Ausland

Laptops bleiben auf US-Flügen erlaubt

Laptops und Tablets bleiben auf Flügen in die USA erlaubt, wenn die Fluggesellschaften schärfere Sicherheitsvorschriften des US-Ministeriums für Heimatschutz (DHS) umsetzen. Diese neue Regelung verkündete Heimatschutzminister John Kelly gestern in Washington.

Man erwarte von Fluggesellschaften und Flughäfen, die Sicherheitsmaßnahmen für Passagiere und elektronische Geräte deutlich hochzufahren, sagte ein Mitarbeiter des Ministeriums. Aus Sicherheitsgründen werde das DHS bei der Ankündigung der neuen Maßnahmen nicht ins Detail gehen.

Erweiterte Scans

Das Heimatschutzministerium erwarte unter anderem erweiterte Scans aller elektronischen Geräte, die größer sind als ein Smartphone: also Laptops, Tablet-Computer, E-Book-Reader oder Kameras. Außerdem gehe es um eine genauere Überprüfung der Passagiere und um mehr Sprengstoffspürhunde. „Die neuen Maßnahmen werden sichtbar und unsichtbar sein“, sagte der Mitarbeiter.

Hintergrund: US-Terrorexperten haben angeblich Erkenntnisse, wonach Terrororganisationen Sprengsätze in Laptops und anderen elektronischen Geräten verbergen können. Der „Guardian“ hatte von einem Anschlagsplan berichtet, nach dem eine Sprengladung in der Hülle eines funktionstüchtigen iPads in die Kabine gebracht und an empfindlicher Stelle angebracht werden könne. Laut Experten ist Sprengstoff von einer eingebauten Computerbatterie schwer zu unterscheiden.

Verbot hätte erhebliche Folgen

Die USA hatten deshalb im März bereits viele Geräte im Handgepäck für direkte Verbindungen von zehn Flughäfen in Nordafrika, dem Nahen Osten und der Türkei verboten. Übernehmen diese Flughäfen nun die neuen Sicherheitsregeln, könne dieses Verbot aufgehoben werden, so das DHS.

Betroffen sind den Angaben zufolge weltweit 280 Flughäfen in 105 Ländern, 180 Airlines oder etwa 2000 Flüge pro Tag. Wer sich nicht an die neuen Vorschriften hält, wird die USA laut Heimatschutzministerium nicht anfliegen dürfen, auch nicht mit Laptops oder Tablets im Frachtraum.

Ein Kabinenverbot für sämtliche Elektrogeräte, die größer als ein Smartphone sind, hätte erhebliche Auswirkungen auf die Abläufe an den Flughäfen und in den Fliegern gehabt. Die Konsequenzen für Geschäftsreisende wurden als ebenso gravierend beschrieben wie mögliche wirtschaftliche Folgen für Fluggesellschaften und Flughäfen.

May übersteht erste Probe im Parlament

Die neue britische Minderheitsregierung von Premierministerin Theresa May hat ihre erste Belastungsprobe im Parlament überstanden. Die oppositionelle Labour-Partei scheiterte gestern Abend mit ihrem Versuch, die Deckelung von Gehaltszuwächsen im öffentlichen Dienst aufzuheben. May gewann die Abstimmung mit 323 zu 309 Stimmen.

Eine Niederlage hätte eine hohe symbolische Bedeutung gehabt. May hatte bei der von ihr selbst angesetzten Unterhauswahl am 8. Juni ihre absolute Mehrheit verloren. Sie regiert mit der Unterstützung der nordirischen DUP. Deren zehn Abgeordnete stimmten mit den Torys, bei denen es keine Abweichler gab. Im Vorfeld war spekuliert worden, der Streit bei den Konservativen könnte bei der Abstimmung erste Folgen zeitigen.

Die Stunde der Wahrheit sollte dann aber heute folgen: Die Abgeordneten stimmen über Mays Regierungsprogramm ab. Scheitert sie damit, geht die Möglichkeit der Regierungsbildung an Labour-Chef Jeremy Corbyn.

Israel beschießt erneut syrische Stellungen

Die israelische Armee hat in Syrien gestern erneut Stellungen der Regierungstruppen angegriffen. Wie eine Armeesprecherin sagte, war zuvor eine Mörsergranate in dem von Israel besetzten Teil der Golanhöhen eingeschlagen. Die israelische Armee habe daraufhin die syrische Armeestellung beschossen, von der die Granate abgefeuert worden sei. Ob der Angriff von Luft- oder Bodentruppen ausging, sagte die Sprecherin nicht.

Während des Zwischenfalls hielt sich der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in der Siedlung Katzrin im Süden der Golanhöhen auf. „Während meiner Rede sind Granaten aus Syrien auf unserem Staatsgebiet eingeschlagen, und die israelischen Verteidigungsstreitkräfte haben bereits zurückgeschlagen“, erklärte Netanjahu. Er habe bereits klargestellt, dass Israel ein Übergreifen des Konflikts in Syrien „nicht dulden“ und auf jeden Beschuss mit einem Vergeltungsangriff reagieren werde. Es war bereits der dritte israelische Angriff auf syrisches Gebiet innerhalb weniger Tage.

Sanktionen verlängert: Moskau droht EU mit Vergeltung

Nach Verlängerung der EU-Sanktionen gegen Russland behält sich die Regierung in Moskau Vergeltungsmaßnahmen vor. Das machte gestern ein Sprecher des russischen Präsidialamts deutlich. „Niemand hat das Prinzip der Wechselseitigkeit aufgehoben“, sagte er.

Zuvor hatte die Europäische Union wegen des militärischen Konflikts in der Ukraine wie erwartet formell die Verlängerung der Wirtschaftssanktionen beschlossen. Demnach gelten die Beschränkungen für Geschäfte mit Russlands Energie-, Rüstungs- und Finanzbranche nun bis Ende Jänner 2018.

Lawrow fordert Umsetzung des Friedensplans

Der russische Außenminister Sergej Lawrow forderte indes eine vollständige Umsetzung der Minsker Vereinbarungen für eine Lösung des Konflikts in der Ostukraine. Alle anderen Ideen seien „des Teufels“, sagte er bei einer Pressekonferenz mit seinem deutschen Kollegen Sigmar Gabriel in Krasnodar in Südrussland. „Die Minsker Vereinbarungen sind vom UNO-Sicherheitsrat gebilligt worden, sie sind eindeutig, konkret und müssen eingehalten werden.“

Im Osten der Ukraine kämpfen Kiewer Regierungstruppen seit 2014 gegen prorussische Separatisten, die von Moskau militärisch unterstützt werden. An die Friedensregelung von 2015 in Minsk halten sich bisher weder Kiew noch die Separatisten oder Moskau. US-Außenminister Rex Tillerson hat direkte Gespräche zwischen Russland und der Ukraine gefordert, um den Stillstand zu überwinden.

Venezuela: Nach Helikopterangriff Streitkräfte mobilisiert

Ein Hubschrauberangriff auf das Oberste Gericht von Venezuela hat die schwere politische Krise in dem Land weiter verschärft. Ein gestohlener Polizeihubschrauber, der von einem Ex-Polizisten gesteuert wurde, feuerte nach Angaben von Präsident Nicolas Maduro am Dienstag mehrere Granaten auf das Gerichtsgebäude in Caracas.

Maduro sprach von einem „terroristischen Angriff“ und einem Putschversuch und versetzte die Armee in Alarmbereitschaft. Nach Angaben der Regierung wurde der Hubschrauber von dem 36-jährigen Ex-Polizisten Oscar Perez gesteuert, der nun gesucht wird.

Mehr dazu in Maduro droht mit bewaffnetem Kampf

„Brexit“ & Co.: EU sucht 20 Milliarden

Die EU-Kommission hat gestern vor einem dramatisch großen Loch im Budget gewarnt. 20 Milliarden Euro - und das pro Jahr - werden im EU-Budget künftig fehlen, so die eigenen Berechnungen, die Haushaltskommissar Günther Oettinger präsentierte. Rund zehn Milliarden an Einnahmen werden allein durch den „Brexit“ verloren gehen. Die Kommission stellt die EU-Staaten nun vor die Wahl: mehr Geld - oder weniger Leistung.

Mehr dazu in Mehr Geld oder Ziele zurückschrauben

Migration: Italien droht, Schiffen Einfahrt zu verwehren

In der Flüchtlingskrise droht Italien der EU mit Konsequenzen, falls dem Land nicht ein Teil der Last abgenommen werde. So könnte Schiffen mit geretteten Migranten die Einfahrt in italienische Häfen verwehrt werden, hieß es gestern aus Regierungskreisen in Rom. Dabei geht es um Boote, die nicht unter italienischer Flagge fahren, was auch Schiffe der EU-Mission „Operation Sophia“ betreffen würde. Der italienische EU-Botschafter Maurizio Massari habe den Auftrag bekommen, die schwierige Lage Italiens bei EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos vorzutragen. Es handle sich um einen formalen diplomatischen Schritt.

Italien sieht sich seit Jahren großem Druck ausgesetzt und drängt andere EU-Staaten immer wieder zu einer faireren Lastenteilung: Allein in den letzten Tagen kamen etwa 10.000 Migranten über das Mittelmeer. Sie werden in der Regel vor der libyschen Küste von der italienischen Küstenwache, den Schiffen der EU-Mission oder von Hilfsorganisationen, darunter auch mehreren deutschen, gerettet. Seit Beginn des Jahres kamen in Italien mehr als 73.000 Menschen an, rund 14 Prozent mehr als im Vorjahr.

Inland

„Staatsfeinde-Paragraf“ beschlossen

Der Nationalrat hat gestern eine Strafgesetzbuch-Novelle beschlossen. Sie bringt neue Tatbestände zur Ahndung staatsfeindlicher Bewegungen, der sexuellen Belästigung in Gruppen sowie höhere Strafen für tätliche Angriffe gegen Beamte bzw. die Strafbarkeit solcher Übergriffe auf Mitarbeiter öffentlicher Verkehrsmittel. SPÖ, ÖVP und Team Stronach stimmten dafür.

Mit der StGB-Novelle wird ein „Staatsfeinde-Paragraf“ etabliert, der die Gründung von staatsfeindlichen Bewegungen bzw. die führende Beteiligung daran sowie die Ausführung von staatsfeindlichen Handlungen unter Strafe stellt. An diesem Punkt entzündete sich die Kritik von FPÖ, ÖVP und Grünen, die eine fragwürdige Aufnahme eines Gesinnungsdelikts ins Strafrecht kritisierten. Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) stellte das in Abrede, man habe es sich mit dieser Regelung nicht leicht gemacht.

Mehr Schutz für „Öffi“-Mitarbeiter

Strafrechtlicher Schutz vor Gewaltakten soll darüber hinaus in Zukunft auch den Mitarbeitern öffentlicher Verkehrsmittel in Ausübung ihrer Tätigkeit zukommen. Ein eigener Tatbestand ahndet diesbezügliche tätliche Angriffe mit einer Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten. Auf bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe verschärft wird das Strafausmaß wiederum beim Delikt des tätlichen Angriffs auf Beamte.

Verschärftes Sexualstrafrecht

Neu im Sexualstrafrecht ist der Tatbestand der sexuellen Belästigung in einer Gruppe, mit dem man dem als „Antanzen“ bezeichneten Phänomen der verabredeten sexuellen Übergriffe gegen Frauen bei Massenveranstaltungen entgegenwirken will. Zu einer Entschärfung kommt es hingegen bei Sexting - so soll das Versenden und der Besitz von erotischen Selfies unter Jugendlichen nicht mehr unter den Tatbestand der Kinderpornografie fallen.

Die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung wird mit der Novelle als notwehrfähiges Rechtsgut anerkannt. Notwehr ist somit auch zur Abwehr sexueller Gewalt zulässig.

Privatkonkursreform im Nationalrat abgesegnet

Der Nationalrat hat gestern mit den Stimmen aller Fraktionen mit Ausnahme des Teams Stronach die Reform des Privatkonkurses beschlossen. SPÖ, ÖVP und Grüne stimmten für die verpflichtende Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten von Großunternehmen.

Beim Privatkonkurs ist der Entfall der bisherigen Mindestquote von zehn Prozent zentral. Die Mindestentschuldungsdauer sinkt von sieben auf fünf Jahre. Verpflichtet wird der Schuldner zur Arbeitssuche, Arbeitsfähigkeit vorausgesetzt. Gültig werden die Änderungen mit 1. November 2017.

Frauenquote für Aufsichtsräte

Ebenfalls beschlossen: Nach dem Wunsch des Gesetzgebers wird die Zahl der weiblichen Aufsichtsräte steigen. Konkret soll ab 2018 in börsennotierten Unternehmen sowie Betrieben mit mehr als 1.000 Beschäftigten ein 30-Prozent-Frauenanteil in den Gremien erreicht werden. Bei Nichterfüllen der Quote ist die Wahl nichtig und das Aufsichtsratsmandat bleibt unbesetzt.

Mit dem Beschluss des Kinder-Rückführungsgesetzes und mehrerer Umweltgesetze sowie der Debatte von Rechnungshof-Berichten ging dann der erste Tag der Plenarwoche zu Ende. Das Kinder-Rückführungsgesetz bringt vor allem verfahrensbeschleunigende Maßnahmen bei internationalen Kindesentführungen durch einen Elternteil. Insbesondere soll darauf geachtet werden, eine Entfremdung zwischen dem entführten Kind und dem zurückgelassenen Elternteil zu verhindern.

Mit dem Personenkraftwagen-Verbraucherinformationsgesetz soll es klare Informationen für Fahrzeugnutzer geben, welches Kfz mit welchem verfügbaren Kraftstoff betankt oder beladen werden kann. Auf eine schrittweise Reduktion der Emission fluorierter Treibhausgase zielte eine weitere Regierungsvorlage ab.

Nationalrat: Fremdenrechtsverschärfung kommt

Mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP - diesmal ohne Koalitionsturbulenzen - sowie des Teams Stronach hat der Nationalrat gestern ein Fremdenrechtspaket beschlossen, das eine längere Schubhaft am Stück ermöglicht, eine Residenzpflicht für Flüchtlinge bringt und höhere Strafen bei Nichtausreise trotz aufrechten Bescheids. Der FPÖ war es zu wenig restriktiv, den Grünen ging es zu weit.

Wer bei der Überprüfung der Rechtmäßigkeit der Einreise oder des Aufenthalts wissentlich falsche Angaben macht, um einen Aufenthaltstitel zu erlangen, kann künftig mit bis zu 5.000 Euro bestraft werden. Schubhaft kann im Normalfall auf bis zu sechs Monate (bisher vier) bzw. drei Monate für mündige Minderjährige (bisher zwei) erstreckt werden. Bei besonderen Umständen ist eine ununterbrochene Festhaltung bis zu 18 Monate möglich (bisher zehn Monate in einem Zeitraum von 18 Monaten).

„Anerkennungsbeitrag“ für Arbeit

Ein Verfahren zur Aberkennung von Asyl soll nicht erst bei einer rechtskräftigen Verurteilung, sondern bereits bei Anklageerhebung bzw. bei Betreten auf frischer Tat oder bei Verhängung von Untersuchungshaft eingeleitet werden. Weiters neu: Flüchtlinge können auch für gemeinnützige Hilfstätigkeiten im Rahmen von NGOs herangezogen werden. Der Innenminister kann dabei betragliche Höchstgrenzen für den „Anerkennungsbeitrag“, den die Flüchtlinge für ihre Arbeit erhalten, festlegen.

Durch einen Abänderungsantrag kamen zudem Wohnsitzauflagen und Gebietsbeschränkungen für Flüchtlinge während des Asylverfahrens dazu. Änderungen gibt es weiters bei der Rot-Weiß-Rot-Karte.

Sport

Tennis: Thiem erklärt Pleite in Antalya

Eigentlich hat sich Dominic Thiem in Antalya ausreichend Spielpraxis für Wimbledon holen wollen. Aufgrund der überraschenden Pleite gegen den Inder Ramkumar Ramanathan wurde daraus aber nichts, wobei Thiem das Unheil gegen den Weltranglisten-222. schon in der Vorbereitung hatte kommen sehen. Die Bedingungen waren ganz anders als in Wimbledon. „Viel, viel schneller, unbespielbar“, bedauerte Günter Bresnik die falsche Turnierauswahl. Die schwache Leistung wollte der Coach dadurch aber nicht schönreden.

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Tour de France: Froome vor „größter Herausforderung“

Drei der letzten vier Tour-de-France-Auflagen hat Christopher Froome als Gesamtsieger beendet. Und auch für die 104. Frankreich-Radrundfahrt gilt der Brite als erster Siegesanwärter. Davon will Froome allerdings nichts wissen und schiebt die Favoritenrolle dem Australier Richie Porte zu. „Die Rivalen sind stärker als in vergangenen Jahren, und zudem bringt die Streckenführung die bisher größte Herausforderung von all meinen Tour-Starts“, meinte der 32-Jährige, der heuer noch kein einziges Rennen gewonnen hat.

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Wirtschaft

US-Großbanken meistern Fed-Stresstest

Erstmals haben alle großen Geldhäuser den jährlichen Stresstest der amerikanischen Notenbank bestanden. Die Kapitalpläne der 34 geprüften Finanzinstitute seien genehmigt worden, teilte die Federal Reserve gestern in Washington mit. Für die Banken geht es bei diesen Belastungsproben um Milliarden - sie haben nun grünes Licht, in großem Stil Geld in Form von Dividenden oder Aktienrückkäufen an ihre Investoren auszuschütten.

Es ist das erste Mal seit Einführung der Tests im Jahr 2011, dass alle Institute die Prüfer im ersten Anlauf überzeugten. Auch bei der Deutschen Bank, die mit ihrer US-Tochter in beiden Vorjahren durchgefallen war, gab es diesmal keine Probleme.

Nur bei einer Bank Bedenken

Die erste Runde der Stresstests hatten die größten US-Geldhäuser bereits in der Vorwoche gemeistert. Die Fed war zu dem Schluss gekommen, dass die Bilanzen der Banken selbst einem extremen Krisenszenario standhalten dürften.

Beim zweiten, breiter angelegten Teil der im Zuge der letzten großen Finanzkrise eingeführten Belastungsproben stehen neben den Kapitalpolstern der Banken auch umfassendere Faktoren wie etwa Risikomanagement und interne Kontrollen im Fokus. Lediglich bei einem Institut, dem US-Geldhaus Capital One, hatte die Fed diesmal Bedenken. Obwohl die Kapitalpläne nicht abgelehnt wurden, soll die Bank sie wegen einiger Schwächen bis Jahresende überarbeiten.

35.000 Eisenbahner erhalten ab 1. Juli mehr Lohn

Die 35.000 Mitarbeiter der 50 heimischen Eisenbahnunternehmen erhalten eine Ist- und KV-Lohnerhöhung von 2,1 Prozent. Darauf haben sich die Sozialpartner - Wirtschaftskammer und Gewerkschaft vida - nach acht Verhandlungsrunden gestern Abend geeinigt, wie sie der APA mitteilten. Der Abschluss gilt ab 1. Juli. Die Laufzeit beträgt ein Jahr. Spezielle Verbesserungen gibt es auch für Lehrlinge.

So sollen die Nachwuchskräfte nicht nur eine höhere Entschädigung bekommen, sondern vor allem auch in allen Eisenbahnunternehmen künftig Urlaubs- und Weihnachtsgeld erhalten. Das gab es bisher nicht in allen Firmen. Die bisherigen Regelungen zur Lehrlingsentschädigung auf Betriebsebene würden künftig branchenweit im KV geregelt, teilten vida-Chef Roman Hebenstreit und der Chef des Fachverbands Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Thomas Scheiber, mit.

Lob für Sozialpartnerschaft

Die Verbesserungen für Lehrlinge machten deutlich, „dass den Sozialpartnern gerade die Ausbildung und Zukunft der Lehrlinge am Herzen liegt“.

Die beiden obersten Verhandler loben ihre Gespräche und die Sozialpartnerschaft, die zuletzt von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) für tot erklärt worden war, grundsätzlich: „Über die Regelung der Einkommen hinausgehend haben wir sehr konstruktive Verhandlungen geführt. Mit gemeinsamen Workshops und themenfokussierten Arbeitsgruppen haben wir neue Wege beschritten. Wir haben gezeigt, dass trotz schwieriger Rahmenbedingungen mit einer funktionierenden Sozialpartnerschaft trag- und zukunftsfähige Ergebnisse für Unternehmen und Beschäftigte erreicht werden.“

Änderung bei kurzfristig höheren Dienstverwendung

Zukünftig könnten Eisenbahner auch für Adoptiv-, Wahl- und Pflegekinder sowie für Kinder in einer eingetragenen Partnerschaft eine Dienstverhinderung in Anspruch nehmen, teilten Arbeitgeber und -nehmer weiters mit. Das sei gesellschaftlichen Veränderungen geschuldet - etwa neuen Familienmodellen wie eingetragenen Partnerschaften und Patchworkfamilien.

Die Sozialpartner haben auch beschlossen, dass eine kurzfristige höhere Dienstverwendung künftig schon ab dem ersten Monat bezahlt wird. Rückwirkend wird auch der erste Monat in der höheren Verwendung als Zulage ausbezahlt. Auch eine Anrechnung von Karenzzeiten auf den Krankengeldanspruch und die Kündigungsfrist wurde vereinbart.

EU genehmigt Übernahme von Magnesita durch RHI

Die EU-Kommission hat die Verschmelzung des österreichischen Industriekonzerns RHI mit dem brasilianischen Unternehmen Magnesita unter Auflagen genehmigt. Überschneidende Geschäftsbereiche der beiden Firmen müssten auf bestimmten Märkten für Feuerfestprodukte im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) verkauft werden, teilte die Brüsseler Behörde gestern mit.

Demnach sagte RHI zu, das Geschäft von Magnesita für ungebrannte Feuerfestprodukte im EWR abzustoßen und sich selbst von der Dolomit-Sparte zu trennen.

Die RHI hatte die 450 Mio. Euro schwere Übernahme im Oktober bekanntgeben. Der Konzern produziert feuerfeste Innenverkleidungen für große Schmelzöfen, etwa zur Stahlerzeugung. Durch die Fusion mit den Brasilianern wollen die Unternehmen zu einem führenden Anbieter von Feuerfestprodukten für die Schwerindustrie aufsteigen.

Chronik

Schüler über Gleise: Lehrerin muss wieder angestellt werden

Ein Jahr, nachdem vier Lehrerinnen einer Volksschule in Wien-Döbling 83 Kinder über einen geschlossenen Bahnübergang in Leobendorf (NÖ) gebracht hatten, gibt es laut der Wiener Tageszeitung „Kurier“ nun das erste nicht rechtskräftige Urteil des Arbeitsgerichts: Dieses entschied im Sinne einer 42-jährigen Lehrerin. Die Frau muss demnach wieder angestellt werden.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Zahl der Todesopfer nach Grenfell-Brand erhöhte sich

Laut der Londoner Polizei ist nach dem Brand des Grenfell Tower vor zwei Wochen von 80 Toten bzw. noch immer Vermissten auszugehen. Die genaue Zahl der Opfer werde aber wahrscheinlich erst Ende des Jahres feststehen.

„Was ich bisher sagen kann: Wir glauben, dass 80 Menschen entweder tot sind - oder sie sind vermisst und wir müssen von ihrem Tod ausgehen“, sagte gestern Fiona McCormack von Scotland Yard.

Eurowings-Airbus nach Blitzeinschlag umgekehrt

Ein Airbus der Fluggesellschaft Eurowings ist gestern auf dem Flug von Düsseldorf nach Berlin von einem Blitz getroffen worden und umgekehrt. Das sagte eine Sprecherin der Airline. Es habe keine Verletzten gegeben und bislang seien auch keine Beschädigungen an der Maschine festgestellt worden.

An Bord seien 141 Passagiere gewesen. Es habe sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme gehandelt. Das Flugzeug vom Typ A 320 werde nun am Boden untersucht. Die Passagiere sollen mit anderen Maschinen nach Berlin gebracht werden. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

Die Maschine war etwa 15 Minuten in der Luft, als der Blitz einschlug. Es habe sich um Flug 9042 gehandelt, sagte ein Airport-Sprecher am Mittwoch. Nach etwa einer halbe Stunde sei die Maschine wieder in Düsseldorf gelandet. Der Pilot habe keinen Notfall deklariert, entsprechend sei die Feuerwehr nicht auf das Flugfeld ausgerückt.

Science

Kultur

Rekordversteigerung für Buch in Wiener Dorotheum

Für 367.237 Euro wurde gestern in der Bücher-Auktion des Wiener Dorotheum das grundlegende Werk der neuzeitlichen Anatomie von Andreas Vesalius versteigert: Es ist der höchste Preis, der bisher im Dorotheum für ein Buch erzielt wurde.

Grundlegendes Werk der neuzeitlichen Anatomie von Andreas Vesalius

APA/Dorotheum (Montage)

Die 1543 erschienene Erstausgabe „De humani corporis fabrica libri septem“ (Über den Bau des menschlichen Körpers) des in Padua lehrenden Arztes Vesalius ging an einen Saalbieter, hieß es in einer Aussendung.

Der kolorierte Band enthält neben zahlreichen Illustrationen auch Eintragungen der Besitzer, u. a. des deutschen Arztes Caspar Naevius (1513 - 1579), zur "... erschröcklichen und unerhörten Pestilenz zu Venedig anno 1576" sowie eine Liste zu Patienten (Fürsten, Grafen, Freiherren). Vesalius, später Leibarzt Kaiser Karls V. und König Philipps II. von Spanien, war der Erste, der seine Studien an menschlichen Leichen durchführte.

Leute

Erfinder von Paddington Bär gestorben

Michael Bond, der Erfinder der bei Kindern beliebten Figur Paddington Bär ist tot. Das berichtete gestern die BBC. Bond starb im Alter von 91 Jahren nach kurzer Krankheit, wie sein Verlag Harper Collins bekanntgab.

Michael Bond neben einem Plüsch-Paddington-Bär

AP/Sang Tan

Bond erfand Paddington Bär 1958. Der in London lebende Bär war in der Folge Hauptfigur zahlreicher Bücher, einer Trickfilmserie und eines Films.

IT

Deutschland investiert 100 Mrd. Euro in schnelles Internet

Deutschland soll nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel bis 2025 mit Investitionen von 100 Mrd. Euro in den Gigabit-Breitband-Bereich vordringen. Sie kündigte gestern an, dass der Ausbau mit schnellen IT-Verbindungen in der kommenden Legislaturperiode massiv vorangetrieben werden solle. „Wir werden bis 2023, 2025 100 Mrd. Euro investieren in diesem Bereich und in den Gigabit-Bereich vorrücken“, sagte Merkel in Berlin.

Auf dem Wirtschaftskongress der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ging sie noch weiter: „Wir werden zwischen 2018 bis 2023/2025 die Verfügbarkeit von Gigabit-Breitband überall gewährleisten müssen.“ Dabei gehe es nicht nur um Wohnungen, sondern auch Gewerbegebiete. In der nächsten Legislaturperiode sollten zudem Schulen angeschlossen werden. Das Digitalthema sei „Chefsache“.

Gesundheit