Ausland

Trump bei US-Steuerreform vor Ziellinie

US-Präsident Donald Trump steht mit seinem Plan für eine umfassende Steuerreform praktisch vor der Ziellinie. Die zwei Senatoren Marco Rubio und Bob Corker, die zuvor mit einer Ablehnung des Gesetzesvorhabens gedroht hatten, kündigten gestern ihre Zustimmung an.

Damit galt es als nahezu sicher, dass das Reformgesetz in der kommenden Woche sowohl im Abgeordnetenhaus als auch im Senat mit der Mehrheit der republikanischen Stimmen verabschiedet wird. Damit könnte es Trump wie von ihm erhofft noch vor Weihnachten unterzeichnen.

Vorteile für reiche Amerikaner

Viele Details waren bisher noch nicht bekannt. Nachdem Abgeordnetenhaus und Senat jeweils eigene Vorlagen verabschiedet hatten, wurde eine Kompromissversion erst zu Mittag (Ortszeit) festgezurrt.

Die Kernpunkte sind jedoch bereits klar: Massive Steuersenkungen für Unternehmen und Vorteile vor allem für reichere Amerikaner, während Ärmere und die Mittelschicht weniger profitieren dürften.

Die Kompromissvorlage enthält zudem eine Abschaffung der Krankenversicherungspflicht für alle, die unter Trumps Vorgänger Barack Obama eingeführt worden war. Das Haushaltsdefizit wird bei einer Umsetzung des Vorhabens nach unabhängigen Berechnungen im Zeitraum von zehn Jahren um eine Billion Dollar wachsen.

Europas Rechtspopulisten treffen sich in Prag

Führende Rechtspopulisten aus ganz Europa kommen heute in Prag zusammen, um demonstrativ den Schulterschluss zu üben. Zu dem Kongress der EU-Parlamentsfraktion „Europa der Nationen und der Freiheit“ (ENF) werden unter anderem der Niederländer Geert Wilders und die Französin Marine Le Pen erwartet.

Die EU-kritischen Kräfte haben das Treffen unter den Titel „Für ein Europa der souveränen Nationen“ gestellt. Linke Gruppen haben zu Gegendemonstrationen und einer Blockade des Tagungshotels aufgerufen.

Gastgeber in Prag ist der tschechische Rechtspolitiker Tomio Okamura. Seine SPD-Partei - das Kürzel steht im Tschechischen für Freiheit und direkte Demokratie - war bei der Parlamentswahl im Oktober auf 10,6 Prozent der Stimmen gekommen und damit viertstärkste Kraft geworden. Anders als bei der ENF-Tagung in Koblenz im Jänner ist diesmal kein Mitglied der deutschen AfD dabei.

Grünes Licht für zweite „Brexit“-Phase

Der zweiten Tag des EU-Gipfels in Brüssel ist ganz im Zeichen des „Brexit“ gestanden: Zum Abschluss des Treffens gaben die Staats- und Regierungschefs gestern grünes Licht für den Übergang in Verhandlungsphase zwei. Nach der schwerwiegenden Niederlage im britischen Parlament eine gute Nachricht für Premierministerin Theresa May. Doch die Erleichterung wird wohl nur kurz währen, die Signale der EU sind unmissverständlich: Die erste Phase sei schon sehr schwierig gewesen, die zweite Phase werde noch „erheblich härter“.

Mehr dazu in „Gratulation, Frau Premierministerin“

Südafrika: Regierungspartei ANC wählt neuen Vorsitzenden

Die südafrikanische Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) tritt heute zu einem fünftägigen Parteitag zusammen. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Wahl eines neuen Parteivorsitzenden. Im Rennen um die Nachfolge des derzeitigen ANC-Chefs Jacob Zuma, der zugleich Staatspräsident ist, sind seine frühere Frau Nkosazana Dlamini-Zuma sowie der stellvertretende Staatschef Cyril Ramaphosa.

Seit 2007 ist Zuma der Vorsitzende des ANC, dessen bekanntester Politiker der 2013 verstorbene Nelson Mandela war. Zuma ist wegen zahlreicher Korruptionsaffären und der ihm zugeschriebenen Veruntreuung öffentlicher Gelder auch innerhalb des ANC stark umstritten. Im vergangenen Jahr verlor die Partei bei Wahlen das Rathaus der größten südafrikanischen Stadt Johannesburg und das der Hauptstadt Pretoria.

Venezuelas Regierung und Opposition verhandeln weiter

Regierung und Opposition von Venezuela wollen ihre Verhandlungen über einen Ausweg aus der schweren politischen und wirtschaftlichen Krise des Landes im Jänner fortsetzen. Am 11. Jänner solle ein Arbeitstreffen stattfinden, am 12. sollten dann die Außenminister dazustoßen, erklärte der Präsident der Dominikanischen Republik, Danilo Medina, gestern (Ortszeit).

Damit ging die zweiten Gesprächsrunde in der dominikanischen Hauptstadt Santo Domingo zu Ende. Medina sprach von „beachtlichen“ Fortschritten, doch könne er diese nicht verkünden, weil es sich um ein Gesamtpaket handle. „Solange es keine globale Einigung gibt, können wir nichts verkünden“, sagte er nach den rund acht Stunden währenden Verhandlungen.

Mehrere Länder wie Chile, Mexiko und Bolivien sowie der frühere spanische Regierungschef Jose Luis Rodriguez Zapatero begleiten den Dialogprozess. Chiles Außenminister Heraldo Munoz äußerte die Hoffnung, dass es am 12. Jänner zu einer Einigung komme.

Monatelanger Machtkampf

Vor Beginn der Gespräche hatten Vertreter der venezolanischen Regierung erklärt, sie würden keine Einigung unterzeichnen und es werde keine Präsidentschaftswahl 2018 geben, wenn nicht die USA zuvor ihre Wirtschaftssanktionen gegen Caracas aufheben würden. Das US-Außenministerium erklärte daraufhin in Washington, dafür müssten erst „die Demokratie und die verfassungsrechtliche Ordnung“ in Venezuela wiederhergestellt werden.

In Venezuela tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen der Regierung und der Mitte-Rechts-Opposition. Das lateinamerikanische Land befindet sich trotz reicher Erdölvorkommen in einer tiefen Wirtschaftskrise, die zu schweren Versorgungsengpässen geführt hat. Die Opposition macht Präsident Nicolas Maduro für die Misere verantwortlich. Bei Massenprotesten gegen die Regierung wurden zwischen April und Juli 125 Menschen getötet. Teile der Opposition lehnen die Verhandlungen mit der Regierung ab.

Tote und Verletzte bei „Tag des Zorns“ im Heiligen Land

Nach den muslimischen Freitagsgebeten ist es gestern wegen der Jerusalem-Krise am „Tag des Zorns“ erneut zu blutigen Auseinandersetzungen im Heiligen Land gekommen. Mindestens drei Palästinenser wurden bei den Unruhen am Rande des Gazastreifens und östlich von Jerusalem erschossen, wie die palästinensischen Gesundheitsministerien in Gaza und Ramallah mitteilten.

Rund 400 weitere wurden bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten durch scharfe Munition, Gummimantelgeschoße und Tränengas verletzt. Die israelische Armee hatte zuvor erklärt, dass rund 3.500 Palästinenser am Rande des Küstengebietes Brandflaschen und Steine auf Soldaten geworfen sowie brennende Reifen gerollt hätten. Im Westjordanland hätte es Konfrontationen mit rund 2.500 Palästinensern gegeben.

USA sehen Klagemauer als Teil Israels

Unterdessen vermeldeten die USA, dass sie die Klagemauer in der Altstadt von Jerusalem als Teil Israels unter einer etwaigen künftigen israelisch-palästinensischen Friedensvereinbarung sehen. „Wir können uns keine Situation vorstellen, in der die Klagemauer kein Teil Israels wäre“, sagte ein hochrangiger US-Regierungsbeamter im Vorfeld einer Reise von Vizepräsident Mike Pence in die Region.

Die Äußerung könnte die Empörung weiter verschärfen, die US-Präsident Donald Trump mit der jüngsten Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels bei den Palästinensern und in der arabischen Welt ausgelöst hat.

Die Klagemauer, ein Überrest der Befestigung des zweiten Jerusalemer Tempels, stellt eine heilige Stätte des Judentums dar. Sie ist Teil des Tempelbergs, dem Gebiet, das im Brennpunkt der Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern über den künftigen Status Jerusalems in einer etwaigen Friedensvereinbarung steht.

Jede dritte Waffe des IS kommt aus Mittel- und Osteuropa

Laut britischen Waffeninspektoren sind mittel- und osteuropäische Länder zentrale Waffenlieferanten für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Jede dritte Waffe in Händen der Terrormiliz stammt aus Ländern wie Bulgarien, Rumänien und den Balkanstaaten, geht aus dem Bericht der Gruppe Conflict Armament Research hervor.

„Lecks“ in Lieferkette

Die Gruppe, die im Auftrag der EU die Spur von Waffenlieferungen in Konfliktzonen untersucht, bestätigt damit ähnliche Befunde des Balkan Investigative Reporting Network (BIRN), berichtete das Netzwerk. Die USA und Saudi-Arabien lieferten - in Bruch mit internationalen Regeln für den Waffenhandel in Konfliktgebieten - Waffen über den Balkan zu syrischen Rebellen. Wegen „Lecks“ in der Lieferkette landete laut BIRN ein bedeutender Teil der Waffen letztlich in den Händen des IS.

Laut der dreijährigen Untersuchung „Waffen des Islamischen Staates“ der Conflict Armament Research, „wurde die Menge und Qualität der Waffen , die dem IS zur Verfügung stehen, stark vergrößert“. Laut dem Bericht kamen mehr als die Hälfte der neuen Waffen des IS in Syrien aus Bulgarien. Auch aus Rumänien und Serbien stammen offenbar große Teile der Waffen.

Inland

Sport

Ski alpin: Speed-Damen greifen nach Zwangspause an

Starker Schneefall hat die Skifahrerinnen in Val d’Isere zu einer Zwangspause verdonnert und zur Absage der Abfahrt geführt. Heute soll das Warten mit dem ersten von zwei Super-G-Rennen (10.30 Uhr, live in ORF eins) ein Ende haben. Österreichs Team rund um Cornelia Hütter, Weltmeisterin Nicole Schmidhofer und Anna Veith ist nach den jüngsten Ergebnissen topmotiviert und im Angriffsmodus. Die Favoritin heißt jedoch Tina Weirather.

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Fußball: Österreich testet gegen Weltmeister

Bei der WM 2018 in Russland ist das österreichische Nationalteam zwar nicht dabei. Die Fans der ÖFB-Auswahl dürfen sich aber trotzdem auf ein sommerliches Highlight freuen: Am 2. Juni bestreitet die Mannschaft von Neo-Teamchef Franco Foda ein hochkarätiges Testmatch gegen Deutschland. Austragungsort ist das Wörthersee Stadion in Klagenfurt, weil sich der Weltmeister in Südtirol auf seine Titelverteidigung vorbereiten wird.

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Wirtschaft

ÖBB, Westbahn und AUA werben um Niki-Mitarbeiter

Rund 1.000 Mitarbeiter der insolventen Fluglinie Niki stehen vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes, sollte nicht noch überraschend ein Käufer für die Airline auftauchen. Während es sonst aber schwer ist, vergleichbare Jobs zu finden, werden die Niki-Mitarbeiter von ehemaligen Konkurrenten und anderen Firmen umworben. Alleine in Wien sind 1.500 offene Stellen im Angebot, international noch mehr.

Eurowings, die Billigschiene der Lufthansa-Gruppe, suche mit Stationierung in Wien etwa 100 Piloten und 400 Crewmitglieder, sagte Eurowings-Geschäftsführer Michael Knitter in einer Telefonkonferenz. Auch die AUA sucht derzeit in Wien mehrere hundert Mitarbeiter - vor allem bis zu 200 fertig ausgebildete Piloten und rund 300 Flugbegleiter. Auch 50 bis 100 Techniker werden gesucht, in der Verwaltung sind rund 20 Stellen frei.

Zuletzt hat Aer Lingus bekanntgegeben, Niki-Piloten ein Angebot machen zu wollen. Angebote gibt es aber von der ÖBB und der Westbahn. Bei den ÖBB sind es 200 Stellen als „ZugbegleiterInnen, VerschieberInnen, BuslenkerInnen, FahrdienstleiterIn, TriebfahrzeugführerIn, WagenmeisterInnen“. Die Westbahn sucht „Stewards und Stewardessen“, also ebenfalls Zugbegleiter.

Suche nach Investoren läuft

Unterdessen wird auch weiter nach einem Käufer gesucht. Die Investorensuche könnte noch einige Tage dauern, wie ein Sprecher von Insolvenzverwalter Lucas Flöther dazu sagte. Niki hatte Mitte der Woche einen Insolvenzantrag gestellt und den Flugbetrieb eingestellt, nachdem die Lufthansa ein Übernahmeangebot zurückgezogen hatte.

Bisher hat neben der Thomas-Cook-Fluglinie Condor und Niki-Gründer Niki Lauda auch die irische Ryanair Interesse bekundet. Beide hatten sich bereits nach der Insolvenz von Air Berlin im Sommer um eine Übernahme von Niki beworben. Lauda rechnet sich gute Chancen aus, die insolvente Airline bald zu übernehmen. Durch die Insolvenz sei Niki nun von Altlasten und Schulden befreit, sagte Lauda gestern Abend in der ZIB2.

Ryanair ist laut Angaben von gestern zufolge lediglich am Kauf von Niki-Teilen interessiert. Details sind bisher nicht bekannt. Die irische Billigfluglinie signalisierte zuletzt aber Interesse an den Start- und Landerechten von Niki am Berliner Flughafen Tegel.

Aston Martin soll vor Börsengang oder Verkauf stehen

Die Besitzer von Aston Martin bereiten Insidern zufolge einen Börsengang oder einen Verkauf des britischen Sportwagenherstellers vor. Die italienische Beteiligungsgesellschaft Investindustrial und eine Gruppe kuwaitischer Investoren, die zusammen mehr als 90 Prozent an Aston Martin hielten, hätten eine strategische Überprüfung eingeleitet, sagten gestern mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Eigner hätten die Investmentbank Lazard engagiert, um einen vorläufigen Plan auszuarbeiten, verlautete weiter aus den Kreisen. Dieser könnte in einer Neuemission der Automarke an der Börse im dritten oder vierten Quartal 2018 oder in einen Verkauf münden.

Notierung am Aktienmarkt wahrscheinlicher

Eine Transaktion könnte den Sportwagenhersteller mit zwei bis drei Milliarden Pfund (umgerechnet rund 2,3 bis 3,4 Milliarden Euro) bewerten. Eine Notierung am Aktienmarkt sei die wahrscheinlichere Option als ein Verkauf.

Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht getroffen worden, hieß es weiter. Es sei aber auch möglich, dass die Investoren die Kontrolle behielten. Investindustrial wollte sich nicht dazu äußern. Bei Aston Martin und Lazard war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die durch James-Bond-Filme bekannte Automarke hatte in den vergangenen sechs Geschäftsjahren durchweg Verluste geschrieben. Für dieses Jahr strebt sie nach einem Plus im ersten Halbjahr aber einen Gewinn an. Aston Martin war in seiner mehr als 100-jährigen Geschichte siebenmal insolvent und gehörte bis 2007 zum US-Autobauer Ford.

Strengere Regeln für Bitcoin-Plattformen in EU

Vertreter der EU-Staaten und Europa-Abgeordnete haben sich gestern auf strengere Regeln für Plattformen geeinigt, auf denen Bitcoin und andere virtuelle Währungen gehandelt werden. Damit sollten Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung erschwert werden, teilte die EU mit.

Die Vereinbarung ist Teil eines größeren Pakets von Maßnahmen gegen Finanzverbrechen und Steuerhinterziehung. Es werde mehr Transparenz schaffen, Geldwäsche erschweren und die Terrorfinanzierung unterbinden, sagte EU-Justizkommissarin Vera Jourova.

Plus von 1700 Prozent seit Jahresbeginn

Gegenwärtig explodiert der Bitcoin-Markt. Der Preis der virtuellen Währung stieg seit Jahresbeginn um 1700 Prozent. Kritiker warnen vor einer Blase, die bald spektakulär platzen könnte.

Mit den jetzt vereinbarten Maßnahmen werden anonyme Transaktionen auf Handelsplattformen für virtuelle Währungen ebenso untersagt wie Transaktionen mit Prepaid-Karten. Letztere könnten Ermittlern zufolge von Extremisten genutzt werden, um Anschläge zu finanzieren. Die neuen Regeln müssen allerdings noch formell von den EU-Staaten und dem EU-Parlament angenommen und dann binnen 18 Monaten in nationales Recht umgesetzt werden.

Chronik

Zehntausende Philippiner fliehen vor Tropensturm

Vor einem herannahenden Tropensturm haben sich zehntausende Menschen im Osten der Philippinen in Sicherheit gebracht. Es seien bereits mehr als 38.000 Menschen in Notlagern untergebracht worden, sagten Behördenvertreter heute. Die durch den Zyklon „Kai-Tak“ ausgelösten heftigen Regenfälle haben auf den Inseln Samar und Leyte bereits für Überschwemmungen und Erdrutsche gesorgt.

Es wurde erwartet, dass „Kai-Tak“ mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern Samstagnacht im Norden von Samar auf Land treffen würde. Der staatliche Wetterdienst sagte vorher, dass der Sturm dann weiter zum Zentrum des Inselstaates ziehen werde.

Der Fährverkehr zu den Inseln war wegen der stürmischen See ausgesetzt. Drei Fischer wurden vermisst, wie der regionale Zivilschutz erklärte. Durch Erdrutsche nahe Tacloban auf Leyte wurden demnach eine Frau und ein kleines Mädchen verletzt. Auf Samar und Leyte leben insgesamt rund 4,5 Millionen Menschen. Auf den Inseln hatte vor vier Jahren Super-Taifun „Haiyan“ gewütet. Damals waren mehr als 7.350 Menschen ums Leben gekommen oder gelten seitdem als vermisst.

Zwei Tote nach Erdbeben vor Indonesien

Bei einem schweren Erdbeben sind auf der indonesischen Insel Java gestern Abend mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen und sieben weitere verletzt worden. Zwei ältere Frauen seien im Bezirk Ciamis von den Trümmern ihrer Häuser erschlagen worden, sagte Katastrophenschutzsprecher Sutopo Nugroho.

Vor der Küste von Java bebte der Meeresboden.

Mindestens sieben Menschen seien an verschiedenen Orten im Westen der Insel verletzt worden. Im Bezirk Banyumas mussten 70 Patienten ein Krankenhaus wegen Gebäudeschäden verlassen. Mehr als 100 Häuser seien beschädigt worden oder zusammengestürzt, so Nugroho.

Tsunamiwarnung rasch aufgehoben

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS hatte das Beben vor der Küste der Insel eine Stärke von 6,5 und ereignete sich in einer Tiefe von rund 92 Kilometern. Die indonesische Erdbebenwarte gab kurzzeitig eine Tsunamiwarnung für die Provinzen Westjava und Zentraljava heraus. Sie wurde später wieder aufgehoben, wie Nugroho mitteilte.

Den Messungen der indonesischen Erdbebenwarte zufolge betrug die Stärke des Bebens 6,9. Laut dem Indischen Ozean-Informationszentrum INCOIS besteht keine Gefahr für die Länder am Indischen Ozean.

Gesundheit

Kultur

Ralph Rugoff kuratiert Venedig-Biennale 2019

Der Austellungsmacher Ralph Rugoff kuratiert die nächste Kunstbiennale von Venedig. Der gebürtige New Yorker ist seit elf Jahren Direktor der Hayward Gallery in London, eines renommieren öffentlichen Museums für zeitgenössische Kunst am Themse-Ufer.

Der 60-Jährige soll die 58. Biennale 2019 künstlerisch leiten. Seine Ernennung bestätige das Ziel, „die Ausstellung zum Platz der Begegnung zwischen Besuchern, Kunst und Künstlern“ zu machen, sagte der Präsident der Biennale, Paolo Baratta.

Rugoff versucht in seinen Ausstellungen regelmäßig, auch den Besucher einzubinden - zum Beispiel in seiner Londoner Ausstellung „Psycho Buildings“. Seinen Weg nach oben schaffte er vor allem mit Publikationen in Kunstmagazinen und Zeitungen. 2015 kuratierte er die Kunstbiennale in Lyon. Er arbeitete auch in San Francisco am Wattis Institute for Contemporary Arts.

Science

Oxford-Wörterbuch kürte „Youthquake“ zum Wort 2017

Das berühmte Oxford-Wörterbuch hat „Youthquake“ (zu deutsch etwa „Jugendbeben“) zum Wort des Jahres gekürt. Es beschreibe eine „bedeutende kulturelle, politische oder soziale Veränderung, die aus Aktionen oder dem Einfluss junger Menschen“ entstehe, erklärte das Wörterbuch der englischen Sprache gestern.

Das Wort war bei der britischen Parlamentswahl im Juni in Mode gekommen, bei der die Beteiligung junger Wähler stark angestiegen war. Noch mehr zum Einsatz kam „Youthquake“ dann bei der Parlamentswahl im September in Neuseeland. Ursprünglich geprägt hatte es jedoch Diana Vreeland vom „Vogue“-Magazin 1965: damals beschrieb sie so die Art und Weise, wie die Jugendkultur Mode und Musik veränderten.

„Youthquake“ setzte sich gegen acht weitere Wörter auf der short list durch. Der Chef des Oxford-Wörterbuchs, Caspar Grathwohl, erklärte, für ihn sei entscheidend, dass es sich um ein „seltenes politisches Wort“ handele, das Hoffnung anklingen lasse - in Zeiten, in denen „unsere Sprache unsere sich vertiefende Ruhelosigkeit und erschöpften Nerven widerspiegelt“.

Leute

1942 geflohener Holocaust-Überlebender gestorben

Der polnische Holocaust-Überlebende Kazimierz Piechowski, der 1942 in einem gestohlenen Fahrzeug der SS aus dem Vernichtungslager Auschwitz entkam, ist verstorben. Wie das Institut für Nationales Gedenken (INR) mitteilte, starb Piechowski gestern im Alter von 98 Jahren in der Hafenstadt Danzig.

Ihm gelang damals zusammen mit drei Mithäftlingen eine der spektakulärsten Fluchten während des Zweiten Weltkriegs. Die vier besorgten sich Uniformen und Waffen der SS und verließen das KZ-Gelände im Dienstwagen des Lagerkommandanten Rudolf Höß, einem Steyr 220. Bei sich hatten sie einen Bericht über die Zustände in Auschwitz, der für den polnischen Widerstand im Exil bestimmt war. Piechowski schloss sich später der polnischen Heimatarmee im Untergrund (AK) an.

Das todesmutige Entkommen des Quartetts aus dem KZ Auschwitz wurde 2007 vom polnischen Regisseur Marek Pawlowski in dem Dokumentarfilm „Die Flucht“ festgehalten - mit Piechowski in einer der tragenden Rollen.

Panorama

Rumänien verabschiedet sich mit Pomp von König Michael I.

Als König konnte er zwar nur wenige Jahre lang herrschen, doch im Tod ist König Michael I. (Mihai I.) wieder der Liebling der Rumänen. Der rumänische Staat gedenkt mit dreitägiger Staatstrauer und Feierlichkeiten an mehreren Schauplätzen des am 5. Dezember im Alter von 96 Jahren in der Schweiz verstorbenen früheren Monarchen.

Der Leichnam des ehemaligen Herrschers wurde am Mittwoch nach Rumänien gebracht und zunächst in der früheren königlichen Sommerresidenz Peles im Karpaten-Kurort Sinaia aufgebahrt, wo ihm Staatspräsident Klaus Johannis und andere führende Persönlichkeiten die letzte Ehre erwiesen. Anschließend wurde der Sarg nach Bukarest gebracht und bis Freitagabend im dortigen Königsschloss aufgebahrt, wo ein Besuch allen Interessierten offenstand.

Adel nimmt an Feierlichkeiten teil

Heute erfolgt dann zunächst der Begräbnisgottesdienst in der Bukarester orthodoxen Kathedrale, bevor der Leichnam an den traditionellen Begräbnisort der rumänischen Könige, in das 150 km nordwestlich von Bukarest gelegene Curtea de Arges, gebracht wird. In der dortigen, erst im Jahr 2009 erbauten neuen Kathedrale ruht bereits Michaels 2016 verstorbene Gemahlin Anna von Bourbon-Parma.

An den Begräbnisfeiern werden nach Angaben der rumänischen Nachrichtenagentur Agerpres unter anderem der schwedische König Carl Gustaf XVI. mit Königin Silvia, Großherzog Henri von Luxemburg, der frühere spanische König Juan Carlos mit Königin Sofia und der britische Kronprinz Charles teilnehmen. Auch zahlreiche Vertreter ehemals herrschender Häuser, etwa Karl und Georg Habsburg-Lothringen, haben sich demnach angesagt.

Mit Fünf auf dem Thron

Der 1921 in Sinaia geborene Michael aus dem Haus Hohenzollern-Sigmaringen war bereits im Alter von fünf Jahren 1927 auf den Thron des rumänischen Königreiches gelangt, da sein Vater Kronprinz Karl, der mit seinen Frauengeschichten wiederholt für Skandale gesorgt hatte, zuvor von der Thronfolge ausgeschlossen worden war.

1930 kehrte sein Vater allerdings aus dem Exil zurück und bestieg als Karl II. (Carol II.) den Thron, musste jedoch bereits 1940 aufgrund von politischen Drucks wegen der zahlreichen, von NS-Diktator Adolf Hitler oktroyierten Gebietsverluste des Landes zugunsten seines Sohnes abdanken.

Der junge Monarch vollbrachte seine wichtigste politische Tat am 23. August 1944, als er den mit Hitler verbündeten faschistischen Diktator Ion Antonescu festnehmen ließ und anschließend Deutschland den Krieg erklärte. Doch bereits 1947 musste er auf Druck der Kommunisten abdanken und ins Exil gehen. Erst nach dem Sturz des kommunistischen Diktators Nicolae Ceausescu 1989 reiste er erneut nach Rumänien und erhielt auch einige Immobilien zurück. Nach seinem Tod ist nun die älteste seiner fünf Töchter, Margarita, Oberhaupt des rumänischen Königshauses und „Hüterin der Krone“.