Inland

Neues VfGH-Präsidium angelobt

Das neue Präsidium des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) ist heute von Bundespräsident Alexander Van der Bellen angelobt worden. Sowohl Vorsitzende Brigitte Bierlein als auch ihr Stellvertreter Christoph Grabenwarter unterzeichneten gegen Mittag die Urkunden in der Hofburg. Van der Bellen erinnerte in seiner Ansprache an die Verantwortung des VfGH, insbesondere für Minderheiten und Benachteiligte.

Angelobung von Brigitte Bierlein Vizepräsident Christoph Grabenwarter durch Bundespräsidenten Alexander van der Bellen

APA/Georg Hochmuth

„Kennzeichen einer modernen, liberalen Demokratie ist, dass nicht einfach die Mehrheit recht hat, sondern dass es einen ausgeprägten Schutz von Minderheiten durch Minderheitenrechte gibt“, sagte der Bundespräsident.

Bierlein ist die erste Frau an der Spitze des Verfassungsgerichtshofs.

Der VfGH sei Hüter „dieser modernen, liberalen Demokratie“. Auch die Klärung von Fragen, „die sich aus dem Zusammenprall einer säkularisierten Gesellschaft mit den Bräuchen bestimmter Religionsgemeinschaften ergeben“, sei häufig Verhandlungsgegenstand gewesen.

Van der Bellen freut sich über „Pionierin“

Den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu festigen sei auch künftig die Aufgabe des VfGH, betonte Van der Bellen, der auch persönliche Worte für die beiden Präsidiumsmitglieder fand. Besonders freute den Präsidenten, dass mit Bierlein erstmals eine Frau den Vorsitz innehabe - „eine Pionierin sozusagen“.

Kern kritisiert „Unterwanderung“ durch Burschenschaften

SPÖ-Chef Christian Kern fordert Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) auf, die „Unterwanderung“ der Republik durch Burschenschaften zu beenden. Bei einer Pressekonferenz kritisierte Kern heute den „schleichenden Umbau des Staates“ durch die FPÖ-nahen Verbindungen. Im Übrigen warf er der Koalition beim Rauchverbot und dem „Sicherheitspaket“ „Angst vor den Bürgern“ vor und warnte vor Sozialabbau.

„Wir erleben gerade eine Unterwanderung unserer staatlichen Strukturen durch einen Geheimbund, durch die Burschenschaften“, kritisierte Kern die Postenbesetzungen der FPÖ in staatsnahen Unternehmen, Bürokratie und Ministerkabinetten.

Kritik an Überwachungsmaßnahmen

Scharfe Kritik übte Kern auch am Plan der Regierung, das „Sicherheitspaket“ und die Aufhebung des Rauchverbots in der Gastronomie ohne Begutachung zu beschließen. Die Regierung versuche, diese Gesetze „bei Nacht und Nebel durchzuziehen“, kritisierte Kern „eine Bundesregierung, die ganz offensichtlich Angst vor den Bürgern, aber auch Angst vor dem Parlament hat“.

Dabei lehnte Kern neue Überwachungsmaßnahmen nicht vollständig ab. Er begrüßte etwa die geplante Registrierung von Wertkartenhandys und hält auch die Überwachung von Messengerdiensten für nötig. Allerdings dürfe es kein „Durchziehen um jeden Preis“ gegen die vielen kritischen Expertenstimmen geben. Kern verwies diesbezüglich etwa auf Kritik der Rechtsanwaltskammer.

SPÖ verlangt Sondersitzung des Datenschutzrates

Die SPÖ berief dazu auch eine Sondersitzung des Datenschutzrates ein. „Da zu diesen Gesetzesentwürfen kein Begutachtungsverfahren stattgefunden hat, konnte sich der Datenschutzrat - als Beratungsgremium der Bundesregierung - nicht dazu äußern, also seinen gesetzlichen Aufgaben nicht nachkommen“, so die Begründung im Antrag auf eine Sondersitzung.

FPÖ ortet „Verschwörungstheorien“

In einer Reaktion auf Kern ortete die FPÖ „absurde Verschwörungstheorien“. Grundsätzlich solle sich Kern „mit seinen Kontakten zu dubiosen internationalen Milliardärsnetzwerken nicht zu weit aus dem Fenster lehnen“, so der geschäftsführende FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus.

„Falter“: Weiteres NS-Liederbuch gefunden

In den Räumen der schlagenden Burschenschaft Bruna Sudetia soll ein weiteres, bisher unbekanntes Liederbuch mit antisemitischen Texten gefunden worden sein.

Das berichtete die Wochenzeitung „Falter“ heute. Zudem dürften die Ermittler auch „altes Zeug aus der Nazizeit“ bei der Hausdurchsuchung beschlagnahmt haben. Um Hakenkreuzfahnen oder verbotene Abzeichen soll es sich dabei aber nicht handeln.

Götschober will interne Aufarbeitung

Der Obmann der Burschenschaft, Herwig Götschober, kündigte eine interne Aufarbeitung an. Bereits gestern fand eine Hausdurchsuchung statt, bei der mehrere Kisten mit unbekanntem Material beschlagnahmt wurden.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Ausland

Sorge vor Gewalt bei Demos in Italien

Nach Zusammenstößen zwischen Antifaschisten und der Polizei bei einer Demonstration gestern Abend in Turin wächst die Sorge vor Ausschreitungen bei politischen Kundgebungen am Wochenende in Italien. Das Innenministerium in Rom rief heute die Parteien auf, die Wahlkampftöne zu dämpfen.

Die Vorfälle in Turin mit dem Wurf von Molotowcocktails mit Nägeln gegen die Polizei seien gravierend, hieß es aus dem Innenministerium in Rom. Die Sicherheitskräfte wollten jegliche Form von Gewalt bei politischen Demonstrationen verhindern.

Protest gegen rechtsextreme Organisation

In Turin waren bei einem Protest gegen eine Wahlkampfveranstaltung der rechtsextremen Organisation CasaPound zwei Polizisten verletzt worden. Freitag vergangener Woche war es bereits zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten in Bologna gekommen.

Am Dienstag wurde ein Anhänger der rechtsextremen Forza Nuova auf offener Straße in Palermo geschlagen. In Perugia wurde ein Anhänger der linksextremen Organisation Potere al Popolo mit Messerstichen verletzt, nachdem er von einigen vermummten Personen angegriffen worden war.

Morgen ist im Vorfeld der Parlamentswahl am 4. März eine antifaschistische Demonstration in Rom geplant, an der sich voraussichtlich Zehntausende Menschen beteiligen werden, unter anderen der Ex-Premier und Chef der Sozialdemokraten, Matteo Renzi. Parallel hat die ausländerfeindliche Lega in Mailand zu einer Kundgebung gegen die illegale Einwanderung auf dem zentralen Domplatz aufgerufen. „Die Italiener zuerst“ lautet der Slogan der Lega-Demonstration.

Militärs für Kriegsverbrechen im Südsudan verantwortlich

Im blutigen Konflikt im Südsudan sind nach Überzeugung einer Kommission des UNO-Menschenrechtsrats von den Armeen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen begangen worden.

Zivilisten seien verstümmelt worden, teilte die Kommission heute mit. Außerdem sei es massenweise zu Vergewaltigungen gekommen. Menschen seien sogar gezwungen worden, eigene Familienmitglieder zu vergewaltigen.

40 führende Militärangehörige identifiziert

Die Kommission identifizierte mehr als 40 führende Militärangehörige, die in den vergangenen zwei Jahren für die Grausamkeiten verantwortlich sein sollen. Die Kommission forderte die Einsetzung eines Gerichtshofes unter Beteiligung der Afrikanischen Union in den nächsten Monaten. Der Bericht wurde im Vorfeld der Sitzung des UNO-Menschenrechtsrats vorgelegt, die am Montag in Genf beginnt.

Im ölreichen Südsudan herrscht seit vier Jahren ein Bürgerkrieg zwischen den Anhängern von Präsident Salva Kiir vom Volk der Dinka und den Truppen seines früheren Stellvertreters Riek Machar vom Volk der Nuer. Zehntausende sind in dem Krieg bisher getötet worden, etwa vier Millionen Südsudanesen sind vor der Gewalt geflohen.

Weiterer Deutscher aus türkischem Gefängnis freigelassen

In der Türkei ist ein weiterer aus politischen Gründen inhaftierter Deutscher freigekommen. Damit seien noch vier deutsche Staatsangehörige aus politischen Gründen in türkischer Haft, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes heute in Berlin.

Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes machte der Sprecher keine näheren Angaben zu der freigelassenen Person, gegen die eine Ausreisesperre verhängt worden sei. Unklar war, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt.

Journalist Yücel aus Haft entlassen

Vor einer Woche war der „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel aus türkischer Haft entlassen worden und umgehend nach Deutschland ausgereist. Die Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten hatte die Beziehungen zwischen Berlin und Ankara schwer belastet.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan geht seit dem Putschversuch im Sommer 2016 mit harter Hand gegen politische Gegner vor. Die deutsche Bundesregierung beklagt eine Einschränkung von Rechtsstaat und Meinungsfreiheit in dem NATO-Partnerland.

Geberkonferenz in Brüssel: EU erhöht Hilfe für Sahel-Region

Die EU will die fünf Sahel-Staaten im Kampf gegen Terrorismus und illegale Migration stärker unterstützen. In Brüssel begann heute eine Geberkonferenz, die sowohl die Finanzierung der gemeinsamen Eingreiftruppe von Mauretanien, Mali, Niger, Tschad und Burkina Faso stärken als auch die wirtschaftliche Entwicklung der Region fördern soll.

Die EU wird ihre Unterstützung für die neue Truppe zur Terror- und Schleuserbekämpfung in der Sahelzone von 50 auf 100 Millionen Euro verdoppeln. Insgesamt stockte die internationale Gemeinschaft ihre Hilfe auf 414 Millionen Euro auf. Vor der Konferenz wurden die Hilfszusagen noch auf deutlich unter 300 Millionen Euro beziffert.

Mogherini: Wichtige Arbeit auch für Europa

Die Eingreiftruppe leiste nicht nur für die Menschen in der Region, sondern auch für Europa eine wichtige Arbeit, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini zum Auftakt der Geberkonferenz.

An der Konferenz nehmen rund 50 Staaten teil, darunter auch die USA, Saudi-Arabien und Japan sowie fast alle EU-Staats- und -Regierungschefs. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wird erst auf dem informellen EU-Gipfel in Brüssel erwartet.

Die fünf Sahel-Länder hatten einen Finanzbedarf von 400 Millionen Euro allein für die Eingreiftruppe angemeldet. Frankreich ist die führende Militärmacht in der Region, aber auch die deutsche Bundeswehr ist in Mali stationiert. Deutschland engagiert sich zudem finanziell erheblich in der Region. Die deutsche Bundesregierung plant für die Jahre 2017 bis 2020 für die Bereiche Sicherheit, Stabilität und Entwicklung in den Sahel-Ländern rund 1,7 Milliarden Euro ein.

Iranischer Polizist verletzte Demonstrantin in Teheran

Bei neuen Protesten gegen den Kopftuchzwang hat ein Polizist im Iran gestern Abend eine Demonstrantin verletzt. Die junge Iranerin kletterte in Teheran auf eine öffentliche Telefonkabelbox in ungefähr zwei Meter Höhe, um ihr Kopftuch als Fahne aufzuhängen.

Laut unbestätigten Augenzeugenberichten ignorierte sie die Aufforderungen von Polizisten herunterzukommen. Daraufhin kletterte ein Polizist hinauf und stieß die Frau hinunter. Sie soll sich den Fuß gebrochen haben. Präsident Hassan Rouhani forderte als Konsequenz aus dem Vorfall Ermittlungen gegen den Polizisten.

Bürgerrechtsabteilung wird Vorfall untersuchen

Die Bürgerrechtsabteilung im Präsidium solle den Vorfall gründlich überprüfen, hieß es weiter. Die zuständige Abteilungsleiterin bezeichnete auf Twitter die Polizeiaktion als „illegal“. Sie werde nach Rouhanis Anweisung umgehend den Fall überprüfen.

In Sozialen Netzwerken gab es heute eine Welle von Protesten gegen die Polizeiaktion, nachdem Handyvideos und Bilder von dem Vorfall veröffentlicht worden waren. „In anderen Ländern beschützt die Polizei die Bürger, hier (im Iran) muss man sich vor der Polizei schützen“, lautete ein Tweet. Viele warfen Präsident Rouhani vor, dass er nur reden und nichts gegen diese Ungerechtigkeiten unternehmen würde.

Im Iran müssen Mädchen ab neun Jahren in der Öffentlichkeit ein Kopftuch sowie einen langen, weiten Mantel tragen. Der Kopftuchzwang besteht im Iran zwar seit 40 Jahren, genauso lange aber ist die Mehrheit der Frauen dagegen. Die jüngsten Proteste begannen Ende Dezember letzten Jahres. Mindestens 30 Frauen sind bis jetzt festgenommen und inhaftiert worden.

Bericht: Muslimische Dörfer in Myanmar komplett zerstört

In Myanmar hat das Militär nach Berichten der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) mehrere Dutzend muslimische Dörfer dem Erdboden gleichgemacht. HRW stützte sich dabei heute auf Bilder, die von Satelliten aufgenommen wurden. Aus Angst vor Verfolgung sind annähernd 700.000 Muslime aus dem mehrheitlich buddhistischen Myanmar ins Nachbarland Bangladesch geflohen.

Mindestens 55 Dörfer zerstört

Dem Bericht zufolge wurden seit Ende vergangenen Jahres im Bundesstaat Rakhine durch das Militär mindestens 55 Dörfer von Angehörigen der muslimischen Minderheit der Rohingya zerstört. Auf diese Weise wäre eine Rückkehr der Flüchtlinge praktisch unmöglich.

Zudem vermutet HRW, dass Beweise für Misshandlungen vernichtet werden sollten. Der Asiendirektor von HRW, Brad Adams, sagte: „Wer diese Gebiete dem Erdboden gleichmacht, löscht die Erinnerung aus.“

Die Vereinten Nationen bezeichnen das Vorgehen des Militärs, das in Myanmar zusammen mit Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi an der Regierung ist, als „ethnische Säuberung“. Nach einer Vereinbarung zwischen Myanmar und Bangladesch hätte schon vor mehr als einem Monat mit der Rückkehr von Flüchtlingen begonnen werden sollen. Tatsächlich harren in Bangladesch aber immer noch Hunderttausende unter katastrophalen Bedingungen in Flüchtlingslagern aus.

Südkorea verteidigt Empfang von General aus Nordkorea

Die südkoreanische Regierung hat den geplanten Empfang eines umstrittenen hohen Generals aus Nordkorea zur Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang verteidigt. Nach Protesten gegen Kim Yong Chol bat der Sprecher des Vereinigungsministeriums heute um Verständnis für den Besuch. Die Regierung hoffe, dass der Dialog vorangebracht und die Beziehungen verbessert werden können.

Kim ist der ehemalige Chef des Auslandsgeheimdienstes und heutiger Vizevorsitzender des Zentralkomitees der herrschenden Arbeiterpartei. Der Hardliner wird unter anderem für den Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffes im Jahr 2010 verantwortlich gemacht.

Zu Kritik der Angehörigen sowie der Opposition, die vor dem Präsidentensitz in Seoul demonstrierte, sagte der Sprecher vor Journalisten, es sei schwierig, genau zu bestimmen, wer die Verantwortung dafür trage.

Ivanka Trump in Seoul erwartet

„Es ist klar, dass Nordkorea für die Versenkung des Kriegsschiffes verantwortlich gemacht wurde, und Kim führte zu jener Zeit das Aufklärungsbüro“, sagte der Sprecher. Während der General erst am Sonntag über die streng bewachte Grenze kommen soll, wurde heute schon Ivanka Trump, die Tochter von US-Präsident Donald Trump, in Seoul erwartet, um an der Schlussfeier am Sonntag teilzunehmen. Die 36-Jährige fungiert im Weißen Haus als Beraterin.

Treffen mit den Nordkoreanern sind jedoch nicht geplant. Präsident Moon Jae In wollte die Trump-Tochter zum Abendessen empfangen.

Sport

Erste Liga: Quartett kämpft um Aufstiegsplätze

In der Sky Go Ersten Liga kündigt sich zum Abschied des alten Formats im Frühjahr ein spannendes Rennen um die Aufstiegsplätze an. Mit Ried, Wr. Neustadt, Wacker Innsbruck und Hartberg dürfen sich gleich vier Clubs berechtigte Hoffnungen auf die beiden Fixtickets und den Relegationsplatz machen, ist das Quartett doch nur durch drei Zähler getrennt.

Zu weit hinauslehnen will sich aber niemand. „Wir dürfen nicht groß reden. Aber wir werden alles tun“, versprach etwa Ried-Coach Lassaad Chabbi vor dem heutigen Start ins Frühjahr.

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Olympia: ÖSV-Boarder greifen im Kollektiv an

Für die Parallel-Snowboarder wird es bei Olympia in der Nacht ernst. Anders als zunächst geplant, wird unmittelbar nach der Qualifikation ab 5.30 Uhr MEZ (live in ORF eins) um Medaillen gefahren. Österreich schickt gleich mehrere heiße Eisen ins Feuer.

Julia Dujmovits, die in Sotschi Slalom-Gold eroberte, geht neuerlich auf eine Medaille los. Bei den Herren standen gleich drei der vier Starter im Olympiawinter schon auf dem Podest. Im Fokus steht aber Super-G-Siegerin Ester Ledecka.

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Olympia: Eiskunstläuferin erlöst Russlands Athleten

Die 15-jährige Eiskunstläuferin Alina Sagitowa hat heute die erste Goldmedaille für das Team Olympische Athleten aus Russland (OAR) in Pyeongchang geholt. Drei Tage vor dem Ende der Olympischen Winterspiele 2018 erlöste sie die Russen, die mit Jewgenija Medwedjewa als Zweiter nach der Kür einen Doppelsieg feierten. Bronze ging an die Kanadierin Kaetlyn Osmond.

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Chronik

700.000 streunende Hunde in Italien

In Italien macht man sich wegen streunender Hunde zunehmend Sorgen. In fünf Jahren habe sich die Zahl der herrenlosen Vierbeiner auf den Straßen des Landes auf 700.000 verdoppelt, klagte der Gewerkschaftsverband der italienischen Tierärzte laut der Tageszeitung „La Stampa“ (Freitag-Ausgabe).

Mangel an effizienten Sterilisierungskampagnen und an Tierheimen seien die Ursache des vor allem in Süditalien akuten Problems. Immer wieder kommt es im Süden zu tragischen, manchmal sogar tödlichen Vorfällen. Nach Schätzungen der Behörden laufen allein auf Sizilien rund 60.000 Hunde frei herum, oft auch in Rudeln. Dabei geben die Gemeinden in Italien jährlich rund 100 Millionen Euro für Hundeheime aus.

Mikrochips samt Registrierung gefordert

Obwohl laut Gesetz jeder Hund sterilisiert werden muss, der in einem Tierschutzheim landet, geschieht das nur in 60 Prozent der Fälle, klagen Tierschützer. 2016 sei die Zahl der Hundeadoptionen um 8,5 Prozent zurückgegangen. Der Tierschutzverband LAV will sich für obligatorische Mikrochips samt Registrierung der Vierbeiner im Meldeamt einsetzen.

Rückendeckung bekam der Verband vom Chef der italienischen Mitte-rechts-Allianz, Silvio Berlusconi. In seinem Wahlprogramm für die Parlamentswahl am 4. März zeigt Italiens viermaliger Premier ein Herz für Tiere. Er will sich für bessere Lebensbedingungen in Hunde- und Katzenheimen einsetzen. Die Adoption ausgesetzter Tiere soll gefördert werden. Acht Millionen Italiener besitzen laut Schätzungen einen Hund.

Wirtschaft

Flugverbot für Maschinen der iranischen Unglücksfluglinie

Nach dem Absturz eines ihrer Passagierflugzeuge muss die iranische Fluglinie Aseman Airlines alle Maschinen desselben Typs einstweilen auf dem Boden lassen. Die Zivilluftfahrtbehörde habe deren Flugverbot beschlossen, bis die genaue Unglücksursache geklärt sei, berichtete heute das iranische Staatsfernsehen.

Eine ATR-72 des französisch-italienischen Herstellers Avions de Transport Regional war am Sonntag im Schneesturm im südwestiranischen Sagros-Gebirge in etwa 4.000 Meter Höhe zerschellt, alle 66 Insassen kamen ums Leben. Die Fluglinie hatte laut ihrer Website insgesamt fünf Turboprop-Maschinen des Typs in Betrieb.

Erst am Dienstag gelang es den Suchtrupps, das Wrack der Maschine in dem zerklüfteten Gebirge zu orten. Wegen des schlechten Wetters und gefährlicher Felsspalten konnten bisher keine Hubschrauber landen, deshalb mussten die Einsatzkräfte die sterblichen Überreste der Insassen zu Fuß ins Tal bringen.

Kosten für Berliner Flughafen übersteigen 7 Mrd. Euro

Die Kosten für den neuen deutschen Hauptstadtflughafen bei Berlin steigen voraussichtlich auf mehr als sieben Mrd. Euro. Nach dem Businessplan der Betreiber seien 770 Mio. Euro zusätzlich notwendig, berichtete der Sender RBB heute.

Flugahfen Berlin BER

APA/AFP/fpa/Ralf Hirschberger

Damit würden die Kosten für den drittgrößten deutschen Flughafen BER knapp 7,3 Mrd. Euro erreichen - beim Spatenstich 2006 war von zwei Mrd. Euro die Rede. Fehlplanung, Verzögerungen, Baumängel und Erweiterungen des Baus treiben seither jedoch die Kosten in die Höhe.

Ein Unternehmenssprecher wollte sich zu dem Bericht nicht äußern und verwies auf die Aufsichtsratssitzung kommende Woche. Dass sich weitere Mehrkosten ergeben würden, war klar, seit die Eröffnung des Flughafens im Dezember ein weiteres Mal verschoben wurde - dieses Mal von 2018 auf 2020. Ursprünglich sollten im neuen Terminal in Schönefeld 2011 die ersten Passagiere einchecken.

Science

Kultur

Kiesler-Preis an französischen Architekten Yona Friedman

Der Österreichische Friedrich-Kiesler-Preis für Architektur und Kunst geht heuer an den 94-jährigen französischen Architekten Yona Friedman. Die internationale Preisjury würdigte ihn heute in einer Aussendung als „einen Giganten unter den Architekten“. Der Termin zur Verleihung der mit 55.000 Euro dotierten Auszeichnung steht noch nicht fest.

Yona Friedman mit einer Skulptur 2016 in London

APA/AFP/Daniel Leal-Olivas

„Während seines gesamten Berufslebens von mehr als sechs Jahrzehnten war er kompromisslos in seiner Präzision und visionär in seinem Denken. Bis heute ist er enorm einflussreich als Architekt ‚realisierbarer Utopien‘ als Stadttheoretiker, Designer und Lehrender“, heißt es in der Begründung der Jury.

Friedman zeigte sich „außerordentlich glücklich“, den Kiesler-Preis zu erhalten. Er fühle „besondere Freude, dass es diese spezielle Stiftung ist, die mein Werk anerkennt. Ich kenne einige von Kieslers Arbeiten von Publikationen und von Ausstellungen im Centre Pompidou in Paris und ich bewundere ihn und seine Ideen ungemein“, hieß es in einem Statement.

Religion

Leute

Panorama

Curling: Der schrille Charme des „Game of Stones“

Es gibt Sportarten, die bekommt das klassische TV-Publikum nur alle vier Jahre zu sehen - bei Olympia. Einige davon üben dann eine exotische Faszination aus, etwa Curling: Menschen, die Steine auf dem Eis schieben, andere, die mit einem Besen herumfuchteln, und wieder andere, die ihre Mitspieler herumkommandieren. In Pyeongchang ist das „Game of Stones“ besonders illuster: Die norwegischen Männer punkten wieder mit ausgefallenen Modekreationen, das südkoreanische Damen-Team wurde zum Internetphänomen. Und dann gibt es noch einen Dopingfall - ausgerechnet in einer Sportart, die auf den ersten Blick nicht rasend anstrengend aussieht.

Mehr dazu in Nicht so einfach, wie es aussieht

Deutschland startet in Freibadsaison

In Deutschland hat heute das erste Freibad bei Temperaturen um den Gefrierpunkt seine Tore geöffnet. Das „Sonnenbad“ in der Stadt Karlsruhe (Baden-Württemberg) ist jedes Jahr das erste, das in die Saison startet. Diese dauert dort von Mitte Februar bis zum 1. Adventsonntag.

Besucher im Sonnenbad in Karlsruhe unter einer Wasserdusche im Freien

APA/AFP/dpa/Uli Deck

Das „Kult-Freibad“ (Eigendefinition) wirbt mit dem Slogan „Wer draußen schwimmt, bleibt fit“. Das Motto der diesjährigen Saison lautet laut deutschen Medienberichten: „Ob Schnee, Sonne oder Regen, ins Sonnenbad wir gehen“.

Ganz so schlimm, wie das auf den ersten Blick bei der derzeitigen Wetterlage aussieht, ist es nicht: Das 50-Meter-Schwimmbecken im „Sonnenbad“ hat das ganze Badejahr über eine Wassertemperatur von 28 Grad Celsius.