Ausland

Merkel: Schröders Rosneft-Pläne „nicht in Ordnung“

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihren Vorgänger Gerhard Schröder (SPD) wegen dessen geplanter Vorstandstätigkeit für den russischen Energiekonzern Rosneft kritisiert. „Ich finde das, was Herr Schröder macht, nicht in Ordnung“, sagte sie der „Bild“-Zeitung (Montag-Ausgabe).

Die Kanzlerin hob zur Begründung ihrer Kritik hervor, dass Rosneft ein „gelistetes Unternehmen“ sei: Gegen den Konzern gelten in Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt Sanktionen der Europäischen Union.

Merkel: „Beabsichtige keine Posten in der Wirtschaft“

Merkel selbst strebt nach ihrer Regierungszeit keinen Wechsel in die Wirtschaft an. „Ich beabsichtige keine Posten in der Wirtschaft, wenn ich nicht mehr Bundeskanzlerin bin“, sagte sie. Die Kanzlerin und CDU-Spitzenkandidatin fügte aber hinzu, dass sie sich jetzt erst einmal voll auf den Wahlkampf konzentriere und „auf die Tatsache, dass ich gerne wieder Bundeskanzlerin sein möchte“.

Für Schröder ist eine Leitungsposition bei dem halbstaatlichen Rosneft-Konzern vorgesehen. Der Konzernleitung wird ein besonders enges Verhältnis zum russischen Staatschef Wladimir Putin nachgesagt. Wegen der umstrittenen Angelegenheit ging zuletzt der SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz ebenfalls auf Distanz zu Schröder. Andere SPD-Politiker verteidigten dagegen das Verhalten des Altkanzlers.

Erster gewählter Ministerpräsident des Kosovo ist tot

Bajram Rexhepi, der erste gewählte Regierungschef des Kosovo nach dem Krieg (1998-99), ist heute in einem Krankenhaus in Istanbul gestorben. Rexhepi (63) sei nach einem chirurgischen Eingriff in Prishtina ins Koma gefallen und in kritischem Zustand zwecks weiterer Behandlung in ein türkisches Krankenhaus verlegt worden.

Der aus Mitrovica stammende Spitzenfunktionär der Demokratischen Partei (PDK), selbst Arzt von Beruf, hatte nach den ersten Wahlen in der Nachkriegszeit die Regierung im Kosovo von März 2002 bis Dezember 2004 geleitet. Später, vom April 2010 bis Dezember 2014, fungierte er auch als Innenminister.

USA und Südkorea starteten gemeinsames Militärmanöver

Die Streitkräfte der USA und Südkoreas haben trotz neuer Drohungen Nordkoreas ein gemeinsames Militärmanöver begonnen. Im Zentrum der seit Langem geplanten elftägigen Übung „Ulchi Freedom Guardian“ stehen computergestützte Simulationen eines Kriegs auf der koreanischen Halbinsel. Das jährliche Manöver habe wie geplant begonnen, teilte ein Sprecher der US-Streitkräfte in Korea (USFK) heute mit.

Von den 17.500 amerikanischen Soldaten, die daran teilnähmen, seien 3.000 eingeflogen worden. Die USA haben in Südkorea 28.500 Soldaten zur Abschreckung stationiert. Das Manöver findet inmitten erhöhter Spannungen in der Region statt. Deshalb wird befürchtet, Nordkorea könnte auf die Übung beispielsweise mit neuen Raketentests reagieren.

Die offizielle nordkoreanische Zeitung „Rodong Sinmun“ kritisierte das amerikanisch-südkoreanische Manöver als „Ausdruck der Feindseligkeit“. Niemand könne garantieren, „dass die Übung nicht in Kampfhandlungen“ münde. Das wegen seines Atomprogramms diplomatisch isolierte Land unterstellt den USA regelmäßig, einen Angriff vorzubereiten, was Washington bestreitet.

Afrikas Top-Tycoon auf dem Sprung nach Europa

Aliko Dangote, Afrikas reichster Mann, will die Märkte außerhalb des Kontinents erobern. Der 60-jährige Nigerianer, dessen eigenes Vermögen auf rund zwölf Milliarden US-Dollar (zehn Mrd. Euro) geschätzt wird, steht einem Imperium vor, das unter anderem Zementproduktion, Transport und Landwirtschaft in ganz Afrika inkludiert - und bald auch eine erste Ölraffinerie.

Ab dem Jahr 2020 will er in großem Stil in Europa und den USA investieren: bis zu 50 Milliarden US-Dollar. Das Geld soll hauptsächlich in die Energiebranche fließen. Doch ein Objekt steht auf dem persönlichen Wunschzettel Dangotes: der Londoner Fußballclub Arsenal.

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Landeverweigerung: Katar dementiert saudische Berichte

Katar hat Berichte zurückgewiesen, es habe saudi-arabische Sonderflüge von Doha nach Mekka verhindert. Saudi-arabische Vorwürfe, eigens dafür bereitgestellten Maschinen sei die Landung in Doha verweigert worden, entbehrten „jeglicher Grundlage“, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur QNA heute einen Vertreter der Zivilluftfahrtbehörde.

Vielmehr habe die Behörde das Landeersuchen wie üblich an das Ministerium für Islamische Angelegenheiten weitergeleitet. Die saudischen Staatsmedien hatten zuvor berichtet, die Maschinen für katarische Teilnehmer an der Hadsch hätten keine Landeerlaubnis für den Hamad International Airport erhalten.

Grenze für Pilger geöffnet

Saudi-Arabien sowie seine Verbündeten Bahrain, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten Anfang Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine umfassende Blockade verhängt. Vergangene Woche dann öffnete Saudi-Arabien erstmals wieder seine Grenze zum Nachbarland, um den Bürgern Katars die Pilgerfahrt nach Mekka zu ermöglichen.

Das Überflugverbot für Qatar Airlines behielt Riad jedoch bei. Stattdessen ordnete König Salman an, Flugzeuge nach Doha zu schicken, um katarische Pilger „auf seine Kosten“ zu transportieren.

Moskau: Russische Luftwaffe tötete 200 IS-Kämpfer in Syrien

Die russische Luftwaffe hat bei einem Angriff in Syrien nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums mehr als 200 Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getötet. Die IS-Kämpfer seien auf dem Weg in die syrische Stadt Deir al-Sor gewesen. Dort konzentriere der IS derzeit Kräfte, nachdem Kämpfer aus dem Süden der Provinz al-Rakka und dem Westen der Provinz Homs von den Landstreitkräften des syrischen Regimes verdrängt worden seien, hieß es.

Wann der Luftangriff stattfand, gab das Verteidigungsministerium nicht bekannt. Die russischen Jets hätten auch militärische Ausrüstung des IS zerstört.

Raketenangriff auf Handelsmesse

Bei einem Raketenangriff auf die Internationale Handelsmesse in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind indes nach Angaben aus verschiedenen Quellen sechs Menschen getötet worden. Unter den Toten seien zwei Frauen, teilte die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Rund ein Dutzend weitere Menschen seien verletzt worden.

Ein Mitarbeiter der Rettungskräfte bestätigte die Angaben. Die Messe wurde erstmals seit 2011 abgehalten. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle mit Sitz in London stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden.

Letzter nach Nordkorea übergelaufener US-Soldat gestorben

Der letzte nach dem Korea-Krieg nach Nordkorea übergelaufene US-Soldat ist nach Angaben seiner Söhne gestorben. Ihr Vater James Joseph Dresnok sei bereits im November im Alter von 74 Jahren einem Herzanfall erlegen, teilten seine in Nordkorea geborenen und aufgewachsenen Söhne Ted und James Dresnok in einem auf der staatlichen Website Uriminzokkiri veröffentlichten Video mit.

Er habe bis zu seinem Tod von der regierenden Arbeitspartei „nur Liebe und Fürsorge“ erfahren. Dresnok gehörte zu einer Handvoll US-Soldaten, die nach dem Korea-Krieg (1950 bis 1953) desertierten. 1962 überwand der damals 21-Jährige ein Minenfeld in der Entmilitarisierten Zone und lief nach Nordkorea über. Kurz zuvor hatte sich seine Frau von ihm scheiden lassen, zudem musste er mit einem Prozess vor einem Militärgericht rechnen.

Seitdem trat Dresnok immer wieder in nordkoreanischen Propagandafilmen auf. Während einige seiner Landsleute in ihre Heimat zurückkehren durften, versicherte er dem US-Sender CBS, er wolle auch für alles Geld der Welt nicht mehr weg aus Nordkorea.

Kanadischer und irischer Premier bei Gay-Pride-Parade

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat gestern gemeinsam mit dem irischen Regierungschef Leo Varadkar an der Gay-Pride-Parade in Montreal teilgenommen. Trudeau schwenkte eine Regenbogenflagge bei der Veranstaltung, an der mehrere tausend Menschen teilnahmen.

Kanadiens Premierminister Justin Trudeau

APA/AP/The Canadian Press/Graham Hughes

Zuvor hatte Trudeau bei einer Pressekonferenz mit Varadkar mit Blick auf die jüngsten Anschläge in Spanien und Burkina Faso, bei denen auch Kanadier getötet wurden, das Motto „Stärke durch Vielfalt“ betont. „Diese jüngsten Terroranschläge sind verabscheuungswürdig“, sagte Trudeau.

Sie zielten darauf ab, die Weltgemeinschaft zu spalten. „Aber diese Feiglinge werden nicht gewinnen“, sagte Trudeau. „Wir werden ermutigt durch unsere Werte der Liebe, der Akzeptanz und der Stärke durch Vielfalt“. Ähnlich äußerte sich Varadkar, der erste bekennende homosexuelle Regierungschef Irlands. „Unsere Unterschiede machen uns besser“, sagte er.

Inland

Rendi-Wagner will Hürden für Landärzte abbauen

Um dem drohenden Ärztemangel zu begegnen, will Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) die Hürden auf dem Weg zum Landarzt abbauen. Vorgesehen sind dabei auch Übergangspraxen der öffentlichen Hand, die Medizinern den Einstieg erleichtern sollen.

Weil bis 2025 rund 60 Prozent der Hausärzte in Pension gehen, will Rendi-Wagner ein Gesamtpaket schnüren, „damit mehr junge Menschen den Beruf gerne machen wollen und gut machen können“. Neben den geplanten Primärversorgungseinheiten, die die Arbeitsbedingungen der Hausärzte verbessern und mehr Zusammenarbeit im Team bringen sollen, strebt die Gesundheitsministerin mehr Praxis schon in der Ausbildung, flexiblere Verträge und Unterstützung bei der Praxisgründung an.

Übergangspraxen sollen Einstieg erleichtern

Zu Letzterem soll es insbesondere für Landärzte gezielte Investitions- und Förderprogramme geben. Hausärzte sollen ohne finanzielles Risiko eine Praxis gründen können. Dazu sollen Übergangspraxen der öffentlichen Hand ermöglicht werden. Diese sollen den Einstieg in den Beruf erleichtern. Sie sollen bei Engpässen oder beim Umstieg vom Wahlarzt zum Vertragsarzt helfen und Altersteilzeit vor der Pensionierung ermöglichen. Zudem soll mit Mobilitätsförderungen und Quereinsteigerprogrammen eine breite Interessentensuche bei ausgeschriebenen Stellen unterstützt werden.

Flexible Verträge und moderne Arbeitszeitmodelle sollen den Hausarztberuf attraktiver machen. Rendi-Wagner will eine faire Abgeltung der Leistungen. Honorare müssten auf individuelle Erfordernisse eingehen, weil man etwa für manche Patienten mehr Zeit brauche als für andere. Neue Arbeitszeitmodelle sollen Jobsharing, Teilzeitmöglichkeiten oder die Möglichkeit einer beruflichen Auszeit bieten. Außerdem soll es Anstellungsmöglichkeiten auch für Hausärzte geben. Eine Digitalisierungsoffensive soll mehr Service für die Arztpraxen (E-Medikation, elektronischer Impfpass, elektronischer Bewilligungsservice etc.) bringen.

Prüfung der sozialen Kompetenzen

In der Ausbildung soll mehr Wert auf Praxis gelegt werden. Ein neuer Eingangstest soll soziale und kommunikative Kompetenzen besser berücksichtigen. An allen öffentlichen Universitäten sollen die Lehrstühle für Allgemeinmedizin auf- bzw. ausgebaut werden. Auf Praktika und Mentoringprogramme soll ein verstärkter Fokus gelegt werden. Und schließlich soll die Ausbildung evaluiert werden. Es sollen die Fragen beantwortet werden: Ist der Praxisbezug zur Allgemeinmedizin ausreichend sichergestellt? Soll ein Facharzt für Allgemeinmedizin geschaffen werden?

Islamschule: Kurz wirft Ministerium Versäumnisse vor

Außenminister und ÖVP-Chef Sebastian Kurz wirft dem Kanzleramt und dem Bildungsministerium Versäumnisse bei der Umsetzung des Islamgesetzes vor. Er habe das Gefühl, dass teilweise nicht genau genug hingesehen werde, sagte er heute im Ö1-Morgenjournal. Am Freitag hatte Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) eine Anzeige gegen eine mutmaßlich illegal betriebene Privatschule veranlasst.

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Sport

Fußball: Bitterer Sonntag für Stöger und Köln

„Ein Unglück kommt selten allein“ - so etwa muss Peter Stöger am Sonntagabend gedacht haben. Nachdem er in seiner fünften Saison als Köln-Trainer erstmals eine Auftaktniederlage in der deutschen Bundesliga, noch dazu im Derby gegen Borussia Mönchengladbach, hinnehmen hatte müssen, erwischte der 1. FC Köln dann auch noch ein besonders schweres Los für die zweite Runde im DFB-Pokal.

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Bundesliga: Bei Sturm bleibt Demut eine Tugend

Sturm Graz hat mit fünf Siegen in fünf Spielen den besten Saisonstart seit Einführung der Bundesliga im Jahr 1974 hingelegt. Obwohl sie das Team der Stunde sind, bleiben die Steirer mit beiden Beinen auf dem Boden.

„Wir sind sehr demütig“, benannte Trainer Franco Foda jene Tugend, auf die er bei seinen Spielern Wert legt. Gründe für den Höhenflug sind der Konkurrenzkampf in einem qualitativ starken Kader und die Effizienz, wobei Foda sogar noch Luft nach oben sieht.

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Wirtschaft

Chinesischer Konzern an Automarke Jeep interessiert

Der chinesische Autohersteller Great Wall Motor ist laut dem Fachblatt „Automotive News“ am Erwerb der Marke Jeep unter Kontrolle des italienisch-amerikanischen Konzerns Fiat Chrysler (FCA) interessiert. FCA ist schon länger auf der Suche nach einem Partner.

FCA kommentierte den Bericht nicht. Fiat-Aktien legten an der Mailänder Börse um 4,3 Prozent auf 11,22 Euro zu. Das ist der höchste Stand seit 19 Jahren.

Abgasskandal: Schwere Vorwürfe gegen Audi-Vorstand

Ein wegen der Abgasaffäre bei Audi in Untersuchungshaft sitzender Ingenieur erhebt einem Bericht zufolge schwere Vorwürfe gegen den Audi-Vorstand und weitere Spitzenmanager. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (Montag-Ausgabe) berichtete, legte Giovanni P. über seine Anwälte der Staatsanwaltschaft München II ein Papier vor, in dem mehr als 40 Vorgänge im Unternehmen geschildert werden. Darin gehe es um Mails, Sitzungen und Vorträge, die bei Audi zwischen März 2006 und Juli 2014 verschickt worden sein beziehungsweise stattgefunden haben sollen.

Sollten die Angaben stimmen, hätten viele Beschäftigte bis hin zu Spitzenmanagern von den manipulierten Schadstoffmessungen gewusst. Und der von Audi-Chef Rupert Stadler geleitete Vorstand hätte das Problem gekannt, dass die Abgasreinigung mit dem Harnstoff Adblue nicht richtig funktionierte und die strengen Grenzwerte in den USA nicht eingehalten werden konnten.

Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt im Fall Audi wegen des Verdachts, 80.000 Käufer von Dieselfahrzeugen in den USA seien systematisch betrogen worden - mit dem falschen Versprechen, saubere Autos geliefert zu bekommen. Die von dem Ingenieur geschilderten 44 Vorgänge sollen laut „Süddeutscher Zeitung“ belegen, dass dieser nur ein Rädchen im System war.

Reederei Maersk verkauft Öl- und Gassparte an Total

Die weltgrößte Reederei A.P. Moeller-Maersk verkauft ihre Öl- und Gassparte an den französischen Total-Konzern für 7,45 Milliarden Dollar (6,3 Mrd. Euro). Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Quartal 2018 erwartet, wie Maersk heute mitteilte.

Im Rahmen des Deals erhält Maersk 4,95 Milliarden Dollar (4,2 Mrd. Euro) in Total-Anteilen, die Franzosen werden zudem Schulden über 2,5 Milliarden Dollar (2,1 Mrd. Euro) übernehmen. Mit dem Verkauf wollen sich die Dänen auf ihr Frachtgeschäft konzentrieren.

D: Geflügelbranche sieht Millionenschaden durch Fipronil

Die Geflügelbranche rechnet damit, dass durch den Fipronil-Skandal für deutsche Betriebe Schäden in Millionenhöhe entstanden sind. Neben Eiern hätten auch Eierprodukte nicht ausgeliefert werden können, sagte der Vorsitzende der niedersächsischen Geflügelwirtschaft und Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft, Friedrich-Otto Ripke, der Nachrichtenagentur dpa.

Außerdem sei ein großer Imageschaden entstanden, so Ripke. Nach den bisherigen Ermittlungen gelangte Fipronil in Eier, weil es unerlaubterweise zur Reinigung von Ställen eingesetzt wurde. Das Mittel kommt unter anderem als Insektengift und Pflanzenschutzmittel sowie in der Veterinärmedizin zum Einsatz.

Chronik

Auto raste in Bushaltestellen in Marseille: Ein Toter

Ein Auto ist in Marseille in eine Bushaltestelle gefahren und hat einen Menschen getötet. Das bestätigte eine Sprecherin der nationalen französischen Polizei. Heute Vormittag seien im Abstand von etwa einer Stunde zwei verschiedene Busunterstände angefahren worden. Bei den Vorfällen sei eine weitere Person verletzt worden. Das gesuchte Auto sei später gefunden und ein 35-Jähriger festgenommen worden. Die Hintergründe des Vorfalls blieben zunächst unklar.

Ermittler an der Bushaltestelle

APA/AFP/Boris Horvat

Die Polizei rief auf dem Kurznachrichtendienst Twitter dazu auf, das Gebiet am alten Hafen von Marseille zu meiden. Nach unbestätigten Informationen des Nachrichtensenders BFMTV soll es sich bei dem Todesopfer um eine Frau im Alter von etwa 40 Jahren handeln. Der Verdächtige sei zwar der Polizei bekannt gewesen, nicht aber den Geheimdiensten, die in Frankreich mutmaßliche islamistische Gefährder erfassen. Ein Zeuge habe das Nummernschild registriert, deshalb sei die Polizei auf seine Spur gekommen, so BFMTV.

Frankreich war in den vergangenen Jahren Ziel mehrerer islamistischer Anschläge. Erst Anfang des Monats war ein Mann bei Paris in eine Gruppe Soldaten gefahren, Ermittler gehen einem Terrorverdacht nach. Vergangene Woche war östlich von Paris ein Mann mit einem Fahrzeug in eine Pizzeria gerast und hatte ein Mädchen getötet - in diesem Fall schloss die Staatsanwaltschaft ein terroristisches Motiv allerdings aus.

Hunderte obdachlose Flüchtlinge campieren auf Römer Platz

Nachdem die Polizei am Samstag ein von rund 1.000 Flüchtlingen besetztes Haus in Rom geräumt hat, übernachten Hunderte Flüchtlinge auf der zentralen Piazza Indipendenza im Herzen der italienischen Hauptstadt. Die Gemeinde habe für sie keine Ersatzunterkunft zum geräumten Gebäude gefunden, klagten sie.
Die katholische Basisgemeinschaft Sant Egidio, die sich um die Flüchtlingsversorgung kümmert, zeigte sich besorgt. „Hunderte Migranten haben plötzlich ihre Unterkunft verloren. Die Regierung und die Stadt Rom müssen so schnell wie möglich eine Lösung finden“, sagte ein Sprecher der Gemeinschaft. Viele Besetzer des Hauses seien Flüchtlinge aus Eritrea und Äthiopien mit Asylrecht. Das ehemalige Bürogebäude war im Oktober 2013 besetzt worden, 2015 ordnete ein Richter seine Räumung an.

93 Gebäude sollen geräumt werden

Laut der römischen Tageszeitung „Il Messaggero“ (Montag-Ausgabe) liegt der Polizei eine Liste von 93 Gebäuden vor, die illegal von Flüchtlingen besetzt sind und die geräumt werden müssen. Zu ihnen zählt ein Gebäude, in dem mehr als 800 Flüchtlinge leben. Vergangene Woche kam es bei der Räumung eines Hauses zu heftigen Protesten. Flüchtlinge kletterten auf das Dach und versuchten vergebens, der Polizei Widerstand zu leisten. In den vergangenen zwei Jahren wurden bereits 27 Häuser geräumt.

Amnesty International und die UNO-Flüchtlingshilfe kritisierten die Räumung. Die städtischen Behörden teilten mit, besonders Bedürftigen werde eine andere Unterkunft angeboten. Frauen mit Kindern wurden vorübergehend wieder in das Haus nahe dem römischen Hauptbahnhof gelassen.

Ein Sechser bei Lotto „6 aus 45“

Bei der gestrigen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat eine Spielteilnehmer die sechs richtigen Zahlen getippt. Die Gewinnsumme beträgt über 1,7 Mio. Euro.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

7 13 17 18 32 37 / Zusatzzahl 20

Beim Joker wartet in der nächsten Runde ein Jackpot mit knapp 209.000 Euro.

Die richtige Joker-Zahl lautet:

2 1 0 1 4 1

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Science

Medien

Breitbart entschuldigt sich bei Fußballer Podolski

Das rechtskonservative Internetportal Breitbart hat sich dafür entschuldigt, ein Foto des deutschen Fußballers Lukas Podolski als Symbolbild für einen Flüchtling aus Nordafrika verwendet zu haben. „Das Foto sollte als Symbolbild einer Person auf einem Jetski dienen“, erklärte der britische Ableger der Seite von Stephen Bannon, dem ehemaligen Berater von US-Präsident Donald Trump.

Dafür wolle man sich bei dem 32-Jährigen entschuldigen. „Es gibt keine Beweise, dass Herr Podolski ein Mitglied einer Schlepperbande oder ein Opfer des Menschenhandels ist“, kann man nun in einer „Anmerkung der Redaktion“ auf der Breitbart-Seite lesen.

Podolski plant rechtliche Schritte

Auf dem ursprünglichen Foto war ein gut gelaunter Podolski mit Sonnenbrille und mit zum Victory-Zeichen gespreizten Fingern als Mitfahrer auf einem Jetski zu sehen - das Bild stammt von der Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Das Portal nutzte das Foto für einen Artikel, in dem es heißt, die spanische Polizei habe einer Gruppe von Schleppern das Handwerk gelegt, die Menschen per Jetski nach Spanien gebracht haben soll.

Gestern wurde das Bild ausgetauscht, nachdem viele Leserkommentare und Medienberichte auf den Fehler aufmerksam gemacht hatten. Der 32-jährige Profifußballer will sich die Verwendung seines Fotos nicht gefallen lassen. Wie sein Berater der dpa bestätigte, beauftragte Podolski einen Anwalt mit der Angelegenheit.

Religion

Papst sendet ranghohen Kardinal nach Moskau

Eineinhalb Jahre nach dem historischen Treffen von Papst Franziskus und dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill will der Heilige Stuhl sein Verhältnis zu Moskau stärken. Kardinal Pietro Parolin - Staatssekretär des Heiligen Stuhls und Chefdiplomat des Papstes - wird morgen zu Gesprächen in Russland erwartet. Geplant sind nach Angaben der katholischen Kirche in Moskau Treffen mit Präsident Wladimir Putin, Außenminister Sergej Lawrow und Patriarch Kirill.

Historisches Treffen in Kuba

Franziskus und Kirill hatten sich im Februar 2016 im Karibik-Staat Kuba getroffen. Es war die erste Begegnung eines katholischen und eines russisch-orthodoxen Kirchenoberhauptes in der Geschichte.

Daran wolle Kardinal Parolin anknüpfen, sagte Erzbischof Celestino Migliore, Botschafter des Heiligen Stuhls in Moskau, der dpa. Er hoffe, dieser Besuch werde zu einem Vorspiel für eine mögliche künftige Russland-Visite des Papstes. Dafür müsse aber noch viel geschehen, betonte er.

Kultur

US-Komikerlegende Jerry Lewis tot

Jerry Lewis ist tot. Die US-Komikerlegende starb gestern im Alter von 91 Jahren in Las Vegas. Bekannt geworden war Lewis gemeinsam mit dem Sänger und Entertainer Dean Martin in den späten 1940er Jahren. Beide wurden zum populärsten US-Klamaukduo. Später kam es zum Bruch, Lewis und Martin gingen eigene Wege. Lewis spielte die Hauptrolle in unzähligen Filmkomödien wie „Der verrückte Professor“, schrieb Drehbücher und führte auch selbst Regie. Sein Erfolgsrezept beschrieb er einmal damit, einen „totalen Idioten“ zu verkörpern.

Mehr dazu in Erfolg mit Rolle des „totalen Idioten“

Actionkomödie schlägt „Logan Lucky“ an US-Kinokasse

Die Action-Komödie „The Hitman’s Bodyguard“ mit Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson hat am Wochenende den ersten Platz der nordamerikanischen Kinocharts in Beschlag genommen. Der Film unter der Regie von Patrick Hughes („The Expendables 3“) spielte Schätzungen zufolge 21,6 Millionen Dollar (gut 18 Mio. Euro) ein.

Ab 31. August läuft der Streifen über einen Bodyguard und einen Auftragskiller unter dem Titel „Killer’s Bodyguard“ auch in den österreichischen Kinos.

Neuer Soderbergh-Film mit schwachem Start

Pech hatte Oscar-Preisträger Steven Soderbergh („Traffic - Macht des Kartells“) mit seinem neuen Gaunerstreifen „Logan Lucky“. Trotz Kritikerlobs reichte es beim Kinostart am Wochenende mit rund acht Millionen Dollar nur für den dritten Rang. Channing Tatum, Adam Driver und Riley Keough spielen ein Geschwistertrio, das einen Raubüberfall plant. „Bond“-Darsteller Daniel Craig hilft als Tresorknacker mit. Kinogänger in Österreich müssen sich bis Mitte September gedulden.

Der Gruselschocker „Annabelle 2“ um eine Horrorpuppe musste seinen Spitzenplatz vom vorigen Wochenende räumen.

Panorama

Big Ben schlägt zum letzten Mal vor Renovierung

Der Glockenschlag des Londoner Wahrzeichens Big Ben wird heute um 12.00 Uhr (13.00 Uhr MESZ) zum vorerst letzten Mal zu hören sein. Damit sollen wichtige Renovierungsarbeiten am Elizabeth Tower, der die 13,7 Tonnen schwere Glocke beherbergt, möglich gemacht werden.

Elizabeth Tower "Big Ben" in London

APA/AP/Caroline Spiezio

Zunächst hatte es geheißen, das Geläut werde vier Jahre lang ausgesetzt. Nur zu besonderen Anlässen wie Neujahr sollte es noch zu hören sein, wie das britische Parlament mitgeteilt hatte. Doch nach heftigem Protest mehrerer Abgeordneter - sogar Premierministerin Theresa May schaltete sich ein - will sich das Unterhaus nach der Rückkehr aus der Sommerpause im September noch einmal mit dem Thema beschäftigen.

Big Ben ist der Name für die größte von fünf Glocken in dem 96 Meter hohen Elizabeth Tower. Sie schlägt stündlich, die kleineren im Viertelstundentakt. Im Volksmund wird der ganze Turm als Big Ben bezeichnet.