Ausland

Mazedonien: Ausschreitungen bei Demonstrationen

Bei gewaltsamen Demonstrationen in der mazedonischen Hauptstadt Skopje gegen die mit Griechenland getroffene Vereinbarung zur Änderung des Landesnahmens sind am Abend mehrere Menschen verletzt worden. Nach ersten Medienberichten mussten sieben Polizisten und mindestens drei Demonstranten zur Behandlung ins Krankenhaus. Mindestens elf Demonstranten wurden festgenommen.

Die Polizei setzte Tränengas und Blendgranaten ein, um die gewaltsamen Proteste vor dem Parlamentsgebäude aufzulösen. Die Demonstranten hatten zuvor die Absperrgitter durchbrochen und Steine und Knallkörper auf die Sicherheitskräfte geworfen. „Die Stadtmitte sieht aus wie ein kleines Beirut“, berichtete der Fernsehkanal „1TV“, der einen verletzten Kameramann beklagte.

Die Proteste richteten sich gegen die Vereinbarung zwischen Skopje und Athen, mit dem der jahrelange Streit der Nachbarn um den Staatsnamen Mazedonien beigelegt werden soll. Danach soll sich die ehemalige jugoslawische Teilrepublik künftig Nord-Mazedonien nennen. Als Gegenleistung will Athen den Weg des Landes zur Nato und in die EU nicht länger blockieren. Das Abkommen war am Sonntag von den Außenministern der beiden Länder in der Grenzregion des Prespa-Sees unterzeichnet worden.

Hunderte griechische und mazedonische Nationalisten demonstrierten am Sonntag auf beiden Seiten der Grenze, während das Abkommen unterzeichnet wurde. Am Vorabend hatte die Polizei vor dem Athener Parlament Pfefferspray eingesetzt, um einige Dutzend Demonstranten daran zu hindern, ins Parlamentsgebäude zu gelangen.

Bis zur vollen Umsetzung des Abkommens sind mehrere Schritte vorgesehen. In den kommenden Wochen muss zunächst das Parlament in Skopje die Vereinbarung billigen. Im Herbst werden dann die Mazedonier in einer Volksabstimmung das letzte Wort haben.

Mazedonien grenzt im Süden an die griechische Region gleichen Namens. Griechenland spricht dem Nachbarland das Recht auf den historischen Namen Mazedonien (Altgriechisch: Makedonia) ab. Aus diesem Grund blockiert Athen seit der Unabhängigkeit Mazedoniens 1991 den Beitritt des Nachbarn in die Nato und die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU.

Duque gewinnt Präsidentenwahl in Kolumbien

Der konservative Kandidat Ivan Duque hat die Präsidentenwahl in Kolumbien gewonnen. Er kam in der Stichwahl gestern auf 55,56 Prozent der Stimmen, wie das Wahlamt nach der Auszählung von zwei Dritteln der Stimmen mitteilte. Sein Konkurrent Gustavo Petro von der linken Bewegung Colombia Humana erhielt demnach 40,38 Prozent.

Bei der Abstimmung ging es auch um die Zukunft des historischen Friedensabkommens mit der linken Guerillabewegung FARC. Duque will das Abkommen in wesentlichen Punkten ändern und könnte die Ex-Rebellen damit zurück in den Untergrund treiben.

Der international bejubelte Friedensprozess ist in dem südamerikanischen Land äußerst umstritten. Nach Einschätzung der Rechten hat der Staat den Rebellen zu viele Zugeständnisse gemacht. Beispielsweise müssen sie nur relativ milde Strafen fürchten und erhalten zehn garantierte Sitze im Parlament.

Spekulationen um US-Austritt aus UNO-Menschenrechtsrat

Der UNO-Menschenrechtsrat kommt heute in Genf zu einem dreiwöchigen Treffen zusammen. Auf der Tagesordnung steht unter anderem ein Bericht zur Lage in Syrien. Eine Untersuchungskommission trägt Beweismittel zusammen, um im Falle eines Tribunals eines Tages Anklagen erheben zu können. Ein solches Tribunal wegen Kriegsverbrechen ist aber nicht in Sicht.

Überschattet wird die Sitzung von der Austrittsdrohung der USA. Vor gut einem Jahr hatte Washington dringend Reformen verlangt. Versuche, diese durchzusetzen, waren in den vergangenen Wochen gescheitert. Das provozierte Spekulationen über einen Austritt der USA. Dazu wollten sich US-Diplomaten in Genf vor dem Treffen nicht äußern.

USA pochen auf Reformen

„Jedes Land entscheidet selbst, ob es Mitglied sein will oder nicht“, sagte der Präsident der Tagung, der slowenische Botschafter Vojislav Suc. „Die USA sind sehr aktiv, und der Rat kann nur von ihrer Mitgliedschaft profitieren.“

Die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley hatte vor einem Jahr Reformen verlangt. „Es ist notwendig, dass der Rat etwas gegen die chronische Voreingenommenheit gegen Israel tut, wenn er irgendeine Glaubwürdigkeit haben will“, sagte Haley. Im Laufe des Jahres scheiterten aber Bemühungen, die Lage in den von Israel besetzten Palästinensergebieten nicht mehr wie üblich bei jeder der drei Sitzungen im Jahr als separaten Tagesordnungspunkt zu behandeln, sondern nur noch einmal im Jahr.

„Schaukasten für Diktaturen“

Außerdem wollten die USA die nötige Stimmzahl reduzieren, um Mitglieder bei eklatanten Menschenrechtsverstößen auszuschließen. Die Frage sei doch, ob „der Menschenrechtsrat nicht lediglich ein Schaukasten für Diktaturen ist, die ihre Mitgliedschaft nutzen, um ihre Brutalität zu kaschieren“. Auch auf diesem Feld gab es keine Reformen. Mitglieder sind zurzeit unter anderem Kuba, die Demokratische Republik Kongo und Venezuela, wo Menschenrechtler immer wieder Verstöße anprangern. Die UNO-Vollversammlung wählt die 47 Mitglieder jeweils für drei Jahre. Deutschlands Mitgliedschaft geht in diesem Jahr zu Ende.

Für den UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, ist es die letzte Sitzung. Der Jordanier geht Ende August, weil er keine Unterstützung für eine zweite Amtszeit fand. Er hat seit 2014 Menschenrechtsverletzungen in vielen Ländern angeprangert, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Syrien: USA dementieren Berichte über Luftangriff

Die USA haben einen Bericht der syrischen Staatsmedien über einen Luftangriff der US-geführten Allianz auf eine Militärstellung des Landes zurückgewiesen. Kein Mitglied der Koalition habe Angriffe in der Nähe von Albu Kamal vorgenommen, sagte ein US-Militärsprecher der Nachrichtenagentur Reuters.

Syrische Medien hatten unter Berufung auf Armee-Kreise von der Bombardierung „einer unserer Militärstellungen“ in Al-Harra südöstlich von Albu Kamal im Osten des Landes berichtet. Dabei habe es Tote und Verletzte gegeben. Ein Kommandeur der pro-syrischen Militärallianz sagte Reuters, „vermutlich amerikanische“ Drohnen hätten die Angriffe ausgeführt.

Syriens Präsident Baschar al-Assad hatte die US-Truppen im Land in der vergangenen Woche als Besatzungsmacht bezeichnet. Die US-Einheiten gehen zusammen mit arabischen und kurdischen Milizen gegen die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) vor.

Angelina Jolie wirbt im Nordirak für mehr Konfliktprävention

Hollywoodstar Angelina Jolie hat beim Besuch eines Flüchtlingslagers im Nordirak für eine stärkere Konfliktprävention geworben. Anlässlich des bevorstehenden Weltflüchtlingstages am Mittwoch äußerte die Schauspielerin gestern die Hoffnung auf die „Kraft für eine neue Ära der Konfliktprävention und der Verringerung der Instabilität“.

Angelina Jolie mit irakischen Flüchtlingen in Mossul

APA/AFP/Andrew Mcconnell

Dies sei besser als immer nur die Folgen von Konflikten bewältigen zu müssen, sagte die Sonderbotschafterin des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Es war bereits Jolies dritter Besuch in dem Flüchtlingslager Domis im nordirakischen Kurdengebiet nach 2012 und 2016. In dem seit 2011 bestehenden Lager leben 40.000 syrische Bürgerkriegsflüchtlinge.

Besuch auch in Mossul

Die Sonderbotschafterin beklagte die zu geringen Geldzahlungen der internationalen Gemeinschaft an das UNHCR. „Wenn es nicht einmal ein Minimum an Hilfe gibt, können die Flüchtlingsfamilien keine angemessene medizinische Behandlung bekommen, werden Frauen und Mädchen hilflos drohender sexueller Gewalt ausgesetzt, können viele Kinder nicht zur Schule gehen und wir vergeuden die Chance, in Flüchtlinge zu investieren, damit sie sich qualifizieren und so ihrer Familie helfen können“, sagte Jolie.

Gestern besuchte Jolie die irakische Stadt Mossul, ehemalige Hochburg der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Sie besichtigte die weitgehend zerstörte Altstadt, traf Vertriebene und führte Gespräche über den Wiederaufbau. „Das sind die schlimmsten Zerstörungen, die ich gesehen habe, seitdem ich mit dem UNHCR zusammenarbeite. Die Menschen haben alles verloren, ihre Häuser wurden zerstört, sie sind bettelarm“, sagte sie.

Israel: Strafe für „diskreditierendes“ Filmen von Soldaten

Das israelische Kabinett hat einen Gesetzesentwurf gebilligt, das mehrjährige Haftstrafen für „diskreditierendes“ Filmen und Fotografieren von Soldaten vorsitzt.

In dem gestern vom Justizausschuss vorgelegten Entwurf werden denjenigen Strafen angedroht, die „Soldaten in Ausübung ihrer Pflicht filmen, fotografieren oder aufzeichnen, um Soldaten oder israelische Zivilisten zu demoralisieren“.

Dafür sollen Gerichte künftig bis zu fünf Jahre Haft verhängen können. Sogar zehn Jahre Haft sollen möglich sein für Angeklagte, die des Versuchs schuldig befunden werden, die „staatliche Sicherheit zu verletzten“.

Kritiker: Bedrohung der Meinungsfreiheit

Auch wer Bilder oder Aufnahmen in Onlinenetzwerken oder in den traditionellen Medien verbreitet und teilt, soll entsprechend bestraft werden können. In Erläuterungen heißt es, Mitglieder „antiisraelischer“ Nichtregierungsorganisationen und Gruppen, die der Boykottbewegung gegen Israel angehörten, lungerten mitunter tagelang um Soldaten herum und warteten nur darauf, dass diese in Aktion träten, um ihr Tun dann aufzuzeichnen.

Kritiker argumentieren dagegen, das Gesetz stelle eine Bedrohung für die Meinungsfreiheit dar. Die Gesetzesvorlage muss nun zunächst zu Beratungen ins Parlament.

Deutscher Präsident macht bei US-Reise Bogen um Trump

Den wohl größtmöglichen Bogen um US-Präsident Donald Trump macht der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seinem ersten Besuch in den Vereinigten Staaten. Heute wird der Sozialdemokrat in Kalifornien erwartet, wo er ein dreitägiges Programm mit Schwerpunkt Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft absolviert. Ein Besuch in Washington ist nicht vorgesehen.

Zunächst wird das deutsche Staatsoberhaupt das Thomas-Mann-Haus in Los Angeles einweihen. Deutschland hatte das Exilanwesen des Literaturnobelpreisträgers vor zwei Jahren erworben und zu einem Zentrum für den transatlantischen Dialog ausgebaut.

Morgen reist Steinmeier dann nach San Francisco weiter, wo er auch Start-up-Unternehmer und Experten aus dem Silicon Valley treffen wird. Wenige Tage vor seiner Abreise hatte Steinmeier Trumps Regierung vorgeworfen, das traditionelle Bündnis des Westens infrage zu stellen. Dies erfülle ihn mit großer Sorge.

Inland

Arbeitszeit: Wegfall von Gleitzeitzuschlägen bestätigt

Harte Fronten zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite hat gestern Abend die ORF-Diskussion „Im Zentrum“ zum Thema Arbeitszeit sichtbar gemacht. Arbeiterkammer und Gewerkschaft warnten vor einer Gefährdung von Freizeit, Familie und Gesundheit. Wirtschaftskammer und Industrie wiegelten ab, gestanden aber den Entfall von Zuschlägen bei den Regierungsplänen ein.

Josef Muchitsch, SPÖ-Sozialsprecher und Vorsitzender Gewerkschaft Bau-Holz, sprach angesichts der Regierungspläne für den Zwölfstundentag von „Lohnraub“. Rund eine Million Menschen würden bei Gleitzeit ihre Zuschläge für die elfte und zwölfte Arbeitsstunde verlieren.

Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl sah das genauso. Sie kritisierte zudem, dass es durch die Begründungspflicht keine Freiwilligkeit für die Arbeitnehmer bei den zwölf Stunden gebe.

„Die Zuschläge können wegfallen“

Die Arbeitgeberseite bestätigte dies. „Bei Gleitzeit ist es so“, sagte Georg Kapsch, Chef der Industriellenvereinigung (IV), über den per Initiativantrag eingebrachten Entwurf zur Änderung der Arbeitszeitregeln: „Die Zuschläge können wegfallen.“

Karlheinz Kopf (ÖVP), designierter Generalsekretär der Wirtschaftskammer pflichtete bei: „Alle Zuschläge bleiben mit der Einschränkung der Gleitzeit.“ Offen bleib, ob Gleitzeitverträge dann neu verhandelt werden müssen.

Die Arbeitnehmervertreter beklagten, dass das neue Gesetz keine Regelung auf Augenhöhe bringe. Wann etwa Freizeit als Ausgleich für die Mehrarbeit konsumiert werden dürfe, bestimmten die Firmen, so die Kritik.

Anderl: Mangel an Kinderbetreuung

Anderl erinnerte auch an den Mangel an ausreichender Kinderbetreuung, was im Widerspruch zur längeren Arbeit stehe. Kapsch kritisierte hingegen die „Hetzkampagne“ der Gewerkschaft. „Es muss niemand in Summe mehr arbeiten“, betonte er.

Auch dass das Gesetz als Initiativantrag und nicht als Ministerialentwurf eingebracht und damit keiner ausführlichen Begutachtung unterzogen wird, war erneut Thema. „Das ist nicht schön“, gestand Kopf, ehemals Klubchef der ÖVP im Nationalrat, ein.

Die angebotene Frist von 14 Tagen für eine Ausschussbegutachtung wäre „verdammt kurz“. Kapsch hingegen meinte, er verstehe die „Wehleidigkeit“ der SPÖ hier nicht, schließlich sei sie bei der Angleichung von Arbeitern und Angestellten ganz ähnlich vorgegangen.

Regierung für Einführung von Digitalsteuer auch ohne EU

Die Bundesregierung legte gestern erste Ideen für eine „digitale Konzernsteuer“ vor. Firmen wie Google, Facebook oder Amazon sollen damit zur Kasse gebeten werden, Ziel ist Wettbewerbsgleichheit zugunsten heimischer Medien. Österreich könnte hier mit einer nationalen Steuer vorpreschen, sollte sie auf EU-Ebene nicht durchsetzbar sein.

Laut einem an mehrere Medien verteilten Regierungspapier sieht man es als Problem, dass US-Digitalkonzerne in Europa und Österreich Milliardenumsätze erwirtschaften, ihre Gewinne aber nicht wie jedes andere Unternehmen versteuern.

Steuern wegen Onlinewerbung?

Das Problem, dass diese Firmen ihren Hauptsitz nicht in Österreich haben, will die Regierung umgehen, indem die Steuer nicht auf den Hauptsitz des Unternehmens, sondern auf den Standort des Benutzers abzielt. Folglich müsste beispielsweise Facebook Steuern in Österreich zahlen, sobald es hier Onlinewerbung verkauft.

Um heimische Digitalunternehmen nicht zu treffen, soll die Steuer nur auf jene anwendbar sein, die Jahresumsätze über mehrere hundert Mio. Euro im In- und Ausland erzielen. Besteuern will man nicht Waren, sondern vor allem digitale Leistungen, also etwa Werbung oder die Verwertung von Userdaten.

Löger: Nationales Vorgehen als logische Konsequenz

Hinter dem Papier stehen Medienminister Gernot Blümel (ÖVP) und Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) als Regierungskoordinatoren sowie Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP).

Letzterer versprach, dass man es nicht tatenlos hinnehmen werde, sollte die Einführung einer EU-weiten Gewinnsteuer für die digitale Wirtschaft am Widerstand einiger weniger Mitgliedsstaaten scheitern: „Ein nationales Vorgehen wäre die logische Konsequenz, weil wir verhindern wollen, dass diese digitalen Großkonzerne weiter privilegiert werden.“

Brenner-Transit: Kritik Italiens für Platter „unverständlich“

Die Kritik des italienischen Verkehrsministers Danilo Toninelli (Fünf-Sterne-Bewegung) an der Lkw-Blockabfertigung ist für Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) „vollkommen unverständlich“. „Die von Tirol gesetzten Notmaßnahmen sind alles andere als einseitig, sondern in der Europaregion mit den beiden Provinzen Südtirol und Trentino abgestimmt“, sagte Platter gestern.

Südtirol und Trentino würden sogar Seite an Seite mit Tirol kämpfen, um den Lkw-Transitverkehr nachhaltig von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Vom Setzen einseitiger Maßnahmen könne daher keine Rede sein. „Tirol setzt gemeinsam mit seinen Partnern Maßnahmen, während Berlin und Rom immer noch in alten Mobilitätsdenkmustern verhaftet bleiben“, meinte der Landeshauptmann.

Italien kritisiert „einseitige Maßnahmen“

Italiens Verkehrsminister Toninelli hatte zuvor die Blockabfertigung kritisiert. „Einseitige Maßnahmen wie jene Tirols können nicht passiv geduldet werden. Sie erfordern klare Antworten“, meinte Toninelli nach Medienangaben. Der Minister meinte, Italien müsse den Dialog mit Österreich fördern, zugleich jedoch die Interessen der italienischen Unternehmen verteidigen.

Der Präsident des italienischen Frächterverbands ANITA, der Südtiroler Thomas Baumgartner, meinte, italienische Waren sollten ohne Einschränkungen die Märkte in Mittel- und Nordeuropa erreichen können. Die italienische Wirtschaft hänge vom Alpen-Transit ab. 70 Prozent der italienischen Waren würden die Alpen passieren und fast 47 Millionen Tonnen Waren jährlich den Brenner überqueren, der der transalpine Korridor mit dem stärksten Verkehr sei.

Lkw-Transport auf Schiene verlagern

33,5 Millionen Tonnen Waren (71 Prozent) werden per Lkw befördert, 13,4 Millionen (29 Prozent) auf Schiene, berichtete der ANITA. Für die Zukunft sei es wichtig, immer mehr den Lkw-Transport auf Schiene zu verlegen. Zu diesem Zweck sei der Brenner-Basistunnel von wesentlicher Bedeutung, der jedoch erst 2027 fertig werde.

Für ANITA ist Tirols Lkw-Blockabfertigung eine Maßnahme, die dem Prinzip des freien Warenverkehrs in der EU widerspricht und den italienischen Export schwer belastet. „Italien kann das nicht akzeptieren“, sagte der Verband.

Sport

Fußball-WM: Traumfreistoß sichert Serbien Sieg

Serbiens Fußballer haben gestern ein erfolgreiches Comeback auf der WM-Bühne gegeben. Österreichs Gegner in der WM-Qualifikation setzte sich in Samara gegen Costa Rica knapp durch und durfte damit nach seinem ersten WM-Spiel seit 2010 gleich drei wichtige Punkte bejubeln. In einer über weite Strecken offenen Partie wurde Aleksandar Kolarov mit einem Traumfreistoß zum Matchwinner für die Serben.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Motorsport: Alonso rast zu Triumph in Le Mans

Fernando Alonso hat gestern den nächsten Schritt zur „Triple Crown“ des Motorsports geschafft. Der zweifache Formel-1-Weltmeister aus Spanien raste mit seinen Kollegen Sebastien Buemi aus der Schweiz und dem Japaner Kazuki Nakajima für Toyota zum Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans.

Nicht nur für Alonso, auch für den Autohersteller war es eine Premiere. Von den österreichischen Teilnehmern gab es nur für Richard Lietz Grund zur Freude.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Audi drohen laut Bericht weitere Dieselrückrufe

Audi drohen im Dieselskandal nach einem Zeitungsbericht weitere Fahrzeugrückrufe durch das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Die Behörde untersuche das neueste Dieselmodell des A8 auf unzulässige Abschaltvorrichtungen der Abgasreinigung, berichte die „Bild am Sonntag“.

Im Verkehrsministerium hieß es, das KBA überprüfe fortlaufend Fahrzeuge. Das treffe auch auf den A8 zu. „Informationen können vor Abschluss der Prüfungen nicht weitergegeben werden, da es sich um laufende Verwaltungsverfahren handelt.“ Ein Audi-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

216.000 Rückrufe angeordnet

Audi hatte kürzlich mitgeteilt, die interne Überprüfung seiner Sechszylinderdieselmotoren auf Abgastricksereien in Kürze abschließen zu wollen. Die Ergebnisse sollen voraussichtlich im Juli dem KBA zur Bewertung vorgelegt werden. Vor einem Jahr hatte die VW-Tochter angekündigt, 850.000 Autos mit Sechs- und Achtzylindermotoren unter die Lupe zu nehmen. Die Hälfte der Motoren war in Ordnung, bei einem Viertel steht die Bewertung des KBA noch aus, für 216.000 wurden Rückrufe angeordnet.

Der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) kritisierte eine aus seiner Sicht ungleiche Behandlung der Autobauer in Europa. Der Umgang seiner europäischen Kollegen mit dem Thema ärgere ihn „brutal“, sagte Scheuer der „Welt am Sonntag“. Deutschland sei „immer Vorreiter für eine harmonisierte Typgenehmigung, harmonisierte Messverfahren mit vollständiger Transparenz und auch Strenge in der Welt“ gewesen: „Aber zum Schluss fehlen die Mehrheiten.“

Scheuer kritisiert lasches Vorgehen

In Frankreich, Italien und Großbritannien heißt es nach Darstellung des Ministers einfach, „wir brauchen unsere Prüfergebnisse nicht offenzulegen, hier ist der Stempel, unsere Fahrzeuge sind legal“. In Wirklichkeit sehe man oft die Messergebnisse, die das widerlegten. „Wir diskutieren trotzdem masochistisch nur über deutsche Hersteller. Das finde ich nicht in Ordnung“, sagte er.

Chronik

Schweres Erdbeben in Japan - drei Tote

Bei einem starken Erdbeben im Westen Japans sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 61 Menschen im Raum der Millionenstadt Osaka hätten Verletzungen erlitten, berichtete der japanische Fernsehsender NHK. Ein neun Jahre altes Mädchen starb, als eine Wand in einem Swimmingpool einstürzte. Die Meteorologische Behörde gab die Stärke des Bebens mit 6,1 an, zunächst war sie auf 5,9 geschätzt worden. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sagte Journalisten, die Priorität der Regierung bestehe darin, „Menschenleben zu retten“. Er habe seine Mitarbeiter angewiesen, „schnell Informationen über Schäden zu sammeln, größte Bemühungen bei der Rettung von Leben zu unternehmen und die Öffentlichkeit schnell und angemessen zu informieren“.

Die Atomregulierungsbehörde erklärte, nach dem Beben keine Unregelmäßigkeiten in ihren Einrichtungen festgestellt zu haben. In tausenden Häusern fiel der Strom aus, zudem wurde in einigen Gegenden der Zugbetrieb während des morgendlichen Berufsverkehrs unterbrochen.

Brand in Glasgow: Kunsthochschule einsturzgefährdet

Schottland trauert um eines seiner berühmtesten Wahrzeichen: Zum zweiten Mal binnen vier Jahren hat ein Großbrand das historische Hauptgebäude der Kunsthochschule Glasgow zerstört. Experten fürchten nun, der nach dem ersten Band mit Millioneninvestitionen wiederaufgebaute Sandsteinbau könnte einstürzen.

Ausgebrannte Kunsthochschule in Glasgow

Reuters/Russell Cheyne

Das Feuer war aus bisher ungeklärten Gründen in der Nacht auf Samstag ausgebrochen. Obwohl die Feuerwehr mit einer Hundertschaft und Dutzenden Einsatzfahrzeugen anrückte, fraßen sich die Flammen durch alle Stockwerke des Prachtbaus und griffen rasch auf umliegende Gebäude über. Die Decke eines angrenzenden Konzerthauses von historischem Wert stürzte komplett ein. Bis gestern musste die Feuerwehr noch einzelne Glutnester löschen.

2014: Defekter Projektor als Brandursache

Als das architektonische Herzstück der Kunsthochschule 2014 zu großen Teilen niederbrannte, war ein defekter Projektor die Ursache. Die Kosten für den Wiederaufbau wurden von der Nachrichtenagentur Press Association auf bis zu 40 Millionen Euro beziffert.

Im kommenden Jahr hätten die aufwendigen Arbeiten enden sollen. Ein Feuerwehrsprecher sagte, die Mühen der vergangenen Jahre seien nun wohl gänzlich zunichte gemacht.

Österreicher brach Stück von Kolosseum ab

Ein 17-jähriger Österreicher ist gestern von den Carabinieri in Rom angezeigt worden, nachdem er ein Fragment aus der externen Kolonnade des Kolosseums abgebrochen hatte. Der Tourist wurde von den Polizisten erwischt, die bei einer Kontrolle rund um das Amphitheater unterwegs waren, berichteten italienische Medien.

Der Tourist, der die Carabinieri nicht bemerkt hatte, versuchte, das abgebrochene Fragment in seinem Rucksack zu verstecken. Er wurde angezeigt. Über die genaue Herkunft des Österreichers gab es keine Angaben.

Suche nach Vulkanopfern in Guatemala eingestellt

Zwei Wochen nach dem schweren Ausbruch des Volcan de Fuego (Feuervulkan) in Guatemala haben die Behörden die Suche nach weiteren Opfern eingestellt. „Die Suchaktionen in den Ortschaften San Miguel Los Lotes und El Rodeo werden endgültig beendet“, teilte der Katastrophenschutz des mittelamerikanischen Landes gestern mit. „Das Gebiet ist unbewohnbar und sehr gefährlich.“

Einsatzkräfte auf der Suche nach Überlebenden nach dem Ausbruch des Feuervulkans in Guatemala

AP/Rodrigo Abd

Wegen starken Regens und neuer Eruptionen waren die Bergungsarbeiten schon zuvor immer wieder unterbrochen worden. Bei dem Ausbruch des Vulkans am 3. Juni waren mindestens 110 Menschen ums Leben gekommen. 197 weitere Menschen gelten noch immer als vermisst. Nach Regierungsangaben wurden 186 Häuser völlig zerstört und 750 weitere Gebäude schwer beschädigt.

Präsident Jimmy Morales sagte, dass rund 500 Millionen Quetzal (rund 58 Millionen Euro) investiert werden müssten, um die zerstörte Infrastruktur um den Vulkan wieder aufzubauen.

Hawaiischer Vulkan spuckt weiter Lava

Indes spuckt der hawaiische Vulkan Kilauea weiterhin Feuer. Lava zerstörte seit Beginn des Ausbruchs 467 Häuser. Die Lava bedeckt nach Angaben der örtlichen Zivilschutzbehörde gestern (Ortszeit) knapp 24 Quadratkilometer. Seit Anfang Mai speit der Kilauea Lava aus dem Krater und aus Erdspalten. Die Spalte Nummer acht sei noch sehr aktiv, Lava fließe von dort in den Pazifik, informierte die Vulkanwarte auf Hawaii.

Ausbruch des Vulkans Kilauea auf Hawaii

Reuters/USGS

Fließt Lava ins Meer, kann sich eine gefährliche Mischung mit dem Meerwasser bilden, bei der salzsäurehaltiger Dampf und Glaspartikel in die Luft geschleudert werden. Auf der Inselgruppe des US-Bundesstaats Hawaii liegen mehrere Vulkane, der Kilauea ist einer der aktivsten der Welt. Am Freitag erschütterte erneut ein Beben der Stärke 5,3 die Insel.

78-Jähriger im Millstätter See ertrunken

Im Millstätter See ist gestern Nachmittag ein 78-jähriger Einheimischer ertrunken. Weil er nach 20 Minuten nicht vom Schwimmen zurückgekehrt war, hatte seine Frau um 17.38 Uhr die Einsatzkräfte alarmiert, teilte die Landespolizeidirektion Kärnten mit. Bereits gegen 17.49 Uhr sei er im Uferbereich bewusstlos treibend gesichtet und geboren worden, Wiederbelebungsversuche waren erfolglos.

Der Mann hatte zur Seemitte schwimmen wollen. Offenbar kam er aber nicht weit, da er unmittelbar bei jener Steganlage gefunden wurde, von der er in Millstatt weggeschwommen war. Zur Todesursache wurden keine Angaben gemacht.

Autos kollidieren: Sieben Personen verletzt

In Weißbach bei Lofer (Salzburg) sind am Samstag sieben Menschen bei einem Unfall verletzt worden, zwei davon schwer. Ein Lenker kam auf die Gegenfahrbahn. Ein Entgegenkommender konnte nicht mehr ausweichen.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Pkw in NÖ überschlug sich: Sechs Jugendliche verletzt

Ein mit sechs Jugendlichen besetzter Pkw kam gestern bei der Ortseinfahrt von Zeillern (Niederösterreich) von der Straße ab und überschlug sich mehrfach. Alle Insassen - vier Burschen und zwei Mädchen - wurden verletzt.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Bei einem Auffahrunfall im Bezirk Hollabrunn (Niederösterreich) geriet in der Nacht auf gestern ein Pkw in Brand. Vier Männer wurden dabei verletzt, berichtete die Landespolizeidirektion Niederösterreich.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Leichtes Erdbeben in Tirol

Ein leichtes Erdbeben hat sich am Abend um 23:39 Uhr im Raum Hall in Tirol ereignet. Laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik wies das Beben eine Magnitude von 2.5 auf und wurde von einigen Personen im Epizentrum deutlich verspürt. Schäden an Gebäuden seien keine bekannt und bei einer derartigen Magnitude auch nicht zu erwarten.

Kultur

95.000 Menschen besuchten Art Basel

Rund 95.000 Menschen haben in den vergangenen sechs Tagen die 49. Ausgabe der Art Basel besucht. Das sind etwa so viele wie im vergangenen Jahr. Die Messeleitung zeigte sich nach dem Abschluss gestern zufrieden.

Frau auf der Art Basel 2018

APA/AFP/Sebastien Bozon

Die rund 290 Galerien aus allen Marktbereichen hätten bemerkenswerte Umsätze erzielt, teilte das Organisationsteam mit. Die Galerien aus 35 Ländern präsentierten Werke von etwa 4000 Künstlern. Aus Österreich waren sieben Galerien vertreten, darunter die Galerien Ropac, Krinzinger, Janda, Layr, Croy Nielsen sowie die Galerie nächst St. Stephan.

Privatsammlungen aus über 100 Ländern

Private Sammlungen aus über 100 Ländern nahmen an der Messe teil, ebenso Vertretungen von über 400 Museen und Institutionen. Besonders viele Sammler uns Sammlerinnen reisten dieses Jahr aus Europa und Asien zur größten Kunstmesse der Welt, wie es weiter heißt.

Rund 12.000 Personen haben den Sektor „Parcous“ besucht. Dieser präsentierte rund um den Basler Münsterplatz 23 ortsspezifische Kunstwerke von jungen und etablierten Künstlern und Künstlerinnen.

„Incredibles 2“: Erfolgreichster Start eines Animationsfilms

Rekord an den nordamerikanischen Kinokassen: „Incredibles 2“ hat an seinem ersten Wochenende 180 Millionen Dollar (155 Millionen Euro) eingespielt - mehr als jeder andere Animationsfilm zuvor. Die Produktion von Disney und Pixar legte damit sogar den achtbesten Start der Filmgeschichte hin, wie der „Hollywood Reporter“ berichtete.

Szene aus Incredibles 2

AP/Pixar

In die deutschsprachigen Kinos soll „Incredibles 2“ unter dem Titel „Die Unglaublichen 2“ am 27. September kommen. Der Film handelt von einer Superheldenfamilie, die versucht, ihren Alltag mit ihren übermenschlichen Kräften zu vereinbaren.

Der Erfolg in den USA wird allerdings von einer Diskussion über Gesundheitsrisiken überschattet: Disney forderte US-Medien zufolge die Kinos auf, ihre Besucher vor den Lichteffekten der Produktion zu warnen. Dieser Warnung war ein tausendfach geteilter Tweet vorausgegangen, in dem eine US-Bloggerin Menschen mit Epilepsie oder Migräne darauf hinweist, sie könnten beim Ansehen von „Incredibles 2“ Probleme bekommen.

Saint-Exupery-Zeichnung des kleinen Prinzen versteigert

Eine Zeichnung des kleinen Prinzen des französischen Autors Antoine de Saint-Exupery ist für 240.500 Euro verkauft worden. Das berichtet der Deutschlandfunk gestern.

Die Zeichnung mit Wasserfarben zeigt den Prinzen auf einem Globus an einem Schreibtisch sitzend, von dem ein langes Schriftband herunterhängt. Laut Auktionshaus Artcurial wurde die Zeichnung zusammen mit 49 anderen signierten Werken von Saint-Exupery am Samstag versteigert.

„Der kleine Prinz“ in 270 Sprachen übersetzt

Die Illustration schmückte einen elfseitigen Liebesbrief, der laut Artcurial wahrscheinlich die letzte Korrespondenz Saint-Exuperys war, bevor der Autor und Pilot im Sommer 1944 auf einem Flug über dem Mittelmeer verschollen ist.

Saint-Exupery hatte „Der kleine Prinz“ 1942 im Exil in den USA geschrieben und gezeichnet. Das Buch erschien im folgenden Jahr erstmals in New York und wurde ein Welterfolg: Die Geschichte wurde inzwischen in 270 Sprachen übersetzt und mehr als 145 Millionen Mal verkauft.

Medien

Ehemaliger „Presse“-Chefredakteur Chorherr gestorben

Der ehemalige Chefredakteur der Tageszeitung „Die Presse“, Thomas Chorherr, ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Das teilte sein Sohn, der Politiker Christoph Chorherr (Grüne), gestern in seinem Blog mit.

ehemaliger Chefredakteur der Tageszeitung „Die Presse“ Thomas Chorherr

APA/Herbert Pfarrhofer

Thomas Chorherr wurde am 27. November 1932 als Sohn des Kaufmanns Otto Chorherr in Wien geboren. Er studierte Rechtswissenschaften und arbeitete seit 1952 als Journalist. Chorherr war von 1976 bis 1995 Chefredakteur der Tageszeitung „Die Presse“, anschließend bis ins Jahr 2000 Herausgeber und bis zuletzt Kolumnist für die Zeitung.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Leute

Marcel Hirscher heiratete auf Ibiza

Marcel Hirscher, der siebenfache Gesamtsieger im alpinen Weltcup aus Salzburg, hat seine langjährige Freundin Laura Moisl geheiratet. Einen entsprechenden Bericht der „Kronen Zeitung“ bestätigte Hirschers Mediensprecher Stefan Illek der APA. Die Hochzeit soll laut Zeitung im kleinen Kreis auf Ibiza stattgefunden haben.

Marcel Hirscher mit seiner Frau Laura

GEPA/Hans Oberlaender

Das frisch angetraute Ehepaar erwartet im September das erste Kind. Am 4. Juli wird Hirscher in Fuschl am See seine sportliche Zukunftsplanung bekanntgeben.