Inland

Strache zu Republika Sprska: Blümel sieht kein Problem

Der für Europaagenden zuständige Minister Gernot Blümel (ÖVP) - er ist auch einer der Regierungskoordinatoren - sieht angesichts der Aussagen des nunmehrigen Vizekanzlers Heinz-Christian Strache (FPÖ) zur Republika Srpska keinen Grund zur Sorge. Er verwies darauf, dass Strache das betreffende Interview vor der Wahl gegeben habe und die Haltung Österreichs zu Bosnien und Herzegowina außerdem klar sei.

Sowohl FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl als auch Regierungssprecher Peter Launsky-Tieffenthal hätten bereits klargestellt, „dass die österreichische Bundesregierung an der staatlichen Integrität natürlich festhält“, sagte Blümel heute in einer Pressekonferenz.

Gestern hatte etwa der Bezirksobmann der Jungen ÖVP in Rudolfsheim-Fünfhaus, Muamer Becirovic, gefordert, die FPÖ „endlich zu zähmen“. Die FPÖ zerstöre aktiv und „mit aller Kraft“ die außenpolitischen Interessen.

„Jede Sorge übertrieben“

Er finde es bemerkenswert, dass Aussagen von Bezirksvertretern der Jungen ÖVP jetzt auch bundespolitisch relevant seien, meinte dazu Blümel, der auch Wiener Landesobmann der Volkspartei ist. Das zeige, wie wichtig die Junge ÖVP inzwischen sei. Gleichzeitig sagte er: „Deswegen ändert sich meine Aussage nicht.“

„Wir haben klargemacht, wie die Haltung für den Westbalkan ist. Es braucht eine Beitrittsperspektive für den gesamten Westbalkan. Das steht auch im Koalitionspakt, der von beiden Parteien unterschrieben worden ist. Und was die Frage Bosnien-Herzegowina an sich betrifft: Auch da gibt es absolute Klarheit“, so Blümel. Insofern glaube er, „dass da jede Sorge übertrieben ist“.

Strache für Unabhängigkeit der Republika Srpska

Strache hatte sich in einem TV-Interview vor vier Monaten gegen den Gesamtstaat Bosnien-Herzegowina und für eine Unabhängigkeit des Landesteils Republika Srpska ausgesprochen. Zudem unterstrich er „die Notwendigkeit, dass die Serben und Kroaten in Bosnien und Herzegowina das Recht bekommen sollen, selber über ihr Schicksal entscheiden zu dürfen“.

Das heutige Bosnien und Herzegowina könne als künstliche geschaffener Staat nicht funktionieren, die einzige Struktur, die in Bosnien-Herzegowina funktioniere, sei die Republika Srpska.

Karas kontert Vilimsky: Rechtsfraktion schadet Österreich

Der Schlagabtausch zwischen dem ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament, Othmar Karas, und dem freiheitlichen Europaabgeordneten Harald Vilimsky dauert an. Karas rieb sich neuerlich am Festhalten der FPÖ an der umstrittenen gemeinsamen Fraktion mit dem rechtsextremen Front National unter Marine Le Pen. Karas sagte, wer an der ENF-Fraktion festhalte, schade Österreich.

Außerdem „stellt er sich außerhalb des parteiübergreifenden europapolitischen Grundkonsens im Europaparlament und in Österreich“, so Karas weiter. Schließlich wolle, wer Mitglied in der ENF-Fraktion sei, „keine handlungsfähige gemeinschaftliche EU, die sich zur Politischen Union weiterentwickelt. Und er will keine EU, die der Sprecher des Kontinents in der Welt ist. Frau Le Pen hat erst vor wenigen Stunden erneut zum Widerstand gegen die EU aufgerufen, und das sind keine Fake News“, sagte Karas.

FPÖ bleibt ENF-Mitglied

Vilimsky hatte zuletzt gesagt, die FPÖ werde Teil der ENF bleiben, „weil es eine gute arbeitstechnische Basis für uns ist“ und sich die Partei auch „völlig frei bewegen“ könne. „Wir haben in den Gesprächen mit (Bundeskanzler Sebastian, ÖVP, Anm.) Kurz vereinbart, dass internationale Allianzen kein Thema sind“, so Vilimsky im „Standard“.

Europapolitisch meinte er, dass sich „die Kurz-ÖVP thematisch auf uns zubewegt“. Die Kritik von Karas wies er zurück. Karas agiere „in absolutem Widerspruch“ zur ÖVP, so Vilimsky, das ÖVP-Regierungsteam hingegen würde es „sehr ehrlich meinen“.

Arbeitsbeschränkung für Kroaten soll verlängert werden

Bis 1. Juli 2018 - fünf Jahre nach Kroatiens EU-Beitritt - dürfen Kroaten nicht wie andere EU-Bürger ohne Einschränkungen in Österreich arbeiten. Die Bundesregierung überlege, diese Frist um zwei Jahre zu verlängern, berichtete der „Kurier“. Damit würde die volle Freizügigkeit erst ab 1. Juli 2020 gelten. Dazu müsste in den nächsten Monaten ein Antrag in Brüssel gestellt werden.

Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) sagte laut „Kurier“ (Freitag-Ausgabe): „Wir erwägen die Übergangsfrist mit Kroatien von sieben Jahren voll auszuschöpfen. Der österreichische Arbeitsmarkt verträgt derzeit die völlige Öffnung für Arbeitnehmer aus Kroatien nicht. Wir müssen Rücksicht auf 400.000 Arbeitslose in Österreich nehmen.“

Regierungssprecher Peter Launsky-Tieffenthal bestätigte laut „Kurier“ die Überlegungen: „Die Bundesregierung erwägt eine Verlängerung der Frist, die derzeit geprüft wird. Die Sozialministerin wird zeitgerecht eine entsprechende Begründung ausarbeiten und der Europäischen Kommission mitteilen.“

Auch nach dem EU-Beitritt anderer osteuropäischer Länder hatte Österreich den freien Zugang zum Arbeitsmarkt für die maximal möglichen sieben Jahre beschränkt.

Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen bei Akademikerball

Die Veranstalter des rechten Akademikerballs in Wien haben aufgrund angekündigter Protestaktionen die Sicherheitsmaßnahmen bei der Veranstaltung verstärkt. Man habe in der Hofburg hochauflösende Kameras mit Gesichtserkennung installiert, sagte Organisator Udo Guggenbichler im Gespräch mit der APA. Ein Grund ist die Ankündigung der feministischen Burschenschaft Hysteria, die Mitternachtseinlage zu gestalten.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Ausland

Türkei greift kurdische Dörfer in Nord-Syrien an

Die türkische Armee hat in der Nacht auf Freitag mit massivem Beschuss kurdischer Dörfer in der syrischen Grenzregion Afrin begonnen. Nach Angaben der Kurdenmiliz YPG schlugen etwa 70 Granaten in mehreren Ortschaften ein. Der türkische Verteidigungsminister Nurettin Canikli sagte, damit habe de facto die seit Tagen angekündigte Offensive gegen die YPG begonnen.

Soldaten hätten die Grenze aber noch nicht überschritten, sagte der Minister dem Sender AHaber. Seine Regierung stimme sich weiter mit Russland über die Militäraktion ab. Russland unterstützt den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad im Kampf gegen die Aufständischen.

Kurdische Milizen im Visier

Die türkische Regierung hat angekündigt, in Afrin sowie im 100 Kilometer östlich gelegenen Manbij einzugreifen, um gegen die kurdische Miliz YPG vorzugehen. Das Gebiet südlich davon wird von syrischen Truppen beherrscht. Die Türkei verfolgt das Erstarken kurdischer Milizen in Syrien schon lange mit Argwohn.

Die Regierung in Ankara betrachtet die YPG als Schwesterorganisation der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK, die in der Türkei seit Jahrzehnten für mehr Autonomie der Kurden kämpft. In dem Konflikt sind Zehntausende Menschen getötet worden.

Orban will US-Milliardär Soros „von Ungarn fernhalten“

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban droht dem liberalen US-Milliardär George Soros mit einem Aufenthaltsverbot in Ungarn. Ein vor zwei Tagen von seiner Regierung präsentierter Gesetzesentwurf diene dazu, dass „man jene, die die Migration organisieren und finanzieren, von Ungarn fernhalten kann“, sagte der rechtsnationale Politiker heute im öffentlichen Rundfunk.

„George Soros kann zum Beispiel von der Umsetzung des ‚Soros-Plans‘ absehen, und dann betrifft ihn das neue Gesetz nicht“, fügte er hinzu.

Strafsteuer für NGOs

Der Gesetzesentwurf mit dem Namen „Stopp-Soros-Paket“ sieht vor, dass ausländische Staatsbürger, die sich in Ungarn in der Flüchtlingshilfe engagieren, des Landes verwiesen werden können. Zivilorganisationen, die Flüchtlingen helfen und Unterstützung aus dem Ausland erhalten, können mit einer Strafsteuer von 25 Prozent auf die ausländischen Förderungen belegt werden.

Der Entwurf spricht zwar von „Organisationen, die die illegale Migration unterstützen“, doch aus den Aussagen Orbans und anderer Regierungspolitiker geht hervor, dass damit auch Zivilorganisationen gemeint sind, die Asylwerbern juridischen Beistand gewähren oder sie mit Lebensnotwendigem versorgen. Viele dieser Organisationen werden in Ungarn von Soros-Stiftungen gefördert.

Die Orban-Regierung unterstellt dem gebürtigen Ungarn Soros, die Einwanderung von Muslimen nach Europa zu organisieren, um Europa seiner „christlichen und nationalen Identität“ zu berauben. Beweise für die Existenz des „Soros-Plans“ hat sie nicht vorgelegt.

Rohingya-Protest gegen Rückführung nach Myanmar

Hunderte Rohingya-Flüchtlinge haben heute in Bangladesch gegen ihre geplante Rückführung nach Myanmar protestiert. In Sprechchören und auf Transparenten forderten sie, in Myanmar als Staatsbürger anerkannt zu werden und Sicherheitsgarantien für ihre Rückkehr zu erhalten.

Der Protest ging einem Besuch der UNO-Sonderberichterstatterin Yanghee Lee in den Flüchtlingslagern im Südosten Bangladeschs voraus. Dort leben mittlerweile eine Million Angehörige der muslimischen Minderheit.

750.000 Rohingya sollen zurückkehren

Myanmar und Bangladesch haben vereinbart, etwa 750.000 Rohingya-Flüchtlinge, die seit Oktober 2016 in Bangladesch eintrafen, binnen zwei Jahren in den Bundesstaat Rakhine zurückzuschicken. Myanmar sagte zu, behelfsmäßige Lager für die Flüchtlinge zu errichten. Die Rückführung soll kommende Woche beginnen.

UNO-Vertreter und Menschenrechtsaktivisten meldeten Zweifel an den Plänen an. Ihrer Meinung nach muss die Rückkehr freiwillig erfolgen. Viele Rohingya wollen aus Angst vor neuer Gewalt nicht nach Myanmar zurückkehren.

Konflikt eskalierte im August

Die muslimischen Rohingya werden in Myanmar seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Weite Teile der buddhistischen Mehrheit in Myanmar betrachten sie als staatenlose Einwanderer aus Bangladesch, obwohl viele Rohingya schon seit Generationen in dem südostasiatischen Land leben.

Ende August eskalierte der Konflikt, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und Dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt. Die UNO stufte das Vorgehen der Armee gegen die Rohingya als „ethnische Säuberung“ ein.

Boris Johnson für Brücke über den Ärmelkanal

Der britische Außenminister Boris Johnson wirbt für eine Brücke über dem Ärmelkanal. „Gute Verbindungen“ zwischen Frankreich und Großbritannien seien wichtig, zitierten britische Medien Johnson heute, einen Tag nach dem britisch-französischen Regierungsgipfel in Sandhurst westlich von London.

„Es ist doch verrückt, dass zwei der stärksten Volkswirtschaften der Welt mit einer Eisenbahnstrecke verbunden sind, obwohl sie nur 22 Meilen (etwa 35 Kilometer) auseinanderliegen“, sagte Johnson. Seine Idee stieß bei Bauexperten und Politikern auf ein geteiltes Echo - die Reaktionen reichten von „technisch machbar“ bis „Clownerie“.

Bei dem Treffen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der britischen Premierministerin Theresa May und mehrerer Minister in Sandhurst war auch die Einrichtung einer Expertenrunde für Großprojekte vereinbart worden. Dort soll Johnson seinen Brückenvorschlag am Rande erwähnt haben.

Brücke immer wieder als Idee

Vorschläge für eine Straßenbrücke über dem Meer hatte es bereits in den 1980er Jahren gegeben, sie waren damals aber verworfen worden. Architekten hatten in den 60er Jahren sogar die Vision einer Brückenstadt über dem Ärmelkanal ins Spiel gebracht.

Eine Zugsverbindung zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland besteht seit 1994 durch den Eurotunnel. Er ist mit 50 Kilometern der drittlängste Eisenbahntunnel der Welt, 38 Kilometer davon verlaufen unter dem Meer. Außerdem verkehren Fähren zwischen beiden Ländern.

Serbien kritisiert Nichteinbindung bei Mordermittlung

Serbiens Behörden haben die Entscheidung des Kosovo heftig kritisiert, dass serbische Ermittler nicht in die Bemühungen um die Aufklärung des Mordanschlags auf Oliver Ivanovic eingebunden werden.

Prishtina lehne die Zusammenarbeit ab, um zu verhindern, dass die Motive, Täter und Auftraggeber entdeckt würden, so Serbiens Innenminister Nebojsa Stefanovic.

Der kosovarische Premier Ramush Haradinaj hatte erklärt, dass für die Untersuchung des Mordangriffs auf den serbischen Politiker nur kosovarische Ermittler zuständig seien. Ein Austausch von Informationen mit serbischen Behörden wäre allerdings willkommen. Belgrad hatte nach dem Mord Ivanovics von der EU-Rechtsstaatsmission EULEX und der UNMIK gefordert, an den Ermittlungen teilzunehmen.

Identität des Wagenbesitzers bekannt

Die Polizei im Kosovo ließ unterdessen wissen, dass die Identität jener Person festgestellt worden sei, die 2017 den Wagen gekauft habe, aus dem Ivanovic Dienstagfrüh vor Büroräumen seiner Partei in Nordmitrovica erschossen worden war. Es würde sich um eine Person handeln, die sich in Serbien aufhalte, hieß es. Auch habe sich der Wagen zwischen 2009 und 2017 im Besitz von Personen in Serbien befunden.

Der Polizeisprecher in Nordmitrovica, Besim Hoti, konnte allerdings nicht sagen, ob es sich um Serben oder Albaner gehandelt habe. Der Opel Astra war laut früheren Polizeiangaben 1994 von einem Österreicher serbischer Abstammung gekauft worden, der allerdings vor geraumer Zeit gestorben war.

Berlusconis Mitte-rechts-Bündnis legt Wahlprogramm fest

Rund sechs Wochen vor der Parlamentswahl in Italien hat sich das Mitte-rechts-Bündnis von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi auf ein Wahlprogramm verständigt. „Gemeinsam werden wir siegen“, twitterte Berlusconi gestern nach der Unterzeichnung des Dokuments.

Zu der in Meinungsumfragen führenden Allianz gehört neben Berlusconis Partei Forza Italia die ausländerfeindliche Rechtspartei Lega Nord und die Rechtspartei Fratelli d’Italia (Brüder Italiens). Die endgültige Fassung des Wahlprogramms wurde zunächst nicht veröffentlicht.

Berlusconi darf vorerst nicht Premier werden

Im Vorfeld hatten sich die Parteien auf eine schärfere Einwanderungspolitik sowie Steuersenkungen verständigt. Zudem wollen sie die geplante Erhöhung des Pensionsantrittsalters stoppen.

Umfragen zufolge könnte das Bündnis die Wahl am 4. März gewinnen, dabei aber die absolute Mehrheit verfehlen. Wer bei einem Sieg Ministerpräsident werden soll, ist noch offen. Der 81-jährige Berlusconi bekräftigte, er sei dazu bereit. Weil er aber wegen Steuerbetrugs verurteilt ist, darf er vorerst kein öffentliches Amt bekleiden. Dagegen hat er vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte geklagt. Eine Entscheidung dürfte jedoch erst nach der Wahl fallen.

„Kultur des Schweigens“ zu Missbrauch in UNO

Dutzende Mitarbeiterinnen der Vereinten Nationen haben einem Medienbericht zufolge sexuellen Missbrauch erlitten. Wie der britische „Guardian“ unter Berufung auf Gespräche mit derzeitigen und ehemaligen UNO-Mitarbeitern berichtet, herrsche in der internationalen Organisation allerdings eine „Kultur des Schweigens“ und der Straflosigkeit.

Auf Opfer werde oft Druck ausgeübt, die mutmaßlichen Täter würden nicht bestraft und blieben in ihren Ämtern, hieß es in dem Bericht. 15 Befragte gaben an, in den letzten fünf Jahren sexuelle Belästigung erlebt zu haben, sieben von ihnen hatten das intern gemeldet. Die in mehr als zehn Ländern arbeitenden Opfer wollten aus Angst anonym bleiben, schrieb der „Guardian“.

Bei Meldung „Karriere vorbei“

Viele fürchten die Folgen einer Beschwerde: „Wenn man es meldet, dann ist deine Karriere vorbei“, sagte eine Frau dem Blatt. Drei Frauen, die Übergriffe gemeldet hatten, gaben an, seitdem entweder ihre Arbeit verloren oder mit Kündigung bedroht worden zu sein. Die mutmaßlichen Täter seien weiterhin auf ihren Posten.

Eine Frau berichtete von einer Vergewaltigung durch einen Vorgesetzten. Eine interne Untersuchung habe trotz medizinischer Untersuchungen und Zeugenaussagen keine ausreichenden Beweise für die Tat gefunden.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres wolle „unerbittlich“ mit dem Thema umgehen, sagte sein Sprecher Stephane Dujarric in New York. Es gehe dabei auch um Gleichbehandlung der Geschlechter und Machtgleichheit. Die Organisation wolle nun die Mitarbeiter befragen und eine Anlaufstelle einrichten.

Sport

Skiflug-WM: Norweger starten hoch motiviert

Die norwegische Mannschaft ist der große Favorit bei der heute beginnenden Skiflug-WM. Nach dem Doppelsieg bei der Generalprobe auf dem Kulm reiste das Team des österreichischen Trainers Alexander Stöckl hoch motiviert nach Oberstdorf. „Wir sind mannschaftlich schon den gesamten Winter stark“, sagte Stöckl, der aber auch Stefan Kraft bei den Titelkämpfen einiges zutraut. Die Deutschen, Polen und Slowenen seien ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Ski alpin: Österreicher greifen in Kitz-Super-G an

Mit dem Super-G auf verkürzter Strecke wird das Hahnenkamm-Wochenende heute (13.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) eröffnet. Österreichs Herren um Vorjahressieger Matthias Mayer gehen mit berechtigten Hoffnungen auf zumindest einen Spitzenplatz ins Rennen. Sechs von neun möglichen Podestplätzen gingen in dieser Saison an die Österreicher. Den bisher einzigen Sieg holte Vincent Kriechmayr in Beaver Creek, der zweite Streich des ÖSV-Teams könnte nun in Kitzbühel folgen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Athen will weitere Häfen verpachten

Das schuldengeplagte Griechenland kommt bei seinen Privatisierungen voran. Nach der Verpachtung der zwei größten Häfen Piräus und Thessaloniki sollen nun weitere wichtige Hafenanlagen privatisiert werden, sagte ein hoher Funktionär des griechischen Finanzministeriums der dpa.

Unter anderem soll der Hafen von Alexandroupoli im äußersten Nordosten des Landes verpachtet werden. Er könnte eine Drehscheibe für den Transport von Erdgas werden. Amerikanische Unternehmen planen dort ein Gasdepot zu bauen. Der Hafen hat eine Bahnanbindung, die Griechenland mit Ost- und Mitteleuropa verbindet.

Bereits 14 Flughäfen verpachtet

Verpachtet werden sollen auch der touristisch wichtige Hafen der Jetset-Insel Mykonos und jene von Korfu und Heraklion auf Kreta. Auf der Liste des Privatisierungsfonds und der Schuldenagentur stehen auch die Häfen Lavrion und Elefsina im Großraum Athen sowie die Häfen Patras und Igoumenitsa, die als Tore nach Italien gelten.

Das völlig überschuldete Griechenland bekommt seit Jahren Hilfsgelder, die an Sparprogramme, Privatisierungen und Strukturreformen geknüpft sind. Athen hat sich verpflichtet, Privatisierungen zu beschleunigen. 14 Flughäfen wurden bisher verpachtet.

Paris und Berlin planen Regulierung für Bitcoin

Bitcoin ist die bekannteste der mittlerweile über 1.400 Kryptowährungen und steht sinnbildlich für die neue Art der digitalen Zahlungsmittel. Im vergangenen Jahr sorgte die Währung mit ihrem rasanten Aufstieg für Aufsehen.

Zuletzt brachte sie hingegen ihr Kursverfall in die Schlagzeilen. Es mehren sich die Stimmen, die nach einer strengeren Regulierung der Kryptowährung rufen. Nun wollen Paris und Berlin einen Vorstoß unternehmen.

Mehr dazu in Vorschläge für G-20-Treffen

Chronik

Erneut Angriff in russischer Schule - sechs Verletzte

Beim dritten Angriff in einer russischen Schule innerhalb einer Woche hat ein Neuntklässler sechs Menschen verletzt. Der zehnjährige Bub griff heute in Ulan-Ude in der sibirischen Region Burjatien Schüler einer siebenten Klasse mit einer Hacke an, wie das Staatliche Ermittlungskomitee in Moskau mitteilte. Außerdem zündete er im Klassenzimmer einen Molotowcocktail.

Verletzt wurden fünf Schüler und eine Lehrerin. Auch der mutmaßliche Täter sei nach einem Suizidversuch ins Krankenhaus gebracht worden. Erst am Montag hatten zwei Schüler höherer Klassen in der Stadt Perm am Ural Volksschüler mit Messern angegriffen - es gab 15 Verletzte. Am Mittwoch stach ein 16-Jähriger in einer Dorfschule im sibirischen Gebiet Tscheljabinsk auf einen Mitschüler ein.

Der Präsidentenvertreter für Sibirien, Sergej Menjailo, schloss einen Zusammenhang der Vorfälle nicht aus. „Ich bin sicher, dass die Ermittlungen ergeben werden, dass es einen Organisator gibt“, sagte er laut Agentur Interfax. Die Behörden richteten den Blick auf Gruppen in Sozialen Netzwerken, die sich mit Amokläufen an Schulen beschäftigen. Solche Gruppen würden gesperrt, kündigte das russische Telekommunikationsministerium an.

Kapstadt beschränkt Wasser wegen Dürre drastisch

In Südafrikas Touristenmetropole Kapstadt wird die Wasserversorgung wegen der anhaltenden Dürre nochmals drastisch reduziert. In den nächsten fünf Monaten dürften Einwohner nur noch 50 Liter Trinkwasser pro Tag verbrauchen, erklärte die Stadtverwaltung. Zuletzt galt noch ein Tageslimit von 87 Litern pro Person.

Hinweisschild kündigt Wasserrationen an

Reuters/Mike Hutchings

Für Haushalte, die mehr Wasser verbrauchen, soll der Wasserpreis von Februar an nochmals drastisch erhöht werden. „Wir können die Menschen nicht mehr bitten, kein Wasser mehr zu verschwenden. Wir müssen sie zwingen“, so die Stadtverwaltung.

„Stunde null“ droht im April

Mit den drastischen Maßnahmen will die Stadt die nach derzeitigem Stand am 21. April drohende „Stunde null“ abwenden - dann müsste die Stadtverwaltung das Wasser komplett abstellen. Die rund 4,5 Millionen Einwohner müssten dann ihr Wasser unter Aufsicht von Militär und Polizei an 200 Verteilungspunkten holen.

In den kommenden fünf Monaten darf jeder Einwohner nur noch 50 Liter Trinkwasser am Tag verbrauchen.

Doch der Wasserverbrauch der Stadt liegt immer noch über einem nachhaltigen Wert. Es sei unglaublich, dass eine Mehrheit der Menschen nicht besorgt scheine „und uns geradewegs in Richtung Stunde null treibt“, so die Stadt.

Die 50 Liter pro Person müssen fürs Trinken, Kochen, Putzen, Duschen und sogar für die Klospülung reichen. Der Grund für die Wassersparmaßnahmen ist die schlimmste Dürre in der Provinz Westkap seit Jahrhunderten, die Reservoire sind trocken.

Redford sieht Umdenken durch „#MeToo“-Kampagne

Die „#MeToo“-Kampagne gegen sexuelle Belästigung sorgt nach Einschätzung von Hollywood-Star Robert Redford für einen grundlegenden Bewusstseinswandel in Filmgeschäft. „Ein Wandel ist unausweichlich und er wird kommen“, sagte der 81-Jährige gestern bei der Eröffnung seines Sundance Filmfestivals in Park City im US-Bundesstaat Utah.

US-Schauspieler Robert Redford

APA/AFP/Angela Weiss

Die „#MeToo“-Bewegung und die Initiative „Time’s Up“ (Die Zeit ist abgelaufen) seien „Wendepunkte“ für Hollywood. Frauen würden künftig einen wichtigere Rolle spielen. Durch ihren Kampf gegen Belästigung und ihre Forderung nach gleicher Bezahlung würden die mächtigen Männer in Hollywood zum Umdenken gezwungen, sagte Redford.

In den USA wird seit Monaten eine breite Debatte über sexuelle Gewalt geführt, die nach den Belästigungs- und Vergewaltigungsvorwürfen gegen den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein aufgekommen war. Zahlreiche weitere Prominente gerieten inzwischen durch ähnliche Vorwürfe unter Druck, darunter die Schauspieler Kevin Spacey und Dustin Hoffman.

IT

Hass im Netz: IT-Firmen steigern Löschquote

Der Kampf gegen Hass und Hetze im Internet kommt nach einer neuen Untersuchung der EU-Kommission auch ohne gesetzliche Regeln zügig voran. Zahlen der Brüsseler Behörde zufolge nahmen Facebook, Twitter und YouTube zuletzt rund 70 Prozent aller beanstandeten Inhalte auf Grundlage ihrer freiwilligen Selbstverpflichtung aus dem Netz.

Das war deutlich mehr als bei der Überprüfung im Mai vergangenen Jahres. Damals konstatierte die Kommission eine Löschquote von 59 Prozent. Ende 2016 lag sie noch bei nur 28 Prozent.

EU-Justizkommissarin Vera Jourova warnte die Branche allerdings davor, sich auf den Erfolgen auszuruhen. „Ich würde von den IT-Unternehmen ähnliche Entschlossenheit erwarten, wenn es um andere wichtige Themen wie terroristische Inhalte oder unfaire Geschäftsbedingungen für User geht“, sagte sie.

Science

Gesundheit

Zahl der Grippepatienten in Spitälern nimmt zu

Die Zahl der Grippepatienten nimmt zu: Mehr als 70 Patienten mit echter Grippe werden derzeit allein in den oberösterreichischen Landesspitälern auf Isolierstationen behandelt. In zwei Krankenhäusern mussten solche erst eingerichtet werden. Schnelltests sollen jetzt auch bei der schnellen Infektionsabklärung helfen.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Grippewelle auch im Burgenland angekommen

Auch im Burgenland ist zu Beginn der Woche die Grippewelle angekommen. Die Zahl der Erkrankten steige seither, hieß es von der Burgenländischen Gebietskrankenkasse. Der Impfstoff gegen Grippe ist seit Wochen ausverkauft.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Religion

Kultur

„Cry Baby“: Janis Joplin wäre 75

Heute wäre die legendäre Rock- und Bluessängerin Janis Joplin 75 Jahre alt geworden. Sie starb 1970 an einer Überdosis Heroin. Joplin war einer von vier Stars, die zwischen Juli 1969 und Juli 1971 ihr Leben ließen - allesamt erst 27 Jahre alt.

Portraet von Janis Joplin aus dem Jahr 1970

APA/dpa

Weil sie einen exzessiven bis selbstzerstörerischen Lebensstil pflegten, war bald vom „Club 27“ der Promiopfer von „Sex & Drugs & Rock ’n’ Roll“ die Rede. Außer Joplin gehörten dem „Club“ auch Brian Jones (Rolling Stones), Jimi Hendrix und Jim Morrison (The Doors) an.

Ikone der Hippiekultur

Joplin wurde zur Ikone der Hippiekultur und - ob berechtigt oder nicht - mit ihrem auf und neben der Bühne zur Schau gestellten Selbstbewusstsein zu einer frühen feministischen Leitfigur. In ihrer Bedeutung für den Sixties-Mythos rangiere sie direkt hinter Bob Dylan, urteilte wenige Jahre nach ihrem Drogentod am 4. Oktober 1970 das US-Magazin „Rolling Stone“.

In der Kindheit und Jugend erlebte das in eine typische texanische Mittelschichtfamilie geborene, von vielen wegen ihres Aussehens drangsalierte Mädchen dauerhaft prägende Schmähungen. Zu ihrem Vorbild wurde damals Bessie Smith - die ebenfalls für ihren exzessiven Lebensstil bekannt war.

Größter Erfolg ihrer Musik erst nach Tod

Mit 18 ging Joplin nach Kalifornien, um in der aufblühenden Gegenkultur Sängerin zu werden. 1966 wurde sie für die Band Big Brother And The Holding Company als Frontfrau angeheuert - und schlug voll ein, mit einem tollen Auftritt beim Monterey Pop Festival 1967, einem starken Debütalbum und dem noch besseren Nachfolger „Cheap Thrills“. Der Rest ihrer kurzen Karriere verlief wie bei so vielen früh verglühten Rockhelden. Bandprojekte scheiterten, Liebesbeziehungen endeten im Chaos, die Sucht forderte einen Tribut.

Janis Joplin auf der Bühne 1969

APA/AP

Das Album „Pearl“ erschien dann - inklusive des von Kris Kristofferson für Joplin geschriebenen Welthits „Me And Bobby McGee“ - im Februar 1971, wenige Monate nach ihrem Tod. Es führte wochenlang die US-Charts an und gilt als eine der besten Platten aller Zeiten. Joplins Tod an einer Überdosis Heroin gilt als besonders tragisch, weil sie ihre Drogensucht eigentlich bereits eine Zeit lang hinter sich hatte und in einer stabilen Beziehung stand.

Hochkonjunktur für Schrumpffilme

Mit „Hilfe, ich habe meine Eltern geschrumpft“ und „Downsizing“ starten diesen Monat gleich zwei Komödien im Kino, die von der Schrumpfung des Menschen zum Playmobil-Manderl erzählen. Doch während sich die erste mit dem klassischen Schülerklamauk und einem Gastauftritt von Otto Waalkes begnügt, will Alexander Paynes „Downsizing“ mehr: Diese kluge Ökoparabel spielt mit dem Gedanken, dass die einzige Rettung der Welt die Eindampfung ihres größten Feindes, des Menschen, sein könnte. Matt Damon und Christoph Waltz sind die kleinen Helden eines großen und tiefgründigen Films.

Mehr dazu in Zwerge im Freizeitparadies

Leute

Prinz William bekommt viel Lob für ultrakurzen Haarschnitt

Prinz William erregt mit einem ultrakurzen Haarschnitt Aufsehen. Im neuen Look präsentierte sich der 35-Jährige gestern beim Besuch eines Kinderkrankenhauses in London.

Der Stylist Joe Mills ließ sich in der Internetzeitung The Independent mit den Worten zitieren, es sei „ein wirklich starkes Statement, ein überzeugtes Statement“, seine Haare so kurz zu schneiden. Ein Kommentator des Männermagazins „GQ“ bemerkte, mit dem Schnitt habe William offenkundig akzeptiert, dass seine Haare zurückgehen - dafür müsse man ihn feiern.

Prinz William

APA/AP/Matt Dunham

Auch der „Hollywood Reporter“ war voll des Lobes: Der Zweite in der britischen Thronfolge „macht keinen Versuch, seinen Haarwuchs zu verleugnen“ - im Unterschied zu US-Präsident Donald Trump und dessen „seltsamer Drüberkämm-Frisur“.