Ausland

Berichte: Türkische Jets griffen erneut PKK-Stellungen an

Die türkische Luftwaffe hat einem Medienbericht zufolge erneut kurdische Rebellen im Nordirak angegriffen. Mehr als 30 Kampfjets seien heute vom Stützpunkt im südosttürkischen Diyarbakir aufgestiegen und hätten Bunker, Lager und Munitionsdepots der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) ins Visier genommen, berichtete der Sender CNN Türk. Regierungsvertreter lehnten eine Stellungnahme zu laufenden Einsätzen ab.

Die Türkei geht seit einer Woche massiv gegen die PKK vor, nachdem es mehrere Übergriffe auf türkische Sicherheitskräfte gegeben hat, für die die Regierung die PKK verantwortlich macht. Gleichzeitig greift die türkische Armee auch die radikalislamische IS-Miliz im Norden Syriens an.

Erdogan denkt an Neuwahlen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan steuert sein Land wenige Wochen nach der Wahlschlappe seiner konservativ-islamischen AK-Partei Richtung Neuwahlen. „Wenn es ein positives Ergebnis der Koalitionsgespräche gibt, in Ordnung“, sagte er der Zeitung „Hürriyet“. Sollte das nicht der Fall sein, müsse man sofort die Nation entscheiden lassen. Er halte von einer dauerhaften Minderheitsregierung nichts, so Erdogan. Bis zum 23. August muss die AKP einen Partner finden.

Ermittlungen gegen kurdische Politiker

Nach den Ermittlungen gegen den kurdischen Oppositionsführer Selahattin Demirtas hat die türkische Justiz nun auch dessen Koparteichefin ins Visier genommen. Gegen Figen Yüksekdag seien Ermittlungen wegen „Propaganda für eine terroristische Gruppe“ eingeleitet worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Demirtas und Yüksekdag bilden die Doppelspitze der Kurdenpartei HDP, die bei den Wahlen im Juni mit 13 Prozent einen historischen Erfolg errungen und der regierenden islamisch-konservativen AKP damit die absolute Mehrheit verbaut hatte.

Mehr als 3500 Menschen weltweit 2014 hingerichtet

Im vergangenen Jahr sind nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation weltweit mehr als 3.500 Menschen hingerichtet worden. Mit mindestens 3.576 Menschen habe die Zahl im Jahr 2014 über derjenigen von 3511 im Vorjahr gelegen, teilte die italienische Organisation Nessuno tocchi Caino (Hände weg von Kain), die für die Abschaffung der Todesstrafe kämpft, heute mit.

Todesstrafe in 22 Ländern vollstreckt

Insgesamt 22 Länder hätten die Todesstrafe 2014 vollstreckt, ebenso viele wie im Vorjahr. Mit mindestens 2.400 Hinrichtungen sei China im vergangenen Jahr an der Spitze der Länder gestanden, in denen Todesurteile vollstreckt worden seien, hieß es. Das entspreche 67 Prozent der Hinrichtungen weltweit. Im Iran gab es den Angaben zufolge mindestens 800 Exekutionen, in Saudi-Arabien mindestens 88.

Seit Beginn dieses Jahres wurden der Organisation zufolge in China bereits mindestens 1.200 Menschen hingerichtet, im Iran mindestens 657 und in Pakistan mindestens 174. Die Organisation verwendet häufig den Begriff „mindestens“, weil ihre Quellen nur selten offiziell sind.

35 Hinrichtungen in den USA

Unter den als liberale Demokratien geltenden Ländern standen dem Bericht der Organisation zufolge die USA 2014 mit 35 Hinrichtungen an erster Stelle, gefolgt von Taiwan mit fünf und Japan mit drei Exekutionen. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden demnach in den USA bereits 17 Menschen hingerichtet, in Taiwan sechs und in Japan einer.

Atomdeal: IAEA-Chef trifft US-Senatoren in Washington

Der Generaldirektor der in Wien ansässigen Internationalen Atomenergieagentur (IAEA), Yukiya Amano, reist nächste Woche nach Washington. Dort will er Mitglieder des Außenausschusses des US-Senats treffen, um mit ihnen den jüngst akkordierten Atomdeal mit dem Iran zu erörtern, wie die IAEA heute Abend in einer Aussendung mitteilte.

Amano werde in die US-Hauptstadt reisen und am Mittwoch nächster Woche (5. August) die Parlamentarier treffen. Er sei am Freitag von den Senatoren dazu eingeladen worden, hieß es. Konkret soll es um die Rolle der IAEA gehen, die ihr in der Vereinbarung bei der Überwachung des iranischen Atomprogramms zugedacht ist.

Als schärfste Gegner des Atomdeals gelten Israel, Hardliner im Iran sowie Abgeordnete und Senatoren im von den Republikanern dominierten US-Kongress. Vorige Woche hatte es im Senat rund um die Einigung mit dem Iran eine hitzige Debatte gegeben.

Mistral-Streit: Hollande dementiert Einigung

Der französische Präsident Francois Hollande hat Angaben dementiert, wonach es eine Einigung im Streit über die von Russland bestellten Hubschrauberträger der Mistral-Klasse gibt. Im Moment gebe es noch keine Einigung, sagte Hollande heute bei einem Besuch in Saint-Cirq-Lapopie im Südwesten Frankreichs.

„Die Diskussionen laufen noch, ich werde eine Entscheidung in den kommenden Wochen treffen“, so Hollande. Zuvor hatte ein russischer Präsidentenberater gesagt, die Verhandlungen über die Fristen und die Entschädigungssumme seien „vollkommen abgeschlossen“.

Der Berater sagte, er hoffe, dass die Vereinbarung zur „Auflösung des Vertrags“ über die Lieferung der Schiffe bald unterzeichnet werden könne. In Paris hieß es in mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen, eine Einigung sei erreicht worden, „aber die Einzelheiten müssen ausgefeilt werden“. Beide Seiten verhandeln seit Monaten über die Bedingungen der Auflösung des Rüstungsvertrags, der im Zuge der Ukraine-Krise annulliert wurde.

Russland hatte die beiden Hubschrauberträger der Mistral-Klasse im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro im Juni 2011 bei Frankreich bestellt. Die Lieferung des ersten Schiffs „Wladiwostok“ war im vergangenen Herbst vorgesehen, doch Hollande stoppte sie wegen der russischen Ukraine-Politik. Die Regierung in Moskau verlangte daraufhin eine Rückerstattung entstandener Kosten. Paris will Moskau nur die 785 Millionen Euro erstatten, die es bereits gezahlt hat. Russland wiederum verlangt fast 1,163 Milliarden Euro für den entstandenen Schaden.

Syrien: Al-Kaida nimmt moderate Rebellen gefangen

Der syrische Al-Kaida-Flügel hat nach eigenen Angaben von den USA ausgebildete Rebellen in seine Gewalt gebracht. Die Gefangenen seien Agenten amerikanischer Interessen, erklärte die Al-Nusra-Front heute. Sie sollten sich davor hüten, an dem „amerikanischen Projekt“ teilzunehmen.

Der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge griff die Al-Nusra-Front im Norden Syriens an der Grenze zur Türkei vom Westen unterstützte Rebellen an. Dort kämpfen eine Reihe von teilweise miteinander rivalisierenden Gruppen. Darunter ist auch die radikalislamische IS-Miliz, gegen die eine von den USA geführte Militärallianz mit Luftangriffen vorgeht.

Die Al-Nusra-Front ist bekannt dafür, gegen gemäßigte Rebellengruppen vorzugehen, die vom Westen unterstützt werden. Eine der Gruppen, die sie in der Nacht auf gestern angegriffen haben soll, ist nach Angaben aus dem Umfeld der syrischen Opposition die „Division 30“.

Diese hat an einem von den USA ins Leben gerufenen Programm teilgenommen, das gemäßigte Aufständische für den Kampf gegen den IS ausbildet und ausrüstet. Kürzlich erklärte die Gruppe, ihr Anführer und weitere Mitglieder seien von Al-Nusra-Kämpfern verschleppt worden.

NATO unterstützt den Irak im Kampf gegen IS

Der Irak bekommt von der NATO indirekte Unterstützung im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Vertreter der 28 Alliierten beschlossen heute ein von der Regierung in Bagdad gewünschtes Trainingsprogramm zur Stärkung der irakischen Verteidigungsfähigkeiten.

Es umfasst Beratung bei Reformen im Sicherheitssektor, aber auch die konkrete Aus- und Weiterbildung von Soldaten und Militärplanern. Die Trainingsprogramme sollen in den irakischen Nachbarländern Türkei und Jordanien organisiert werden. Im Irak selbst solle nicht ausgebildet werden, sagte ein NATO-Sprecher.

Während der Kämpfe zwischen irakischen Regierungstruppen und IS-Dschihadisten wurden im Irak seit Anfang 2014 nach UNO-Angaben mindestens 15.000 Zivilisten getötet und 30.000 verletzt.

Krawalle nach Brandanschlag im Westjordanland

Nach dem Tod eines palästinensischen Kleinkindes bei einem Brandanschlag ist es im Westjordanland zu Ausschreitungen gekommen. Wenige Stunden nach der Tat, die jüdischen Extremisten zugeschrieben wird, bewarfen heute in Hebron Hunderte Anhänger der radikalislamischen Hamas israelische Soldaten mit Steinen. Zu Krawallen kam es auch nahe der Jerusalemer Altstadt.

Hunderte Palästinenser schlossen sich dem Trauerzug für das Kleinkind im Duma bei Nablusan an und forderten Vergeltung. Aus Furcht vor Krawallen wurden zu den Freitagsgebeten in der Jerusalemer Al-Aksa-Moschee nur Männer im Alter über 50 und Frauen durchgelassen.

Ein Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas warf der israelischen Regierung unterdessen vor, durch die Förderung jüdischer Siedlungen im Westjordanland den Nährboden für die Tat gelegt zu haben. Abbas kündigte zudem an, den Anschlag vor den Internationalen Strafgerichtshof bringen zu wollen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte die Attacke als Terror und versprach, es würden alle Anstrengungen unternommen, um die Angreifer vor Gericht zu stellen.

Ukraine-Krise: USA weiten Sanktionen gegen Russland aus

Die USA haben im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt ihre Sanktionen gegen Russland ausgeweitet. Das Finanzministerium in Washington kündigte an, die US-Guthaben von rund zwei Dutzend Institutionen und Einzelpersonen einzufrieren und US-Bürgern Transaktionen mit ihnen zu verbieten. 13 der Betroffenen wurden demnach wegen Unterstützung bei der Umgehung bereits bestehender Sanktionen mit Strafmaßnahmen belegt.

Weiters wurden Vertreter der russischen Rüstungsindustrie und fünf Hafenbetreiber auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim auf die Liste gesetzt. Einige der betroffenen Firmen gehören zum russischen Ölriesen Rosneft, der die Sanktionen als „illegal“ verurteilte. Der Konzern kündigte in einer Erklärung an, „alle unsere rechtlichen Mittel“ auszuschöpfen, um gegen die Entscheidung der US-Regierung vorzugehen.

Gegen Vertreter der früheren ukrainischen Regierung des Russland-freundlichen Ex-Staatschefs Viktor Janukowitsch wurden ebenfalls Strafmaßnahmen verhängt.

Grünes Licht für Verfassungsreform

Unterdessen hat das ukrainische Verfassungsgericht einer von Präsident Petro Poroschenko vorgelegten Verfassungsreform zugestimmt. Das Urteil sei endgültig und könne nicht angefochten werden, sagte Richter Wassili Brinzew in Kiew. Auch ein Sondergesetz für die Separatistengebiete ist in den Änderungen vorgesehen. Vor allem nationalistische Abgeordnete sind aber gegen spezielle Rechte für die prorussischen Aufständischen.

Als Hauptziel der Verfassungsreform gilt mehr Eigenverantwortung der Regionen. Kritiker sehen in den Neuerungen nach örtlichen Medienberichten aber auch eine Stärkung der Präsidialmacht. Die Separatisten teilten mit, die Änderungen seien nicht abgestimmt. Für ein Inkrafttreten muss die Reform zwei weitere Lesungen im Parlament überstehen.

IWF gibt Kredittranche frei

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird der Ukraine indes eine weitere Kredittranche in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar (1,55 Mrd. Euro) überweisen. Der IWF-Exekutivrat billigte die Hilfsgelder für das osteuropäische Land, dem unter anderem wegen des militärischen Konflikts mit prorussischen Separatisten der Staatsbankrott droht.

Inland

VfGH: Platzverbot bei FPÖ-Versammlung war rechtswidrig

Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat ein Platzverbot bei einer FPÖ-Kundgebung in Graz im Jahr 2012 für rechtswidrig erklärt. Das Verbot betraf genau das Areal, auf dem die Kundgebung selbst stattfand, berichtete „Der Standard“ (Onlineausgabe) heute. Somit war der Zugang nicht für alle möglich. VfGH-Sprecher Christian Neuwirth bestätigte der APA die Zustellung des Erkenntnisses.

Grüne Politiker wollten damals die FPÖ-Veranstaltung mit Parteiobmann Heinz-Christian Strache und dem Grazer FPÖ-Stadtrat Mario Eustacchio beobachten, ihnen wurde von der Polizei aber der Zutritt in die Sperrzone verwehrt - mit Hinweis auf das Platzverbot.

In der VfGH-Entscheidung heißt es dazu laut „Standard“: Das Gesetz erlaube „nicht, ein Platzverbot genau an dem Ort, an dem die (allenfalls zu schützende) Versammlung selbst stattfindet, zu verhängen“. Es dürfe lediglich für Pufferzonen rund um die Eventlocation zum Einsatz kommen.

Wirtschaft

Deutsche Bank sperrt offenbar Boni für Topmanager

Die Deutsche Bank knöpft sich wegen der milliardenschweren Zinsaffäre die Topmanager vor. Der Aufsichtsrat unter Leitung von Paul Achleitner habe bei seiner jüngsten Sitzung in New York beschlossen, dass frühere und aktive Vorstände des Geldhauses abermals erhebliche Abstriche bei ihrer Vergütung verschmerzen müssten, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen heute der Agentur Reuters.

Die langfristigen erfolgsabhängigen Gehaltskomponenten aus früheren Jahren, die 2015 teilweise zur Auszahlung anstünden, würden eingefroren. Davon ausgenommen sind nur jene Manager, die neu in den Vorstand aufgerückt sind: Vorstandschef John Cryan, Finanzchef Marcus Schenck und Privatkundenchef Christian Sewing. Ein Banksprecher wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Einen solchen Bonus-Aufsichtsratsbeschluss gab es bereits im vergangenen Jahr wegen der unzähligen Rechtsstreitigkeiten. Nun geht es den Insidern zufolge konkret um die Affäre mit manipulierten Zinssätzen, die die Bank zuletzt eine Rekordstrafe von 2,5 Mrd. Dollar (2,28 Mrd. Euro) nur für die angelsächsischen Regulierer kostete. Zusammen mit dem früheren Beschluss liegt einem der Insider zufolge eine Summe von etwa 16 Mio. Euro auf Eis.

Im Topmanagement macht das Fixgehalt seit Jahren nur noch einen geringen Teil der Gesamtvergütung aus. Die einbehaltenen Prämien sind für die Betroffenen noch nicht verloren, sie könnten das Geld zu einem späteren Zeitpunkt bekommen. Die Bank will zunächst aber ausführlich prüfen, wer bei den unzähligen Skandalen welche Rolle gespielt hat.

ÖVAG-„Bad Bank“ Immigon kommt bei Abbau voran

Das vor einigen Wochen angekündigte Rückkaufprogramm der immigon portfolioabbau ag (die ehemalige ÖVAG) ist 933 Mio. Euro schwer, teilte die Immigon heute in einer Aussendung mit.

Es wurden Gläubiger von insgesamt 268 nicht nachrangigen Verbindlichkeiten in Form von Anleihen, Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen angesprochen.

„Das geplante Rückkaufvolumen betrug 850 Mio. Euro. Die eingelangten Angebote der Anleger haben Nominalvolumina der erfassten Instrumente von rund 1.456 Mio. Euro umfasst“, so die Immigon.

Durch den Erwerb einiger Papiere unter ihrem Nominalwert verbuche das Abbauinstitut einen positiven Sondereffekt, erklärte das Geldhaus. Das werde im laufenden Jahr voraussichtlich zu einem Gewinn im Einzelabschluss führen. Somit könnten auch die Gläubiger wieder mit Zinszahlungen rechnen.

Austerität: Eine Geschichte des Scheiterns

Griechenland muss sparen - doch das Sparen scheint die wirtschaftliche Krise noch zu verschlimmern. Dieses Paradox ist keine Erfindung der Gegenwart, so der Historiker Florian Schui in einem Interview: Der Glaube an Austerität habe eine lange Tradition, Sparpolitik habe es schon im 18. Jahrhundert gegeben.

Schuis Fazit zur Griechenland-Krise: Die von der Troika durchgesetzten Maßnahmen hätten historisch nicht funktioniert. Die gescheiterte Wirtschaftspolitik der Zwischenkriegszeit drohe sich zu wiederholen.

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Wintershall will sich an „Nord Stream“-Ausbau beteiligen

Auch Deutschlands größter Gasförderer Wintershall will sich am milliardenschweren Ausbau der Pipeline „Nord Stream“ durch die Ostsee beteiligen. Man habe eine Absichtserklärung hierzu unterschrieben, berichtete der Mutterkonzern BASF heute in Ludwigshafen. Die Kasseler Tochter hatte in den vergangenen Wochen bereits Gespräche bestätigt - eine Entscheidung stand aber noch aus.

Zwei neue Pipeline-Stränge sollen russisches Gas nach Westeuropa liefern. Zuvor hatten neben dem Staatsmonopolisten Gasprom auch E.ON, Shell und die heimische OMV ihre Beteiligung am Ausbau angekündigt.

„In Anbetracht des steigenden Gasbedarfs des vereinten Europas wird der Ausbau der Gastransport-Infrastruktur (...) einen Beitrag zur weiteren Verbesserung der sicheren Gasversorgung des europäischen Kontinents leisten“, sagte Gasprom-Manager Alexander Medwedew. BASF-Vorstand Hans-Ulrich Engel sprach von einem „wichtigen Infrastrukturprojekt“.

Sport

Tennis: Thiem in Kitz die Nummer eins

Dominic Thiem, der nach seinem Turniersieg letzte Woche in Umag derzeit in Gstaad weiter groß aufspielt, ist nächste Woche in Kitzbühel erstmals in seiner Karriere als Nummer eins bei einem ATP-Turnier gesetzt.

Der 21-jährige Vorjahresfinalist profitierte von der kurzfristigen Absage des Titelverteidigers David Goffin. Der Belgier wäre bei den Generali Open top gesetzt gewesen, Thiem die Nummer zwei. Nach einem Freilos in der ersten Runde trifft Österreichs Nummer eins entweder auf Landsmann Andreas Haider-Maurer oder den Brasilianer Joao Souza.

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Olympia: Winterspiele 2022 in Peking

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die Winterspiele 2022 an Peking vergeben und damit eine historische Entscheidung getroffen. Die chinesische Metropole ist nämlich die erste Stadt, die Ausrichter von Olympischen Sommer- und Winterspielen ist. Der favorisierte Veranstalter von 2008 setzte sich bei der Wahl auf der 128. IOC-Session in Kuala Lumpur heute knapp gegen die kasachische Stadt Almaty durch.

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Europa League: Altach besteht Europacup-Prüfung

Was dem WAC gegen Dortmund verwehrt geblieben ist, hat Altach in kleinerem Rahmen geschafft. Der Außenseiter aus Vorarlberg setzte sich im Heimspiel sensationell gegen Vitoria Guimaraes mit 2:1 durch. „Wir haben bestanden“, freute sich Coach Damir Canadi über den Sieg im ersten Europacup-Spiel. Trotz des bitteren Gegentreffers glaubt Canadi auch in Portugal an Altachs Chancen. Zuerst denkt man aber an das Spiel gegen die Austria.

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ZIB2

Traiskirchen: Wie geht es weiter?

In der Flüchtlingskrise haben sich heute die Ereignisse überschlagen. Das Land Niederösterreich verhängte nach einer gesundheitsbehördlichen Untersuchung einen Aufnahmestopp in Traiskirchen. Und die Bundesregierung plant ein Verfassungsgesetz, das es dem Bund ermöglichen soll, in den Ländern Asylquartiere notfalls auch gegen lokalen Widerstand zu errichten. Peter Babutzky berichtet. Dazu im Studio zu Gast: Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer.

Warum sich Gemeinden mit der Aufnahme von Flüchtlingen so schwertun

Tulln: 18.000 Einwohner, sieben Flüchtlinge. Zwentendorf: 4.000 Einwohner, null Flüchtlinge. Wir haben uns angeschaut, woran die Suchen nach Flüchtlingsquartieren selbst in größeren Gemeinden scheitert. Eine Reportage von Ulla Kramar-Schmid und Franz Renner. Dazu im Studio: Michael Chalupka, Direktor der Evangelischen Diakonie Österreich.

Rückkehr in die Geisterstadt

Das ostukrainische Lugansk war durch den Krieg entvölkert, doch jetzt kehrt in die von den prorussischen Rebellen kontrollierte Stadt das Leben zurück. Selbst ein Gourmet-Spar hat wieder eröffnet. Die Menschen hier wollen kaum mehr etwas mit der Ukraine zu tun haben, der Blick ist nach Russland gerichtet. Eine Reportage von Christian Wehrschütz.

Das Geschäft mit der Großwildjagd im Süden Afrikas

Die Tötung des Löwen Cecil in Simbabwe hat einen „Shitstorm“ im Internet ausgelöst. Der US-amerikanische Zahnarzt, der Afrikas berühmtesten Löwen auf dem Gewissen hat, ist zur Hassfigur geworden. Doch im Süden Afrikas wird laufend Großwild gegen Bezahlung abgeschossen. Die Jagd ist ein großes Geschäft. Florian Petautschnigg berichtet.

ZIB2 mit Rainer Hazivar, 22.10 Uhr, ORF2.

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Textfassung: Zeit im Bild

Chronik

Vier Tote bei Flugzeugabsturz in England

In unmittelbarer Nähe des Flughafens Blackbushe in der englischen Grafschaft Hampshire ist heute Nachmittag ein Privatflugzeug mit vier Personen an Bord abgestürzt. Die Maschine vom Typ Phenom 300 stürzte aus bisher unbekannter Ursache auf den Parkplatz eines Autohändlers und ging in Flammen auf. Auf Bildern war eine hohe Rauchsäule zu sehen.

Das Flugzeug war im Anflug auf die Landebahn, als es auf den Parkplatz eines Autohändlers stürzte. (iptv.ORF.at)

„Wir können bestätigen, dass vier Menschen an Bord waren", sagte eine Polizeisprecherin. "Leider gab es keine Überlebenden.“ Am Boden sei niemand verletzt worden. Feuerwehren waren damit beschäftigt, den Brand zu löschen. Der kleine Flughafen, der nur von Privatflugzeugen angeflogen werden kann, liegt rund 70 Kilometer westlich von London.

Tod von Löwe Cecil nun Fall für US-Behörden

Zu einem beispiellosen Sturm der Entrüstung hat die Tötung des Löwen Cecil in Simbabwe geführt. Die brutale Jagd und Tötung des Tiers machte einen US-Zahnarzt selbst zum Gejagten. Er muss sich nun auch in seiner Heimat für die Tat verantworten - die US-Behörde für Fischerei und Tiere nahm Ermittlungen auf, wie gestern Abend bekanntwurde. Allerdings ist Walter Palmer nicht auffindbar. Er floh vor dem wütenden Mob, der ihm offen mit Gewalt droht. Mehrere Versuche, ihn zu kontaktieren, seien gescheitert, heißt es von der Behörde - verbunden mit dem Aufruf, Palmer möge sich umgehend melden. Der Hobbyjäger ist jedenfalls gefragt - auch Simbabwe würde ihn gern belangen und fordert eine Überstellung.

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Science

Kultur

GB gewährt Ai Weiwei doch Visum für sechs Monate

Der chinesische Künstler Ai Weiwei bekommt doch ein sechsmonatiges Visum für Großbritannien. Innenministerin Theresa May habe das angeordnet, und man habe ein Entschuldigungsschreiben abgeschickt, sagte ein Ministeriumssprecher heute in London. Großbritannien hatte dem Regimekritiker zunächst nur einen dreiwöchigen Aufenthalt erlaubt.

In einem Schreiben, das er gestern veröffentlicht hatte, wurden ihm falsche Angaben über seine Straffälligkeit vorgeworfen. Ai war aber in China nie angeklagt. Der Künstler wollte zur Eröffnung seiner Ausstellung in der Royal Academy of Arts im September nach London reisen.

Werke von Picasso und Beckmann werden versteigert

Rund 200 Werke aus dem Privatnachlass des Sammlers und Buchautors Lothar-Günther Buchheim („Das Boot“) sowie dessen Frau Diethild stehen zum Verkauf. Das Münchner Auktionshaus Neumeister versteigert aus dem ein Jahr lang inventarisierten umfangreichen Nachlass der Eheleute Druckgrafiken. Darunter sind expressionistische Werke von Max Beckmann, Otto Dix und Ernst Ludwig Kirchner.

Es finden sich aber auch Arbeiten von Pablo Picasso und anderen Meistern der klassischen Moderne im Angebot, wie das Auktionshaus mitteilte. Jeweils ein weiteres Exemplar bleibt im Museumsbestand. Das Buchheim-Museum in Bernried am Starnberger See wolle mit dem Auktionserlös seinen expressionistischen Sammlungsschwerpunkt ausbauen und Werke ankaufen.

Die zu versteigernden Druckgrafiken können vom 2. Oktober an parallel zur Gedächtnisausstellung „Buchheim. Marche sentimental“ im Buchheim-Museum besichtigt werden. Die Auktion ist am 28. November ebenfalls in Bernried. Der 2007 gestorbene Sammler gilt als einer der größten Sammler expressionistischer Kunst.

IT

Leute

Facebook-Gründer Zuckerberg wird Vater

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (31) wird Vater. Seine Frau Priscilla erwartet eine Tochter, wie das Paar heute bei Facebook mitteilte. Sie nannten zunächst keinen Termin für die Geburt. „Es wird ein neues Kapitel in unseren Leben“, schrieb Zuckerberg. Sie wollten die Welt nun zu einem besseren Ort für ihr Kind und die nächste Generation machen.

Zugleich enthüllte Zuckerberg, dass seine Frau in den vergangenen Jahren drei Fehlgeburten gehabt habe. „Man fühlt sich so hoffnungsvoll, wenn man ein Kind erwartet“, schrieb Zuckerberg dazu. „Man beginnt, Pläne zu schmieden - und dann sind sie weg.“ Die meisten Menschen sprächen nicht über Fehlgeburten. Ihnen habe es aber geholfen, mit Freunden darüber zu reden. Diesmal sei die Schwangerschaft so weit fortgeschritten, dass das Risiko gering sei.

Der 31-jährige Zuckerberg gründete 2004 Facebook und behielt als Firmenchef auch nach dem Börsengang einen erheblichen Anteil. Sein Vermögen wird deshalb auf mehr als 40 Milliarden Dollar taxiert. Er und die angehende Kinderärztin Priscilla Chan haben 2012 geheiratet.

Medien

D: Recherchewebsite Correctiv stellt Selbstanzeige

Die Recherchewebsite Correctiv hat sich beim deutschen Generalbundesanwalt wegen Landesverrats selbst angezeigt. Zugleich veröffentlichte sie die umstrittenen Geheimdokumente, die Netzpolitik.org publiziert hatte. „Soll er doch gegen uns alle ermitteln!“, sagte Correctiv-Chefredakteur Markus Grill heute in Berlin in Richtung Generalbundesanwalt.

Die Redaktion reagierte mit dem Schritt auf - mittlerweile von der deutschen Generalbundesanwaltschaft auf Eis gelegte - Ermittlungen gegen die Journalisten des Blogs Netzpolitik.org wegen Landesverrats. Das durch Spenden und Stiftungen finanzierte Correctiv-Team will den investigativen Journalismus neu beleben und arbeitet unter anderem mit Zeitungen, dem Magazin „Der Spiegel“, mit „Zeit Online“ und dem RTL-„Nachtjournal“ zusammen.

Das deutsche Kanzleramt hält nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa das Vorgehen von Verfassungsschutz und Bundesanwaltschaft für problematisch. In Regierungskreisen wurde darauf verwiesen, dass generell „Kollateralschäden“ berücksichtigt werden müssten, wenn gegen Journalisten ermittelt wird. Das solle vermieden werden. Es wurde betont, dass das Kanzleramt vorher nicht informiert worden sei.