Ausland

Schweizer stimmen über Pensionsreform ab

Die Schweizer stimmen heute über eine Pensionsreform ab. Unter anderem soll das Pensionsantrittsalter der Frauen von 64 auf 65 Jahre angehoben werden. Bis 65 müssen auch Männer arbeiten. Zudem sollen die Mehrwertsteuer und später auch der Beiträge zur Pensionsversicherung prozentual leicht steigen. In Umfragen lagen Befürworter und Gegner zuletzt Kopf an Kopf.

Stimmberechtigt sind rund fünf Millionen Menschen. Bis zu 90 Prozent stimmen in der Regel per Briefwahl ab. Die Wahlbeteiligung liegt meist um die 50 Prozent.

Weiter türkische Militäreinsätze in Syrien und dem Irak

Das türkische Parlament hat erneut Militäreinsätze in Syrien und im Irak gebilligt. Die Mehrheit der Abgeordneten in der Hauptstadt Ankara stimmte gestern für die Verlängerung eines entsprechenden Mandats, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Die islamisch-konservative Regierungspartei AKP von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat im Parlament eine Mehrheit.

Das Mandat, das seit 2014 mehrmals verlängert wurde, wird aber auch von der größten Oppositionspartei CHP unterstützt. Die türkische Armee fliegt im Norden des Nachbarlandes Irak immer wieder Luftangriffe gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die in den Kandil-Bergen ihr Hauptquartier hat.

Französischer Senat wird zum Teil neu besetzt

Ein Teil des französischen Senats wird heute neu gewählt. Es geht um 171 der zusammen 348 Sitze. Die Senatoren werden indirekt gewählt - vor allem von Kommunal- oder Regionalpolitikern.

Die Partei von Staatschefs Emmanuel Macron hat in der zweiten Kammer des Parlaments bisher nur 29 Sitze. Laut französischen Medien dürfte die bürgerliche Rechte dort weiter dominierend bleiben. Für Macron ist die Abstimmung wichtig, da er für geplante Verfassungsreformen im kommenden Jahr eine Drei-Fünftel-Mehrheit des gesamten Parlaments braucht.

Madrid übernimmt Kontrolle über katalanische Polizei

Acht Tage vor dem umstrittenen Referendum über die Loslösung Kataloniens von Spanien hat die Zentralregierung in Madrid die Kontrolle über die Polizei der Region übernommen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wird die katalanische Polizei Mossos d’Esquadra der paramilitärischen Polizeieinheit Guardia Civil unterstellt, sagte ein Sprecher des Innenministeriums gestern. Der katalanische Innenminister Joaquim Forn entgegnete, die Regionalpolizei werde diese Entscheidung nicht akzeptieren.

Mit zahlreichen Aktionen versuchen Madrid und die spanische Justiz die von der Regionalregierung in Barcelona für den 1. Oktober ausgerufene, vom Verfassungsgericht aber verbotene Abstimmung zu verhindern. Bei Dutzenden von Razzien nahm die Guardia Civil in den vergangenen Tagen 14 separatistische Politiker und Beamte fest.

Außerdem wurden knapp zehn Millionen Wahlzettel und rund 1,5 Millionen Wahlplakate beschlagnahmt. Bei der Zusammenarbeit mit der Guardia Civil war der katalanischen Polizei „mangelndes Engagement“ vorgeworfen worden. Zehntausende Katalanen gingen aus Protest gegen diese Aktionen auf die Straßen.

Konservative gewinnen Neuseeland-Wahl

Neuseelands konservativer Premierminister Bill English hat gestern die Parlamentswahl in Neuseeland mit 58 Sitzen klar für sich entschieden. Die „Jacindamania“ um den Labour-Shootingstar Jacinda Ardern schlug sich nicht im Wahlergebnis nieder - die Oppositionspartei blieb mit 45 Sitzen abgeschlagen. Trotzdem kann sich English nicht ganz sicher sein, im Amt zu bleiben. Viel hängt nun von den Populisten der New Zealand First ab.

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I: Di Maio wird Spitzenkandidat der Fünf-Sterne-Bewegung

Die Aktivisten von Italiens populistischer Fünf-Sterne-Bewegung haben Luigi Di Maio zu ihrem Spitzenkandidaten für die kommenden Parlamentswahlen bestimmt. Der 32-Jährige aus Neapel setzte sich in einer parteiinternen Onlineumfrage durch, dessen Ergebnis gestern bei einer Parteiveranstaltung in Rimini verkündet wurde.

Di Maio galt bereits im Vorfeld des Votums als Favorit. Er fungiert als Vizepräsident der italienischen Abgeordnetenkammer. In Umfragen liegt die vom Komiker Beppe Grillo (69) gegründete „Movimento 5 Stelle“ derzeit knapp vor den regierenden Sozialdemokraten, der Partito Democratico (PD) um Ex-Premier Matteo Renzi. Die Fünf-Sterne-Bewegung stellt mit Virginia Raggi die Bürgermeisterin in Rom.

Iran meldet erfolgreichen Raketentest

Während im Konflikt zwischen den USA und Nordkorea kein Ende in Sicht ist, spitzt sich auch jener der USA mit dem Iran weiter zu. Der Iran verkündete gestern den erfolgreichen Test einer neuen Rakete. Sie soll rund 2.000 Kilometer weit fliegen und mehrere Sprengköpfe tragen können. Die Choramschahr war am Freitag bei einer Militärparade in Teheran der Öffentlichkeit präsentiert worden. Der iranische Präsident Hassan Rouhani hatte auch die Aufrüstung der iranischen Streitkräfte angekündigt - sehr zum Unmut der USA und Präsident Donald Trump.

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Inland

Strache empfiehlt Hofer als Außenminister

FPÖ-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache hat seinen Vize Norbert Hofer als nächsten Außenminister empfohlen. Hofer sei ein diplomatischer Mensch mit großer Verantwortung, so Strache gestern in der Ö1-Reihe „Im Journal zu Gast - Extra“. Für sich selbst strebe er im Falle einer Regierungsbeteiligung die Bereiche Innere Sicherheit und Sozialpolitik an.

Als Bedingung für eine Koalition nannte der FPÖ-Chef mehr direkte Demokratie. So soll etwa ab 100.000 Unterschriften eine Volksabstimmung erzwungen werden können. Das Ziel dabei: mehr Durchsetzungsgewalt für die Bevölkerung. Er denke dabei unter anderem an eine Abstimmung über das EU-Kanada-Handelsabkommen CETA.

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Sport

Tennis: Europa greift nach Sieg beim Laver Cup

Das Team Europa mit ÖTV-Ass Dominik Thiem geht beim erstmals ausgetragenen Laver Cup mit einem klaren Vorsprung in den Schlusstag. Die Europäer gewannen heute in Prag dank ihrer Superstars Roger Federer und Rafael Nadal zwei Einzel, zudem siegten die beiden auch bei ihrem Debüt als gemeinsames Doppel. Die Europäer haben damit sechs Zählern Vorsprung, da ein Sieg morgen allerdings drei Punkte wert ist, kann noch alles passieren.

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Fußball: Dortmund spielt Gladbach an die Wand

Borussia Dortmund hat heute in der sechsten Runde der deutschen Bundesliga zwar den ersten Gegentreffer kassiert, die Tabellenführung mit einem Kantersieg aber eindrucksvoll verteidigt. Die Auswahl von Coach Peter Bosz überrollte Mönchengladbach mit 6:1 und liegt damit weiter zwei Punkte vor 1899 Hoffenheim, das bereits zuvor Schalke 04 besiegt hatte. Zurück auf dem Erfolgsweg ist auch wieder Leipzig, das Eintracht Frankfurt bezwang. Auf den ersten Saisonsieg warten muss indes weiter Werder Bremen.

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Fußball: Pleite für Arnautovic bei Ligacomeback

Marko Arnautovic hat heute bei seinem Ligacomeback für West Ham United eine Niederlage einstecken müssen. Der Wiener, der wegen einer Roten Karte zuletzt drei Premier-League-Spiele gesperrt gewesen war, musste sich mit den „Hammers“ Tottenham daheim geschlagen geben. Nach 0:3 Rückstand startete West Ham zwar noch eine Aufholjagd, die „Spurs“ ließen sich den Sieg aber auch mit einem Mann weniger nicht mehr nehmen.

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Motorsport: Auer erreicht in Spielberg Minimalziel

Das erste von zwei Heimrennen in Spielberg ist für Lucas Auer heute nur bedingt nach Wunsch verlaufen. Der 23-jährige Tiroler belegte den achten Rang und fiel damit in der Gesamtwertung des Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) auf Platz drei zurück. Auer erreichte nach durchwachsenem Qualifying mit ein paar Punkten sein Minimalziel im Rennen.

An der Spitze waren die Audi-Piloten eine Klasse für sich. Mattias Ekström führte einen Dreifachsieg an und nahm mit seinem ersten Saisonerfolg Kurs auf den Titel.

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Wirtschaft

Erneut Proteste gegen Massentourismus auf Mallorca

Tausende Menschen haben auf Mallorca gegen die Auswüchse des Massentourismus auf der spanischen Urlaubsinsel protestiert. Die Teilnehmer zogen gestern Abend von der Placa d’Espanya im Zentrum Palmas quer durch die Insel-Hauptstadt bis zum Regionalparlament der Balearen. „Ohne Beschränkungen gibt es keine Zukunft!“, skandierten sie dabei immer wieder.

Zu der Protestaktion unter dem Motto „So weit ist es gekommen! Stoppt den Massentourismus!“ hatten mehr als 50 Verbände und Institutionen aufgerufen, darunter die Naturschutzverbände GOB und Terraferida. Die Zahl der Teilnehmer wurde auf über 3.000 geschätzt.

Proteste bereits im Sommer

Überraschte Touristen wurden von Demonstranten über die negativen Auswirkungen einer „überfüllten Insel“ unter anderem auf die Umwelt informiert, wie die Zeitung „Ultima Hora“ berichtete.

Auf Mallorca gab es den ganzen Sommer über immer wieder Proteste gegen Massentourismus. Viele Mallorquiner ärgern sich wegen der überfüllten Straßen, Strände und Städte, aber auch über den sogenannten Sauftourismus vieler Deutscher und Briten

USA fordern „erhebliche Veränderungen“ bei NAFTA

Zum Auftakt der dritten Runde in Neuverhandlungen über das nordamerikanische Freihandelsabkommens Nafta haben die USA gefordert, die Vereinbarung mit Kanada und Mexiko in wesentlichen Teilen zu überarbeiten. „Die USA verpflichten sich weiter, erhebliche Veränderungen an NAFTA voranzutreiben und auszuhandeln“, sagte US-Unterhändler John Melle gestern dem „Wall Street Journal“.

Bei der dritten Verhandlungsrunde im kanadischen Ottawa, die noch bis Mittwoch läuft, könnten bereits erste Teilergebnisse verkündet werden. Der Vertrag über das größte Freihandelsabkommen der Welt mit einem gemeinsamen Binnenmarkt aus 460 Millionen Menschen wird auf Druck von US-Präsident Donald Trump neu diskutiert. Trump sieht die Amerikaner im Nachteil und stößt sich vor allem am Defizit im Handel mit Mexiko. Nafta trat Anfang 1994 in Kraft.

Weitere Flugausfälle bei Ryanair möglich

Beim irischen Billigflieger Ryanair könnten noch mehr Flüge ausfallen als von dem Unternehmen bereits angekündigt. Die Piloten der Fluggesellschaft fordern, dass die Airline nationale Beschäftigungsverträge für alle Mitarbeiter inklusive sozialer Absicherung einführt, wie die deutsche „Welt am Sonntag“ („WamS“) berichtete.

„Wir wollen regionale Verträge nach jeweils dort gültigem Recht“, sagte ein Pilot, der anonym bleiben wollte, der Zeitung. Würden die Forderungen nicht umgesetzt, drohe „Dienst nach Vorschrift“.

Airline seit Langem in der Kritik

Kritiker werfen dem Unternehmen seit Langem vor, Scheinselbstständige zu beschäftigen. In internen Mails klagen Piloten laut „WamS“ über fehlende Jobsicherheit und fehlende Pensions-Zusagen. Ryanair hat keinen Betriebsrat.

Laut dem Zeitungsbericht hat sich die Mehrheit der europäischen Stützpunkte der irischen Fluggesellschaft einem Forderungskatalog an die Konzernführung angeschlossen. Ziel ist die Einführung neuer Verträge für die Beschäftigten zum 1. Jänner 2018. Auslöser für die Proteste in der Belegschaft ist eine Urlaubsfehlplanung für die Piloten. Ryanair streicht deshalb bis Ende Oktober bis zu 2.100 Flüge. Rund 315.000 Passagiere sind betroffen.

Chronik

Giftige Substanz in Londoner Einkaufszentrum versprüht

Mindestens sechs Menschen sind gestern Abend in einem Einkaufszentrum im Osten Londons verletzt worden, als sie von Unbekannten mit einer möglicherweise giftigen Substanz besprüht wurden. Ein Verdächtiger sei kurz darauf festgenommen worden, teilte Scotland Yard mit.

Polizei vor dem Stratford Centre

APA/AP

Feuerwehr und Rettungskräfte kümmerten sich an Ort und Stelle um die Verletzten im Westfield Shopping Centre in Stratford. Der Vorfall werde nicht als Terroranschlag behandelt, sagte ein Polizeisprecher.

Augenzeugen berichteten, dass eine ganze Gruppe von Männern die Attacke ausgeführt habe. Möglicherweise handelt es sich bei der Chemikalie um eine Säure. In den vergangenen Monaten hat es eine ganze Reihe von Attacken mit ätzenden Substanzen in London gegeben, darunter auch bei Raubüberfällen von Banden und Streitereien.

Zwei Tote bei neuerlichem Erdbeben in Mexiko

Bei einem neuerlichen Erdbeben in Mexiko sind gestern zwei alte Frauen vor Schreck an Herzinfarkten gestorben. Wie die Behörden mitteilten, habe wohl das Auslösen des Erdbebenalarms in Mexiko-Stadt nur wenige Tage nach dem verheerenden Beben vom Dienstag bei den Frauen zu Infarkten geführt.

Eine 80 Jahre alte Frau starb demnach zu Hause, eine andere, als sie auf die Straße floh. Schäden in der Hauptstadt wurden bisher nicht gemeldet, das Zentrum des Bebens der Stärke 6,1 lag rund 700 Kilometer entfernt im Süden.

Der Bürgermeister von Mexiko-Stadt, Miguel Angel Mancera, bestätigte die tragischen Todesfälle und sagte, dass mehrere Personen Panikattacken erlitten hätten.

Drittes Beben binnen zwei Wochen

Es war das dritte schwere Beben in rund zwei Wochen: Am 7. September starben im Süden des Landes 98 Menschen durch einen Beben der Stärke 8,1. Durch das Beben vom 19. September starben rund 300 Menschen, allein über die Hälfte davon in Mexiko-Stadt.

Das Zentrum des Bebens am Samstag mit einer Stärke von 6,1 lag erneut im Süden des Landes, es war aber auch in Mexiko-Stadt zu spüren. Der Erdbebenalarm ließ viele Menschen nach draußen rennen und schürte Sorgen vor einer erneut schweren Bebenkatastrophe.

Fallschirmspringer stürzt bei Militärschau auf Zuschauer

Bei einer Militärschau in Prag ist ein Fallschirmspringer in den Zuschauerbereich gestürzt. Wie die Nachrichtenagentur CTK gestern berichtete, wurden außer dem 36-Jährigen auch zwei Zuschauer verletzt. Niemand sei aber in Lebensgefahr, versicherte eine Sprecherin des Rettungsdienstes.

Der Fallschirmspringer und eine verletzte Frau seien ins Krankenhaus gebracht worden. Ein nur sehr leicht verletztes Kind sei von den Eltern ohne ärztliche Untersuchung mit nach Hause genommen worden. Der Unfall geschah beim Absprung eines achtköpfigen Fallschirmspringerteams im Rahmen des „Tages der Armee“ auf dem Letna-Hügel nördlich des Prager Stadtzentrums.

Tschechische Medien veröffentlichten Amateurvideos des Absturzes auf ihren Websites. Darauf ist zu sehen, wie der Fallschirmspringer in der Luft ins Trudeln gerät und dadurch an den Rand des Zuschauerbereichs getrieben wird. Er stürzt aber nicht direkt in die Zuschauermenge, sondern streift sie nur. Nach Angaben der Veranstalter waren mehrere hundert Zuschauer anwesend.

Kultur

Stefanie Reinsperger eroberte mit Brecht-Stück Berlin

Es war die eigentliche Eröffnungspremiere der neuen Intendanz von Oliver Reese am Berliner Ensemble. Michael Thalheimers Inszenierung von Bertolt Brechts „Der kaukasische Kreidekreis“ wurde gestern Abend anhaltend bejubelt. Im Zentrum des Jubels stand die niederösterreichische Schauspielerin Stefanie Reinsperger als um ihren Ziehsohn kämpfende Magd Grusche Vachnadze.

Reinsperger war vom Volkstheater Wien nach Berlin gewechselt debütierte im Sommer an der Seite von Tobias Moretti als Buhlschaft im Salzburger „Jedermann“.

„Wakaliwood“: Action aus Ugandas Slum-Studios

Kinokult aus dem Slum: Das gibt es tatsächlich. In Wakaliga, irgendwo an den armen Rändern der ugandischen Hauptstadt Kampala, entsteht in mühevoller Handarbeit originelles, ultrabrutales Action- und Horrorkino. Kopf hinter dem Kinowunder ist der Autodidakt Isaac Nabwana, der erst mit 22 Jahren seinen ersten Kinofilm gesehen hat - und seither vom Filmfieber infiziert ist. Das /slash-Filmfestival holt zwei „Wakaliwood“-Produktionen nach Wien.

Mehr dazu in Wenn’s kracht, ist es gut