Inland

ÖVP beruft Nationalen Sicherheitsrat wegen Terrors ein

Nach dem jüngsten Terror in Barcelona haben ÖVP-Vizekanzler Wolfgang Brandstetter und Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) heute die Einberufung des Nationalen Sicherheitsrates beantragt. Dabei wollen die schwarzen Minister auch einmal mehr für ihr Sicherheitspaket werben. Einen Zusammenhang mit dem Wahlkampf gebe es „auf keinen Fall“, hieß es.

Keine konkreten Hinweise auf Anschlag in Österreich

Die Einberufung des Nationalen Sicherheitsrates sei notwendig, „um die allgemeine Sicherheitslage in Österreich angesichts der gegenwärtigen Entwicklungen in Europa sowie entsprechende Maßnahmen zu thematisieren“, hieß es. Konkrete Hinweise auf einen möglichen Anschlag in Österreich gebe es derzeit zwar nicht, man spreche aber europaweit von einer „erhöhten Gefährdungslage“.

Der Nationale Sicherheitsrat ist ein vertrauliches Beratungsgremium der Regierung in Angelegenheiten der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Vertreten sind dort neben den zuständigen Regierungsmitgliedern auch Vertreter aller im Hauptausschuss des Nationalrats vertretenen Parteien.

Es gehe darum, bereits getroffene und künftige Maßnahmen zu erörtern, erklärten Brandstetter und Sobotka in einer schriftlichen Stellungnahme. „Die Politik kann nicht tatenlos zusehen, wie der islamistische Terrorismus in Europa um sich greift.“ Bei der Sicherheit dürfe man sich keine Versäumnisse leisten - „dabei darf es nicht um Parteipolitik gehen, sondern um gemeinsame staatspolitische Verantwortung“, betonten die Minister.

Sicherheitspaket „reif für die Beschlussfassung“

Grundlage zur Bekämpfung des Terrorismus sei auch das Sicherheitspaket. Dessen Begutachtung endete gestern, Datenschützer warnen vor einem weitreichenden Eingriff in die Grundrechte, starke Vorbehalte gibt es auch seitens der Internet- und Telekombetreiber. Man werde die eingegangenen Stellungnahmen nützen, um mögliche Verbesserungen aufzugreifen, allerdings sind „generelle Eckpfeiler zur Sicherstellung einer zeitgemäßen und modernen Polizeiarbeit“ dabei aus Sicht der Minister „unverrückbar“.

Justizminister Brandstetter meint, die Maßnahmen seien ausreichend diskutiert und „mangels ernst zu nehmender Alternativen reif für die Beschlussfassung“. Sollte es von anderen Teilnehmern andere Vorschläge geben, werde man diese aber gerne aufgreifen und diskutieren. Auch Sobotka hofft auf überparteiliches Verständnis. „Auch wenn man einen Anschlag niemals ausschließen kann, so sollten wir doch alle an einem Strang ziehen, um unser Land bestmöglich vor drohenden Gefahren zu schützen.“

Illegale Migration auf der Tagesordnung

Besprechen wollen die ÖVP-Minister im Sicherheitsrat auch das Thema illegale Migration. Seit letzter Woche gibt es ja Schwerpunktkontrollen im grenznahen Bereich, auch mit Soldaten des Bundesheers. Auf der Tagesordnung sehen die Minister auch den Umgang mit „Gefährdern“.

Gusenbauer klagt über „mediales Kesseltreiben“ gegen ihn

Der frühere Bundeskanzler und SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer wehrt sich gegen Kritik an seinen geschäftlichen Kontakten zum gefeuerten SPÖ-Berater Tal Silberstein sowie dem Geschäftsmann Beny Steinmetz. Die beiden waren vergangene Woche in Israel wegen des Verdachts der Korruption und Geldwäsche vorübergehend festgenommen worden. Natürlich schade er der SPÖ nicht, sagte Gusenbauer der Gratiszeitung „Heute“.

Als Hemmschuh für die SPÖ und ihren Wahlkampf sieht sich Gusenbauer nicht: „Da werden triefende Unwahrheiten verbreitet. Die Fakten interessieren manche Journalisten überhaupt nicht, sondern sie zeichnen unbeirrt von der Realität ein falsches Bild von mir. In dieser von ihnen geschaffenen Realität soll ich für die SPÖ schädlich sein. Dieses falsche Bild dient dann als Anlass für das mediale Kesseltreiben gegen mich“, klagte Gusenbauer.

„Gesetzestreuer österreichischer Steuerzahler“

Er sei auch nicht Teil des Wahlkampfteams der SPÖ und habe dort keine Funktion. Dass seine geschäftlichen Aktivitäten mit sozialdemokratischen Werten nicht vereinbar seien, wies Gusenbauer, der noch Präsident der SPÖ-Parteiakademie Dr.-Karl-Renner-Institut ist, zurück. „Das ist völlig falsch. Erstens bewege ich mich auf fester rechtlicher Grundlage. Für vieles, was mir untergeschoben wird, bin ich weder zuständig noch verantwortlich oder sonst etwas. Ich bin einfach ein gesetzestreuer österreichischer Steuerzahler. Punkt. Was daran nicht mit sozialdemokratischen Werten vereinbar sein soll, weiß ich nicht.“

Ausland

US-Verteidigungsminister Mattis überraschend im Irak

US-Verteidigungsminister James Mattis ist heute zu einem unangekündigten Besuch in Bagdad eingetroffen. Mattis erklärte, er wolle der Regierung in Bagdad seine Unterstützung im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekunden. Die irakische Armee hatte am Sonntag eine Offensive auf Tal Afar gestartet, die letzte IS-Hochburg im Norden des Landes.

Der US-Verteidigungsminister will unter anderem den irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi und Kurdenführer Massud Barsani treffen. Tal Afar liegt zwischen Mossul und der syrischen Grenze. Die irakische Armee hatte Mossul Anfang Juli aus den Händen des IS befreit.

Trump fordert „Liebe für alle Bürger“ der USA

Nach der rechtsextremen Gewalt in Charlottesville und der Kritik an seiner Reaktion hat US-Präsident Donald Trump US-Bürger jeglicher Herkunft zur Einheit aufgefordert. „Die Liebe für Amerika bedeutet Liebe für all seine Bürger“, sagte Trump in einer Ansprache auf dem Militärstützpunkt Fort Myer in der Nähe von Washington.

„Wenn wir unsere Herzen öffnen, gibt es keinen Platz für Fanatismus und keine Toleranz des Hasses“, so Trump. „Die jungen Männer und Frauen, die wir ins Ausland schicken, um dort unsere Kriege zu führen, haben es verdient, in ein Land zurückzukommen, das nicht mit sich selbst Krieg führt“, sagte Trump bei der Bekanntgabe seiner Afghanistan-Strategie.

Zuvor hatte es heftige Kritik an Trumps Weigerung gegeben, sich eindeutig vom Aufmarsch von Neonazis, Mitgliedern des rassistischen Ku Klux Klans und anderen Rechtsextremen in Charlottesville zu distanzieren, bei dem eine Gegendemonstrantin totgefahren worden war.

Kolumbien bietet Maduro-Gegnerin Ortega Asyl an

Venezuelas Nachbarland Kolumbien hat der geflohenen Ex-Generalstaatsanwältin Luisa Ortega politisches Asyl angeboten. Die venezolanische Regierungskritikerin stehe „unter dem Schutz der kolumbianischen Regierung“, erklärte Präsident Juan Manuel Santos gestern im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Wenn Sie Asyl beantragt, werden wir es gewähren“, fügte er hinzu.

Die Erklärung des kolumbianischen Präsidenten dürfte die ohnehin schon gespannten Beziehungen zu Venezuela weiter verschärfen. Ortega hatte sich am Freitag zwei Wochen nach ihrer Entlassung durch das Regierungslager nach Kolumbien abgesetzt. Begleitet wurde sie von ihrem Mann, dem Abgeordneten German Ferrer, gegen den in Venezuela ein Haftbefehl vorliegt.

Die neue verfassunggebende Versammlung in Venezuela hatte Ortega Anfang August entlassen. Ortega, einst eine entschiedene Unterstützerin von Venezuelas Staatschef Nicolas Maduro, war unter den Amtsträgern in Venezuela die wichtigste Gegenspielerin des sozialistischen Präsidenten, dem sie Verfassungsbruch vorwirft.

Bürgerrechtsanwalt in China vor Gericht

Der bekannte chinesische Bürgerrechtsanwalt Jiang Tianyong ist wegen „Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt“ vor Gericht gestellt worden. Der Prozess begann heute vor dem Mittleren Volksgericht von Changsha in der zentralchinesischen Provinz Hunan.

Der 46-Jährige war im November nur gut drei Wochen nach einem Gespräch mit dem damaligen deutschen Wirtschafts- und heutigen Außenminister Sigmar Gabriel in Peking in den Händen der Staatsgewalt verschwunden.

Autos von SPD-Abgeordneter in Flammen

Im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen haben in der Nacht auf heute zwei Autos der Bundestagsabgeordneten Michelle Müntefering (SPD) gebrannt. Das Privatauto der Politikerin sowie ein Auto der SPD standen in Herne in Flammen, wie die Polizei Bochum heute mitteilte. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Nach den Tätern wurde auch mit einem Hubschrauber gesucht, bisher allerdings ohne Erfolg. Ob die Tat politisch motiviert war, ist laut Polizei noch unklar. Die Ermittlungen dauern an.

Sport

Fußball: Jubiläumstor für Rooney gegen Manchester City

Für den FC Everton macht sich die Rückkehr von Stürmerstar Wayne Rooney weiter bezahlt. Eine Woche nach seinem Siegestreffer beim Saisonauftakt gegen Stoke City war der 31-Jährige auch zum Abschluss der zweiten Runde gestern Abend gegen Manchester City maßgeblich am Teilerfolg des Clubs aus Liverpool beteiligt. Schon in der ersten Halbzeit traf Rooney mit seinem 200. Premier-League-Treffer zur Führung für Everton. Mit in der Folge einem Mann weniger hatten die „Citizens“ allerdings die richtige Antwort parat.

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Bundesliga: Salzburgs Stürmer nehmen Fahrt auf

Bei Red Bull Salzburg läuft derzeit alles nach Plan. Mit dem 5:1 gegen St. Pölten wurde der erwartet klare Sieg eingefahren und der Anschluss zu Tabellenführer Sturm Graz gewahrt. Vor dem Play-off-Rückspiel in der Europa League am Donnerstag gegen Viitorul Constanta dürfte Trainer Marco Rose zudem freuen, dass sich auch zwei Angreifer zuletzt als sehr treffsicher erwiesen haben.

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Bundesliga: Spieler, die Begehren wecken

Rapid ist wegen des möglichen Abgangs von Maximilian Wöber zu Ajax Amsterdam auf der Suche nach einem neuen Innenverteidiger. Begehren bei den Hütteldorfern weckte der 23-jährige LASK-Spieler Felix Luckenender, nach dem auch Erzrivale Austria bereits nachfragte. Die Linzer verlangen laut LASK-Berater Jürgen Werner allerdings einen „unverschämten Preis“. Rapid-Sportchef Fredy Bickel ist daher auch mit Altach in Kontakt. Dort stehen gleich zwei Verteidiger und ein Stürmer im Fokus.

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Wirtschaft

McDonald’s schließt die Hälfte seiner Filialen in Indien

Mehr als die Hälfte der McDonald’s-Filialen in Indien muss schließen. Der US-amerikanische Fast-Food-Riese kündigte gestern wegen Vertragsbruchs die Franchiseverträge für 169 Filialen, wie die indische McDonald’s-Niederlassung mitteilte. Die betroffenen Standorte werden vom Unternehmen Connaught Plaza Restaurants (CPRL) betrieben. Dieses habe seit zwei Jahren keine Lizenzgebühren gezahlt, sagte ein McDonald’s-Sprecher. Nach Angaben der Kette gibt es derzeit rund 300 McDonald’s-Filialen in Indien.

Von der Vertragskündigung sind alle Filialen im Norden und Osten des Landes betroffen, darunter auch die Lokale in Neu-Delhi. In der Hauptstadtregion sind seit Ende Juni bereits 40 der 55 Filialen geschlossen. Den Schritt hatte das US-Unternehmen damals mit abgelaufenen Restaurantlizenzen begründet. Indische Medien spekulierten über einen Zusammenhang zu einem Rechtsstreit zwischen McDonald’s Indien und CPRL-Chef Vikram Bakshi.

Franchisenehmer sieht „Verzweiflungstat“

Bakshi bezeichnete die Kündigung laut Medienberichten als „Verzweiflungstat“ des Burger-Riesen und sagte, er erwäge rechtliche Schritte. CPRL hat laut McDonald’s knapp zwei Wochen Zeit, um Marken, Logos und Produkte des US-Konzerns abzulegen. Gleichzeitig werde ein neuer Franchisepartner in Nord- und Ostindien gesucht. Es sei eine Priorität, die Auswirkungen auf Mitarbeiter, Lieferanten und Verpächter von CPRL zu minimieren.

„Brexit“: London will Status quo beim Handel erhalten

Alle derzeit in der Europäischen Union erhältlichen britischen Waren sollen nach dem Willen Londons auch nach dem „Brexit“ in der EU zu kaufen sein. Umgekehrt soll das genauso gelten. Das geht aus einem Positionspapier des „Brexit“-Ministeriums hervor, das gestern in London veröffentlicht wurde.

Dienstleistungen, die mit dem Handel von Waren verknüpft seien, dürften ebenfalls keinen Einschränkungen unterliegen, heißt es weiter. So könnten bürokratische Hemmnisse verhindert werden.

Streit über Abfolge der Verhandlungen

Die EU-Kommission nahm zum Inhalt der britischen Papiere noch nicht Stellung, bekräftigte aber ihre Bedingungen für die Verhandlungen. Zuerst müssten „ausreichende Fortschritte“ bei den drei wichtigsten Fragen des EU-Austritts erzielt werden: den künftigen Rechten der EU-Bürger in Großbritannien, der Schlussrechnung und dem Verhältnis zwischen der Republik Irland und dem britischen Landesteil Nordirland. Erst danach könne es um die künftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien gehen.

Der britische „Brexit“-Minister David Davis hatte erklärt, die Aspekte der Trennung und der künftigen Beziehungen seien unauflösbar verknüpft. Großbritannien sei bereit, den Dialog darüber zu beginnen. Die EU will eine Verquickung vermeiden, um zuerst ihre Forderungen an London durchzusetzen. Darunter sind britische Zahlungen von bis zu 100 Milliarden Euro für gemeinsam eingegangene EU-Verpflichtungen.

Gespräche stocken

Der Streit über Abfolge könnte die für kommende Woche geplante dritte „Brexit“-Verhandlungsrunde überschatten. Bisher sind die Gespräche kaum vorangekommen. Der EU-Austritt soll im März 2019 vollzogen werden.

London kündigte bis kommenden Donnerstag weitere Vorschläge für die Verhandlungen an. Sie werden sich unter anderem mit dem Datenschutz und der Zusammenarbeit der Justiz beschäftigen. Erst in der vergangenen Woche hatte das „Brexit“-Ministerium Vorschläge für ein Zollabkommen mit der EU und zur neuen EU-Außengrenze zwischen Nordirland und der Republik Irland präsentiert.

Chronik

Tote bei Erdbeben auf der Insel Ischia

Ein Erdbeben hat die italienische Urlaubsinsel Ischia mitten in der Hochsaison erschüttert. Mindestens zwei Menschen starben. Der Erdstoß der Stärke 4,0 habe die Mittelmeer-Insel vor Neapel gestern gegen 21.00 Uhr getroffen, teilte die italienische Erdbebenwarte INGV mit. Eine Frau wurde von Brocken einer Kirche erschlagen, eine zweite Frau starb unter den Trümmern ihres Hauses. Mindestens sechs Menschen konnten lebend aus Trümmern geborgen werden, wie der Zivilschutz mitteilte. Mehr als 25 Menschen sollen verletzt worden sein.

Trümmer in Ischia

APA/AP/percy80

Nach Medienberichten wurde eine Familie mit sieben Personen verschüttet. Während die Erwachsenen, unter ihnen die Eltern, kurz nach Beginn der Rettungsarbeiten geborgen wurden, gestaltete sich die Bergung der drei Kinder schwierig. Das jüngste, ein 17 Monate altes Baby, konnte in der Früh gerettet werden. Nun bemühen sich die Helfer, zu seinen älteren Brüdern vorzudringen.

Die Rettungskräfte suchten nach Kindern, die unter den Trümmern eingeschlossen sein sollen.

Besonders betroffen waren die Orte Casamicciola und Lacco Ameno. Touristen und Bewohner seien in Panik auf die Straße gelaufen, berichteten italienische Medien. Auch soll mancherorts der Strom ausgefallen sein, Hotels sollen geräumt worden sein. Der Zivilschutz berief ein Sondertreffen ein. Ein Krankenhaus auf der Insel wurde evakuiert. Für Bewohner, die aus ihren Häusern geflüchtet waren, wurde im Ort ein Fußballstadion geöffnet.

Große Flächenbrände auf Grönland gelöscht

Mehr als eine Woche hat die Feuerwehr auf Grönland gegen die größten bisher bekannten Flächenbrände dieser Insel gekämpft. Nun sind sie gelöscht, wie der Feuerwehrchef der Kommune Qaasuitsup, Bjarne Gregersen, sagte. Seit Wochen war die ausgetrocknete Torflandschaft im Westen in Flammen gestanden und schließlich eine geschätzte Ausbreitung von zehn bis 15 Quadratkilometern erreicht.

Das sei zwar das größte Feuer, das je auf Grönland beobachtet wurde, sagte Martin Stendel vom Dänischen Meteorologischen Institut, er warnte jedoch gleichzeitig davor, daraus falsche Schlüsse zu ziehen. „Die Regionen hoch oben im Norden sind von den Satelliten nicht so gut erfasst wie andere Gebiete.“

In diesem Fall hätte man die Rauchentwicklung gut beobachten können, weil sie über einen langen Zeitraum anhielt und der Himmel wolkenfrei war. Es sei nicht auszuschließen, dass es schon früher zu Flächenbränden auf Grönland gekommen sei. Natürliche Auslöser wie Gewitter seien aber eher selten.

Feuer von Menschen verursacht?

Die Feuerwehr hatte zunächst nicht eingegriffen, weil kein Wasser in der Nähe war und Hubschrauber wegen des Rauchs nicht landen konnten. Außerdem bestand weder für Mensch noch Tier eine Gefahr. Erst als die Flammen ein Areal erreichten, das besser zugänglich war, konnte sie Brandschneisen anlegen.

Warum die Torflandschaft in Brand geraten war, ist unklar. Stendel will nicht ausschließen, dass die trockene Vegetation durch menschliche Unachtsamkeit entzündet wurde. Der Sommer auf Grönland sei bisher sehr trocken gewesen. „Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass das, was wir jetzt erleben, auf den Klimawandel zurückzuführen ist.“ Zukünftig könnten solche Ereignisse aber häufiger auftreten.

Japanische Polizei überwacht Gegner von Delfinjagd

Die japanische Polizei ist zur bevorstehenden Jagdsaison auf Delfine gegen Gegner der jährlichen Abschlachtungen in Stellung gegangen. In dem Walfangort Taiji errichtete die Polizei für die Dauer der Delfinjagd von September bis März eine vorübergehende Polizeistation, wie lokale Medien berichteten.

Die Beamten sollen wie schon in den vergangenen Jahren die Aktivitäten von Walfanggegnern überwachen, hieß es. Taiji in der Provinz Wakayama ist Schauplatz des oscargekrönten Dokumentarfilms „Die Bucht“, mit dem das alljährliche Gemetzel zu trauriger Berühmtheit gelangt war.

Jährliche Treibjagd

Bei der Jagd treiben Fischer Delfine in einer von der Straße aus einsehbaren Bucht zusammen, indem sie durch Hämmern auf ins Meer gehaltene Metallstangen den Orientierungssinn der Tiere lahmlegen. Die schönsten Exemplare werden im Auftrag von Delfinarien aussortiert, die übrigen werden in einer Nachbarbucht abgeschlachtet.

Die Treibjagd auf die Delfine stößt auf weltweite Empörung. Gegnern des jährlichen Gemetzels war es während der vergangenen Jagdsaison gelungen, ein Netz zu durchschneiden und einigen Delfinen so die Flucht zu ermöglichen.

U-Boot versenkt: Frauenleiche in Öresund entdeckt

In den Gewässern vor der dänischen Hauptstadt Kopenhagen ist gestern die Leiche einer Frau geborgen worden. Das teilte die Polizei in Kopenhagen auf Twitter mit. Ob es sich um die seit elf Tagen vermisste schwedische Journalistin Kim Wall handelt, war zunächst unklar. Die geborgene Frauenleiche habe weder Kopf noch Beine oder Arme. Der Torso sei noch nicht identifiziert, er dürfte längere Zeit im Wasser gelegen sein.

Der Erfinder Peter Madsen hatte gegenüber der Polizei eingeräumt, dass die 30-Jährige an Bord seines U-Boots ums Leben gekommen sei. Es sei ein Unfall gewesen. Die Leiche der Frau habe er in der Köge-Bucht zu Wasser gelassen. Der 46-Jährige steht im Verdacht, sein U-Boot absichtlich zum Sinken gebracht zu haben, und sitzt in Untersuchungshaft.

Mehr dazu in Angeblich in einer Bucht bestattet

Gesundheit

IT

Facebook erweitert seine „Safety Check“-Funktion

Facebook hat seine Sicherheitsfunktion ausgeweitet, mit der Nutzer ihrem Umfeld nach einer Naturkatastrophe oder einem Anschlag Entwarnung geben können. Wie die Firma gestern (Ortszeit) mitteilte, ist der „Safety Check“ künftig über einen eigenen Reiter im Hauptmenü aufrufbar. Das gilt sowohl für die Handy-App als auch für die Desktopvariante von Facebook.

Mit dem Safety Check können Nutzer ihrem Umfeld signalisieren, dass sie in Sicherheit sind. Eingeführt wurde die Funktion 2014 für Naturkatastrophen, nach den Pariser Anschlägen 2015 wurde sie auf Attentate und andere schwere Gewaltakte ausgeweitet. Jedes Mal, wenn entsprechende Meldungen eintrafen, aktivierte Facebook den Safety Check für das jeweilige Ereignis.

Nun gebe ein fester eigener Ort in dem Netzwerk Auskunft, „wo zuletzt der Safety Check aktiviert wurde“, erklärte das Unternehmen. Gleichzeitig könnten sich Nutzer dort über die aktuelle Lage informieren, gegebenenfalls ihre Hilfe anbieten, sich als „in Sicherheit“ markieren und andere Freunde dazu kontaktieren. Der neue Safety Check sollte ab Montag nach und nach bei Facebook installiert werden.

Science

Trump stoppt Studie zu Gesundheitsrisiken bei Kohleabbau

Das Weiße Haus hat eine Untersuchung über Gesundheitsgefährdungen beim Kohleabbau über Tage gestoppt. Das bestätigte eine Sprecherin des US-Innenministeriums gestern in Washington. Die Untersuchung, in Auftrag gegeben noch unter Präsident Barack Obama, sollte dem Verdacht nachgehen, dass Anwohner in der Nähe von Kohleabbaugebieten bestimmten Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind. Die Forschungsarbeiten sollen unverzüglich eingestellt werden. Es gehe darum, keine Steuergelder zu verschwenden.

Die Trump-Regierung hatte zuletzt bereits mit mehreren Behördenanweisungen Regulierungen beim Kohlebergbau zurückgenommen. Trump hatte im Wahlkampf versprochen, dass er Tausende arbeitslos gewordene Kohlebergleute wieder in Lohn und Brot bringen will. Der Kohlebergbau ist jedoch vor allem durch einen Verfall von Nachfrage und Preisen auf den Weltmärkten unter Druck geraten, weniger durch politische Eingriffe.

Kultur

Netflix plant Film über norwegischen Terroristen Breivik

Netflix und der britische Regisseur Paul Greengrass planen einen Film über die Anschläge des norwegischen Massenmörders Anders Behring Breivik. Wie die Kinoportale Variety und Deadline gestern berichteten, konnte sich der US-Streamingdienst die Produktionsrechte für den brisanten Stoff sichern.

Bei Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utöya im Juli 2011 hatte der rechtsextreme Norweger 77 Menschen getötet, darunter viele Kinder und Jugendliche. Dafür war er zu 21 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt worden.

Greengrass, der mit Matt Damon drei Filme der „Bourne“-Reihe drehte, ist auch für den Thriller „Captain Phillips“, den Flugterrorfilm „Flug 93“ und das Nordirland-Drama „Bloody Sunday“ bekannt. Nach Angaben von Deadline will Greengrass noch in diesem Herbst in Norwegen drehen. Die Hollywood-Produzenten Scott Rudin („Captain Phillips“, „Steve Jobs“) und Greg Goodman („Jason Bourne“) wirken ebenfalls mit.

Originalpartitur von „Eleanor Rigby“ wird versteigert

Die Originalpartitur des Beatles-Songs „Eleanor Rigby“ soll am 11. September versteigert werden. Wie das Auktionshaus Omega Auctions gestern mitteilte, schrieb Beatles-Produzent George Martin die Noten mit der Hand. Der Auktionator schätzt den Wert des Notenblatts zu dem Stück, das 1966 auf der B-Seite der Single „Yellow Submarine“ erschien, auf 20.000 Pfund (22.000 Euro).

Beatles-Partitur

APA/AFP/Omega Auctions

Auf der mit Bleistift geschriebenen Partitur vermerkte Produzent Martin, dass das Lied mit vier Violinen, zwei Bratschen und zwei Cellos in den Londoner Abbey Road Studios aufgenommen werden sollte. Das Blatt trägt seine Unterschrift und die von Paul McCartney.

Lifestyle

Leute

Netz lacht über Trumps direkten Blick in Sonnenfinsternis

US-Präsident Donald Trump hat mit Ehefrau Melania und Sohn Barron vom Balkon des Weißen Hauses die Sonnenfinsternis bewundert. Trotz der schon Wochen im Voraus in allen Medien immer wieder geäußerten Warnung, man dürfe nicht ohne spezielle Brillen in die verdunkelte Sonne blicken, schaute Trump dabei auch kurz auch ohne Brille in die in Washington zu bestaunende partielle Sonnenfinsternis.

In den sozialen Netzwerken machten sich umgehend Viele über Trump lustig. Das Boulevard-Blatt „New York Daily News" twitterte gleich ihren Aufmacher: Nicht besonders hell! Trump ignoriert Fake News Warnung, schaut in die Sonne“

Mehrere User wurden durch die Szene zu Kurzdialogen inspiriert. Etwa: Mitarbeiter: „Sie müssen die Sonnenfinsternis-Gläser tragen.“ Trump: „Hat Obama sie getragen?“ Mitarbeiter: „Ja, es ist eine Vorsichtsmaßnahme.“ Trump: „Dann ist es entschieden. Keine Brillen.“

Ein anderer User, erfand folgenden Text zum Bild:
„Wissenschaftler: Schauen Sie während der Finsternis nicht direkt in die Sonne. Trump: Halten Sie meine Brillen.“

Als Trump ohne Brillen seinen Kopf in Richtung Sonne hob, war laut TV-Sender ABC ein Mitarbeiter des Sicherheitsteams zu hören, wie er rief: „Schauen Sie nicht hinauf!“

Hacker stahlen Nacktfotos von Vonn und Woods

Unbekannte haben das Handy von US-Skistar Lindsey Vonn gehackt und Nacktfotos von ihr und ihrem Ex-Freund Tiger Woods gestohlen. „Es ist ein abscheulicher und widerwärtiger Eingriff in die Privatsphäre, wenn jemand private und intime Fotos stiehlt und sie illegalerweise veröffentlicht“, teilte Vonns Sprecher gestern (Ortszeit) dem US-Portal People.com mit.

Die Fotos sind mittlerweile auf einigen Websites zu sehen, wogegen die Sportlerin rechtliche Schritte einleiten will. „Sie glaubt, dass die Personen, die für das Hacken ihres privaten Handys, sowie die Websites, die dieses abscheuliche Verhalten fördern, mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden sollten.“

Die Fotos entstanden dem Bericht zufolge vor einigen Jahren, als Vonn und der Profigolfer noch ein Paar waren. Die beiden hatten sich 2015 getrennt. Nach Angaben des US-Promiportals TMZ.com hat auch Woods einen Anwalt eingeschaltet. Neben den beiden Sportlern seien auf Websites weitere Nacktfotos von Prominenten veröffentlicht worden.