Ausland

TV: Iran will zweites AKW in Buschehr bauen

Der Iran will offenbar ein zweites Atomkraftwerk bauen. Wie das Staatsfernsehen heute unter Berufung auf Atomprogramm-Chef Fereidun Abbassi Dawani berichtete, sollen die Bauarbeiten im kommenden Jahr im südlichen Buschehr beginnen, wo seit Herbst 2011 das bisher einzige iranische Atomkraftwerk in Betrieb ist. Es war nach jahrzehntelanger Bauzeit und zahlreichen Verzögerungen mit russischer Hilfe errichtet worden.

Das neue AKW soll eine Leistung von tausend Megawatt haben und im „kommenden Jahr“ gebaut werden, wie Dawani ankündigte. Bei der Zeitangabe bezog er sich auf den iranischen Kalender, bei dem das Jahr 2013 im März beginnt. Ob Russland auch am Bau des neuen Kraftwerks beteiligt ist, sagte Dawani nicht.

Der Bau des ersten Atomkraftwerks in Buschehr war vor der iranischen Revolution 1979 von Deutschland unterstützt worden. 1995 hatte Russland die Arbeiten fortgesetzt und liefert auch den notwendigen Brennstoff. In Teheran betreibt der Iran außerdem einen Forschungsreaktor.

Iran beharrt auf Urananreicherung auf 20 Prozent

Der Iran will seine umstrittene Urananreicherung nicht aussetzen. Teheran habe „keinen Grund“, die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent zu stoppen, wurde der Chef des iranischen Atomprogramms, Dawani von der Zeitung „Khorasan“ zitiert. Zur Begründung sagte Dawani, dass der Iran nur so viel angereichertes Uran produziere, wie er für seinen Forschungsreaktor benötige: „Nicht mehr und nicht weniger.“

Mehrere westliche Regierungen verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms heimlich an einer Atombombe zu arbeiten. Teheran weist das zurück. Die Urananreicherung auf 20 Prozent steht im Mittelpunkt des Konflikts, über den der Iran diese Woche in Bagdad mit den UNO-Vetomächten und Deutschland beraten hatte. Es wird befürchtet, dass Teheran mit einer Anreicherung auf 90 Prozent später waffenfähiges Uran produzieren kann. Der Westen versucht daher, den Iran von der Anreicherung auf 20 Prozent abzubringen.

Am Freitag hatte die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) mitgeteilt, dass in Proben aus dem Iran sogar Spuren von Uran gefunden wurden, das auf 27 Prozent angereichert worden war. Die iranischen Behörden hatten den höchsten Urananreicherungswert bisher offiziell mit knapp unter 20 Prozent angegeben. Bei den Gesprächen in Bagdad konnten sich die Beteiligten lediglich darauf einigen, Mitte Juni zu weiteren Verhandlungen in Moskau zusammenzukommen.

Afghanische Familie bei NATO-Bombardement ausgelöscht

Bei einem NATO-Luftangriff in der ostafghanischen Provinz Paktia sind nach Angaben der Provinzregierung acht Zivilisten getötet worden, darunter sechs Kinder. Die Eltern und alle ihre Kinder seien ums Leben gekommen, als ihr Haus in der Nacht auf heute bombardiert worden sei, sagte der Sprecher des Provinzgouverneurs, Rohullah Samun. Anderen Quellen zufolge waren sogar sieben Kinder betroffen.

Es sei unklar, was das Ziel des Angriffs gewesen sei. Ein Sprecher der NATO-geführten Schutztruppe ISAF sagte, man untersuche die Vorwürfe über zivile Opfer. Die ISAF teilte heute mit, bei mehreren Sprengstoffanschlägen am Vortag seien im Süden des Landes vier ihrer Soldaten getötet worden. Die Schutztruppe machte wie üblich keine Angaben zur Nationalität der Opfer.

Seit Jahresbeginn kamen damit laut der unabhängigen Website Icasualties.org insgesamt 169 internationale Soldaten in Afghanistan ums Leben. In dem Land am Hindukusch sind derzeit rund 130.000 ausländische Soldaten stationiert. Bis Ende 2014 sollen alle NATO-Kampftruppen abgezogen werden.

Amnesty kritisiert Gesetz zu Versammlungsrecht in Quebec

In die Studentenproteste in der kanadischen Provinz Quebec hat sich nun auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) eingeschalten. Das unlängst erlassene Gesetz, das die Demonstrationsfreiheit einschränke, sei eine „Schmähung der Grundrechte“ und verstoße auf allen Ebenen gegen die Menschenrechte, erklärte die Organisation auf ihrer Website.

Es sei „unvernünftig und inakzeptabel“, von Bürgern zu verlangen, sich jedes Mal an die Behörden zu wenden, wenn sie ein Grundrecht einfordern wollten, sagte Javier Zuniga von AI.

Die Organisation forderte das Parlament in Quebec auf, das Gesetz unverzüglich abzuschaffen und erneuerte zudem ihre Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung der jüngsten gewaltsamen Vorfälle bei den Protesten. Die Proteste in Quebec halten seit Monaten an und richten sich gegen höhere Studiengebühren und ein „Sondergesetz“, das das Versammlungsrecht einschränkt und Streikposten vor Bildungseinrichtungen verbietet.

10.000 Menschen bei Protestmarsch in Montreal

In der kanadischen Stadt Montreal sind gestern Abend erneut rund 10.000 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen eine Einschränkung des Demonstrationsrechts zu protestieren. Die Demonstration verlief überwiegend in friedlicher und fröhlicher Stimmung. Die Demonstranten, die zum Teil mit Fahrrädern, Skateboards und Rollschuhen unterwegs waren, schwenkten rote Fahnen und die Flagge von Quebec, und machten mit Kochtöpfen, Pfeifen und Nebelhörnern lautstark auf sich aufmerksam.

Obwohl die Demonstration eigentlich nicht genehmigt war, schritt die Polizei nicht ein. Kleine Gruppen von Beamten folgten den Demonstranten auf Pferden, Fahrrädern und mit Polizeiautos. Festgenommen wurde nur ein wütender Autofahrer, der sich über eine Straßensperrung aufregte. Auch in anderen Städten wie Quebec und Trois-Rivieres gab es Demonstrationen.

Diener des Papstes drohen 30 Jahre Haft

Bis zu 30 Jahre Haft drohen dem Kammerdiener von Papst Benedikt XVI., Paolo Gabriele, der im Zuge des seit Wochen schwelenden Enthüllungsskandals im Vatikan festgenommen worden ist. Dem 46-Jährigen werde ein „Anschlag auf die Sicherheit des Papstes“ vorgeworfen, weil er vertrauliche Dokumente weitergegeben habe, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“.

Papst Benedikt XVI. hat nach Angaben aus seinem Umfeld „betrübt und schockiert“ auf die neuesten Enthüllungen in der Affäre um die Weitergabe vertraulicher Vatikan-Dokumente an die Medien reagiert.

Mehr dazu in „Kriminelle Taten“

lslamisten und Tuareg wollen Staat im Norden Malis schaffen

Die islamische Rebellengruppe Ansar Dine und die Nationale Bewegung zur Befreiung von Azawad (NMLA) haben die Errichtung eines unabhängigen islamischen Staats in dem von ihnen besetzten Norden Malis angekündigt.

Der Führer von Ansar Dine, Alghabass Ag Intalla, sagte gestern, dass seine Bewegung sich dafür mit der säkularen NMLA vereinen wolle. Am Abend sei in der Stadt Gao eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet worden.

Sowohl in Gao als auch in Timbuktu wurde die Nachricht von Anhängern mit Freudenschüssen gefeiert. „Ich habe gerade ein Abkommen unterzeichnet, das einen unabhängigen islamischen Staat vorsieht, in dem islamisches Recht gilt“, sagte Ag Intalla.

Bisher scheiterte eine Einigung zwischen den Islamisten und der NMLA vor allem daran, dass die säkulare NMLA gegen die Einführung islamischen Rechts war. Ansar Dine wiederum sprach sich bisher gegen die von der NMLA angestrebte Schaffung eines unabhängigen Staates für die Tuareg in Mali aus. Ansar Dine unterhält Verbindungen zur Al-Kaida im islamischen Maghreb.

Niederländischer NS-Kriegsverbrecher Faber tot

Der ehemalige niederländische SS-Mann und Kriegsverbrecher Klaas Carel Faber ist tot. Er starb vergangenen Donnerstag im Alter von 90 Jahren im Klinikum im bayerischen Ingolstadt, wie Klinikkreise der Deutschen Presse-Agentur heute bestätigten.

Faber war im Jahr 1947 für den Tod von Gefangenen im holländischen Transitlager Westerbork in seiner Heimat zum Tode verurteilt worden. Er soll nach niederländischen Angaben mindestens 22 Juden und Widerstandskämpfer ermordet haben. Faber gab die Beteiligung am Mord an mindestens sechs Menschen zu.

Nachdem seine Strafe 1948 in lebenslange Haft umgewandelt worden war, gelang ihm 1952 die Flucht nach Deutschland. Bis zuletzt lebte er unbehelligt in Ingolstadt. Das sorgte für diplomatischen Unmut zwischen Deutschland und den Niederlanden. Über Fabers Tod hatten gestern bereits der „Donaukurier“ und niederländische Medien berichtet. Todesursache war Nierenversagen. Faber wurde bereits vor einer Woche ins Krankenhaus gebracht und war durch Vorerkrankungen geschwächt.

Jahrelanger Justizstreit endet

Mit seinem Tod endet ein jahrzehntelanger Justizstreit zwischen Deutschland und den Niederlanden um die Auslieferung des NS-Kollaborateurs an das Nachbarland. Deutschland lehnte das ab. Im Jahr 2010 stellten die Niederlande einen europäischen Haftbefehl für Faber aus.

Der 1922 im niederländischen Haarlem geborene Faber war in Deutschland unter anderem vom „Führererlass“ von Adolf Hitler geschützt, nach dem alle niederländischen Freiwilligen der Waffen-SS automatisch deutsche Staatsbürger waren. Deutsche dürfen zur Strafvollstreckung nur ausgeliefert werden, wenn sie dem zustimmen.

Inland

Gelassenheit nach China-Kritik an Dalai-Lama-Besuch

Das Wiener Außenministerium hat auf die Kritik Chinas am Besuch des Dalai Lamas in Wien und seinen Treffen mit Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) mit Gelassenheit reagiert.

„Das war zu erwarten“, hieß es heute auf Anfrage der APA. Es handle sich aber um den Besuch eines Religionsführers, womit es keine Widersprüche zur österreichischen Diplomatie gegenüber China gebe. Österreichs Ein-China-Politik sei weiter aufrecht.

Das Außenamt habe den chinesischen Botschafter außerdem im Voraus über den Besuch des Oberhauptes der tibetischen Buddhisten informiert, hieß es. Spindelegger war am Freitag mit dem Dalai Lama zusammengetroffen, Faymann gestern im Rahmen eines Frühstücks.

Fischer verteidigt Nicht-Treffen mit Dalai Lama

Bundespräsident Heinz Fischer war mit dem Dalai Lama nicht zusammengekommen. Er stellte aber in einem Interview mit der Tageszeitung „Kurier“ (Sonntag-Ausgabe) klar, dass sich Österreich als souveräner Staat „von niemandem vorschreiben“ lasse, „wer unser Land besuchen darf und hier empfangen wird und wer nicht“.

Gestern hatte es einen offiziellen Protest aus Peking gegeben. In einer schriftlichen Stellungnahme des chinesischen Außenministeriums wurden die Treffen „als schwere Einmischung in die inneren Angelegenheiten Chinas“ bezeichnet.

Fekter: „Will nicht Kredite der Nachbarn zahlen“

Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) hat gestern im Ö1-Interview „Im Journal zu Gast“ ihre bekannten Positionen zur Euro-Krise bekräftigt: Die vieldiskutierten Euro-Bonds sind für Fekter keine Option. Diese seien nur für marode Länder attraktiv. Sie wolle aber nicht die Kredite der Nachbarn zahlen.

Zur Kritik an ihrer Wortwahl im Zuge der Schuldendiskussion räumte die Finanzministerin ein: „Ich artikuliere mich relativ deutlich.“

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Streit um Gymnasium: „Rechtsbruch“-Vorwurf gegen Schmied

Die ÖVP fordert Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) auf, die Klassenschülerzahlen in den AHS-Unterstufen auf das gesetzliche Maß zu senken. Schmied denkt aber nicht daran. Sie will lieber in die Neue Mittelschule investieren, die sie als Kern der gemeinsamen Schule aller Zehn- bis 14-Jährigen sieht. Die AHS-Gewerkschaft wirft Schmied Rechtsbruch vor, die Ministerin weist das zurück.

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Sport

Tennis: Paszek nimmt neuen Anlauf

Die bisherige Saison ist für Tamira Paszek alles andere als gut verlaufen. Mit den heute beginnenden French Open hofft die Vorarlbergerin auf eine Trendwende. Helfen soll ihr dabei ein erfahrener Mann: Andrei Pavel, der es einst bis zur Nummer 13 der Weltrangliste geschafft hatte, ist ihr neuer Trainer. Mit ihm und ohne Verletzungen wie zuletzt soll es mit der 21-Jährigen wieder aufwärts gehen.

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Wirtschaft

Spanische Bankia optimistisch über Staatshilfe

Die angeschlagene spanische Bank Bankia hat sich bezüglich der geforderten zusätzlichen Staatshilfen in Höhe von 19 Milliarden Euro zuversichtlich gezeigt. Er sei „sicher“, dass der spanische Staat einspringen werde, sagte Bankenpräsident Jose Ignacio Goirigolzarri gestern auf einer Pressekonferenz. Nach ihrer Sanierung mit Hilfe der Finanzspritze werde die Bank „solide, effizient und rentabel“ sein, fügte er hinzu.

Das spanische bereits teilverstaatlichte Institut hatte am Freitagabend erklärt, weitere 19 Milliarden Euro Staatshilfe zu benötigen. Der Aufsichtsrat habe einen entsprechenden Rekapitalisierungsplan gebilligt, der Hilfen in dieser Höhe vorsehe, hieß es. Bankia-Kunden könnten aber „absolutes Vertrauen“ haben, dass ihre Ersparnisse sicher sind.

Die viertgrößte spanische Bank hatte zuvor bereits 4,5 Milliarden Euro an Staatshilfen bekommen - mit den neuen Geldern stiege die staatliche Unterstützung auf 23,5 Milliarden Euro.

S&P reagierte

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) senkte indes im Zuge des erwarteten zusätzlichen Bedarfs an staatlichen Hilfen am Freitag die Bonität von Bankia von „BBB-“ auf „BB+“. Die US-Ratingagentur stufte zudem die Kreditwürdigkeit der spanischen Banken Banco Popular, Bankinter und Banca Civica sowie von BFA, dem Mutterkonzern der Bankia, herab.

Chronik

2.500 Liter Altspeiseöl ausgeronnen

Übler Gestank hat gestern im Bezirk Neusiedl am See im Burgenland einen Umwelteinsatz ausgelöst. Auf einem Grundstück in Deutsch Jahrndorf waren aus einem Tankwagen rund 2.500 Liter Flüssigkeit ausgeronnen. Es soll sich um altes Speiseöl handeln.

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Mann in Wiener Stiegenhaus zu Tode geprügelt

Aus Rache ist in Wien-Favoriten ein Mann zu Tode geprügelt worden. Weil er bei einer früheren Schlägerei als Zeuge bei der Polizei ausgesagt hatte, wurde der 48-Jährige von den Beschuldigten attackiert. Die Polizei nahm den Verdächtigen fest.

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Bremsversagen: Wohnmobil kracht gegen Mauer

Ein schwerer Verkehrsunfall hat sich gestern Nachmittag auf der Großglockner Hochalpenstraße ereignet. Beim Aufprall eines Wohnmobils gegen eine Mauer wurden fünf Personen zum Teil schwer verletzt.

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Hells Angels im Anflug auf Graz

Die „Höllenengel“ sind im Anflug: Am kommenden Wochenende findet in Unterpremstätten nahe Graz erstmals der „World Run“ der Hells Angels in der Steiermark statt. Erwartet werden 1.500 bis 2.000 Motorradrocker aus der ganzen Welt.

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Großbrand in Coburger Altstadt: 13 Verletzte

Bei einem Großbrand in der Coburger Altstadt sind heute Früh mindestens 13 Menschen verletzt worden. Sie erlitten Rauchgasvergiftungen, sagte Polizeisprecherin Beate Weiß. Wenigstens sechs denkmalgeschützte Häuser des historischen Stadtkerns brannten.

Beschädigt wurde auch ein Puppenmuseum. Der Brand war in der Früh noch nicht unter Kontrolle. Die Polizei schätzte den Schaden zunächst auf mehrere Millionen Euro.

Etwa 300 Polizisten und Feuerwehrleute kämpften gegen ein Ausbreiten der Flammen. „Die Einsatzkräfte versuchen weiterhin, die umliegenden historischen Gebäude zu sichern“, sagte Polizeisprecherin Weiß. Unter anderem sei auch das Stadtarchiv Coburgs gefährdet. Von einer Drehleiter aus sei es mit Löschwasser bespritzt worden. Feuerwehrleute versuchten damit, ein Übergreifen der Flammen auf das Archiv zu verhindern.

Einsatzkräfte suchten per Hubschrauber mit Wärmekameras nach Brandnestern, die Löscharbeiten dauerten an. Das Feuer war offenbar in einem Dachstuhl ausgebrochen. Die Brandursache war bisher unklar.

Zehnmal mehr Cäsium in Fukushima als in Tschernobyl

Schwere Kritik an der Präsentation angeblich stabiler Abklingbecken im Reaktor 4 des havarierten AKW Fukushima Daiichi durch japanische Regierungsvertreter sowie des Betreibers TEPCO hat Global 2000 geübt.

Laut der Umweltschutzorganisation habe es sich dabei um eine „trügerische Sicherheitsshow“ gehandelt, die ebenso unberechtigt gewesen wäre wie die „Jubelmeldung der Kaltabschaltung“ im Dezember 2011.

Notdürftige Kühlung

Das Abklingbecken liegt laut Global 2000 im fünften Stock des Reaktors - in 30 Meter Höhe. 1.535 Brennelemente mit 135 Tonnen Atombrennstoff (Uran, Plutonium und andere Spaltprodukte) lagern dort demnach notdürftig gekühlt. „Allein vom radioaktiven Spaltprodukt Cäsium ist zehnmal mehr enthalten, als die gesamte Tschernobyl-Katastrophe freigesetzt hat“, warnte Atomexperte Reinhard Uhrig im Gespräch mit der APA.

Ein Ausfall der Kühlung oder ein Einsturz des Beckens hätte Uhrigs Ansicht nach fatale Folgen weit über Japan hinaus: „Brennelemente ohne den Schutz von Wasser töten einen Menschen, der ihnen zu nahe kommt, in wenigen Sekunden durch die intensive Strahlung. Durch die Wärmeentwicklung würden sie an Luft in kurzer Zeit zu brennen beginnen und dann die radioaktiven Inhaltsstoffe weiträumig verteilen.“

Abtransport „viel zu spät“ vorgesehen

„Die Arbeiter haben es geschafft, das Becken prekär zu stabilisieren - im Falle eines weiteren starken Erdbebens droht es abzustürzen und seinen hoch radioaktiven Inhalt herauszuschleudern“, so der Atomfachmann. „Es ist dringend nötig, die Brennelemente aus den Abklingbecken zu entfernen und in Trockenbehältern sicher geschützt auf Bodenniveau zwischenzulagern.“

Laut Global 2000 plant Tepco erst im Herbst 2013, mit dem Abtransport der Brennelemente aus Reaktor 4 zu beginnen: „Viel zu spät: die Wahrscheinlichkeit für ein Erdbeben der Stärke 7,0 in diesem Jahr liegt nach Berechnungen japanischer Seismologen bei 70 Prozent, in den kommenden drei Jahren bei 98 Prozent.“

Finnischer Heckenschütze verhört - Motiv unklar

Die finnische Polizei tappt weiter im Dunkeln über das Motiv des 18-jährigen Heckenschützen von gestern. Der junge Mann hatte in der Nacht auf Samstag in Hyvinkää bei Helsinki auf Nachtschwärmer vor einer Bar geschossen und zwei Gleichaltrige getötet. Wie ein Behördensprecher im Rundfunksender YLE angab, sollen die Verhöre mit dem geständigen Mann heute fortgesetzt werden.

Der Finne aus der Kleinstadt Hyvinkää gab nach seiner Festnahme an, dass er seine Opfer „zufällig“ ausgewählt habe. Eine 23-jährige Polizistin wurde lebensgefährlich verletzt, als sie in einem Streifenwagen zum Tatort kam. Der Täter verletzte sechs weitere junge Leute, als er von einem Dach aus in die Menge schoss. Er hatte keine Lizenz für seine beiden Schusswaffen. Innenministerin Päivi Räsänen kündigte neue Initiativen zur Verschärfung des Waffenrechts in Finnland an.

Science

9.000 Bienenvölker verendet

Jede vierte Biene ist diesen Winter verendet, sagen die heimischen Imker. Die Umweltschutzorganisation Global 2000 präsentierte eine neue Studie, demnach seien Maisbeizmittel für Bienen noch viel gefährlicher als bisher vermutet.

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ISS-Besatzung öffnete Schleuse zu „Dragon“

Nach dem Andocken der ersten privaten Raumkapsel an der Internationalen Raumstation (ISS) haben die Astronauten gestern den unbemannten Transporter betreten. „Dragon“ rieche „wie ein nagelneues Auto“, sagte der US-Astronaut Don Pettit, nachdem er mit dem russischen ISS-Kommandanten Oleg Kononenko in die Kapsel gestiegen war.

Die ISS-Besatzung hatte den unbemannten Transporter des US-Unternehmens SpaceX am Vortag mit einem Roboterarm an die Raumstation herangezogen, wenige Stunden später dockte „Dragon“ an.

Große Ladefläche

Er habe zunächst viel Zeit damit verbracht, die Kapsel zu untersuchen, berichtete Pettit in einer aus dem All übertragenen Pressekonferenz der sechs ISS-Astronauten. Er habe sich die Instrumente und die Ausstattung angesehen und sei „sehr zufrieden“.

Pettit lobte zudem die großzügige Ladefläche: „Man könnte meinen, dass sie genauso viel Ladung transportiert wie ich in meinem Kleintransporter“, sagte Pettit. „Sie ist geräumiger als eine Sojus“, fügte er mit Blick auf die russische Raumkapsel hinzu. In den kommenden Tagen werde die ISS-Besatzung mit dem Ent- und Beladen der Fracht beschäftigt sein, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit.

Künftig auch Astronauten

„Dragon“ ist das erste private Frachtschiff, das Nachschub zur ISS bringt. Ab 2015 soll die Raumkapsel auch bis zu sieben Astronauten zur Internationalen Raumstation bringen. Sollte die Mission erfolgreich zum Abschluss kommen, hätten die USA nach dem Einstellen ihres Shuttleprogramms im vergangenen Jahr wieder einen eigenen Zugang zur ISS.

IT

Nächste Dimension für Android-Smartphones

Mit der dritten Auflage seines Topmodells, dem Galaxy S III, bringt Samsung demnächst sein erstes Quad-Core-Handy auf den heimischen Markt. Wie auch HTC bei seinem One X setzt Samsung auf ein möglichst großes Display, eine verbesserte und schnellere Kamera und die aktuelle Android-Version 4.0. Im direkten Vergleich können beide Geräte punkten - in unterschiedlichen Bereichen.

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Kultur

Düringer ruft zur inneren Rebellion auf

Mit polarisierenden Ansichten, die er in seinem Buch „Das Ende der Wut“ niedergeschrieben hat, lässt Kabarettist Roland Düringer aufhorchen. Im Ö3-„Frühstück bei mir“ schimpft er auf Politiker, die Kindererziehung und ruft dazu auf, sich zwischen Freiheit und Sicherheit zu entscheiden.

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Lady-Gaga-Konzert in Indonesien von Veranstaltern abgesagt

Das Anfang Juni in Indonesien geplante Konzert der US-Popdiva Lady Gaga wird nun endgültig nicht stattfinden. Nachdem sich die Veranstalter an Ort und Stelle zuletzt noch um eine Genehmigung des von der Polizei verbotenen Konzerts bemüht hatten, sagten sie die Show heute nun ihrerseits aus Sicherheitsgründen ab.

Das Konzert könne „leider“ nicht stattfinden, sagten Vertreter der Produktionsfirma Big Daddy. Das Management habe die Lage eingehend geprüft und angesichts von „Drohungen“ entschieden, das Konzert abzusagen. Es gehe um die Sicherheit der Sängerin und ihrer Zuschauer.

Die Islamistengruppe Verteidigerfront des Islam hatte vor einigen Wochen erklärt, falls das Konzert tatsächlich stattfinde, solle die Öffentlichkeit auf „Chaos in Jakarta“ gefasst sein. Die Polizei hatte die Show daraufhin verboten, zuletzt wollte sich Big Daddy aber noch um einen Kompromiss mit den Behörden bemühen. Für das Konzert waren bereits 50.000 Eintrittskarten verkauft worden.

Militante Islamisten in Indonesien hatten der Sängerin Gotteslästerung und Teufelsanbetung vorgeworfen. Zudem nehmen sie Anstoß an Lady Gagas Einsatz für die Rechte von Homosexuellen. Die für freizügige Kostüme und provokante Texte bekannte Musikerin will auf ihrer Welttournee in diesem Jahr insgesamt 110 Konzerte geben.

500 Jahre „Sixtina“: Der Siegeszug von Raffaels Engeln

Kaum ein Bildmotiv genießt heute größere Popularität als die zwei Engel des Renaissance-Malers Raffael. Millionenfach reproduziert tauchen sie im Alltag auf allen möglichen Gegenständen und Produkten, Souvenirs und Verpackungen auf.

Dabei war den beiden Engeln vor nunmehr 500 Jahren bloß ein Dasein als Nebendarsteller zugedacht - als kleiner Ausschnitt des Gemäldes „Sixtinische Madonna“ oder „Sixtina“. Aber so steil ihre Karriere ist, so tief ist auch ihr Fall.

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