Ausland

F: Fillon zieht sich nach Wahlniederlage zurück

Der gescheiterte Präsidentschaftskandidat Francois Fillon führt die bürgerliche Rechte Frankreichs nicht in die Parlamentswahl im Juni. Das kündigte der 63-Jährige heute vor dem Leitungsgremium der Republikaner in Paris an.

Fillon galt noch Ende vergangenen Jahres als Favorit für die Nachfolge von Präsident Francois Hollande. Die Affäre um die angebliche Scheinbeschäftigung seiner Frau im Parlament ließ seine Beliebtheitswerte aber schrumpfen.

In der ersten Wahlrunde hatte er gestern mit knapp 20 Prozent Platz drei erreicht, hinter dem sozialliberalen Emmanuel Macron und der Rechtsextremen Marine Le Pen.

Syrien: US-unterstützte Rebellen in IS-Hochburg Tabka

Die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) sind in die von der bisher von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gehaltene nordsyrische Stadt Tabka einmarschiert.

Nach der Belagerung von allen Seiten seien die arabisch-kurdischen Kampfeinheiten heute erstmals in die Stadt eingerückt, erklärte die in Großbritannien sitzende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die SDF erklärten in einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme, ihre Kämpfer hätten IS-Stellungen im Süden und Westen von Takba eingenommen.

Tabka liegt 55 Kilometer von al-Rakka und damit der De-facto-Hauptstadt des IS entfernt. Die Einnahme von Tabka und des Tabka-Staudamms gelten als wichtige Etappen bei einer Rückeroberung von Rakka. Die SDF-Kämpfer hatten ihre Großoffensive zur Rückeroberung der Stadt im November gestartet und nahmen bereits den Großteil der umliegenden Gebiete ein.

Ägypten: 20 Todesurteile wegen Tötung von Polizisten

Wegen der Tötung von 13 Polizisten nach dem Sturz des ägyptischen Staatschefs Mohammed Mursi im Sommer 2013 sind 20 Angeklagte zum Tode verurteilt worden. Das teilte ein Vertreter der Justiz heute in Kairo mit.

Einen Monat nach Mursis Sturz durch die Armee hatten am 14. August 2013 Sicherheitskräfte zwei Demonstrationen von Anhängern des abgesetzten islamistischen Präsidenten gewaltsam aufgelöst und dabei mehr als 700 Menschen getötet. Einige Stunden später griff eine aufgebrachte Menge eine Polizeiwache im Kairoer Vorort Kerdassa an. Dabei wurden 13 Polizisten getötet.

129 Urteile noch offen

Ein Jahr später verurteilte ein Gericht in Kairo wegen des Vorfalls 183 Islamisten zum Tode. Eine höhere Instanz verfügte jedoch, dass die Fälle von 149 der zum Tode Verurteilten neu verhandelt werden müssten. Von diesen 149 Beschuldigten wurden nun 20 erneut zum Tode verurteilt. Die Entscheidung über die 129 übrigen Fälle soll am 2. Juli fallen, wie der Justizvertreter sagte.

Die nun gefällten Todesurteile sollten dem Mufti von Ägypten übermittelt werden, der für die offizielle Auslegung islamischen Rechts zuständig ist. Seine Stellungnahme muss eingeholt werden, sie ist allerdings nicht bindend. Nach Mursis Sturz hatten ägyptische Gerichte Hunderte Mursi-Anhänger zum Tode verurteilt. Viele Betroffene legten Berufung ein und gewannen die Prozesse in nächster Instanz.

UNO: Mehr Folter in Afghanistans Gefängnissen

In afghanischen Gefängnissen werden Häftlinge verprügelt, mit Elektroschocks gefoltert und mit Todesdrohungen eingeschüchtert: Zu diesem Befund kommt eine heute veröffentlichte Untersuchung der Afghanistan-Mission der UNO (UNAMA). Auch minderjährige Gefangene würden misshandelt. Die Folter werde oft eingesetzt, um die Häftlinge zu Geständnissen zu bewegen.

Die UNAMA stützt ihren Bericht auf Gespräche mit 469 Gefängnisinsassen in dem Land. Von diesen hätten 39 Prozent „glaubwürdige und verlässliche Berichte über ihre Erfahrung mit Folter oder anderen Formen unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung“ abgegeben. Unter den Befragten seien auch 85 Kinder gewesen.

Schläge, Schlafentzug, Elektroschocks

Im Einzelnen dokumentierten die UNAMA-Experten Schläge auf Körper und Fußsohlen, Elektroschocks an Genitalien, Schlafentzug, Zwang zu schmerzhaften Körperhaltungen und die Drohung mit Hinrichtung.

Konkret nannte der Bericht die afghanische Nationalpolizei als Verantwortliche: Seit Beginn der Beobachtung im Jahr 2010 sei hier die Zahl der Folterfälle ständig gestiegen. Häftlinge würden durch Misshandlung zur Unterzeichnung schriftlicher Geständnisse gezwungen, die viele Betroffene nicht einmal lesen könnten.

Weiter Abschiebungen afghanischer Flüchtlinge

Der Bericht der UNAMA erreicht die Medien kurz nach der Nachricht, dass Deutschland weniger afghanischen Staatsbürgern Asyl gewährt. Auch aus Österreich wurden im vergangenen Jahr 1.094 afghanische Staatsbürger abgeschoben.

Mit 11.742 Asylanträgen bildeten die Afghanen 2016 die größte Gruppe unter den Asylwerbern. Nur 30 Prozent der Antragsteller erhalten derzeit (Stand März 2017) einen positiven Bescheid, einem größeren Teil wird subsidiärer Schutz gewährt.

Mindestens 16 tote Flüchtlinge vor Lesbos

Mindestens 16 Bootsflüchtlinge sind vor der griechischen Insel Lesbos ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder. Die griechische Küstenwache und die europäische Grenzschutzagentur Frontex bargen neun, die türkischen Rettungsmannschaften weitere sieben Leichen aus dem Meer. Zwei Frauen hätten das Unglück überlebt, hieß es aus Kreisen der griechischen Küstenwache.

Wenig Hoffnung auf Überlebende

Die Suchaktion dauerte am Nachmittag in der Meerenge zwischen der Türkei und Lesbos an. Die Hoffnung, Überlebende zu finden, schwinde jedoch, sagte ein Offizier der Küstenwache der dpa. Im Boot sollen bis zu 25 Menschen gewesen sein.

Die Leichen seien wenige Seemeilen vor dem kleinen Hafen von Molyvos im Norden der Insel Lesbos entdeckt worden. Das Flüchtlingsboot, das aus der Türkei gekommen war, kenterte offenbar, wie das griechische Radio berichtete.

Muslimischer Antisemitismus: Deutsche Juden besorgt

Juden in Deutschland sehen Antisemitismus unter Muslimen als immer größeres Problem. Das geht aus dem heute veröffentlichten Antisemitismus-Bericht einer Expertenkommission hervor.

Internet und Soziale Netzwerke seien zu zentralen Verbreitungsinstrumenten von Hassbotschaften und judenfeindlicher Hetze geworden, so der Bericht. Juden in Deutschland sorgten sich aufgrund alltäglicher antisemitischer Erfahrungen zunehmend um ihre Sicherheit.

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Seehofer bestätigt: „Ich will weitermachen“

Nun ist es offiziell: Der bayrische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Horst Seehofer will seine Laufbahn als CSU-Chef und bayrischer Ministerpräsident fortsetzen.

Seehofer sagte heute im CSU-Vorstand in München, er wolle weitermachen, wie aus Vorstandskreisen verlautete. Er habe nach wie vor große Freude an beiden Ämtern. Seine ursprüngliche Ankündigung, 2018 auf eine neuerliche Landtagsspitzenkandidatur zu verzichten, korrigierte der 67-Jährige damit.

Die Vorstandsmitglieder reagierten mit kurzem Applaus auf die Ankündigung. Zuvor hatte sich die CSU-Spitze auf Bayerns Innenminister Joachim Herrmann als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl festgelegt.

Seit 2008 CSU-Chef und Ministerpräsident

Seehofer ist seit Oktober 2008 CSU-Vorsitzender und bayrischer Ministerpräsident. Der nächste Parteitag, an dem die gesamte Parteiführung neu gewählt wird, ist für Herbst geplant. Vor der Landtagswahl 2013 und auch später hatte er noch gesagt, 2018 definitiv aufhören zu wollen. Davon war er dann aber immer weiter abgerückt.

CSU-intern war die neuerliche Kandidatur Seehofers seit Längerem erwartet worden. Auch Seehofer selbst hatte zwar gesagt, dass noch nichts entschieden sei, gleichzeitig aber das Ergebnis eines umfassenden Gesundheitschecks als Entscheidungskriterium genannt. Zuletzt sprachen sich zahlreiche CSU-Spitzenpolitiker für ein Weitermachen Seehofers aus.

Inland

Gesundheitsfahrplan bis 2021 fixiert

Sozialversicherungen und Länder haben sich mit dem Gesundheitsministerium auf das Arbeitsprogramm bis 2021 geeinigt. In einem Zielsteuerungsvertrag seien Verbesserungen für das Gesundheitssystem festgeschrieben worden, teilte das Ressort heute via Aussendung mit. Neben der raschen Umsetzung der Primärversorgungsmodelle sei auch die Weiterentwicklung der fachärztlichen Versorgung Thema.

Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) bedankte sich bei allen Beteiligten, man habe wesentliche Kernbereiche in der Gesundheitspolitik definiert und wolle mit der Umsetzung „so rasch wie möglich beginnen“. Besonders wichtig sei, dass die Verbesserung der Kinder- und Jugendgesundheit als Umsetzungspunkt aufgenommen worden sei, konkret der Ausbau des Angebots an psychischer Versorgung.

Immer wichtiger für den Gesundheitsbereich sei auch die Digitalisierung, neben ELGA etwa auch die Umsetzung des E-Impfpasses. „Dass wir heute den Bundeszielsteuerungsvertrag für die Zeit von 2017 bis 2021 beschlossen haben, zeigt, dass die Gesundheitsreform funktioniert“, betonte Ingrid Reischl, Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse und Vorsitzende der Trägerkonferenz des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger.

Mitterlehner kündigt Initiative für Wohneigentum an

Die ÖVP will dem Koalitionspartner SPÖ nicht die heiß umworbene Mittelschicht überlassen und diese in den nächsten Wochen mit einer Initiative für mehr Wohneigentum locken. Von Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) erwarte man zudem wieder mehr Sacharbeit, sagte ÖVP-Chef Vizekanzler Reinhold Mitterlehner heute bei einer Pressekonferenz nach den Parteigremien.

Die Wahl in Frankreich bestätigte die These, dass „der Peak des Populismus erreicht worden ist“ und in Europa eine „Abwärtstendenz“ feststellbar sei, so Mitterlehner. Auch für Österreich erkennt er denn auch den Hinweis, dass Sacharbeit einen gewissen Stellenwert haben müsse. In der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik gehe die Bundesregierung den richtigen Weg, es brauche aber weitere Maßnahmen wie die geplante Erhöhung der Forschungsprämie auf 14 Prozent.

Man erwarte nun von Kern, „dass er sich nicht nur als Bundeskanzler inszeniert oder gar als Pizzaverkäufer“, konnte sich Mitterlehner den ein oder anderen Seitenhieb nicht verkneifen. Kern hat erst vor wenigen Tagen einen Abend lang für eine Wiener Pizzeria Pizza ausgeliefert. Das entsprechende Video hat die SPÖ am Mittwochabend anlässlich einer in den kommenden Tagen startenden Onlinekampagne auf dem Facebook-Account Kerns veröffentlicht.

Sport

Bundesliga: Kritik von Krankl und Co. an Rapid

Das Hoch bei Rapid unter dem neuen Trainer Goran Djuricin war nur von kurzer Dauer. Mit dem 0:2 gestern daheim gegen den Erzrivalen Austria wurde nicht nur die sportliche Misere erneut verschärft, auch die Kritik von außen nimmt zu.

Jahrhundert-Rapidler Hans Krankl zeigte sich von der Führungsetage ebenso enttäuscht wie der ehemalige Meistermacher Ernst Dokupil. Besonders deutlich wurde der im Herbst entlassene Ex-Sportdirektor Andreas Müller.

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Wien-Marathon: Bilanz trotz Windes ungetrübt

Im Vorfeld des 34. Vienna City Marathons (VCM) hatten ein Wintereinbruch und schlechte Wetterprognosen für große Beunruhigung bei den Organisatoren und Teilnehmern gesorgt. Der angekündigte Wind war gestern zwar von den Läufern zu spüren, der befürchtete Sturm blieb aber aus.

„Wir hatten ein Riesenglück, es hätte schlimmer sein können“, zog Veranstalter Wolfgang Konrad erleichtert Bilanz. Freuen durfte er sich auch über spannende Entscheidungen und einen neuen Rekord an Finishern.

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Wirtschaft

Abgasskandal: Ermittlungen gegen PSA Peugeot Citroën

Im Dieselabgasskandal hat die französische Justiz jetzt auch ihre Ermittlungen gegen den Autobauer PSA Peugeot Citroën ausgeweitet. Die Pariser Staatsanwaltschaft übertrug die Ermittlungen zum Vorwurf der Verbrauchertäuschung an Untersuchungsrichter, wie heute aus Justizkreisen verlautete.

Es besteht der Verdacht, dass Betrugssoftware eingesetzt wurde, um die Abgaswerte bei Zulassungstests zu manipulieren. Französische Untersuchungsrichter ermitteln deswegen bereits gegen Volkswagen, Renault und Fiat-Chrysler.

Ein PSA-Sprecher wies die Vorwürfe entschieden zurück. PSA habe demnach seine Fahrzeuge nie mit einer Software oder anderen Vorrichtungen ausgestattet, die Abgastests erkennen und den Ausstoß von Abgasen entsprechend anpassen würden.

Im Zuge des Dieselskandals bei Volkswagen hatte eine Expertenkommission in Frankreich Abgastests an zahlreichen Autos vorgenommen. Bei vielen Fahrzeugen wurde eine deutliche Überschreitung der zulässigen Grenzwerte festgestellt.

Frankreich-Wahl: Europas Börsen deutlich im Plus

Europas Börsen haben heute mit starken Kursgewinnen auf den Ausgang der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich reagiert. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 3,99 Prozent auf 3.577,38 Punkte. Der französische Leitindex CAC-40 gewann 4,14 Prozent auf 5.268,85 Punkte.

In Frankfurt stieg der deutsche Leitindex (DAX) um 3,37 Prozent auf 12.454,98 Punkte. Knapp vor Handelsschluss hatte der Index bei 12.456,18 Punkten ein neues Rekordhoch markiert.

An den Börsen wurde mit Erleichterung aufgenommen, dass nach der ersten Wahlrunde Emmanuel Macron und Marine Le Pen in die Stichwahl um das Präsidentenamt kommen. Analysten erwarten nun einen Wahlsieg des europafreundlichen Macron, die jüngsten Ängste von Anlegern vor einem Sieg der Rechtsextremen Le Pen und den möglichen Auswirkungen auf Europa wurden damit vorerst zerstreut.

Zündschlossstreit: GM-Niederlage vor US-Höchstgericht

Im Streit über defekte Zündschlösser und mögliche Schadenersatzklagen hat der oberste US-Gerichtshof heute den Einspruch des Autokonzerns General Motors (GM) gegen ein Urteil abgewiesen.

Ein Berufungsgericht hatte zuvor entschieden, dass die Insolvenz von GM nach der Finanzkrise 2009 den Konzern nicht vor Ansprüchen aus der Zeit davor schützt. Die Richter am US Supreme Court machten damit in Washington den Weg frei für möglicherweise milliardenschwere Schadenersatzforderungen.

GM hatte zugegeben, seit 2005 von einem Defekt bei verbauten Zündschlössern gewusst und das von 2012 bis 2014 vor Behörden verheimlicht zu haben. Der Fehler wird mit Dutzenden Todesfällen in Verbindung gebracht. Das Unternehmen hat im Zusammenhang mit dem Problem bereits rund zwei Milliarden Dollar an Strafen sowie für Vergleiche gezahlt.

Kaffeeröster Illy setzt auf Wein

Illy will verstärkt im Bereich Weinproduktion investieren. Der Triester Kaffeeröster, der seit 2008 den Weinproduzenten Mastrojanni in der toskanischen Ortschaft Montalcino besitzt, plant den Kauf zusätzlicher Weinberge.

Verhandlungen seien im Gange, berichtete heute Riccardo Illy, Verwaltungsratspräsident des Triester Unternehmens: „Wir planen beträchtliche Investitionen zur Expansion von Mastrojanni.“ Mastrojanni zählt zu den weltweit bekanntesten Produzenten von Brunello-Weinen. Auf 33 Hektar Weinbergen im Besitz des Unternehmens wurden 2016 113.000 Flaschen „Brunello“ hergestellt. 64 Prozent der Produktion gehen ins Ausland.

Fokus auf Genussmittel

In zehn Jahren will das 1933 gegründete Illy-Unternehmen seinen Umsatz auf circa 800 Mio. Euro verdoppeln. Dazu will Illy auch das Geschäft mit Kaffeekapseln ausbauen. In den letzten Jahren hat der Konzern auf Diversifizierung gesetzt und auch in die Produktion von Genussmitteln wie Schokolade, Marmelade und Tee investiert.

„Nord Stream 2“: Bis zu 950 Millionen von OMV

Die umstrittene Ostsee-Gaspipeline „Nord Stream 2“ kommt ein Stück weiter voran. Fünf europäische Energieversorger, darunter die OMV, beteiligen sich an der Finanzierung. Entsprechende Finanzierungsverträge habe die der russischen Gasprom gehörende Projektgesellschaft Nord Stream 2 AG mit der OMV, Engie, Shell sowie Uniper und Wintershall unterzeichnet, teilte die OMV heute mit.

Die fünf europäischen Energiefirmen hätten sich zu einer langfristigen Finanzierung von 50 Prozent der gesamten Projektkosten - derzeit werden 9,5 Milliarden Euro erwartet - verpflichtet. Jedes einzelne Unternehmen werde bis zu 950 Millionen Euro bereitstellen. Der russische Gaskonzern Gasprom „ist und bleibt alleiniger Aktionär der Projektgesellschaft Nord Stream 2 AG“, heißt es in der Mitteilung.

Die 1.220 Kilometer lange „Nord Stream 2“-Gaspipeline, mit einer Gesamtkapazität von 55 Mrd. Kubikmeter pro Jahr, solle eine direkte Verbindung von der russischen Küste durch die Ostsee nach Greifswald (Deutschland) bieten. Die Bauarbeiten werden laut OMV „im Jahr 2018 beginnen und bis Ende 2019 abgeschlossen sein“.

Chronik

Duisburg: Loveparade 2010 nun doch Fall für Gericht

Sieben Jahre nach der Duisburger Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten soll die Schuldfrage nun doch noch in einem Strafprozess verhandelt werden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht (OLG) entschied in einem heute veröffentlichten Beschluss, die Anklage gegen alle zehn Angeklagten zuzulassen.

Bei dem Technofestival in Duisburg am 24. Juli 2010 war es an einer Engstelle zu einem tödlichen Gedränge gekommen. 21 Menschen starben, mindestens 652 wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Die Anklage richtet sich gegen sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier Mitarbeiter des Veranstalters. Sie sollen sich unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

Mammutprozess, bevor der Fall verjährt

Das Landgericht Duisburg hatte im April 2016 die Anklage gegen die insgesamt zehn Beschuldigten abgewiesen. Der zuständige Senat beim OLG ist anderer Meinung. Er hält eine Verurteilung der Angeklagten für „hinreichend wahrscheinlich“.

Erwartet wird ein Mammutprozess, für den das Gericht auf dem Gelände der Messe Düsseldorf einen Saal gemietet hat. Den Termin für den Beginn der Hauptverhandlung muss laut OLG-Sprecher Andreas Vitek das Duisburger Landgericht festlegen - und zwar bald. Denn sollte bis zum 27. Juli 2020 kein erstinstanzliches Urteil vorliegen, verjähren die vorgeworfenen Taten.

Erleichterung bei Angehörigen der Opfer

Erleichtert reagierten die Anwälte der Loveparade-Opfer auf die Entscheidung. „Das kommt unerwartet, aber es ist sehr erfreulich“, sagte Anwalt Thomas Feltes, der den Vater eines verstorbenen Mädchens vertritt. Den Opfern und Hinterbliebenen gehe es weniger um eine Strafe für einzelne Personen. Sie wollten, dass die Gerichte das Geschehen aufarbeiteten und die Schuldfrage klärten.

Paraguay: Bis zu 50 Schwerbewaffnete überfallen Gelddepot

Bis zu 50 schwerbewaffnete Verbrecher haben bei einem Überfall in Paraguay aus einem Tresor vermutlich mehrere Millionen Dollar erbeutet. Sie griffen heute Früh (Ortszeit) das Depot eines Geldtransportunternehmens in Ciudad del Este an.

Ein Polizist wurde von den Angreifern getötet. Ein Sprecher der überfallenen Firma Prosegur bestritt Presseberichte, laut denen die Beute 40 Mio. Dollar (rund 37 Mio. Euro) betrug.

Die Täter legten mehrere Sprengstoffsätze, um bis zum Tresor durchzukommen. Das Lokal wurde dabei praktisch zerstört. Sie griffen mit Sturmgewehren gleichzeitig das Polizeipräsidium und das regionale Regierungsgebäude an und setzten über ein Dutzend Fahrzeuge in Brand, um die Sicherheitskräfte von dem Überfall abzulenken.

Die Polizei fand wenige Kilometer vom Tatort entfernt fünf verlassene Autos mit brasilianischer Zulassung, die von der Bande bei dem Überfall verwendet worden seien. Erste Ermittlungen wiesen auf eine brasilianische Verbrecherbande hin, sagte Polizeisprecher Augusto Lima. Ciudad del Este befindet sich an der ostparaguayischen Grenze zu Brasilien.

Science

Kultur

Schriftstellerin Eva Menasse erhält Hölderlin-Preis

Die in Wien geborene Schriftstellerin Eva Menasse erhält den mit 20.000 Euro dotierten Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg. Die Jury lobte in einer heute veröffentlichen Aussendung neben Menasses Vielfältigkeit auch ihre „unverwechselbare Prosa, die wortgewaltige und zarte Töne, Komisches und Melancholisches, einen forschenden Blick und Empathie mit ihren Figuren verbindet“.

Die Stadt Homburg im deutschen Saarland vergibt den Hölderlin-Preis seit 1983. Den mit 7.500 Euro dotierten Förderpreis erhält Nele Pollatschek. Der Oberbürgermeister von Bad Homburg, Alexander Hetjes, wird die Auszeichnungen am 11. Juni in der Schlosskirche Bad Homburg überreichen.

„KulturMontag“: „Die letzten Männer von Aleppo“

Kein Tag ohne Schreckensmeldungen über Angriffe und Attentate in Aleppo: Für die erschütternde Dokumentation „Die letzten Männer von Aleppo“ begleitete Regisseur Feras Fayyad freiwillige Helfer bei ihren lebensgefährlichen Einsätzen. Euphorie und Hoffnungslosigkeit sind die Themen des ebenfalls preisgekrönten Films „The War Show“ des dänischen Filmemachers Andreas Dalsgaard. Der „KulturMontag“ traf beide Regisseure in Kopenhagen.

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Rapper Sido spielt Hauptrolle in TV-Film über Roma

Der Berliner Rapper Sido, der für seine politisch nicht unbedingt korrekten Texte bekannt ist, spielt die Hauptrolle in der TV-Tragikomödie „Eine Braut kommt selten allein“. Nach Angaben des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) ist es der erste deutsche Fernsehfilm, der die Lebenswirklichkeit von Roma in den Mittelpunkt stellt.

Für Sido sei die Produktion wegen seiner Sinti-Wurzeln eine Herzensangelegenheit, teilte der Sender heute mit. Der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Paul Würdig heißt, hatte in seiner Kindheit immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen. In dem Film spielt er den vom Leben enttäuschten Johnny, der die junge Romni Sophia (Michelle Barthel) in seiner Wohnung aufnimmt und sich in sie verliebt - ohne zu ahnen, dass Sophia ihre eigenen Pläne verfolgt.

Bewusstes Spiel mit Klischees

„Eine Braut kommt selten allein“ spielt nach Senderangaben mit Klischees und Vorurteilen und gewährt einen Blick in das Leben und die Kultur der Roma. Regie führt Buket Alakus („Einmal Hans mit scharfer Soße“), das Drehbuch schrieb Laila Stieler. Der Film soll in der Vorweihnachtszeit im deutschen Fernsehen ausgestrahlt werden.

IT

Auch Amazon bereitet sich auf autonomes Fahren vor

Amazon will sich laut einem Zeitungsbericht die Verkehrsrevolution durch Roboterfahrzeuge zunutze machen. Der weltgrößte Onlinehändler habe bereits vor über einem Jahr ein Planungsteam für autonomes Fahren gebildet, berichtete heute das „Wall Street Journal“.

Derzeit gehe es nicht darum, eine Fahrzeugflotte zu bauen, berichtete das Blatt unter Berufung auf informierte Personen. Stattdessen werde überlegt, welche Rolle selbstfahrende Fahrzeuge bei der Zustellung von Waren spielen könnten.

Warentransport im Roboterauto

Das Projekt stehe noch am Anfang, hieß es. Es würde aber zu Amazons Anstrengungen passen, immer mehr Waren in Eigenregie auszuliefern. Der Konzern beschäftigt auch in einigen deutschen Städten eigene Kuriere und arbeitet für die Zukunft an der Zustellung mit autonom fliegenden Drohnen. Erste Hinweise auf das Interesse von Amazon an Roboterwagen gab es im Jänner mit dem Patent für ein Verfahren zur Abstimmung autonomer Fahrzeuge im Verkehr.

Derzeit entwickeln sowohl Autohersteller als auch IT-Firmen im Silicon Valley selbstfahrende Autos und Lastwagen, die in wenigen Jahren regulär auf die Straße kommen sollen.

Leute

Amber Heard und Elon Musk sind ein Paar

Drei Monate nach ihrer Scheidung von Johnny Depp hat sich die US-Schauspielerin Amber Heard öffentlich zu einem neuen Partner bekannt - es ist der Milliardär Elon Musk. Heard und Musk waren am Wochenende händchenhaltend und Arm in Arm in einem australischen Naturreservat zu sehen, wie das US-Promimagazin „People“ gestern Abend (Ortszeit) berichtete.

Heard und der Gründer des Elektroautoherstellers Tesla besuchten dem Bericht zufolge zusammen das Currumbin Wildlife Sanctuary an der Gold Coast. Später veröffentlichte Heard im Onlinedienst Instagram ein Foto, auf dem sie den Arm auf Musks Schulter gelegt hat.

Heard hatte sich im vergangenen Jahr von ihrem Schauspielkollegen Depp getrennt, die Scheidung wurde dann im Jänner vollzogen. Die Trennung verlief heftig. Heard warf Depp vor, sie immer wieder körperlich und seelisch misshandelt zu haben. Eine Anzeige wegen häuslicher Gewalt zog sie aber schließlich zurück.