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Inland

Anti-Soros-Kampagne: SPÖ und NEOS kritisieren Gudenus

SPÖ und NEOS kritisieren die Sympathiebekundungen von FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus für die Anti-Soros-Kampagne des rechtspopulistischen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Es gebe „stichhaltige Gerüchte“, wonach Soros daran beteiligt sei, „Migrantenströme nach Europa zu unterstützen“, hatte Gudenus gegenüber der „Presse“ (Samstag-Ausgabe) gesagt.

SPÖ-Chef Christian Kern betonte heute in einer Aussendung, das Thema Migration stelle eine enorme Herausforderung für Österreich und ganz Europa dar. „Um diese Herausforderung erfolgreich zu bewältigen, braucht es kühlen Kopf, entschlossenes Vorgehen und europäische Zusammenarbeit. Was es aber zur Bewältigung ganz sicher nicht braucht, sind Hetze und Verschwörungsrhetorik“, so Kern.

„Eindeutig antisemitisch eingefärbte Polemik“

Es sei daher völlig inakzeptabel, wenn FPÖ-Klubobmann Gudenus auf diesem brisanten Themenfeld mit „eindeutig antisemitisch eingefärbter Polemik zündelt und mit antisemitisch angereicherten Argumenten Ängste schürt“. Damit habe Gudenus eine rote Linie überschritten. Um Schaden von Österreich abzuwenden, müssten sich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und die gesamte FPÖ-Spitze nun dringend und eindringlich überlegen, „ob Gudenus als Klubobmann im Parlament noch tragbar ist“, sagte der SPÖ-Chef.

Meinl-Reisinger: Spiel mit der Angst

„Fassungslos“ reagierte NEOS-Wien-Klubobfrau Beate Meinl-Reisinger auf Gudenus, der sich in dem „Presse“-Interview „auf das Niveau des Orban-Kurses begeben“ habe. „Dass ein österreichischer Politiker auf die antisemitische Politik aufspringt und damit das Spiel mit der Angst ganz bewusst noch weiter befeuert, können wir nicht einfach so stehen lassen und zur Tagesordnung übergehen“, kritisierte Meinl-Reisinger. in einer Aussendung. Der Politikstil Orbans habe in Österreich nichts verloren.

„Ich erwarte mir hier deshalb auch ganz klare Worte von Kanzler Kurz“, betonte die NEOS-Politikerin. „Bevor Sie jetzt die persönlichen Konsequenzen daraus ziehen - die ich mir selbstverständlich erwarte -, fordere ich Sie in einem ersten Schritt auf, sich öffentlich und glaubwürdig bei George Soros für ihre haltlosen Behauptungen zu entschuldigen“, so Meinl-Reisinger an Gudenus gerichtet.

Nationalrat stimmt für Weitergabe von ELGA-Daten

Mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ ist gestern im Parlament das Datengesetz beschlossen worden. Damit wird es Forschern erleichtert, an Daten zu kommen. Insbesondere die mögliche Freigabe von Daten des Elektronischen Gesundheitsakts (ELGA) sorgte im Vorfeld für Wirbel. Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) schloss eine Freigabe stets aus. Mit dem Beschluss ist aber klar: Unter bestimmten Bedingungen können ELGA-Daten freigegeben werden. Unter Verweis auf Anonymisierung und kommissionelle Prüfung sieht das Ministerium einen „gelungenen Balanceakt“.

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Ausland

USA: Russland und China „Kräfte der Instabilität“

Die USA haben ihre strategischen Gegner China und Russland als „Kräfte der Instabilität“ gebrandmarkt. Deren Regierungen würden „tagtäglich gegen die Menschenrechte verstoßen“, schrieb der kommissarische Außenminister John Sullivan im jährlichen Menschenrechtsbericht der Regierung, der nun veröffentlicht wurde. Sie seien daher „Kräfte der Instabilität“. Sullivan nannte China und Russland dabei in einer Reihe mit dem Iran und Nordkorea.

„Korrupte und schwache“ Regierungsarbeit bedrohe die globale Stabilität und die Interessen der USA, hieß es in dem Bericht weiter. Einige Regierungen seien nicht in der Lage, andere nicht Willens, die Sicherheit und die grundlegende Versorgung ihrer Bevölkerung zu gewährleisten. Staaten, welche die Meinungs- und Versammlungsfreiheit einschränkten und Gewalt gegen Minderheiten erlaubten, seien „moralisch verwerflich“, schrieb Sullivan.

Letzter Bericht wurde nicht veröffentlicht

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte, dass der Bericht sexuelle und reproduktive Rechte ausklammere. Das zeige die „Feindseligkeit“ der Regierung von US-Präsident Donald Trump gegenüber diesen Themen, sagte eine Mitarbeiterin der Organisation der Nachrichtenagentur AFP. Das Weiße Haus höhle somit ein Dokument aus, das lange Zeit dem US-Kongress und ausländischen Regierungen bei der Beurteilung der weltweiten Menschenrechtssituation gedient habe.

Der ehemalige Außenminister Rex Tillerson hatte sich im vergangenen Jahr geweigert, den noch von der Regierung Barack Obamas verfassten Menschenrechtsbericht öffentlich vorzustellen. Tillerson wurde im März von Trump entlassen. Sein designierter Nachfolger, der CIA-Chef Mike Pompeo, muss noch vom US-Senat bestätigt werden.

Mitarbeiter von Hilfsorganisation im Jemen getötet

Ein Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (ICRC) ist nach einem Feuergefecht im Bürgerkriegsland Jemen getötet worden. „Ich bin schockiert, empört und tief betrübt über die Ermordung meines Kollegen und Freundes Hanna Lahud heute in Tais, Jemen“, schrieb der ICRC-Nahost-Direktor Robert Mardini heute auf Twitter.

Militärkreise berichteten, dass Unbekannte im umkämpften Tais im Südwesten des Landes ein Fahrzeug der Hilfsorganisation beschossen und dabei den Libanesen getötet hätten.

Im Jemen tobt seit mehr als drei Jahren ein Krieg zwischen der international anerkannten Regierung des Landes und Huthi-Rebellen, die weite Teile vor allem im Norden des Landes sowie die Hauptstadt Sanaa kontrollieren. Tais, die drittgrößte Stadt des Jemens, ist dabei besonders umkämpft. In Folge des Krieges und der Bombardierung des Landes durch eine saudisch geführte Militärkoalition ist die humanitäre Situation in dem bitterarmen Land verheerend.

Auschwitz-Komitee sieht neues Bedrohungsszenario

Nach Ansicht des Internationalen Auschwitz Komitees hat sich die Situation des Antisemitismus in vielen europäischen Ländern „durch das Zusammenfließen rechtsextremer und islamistischer Faktoren des Hasses gegenüber jüdischen Menschen“ zu einem völlig neuen Bedrohungsszenario ausgewachsen. Das sagte der Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner, laut einer heute veröffentlichten Aussendung.

Vorfall in Berlin sorgte für Empörung

Ein antisemitischer Zwischenfall in Berlin hatte diese Woche Empörung ausgelöst. Zwei junge Männer, die eine Kippa, eine jüdische Kopfbedeckung, trugen, wurden im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg von drei arabisch sprechenden Personen antisemitisch beleidigt und attackiert. Einer der Täter schlug mit einem Gürtel auf eines der Opfer ein.

Subtiler Antisemitismus in politischer Mitte

Die Dimensionen des neuen Bedrohungsszenarios seien noch gar nicht zu überschauen, meinte Heubner. Hinzu kämen die zunehmende Indifferenz der Gesellschaft und auch subtiler Antisemitismus in der politischen Mitte.

In vielen Ländern Europas sei auch die Bedrohungssituation gegenüber Überlebenden des Holocaust massiv gewachsen, so Heubner. Bei ihnen führe das nicht nur zu einer bohrenden Unruhe, sondern zu der verstörenden Frage, „ob ein zukünftiges jüdisches Alltagsleben ihrer Familien in europäischen Ländern noch vorstellbar, erwünscht und möglich ist“.

Empörungswelle soll keine „Eintagsfliege“ sein

Überlebende von Auschwitz verfolgten die für Mittwoch in Berlin geplante Solidaritätsdemonstration angesichts der wachsenden antisemitischen Bedrohung in Deutschland mit Sympathie, betonte Heubner. Sie verfolgten auch die aktuell dringend notwendige Sensibilisierung mit großer Unterstützung.

Zur notwendigen aktuellen Empörung gehöre aber auch die breite Analyse der entstandenen gesellschaftlichen Situation mit all ihren Facetten durch Vertreter von Politik, Pädagogik und Wissenschaft, „damit aus der jetzigen Empörungswelle nicht erneut eine Eintagsfliege wird“, so der Vizepräsident des Komitees.

Albanien: Rama will klare EU-Aufnahmeperspektive

Der albanische Ministerpräsident Edi Rama hat an die Politiker in Deutschland appelliert, einer Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen mit seinem Land keine Steine in den Weg zu legen. „Es gibt eine klare Sorge, dass Individuen und Kräfte in der EU Dinge vermischen wollen, die nicht vermischt werden sollten“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag-Ausgabe).

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) halte er für eine Unterstützerin. Er wisse aber, „dass es Abgeordnete gibt, die überzeugt werden müssen auf Grundlage von Fakten und Ergebnissen“.

Beitrittsverhandlungen empfohlen

Die EU-Kommission hatte am Dienstag die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit den Balkan-Ländern Albanien und Mazedonien empfohlen. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini erklärte den Schritt am Dienstag mit den jüngsten Reformfortschritten beider Länder. EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn sprach von grundsätzlich vielversprechenden Entwicklungen. Die endgültige Entscheidung über die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen treffen die Mitgliedsstaaten.

„Wir klopfen nicht an die Tür der EU, um gleich morgen Mitglied zu werden. Wir wollen uns nur endlich an den Verhandlungstisch setzen“, sagte Rama. Zugleich warnte er vor Enttäuschung in seinem Land. „Die Empfehlung der Kommission ist kein Geschenk, kein Almosen. Sie fußt auf unseren Leistungen“, sagte Rama.

Würden diese nun nicht gewürdigt, müssten die Menschen in Albanien das als unfair empfinden. „Wenn die EU-Perspektive getrübt wird und kurzsichtige Politik über langfristige Strategie siegt, werden die Menschen weggehen wollen“, warnte er. Die Zahl ungerechtfertigter Asylanträge von Menschen aus der Region könne dann wieder steigen.

Fall Skripal: Schwierige Entgiftung in Salisbury startet

Vor eineinhalb Monaten sind der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia vergiftet in einem Park der südenglischen Kleinstadt Salisbury aufgefunden worden. Experten des britischen Umweltministeriums zufolge könnten sich dort weiterhin gefährliche Mengen des Nervengifts befinden. Die Dekontamination an neun Orten der Stadt ist angelaufen, die Arbeiten könnten sich über Monate ziehen und Millionen kosten.

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Erneut Tote bei Protesten gegen Sozialreform in Nicaragua

Bei Protesten gegen eine Reform der Sozialversicherung haben sich Demonstranten und die Polizei in Nicaragua heftige Auseinandersetzungen geliefert. Die Demonstranten schleuderten gestern in der Hauptstadt Managua Steine auf die Beamten und errichteten Barrikaden. Die Sicherheitskräfte feuerten Gummigeschoße in die Menge.

Demonstrant in Nicaragua

Reuters/Oswaldo Rivas

Insgesamt wurden zehn Menschen getötet. Am Donnerstag und gestern habe es insgesamt mindestens zehn Tote gegeben, teilte Vizepräsidentin Rosario Murillo gestern (Ortszeit) in Managua mit. Es habe „Zusammenrottungen“ und „Besetzungen“ von Demonstranten gegeben, die den „Frieden und die Eintracht“ im Land zerstören wollten. Die Demonstrationen richten sich gegen die Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge um bis zu 22,5 Prozent für über 700.000 Beschäftigte.

Vorwürfe gegen Ortega

Es sind die bisher heftigsten sozialen Proteste gegen die Regierung von Präsident Daniel Ortega. Der frühere Rebellenkommandeur hatte bereits nach dem Sieg der sandinistischen Revolution von 1985 bis 1990 regiert und war 2007 an die Macht zurückgekehrt.

Ortega hat sich von seinen sozialistischen Idealen längst verabschiedet und fährt mittlerweile einen eher neoliberalen Wirtschaftskurs. Kritiker werfen ihm vor, eine autoritäre Familiendynastie an der Staatsspitze zu etablieren und öffentliche Gelder über dunkle Kanäle in die Taschen seines Clans zu leiten.

Wirtschaft

Irischer Spielwarenhändler übernimmt Toys"R"Us-Märkte

Für die 93 Märkte des zusammengebrochenen US-Spielwarenhändlers Toys"R"Us in Österreich, Deutschland und der Schweiz hat sich ein Käufer gefunden. Die Geschäfte einschließlich der jeweiligen Onlineshops werden vom irischen Branchenriesen Smyths Toys übernommen, wie Toys"R"Us in Zentraleuropa heute mitteilte.

Der Vereinbarung müssten noch das zuständige Insolvenzgericht in den USA und Wettbewerbsbehörden zustimmen. Die Iren wollten alle Mitarbeiter und das Management in diesen drei Ländern, einschließlich der Hauptverwaltung in Köln, übernehmen. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

110 Spielwarengeschäfte und Onlineshops in Irland

Smyths Toys betreibt der Mitteilung zufolge bereits 110 Spielwarengeschäfte und Onlineshops in Irland sowie Großbritannien und werde mit der Übernahme zum größten Händler für Spielwaren und Babyartikel in Europa.

Toys"R"Us war im vergangenen Herbst mit Milliardenschulden in die Pleite gerutscht und hatte länger erfolglos einen Investor gesucht. Nun werden alle Filialen geschlossen oder verkauft, das Unternehmen verschwindet nach über 70 Jahren vom Markt.

In Österreich hat Toys"R"Us laut „FirmenCompass“ 15 Filialen und rund 350 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz hierzulande betrug zuletzt 90 Mio. Euro, der Gewinn (EGT) lag bei 5,5 Mio. Euro.

Sport

Fußball: Zwei Cupschlager am Wochenende

Im Finale der Copa del Rey gegen Sevilla kann der FC Barcelona heute den ersten Schritt zum Double in Spanien machen. Der überlegene Leader der Primera Division hat den Cup zuletzt dreimal in Folge und insgesamt schon 29-mal gewonnen. Aber auch Sevilla macht sich Hoffnungen auf den Titel.

In England wiederum steht der Tag ganz im Zeichen des Schlagers im FA-Cup-Halbfinale zwischen Tottenham Hotspur und Manchester United.

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Eishockey: Bozen fixiert in Salzburg EBEL-Titel

Der neue Meister der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) heißt HC Bozen. Die „Füchse“ entschieden gestern das entscheidende siebente Spiel der „Best of seven“-Finalserie in Salzburg knapp für sich und holten zum zweiten Mal nach 2014 die Trophäe nach Südtirol.

Einen ähnlichen Showdown zwischen den beiden Clubs hatte es auch schon vor vier Jahren gegeben. Während Bozen seine Chancen eiskalt verwandelte, kam Salzburg erst spät in die Gänge und machte es in der Schlussphase richtig spannend.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Kriminalität an deutschen Schulen nimmt zu

Nach jahrelangem Rückgang nimmt die Kriminalität an Schulen in Deutschland wieder zu. Etliche deutsche Bundesländer haben für 2017 einen teils spürbaren Anstieg von Kriminalität und Gewalt registriert, wie aus den Statistiken der Landeskriminalämter hervorgeht. Zu den Gründen gibt es noch keine Erklärung, hieß es heute.

Das deutsche Bundeskriminalamt will bundesweite Zahlen in einigen Wochen vorlegen. Unverändert ist die große Mehrzahl der Täter männlich und deutsch.

Auch Anstieg bei gesamter Jugendkriminalität

Der Anstieg der Schulstraftaten geht nach Angaben des Landeskriminalamtes Niedersachsen auch einher mit einem Anstieg der gesamten Jugendkriminalität im Jahr 2017. Nach zehnjährigem Rückgang nahm die Zahl minderjähriger Tatverdächtiger in dem Flächenland um vier Prozent zu, die Zahl tatverdächtiger Kinder stieg um 21 Prozent. Die Gründe will das LKA untersuchen. Auch für den Wiederanstieg der Kriminalität an Schulen gibt es noch keine Erklärung.

Anstieg wegen Anzeigeverhaltens?

Wie der Kriminologe Christian Pfeiffer sagte, könnte der Anstieg an einem geänderten Anzeigeverhalten liegen. In Zeiten großer medialer Aufregung über Gewalttaten würden Straftaten häufiger angezeigt. Auch wenn es sich bei den mutmaßlichen Tätern um Ausländer handle, sei die Anzeigebereitschaft statistisch erwiesenermaßen höher. Mit einer nach dem Flüchtlingszuzug gestiegenen Zahl ausländischer Schüler könne das möglicherweise den Anstieg erklären.

Den bisherigen Rückgang von Gewalt an Schulen dokumentieren die jüngsten bis 2016 reichenden Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Die gemeldeten Raufunfälle an Schulen mit leichten und schwereren Verletzungen haben sich diesen Zahlen zufolge seit 1993 in etwa halbiert.

Kultur

Sophie Rois wird Ensemblemitglied am Deutschen Theater

Sophie Rois, langjährige Schauspielerin an der Berliner Volksbühne, wird Ensemblemitglied am Deutschen Theater (DT) Berlin. Ihren Einstand gibt die 56-jährige Österreicherin im Herbst in einer Inszenierung von Rene Pollesch, wie die „Berliner Zeitung“ (Wochenendausgabe) berichtet. Das Theater bestätigte den Wechsel von Rois zum Deutschen Theater.

Zu ihren Vertragsverhandlungen mit dem DT-Intendanten sagte Rois der Zeitung: „Ulrich Khuon hat mir das Angebot gemacht, ins Ensemble zu kommen. Und ich habe gesagt, dass das keine gute Idee ist, weil ich für einen Intendanten eine ziemliche Zumutung bin.“

Eigentlich habe sie frei als Schauspielerin arbeiten wollen, aber nach einigen Gesprächen hätten sie das Geschäft mit Handschlag besiegelt. „Er war extrem cool.“ Rois war lange Jahre an Frank Castorfs Volksbühne engagiert, unter dem neuen und per Mitte April bereits wieder abgegangenen Intendanten Chris Dercon hatte sie Ende vergangenen Jahres dort jedoch gekündigt.

„Zeit für Utopien“: Doku sucht Wege zu anderer Wirtschaft

Kritische österreichische Dokumentarfilme der Nullerjahre haben sich hauptsächlich dem Aufzeigen von Missständen gewidmet. „We feed the World“, „Darwin’s Nightmare“ und „Workingman’s Death“ richteten die Kamera dorthin, wo die negativen Auswirkungen der globalisierten Wirtschaft am sichtbarsten sind.

Mit „Zeit für Utopien“ bringt Kurt Langbein nun einen Film in die Kinos, der Menschen und Projekte porträtiert, die versuchen, Alternativen zum vorherrschenden Wirtschaftssystem zu etablieren.

Ökologische Grenzen

Die aktuelle Situation sei alarmierend, sagt der Ökonom Niko Paech in „Zeit für Utopien“: Um die ökologischen Grenzen des Planeten nicht zu überschreiten, dürfte jedes Individuum heute nur noch 2,5 Tonnen CO2 pro Jahr emittieren. Der Durchschnitt in Mitteleuropa liegt allerdings bei rund elf Tonnen pro Jahr.

Diese „imperiale“ Lebensweise gehe auf Kosten der Umwelt sowie der Mehrheit der Menschen auf diesem Planeten. Sie sei nicht nur tief in die täglichen Gewohnheiten eingeschrieben: Eine Wirtschaft ohne Wachstum scheine unvorstellbar. „Wir müssen also radikal umdenken“, sagt die Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann im Film.

Langbein zeigt Projekte, in denen dieses Umdenken versucht wird: Er porträtiert Landwirtschaftsprojekte in Bayern, Österreich und Südkorea, ein gemeinschaftliches Wohnprojekt in Zürich, eine von Arbeitern in Selbstverwaltung geführte Teebeutelfabrik in Frankreich sowie Produktionsorte von Rohstoffen, die für das „Fairphone“ - ein „faires“ Smartphone – verwendet werden.

Petra Wähning, die im Film vorgestellt wird, war für den Werbezeitenverkauf bei Pro7/Sat1 zuständig, bevor sie sich der Landwirtschaft zuwandte. Heute arbeitet sie in einer genossenschaftlichen Struktur mit, die Kunden in Bayern mit lokalen biologischen Lebensmitteln versorgt.

Die Genossenschaft Hansalim aus Südkorea, die 600.000 Mitglieder zählt, arbeitet nach vergleichbaren Prinzipien, die Bauern werden in die Produktionsplanungen einbezogen.

Große Herausforderungen

Doch der Film zeigt auch, mit welchen Herausforderungen die Betreiberinnen und Betreiber der Projekte konfrontiert sind. Im Kongo sowie in Uganda zeigt der Film die entsetzlichen Bedingungen, unter denen Gold und Kupfer abgebaut werden.

Die Produktmanagerin des „Fairphones“ bemüht sich redlich, eine Art „Fairness“ herzustellen, stößt aber immer wieder an Grenzen. Schnitt nach Zürich, in das Wohnprojekt „Kalkbreite“: Hier lässt es sich gut leben, und zwar mit weit geringeren ökologischen Fußabdruck als in konventionellen Wohnungen.

Doch wird dieses Experiment auch von einem der reichsten Staaten der Welt abgesichert. Hier muss niemand vor Rebellengruppen flüchten oder in Minen schuften. Langbein zeigt die Diskrepanzen in den Lebensbedingungen und hat mit „Zeit für Utopien“ einen eindrücklichen und wichtigen Film in die Kinos gebracht.

NY: Keith-Haring-Wandgemälde rund um die Uhr zu sehen

Kunst für alle verfügbar machen: Mit diesem Vorsatz hat Pop-Art-Künstler Keith Haring in der New Yorker U-Bahn seine Kreidezeichnungen begonnen und später an öffentlichen Wänden gemalt. Nun sind zwei Stahlplatten mit Harings Malerei im Graffiti-Stil rund um die Uhr in einer Galerie im New Yorker Bezirk Chinatown zu sehen. In der Gegend bewegte sich Haring, der 1990 an den Folgen einer Aids-Erkrankung starb, häufig.

Die beiden Platten zeigen mehrere der Figuren, mit denen der Künstler berühmt wurde: tanzende Männchen, eine Figur mit einem Fernseher als Kopf und einen bellenden Hund. Beide Platten waren einst Teil eines rund 90 Meter langen Wandgemäldes nahe einer Schnellstraße an der Ostseite Manhattans. Die Witterungsschäden hätten beide Platten „noch besser aussehen“ lassen, schrieb Haring 1989 in sein Tagebuch.

Mehr als 50 Werke im öffentlichen Raum

Der aus Pennsylvania stammende Haring wurde in New York vom Graffiti-Stil befreundeter Künstler wie Jean-Michel Basquiat und Kenny Scharf beeinflusst. Mit Kreide machte er die Stadt - vor allem Bahnhöfe und Unterführungen im U-Bahn-Netz - zu seiner Leinwand und wurde dafür mehrfach von der Polizei festgenommen. In den 1980er Jahren übertrug er seinen Stil auf Leinwände und verkaufte in einem „Pop Shop“ Poster, T-Shirts und andere Produkte mit seinen Designs.

In seinem Streben, Kunst für alle zugänglich zu machen, schuf Haring mehr als 50 Werke im öffentlichen Raum. Zu den bekanntesten zählt ein Wandgemälde im Kampf gegen die Droge Crack auf einem Spielplatz im Bezirk Harlem. Nach seiner Aids-Diagnose im Jahr 1988 gründete er eine Stiftung zum Kampf gegen die Immunschwächekrankheit.

Manuskript von Springsteens „Born to Run“ wird versteigert

Ein handgeschriebenes Manuskript von Bruce Springsteens Erfolgssong „Born to Run“ aus dem Jahr 1975 wird im Juni in New York versteigert. Der Entwurf auf liniertem Papier könne bei der Onlineauktion vom 18. bis zum 28. Juni bis zu 300.000 Dollar (etwa 244.000 Euro) bringen, teilte das Auktionshaus Sotheby’s gestern (Ortszeit) mit.

Den Großteil der Strophen änderte Springsteen später noch, der Text des Refrains ist in dem Manuskript aber schon genau so, wie er dann auch aufgenommen wurde. Der 1949 im US-Bundesstaat New Jersey geborene Springsteen gilt mit mehr als 140 Millionen verkauften Alben und zahlreichen Preisen als einer der erfolgreichsten US-Musiker der Gegenwart.

Medien

ORF-Team bei Dreharbeiten in Wien angegriffen

Im Zuge einer Recherche rund um den türkischen Verein ATIB wurde gestern ein ORF-Team in Wien-Brigittenau tätlich angegriffen. Der Verein lehnte Dreharbeiten in den eigenen Räumlichkeiten an Ort und Stelle ab, daraufhin drehte das Team unter anderem in einem nahe gelegenen Park. Dort wurde das Team von zwei Männern zuerst verbal bedroht, einer der Männer schlug dann dem Kameramann die Kamera ins Gesicht.

Dem Redakteur, der den Vorfall mit seinem Handy filmen wollte, trat der Mann in den Bauch. Der zweite Mann versuchte zuerst erfolglos, ihn davon abzuhalten, konnte ihn dann aber schließlich wegziehen. Daraufhin ist der Mann im ATIB-Gebetsraum verschwunden, wo ihn die Polizei schließlich rausholte. Der Vorfall wurde von der Polizei der Staatsanwaltschaft gemeldet. Ob der Angreifer dem Verein ATIB angehört, ist laut ORF nicht bekannt. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.

Panorama

Sportwagen von Daniel Craig versteigert

Ein Sportwagen von James-Bond-Schauspieler Daniel Craig ist gestern in New York für fast eine halbe Million Dollar versteigert worden. Der Zuschlag ging an einen Bieter, dem der Aston Martin aus einer limitierten Auflage 468.500 Dollar (381.000 Euro) wert war. Craig kam persönlich als Überraschungsgast ins Auktionshaus Christie’s, um die Bieter anzufeuern. Der Erlös ist für einen wohltätigen Zweck bestimmt.

Sportwagen von James-Bond-Schauspieler Daniel Craig

AP/RW/MediaPunch/IPX

Der Wagen ist Teil einer limitierten Auflage von 100 Stück, die der britische Autohersteller zu seinem hundertjährigen Jubiläum 2014 herstellte. Er hat eine Höchstgeschwindigkeit von 295 Stundenkilometern. Der Erlös aus der Auktion geht an die von Craig und seiner Ehefrau Rachel Weisz unterstützte Wohltätigkeitsorganisation The Opportunity Network, die sich für Berufsbildungschancen für Jugendliche einsetzt.

Leute

Komiker Markus Maria Profitlich an Parkinson erkrankt

Der Komiker Markus Maria Profitlich ist an Parkinson erkrankt. „Ich habe mich entschieden, von Anfang an offen damit umzugehen, und will keine Energie damit verschwenden, die Erkrankung zu verbergen“, sagte der 58-Jährige dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ und der „Kölnischen Rundschau“ heute.

Komiker Markus Maria Profitlich

picturedesk.com/Action Press/KS-Fotografie

„Ich bin in meiner Arbeit nicht eingeschränkt und bereite zur Zeit mein neues Soloprogramm vor“, fügte Profitlich hinzu. Er habe „weiterhin große Lust, auf der Bühne, vor der Kamera und vor dem Mikrofon zu stehen“. Profitlich ist unter anderem durch seine Comedy-Serie „Mensch Markus“ bekannt.

Frühere First Lady Barbara Bush wird beigesetzt

Die verstorbene frühere First Lady Barbara Bush wird heute im US-Bundesstaat Texas beigesetzt. An der Trauerzeremonie in der Großstadt Houston wird neben der Familie unter anderen First Lady Melania Trump teilnehmen, nicht aber US-Präsident Donald Trump. Erwartet wird zudem Trumps Vorgänger Barack Obama mit seiner Ehefrau Michelle.

Sarg von Barbara Bush

Reuters/Mark Burns/Office of George H.W. Bush

Die Ehefrau des früheren US-Präsidenten George H. W. Bush und Mutter des späteren Präsidenten George W. Bush war am Dienstag im Alter von 92 Jahren gestorben. Sie galt als Herz und Mittelpunkt der Politikerdynastie Bush und war bekannt für ihre Schlagfertigkeit und ihren trockenen Humor. Als First Lady in den Jahren 1989 bis 1993 setzte sie sich für allem für Leseprogramme ein und gründete eine entsprechende Stiftung.

Queen Elizabeth II. feiert 92. Geburtstag

Die britische Königin Elizabeth II. feiert heute ihren 92. Geburtstag. Die Monarchin wird dazu am Abend ein Konzert in der Londoner Royal Albert Hall besuchen. Auftreten werden etwa Tom Jones, Kylie Minogue, Craig David und Sting. „Nicht viele 92-Jährige bekommen so ein heißes Ticket zum Geburtstag“, schrieb das US-Magazin „Time“.

Queen Elizabeth II.

Reuters/Toby Melville

BBC überträgt Konzert live

Die BBC wird das Konzert live übertragen. Dem Sender zufolge werden noch weitere Mitglieder der Königsfamilie dabei sein. Ob die Queen schon tagsüber mit ihrer Familie feiert, wollte der Palast nicht mitteilen. Offiziell wird der Geburtstag der Queen mit der Parade „Trooping the Colour“ im Juni begangen. Dann ist meist das Wetter besser.