Ausland

Einigung bei EU-Entsenderichtlinie

Nach jahrelangem Streit sind sich die EU-Länder einig über verschärfte Regeln gegen Lohn- und Sozialdumping. Die Sozialminister schmiedeten heute Abend in Luxemburg einen Kompromiss zur Reform der sogenannten Entsenderichtlinie. Dies teilte EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Entsandte EU-Ausländer müssen demnach künftig grundsätzlich nach denselben Regeln entlohnt werden wie Einheimische. Die Entsenderichtlinie von 1996 regelt den Einsatz von Beschäftigten über Grenzen hinweg in anderen EU-Ländern. Schon jetzt sind Mindeststandards für diese Beschäftigten vorgeschrieben, etwa die Bezahlung des geltenden Mindestlohns.

Gewerkschafter beklagen jedoch Schlupflöcher und Missbrauch. Ausländische Arbeitnehmer würden ausgebeutet und örtliche Sozialstandards damit ausgehöhlt. Nach Angaben der EU-Kommission verdienen sie derzeit oft nur halb so viel wie einheimische Beschäftigte. Die Reform soll dies ändern.

Ankaras Bürgermeister zurückgetreten

Unter wachsendem Druck von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat der Bürgermeister der türkischen Hauptstadt Ankara nach mehr als 20 Jahren im Amt seinen Rücktritt angekündigt. Melih Gökcek von der Regierungspartei AKP teilte heute auf Twitter mit, er wolle sich am Samstag bei einer Sondersitzung des Stadtrats verabschieden und sein Amt niederlegen.

Gökcek war vor seiner Rücktrittserklärung mit Erdogan zusammengetroffen, der auch Chef der AKP ist. Fünf Minuten nach Gökceks Erklärung teilte Erdogan auf Twitter mit, bei der AKP gehe es nicht um die Liebe zu Ämtern, sondern um die zum Dienen. Erdogan hatte Gökcek und mehrere andere AKP-Bürgermeister in den vergangenen Tagen mit zunehmender Vehemenz zum Rücktritt aufgefordert.

Der Präsident hat in seinen Ansprachen in den vergangenen Monaten immer wieder Veränderungen in seiner Partei angekündigt. Ende September war der Bürgermeister der Millionenmetropole Istanbul, Kadir Topbas, nach mehr als 13 Jahren im Amt überraschend zurückgetreten.

Orban erklärt Ostmitteleuropa zur „migrantenfreien Zone“

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat Ostmitteleuropa zur „migrantenfreien Zone“ erklärt. Die EU und einige ihrer wichtigen Mitgliedsstaaten seien von einem nicht näher bezeichneten „Spekulantenimperium“ in Geiselhaft genommen worden, sagte Orban heute in einer Rede in Budapest.

Die mysteriöse Finanzmacht habe Europa „die jüngste Völkerwanderung, die Millionen Migranten, die Invasion der neuen Einwanderer beschert“.

„Mischkontinent“ im Entstehen

„Man hat diesen Plan geschmiedet, der aus Europa einen Mischkontinent machen will“, sagte Orban. „Nur wir leisten noch Widerstand“, sagte er unter Hinweis auf die ostmitteleuropäischen Länder Ungarn, Tschechien, die Slowakei und Polen. Diese lehnen EU-Quoten zur Verteilung von Asylbewerbern ab.

In seiner Rede nannte Orban diesmal nicht den Namen des US-Milliardärs George Soros, der mit seiner Stiftung weltweit die Zivilgesellschaft unterstützt und damit auch Organisationen, die Flüchtlingen helfen.

Derzeit läuft eine Fragebogenaktion der Orban-Regierung, bei der die Bürger Suggestivfragen zu einem angeblichen „Soros-Plan“ beantworten sollen. Auch dieser bezwecke nach Orbans Darstellung, Europa mit Flüchtlingen aus Asien und Afrika zu „überschwemmen“, um die „christliche und nationale Identität“ seiner Völker zu zerstören.

Fast 15 Millionen Mädchen in Kinderehe

Fast 15 Millionen Mädchen weltweit sind bei ihrer Hochzeit jünger als 18 Jahre gewesen. Die Konsequenzen einer Kinderehe könnten verheerend sein, warnte die Chefin der Hilfsorganisation Save the Children, Helle Thorning-Schmidt, heute zum Auftakt einer internationalen Konferenz im Senegal.

In Südasien sowie West- und Zentralafrika werden laut den Organisatoren der Konferenz die meisten Kinderehen geschlossen. Eine derart frühe Hochzeit verkürze das Leben der Mädchen, die wegen der Heirat die Schule verlassen und nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen würden, sagte die ehemalige dänische Ministerpräsidentin.

In West- und Zentralafrika heirateten den Angaben zufolge 40 Prozent der heute 20- bis 24-jährigen Frauen, bevor sie 18 Jahre alt waren. Ein Drittel von ihnen war sogar jünger als 15 Jahre. Im Niger werden demnach etwa drei Viertel aller minderjährigen Mädchen verheiratet, in der Zentralafrikanischen Republik fast 70 Prozent.

Die mit Kinderehen verbundenen frühen Schwangerschaften steigern die Zahl der Totgeburten und führen bei den jungen Müttern häufig zu schweren Krankheiten. Besonders in stark religiösen oder traditionellen Gemeinschaften werden Kinderehen geschlossen.

Katalonien: Puigdemont plant Stellungnahme in Madrid

Im Konflikt mit Madrid will der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont Medienberichten zufolge offensichtlich in die Hauptstadt reisen und im spanischen Senat Stellung nehmen. Der Senat kommt am Freitag in Madrid zusammen, um über die von der spanischen Zentralregierung beschlossenen Zwangsmaßnahmen gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen in Katalonien abzustimmen.

Unklar war zunächst, an welchem Tag Puigdemont nach Madrid reisen könnte. Die Zeitung „El Pais“ und andere Medien berichteten, der Senat habe ihm den Donnerstag als Termin angeboten - das wäre der Tag, an dem das Regionalparlament in Barcelona über eine Antwort an die Zentralregierung in Madrid beraten will. Puigdemont habe aber auch die Möglichkeit, sich am Freitag vor dem Plenum zu präsentieren, hieß es.

Der Vizepräsident des Senats, Pedro Sanz, erklärte vor Journalisten, für die zweite Parlamentskammer wäre es „eine Ehre“, Puigdemont anzuhören. Der Mittwoch sei als Termin aber ausgeschlossen.

Spannung am Freitag

Der Sprecher der katalanischen Regierungskoalition Junts pel Si, Lluis Corominas, teilte unterdessen mit, dass die Sitzung des Regionalparlaments bis Freitag dauern könnte. Offenbar wollen die Separatisten die für diesen Tag erwartete Entscheidung des spanischen Senats über die Aufhebung der Autonomie abwarten. Sollte ein entsprechender Beschluss erfolgen, ist die Verabschiedung einer einseitigen Unabhängigkeitserklärung durch das katalanische Parlament nicht ausgeschlossen.

Zu den vom spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy angekündigten Zwangsmaßnahmen gehört die Absetzung der Regionalregierung in Barcelona sowie die Ausrufung von Neuwahlen innerhalb von sechs Monaten.

Witwe eines US-Soldaten durch Trump-Anruf „verletzt“

Die Witwe eines im Niger getöteten US-Soldaten hat Präsident Donald Trump beschuldigt, sich ihr gegenüber respektlos verhalten zu haben. Trump hatte die 24-jährige Myeshia Johnson in der vergangenen Woche angerufen, als sie gerade auf dem Weg zum Flughafen war, um den Sarg mit der Leiche ihres Mannes in Empfang zu nehmen.

Der Präsident habe während des Telefonats Schwierigkeiten gehabt, sich an den Namen ihres Mannes zu erinnern, sagte Johnson heute in einem Interview des Senders ABC, das ihre erste öffentliche Äußerung zu dem Fall war. Das Gespräch habe sie verärgert und verletzt. „Ich musste daraufhin noch viel schlimmer weinen.“

Trump dementiert

Trump wies die Darstellung der Witwe umgehend zurück. Er habe ein sehr respektvolles Gespräch mit ihr gehabt, schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter. Von Beginn an habe er den Namen des Getöteten erwähnt, ohne dabei zu zögern.

La David Johnson war bei einem Einsatz am 4. Oktober im Niger gemeinsam mit drei weiteren US-Soldaten getötet worden. Die Leiche des 25-Jährigen wurde erst zwei Tage später gefunden.

Bei Pressekonferenz gelogen

Trump wird wegen seines Umgangs mit Hinterbliebenen von Gefallenen massiv kritisiert. Er hatte fast zwei Wochen lang gebraucht, bis er sich zu dem Einsatz in dem westafrikanischen Land äußerte. Als er bei einer Pressekonferenz danach gefragt wurde, warf er seinen Amtsvorgängern vor, sie hätten nie oder nur selten bei Hinterbliebenen angerufen. Er habe das dagegen in allen Fällen getan. Beides stimmte nicht.

Auch die Details aus dem Gespräch mit Myeshia Johnson sorgten in den vergangenen Tagen für Wirbel. Die demokratische Kongressabgeordnete Frederica Wilson hatte berichtet, Trump habe der Witwe gesagt, ihr Mann habe gewusst, worauf er sich eingelassen habe, trotzdem schmerze es wohl. Trump wies das zurück. Johnson bestätigte die Darstellung der Abgeordneten. „Ich war sehr wütend über den Ton seiner Stimme und wie er es gesagt hat“, sagte sie in dem Interview.

Brüssel wehrt sich gegen Vorwürfe rund um „Brexit“-Dinner

Die EU-Kommission wehrt sich gegen Vorwürfe, sie habe Details zu einem Abendessen ihres Präsidenten Jean-Claude Juncker mit der britischen Premierministerin Theresa May an die Presse weitergegeben.

Junckers Kabinettschef Martin Selmayr dementierte heute im Kurznachrichtendienst Twitter, dass die Behörde Einschätzungen Junckers zu dem Treffen „durchsickern ließ“. Dieser Vorwurf sei „ein Versuch, die EU-Seite falsch zu bezichtigen und die Gespräche zu untergraben“.

Zeitungsbericht über Abendessen

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ hatte über das Abendessen mit Juncker berichtet, das am Montag vergangener Woche kurz vor dem EU-Gipfel stattgefunden hatte. May „flehte“ laut dem Bericht in Brüssel darum, dass ihr die EU in den „Brexit“-Verhandlungen entgegenkomme.

„Ängstlich erschien Theresa May dem Kommissionspräsidenten, verzagt und mutlos“, schrieb die Zeitung ohne Angabe von Quellen und direkte Zitate.

„Sie ließ durchblicken, dass ihr daheim Freund und Feind im Nacken sitzen und nur darauf lauern, sie zu stürzen“, hieß es in dem Bericht weiter. „Sie habe keinen Spielraum mehr, sagte May, die Europäer müssten ihn für sie schaffen.“ Die Zeitung verwies auch auf „tiefe Ringe“ unter Mays Augen wie bei jemandem, „der nächtelang keinen Schlaf findet“.

Vorwürfe von britischem Kolumnisten

Selmayr antwortete mit seinem Tweet zu der Enthüllung direkt auf den Vorwurf des britischen Kolumnisten Nick Timothy, er sei für die Enthüllungen verantwortlich. Nach einem „konstruktiven“ EU-Gipfel „macht Selmayr das“, schrieb Timothy, der bis zu der für May desaströsen Unterhauswahl im Juni Kabinettschef der Premierministerin war. Er fügte hinzu: „Erinnerung daran, dass einige in Brüssel keinen Deal wollen oder einen, der bestraft“.

„Einige Leute zeigen gerne mit dem Finger auf uns, um ihre eigene politische Agenda zu verfolgen, ihre eigenen politischen Prioritäten oder sogar, um unsere Verhandlungsposition zu untergraben“, erwiderte Junckers Sprecher Margaritis Schinas. Die Kommission wolle damit nichts zu tun haben. „Wir haben viel Arbeit zu tun und keine Zeit für Klatsch.“ Juncker hätte „die ihm zugeschriebenen Worte niemals benutzt“.

Inland

Scharfe AK-Kritik am Mercer-Pensionsstudie

Die Arbeiterkammer (AK) hat scharfe Kritik an der Studie des Beratungsunternehmen Mercer zum österreichischen Pensionssystem geübt. Die AK sprach von „ewig gestrigen Verunsicherungsbotschaften“. Das österreichische Pensionssystem liege bei der Angemessenheit im „internationalen Spitzenfeld“, und die Ausgabenentwicklung sei auch langfristig stabil.

Der Mercer Global Pension Index sei „interessengeleitet“, so die AK in einer Aussendung. Denn kapitalgedeckte Pensionen seien „ein wesentlicher Geschäftsbereich für Mercer“ und der Mercer Index setze dementsprechend auf mehr Kapitaldeckung in den Pensionssystemen - „so als hätte es die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht gegeben“.

„Seltsame Indexbildung“

Der Index würde weder die Angemessenheit noch die Nachhaltigkeit von Pensionen messen, sondern im Wesentlichen die Bedeutung von Kapitaldeckung in den Systemen. Er sei so konstruiert, dass Pensionssysteme automatisch umso nachhaltiger erscheinen, je höher der Anteil der Kapitaldeckung ist. „Dies ist jedoch ein Trugschluss“, so die AK, das Gegenteil sei der Fall: „Gerade jene Länder, die auf Kapitaldeckung gesetzt hatten, waren im Zuge der Finanzkrise gezwungen, Leistungen zu kürzen, das Pensionsantrittsalter anzuheben oder überhaupt vom Privatisierungsweg wieder abzugehen.“

Die „seltsame Indexbildung“ führe auch dazu, dass Länder wie Deutschland bei der Angemessenheit der Pensionen laut der Studie weit vor Österreich rangieren. „Angesichts des weitaus niedrigeren Leistungsniveaus in der deutschen Rentenversicherung und des Umstands, dass das öffentliche Pensionssystem in Australien lediglich eine Mindestsicherung bietet, disqualifiziert sich dieser Index eigentlich von selbst.“

Studie bemängelt Nachhaltigkeit

In der Studie liegt Österreich im Vergleich mit 30 ausgesuchten Ländern auf dem 21. Platz. Kritisiert wurde die fehlende Nachhaltigkeit: Es fehle im Gegensatz zu Modellen in anderen Ländern, wie zum Beispiel in Schweden, an einer automatischen Anpassung an demografische Entwicklungen, heißt es in dem Bericht.

Die Junge Industrie (JI) hingegen sah sich durch die Studie bestätigt: „Der aktuelle Mercer-Vergleich der Rentensysteme in 30 Ländern zeigt wieder einmal, dass unser Pensionssystem nicht nachhaltig ist“, sagte JI-Bundesvorsitzender Andreas Wimmer. Es brauche „ein Ende sämtlicher Privilegien im Pensionsbereich, egal ob im ASVG oder bei den Beamten“.

Sport

Bundesliga: Admira fühlt sich reif für Top Drei

Sechs Runden ungeschlagen und den Meister an den Rande einer Niederlage gebracht: Die Admira hat nach Platz sechs in der vergangenen Saison offenbar Lust auf mehr. Aktuell liegen die Südstädter auf Rang fünf, doch Trainer Ernst Baumeister ortet Top-Drei-Potenzial.

Wird die gegen Salzburg mangelhafte Chancenverwertung von gestern besser, ist ein Spitzenplatz möglich. Ins Duell mit Rapid am Samstag geht man jedenfalls mit breiter Brust.

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Formel 1: Vettel verschiebt Titeltraum auf 2018

Nur noch drei Rennen und 66 Punkte Vorsprung: Die Entscheidung im Kampf um den WM-Titel ist gestern beim Grand Prix der USA de facto für Mercedes-Pilot Lewis Hamilton gefallen. Angesichts der unausweichlichen Niederlage hakte Sebastian Vettel den Titel ab und verschob seinen Traum mit Ferrari auf 2018.

„Wir sind noch nicht gut genug“, räumte der Deutsche nach Platz zwei in Austin hinter Hamilton ein. Für die nächste Saison gab sich der 30-Jährige aber optimistisch, denn auf dem Tisch liegen viele gute Ideen.

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Tennis: Zverev in Wien nur mit Mühe weiter

Der Auftakt für Alexander Zverev bei den Erste Bank Open 500 in Wien ist geglückt. Der als Nummer eins gesetzte Deutsche bekundete heute zwar einige Mühe, ehe er den Serben Viktor Troicki nach drei harten Sätzen in die Schranken gewiesen hatte, doch zeigte er in einigen Phasen sein enormes Potenzial.

Auf dem Weg zu seinem sechsten Turniersieg in diesem Jahr wartet auf Zverev mit dem Franzosen Gilles Simon im Achtelfinale ein schlagbarer Gegner.

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Wirtschaft

Erneut keine Einigung zu Metaller- und Beamten-KV

Bei den Kollektivvertragsverhandlungen für die knapp 130.000 Beschäftigten der Metalltechnischen Industrie hat es heute auch in der dritten Verhandlungsrunde keine Einigung gegeben. Am kommenden Montag soll weiterverhandelt werden. Davor gibt es noch am Mittwoch Betriebsrätekonferenzen in ganz Österreich, zu denen 1.200 Arbeitnehmervertreter erwartet werden.

Gewerkschaft verärgert

Die Gewerkschaften gaben sich nach der heute relativ kurzen Verhandlungsrunde verärgert. Die Arbeitgeberseite hätte lediglich eine Nulllohnrunde ohne Inflationsabgleich angeboten, und auch bei den anderen Forderungen zu Verbesserungen bei der Vergütung von Dienstreisen, Nachtzulagen und Lehrlingen sei nichts weitergegangen. „Das ist eine totale Provokation“, so Pro-Ge-Verhandlungsführer Rainer Wimmer.

Weniger emotional sieht die Vertagung Christian Knill, Fachverbandsobmann der Metalltechnischen Industrie: „Die Gespräche sind aus Sicht des Fachverbandes grundsätzlich konstruktiv verlaufen, allerdings haben die Gewerkschaften die Gespräche für diese Runde unterbrochen. (...) Wir gehen davon aus, dass wir in der nächsten Runde zu einer Einigung kommen werden.“ Bis dahin sei etwa noch abzuwarten, ob der Bundesrat die Angleichung von Arbeitern und Angestellten beschließen wird.

Auch bei Beamten ergebnislos

Auch die zweite Runde der Beamten-Gehaltsverhandlungen hat noch kein konkretes Ergebnis gebracht. Man habe die Inflationsrate von 1,87 Prozent außer Streit gestellt, betonten heute GÖD-Vorsitzender Norbert Schnedl und Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) nach dem rund zweistündigen Gespräch. Die dritte Runde ist für den 7. November anberaumt.

Bericht: Tesla stellt Weichen für Fabrik in China

Der E-Autobauer Tesla hat einem Zeitungsbericht zufolge die Weichen für ein Werk in China gestellt. Der Konzern habe sich mit der Stadtverwaltung von Schanghai auf entsprechende Pläne geeinigt, schrieb das „Wall Street Journal“ in seiner Montag-Ausgabe unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

Die erste Tesla-Fabrik außerhalb der USA soll demzufolge in einer Freihandelszone Schanghais entstehen und die Firma von Techmilliardär Elon Musk so strategisch günstig für den riesigen chinesischen Markt positionieren.

Ein Tesla-Sprecher wiederholte lediglich, dass die China-Pläne bis Jahresende „klar definiert“ würden. Das Unternehmen hatte im Juni schon bekanntgegeben, mit den Behörden in Schanghai zu verhandeln.

Wahl zur „Werbelüge des Jahres“ eröffnet

Nur wenn Etiketten auf Produktverpackungen ehrlich informieren, können Kunden informierte Kaufentscheidungen treffen. Doch bisher sei Ehrlichkeit leider Mangelware in der Lebensmittelindustrie, kritisiert Foodwatch. Ochensenschwanzsuppe ohne Ochsenschwanz, Kinderkekse voller Zucker: Die deutsche Verbraucherorganisation hat in diesem Jahr unter anderem Produkte der Firmen Alete, Kellogg’s und Unilever für den Schmähpreis „Goldener Windbeutel“ nominiert.

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Chronik

Slowakischer Ex-Minister soll Mord bestellt haben

Die slowakische Polizei hat heute den ehemaligen Wirtschaftsminister Pavol Rusko verhaftet. Dem Unternehmer und Ex-Politiker werde ein Mordversuchskomplott vorgeworfen, bestätigte ein Polizeisprecher am Abend der Nachrichtenagentur TASR.

Rusko soll vor zwanzig Jahren bei einer Mafiagruppe die Ermordung seiner damaligen Geschäftspartnerin Sylvia Volz bestellt haben. Sie war als Miteigentümerin eines von ihm gegründeten TV-Senders mit ihm in einen Interessenskonflikt geraten. Warum der Mord nicht verwirklicht wurde und weitere Details wollte die Polizei wegen laufender Ermittlungen nicht nennen.

„Slowakischer Berlusconi“

Rusko galt rund zehn Jahre lang als einer der mächtigsten Männer der Slowakei, seit er 1996 den bis heute erfolgreichsten privaten Fernsehsender TV Markiza gründete und aus dem Ertrag auch mehrere Printmedien kaufte oder gründete. Politische Gegner nannten ihn den „slowakischen Berlusconi“, weil er ähnlich dem italienischen Medienmogul Silvio Berlusconi seine Medienmacht für politischen Einfluss nutzte.

Auch wurden ihm wiederholt Kontakte zu Mafiagruppen vorgeworfen. Als er 2003 Wirtschaftsminister wurde, musste er sich aber schrittweise von seinen Eigentumsanteilen am marktbeherrschenden Sender trennen und verlor damit auch seinen politischen Einfluss.

Polizei in Rio de Janeiro erschießt spanische Touristin

In der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro hat die Polizei versehentlich eine spanische Touristin erschossen. Die tödlichen Schüsse fielen nach Angaben der Polizei heute in Rocinha, dem größten Elendsviertel von Rio. Nur eine Stunde zuvor waren in der Favela zwei Polizisten durch bewaffnete Auseinandersetzungen mit Drogenhändlern verletzt worden.

Straßensperre durchbrochen

Die 67-jährige Spanierin sei in einem Touristenjeep unterwegs gewesen, der in Rocinha „eine Straßensperre der Polizei durchbrach“, teilte die Polizei mit. Daraufhin hätten die Einsatzkräfte das Feuer eröffnet - ihnen sei nicht klar gewesen, dass es sich bei den Insassen des Jeeps um Touristen handelte.

Die Spanierin erlag später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Nach eigenen Angaben hat die Polizei bereits interne Ermittlungen eingeleitet.

Rocinha galt lange Zeit als befriedet, wegen starker Sparzwänge unter anderem bei der Polizei hat sich im Jahr nach den Olympischen Spielen die Sicherheitslage allerdings stark verschlechtert. Fast täglich wird das Armenviertel, wo knapp 100.000 Menschen auf engstem Raum leben, zum Schauplatz von Konflikten zwischen rivalisierenden Drogendealern. Touristen wird stark davon abgeraten, sich dort aufzuhalten.

Hamburger Schiff von Piraten überfallen

Piraten haben vor der Küste Nigerias sechs Besatzungsmitglieder eines Hamburger Containerschiffs entführt. Samstagnacht sei das Schiff „Demeter“ kurz vor dem nigerianischen Hafen Onne von mehreren Piraten angegriffen worden, teilte die Hamburger Reederei Peter Döhle Schiffahrts-KG mit.

Auf dem Schiff haben sich nach Angaben der Medienagentur MTI Networks zur Zeit des Angriffs keine Deutschen befunden. Den Angaben zufolge verschleppten die Angreifer sechs Besatzungsmitglieder, als sie das Schiff verließen. Die verbliebenen zwölf Seefahrer blieben unverletzt.

Das Schiff konnte in sichere Gewässer gesteuert werden. Zur Herkunft der Entführten gab es aus Sicherheitsgründen keine weiteren Informationen. Die sechs verschleppten Besatzungsmitglieder wurden auch am Montag noch vermisst.

Kultur

Serie „Star Trek: Discovery“ geht in zweite Staffel

Nach dem Erfolg der neu aufgelegten Kultserie „Star Trek“ geht das Abenteuer um das Raumschiff „Discovery“ in den USA in eine zweite Staffel. Die Neuauflage der 1966 erstmals ausgestrahlten Serie folgt der Sternenflotte auf ihren Missionen, um im All neue Welten und Lebensformen zu entdecken.

Teil von „Star Trek: Discovery“ sind ein neues Raumschiff und eine Reihe neuer Charaktere, Ideologie und der hoffnungsvolle Blick auf die Zukunft sind aber geblieben. Die erste Staffel ist in zwei Kapitel zu je sechs Folgen aufgeteilt. In den USA ist das zweite Kapitel ab Jänner 2018 zu sehen.

Wie schon die erste Staffel wird auch die angekündigte zweite Staffel der „Star Trek“-Neuauflage beim Streamingdienst Netflix zu sehen sein. Ab wann sie verfügbar ist, stand heute noch nicht fest.

„KulturMontag“: Weltreisen im neuen Weltmuseum

Nach Jahren, die von Renovierung, Neugestaltungsplänen, Redimensionierung und politischen Querelen geprägt waren, wird am Mittwoch das neue Weltmuseum eröffnet: mit einem opulenten Open-Air-Spektakel auf dem Heldenplatz, einer fulminanten Dauerausstellung und gleich fünf Sonderschauen. Live zu Gast ist die Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums, Sabine Haag.

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Panorama

IT

AK: Onlinespiele als Datenschutzhölle

In der virtuellen Welt geben wir wesentlich mehr über uns preis, als uns bewusst ist. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie im Auftrag der Arbeiterkammer (AK).

Die ununterbrochene Onlineverbindung während des Videospielens und Chats mit Mitspielern lassen genaue Aufschlüsse über unsere Vorlieben und unseren sozialen Satus zu. Privatsphäreeinstellungen würden von den Anbietern dabei meist mittels AGB ausgehebelt.

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Science