Ausland

EU-Staatschefs beraten über Steuerflucht und Energiepreise

Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten kommen heute in Brüssel zusammen, um der Steuerflucht sowie hohen Energiepreisen den Kampf anzusagen. Große Entscheidungen werden aber in beiden Bereichen keine erwartet - nicht zuletzt, weil der Gipfel nur bis 17.00 Uhr angesetzt ist. Für Österreich ist Kanzler Werner Faymann (SPÖ) dabei, er fliegt am Abend zum deutschen SPD-Parteitag in Leipzig.

Beim Kampf gegen den Steuerbetrug werden die Regierungschefs das Mandat der EU für Verhandlungen mit Drittstaaten über eine Erweiterung der Zinsbesteuerungsrichtlinie absegnen, nachdem dafür bereits die Finanzminister vergangene Woche grünes Licht gegeben haben. Zur Ausweitung der Richtlinie selbst wird es aber aller Wahrscheinlichkeit nach keine Entscheidung geben. Jedoch wollen die Staatschefs festhalten, dass das bis Jahresende unter Dach und Fach gebracht werden soll.

Damit wäre de facto das Bankgeheimnis für Steuerausländer gefallen. Letzteres gibt es nur mehr in Österreich und in Luxemburg. Beide Staaten nehmen - als einzige EU-Mitglieder - die Möglichkeit einer Quellenbesteuerung statt eines automatischen Austauschs von Kontodaten in Anspruch.

Israel droht Assad nach Beschuss in Golan „Konsequenzen“ an

Nach einem Angriff auf ein israelisches Militärfahrzeug auf den Golanhöhen hat Israel die syrischen Streitkräfte vor weiterer Gewalt gewarnt. Sollten die Truppen von Präsident Baschar al-Assad die Sicherheit in der Region gefährden, werde dieser „die Konsequenzen tragen müssen“, drohte Israels Armeechef, Benny Gantz, gestern in einer Rede vor Studenten. Wie heftig der Angriff ausfiel, war unklar.

Widersprüchliche Angaben

Der syrische Generalstab meldete die komplette Zerstörung des Gefährts. Zuvor habe das Zielobjekt die Waffenstillstandslinie im Grenzgebiet überquert und sei auf den Ort Bir-Adscham im syrischen Teil der Golanhöhen zugefahren. Die Streitkräfte hätten das Fahrzeug daraufhin „mit allem, was es transportierte“, zerstört.

Das israelische Militär sprach hingegen von Schüssen auf eine israelische Patrouille, woraufhin die Soldaten das Feuer erwidert und „einen Volltreffer gelandet“ hätten. Das Fahrzeug sei bei dem Vorfall „leicht beschädigt“ worden, erklärte ein Militärsprecher auf Twitter. Niemand sei getötet worden.

Russische Einsatzkräfte töten kaukasischen Rebellenführer

Sicherheitskräfte haben im Nordkaukasus einen der meistgesuchten Rebellen Russlands getötet. Dschamaleil Mutalijew, Vizechef des selbst proklamierten „Emirats des Kaukasus“, sei zusammen mit einem weiteren Aufständischen in Nasran in Inguschetien an der Grenze zu Tschetschenien getötet worden, teilte das russische Antiterrorismuskomitee gestern mit.

Mutalijew wurde unter anderem für einen Selbstmordanschlag im Jahr 2010 auf einen Markt in der südlichen Stadt Wladikawkas mit 18 Toten verantwortlich gemacht. Der 37-jährige sei „unmittelbar dafür verantwortlich gewesen, Terroristen mit finanziellen Mitteln zu versorgen“, hieß es. Zudem habe er an der „Organisation von Terrorakten mit hohen Opferzahlen“ mitgewirkt.

Mutalijew war Stellvertreter des tschetschenischen Rebellenführers Doku Umarow. Die Gruppe kämpft für eine islamistische Herrschaft im gesamten Kaukasusgebiet. Umarow ist der meistgesuchte Islamist in Russland und bekannte sich zu zahlreichen Gewalttaten im ganzen Land, darunter die Anschläge auf den Moskauer Flughafen Domodedowo im Januar 2011 und die Moskauer U-Bahn im März 2010.

Irakische Regierung ordnet Sicherheitsapparat neu

Angesichts einer neuerlichen Welle von Anschlägen im Irak hat Regierungschef Nuri al-Maliki gestern eine Neuordnung der Sicherheitskräfte verfügt. Es gebe Veränderungen der Strukturen und „in der Führung der Einheiten“, hieß es auf Malikis Website. Allein gestern wurden bei einer Serie von Anschlägen 21 Menschen getötet.

Maliki nannte in seiner Mitteilung keine weiteren Details. Ein irakischer Regierungsvertreter sagte jedoch der Nachrichtenagentur AFP, unter anderem werde der bisher für die Sicherheit in der Hauptstadt Bagdad zuständige Generalleutnant Ahmed Haschem ersetzt. Maliki hatte bereits tags davor eine Neuordnung angekündigt.

Mehrere Anschläge

Bei der Explosion zweier mit Sprengstoff bestückter Autos in einem mehrheitlich von Turkmenen bewohnten Viertel der Stadt Tuz Khurmatu nördlich von Bagdad kamen drei Menschen ums Leben. Noch weiter nördlich, in Kirkuk, wurden zwei Viehhändler getötet, als auf einem Markt im Osten der Stadt zwei Bomben detonierten. Landesweit wurden zudem Dutzende Menschen verletzt.

In Tarmija, etwa 45 Kilometer nördlich von Bagdad, sprengte sich nach offiziellen Angaben während Zusammenstößen zwischen der Armee und bewaffneten Männern ein Selbstmordattentäter in die Luft. Er riss demnach drei Soldaten mit in den Tod. Weitere 13 Menschen starben bei Anschlägen in Abu Ghraib westlich von Bagdad und Bakuba nördlich der Hauptstadt.

Fast täglich neue Tote

Die Anschläge schreiben eine Welle der Gewalt im Irak fort, beinahe täglich gibt es neue Todesopfer. Die Sunniten im Irak werfen der Regierung des schiitischen Ministerpräsidenten vor, sie systematisch zu benachteiligen. Im Mai wurden durch Gewalt im Irak bereits mehr als 380 Menschen getötet.

Gespräche zwischen Serbien und Kosovo vertagt

Die Regierungschefs Serbiens und des Kosovos, Ivica Dacic und Hashim Thaci, haben sich gestern noch nicht auf die Umsetzung eines Abkommens über die Normalisierung ihrer Beziehungen geeinigt. Die Gespräche wurden auf heute vertagt, teilte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton am Abend in Brüssel mit. Die Verhandlungen standen unter Ashtons Schirmherrschaft.

Die Umsetzung des Abkommens vom 19. April ist eine Vorbedingung für engere Beziehungen der beiden Staaten zur EU. Ashton sagte, sie sei „absolut sicher“, dass Dacic und Thaci „voranschreiten und das Abkommen vom April jetzt in die Tat umsetzen wollen“. Man wolle sich daher erneut treffen, „um unsere Entschlossenheit, dies zu tun, zu bekräftigen“.

EU-Staatschefs entscheiden Ende Juni

Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen am 27./28. Juni in Brüssel entscheiden, ob sie Serbien einen Termin für den Beginn von Beitrittsverhandlungen nennen. Das Kosovo erhofft von dem Juni-Gipfel der EU grünes Licht für Verhandlungen über ein Assoziierungs- und Stabilisierungsabkommen. Die Regierungschefs der EU-Staaten haben jedoch deutlich gemacht, dass eine positive Entscheidung nicht nur von einem Abkommen der beiden Seiten abhänge - entscheidend seien vielmehr konkrete Schritte zur Umsetzung einer solchen Vereinbarung.

Die Regierungen in Belgrad und Pristina hatten sich am 19. April nach zehn Verhandlungsrunden auf Grundlagen für eine Verbesserung des angespannten Verhältnisses geeinigt. Das Kosovo hatte sich 2008 von Serbien für unabhängig erklärt. Serbien betrachtet das Kosovo nach wie vor als Teil seines Staatsgebietes.

Britisches Unterhaus stimmt endgültig für Homoehe

Das britische Unterhaus hat gestern endgültig für die Einführung der Ehe für Homosexuelle gestimmt. Das Gesetzesvorhaben, nach dem sich Schwule und Lesben standesamtlich trauen lassen dürfen, wurde in dritter und letzter Lesung mit 366 gegen 161 Stimmen angenommen. Vor dem Inkrafttreten muss noch das britische Oberhaus die Neuregelung verabschieden. Diese Abstimmung soll heute stattfinden.

Das Gesetzesvorhaben geht auf ein Wahlversprechen der an der Regierung beteiligten Liberaldemokraten zurück. Deren Abgeordnete und diejenigen der oppositionellen Labour-Partei stimmten der Vorlage größtenteils zu. Auch in der britischen Gesellschaft gibt es eine Mehrheit für das Vorhaben.

Tories noch gespalten

Die Abgeordneten der konservativen Tory-Partei von Premierminister David Cameron sind jedoch gespalten. Noch gestern hatten Gegner des Vorhabens versucht, die Entscheidung über den Gesetzestext hinauszuzögern. Ein Abkommen mit Labour stellte jedoch sicher, dass das Votum stattfand.

Cameron selbst hatte sich deutlich für die Neuregelung ausgesprochen, obwohl sich das bei seinen Stammwählern nicht gut für ihn auswirkt. Bei der Parlamentswahl im Jahr 2015 könnte ihn das Gesetz Stimmen kosten. Im Februar hatte der Text im Unterhaus 400 Ja-Stimmen erhalten. 175 Abgeordnete votierten dagegen, darunter 136 Tory-Parlamentarier.

In Großbritannien können schwule und lesbische Paare seit dem Jahr 2005 ihre Partnerschaft eintragen lassen und dadurch eheähnliche Privilegien erhalten. Den meisten Konfessionen soll nun freigestellt werden, ob sie gleichgeschlechtliche Ehen zulassen. In der dominierenden Anglikanischen Kirche sollen sie verboten bleiben.

ARD: NSU-Trio war Behörden schon vor erstem Mord bekannt

Das Trio der NSU-Rechtsextremisten Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe hat sich der ARD zufolge bereits vor dem ersten Mord im Jahr 2000 im Visier der deutschen Sicherheitsbehörden befunden. Die Sendung „Report Mainz“ berichtete gestern in einer Vorabmeldung über ein Geheimdokument des sächsischen Landesamts für Verfassungsschutz vom 28. April 2000.

Darin heißt es demnach, das Vorgehen des Trios ähnle „der Strategie terroristischer Gruppen, die durch Arbeitsteilung einen gemeinsamen Zweck verfolgen“.

„Schwere Straftaten“ als Zweck

Das Dokument war dem Bericht zufolge an den damaligen sächsischen Innenminister Klaus Hardraht (CDU) sowie mehrere Verantwortliche seines Hauses adressiert und nur in sogenannten parlamentarischen Geheimschutzstellen einzusehen. In dem Papier heißt es demnach über das NSU-Trio, dessen Zweck sei es, „schwere Straftaten gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung zu begehen“. Zudem sei bei dem Trio „eine deutliche Steigerung der Intensität bis hin zu schwersten Straftaten feststellbar“.

Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) müssen sich derzeit vor dem Oberlandesgericht München verantworten. Der NSU wird für zehn Morde, zwei Bombenanschläge und 15 Banküberfälle verantwortlich gemacht. Der erste Mord wurde am 9. September 2000 begangen. Böhnhardt und Mundlos töteten sich im Jahr 2011 selbst. Die deutschen Sicherheitsbehörden sehen sich in Zusammenhang mit den NSU-Morden seit Monaten heftiger Kritik ausgesetzt.

Protest gegen Homoehe: Suizid in Kathedrale Notre-Dame

Aus Protest gegen die Homoehe und die Einwanderung hat ein 78-jähriger Mann gestern in der Pariser Kathedrale Notre-Dame Selbstmord begangen. Die Kirche wurde evakuiert. Nach Angaben der Polizei schoss sich der Mann am Nachmittag nahe des Altars in den Kopf.

Es handelte sich um den rechtsradikalen Essayisten und Historiker Dominique Venner. Er habe die Kathedrale allein betreten, hieß es nach Medienangaben, und eine ziemlich alte halbautomatische Pistole dabei gehabt.

Le Pen: „Zutiefst politische“ Geste

In einem Blog hatte er kurz vor seinem Tod das neue Gesetz über die Homoehe als „infam“ verurteilt und die „Verluste der Werte der Familie“ beklagt. Er befürchte, dass Frankreich in die Hände von Islamisten fallen würde, hatte er geschrieben. Die Chefin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, würdigte seine Geste als „zutiefst politisch“, und als Versuch, „das Volk Frankreichs wachzurütteln“.

Feier zum Homo-Ehe-Gesetz in Paris

Tausende Franzosen haben in der Nacht in Paris das neue Gesetz zur Homo-Ehe gefeiert. Drei Tage nach der Unterzeichnung durch Staatschef Francois versammelten sie sich an der Place de la Bastille zu einem Gratiskonzert. Der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoe und Familienministerin Dominique Bertinotti nahmen an der Feier teil. Auf der Bühne standen unter anderen der französisch-britische Musiker Mika, der sich im September geoutet hatte.

„Wir haben neun Monate außergewöhnlich schwieriger Debatten hinter uns, mit einer enthemmten Homophobie. Da ist es wichtig, einen freundlichen Moment zu verbringen“, sagte Nicolas Gougain, Sprecher der Organisation Inter-LGBT, die sich für die Rechte der Homosexuellen einsetzt. „Lasst uns die starke Botschaft senden, dass wir jede Form der Diskriminierung stoppen müssen.“

Das Gesetz, das neben dem Trauschein für gleichgeschlechtliche Paare auch ein Adoptionsrecht einführt, hat die französische Gesellschaft gespalten. Auch nach der Unterzeichnung durch Hollande geben sich die Gegner der Homo-Ehe noch nicht geschlagen: Für Sonntag haben sie ihre nächste Demonstration angekündigt.

Inland

Plenarwochen-Start mit Migranten, Wirtschaft und Umwelt

Mit einer Aktuellen Stunde zur Armutsmigration und einer Aktuellen Europastunde zum Wirtschaftsstandort startet der Nationalrat heute in die Mai-Plenarwoche. Nach den beiden von FPÖ bzw. ÖVP vorgegebenen Debatten ist der Nationale Bildungsbericht 2012 erstes Thema auf der Tagesordnung.

Zuvor hofft das BZÖ noch mit einer Einwendungsdebatte zum Spekulationsverbot auf Aufmerksamkeit. Ob es eine Dringliche Anfrage geben wird, war vorerst noch unklar.

Beschlossen werden neben einer Vielzahl an Verkehrsmaterien vor allem Gesetze aus dem Umwelt- und Landwirtschaftsbereich, wobei es nicht nur um die Anpassung an die neue Verwaltungsgerichtsbarkeit geht. Novelliert werden etwa das Klimaschutzgesetz, Abfallwirtschafts- und Altlastensanierungsregeln sowie eine Vielzahl an Agrargesetzen. Auch ein Kulturbeschluss steht an: Die ehemaligen Prunkräume des Finanzministeriums in Wien werden der Österreichischen Galerie zu Ausstellungszwecken überschrieben.

Neue Regeln gegen Bankenpleiten

Österreichische Banken müssen künftig einen Sanierungsplan in der Schublade liegen haben - und auch einen Abwicklungsplan für den Notfall. Das wurde gestern im Ministerrat beschlossen. Mit diesem Frühwarnsystem soll die Finanzmarktaufsicht früher prüfen und eingreifen dürfen und damit Bankenpleiten verhindern können.

Ein zweiter Teil, der auch eine Beteiligung von Gläubigern regeln soll, wird derzeit noch auf EU-Ebene verhandelt. Doch auch das neue Bankeninsolvenzrecht hätte wohl Notverstaatlichungen wie die der Kärntner Hypo nicht verhindern können.

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Sport

Ski alpin: ÖSV-Stars fliegen aus Nationalteam

Die Veröffentlichung der Kaderlisten des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) für den Olympiawinter hat einige Überraschungen gebracht. Mit Andrea Fischbacher und Manfred Pranger verloren zwei ehemalige Stars der heimischen Alpinszene ihren Platz in der Nationalmannschaft. Die Olympiagoldene von 2010 und der Weltmeister von 2009 müssen ab sofort im A-Kader um ihre Startplätze im Weltcup kämpfen. Auch bei den Skispringern wurde mit Martin Koch ein prominenter Name degradiert.

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Fußball: Stöger heißer Kandidat als Werder-Trainer

Peter Stöger ist ein heißer Kandidat für einen Wechsel in die deutsche Bundesliga. Laut Fachmagazin „kicker“ steht der 47-jährige Trainer von Austria Wien bei Werder Bremen auf dem Wunschzettel ganz oben.

Stöger soll bei den Bremern das Erbe von Thomas Schaaf antreten, der nach 14 Jahren seinen Hut nehmen musste. Laut „kicker“ erfüllt der Wiener das Anforderungsprofil der Deutschen nahezu perfekt. Stöger selbst wäre einem Engagement in Deutschland auch nicht abgeneigt.

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Wirtschaft

Ehemalige Ford-Manager in Argentinien vor Gericht

Drei ehemalige Manager der Ford-Werke in Argentinien sind wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an der Entführung von Arbeitern während der letzten Militärdiktatur angeklagt worden. Das Militär hatte 24 Mitglieder des Betriebsrats des Autoherstellers im Jahr 1976 innerhalb des Ford-Werks in Pacheco, einem nördlichen Vorort von Buenos Aires, verhört und gefoltert.

Eine Untersuchungsrichterin in der argentinischen Hauptstadt befand gestern, dass es starke Hinweise auf die Verantwortung der drei Angeklagten als Anstifter und Mitwisser der Verschleppungen gebe.

Die Manager - zwei Argentinier und ein Tscheche - hätten zur Identifizierung der Festgenommenen unter den damals rund 7.000 Mitarbeitern des Ford-Werkes beigetragen und Anlagen der Fabrik für deren Folterung zur Verfügung gestellt.

Die festgenommenen Ford-Mitarbeiter kamen in verschiedene Haftanstalten und wurden nach rund einem Jahr freigelassen. Während der Militärdiktatur 1976 bis 1983 sind in Argentinien nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen rund 30.000 Menschen ermordet worden oder spurlos verschwunden.

AT&S schließt Werk in Klagenfurt

Der börsennotierte Leiterplattenhersteller AT&S schließt sein Werk in Klagenfurt mit Jahresende. Der Standort könne aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht mehr fortgeführt werden, sagte AT&S-Vorstandschef Andreas Gerstenmayer gestern. 109 Arbeitnehmer sind betroffen.

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Milliardär Slim stößt Philip-Morris-Beteiligung ab

Der mexikanische Multimilliardär Carlos Slim, Kernaktionär der Telekom Austria, verkauft seine Beteiligung von 20 Prozent am Zigarettenhersteller Philip Morris Mexico an die Muttergesellschaft Philip Morris International. Der Kaufpreis dürfte schätzungsweise 700 Millionen Dollar (rund 544 Mio. Euro) betragen, wie aus einer gestern veröffentlichten Mitteilung hervorgeht.

Damit wird Philip Morris International 100-prozentige Eignerin ihrer mexikanischen Tochter. Die Transaktion dürfte Ende September abgeschlossen sein, hieß es in der Mitteilung der Börse. Slims Unternehmen Grupo Carso hatte die Philip-Morris-Papiere 30 Jahre lang gehalten.

EU-Kommission befragt Ölhändler zu Marktmanipulationen

Bei ihren Untersuchungen zu möglichen Manipulationen am Ölmarkt befragt die EU-Kommission Branchenkreisen zufolge Händler in ganz Europa. Ermittler hätten entsprechende Briefe verschickt und um Antworten bis Ende Mai gebeten, sagten zwei Personen aus verschiedenen Handelsräumen.

So gehe es um Widersprüche zwischen Geboten, die an die Preisagentur Platts übermittelt worden seien, und den tatsächlichen Abschlüssen am Markt. Gefragt werde nach dem Zeitraum zwischen den Jahren 2010 und 2013.

Büros großer Konzerne durchsucht

Ermittler der EU-Kommission hatten in der vergangenen Woche Büros von Platts sowie der Ölkonzerne Statoil, Royal Dutch Shell und BP durchsucht. Es handelte sich um die größte internationale Razzia seit den Ermittlungen wegen Manipulationen des Referenzzinssatzes LIBOR.

Preisagenturen wie Platts stellen mit Hilfe von Angaben der Rohstoffhändler den Preis für Ölprodukte fest. Diese Preise bieten wiederum die Grundlage für milliardenschwere Geschäfte. Selbst kleine Abweichungen hierbei könnten große Auswirkungen auf die Ölpreise haben und den Verbrauchern schaden, hatte die EU-Kommission erklärt.

SAP will Hunderte Autisten einstellen

Der deutsche Softwareriese SAP will in den nächsten Jahren insgesamt 650 Autisten anstellen. Der Konzern sei an „spezialisierten Menschen“ interessiert, begründete die Personalchefin der Firma gestern das ungewöhnliche Werben um Menschen, die über eine nur eingeschränkte Wahrnehmung der Außenwelt verfügen.

Der humanitäre Aspekt und die positive PR sind für das Softwarehaus dabei nur ein Nebeneffekt - denn Pilotversuche haben gezeigt, dass die Anstellung von autistisch veranlagten Personen gerade in der IT-Branche vor allem eines ist: ein gutes Geschäft für den Arbeitgeber.

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Chronik

Kind in Tirol von Pony abgeworfen und unter Auto geraten

Ein Drama um ein siebenjähriges Kind hat sich gestern Nachmittag im Tiroler Kössen ereignet. Das Mädchen wurde von einem scheuenden Pony abgeworfen und fiel direkt unter einen entgegenkommenden Pkw. Dabei wurde es laut Angaben der Polizei vom rechten Hinterrad überrollt.

Das Kind zog sich schwere innere Verletzungen zu und wurde nach der Versorgung durch die Ersthelfer und der Hubschraubercrew mit dem Notarzthubschrauber in das Krankenhaus nach St. Johann in Tirol geflogen.

Die insgesamt zwei Pferde wurden von Erwachsenen an der Hand geführt. Wie die Polizei mitteilte, hatte der Pkw-Lenker das Auto zuvor im Schritttempo in die angrenzende Wiese gelenkt, um die Gruppe mit genügend Abstand passieren lassen zu können. Als sich das Auto auf gleicher Höhe mit der Gruppe befand, scheute das Pony.

Mord an Ex-Freundin: 20 Jahre Haft

Ein 29-jähriger Oberösterreicher, dem vorgeworfen wurde, er habe seine Ex-Freundin getötet und die Tat als Selbstmord getarnt, ist gestern im Landesgericht Linz schuldig gesprochen worden. Er wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt.

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Fußgängerin lief in Wien in Straßenbahn - tot

Ohne auf einen nahenden Zug der Straßenbahnlinie 60 zu achten, hat eine 60-jährige Fußgängerin gestern in Wien-Hietzing versucht, eine Straße zu überqueren. Die Straßenbahn erfasste die Frau, die bei dem Zusammenstoß getötet wurde.

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In Wien angeschossener Mann gibt Rätsel auf

Nach dem Überfall in Wien, bei dem am Samstag ein Mann in seinem Haus angeschossen wurde, sind viele Fragen offen. Das Opfer hatte nicht gewollt, dass die Polizei eingeschaltet wird. Die Ermittler konnten aber DNA-Spuren sichern.

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IT

Smartphones: Aufladen künftig drahtlos

Bei elektrischen Zahnbürsten, Nachtlampen und Rasierapparaten funktioniert es bereits: das kabellose Aufladen mittels Induktion. Auch Smartphones, Laptops und MP3-Player sollen künftig drahtlos mit Strom betankt werden. Erste Geräte sind bereits im Handel. Doch noch bremst ein Streit über den nächsten Standard die Verbreitung der Technik. Mehrere miteinander nicht kompatible Technologien buhlen um die Gunst der Hersteller.

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Microsoft: Erste Details zu neuer Konsole Xbox One

Microsofts nächste Spielekonsole heißt Xbox One. Gestern Abend präsentierte der Softwarekonzern erste Details in Seattle. Mit der Xbox One beginne eine neue Generation in den Wohnzimmern, sagte Xbox-Chef Don Mattrick. Die Nachfolgerin der rund acht Jahre alten Xbox 360 setzt neben dem Spielen verstärkt auf multimediale und Fernseh-Unterhaltung.

Mit Hilfe der Sprach- und Gestensteuerung Kinect lässt sich die Xbox One in Sekundenschnelle starten. Ebenfalls ohne Wartezeit kann der Nutzer durch das Fernsehprogramm zappen. Über den Internettelefondienst Skype können sich auch mehrere Nutzer per Videoschaltung unterhalten.

Wohl erst vor Weihnachten im Handel

Mit der Xbox One treibt Microsoft den Wettbewerb bei den Spielekonsolen an. Im Februar hatte bereits Sony erste Details seiner Playstation 4 angekündigt. Beide Konsolen dürften aber erst zum Weihnachtsgeschäft in den Handel kommen. Preise wurden bisher auch nicht genannt. Nintendo war mit seiner Wii U bereits im November gestartet.

Zu den ersten verfügbaren Titeln für die Xbox One zählen die Sportspiele „Fifa 14“, „Forza 5“ und „Madden NFL 25“. In den USA will Microsoft in Partnerschaft mit der National Football League künftig interaktives Fernsehen produzieren.

Kultur

Königstorfer geht von Linz ans Burgtheater

Thomas Königstorfer, der kaufmännische Geschäftsführer des Linzer Landestheaters, wird kaufmännischer Geschäftsführer des Burgtheaters. Er werde ab 1. September für die Dauer von fünf Jahren bestellt, so die Bundestheater-Holding.

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Medien

Urabstimmung über neuen Journalisten-KV endet

Heute endet die Urabstimmung über den neuen Journalisten-Kollektivvertrag. In ihm werden wichtige arbeits- und sozialrechtliche Rahmenbedingungen für die Medienbranche geregelt. Das Ergebnis der Onlineabstimmung, zu der alle Mitglieder der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp aufgerufen waren, wird voraussichtlich tags darauf kommuniziert.

Gewerkschaftsvorsitzender Franz C. Bauer hatte bis zuletzt intensiv für ein Ja zum Journalisten-KV Neu geworben, ein Nein sei „keine Option“, schließlich gehe es „um die Sicherheit für die gesamte Branche“.

Inkrafttreten im Juli geplant

Bei einem positiven Ausgang der Urabstimmung soll der Kollektivvertrag noch im Mai unterzeichnet werden und im Juli in Kraft treten. Mehr als 300 Mitarbeiter sollen dann allein bei den Mitgliedern des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) zusätzlich nach dem neuen KV angestellt werden. Geht es nach der Gewerkschaft sollten weitere 332 Mitarbeiter dazukommen, die bei Unternehmen beschäftigt sind, die nicht direkt zum VÖZ gehören.

Eine entsprechende Liste wurde den Verlegern übermittelt, darauf enthalten sind unter anderen die 170 Mitarbeiter der Mediengruppe „Österreich“ und der Gratiszeitung „Heute“.

Lifestyle

Taube in Belgien für 310.000 Euro versteigert

Für 310.000 Euro ist bei einer Auktion in Belgien eine Taube versteigert worden. Das Tier mit dem Namen Bolt - angelehnt an den jamaikanischen Rekordsprinter und Olympiasieger Usain Bolt - wurde belgischen Medienberichten zufolge bei einer Internetauktion an einen chinesischen Sammler verkauft.

Laut dem Züchter Leo Heremans gewann das Tier bereits mehrere Flugwettbewerbe. Heremans verkaufte bei der Auktion 530 Tauben und damit fast seine gesamte Zucht. Er nahm dabei mehr als vier Millionen Euro ein. Nur zwei Taubenpaare habe er „zum Spaß“ behalten.

Schädel als Souvenirs sorgen für Wirbel in Hallstatt

Hallstatt in Oberösterreich ist auch für sein Beinhaus bekannt, in dem die kunstvoll beschrifteten und bemalten Schädel verstorbener Hallstätter ruhen. Jetzt aber gehen die Wogen hoch, weil ein junger Künstler bemalte Schädel aus Gips als Souvenirs verkauft.

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Leute

Bushidos Privathaus durchsucht

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat gestern das Privathaus des Rapmusikers Bushido in Wannsee durchsucht. Es gehe um den Verdacht einer Steuerstraftat, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Martin Steltner, der Nachrichtenagentur dpa.

Er bestätigte damit entsprechende Informationen des Rundfunks Berlin-Brandenburg. Die Fahnder durchsuchten laut Steltner zudem eine Steuerberatungskanzlei sowie mehrere Privat- und Geschäftsadressen von Bushidos Management. Einzelheiten zu den Ermittlungen nannte die Staatsanwaltschaft nicht.