa einer Begutachtung bedürfe. Die SPÖ mache das Gleiche wie schon vor der Wahl 2008, „sie eröffnet einen Basar“. Sobotka sprach von „Wahlkampfzuckerln“.

TV-Hinweis

Ausland

Van der Bellen überreichte Trump Brief zu Klimawandel

Als Botschafter in Umweltfragen hat sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen gestern Abend (Ortszeit) in New York betätigt, als er bei der UNO-Vollversammlung zum traditionellen Empfang der Staatsoberhäupter des US-Präsidenten geladen war. Der Ex-Bundessprecher der Grünen übergab Donald Trump einen Brief eines elfjährigen Mädchens namens Paula, das sich besorgt über den Klimawandel zeigt.

Der Republikaner Trump ist skeptisch, dass der Klimawandel durch menschlichen Einfluss erzeugt wird, und hat bereits per Dekret mehrere Klimaschutzbestimmungen seines Amtsvorgängers Barack Obama von den Demokraten rückgängig gemacht, ausgesetzt oder zur Überprüfung ausgeschrieben.

„Kampfansage an EU“

Dass Trump und Van der Bellen in Sachfragen unterschiedliche Positionen haben, offenbarte sich auch nach der Rede des US-Präsidenten vor der UNO-Vollversammlung. Der Bundespräsident zeigte sich „enttäuscht“ über den Vortrag Trumps. „Wenn ich es boshaft formulieren will, war das eine Rede an seine Wähler in der US-Provinz.“ Trump habe etwa der „Renationalisierung“ das Wort geredet. Nachsatz: „Das war eine Kampfansage an die EU.“

Unverständnis äußerte Van der Bellen auch bezüglich der Haltung des US-Präsidenten zum Atomabkommen mit dem Iran, das Trump infrage stellt. Der Iran halte das Abkommen bisher auf „Punkt und Beistrich“ ein, so Van der Bellen. „Trump hat auch nicht gesagt, was der Iran nicht erfüllt.“ Etwas mehr Verständnis zeigte der Bundespräsident indes für die harte Haltung Trumps im Atomkonflikt mit Pjöngjang: „Nordkorea kann ich noch nachvollziehen.“

Kampf um IS-Hochburg al-Rakka „kurz vor dem Ende“

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) steht nach Angaben von Aktivisten kurz vor dem Verlust ihrer einstigen syrischen Hauptstadt al-Rakka. Die kurdisch dominierte Allianz Syrische Demokratische Kräfte (SDF) kontrolliere 90 Prozent der Stadt, die Dschihadisten hielten nur noch das Zentrum, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien heute mit.

Dschihadisten weitgehend zurückgedrängt

Die SDF sprachen von 80 Prozent der Stadt, die ihre Kämpfer unter Kontrolle gebracht hätten. Der Kampf um die einstige IS-Hochburg stehe „kurz vor dem Ende“, hieß es. In den vergangenen 48 Stunden hätten sich die Dschihadisten aus mindestens fünf Stadtvierteln zurückgezogen, so die oppositionsnahe Beobachtungsstelle. Grund seien die intensiven Luftangriffe der US-geführten Anti-IS-Koalition. Das größte Problem seien die zahlreichen Minen, die die Islamisten auf ihrem Rückzug gelegt hätten.

Laut den für Medien nur schwer überprüfbaren Angaben der Beobachtungsstelle, die ihre Angaben aus einem Netz von Informanten in Syrien bezieht, hat die IS-Miliz damit den ganzen Norden der Stadt einschließlich der dort gelegenen Getreidesilos verloren.

Die SDF-Einheiten teilten ihrerseits mit, bei einem „Überraschungsangriff“ im Norden mehrere Gebiete von den Dschihadisten erobert zu haben. Das kurdisch-arabische Bündnis hatte Anfang Juni nach monatelanger Vorbereitung seine Offensive auf al-Rakka begonnen. Von den USA wurden sie dabei mit Luftangriffen und Eliteeinheiten auf dem Boden unterstützt.

Einstige IS-Bastion

Die Dschihadisten hatten al-Rakka im Jänner 2014 unter ihre Kontrolle gebracht und später zu ihrer inoffiziellen Hauptstadt in Syrien gemacht. Seit vergangenem Jahr ist die sunnitische Extremistengruppe jedoch in der Defensive und hat den Großteil der Städte und Gebiete unter ihrer Kontrolle verloren. In Syrien hält sie neben al-Rakka nur noch Teile der östlichen Provinz Deir al-Sor.

Israel riegelt Palästinensergebiete vor Neujahrsfest ab

Israel hat das Westjordanland und den Gazastreifen vor dem jüdischen Neujahrsfest abgeriegelt. Palästinenser dürfen in den kommenden Tagen nur in besonderen Fällen ausreisen, wie eine Sprecherin der Armee heute sagte. Dazu zählten auch humanitäre Fälle. Die Regelung gilt von Dienstagnacht bis Samstag in der Nacht.

Palästinenser können sonst auch mit Arbeitsgenehmigungen nach Israel einreisen. Israel schließt an jüdischen Feiertagen immer wieder die Grenzübergänge und begründet das mit Sicherheitsbedenken.

Juden feiern Neujahr zu Rosch ha-Schana und damit an den ersten beiden Tagen des jüdischen Kalendermonats Tischri - 2017 ist das am 21. und 22. September der Fall.

Weiter Streit um Klagemauer

Gestern hatte Israels Regierung weitere Verhandlungen über umfangreichere Gebetsrechte für nicht orthodoxe Juden an der Klagemauer in Jerusalem abgelehnt, berichtete Kathpress. Die Pläne zur Errichtung einer Zone für nicht traditionelle Gebete würden vorerst nicht weiterverfolgt. Damit wies Israel die Aufforderung des Obersten Gerichts von Ende August zurück, seine Position zu überdenken.

Die reformjüdische Bewegung habe versucht, die geplante Zone für nicht orthodoxe Gebete als eine De-facto-Anerkennung durch den Staat zu nutzen, begründete Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Entscheidung seiner Regierung. Zudem verwies er auf die vorgesehene Renovierung samt Ausbau der bereits eingerichteten Plattform für nicht orthodoxe Gebete.

In dem seit Jahren andauernden Streit geht es um die Frage, welche Rechte für Gebetsformen gelten, die nicht der strengreligiös jüdischen Tradition entsprechen. Nicht orthodoxe Juden fordern unter anderem das Recht, gemeinsame Gebete von Männern und Frauen vorzunehmen sowie dass Frauen aus der Thora lesen und Gebetsschals und -riemen tragen. Das für die Klagemauer zuständige Rabbinat und orthodox-jüdische Vertreter sehen darin eine Verletzung des jüdischen Religionsrechts.

London: Zwei weitere Festnahmen nach U-Bahn-Anschlag

Bei ihrer Fahndung nach den Drahtziehern des Anschlags auf die Londoner U-Bahn hat die britische Polizei am Mittwoch die Festnahme von zwei weiteren Verdächtigen bekanntgegeben. Wie die Polizei mitteilte, befinden sich nunmehr fünf Verdächtige in Gewahrsam.

Die beiden Männer im Alter von 30 und 48 Jahren seien im walisischen Newport gestellt worden; am Vortag war dort bereits ein 25-Jähriger festgenommen worden.

Am Freitag war in einem U-Bahn-Waggon an der Station Parsons Green im Westen Londons ein selbstgebauter Sprengsatz explodiert, 30 Menschen wurden dadurch verletzt. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich.

Es handelte sich um den fünften Anschlag in Großbritannien seit März. Insgesamt wurden bei dieser Serie 35 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt.

Erdogan warnt irakische Kurden vor Referendum

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die irakischen Kurden aufgefordert, auf das für kommende Woche geplante Referendum über eine Unabhängigkeit vom Irak zu verzichten. Schritte, die „neue Krisen und Konflikte“ in der Region heraufbeschwören könnten, müssten vermieden werden, sagte Erdogan gestern vor der UNO-Vollversammlung in New York.

Ankara fürchtet, dass sich die eigene kurdische Minderheit durch das Unabhängigkeitsreferendum ermutigt fühlt, ebenfalls die Abspaltung zu suchen. Auch die USA und die UNO lehnen die Referendumspläne ab.

Referendum für Montag angesetzt

Das Parlament der Kurdenregion hatte am Freitag gegen den Willen der irakischen Zentralregieung für Montag ein Referendum angesetzt. Der Volksentscheid ist nicht bindend und würde nicht automatisch zur Loslösung der Kurdenregion führen, doch deren Unabhängigkeitsbestrebungen neuen Schwung geben.

Wirtschaft

Euro-Zone holt bei Wirtschaftswachstum USA ein

Die Euro-Zone wird einer OECD-Prognose zufolge in diesem Jahr beim Wirtschaftswachstum die USA einholen. In beiden Regionen werde das Bruttoinlandsprodukt um 2,1 Prozent zulegen, sagte die Industriestaatenorganisation heute voraus. Im Juni hatte sie für die Währungsunion ein Plus von lediglich 1,8 Prozent erwartet. Die Vorhersage für die Vereinigten Staaten blieb dagegen unverändert.

Für das kommende Jahr sagen die Experten für die Euro-Zone ein Plus von 1,9 Prozent vorher, 0,1 Punkte mehr als noch vor drei Monaten. Der Aufschwung werde getragen von Konsumausgaben, Investitionen und einem „gesunden Exportwachstum“, so die Organisation.

Frankreich als zweitgrößte Volkswirtschaft des gemeinsamen Währungsgebiets wird der OECD zufolge im laufenden Jahr um 1,7 Prozent wachsen, das sind 0,4 Punkte mehr als zunächst prognostiziert. Auch Italien schneidet mit plus 1,4 Prozent um 0,4 Punkte besser ab. Deutschland kommt auf ein Wachstum von 2,2 Prozent, 0,2 Punkte mehr als bisher angenommen.

Großbritannien hinkt hinterher

Für Großbritannien, das in den „Brexit“-Gesprächen steckt, wird für 2017 unverändert ein Wachstum von 1,6 Prozent angenommen, im nächsten Jahr soll die britische Wirtschaft dann nur noch um ein Prozent wachsen.

Die OECD-Prognose für China wurde für heuer und nächstes Jahr um jeweils 0,2 Prozentpunkte gegenüber der Juni-Prognose angehoben: 2017 soll die chinesische Wirtschaft um 6,8 Prozent zulegen, 2018 um 6,6 Prozent. Die US-Wirtschaft soll - unverändert zur Juni-Prognose - heuer um 2,1 Prozent und nächstes Jahr um 2,4 Prozent wachsen.

Die Weltwirtschaft wird laut OECD-Prognose in diesem Jahr - unverändert - um 3,5 Prozent wachsen. Für nächstes Jahr wird ein Wachstum von 3,7 Prozent erwartet.

Onlinesupermärkte liefern oft mehr als bestellt

Wer frisch aufgeschnittenen Käse oder frisches Fleisch online kauft, bekommt manchmal mehr als bestellt. Das geht aus einem Test der Arbeiterkammer (AK) hervor. Bei Billa und Interspar würden sich die Gewichtsabweichungen im Rahmen halten, bei Merkur seien diese mitunter ziemlich groß. Überdies sei die Preisauszeichnung im Onlineshop zum Teil irreführend, so die AK.

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Thyssenkrupp und Tata stellen Weichen für Stahlfusion

Thyssenkrupp treibt seine Pläne für eine Fusion der Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tata Steel voran. Die Konzerne hätten eine Absichtserklärung für ein Joint Venture ihrer europäischen Stahlaktivitäten unterzeichnet, teilten die Unternehmen gestern mit. Beide Konzerne sollten an dem Gemeinschaftsunternehmen je 50 Prozent halten.

Aus Sicht von Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger ermögliche die Fusion eine „nachhaltige Zukunftsperspektive“. Mit dem Zusammenschluss seien beide Unternehmen „weitaus besser aufgestellt, um den strukturellen Herausforderungen von Europas Stahlindustrie zu begegnen“, so Hiesinger. Tata-Steel-Chef Natarajan Chandrasekan sprach von einem „Meilenstein“ für beide Partner.

Die Verhandlungen sollen bis Anfang 2018 abgeschlossen werden, die gesamte Transaktion soll bis Ende 2018 nach Zustimmung der Fusionskontrollbehörden komplett über die Bühne gebracht werden. Die beiden Firmen verhandeln bereits seit eineinhalb Jahren über einen Zusammenschluss ihrer Stahlgeschäfte. Zusammen würden sie den zweitgrößten europäischen Stahlkonzern nach ArcelorMittal schmieden.

Sport

Radsport: Eine Kletterpartie zu Zeitfahr-Gold

Bei der Straßen-Weltmeisterschaft im norwegischen Bergen steht heute mit dem Zeitfahren der Männer ein Höhepunkt auf dem Programm. Denn das Finish des 31 Kilometer langen Kurses hat es in sich: Auf steilen Serpentinen geht es hinauf auf den Flöyen, einen der sieben Hausberge der Stadt. „Das wird sicher ein Spektakel“, so Riccardo Zoidl, der mit Lukas Pöstlberger Österreichs Fahnen vertritt. Vor dem Schlussanstieg ist sogar ein Radwechsel erlaubt - was nicht allen Athleten gefällt.

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Fußball: Schlüsselspiel für Stöger mit Köln

Für den 1. FC Köln und Trainer Peter Stöger ist es höchste Zeit, in der deutschen Bundesliga erstmals anzuschreiben. Dem Heimspiel in der fünften Runde gegen Eintracht Frankfurt kommt heute Abend daher richtungsweisende Bedeutung zu. Nach der Aufregung der letzten Tage über das Debakel in Dortmund könnte man mit drei Punkten wieder für etwas Ruhe in der Domstadt sorgen.

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Chronik

Hurrikan „Maria“ erreichte Puerto Rico

Hurrikan „Maria“ hat heute die US-Karibik-Insel Puerto Rico erreicht. Satellitenbilder und Daten von Wetterstationen auf der Insel zeigten, dass das Auge des Hurrikans gegen 6.15 Uhr Ortszeit (12.15 Uhr MESZ) nahe der Stadt Yabucoa auf Land getroffen sei, teilte das US-Hurrikanzentrum mit. Der Hafen der Stadt meldete Windgeschwindigkeiten von 96 km/h mit Böen von bis zu 182 km/h.

Der Hurrikan hatte sich zuvor leicht abgeschwächt und war von Kategorie fünf auf die zweithöchste Kategorie vier zurückgestuft worden. Tausende Menschen hatten sich bereits in Sicherheit gebracht. Zuletzt wurde Puerto Rico im Jahr 1928 von einem Hurrikan der Kategorie fünf heimgesucht.

Todesopfer in Guadeloupe

Auf der zu Frankreich gehörenden Insel Guadeloupe, über die „Maria“ in der Nacht hinwegzog, wurde ein Mensch durch einen umgestürzten Baum getötet. Zwei Bewohner galten nach einem Schiffsunglück als vermisst.

Die Windböen rissen die Dächer von einigen Häusern. Etwa 80.000 Haushalte waren ohne Strom und die Küstengebiete im Süden überschwemmt. Zuvor hatte „Maria“ schwere Zerstörungen auf Dominica angerichtet.

Die Region, in der mehrere Millionen Menschen leben, kämpft immer noch mit den Auswirkungen von Hurrikan „Irma“, der kürzlich die Karibik und den US-Bundesstaat Florida heimgesucht hatte. Durch „Irma“ waren mehr als 80 Menschen ums Leben gekommen.

Hotelgäste in Kärnten von Schnee eingeschlossen

Im nördlichen Kärnten ist gestern der Winter eingekehrt. 50 Zentimeter Schnee gab es auf der Turrach, die Malta Hochalmstraße ist gesperrt. Das Hotel Kölnbreinsperre ist nicht erreichbar, die Hotelgäste und das Personal sind derzeit abgeschnitten.

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Vier Bergsteiger aus Schneetreiben gerettet

Vier Touristen brachen gestern trotz schlechten Wetters zu Bergtouren im Steinernen Meer (Salzburg) auf und konnten schließlich wegen der großen Neuschneemengen nicht mehr weiter. Sie wurden unter schwierigen Bedingungen von Bergrettern aus Saalfelden in der Nacht geborgen.

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Autofahrer starb bei Frontalzusammenstoß mit Lkw

Ein 56-jähriger Autolenker aus dem Bezirk Linz-Land ist gestern Abend in Enns (Oberösterreich) bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzt worden. Sein Pkw prallte in einer Kurve aus unbekannter Ursache mit einem entgegenkommenden Lkw zusammen.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Kollision mit „Bim“: Auto gegen Mast geschleudert

Ein Auto ist gestern Abend in der Prager Straße Ecke Autokaderstraße in Wien-Floridsdorf mit einer Straßenbahn kollidiert. In weiterer Folge wurde der Pkw gegen einen Lichtmast geschleudert. Wie die Wiener Berufsrettung berichtete, wurden zwei Insassen leicht und ein 16-Jähriger schwer verletzt.

Mehr dazu in wien.ORF.at

IT

„Zoin“: Neues Feature zu Geldtransfer über Smartphone

Die Payment Service Austria (PSA) hat heute eine neue Methode zum kontaktlosen Geldtransfer per Smartphone vorgestellt. „Zoin“ ermöglicht Kunden, Beträge bis zu 400 Euro pro Tag und bis zu 1.000 Euro pro Woche an Kontakte im Smartphone
zu überweisen oder zu empfangen. Die Anwendung ist bankenübergreifend und soll den Nutzern aller Institute zur Verfügung stehen.

Notwendig dafür sind die einmalige Registrierung zur Nutzung bei der eigenen Bank und die Aktivierung der „Zoin“-App beim Empfänger. Das im Smartphone installierte „Wallet“, eine digitale Brieftasche, ein selbst gewählter vierstelliger PIN-Code, der bei jeder Überweisung notwendig ist, und eine allgemeine Smartphone-Sperre sollen vor fremden Zugriffen schützen.

Dadurch biete „Zoin“ dieselbe Sicherheit wie das Bezahlen mit Bankomatkarte, sagte Harald Flatscher, Geschäftsführer der PSA.

Banken legen Konditionen fest

Die PSA ist die Abrechnungsstelle der österreichischen Banken, die auch die gemeinsamen Bankomaten betreibt. Das Angebot richtet sich an alle Banken in Österreich, mit Ausnahme der Erste Bank hätten bereits alle Institute mit der Nutzung gestartet, sagte Flatscher. Die genaue Umsetzung von „Zoin“ liegt trotzdem in den Händen der Banken, die Kosten der Anwendung und die Geschäftsbedingungen legen diese selbst fest.

Ein flächendeckendes kontaktloses Zahlungsmodell gibt es bisher nur in Schweden. Im mitteleuropäischen Raum sei man damit Vorreiter, so Flatscher.

Science

Kultur

Liam Gallagher wünscht sich Oasis zurück

Für Liam Gallagher könnte seine Ex-Band Oasis so schnell wie möglich ein Comeback feiern. „Ich hätte Oasis lieber als eine Solokarriere“, sagte der frühere Frontmann heute der Deutschen Presse-Agentur. Anfang Oktober bringt er sein Debütalbum heraus. Allerdings sieht der Sänger, der am Donnerstag seinen 45. Geburtstag feiert, ein großes Hindernis für eine Reunion: seinen Bruder.

„Der Ball liegt zu 100 Millionen Prozent in Noels Spielfeld.“ 2009 hatte sich die britische Band im Streit getrennt. Nach eigenen Angaben hat sie mehr als 70 Millionen Alben verkauft. Zu den bekanntesten Songs gehören „Wonderwall“ und „Don’t Look Back In Anger“.

Serienhighlights: Monster, Klingonen und ein Hackerangriff

Der Seriensommer ist heuer im Zeichen der vorletzten Staffel des Fantasyepos „Game of Thrones“ gestanden - der Herbst dagegen hat gleich mehrere potenzielle Highlights zu bieten.

Die jungen Helden aus „Stranger Things“ gehen zum zweiten Mal auf Monsterjagd, „Trekkies“ dürfen sich über das „Raumschiff Enterprise“-Spin-off „Star Trek: Discovery“ freuen, und die deutsche Krimiserie „Babylon Berlin“ entführt das Fernsehpublikum in eine raue Welt aus Sex und Gewalt.

Der ORF geht ebenfalls mit einem Serienhighlight in den Herbst: Matthias Schweighöfer muss sich in der Free-TV-Premiere von „You Are Wanted“ skrupellosen Hackern stellen.

Mehr dazu in Dem Winter folgt der Serienherbst

Religion

Gesundheit

Immer weniger niedergelassene Kinderärzte

Die Kinderärzte in der Steiermark warnen vor einem akuten Mangel bei den niedergelassenen Kinderspezialisten: Es seien bereits jetzt zehn Prozent der Kassenstellen unbesetzt - Tendenz steigend.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Finanzspritze für Medizinstudenten

Im Burgenland reagiert die Politik auf den Ärztemangel und will finanzielle Anreize schaffen, damit sich Jungmediziner hier als Hausärzte niederlassen. Denn sieben von zehn Hausärzten gehen in den nächsten zehn Jahren in Pension.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

WHO sieht gefährlichen Mangel an wirksamen Antibiotika

Die internationale Gemeinschaft tut nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) viel zu wenig, um neue wirksame Antibiotika zu entwickeln. Aktuell gebe es nur ganz wenige Behandlungsoptionen bei Infektionen mit antibiotikaresistenten Keimen, teilte die WHO heute mit.

250.000 Todesfälle jährlich durch Tuberkulose

Resistenzen gefährdeten ernsthaft den medizinischen Fortschritt, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. „Es gibt einen dringenden Bedarf für mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung, ansonsten kommen wir wieder in eine Zeit, in der Menschen gewöhnliche Infektionen und kleine operative Eingriffe fürchten“, sagte er. Allein an der behandlungsresistenten Tuberkulose sterben den Angaben zufolge pro Jahr 250.000 Menschen.

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Leute

Spitzenkoch Bras hat von Michelin-Sternen genug

Der französische Spitzenkoch Sebastien Bras will seine drei Michelin-Sterne zurückgeben. Die höchste Auszeichnung des renommierten Restaurantführers bedeute zu viel „Druck“, erklärte der 46-Jährige heute. Er habe Michelin deswegen gebeten, in der nächsten Ausgabe nicht mehr aufgeführt zu werden.

„Man wird zwei bis drei Mal pro Jahr kontrolliert“, sagte der Chefkoch des in Laguiole in der Auvergne gelegenen Gourmetrestaurants „Le Suquet“. „Man weiß nie wann. Jeder Teller kann kontrolliert werden. Das heißt, dass jeden Tag einer der 500 Teller bewertet werden kann, der die Küche verlässt.“

Suche nach „neuem Sinn“

Er wolle seinem Leben und seiner Arbeit nun einen „neuen Sinn“ geben, sagte Bras. Er wolle weiter Spitzenküche bieten, dabei aber „freier“ sein. „Vielleicht werde ich an Bekanntheit verlieren, aber ich akzeptiere das.“

Der Koch, dessen Vater Michel Bras 1999 den dritten Stern für „Le Suquet“ erobert hatte, erinnerte auch an den Suizid des Drei-Sterne-Kochs Bernard Loiseau im Jahr 2003. Das Drama war damals auf den enorm hohen Druck bei Bewertungen von Spitzenrestaurants zurückgeführt worden.