Ausland

Tausende demonstrieren gegen Trumps Energiepolitik

Mehrere tausend Menschen haben am 100. Amtstag von US-Präsident Donald Trump in Washington gegen die Energiepolitik der Regierung protestiert. Die Demonstranten zogen heute vom Kapitol bis zum Weißen Haus und skandierten Forderungen nach mehr Klimaschutz. Sie trugen Schilder mit Aufschriften wie „Wenn die Ozeane sterben, sterben wir auch“.

Neben der Hauptveranstaltung in Washington gab es nach Angaben der Organisatoren in 300 weiteren Städten in den USA ähnliche Proteste.

Umweltschützer entsetzt

Umweltschützer und viele Wissenschaftler sind entsetzt über Trumps Energiepläne. Er hat versprochen, Arbeitsplätze in der Kohleindustrie zurückzubringen. Seine Regierung will prüfen, ob in bislang gesperrten Gebieten vor den Küsten der USA nach Öl und Gas gebohrt werden kann.

Ende März unterzeichnete der Republikaner ein Dekret, mit dem mehrere zentrale Klimaschutzbestimmungen seines Vorgängers Barack Obama aufgeweicht oder abgeschafft werden. Sein Haushaltsentwurf sieht massive Kürzungen bei der Umweltschutzbehörde EPA und der Klimaforschungsbehörde NOAA vor. Schon am vergangenen Wochenende hatte es in Washington und anderen Städten Proteste gegeben.

Demo gegen Putin in Moskau trotz Verbots

Trotz eines Verbots haben Hunderte Oppositionsanhänger in Moskau gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin demonstriert. Ein Großaufgebot der Polizei war heute vor einem Büro der Präsidialverwaltung in Moskau im Einsatz, griff aber zunächst nicht ein.

Demonstration in Moskau

APA/AFP/Natalia Kolesnikova

Die Demonstranten standen vor dem Gebäude Schlange, um dort Briefe an Putin einzureichen, in denen sie ihn aufforderten, 2018 nicht erneut bei der Präsidentenwahl anzutreten. Zugleich berichteten die Organisatoren von der Bewegung Offenes Russland von Dutzenden Festnahmen bei ähnlichen Aktionen in anderen Großstädten.

Allein in der Millionenmetropole St. Petersburg wurden laut Angaben mindestens 30 Menschen in Gewahrsam genommen. Offenes Russland ist eine Bürgerbewegung mit Verbindungen zum Kreml-Kritiker und früheren Geschäftsmann Michail Chodorkowski, der im Ausland lebt. Präsident Putin hat sich noch nicht öffentlich geäußert, ob er kommendes Jahr für eine vierte Amtszeit kandidieren wird. Viele in Russland rechnen aber fest damit.

Le Pen präsentiert möglichen Premierminister

Im Fall eines Wahlsiegs will die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen den EU-Skeptiker Nicolas Dupont-Aignan zum Premierminister machen. „Das ist kein Gelegenheitsbündnis“, sagte die Rechtspopulistin heute in Paris. Dort stellte sie gemeinsam mit Dupont-Aignan ein „patriotisches“ Programm für die Stichwahl am Sonntag nächste Woche vor, das einzig auf dem „besten Interesse der Nation“ basiere.

Dupont-Aignan von der politischen Rechten hatte im ersten Wahlgang 4,7 Prozent der Stimmen bekommen. Bereits gestern hatte er seine Unterstützung für Le Pen in der Stichwahl angekündigt. Die gemäßigten Kräfte der französischen Politik stellten sich gegen die Rechtspopulistin. Allerdings riefen nicht alle klar zur Wahl ihres Gegners Emmanuel Macron auf.

Nordkorea scheitert mit erneutem Raketentest

Nordkorea hat trotz des Drucks aus den USA und China erneut eine Rakete getestet. Nach amerikanischen und südkoreanischen Angaben zerbrach sie heute offenbar wenige Minuten nach dem Start. Damit würde es sich um den vierten Fehlschlag in Folge seit März handeln. US-Präsident Donald Trump sprach in einer ersten Reaktion von einer Respektlosigkeit gegenüber China, dem einzigen großen Verbündeten des abgeschotteten Staates.

Mehr dazu in USA sehen Provokation

China schiebt „Spionin“ in die USA ab

Eine in China als „Spionin“ zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilte amerikanische Geschäftsfrau ist in die USA abgeschoben worden. Drei Tage nach dem Urteil traf Phan Phan-Gillis gestern in Los Angeles ein, wie die amerikanische Dui-Hua-Stiftung heute berichtete.

Die in San Francisco ansässige Organisation, die gute Beziehungen in den chinesischen Justizapparat pflegt, hatte sich für die Freilassung der US-Amerikanerin eingesetzt. Die in Vietnam geborene US-Geschäftsfrau chinesischer Abstammung war im März 2015 in China festgenommen worden, als sie zusammen mit einer Handelsdelegation auf dem Weg nach Macao war.

Zwei Jahre in Haft

Zwei Jahre saß die 57-Jährige in Haft, bis ihr der Prozess gemacht wurde. Ihr wurde der Diebstahl von Staatsgeheimnissen vorgeworfen. Der Besuch von US-Außenminister Rex Tillerson im März in Peking und der Einsatz des Weißen Hauses hätten den Fall zum Abschluss gebracht, so Dui Hua.

Menschenrechtler und Diplomaten hatten die Festsetzung von Phan-Gillis scharf kritisiert. Eine Arbeitsgruppe des UNO-Menschenrechtsausschusses sprach von einer „willkürlichen Inhaftierung“, weil sie für lange Zeit nicht der Justiz übergeben wurde und erst 14 Monate nach ihrer Inhaftierung Zugang zu einem Rechtsbeistand hatte.

Orban rudert offenbar bei Hochschulgesetz zurück

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat zugesagt, alle Auflagen der EU-Kommission erfüllen und Restriktionen insbesondere der Wissenschaftsfreiheit zurücknehmen zu wollen. Das sagte ein Sprecher der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) heute in Brüssel.

Dort traf das EVP-Präsidium zu Beratungen mit Orban zusammen. Ein Ausschluss von Orbans FIDESZ-Partei aus der EVP-Parteienfamilie sei aber kein Thema gewesen, sagte Manfred Weber (CSU), der Fraktionsvorsitzende der EVP im Europaparlament. Er verwies darauf, dass „Orban bisher immer bereit war, auch die Spielregeln Europas zu akzeptieren“.

EVP-Präsident Jospeh Daul sagte nach dem Treffen, es habe ein offenes Gespräch gegeben, bei dem die EVP ein klares Zeichen an Orban und seine FIDESZ-Partei gesetzt habe: Die EVP werde keinerlei Einschränkungen von grundlegenden Rechten wie der Freiheit der akademischen Lehre akzeptieren.

EVP will im Gespräch bleiben

Die EU-Kommission hatte am Mittwoch wegen des neuen Hochschulgesetzes und seiner diskriminierenden Wirkungen ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn eingeleitet. Das neue Gesetz bedroht die Central European University (CEU) in Budapest, die der US-Milliardär George Soros im Jahr 1991 gründete.

Weber nannte die Vorgänge in Ungarn „nicht akzeptabel“ und sagte: „Orban muss die Freiheit der Wissenschaft garantieren.“ Man erwarte nun, dass die ungarische Regierung die Kritik ernst nehme. Deshalb müsse man aber auch im Gespräch bleiben. Daul sagte, die EVP verlange, dass die CEU offen bleibe. Man habe Orban auch deutlich gesagt, dass die Umfrage „Stoppt Brüssel“ ein Level an Anti-EU-Rhetorik erreicht habe, die nicht zu akzeptieren sei. Man müsse Orban wohl nicht extra daran erinnern, dass auch Ungarn bei den Entscheidungen der Regierungen der EU in Brüssel immer dabei sei.

Die EU-Kommission und einige Mitglieder der EVP-Parteienfamilie, zu der auch die ÖVP gehört, hatten insbesondere wegen der geplanten Schließung der Central European University in Budapest große Kritik an Orban geübt.

Inland

Kalte Progression: SPÖ macht Druck mit „letztem Angebot“

Die Koalitionsparteien sind sich weiterhin nicht einig, wie das eigentlich gemeinsame Ziel Abschaffung der kalten Progression umgesetzt wird. Die „Krone“ berichtet in ihrer Sonntag-Ausgabe von einem „letzten Angebot“ der SPÖ. Aus dem ÖVP-geführten Finanzministerium hieß es dazu, das Modell sei bekannt, man führe keine Gespräche über die Medien.

„Letztes Angebot“ der SPÖ

Eigentlich war vorgesehen, die Abschaffung der kalten Progression noch im April über die Bühne zu bringen, ein Kompromiss über die Umsetzung liegt aber weiterhin nicht vor. In der SPÖ bestätigte man den Vorschlag an die ÖVP: Dieser sieht eine automatische Anpassung bis in die dritte Tarifstufe hinein vor, sodass jene, die bis zu 5.800 Euro brutto monatlich verdienen, den automatischen Inflationsausgleich erhalten. Damit wären laut Bericht 90 Prozent der kalten Progression fix vergeben, die restlichen zehn Prozent will die SPÖ zwischen jenen, die weniger als 11.000 Euro im Jahr verdienen sowie den Spitzenverdienern aufteilen.

Auch wird der Vorschlag mit der Umsetzung der „Aktion 20.000“, der Initiative für ältere Langzeitarbeitslose, verknüpft. In der Zeitung heißt es, es handle sich um das „letzte Angebot“. Entweder dies werde so umgesetzt oder die beiden Punkte aus dem Regierungsprogramm blieben ungelöst. Es soll „kein weiteres Entgegenkommen“ geben, bekräftigte man gegenüber der APA.

Schelling gegen „Umverteilungsinstrument“

Im Finanzministerium kritisierte man die SPÖ-Pläne für ein „Umverteilungsinstrument“ und pocht auf die Abschaffung der kalten Progression für alle Steuerstufen. Auch bei der „Aktion 20.000“ seien noch zahlreiche Fragen ungeklärt, hieß es aus dem Büro von Ressortchef Hans Jörg Schelling (ÖVP). Die Gespräche sollten aber am Tisch und nicht über die Medien geführt werden.

Van der Bellens Sager zu Kopftuch für Vassilakou „Ironie“

Die Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) stellt sich in der Debatte über den „Kopftuchsager“ hinter Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Vassilakou erkennt in der Aussage des früheren Grünen-Parteichefs „Ironie“, keinen verbalen Ausrutscher, erklärte sie heute in der Ö1-Sendung „Journal zu Gast“ - mehr dazu in oe1.ORF.at.

„Seine Haltung ist goldrichtig. Man kann Frauen nicht vorschreiben, was sie zu tragen und was sie nicht zu tragen haben“, sagte sie. An der Debatte über seine Aussage will sie sich aber gar nicht beteiligen.

„Schwierige Situation“ bei Grünen

Dass man die derzeitige Diskussion über die Jungen Grünen und jene in der Wiener Partei über den Heumarkt „in einen Topf“ wirft, sei „verlockend“, räumte Vassilakou ein, es handle sich aber um einen „zeitlichen Zufall“: „Zweifelsohne ist aber eine schwierige Situation entstanden.“

Es sei auch „naheliegend“, dass man sich über neue Regeln für Urabstimmungen in der Partei Gedanken macht. Vassilakou betonte, dass das Ergebnis nicht für die Gemeinderats- oder Regierungsarbeit bindend sein könne.

Sollte die Wiener Innenstadt aufgrund der geplanten Neugestaltung des Heumarkts auf die „rote Liste“ gesetzt werden, was den UNESCO-Welterbestatus anbelangt, so wäre das „kein Weltuntergang“.

Jugend-Rauswurf „schade“

Sollte es im Gemeinderat keine rot-grüne Mehrheit für den Heumarkt geben, wäre man mit einer „sehr schwierigen Situation konfrontiert“, gestand Vassilakou aber ein. Auch nach dem angekündigten Abgang von Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) will sie mit seinem Nachfolger die „gute Zusammenarbeit“ weiterführen. Die Vizebürgermeisterin geht dabei von Wahlen 2020 aus.

Zum Rauswurf der Jungen Grünen meinte Vassilakou, es sei „schade, dass es so weit kommen musste“. Es könne aber nicht sein, dass man gegeneinander antritt. Unterstützung gab es für Parteichefin Eva Glawischnig trotzdem. Sie werde auch Spitzenkandidatin bei der nächsten Nationalratswahl, betonte Vassilakou.

Eckpunkte bei Schulautonomie bleiben

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) will angesichts der zahlreichen kritischen Stellungnahmen zum Schulautonomiepaket - zuletzt auch aus den Reihen der Regierungsparteien - „Inputs und gute Ideen“ aufnehmen. Die Eckpunkte sollen aber unverändert kommen. Sie zeigte sich heute im Ö1-Mittagsjournal überzeugt, dass das Paket umgesetzt wird und die ÖVP nicht abspringt.

Aus den Stellungnahmen in der Begutachtungsphase sollen noch gute Ideen aufgenommen und so etwa Missverständnisse bei den Zentren für Kinder mit Behinderung ausgeräumt werden. Auch soll aus den verpflichtenden zwei freien Nachmittagen pro Woche bei der Ganztagsschule eine Kann-, keine Muss-Bestimmung werden. Keine Änderung soll es aber etwa bei der Aufhebung der Klassenschülerhöchstzahl geben: „Wenn wir Autonomie ernst nehmen, kann ich da nicht nachgeben.“

Auch Staatssekretär Harald Mahrer (ÖVP) sieht in den „Salzburger Nachrichten“ (Wochenendausgabe) keinen Grund, von den Grundsätzen abzugehen. Die Stellungnahmen werde man sich genau anschauen und etwaige Verbesserungen berücksichtigen. „Schulreformen sind wie Operationen am offenen Herzen. Sie sind besonders heikel“, räumte er ein.

Sport

Tennis: Thiem räumt in Barcelona Murray aus dem Weg

Dominic Thiem hat seiner Erfolgsgeschichte in Barcelona ein neues Kapitel hinzugefügt. Der Niederösterreicher räumte heute im Semifinale des ATP-500-Turniers den Weltranglistenersten Andy Murray in drei Sätzen aus dem Weg und holte sich damit das Ticket für das Endspiel. Für Thiem war es im dritten Duell der erste Sieg gegen den Schotten und der erste über eine regierende Nummer eins. Im Finale wartet nun mit Rafael Nadal der nächste Superstar.

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Formel 1: Vettel nach 588 Tagen wieder auf der Pole

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel hat heute in Sotschi die Poleposition-Serie von Mercedes nach 18 Rennen durchbrochen. Der Deutsche fuhr im Qualifying für den Grand Prix von Russland am Sonntag (14.00 Uhr, live in ORF eins) knapp vor seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen Bestzeit und geht nach 588 Tagen wieder vom ersten Startplatz aus ins Rennen. Dahinter folgt in der zweiten Reihe das Mercedes-Duo.

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Wirtschaft

Iran verhandelt mit europäischen Großbanken

Der Iran hat erneut mit europäischen Banken über die Wiederaufnahme internationaler Finanzierungen verhandelt. Bereits zum vierten Mal trafen sich Vertreter iranischer und europäischer Geldinstitute, wie Medien in Teheran heute berichteten. „Die Zusammenarbeit mit den Banken bleibt auch nach dem Atomdeal ein wichtiges und immer noch ungelöstes Thema“, sagte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif.

Trotz des Atomdeals im Juli 2015 und der Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran im Jänner 2016 meiden europäische Banken aus Furcht vor Zwangsmaßnahmen der USA noch immer eine Zusammenarbeit mit Teheran. Obwohl der Iran mit dem internationalen Bankennetzwerk Swift verbunden ist, werden auch die zum Teil schon ausgearbeiteten Handelsprojekte mit europäischen Unternehmen von den Banken nicht finanziert.

Vorwürfe gegen USA

Sarif erhob Vorwürfe gegen die USA. Die Vereinigten Staaten gäben den Banken für deren Iran-Geschäfte wegen anderer Sanktionen, die nichts mit dem Atomabkommen zu tun haben, kein grünes Licht. Zugleich warb der Minister um Vertrauen.

Das Problem mit den europäischen Banken spielt indirekt auch eine wichtige Rolle bei der Präsidentenwahl am 19. Mai. Denn Präsident Hassan Rouhani konnte viele seiner versprochenen Wirtschaftsreformen, die er über ausländische Investitionen realisieren wollte, nicht umsetzen. Daher steht er vor der Abstimmung unter großem Druck.

Güterzug aus London erreicht nach 12.000 Kilometern China

Nach 12.000 Kilometern Fahrt hat ein Güterzug aus der britischen Hauptstadt London sein Ziel in China erreicht. Beladen mit Whisky, Babymilch, Medikamenten und Maschinenteilen erreichte der „Ostwind“ getaufte Zug heute nach insgesamt 20 Tagen Fahrt die Stadt Yiwu im Osten der Volksrepublik, wie die Betreiberfirma mitteilte.

Güterzug aus London trifft in China ein

APA/AFP

Die Strecke ist länger als die der Transsibirischen Eisenbahn, allerdings rund 1.000 Kilometer kürzer als die 2014 eröffnete Rekordverbindung von der spanischen Hauptstadt Madrid nach China.

„Neue Seidenstraße“

Mit der neuen Verbindung nach Großbritannien will China seine Handelsbeziehungen nach Westeuropa entlang einer „neuen Seidenstraße“ weiter ausbauen. Der Transport über die Schiene soll nach Angaben der chinesischen Behörden bis zu 30 Tage schneller sein als eine Beförderung der Fracht auf dem Seeweg. Die Ladekapazität eines Frachtschiffes liegt allerdings um ein Vielfaches höher. London ist bereits die 15. Stadt, die mit dem Güternetz der staatlichen chinesischen Eisenbahn verbunden ist.

Chronik

Großeinsatz nach Lawine am Mölltaler Gletscher

Heute Vormittag hat ein Skifahrer abseits der gesicherten Pisten auf dem Mölltaler Gletscher in Kärnten eine Lawine losgetreten. Über 100 Einsatzkräfte beteiligen sich an der Suchaktion nach Verschütteten. Diese wurde Samstagnachmittag ohne Ergebnis beendet.

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Im Kleinwalsertal in Vorarlberg wurde ein Skitourengeher von einer rund 450 Meter langen Lawine mitgerissen. Der Mann wurde etwa 70 Zentimeter tief verschüttet, konnte sich aber mit Hilfe seines 30-jährigen Begleiters befreien.

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Am Stubaier Gletscher in Tirol wurde eine Person von einer Lawine verschüttet. Ob und wie schwer der Wintersportler verletzt wurde, ist nicht bekannt. In diesem Gebiet wurde auch am Freitag eine Person verschüttet.

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Alkolenker zog Spur der Verwüstung

Ein stark alkoholisierter Pkw-Lenker hat gestern Abend für mehrere Kollisionen in Graz gesorgt. Unter anderem prallte er gegen einen Wagen, der gegen zwei abgestellte Lkws geschleudert wurde.

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In Lamprechtshausen (Salzburg) verursachte eine betrunkene 28-jährige Autolenkerin gestern Nachmittag einen Verkehrsunfall. Dabei wurde der Lenker eines Kleinlastwagens verletzt.

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Flugverkehr in Berlin-Tegel wieder aufgenommen

Ein verdächtiges Gepäckstück hat heute einen Sicherheitsalarm am Flughafen Berlin-Tegel ausgelöst. Wegen des herrenlosen Koffers im Terminal B des Airports wurde der Flugverkehr für etwa 20 Minuten unterbrochen, wie die Polizei und der Flughafen mitteilten. Der betroffene Terminal wurde am späten Vormittag von der Polizei abgesperrt und geräumt, gegen 12.30 Uhr aber wieder freigegeben.

Während der Sperrung wurden die Piloten einiger ankommender Maschinen aufgefordert, andere Flughäfen anzufliegen. Bei Abflügen von Tegel gab es Verzögerungen, die sich in einigen Fällen auch über die Aufhebung der Sperrung hinaus fortsetzten. Der Koffer erwies sich bei der Überprüfung als harmlos.

Hai tötet Surfer im Indischen Ozean

Ein Surfer ist im Indischen Ozean vor der Insel La Reunion von einem Hai getötet worden. Rettungskräfte konnten den 26-jährigen Mann nicht wiederbeleben, wie die Präfektur des französischen Überseedepartements heute mitteilte. Er wurde bereits mit Herz- und Atemstillstand sowie schweren Verletzungen am rechten Bein aus dem Wasser geholt.

Der Unfall passierte in einem Gebiet an der Westküste, wo Baden und Wassersport verboten waren. Der Mann war auf einem Bodyboard unterwegs, einer Art Surfbrett, auf dem man vorwiegend liegt. Vor der französischen Insel im Indischen Ozean kommt es immer wieder zu Haiattacken. Die Behörden haben deshalb 2013 Vorsichtsmaßnahmen ergriffen und Verbotszonen eingerichtet.

Religion

Papst Franziskus beendet Ägypten-Reise

Papst Franziskus hat seine zweitägige Ägypten-Reise beendet. Heute Nachmittag wurde der 80-Jährige vom ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi auf dem Flughafen Kairo verabschiedet, berichtete Kathpress. Während des 27-stündigen Aufenthalts hatte Franziskus in mehreren Reden Gewalt im Namen Gottes verurteilt und an christliche Opfer islamistischer Anschläge erinnert. Der Besuch fand drei Wochen nach Selbstmordattentaten auf zwei koptische Kirchen in Tanta und Alexandria statt, bei denen 45 Menschen starben.

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Kultur

Crossing Europe: Die Gesichter hinter den Schlagzeilen

Beim Crossing Europe Filmfestival in Linz zeigt sich nach vier stürmischen Regentagen heute das erste Mal die Sonne, sodass das Linzer Publikum und die rund 140 Filmgäste aus ganz Europa ihre Diskussionen auf den Platz vor dem Moviemento-Kino verlagern können. Und Gesprächsstoff gibt es genug: Die 14. Ausgabe des von Christine Dollhofer geleiteten Festivals zeigt noch mehr aktuelle, brisante, politische Filme als man es von diesem Festival ohnehin schon gewohnt war.

Crossing Europe

ORF.at/Maya McKechneay

Jene Orte, deren Namen man aus den Nachrichten kennt - das syrische Homs, die zerbombte, kurdische Stadt Cizre und die italienische Insel Lampedusa - bekommen hier auf den Leinwänden von Linz ein Gesicht. Vor der Kamera vorwiegend junger Filmemacherinnen und Filmemacher werden Schlagzeilen zu persönlichen Geschichten, die einen zum Lachen bringen, Hoffnung wecken, traurig machen und empören.

Drama einer kurdischen Bürgermeisterin

So wie „Dil Leyla“, der Dokumentarfilm der deutsch-türkischen Filmemacherin Asli Özarslan. „Dil Leyla“ porträtiert eine junge Frau, die voller Optimismus ihr Amt als Bürgermeisterin der vorwiegend von Kurden bewohnten, ostanatolischen Stadt Cizre antritt. Bäume will sie pflanzen, eine Schule bauen. Doch nach der landesweiten Parlamentswahl kippt die politische Situation.

Am Ende des Films steht die mit zittriger Stimme gesprochene Voice-Mail-Nachricht, die Leyla der Filmemacherin nach Deutschland schickt. Nach mehreren Monaten Belagerung haben sie Mut und Kraft verlassen. „Ich kann nix tun“, sagt die Frau, die inzwischen untergetaucht ist, um einer Festnahme zu entgehen. Niemand weiß, ob sie noch lebt.

Syrisches Requiem aus Homs

Es sind auch die Geschichten starker Frauen, wie Leyla, die das Linzer Festival auszeichnen: In der syrisch-dänischen Koproduktion „The War Show“, die wie der zuvor genannte Film im Dokumentarfilmwettbewerb läuft, fügt sich das sehr private, teils mit dem Handy, teils mit einer Videokamera gedrehte Material eines syrischen Freundeskreises zu einer Chronologie des Schreckens. Zunächst sieht man die freiheitsliebenden Twentysomethings feiern, kiffen, Musik hören und schmusen.

Doch dann verdichtete sich „The War Show“ zum Requiem. Einer nach dem anderen wird verhaftet, gefoltert: Neben dem Urlaubsfoto liegt am Ende das Foto der entstellten Leiche. Ein beinah unerträglicher Film, so nah wirkt auf einmal der ferne Krieg in Syrien.

Berliner Hipster lachen über sich selbst

Im Spielfilmwettbewerb ist das Spektrum breit gestreut: Der extrem witzige Berliner Bobo-Hipster-Film „Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes“ (Julian Radlmaier) konkurriert hier etwa mit dem märchenhaften moldawischen Coming-of-Age-Film „Anishoara“ (Ana-Felicia Scutenicu) - ein Film über ein Land, das man selten bis nie auf der Leinwand gesehen hat.

In der Sektion „Local Artists“ laufen die Arbeiten oberösterreichischer Filmemacherinnen und Filmemacher wie Bernhard Sallmann. Sallmann, gebürtig in Ansfelden bei Linz, lebt mittlerweile in Berlin und hat in seinem Essayfilm „Oderland. Fontane“ den Oderbruch gefilmt, einen scheinbar aus der Zeit gefallenen Landstrich, der schon Theodor Fontane faszinierte, an dessen Texten Sallmann seine kontemplativen Bilder spiegelt.

Heute Abend werden die Preise in den Kategorien bester Dokumentarfilm, bester Spielfilm und bester Film eines Local Artist im Ursulinensaal vergeben. Morgen schließt das Festival mit einem weiteren, dichten Kinotag.

Panorama

Lifestyle

„Dancing Stars“: Letzter Tanz für Volker Piesczek

In der fünften Sendung musste Volker Piesczek dem Ballroom unfreiwillig den Rücken kehren. Ein teuflischer Tango zu Falcos „Dance Mephisto“ wurde dem Moderator und Entertainer zum Verhängnis. Offenbar kam er nicht nur bei Juror Dirk Heidemann, sondern auch beim Publikum nicht gut genug an. Dennoch zieht Piesczek im Interview ein positives Resümee.

Mehr dazu in dancingstars.ORF.at

Leute

Designer der Grazer Murinsel verstorben

Der US-Designer und Landschaftsarchitekt Vito Acconci ist tot. Der Künstler verstarb gestern im Alter von 77 Jahren, wie mehrere US-Medien berichten. In Österreich bekannt wurde der am 24. Jänner 1940 in New York geborene Acconci, der auch als Performancekünstler und Architekt aktiv war, vor allem durch seine im Zuge des Kulturhauptstadtjahres 2003 erschaffene Murinsel in Graz.

Berlusconi nach Sturz im Krankenhaus behandelt

Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi ist nach einem Sturz in einem Mailänder Krankenhaus behandelt worden. Eine Wunde an der Lippe sei mit einigen Stichen genäht worden, berichteten mehrere italienische Medien heute. „Nichts Ernstes, es ist eine Kleinigkeit“, sagte Berlusconis Arzt Alberto Zangrillo der Nachrichtenagentur ANSA.

Der 80-Jährige habe gestern Abend mit seinen Kindern in Portofino zu Abend gegessen, sei danach ausgerutscht und gefallen. Heute Mittag verließ Berlusconi laut ANSA die Klinik wieder.