Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) will mit einer Doppelstrategie beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) gegen die von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle propagierte autonome Einhebung von Studiengebühren durch die Unis vorgehen: Einerseits sucht sie derzeit aktiv Studierende, die im Rahmen einer Individualbeschwerde „bereit sind, mit uns vor den VfGH zu ziehen“.
Andererseits rät die ÖH allen anderen Beitragspflichtigen, Anträge auf Rückerstattung zu stellen, über die am Ende des Instanzenzugs ebenfalls der VfGH entscheiden muss. Auf einem Factsheet veröffentlichten die Studentenvertreter eine Anleitung zur Klage.
Bisher haben nur die Uni Wien, die Wirtschaftsuni, die Uni Graz, die Technische Uni Graz und das Mozarteum in Salzburg beschlossen, selbstständig die vom VfGH aufgehobene Regelung wieder einzuführen. Demnach müssen Nicht-EU-Bürger sowie Studenten, die mehr als zwei Semester über der Mindeststudiendauer liegen, 363,36 Euro pro Semester bezahlen. Laut den Unis müssen im Schnitt etwa 15 Prozent ihrer Studenten bezahlen.
VfGH-Reaktion „noch unsicher“
Schon ab der Kundmachung jener Verordnung, mit der die autonome Einführung von Studiengebühren festgelegt wird, können betroffene Studenten eine Individualbeschwerde direkt an den VfGH richten. Allerdings räumt selbst die ÖH ein, dass „noch nicht sicher ist, ob der VfGH diese (Individualbeschwerde, Anm.) zulassen wird, oder ob er auf den Weg der Bescheidbeschwerde verweist“.
Bescheidbeschwerden soll es nach dem Willen der ÖH allerdings ohnehin im großen Stil geben: Die ÖH rät dazu, die Studiengebühren jedenfalls einzuzahlen, auch wenn etwa die Uni Wien die Möglichkeit einer Stundung anbietet. Denn wer nicht bezahle, riskiere den Verlust der Zulassung und die nachträgliche Aberkennung von Prüfungen. Gleichzeitig fordern die Studentenvertreter dazu auf, Anträge auf Rückerstattung zu stellen.
„Rachefeldzug“-Vorwurf: Rektor Schmidinger wehrt sich
Das angekündigte Sparprogramm an der Universität Salzburg sieht die Hochschülerschaft als „persönlichen Rachefeldzug“ von Rektor Heinrich Schmidinger. Doch der wehrt sich entschieden gegen diesen Vorwurf. Er habe immer offen kommuniziert.
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