Ausland

Katar ändert Anti-Terror-Gesetze

Mit einer Änderung seiner Anti-Terror-Gesetze ist das Golfemirat Katar gestern anscheinend einen Schritt auf seine arabischen Kritiker zugegangen. Der Emir Tamim bin Hamad Al Thani habe in einem Dekret Definitionen zum Thema Terrorismus geliefert, berichtete die landeseigene Nachrichtenagentur QNA.

Darunter seien die Begriffe Terrorist, Verbrechen, Terrorakt und terroristische Vereinigung, Einfrieren von Mitteln und Finanzierung von Terrorismus.

Sanktionen seit Juni

Am 5. Juni hatten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Bahrain und Ägypten ihre Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Art Quarantäne über das kleine, reiche Emirat verhängt. Dabei warfen sie Katar die Finanzierung von Terroristen vor.

Anstoß hatten die sunnitischen Katar-Kritiker an einer positiven Erklärung Katars zum schiitischen Nachbarn Iran genommen, die nach Katars Angaben allerdings der Agentur QNA von Hackern untergeschoben worden war. Katar erklärte, die Hacker hätten von den VAE aus gehandelt.

Zehntausende Polen protestieren gegen Justizreform

Zehntausende Polen haben gestern Abend gegen die Justizreform der nationalkonservativen Regierung protestiert. Vor dem Warschauer Präsidentenpalast versammelten sich nach Angaben der Stadt rund 50.000 Demonstranten. Die Polizei sprach von 14.000 Teilnehmern. Sie forderten Präsident Andrzej Duda auf, sein Veto gegen die vom Parlament beschlossene Neuordnung des Obersten Gerichtshofs einzulegen.

Demonstration in Warschau

APA/AP/Czarek Sokolowski

„Wir wollen ein Veto“

Durch die Reform der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) sehen die Demonstranten die Unabhängigkeit der polnischen Justiz bedroht. „Freies europäisches Polen“ und „Wir wollen ein Veto“, rief die Menschenmenge in Warschau. Zu der Kundgebung unter dem Motto „Freie Gerichte“ hatten Oppositionsparteien und Bürgerinitiativen aufgerufen.

„Wir wollen nicht aus der EU gedrängt werden“, riefen Oppositionsabgeordnete. Sie warnen, die PiS würde sich mit den Änderungen im Justizwesen Richter und Gerichte unterstellen. Proteste gab es auch in anderen Städten wie Krakau und Posen.

Kritik auch aus Brüssel

Die EU-Kommission hatte Polen aufgefordert, die Gesetzesarbeiten sofort zu stoppen, und gedroht, ein Verfahren nach Artikel 7 des EU-Vertrages einzuleiten. Dieser sieht bei „schwerwiegender und anhaltender Verletzung“ der im Vertrag verankerten Werte als schwerste Sanktion eine Aussetzung der Stimmrechte des Mitgliedsstaates vor.

Polens Regierung wies die Kritik als „ungerechtfertigt“ zurück und trieb die Reform weiter voran. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Gesetz auch vom Senat gebilligt wird, in dem die PiS die Mehrheit hat. Anschließend müsste Duda unterschreiben.

Erneut Verletzte bei Unruhen auf Tempelberg in Jerusalem

Bei neuer Gewalt auf dem Tempelberg in Jerusalem sind gestern Abend mehr als 20 Palästinenser verletzt worden. Nach Angaben des palästinensischen Roten Halbmonds wurden zwei Menschen mit schweren Schussverletzungen ins Krankenhaus gebracht. Eine israelische Polizeisprecherin teilte mit, Dutzende Muslime hätten in der Altstadt Steine und Glasflaschen auf Polizisten geworfen.

Israel hat seine Sicherheitskräfte aus Furcht vor einer neuen Eskalation der Gewalt nach den Freitagsgebeten in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Hintergrund der angespannten Lage sind verschärfte Sicherheitskontrollen für Muslime auf dem Tempelberg.

Israelische Sicherheitskräfte am Tempelberg

APA/AFP/Ahmad Gharabli

Die Kontrollen mit Metalldetektoren, die von den Palästinensern abgelehnt werden, hatte Israel am Sonntag nach einem blutigen Attentat eingeführt. Drei israelische Araber hatten am Freitag vergangener Woche zwei Polizisten an einem Zugangstore zum Tempelberg durch Schüsse tödlich verletzt. Anschließend wurden sie selbst erschossen.

Bürgermeister von Lampedusa kritisiert Kurz

Der Bürgermeister der italienischen Insel Lampedusa, Salvatore Martello, hat Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) scharf kritisiert. Dieser hatte gestern bei einem Treffen mit seinem italienischen Amtskollegen Angelino Alfano in Wien darauf gepocht, illegal in Italien via Mittelmeer eingetroffene Flüchtlinge und Migranten nicht mehr von Inseln auf das Festland zu lassen.

Scharfe Worte aus Italien

„Eine derartige Aussage hätte ich mir von einem Neonazi, nicht von einem Vertreter eines EU-Landes erwartet. Offenkundig weiß Kurz nicht, wie groß Lampedusa ist. Er vergisst, dass hier 6.000 Einwohner leben, die sich als Europäer fühlen“, so Martello nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

„Aus Kurz’ Worten entnehme ich, dass er nicht weiß, wie Landungen von Flüchtlingsschiffen erfolgen und wie Migranten behandelt werden, die auf Lampedusa eintreffen. Er weiß nicht, welchen Einsatz diese Insel und ihre Einwohner für die Versorgung der Migranten leistet“, so Martello.

Auch der sozialdemokratische Fraktionsvorsitzende im EU-Parlament, Gianni Pittella, griff Kurz verbal an. „Kurz will Lampedusa in ein Konzentrationslager für Migranten umwandeln. Das ist nicht das Europa, für das wir uns einsetzen“, schrieb Pittella auf Twitter.

Differenzen Wien - Rom

Kurz hatte nach dem Treffen mit Alfano eingeräumt, dass der italienische Außenminister und er in Sachen Stopp des Fährverkehrs „noch nicht einer Meinung“ seien. Das Gesprächsklima mit seinem Amtskollegen bezeichnete Kurz nach neuerlichen Spannungen zwischen Wien und Rom in der Flüchtlingspolitik in den vergangenen Tage als „ordentlich“.

Alfano habe auch eingeräumt, dass ein „Weiterwinken die Probleme nicht kleiner macht, sondern größer“. Der italienische Außenminister meldete sich selbst nicht zu Wort. Sein Wien-Besuch dient dazu, die Prioritäten des italienischen Vorsitzes in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Jahr 2018 vorzustellen.

Krebskranker McCain kündigt baldige Rückkehr an

Der an einem Gehirntumor leidende US-Senator John McCain hat eine baldige Rückkehr nach Washington versprochen. In einem Tweet bedankte sich der Republikaner gestern für die Flut von Genesungswünschen, die nach Bekanntwerden seiner Krebserkrankung gestern von allen Seiten des politischen Spektrums eingetroffen waren.

Er schätze das sehr, schrieb der 80-Jährige und fügte hinzu: „Zum Unglück meiner Sparringspartner im Kongress werde ich bald zurück sein - haltet euch bereit.“

Der Gehirntumor war am Freitag vergangener Woche bei einer Operation zur Entfernung eines Blutgerinnsels über einem Auge entdeckt worden. Der langjährige Senator berät nun mit seinen Ärzten und seiner Familie über die Behandlung - vermutlich eine Kombination von Bestrahlung und Chemotherapie.

Inland

Antisemitische Codes: Scharfe Kritik von Van der Bellen

Bundespräsident Alexander Van der Bellen reagiert bestürzt auf angebliche antisemitische Äußerungen des FPÖ-Abgeordneten Johannes Hübner: „Mit Antisemitismus zu spielen, von dem jeder wissen muss, wohin er geführt hat, ist in höchstem Maße verantwortungslos“, sagte das Staatsoberhaupt dem „Kurier“ (Freitag-Ausgabe).

Kritik auch von Kern und Kurz

Auch Außenminister und ÖVP-Chef Sebastian Kurz hält Hübners Feststellungen für „inakzeptabel“: „In Österreich darf es keinen Platz für Antisemitismus geben.“ Kanzler und SPÖ-Chef Christian Kern hatte Hübners Aussagen bereits gestern verurteilt: „Diese Mischung aus Antisemitismus und Verfolgungswahn ist absolut jenseitig und völlig inakzeptabel.“

FPÖ zieht keine Konsequenzen

Die FPÖ schloss Konsequenzen für Hübner indes aus. Hübner werde künftig in seiner Wortwahl vorsichtiger sein, hieß es nach einem Gespräch von FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl und dem Mandatar. Hübner habe Kickl „glaubhaft versichert, dass jedweder Vorwurf in Richtung einer antisemitischen Intention von Passagen seines Vortrages aus dem Jahr 2016 nicht den Tatsachen entspricht“, teilte die FPÖ mit.

ÖVP vermutet politische Gegner hinter Kurz-Fansite

Die ÖVP und ihr Obmann Sebastian Kurz haben mit ihren eigenen Fans zu kämpfen. Die Facebook-Seite „Wir für Kurz“ hatte mit einer Umfrage für Aufregung gesorgt, ob der Brenner wegen vermeintlicher Flüchtlingsbewegungen geschlossen werden solle oder nicht. Mittlerweile hat die ÖVP bei Facebook die Löschung beantragt.

Die Partei vermute „politische Gegner“ hinter der Seite, so ÖVP-Generalsekretärin Elisabeth Köstinger in einer Stellungnahme gegenüber der APA. Es werde bewusst der Anschein erweckt, dass es sich um eine Fanseite handle, die Seite werde aber „definitiv nicht“ von der ÖVP oder von Unterstützern betrieben, so Köstinger.

ÖVP suchte Kontakt zu Betreibern

Es werde „mit verfälschenden Statements und Postings“ gearbeitet und missbräuchlich die „Corporate Identity“ der ÖVP verwendet. Ziel sei es offensichtlich, Kurz zu schaden, glaubt Köstinger. „Dieser Stil der untergriffigen Wahlkampfführung, möglicherweise durch politische Mitbewerber, wird von uns scharf verurteilt und ist sofort zu stoppen.“ Welchen „Mitbewerber“ sie konkret hinter der Seite vermutet, ließ Köstinger offen.

Der Sprecher der Kurz-Kampagne, Peter L. Eppinger, hatte zuvor gesagt, dass die ÖVP mit den Betreibern in Kontakt sei. Mit einer Bitte um Löschung an die Betreiber der Seite, laut eigenen Angaben eine „überparteiliche Privatinitiative“, blitzte die Partei laut Eppinger ab.

Wirtschaft

Russland-Geschäfte: Exxon ficht Millionenstrafe an

Nachdem die US-Regierung wegen angeblicher Sanktionsverstöße eine Millionenstrafe gegen ExxonMobil verhängt hat, geht der texanische Ölriese auf Konfrontationskurs. Der Konzern reichte gestern eine Anfechtungsklage ein und kritisierte das Finanzministerium scharf. Die Strafe sei „grundlegend unfair“, weshalb man vor Gericht ziehe, teilte Exxon mit.

Zuvor hatten die USA ihrem größten Ölmulti ein Bußgeld in Höhe von 2,0 Millionen Dollar (1,7 Mio. Euro) aufgrund von Öl- und Gasgeschäften mit dem russischen Rosneft-Konzern aufgebrummt. Es geht um Verstöße gegen Sanktionen, die in Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt gegen russische Geschäftsleute verhängt wurden.

Konkret dreht sich der Streit laut Ministerium um acht Dokumente, die im Rahmen von Geschäften von Exxon-Töchtern mit Rosneft vom Chef des russischen Ölkonzerns, Igor Setschin, unterzeichnet worden seien. Setschin war kurz zuvor auf die US-Sanktionsliste gesetzt worden. Pikant: Die Verstöße sollen sich im Mai 2014 ereignet haben, als der heutige US-Außenminister Rex Tillerson noch Exxon-Chef war.

Frauen erfolgreicher bei Crowdfunding

Frauen gelingt es öfter als Männern, ihre Crowdfunding-Kampagnen erfolgreich abzuschließen. Das zeigt eine Studie, für die die internationale Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers rund 450.000 Kampagnen ausgewertet hat.

Weltweit waren Crowdfunderinnen um ein gutes Drittel, in Asien sogar doppelt so erfolgreich wie ihre männlichen Kollegen. Die Studienautoren führen diesen Vorsprung unter anderem darauf zurück, dass Frauen ihre Projekte oft in sehr direkten, emotionalen Worten vorgestellt hätten, während viele Männer „trockene“ Fachvokabeln bevorzugten.

Grafik zum Crowdfunding

Grafik: ORF.at; Quelle: PricewaterhouseCoopers LLP, The Crowdfunding Center

Crowdfunding-Plattformen wie Indiegogo und Kickstarter sind in den letzten Jahren zunehmend wichtiger für Unternehmen geworden, die eigene Projekte ohne ausreichendes Startkapital verwirklichen wollen. Ob es sich um Schlafphasenwecker oder selbst gezeichnete Comics handelt - im Netz kann man seine Projekte vorstellen und um Investoren werben.

Männer reichen öfter ein und pokern höher

Laut dem Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg wurden 2016 auf den neun größten Crowdfunding-Portalen insgesamt über 767 Millionen Dollar (666 Mio. Euro) eingesammelt, ein enormer Anstieg gegenüber nur zehn Millionen (8,7 Mio. Euro) im Jahr 2009.

Den Löwenanteil dieser Summe kassierten allerdings trotz allem Männer, denn 2016 war die Mehrzahl der Antragsteller männlich. Zudem fiel den Studienautoren auf, dass sich Männer in ihren Kampagnen generell höhere Zielsummen steckten. Von 63 Kampagnen, die auf eine Summe über eine Million Dollar abzielten, waren elf Prozent von Frauen initiiert.

Musk hat angeblich Bauerlaubnis für Hyperloop

Der Investor und Unternehmer Elon Musk (Tesla, SpaceX) hat gestern Nachmittag - ohne nähere Angaben - getwittert, er habe eine mündliche Regierungszusage erhalten, zwischen New York City und Washington DC einen Hyperloop zu bauen. Dabei handelt es sich um ein futuristisches Hochgeschwindigkeits-Transportsystem a la Rohrpost - allerdings für Menschen.

Musk schrieb auf Twitter, dass die unterirdische Hyperloop-Fahrt vom Zentrum New Yorks ins Zentrum Washingtons über Philadelphia und Baltimore 29 Minuten dauern würde. Die Bauerlaubnis habe er für die Firma The Boring Co erhalten. Diese Firma hat Musk kürzlich gegründet, um Transporttunnel zu bauen.

Sport

Tour de France: Froome bringt Gelb über den Berg

Christopher Froome hat sich auch bei der letzten Bergankunft der Tour de France keine Schwächen geleistet und das Gelbe Trikot eindrucksvoll verteidigt. Der Brite erreichte gestern das Ziel auf dem Col d’Izoard nach erneut überragender Arbeit seiner Sky-Equipe auf Platz vier unmittelbar hinter dem Franzosen Romain Bardet und noch vor dem Kolumbianer Rigoberto Uran - seinen Gegnern im Kampf um den Gesamtsieg, der nun endgültig und zum bereits vierten Mal an Froome gehen dürfte. Der Etappensieg ging an Warren Barguil, den designierten „Bergkönig“ 2017.

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UEFA Euro 2017: Gastgeberinnen weiter auf Erfolgskurs

Die Niederländerinnen sind bei der Fußball-EM-Endrunde im eigenen Land weiter auf Erfolgskurs. Die Gastgeberinnen setzten sich gestern Abend auch gegen Dänemark durch und haben in der Gruppe A nun die besten Karten für den Aufstieg ins Viertelfinale.

Im Rennen sind auch noch Dänemark und Debütant Belgien, der gegen Norwegen den ersten Erfolg bei einer EM überhaupt feierte und die Chance auf den Einzug in die Runde der letzten acht wahrte.

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Fußball: Barcelona kämpft um frustrierten Neymar

Die Beziehung zwischen dem brasilianischen Superstar Neymar und seinem Team, dem FC Barcelona, ist offenbar erkaltet: Der Brasilianer klagt spanischen Medienberichten zufolge über zu wenig Wertschätzung in der von Superstar Lionel Messi überstrahlten Mannschaft.

Obwohl selbst das Barca-Präsidium versucht haben soll, den 25-Jährigen von einem Verbleib zu überzeugen, liebäugelt Neymar offenbar mit einem Wechsel zu Paris SG. Doch die festgeschriebene Ablösesumme von 222 Millionen Euro könnte selbst für die von Scheichs finanzierten Franzosen zu teuer werden.

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Chronik

Heftige Unwetter in Tirol und Salzburg

Gestern Nachmittag ist über Tirol ein heftiges Unwetter mit starken Regenfällen und teilweise mit Hagel gezogen. Keller und Unterführungen wurden überflutet, Autos beschädigt.

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Zahlreiche Schäden auch in Salzburg

Auch in Mittersill und im Salzburger Pinzgau verursachte ein Unwetter zahlreiche Schäden. Im Ortsteil Burk wurde eine Trafostation durch einen Blitz in Brand gesetzt. Das Feuer war rasch gelöscht, berichtete die Polizei am Abend. Ein durch den Sturm entwurzelter Baum blockierte die Gleise der Pinzgauer Lokalbahn.

Bei einem Bauernhof wurde das Dach eines Nebengebäudes samt Dachstuhl abgedeckt, dadurch wurden im Hof abgestellte Fahrzeuge beschädigt. Auch mehrere Pkws in der Gemeinde wurden bei dem Unwetter von herumfliegenden Gegenständen getroffen. Die Feuerwehr Mittersill rückte laut der Polizeiaussendung mit rund 30 Einsatzkräften zu den Lösch- und Aufräumarbeiten aus.

Mädchen erholt sich vollständig von Badeunfall

Das Mädchen, das vor zwei Wochen nach einem Badeunfall im Kaiserbad in Ellmau (Tirol) wiederbelebt werden musste, wird wieder gesund. Der Zustand der Sechsjährigen war äußerst kritisch.

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Urlauber nach Badezwischenfall gestorben

Jener 48 Jahre alte deutsche Urlauber, der am Mittwoch beim Schwimmen im Millstätter See in Kärnten wegen plötzlicher Atemprobleme gerettet werden musste, verstarb gestern im Krankenhaus.

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Verurteilter Mörder von Regisseur Pasolini gestorben

Fast 43 Jahre nach dem gewaltsamen Tod des italienischen Schriftstellers und Filmregisseurs Pier Paolo Pasolini ist der wegen des Mordes verurteilte Pino Pelosi gestern gestorben. Das ehemalige Straßenkind erlag 58-jährig in einem römischen Krankenhaus einer längeren Krankheit, berichteten italienische Medien.

Mit Pelosi starb eine Schlüsselfigur im rätselhaften Mord an Pasolini. In der Nacht auf den 2. November 1974 hatte sich der damals 17-Jährige, der gegen Geld sexuelle Dienste anbot, mit Pasolini zum Strand in Ostia bei Rom begeben, wo später die verstümmelte Leiche des Regisseurs entdeckt wurde.

Laut Pelosis ursprünglicher Aussage setzte er sich gegen einen Vergewaltigungsversuch Pasolinis zur Wehr und tötete den um 36 Jahre älteren Künstler ohne Hilfe von Komplizen.

Polizei vermutet Komplizen

Der minderjährige Pelosi wurde wegen Mordes verurteilt und saß neun Jahre im Gefängnis. Ermittler bezweifelten von Anfang an, dass ein Täter allein das Opfer derart hätte verstümmeln können. Am Tatort wurden Kleidungsstücke und Fußabdrücke gefunden, die weder zu Pasolini noch zu Pelosi gehörten.

2005 sagte Pelosi in einem Fernsehinterview, dass noch zwei andere Personen am Tatort gewesen seien und er das aus Angst nie eingeräumt habe. In einer weiteren Aussage vor Gericht wies Pelosi im Jahr 2010 jede Schuld von sich.

Ermittler schließen zwei Darknet-Plattformen

Fahnder in den USA und Europa haben zwei große Onlineplattformen für den Handel mit Drogen, Hackersoftware und Waffen im Darknet geschlossen. Einer diese Märkte hat seit seiner Gründung im Jahr 2014 nach vorsichtigen Schätzungen eine Milliarde US-Dollar (rund 870 Mio. Euro) umgesetzt.

Wie US-Justizminister Jeff Sessions gestern mitteilte, waren auf den Websites AlphaBay und Hansa im versteckten Teil des Internets, der über normale Suchmaschinen nicht zugänglich ist, Tausende Händler weltweit mit mehr als 200.000 Kunden verbunden. Die Aktion wurde von FBI, der US-Anti-Drogen-Behörde DEA, Europol und der niederländischen Polizei gemeinsam durchgeführt.

Drogen, Chemikalien, Malware

AlphaBay erreichte bis zur seiner Schließung mehr als 200.000 User und 40.000 Anbieter. Mehr als eine Viertelmillion Angebote an Drogen und giftigen Chemikalien waren gelistet, dazu mehr als 100.000 gestohlene oder gefälschte Dokumente, gefälschte Waren, Malware und weitere Schadsoftware sollen dort verfügbar gewesen sein. Bezahlt wurde mit Bitcoins oder anderen Kryptowährungen.

Als Begründer und Administrator von AlphaBay wurde von US-Ermittlern ein in Thailand lebender Kanadier identifiziert, der am 5. Juli festgenommen wurde. Kryptowährungen im Wert von mehreren Millionen US-Dollar wurden eingefroren, Server in Kanada und den Niederlanden beschlagnahmt.

Gegen Hansa wurde seit 2016 ermittelt und die Infrastruktur in den Niederlanden lokalisiert. Zwei Administratoren wurden in Deutschland festgenommen, Server in den Niederlanden, in Deutschland und in Litauen sichergestellt. Die niederländische Polizei fand Zigtausende Adressen ausländischer Kunden.

Kultur

Bregenz: Nasses Grab für fulminante „Carmen“

Wenn Blitz und Donner während einer Vorstellung der Bregenzer Festspiele über dem Bodensee wüten, kann man das als schlechtes Zeichen werten - oder als perfekte dramaturgische Untermalung.

Ganz klar Letzteres wurde es Mittwochabend während der Premiere von Georges Bizets „Carmen“. Der Inszenierung von Kasper Holten gelingt der Spagat, das große Schicksals- und Eifersuchtsdrama um die erotische Freiheitssucherin bildgewaltig und berührend zugleich auf den See zu bringen, der hier mehr als nur die bühnentragende Rolle spielt.

Mehr dazu in news.ORF.at/bregenzerfestspiele17

Neuer Auftrag für „Game of Thrones“-Schöpfer

Noch ist die Serie „Game of Thrones“ nicht abgedreht - doch schon gibt es Pläne für ein neues Projekt: Der Pay-TV-Sender HBO hat die Macher des Erfolgsformats, David Benioff und Dan B. Weiss, mit einer neuen Produktion beauftragt. Die neue Serie „Confederate“ („Die Konföderierten“, ein anderes Wort für die US-Südstaaten im Amerikanischen Bürgerkrieg) führt die Zuschauer in eine alternative Vergangenheit.

In dieser Welt hat es keinen Sieg der Yankees im Bürgerkrieg (1861-1865) gegeben. „Wir sind begeistert, dass wir die Zusammenarbeit mit Dan und David fortsetzen können. Wir wissen, dass die beiden jedes Thema, das sie anpacken, in eine einzigartige und anspruchsvolle Serie umsetzen“, teilte HBO-Programmchef Casey Bloys mit.

Sklaverei gesellschaftlich etabliert

Dabei entwickeln die Schöpfer einen neuen Zeitstrahl, bei dem sich die Südstaaten der USA vom Rest des Landes abgelöst haben. In jenem fiktiven Staat ist die Sklaverei gesellschaftlich etabliert und hat sich zu einer Institution auch in der Moderne entwickelt.

Im Zentrum der Handlung stehen die Figuren in beiden amerikanischen Staaten entlang der Mason-Dixon-Linie, einer entmilitarisierten Zone, die die Staaten mit und ohne Sklaverei voneinander trennt. Freiheitskämpfer, Politiker, Sklavenjäger und Journalisten sowie die Familien der Sklaven selbst spielen in der Serie eine Rolle.

„Wir sprechen seit Jahren über ‚Confederate‘, hatten zunächst aber ein Filmkonzept im Kopf. Doch die Erfahrungen mit ‚Thrones‘ haben uns überzeugt, dass keiner eine bessere und größere Leinwand für Storytelling bietet als HBO“, so Benioff und Weiss. Die Produktion der Serie soll im Anschluss an die achte und letzte Staffel von „Game of Thrones“ (Ausstrahlung 2018) beginnen.

Harte Zeiten für Festivalvorreiter Wiesen

Dass das Geschäft mit Sommerfestivals schwierig geworden ist, zeigt der Traditionsstandort Wiesen im Burgenland. Unter neuer Führung wurde dort im Vorjahr mit neuen Festivalformaten experimentiert. Das Konzept ging bisher nur bedingt auf.

Obwohl sich der Erfolg in Grenzen hielt, wird weiter auf Indiepop und die Nische gesetzt - wie sich beim heute gestarteten Out-of-the-Woods-Festival zeigt, bei dem unter anderen Feist, Alt-J und Phoenix auf der Bühne stehen werden.

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Religion

Leute

Sängerin Andrea Jürgens gestorben

Die Schlagersängerin Andrea Jürgens ist tot. Sie starb gestern „nach kurzer schwerer Krankheit im Kreise ihrer Lieben“, wie ihre Plattenfirma Telamo in München mitteilte. Jürgens wurde 50 Jahre alt.

Ihre Karriere hatte sie als Kinderstar begonnen. Einem breiten Publikum wurde sie 1978 mit dem Lied „Und dabei liebe ich euch beide“ bekannt. Nach mehrjähriger Pause veröffentlichte sie 2016 das Album „Millionen von Sternen“.

Im Herbst 2016 startete Jürgens eine Tournee. Diese habe sie jedoch aufgrund einer Krankheit abbrechen müssen, teilte die Plattenfirma mit. „Wir trauern um eine Ausnahmekünstlerin, die die Liebe zur Musik von Kindesbeinen an begleitete“, hieß es auf der offiziellen Facebook-Seite der Künstlerin.

Wachsfigur von hellhäutiger Beyonce nach Kritik entfernt

Der New Yorker Ableger des Wachsfigurenmuseums Madame Tussauds hat mit einer zu hellhäutigen Beyonce-Figur von sich reden gemacht. Das neue Modell der Popsängerin gleiche ihrer Hautfarbe nach eher Lindsey Lohan, Jessica Simpson, Britney Spears oder Mariah Carey, schrieben Nutzer auf Twitter.

Seit gestern ist die Figur nicht mehr ausgestellt, sie wurde für „Reparaturen“ entfernt. Diese könnten Tage oder gar Wochen dauern, sagte eine Mitarbeiterin, ohne konkrete Gründe für die Entfernung zu nennen. Teils müsste kosmetisch nachgeholfen werden, wenn Besucher den Figuren ins Gesicht griffen oder Farbe verschmierten.

Das Museum hatte die Kritik zuvor zurückgewiesen und erklärt, die Beleuchtung sowie Blitzlichter beim Fotografieren könnten Gründe für abweichende Hauttöne sein. „Unser talentiertes Bildhauerteam tut alles, um sicherzustellen, dass wir unsere Wachsfiguren mit den dargestellten Prominenten farblich abstimmen“, sagte eine Sprecherin.

Auf Abweichungen wegen der Beleuchtung in den Ausstellungsräumen und durch Blitzlicht hätten die Bildhauer aber keinen Einfluss.

Panorama

Defekte Kaffeemaschine zwang Flugzeug zur Landung

Wegen einer defekten Kaffeemaschine an Bord ist eine Lufthansa-Maschine gestern außerplanmäßig auf Zypern gelandet. Der Flug mit der Nummer LH608 war am Nachmittag in München gestartet und hatte das Ziel Riad (Saudi-Arabien).

Der Airbus landete allerdings in Larnaka auf Zypern, weil die Crew einen undefinierbaren Geruch wahrgenommen habe, teilte eine Lufthansa-Sprecherin mit. Die 186 Passagiere hätten das Flugzeug normal verlassen.