Ausland

G-8-Gipfel berät über Schuldenkrise

Die Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten westlichen Industriestaaten und Russlands kommen heute zusammen, um über Euro-Krise, Klimaschutz und Afrika-Hilfe zu beraten. Das zweitägige G-8-Treffen im US-amerikanischen Camp David wird voraussichtlich von den Beratungen über die Weltwirtschaftslage dominiert.

Die USA drängen die Europäer zu mehr Reformen und Wachstumsimpulsen. Die EU will ihren Konsolidierungskurs verteidigen, ist sich selbst aber nicht einig. Erstmals nimmt der französische Präsident Francois Hollande, der mit dem Fiskalpakt der EU nicht einverstanden ist, an einem internationalen Gipfel teil.

Putin kommt nicht

Abgesagt hat dagegen der neue russische Präsident Wladimir Putin, der sich von Ministerpräsident Dmitri Medwedew vertreten lässt. Bei Themen wie dem Syrienkonflikt und dem Atomstreit mit dem Iran, bei denen Russland eine wichtige Rolle spielt, werden daher keine wesentlichen Fortschritte erwartet.

Die G-8 will auch über die Verlängerung eines Programms gegen Hunger in Afrika beraten, das sie 2009 für zunächst drei Jahre beschlossen hatte. Damals waren dafür 22 Milliarden US-Dollar zugesagt worden. Zudem stehen unter anderem die zivile Hilfe für Afghanistan und Wirtschaftshilfe zur Unterstützung des Arabischen Frühlings auf der Tagesordnung.

Obama: Erster US-Botschafter für Burma seit 20 Jahren

Als Reaktion auf die Reformbemühungen in Burma hat US-Präsident Barack Obama seit mehr als 20 Jahren wieder einen Botschafter für das südostasiatische Land nominiert. Obama schlug gestern den bisherigen US-Gesandten für Burma, Derek Mitchell, für den Posten vor. Außerdem hoben die USA Beschränkungen für bestimmte Investitionen in Burma auf, halten aber grundsätzlich an den Sanktionen fest.

Mitchell muss noch vom US-Senat bestätigt werden. Die USA hatten ihren Botschafter nach der Niederschlagung des Studentenaufstandes in Burma 1988 und den nicht anerkannten demokratischen Wahlen von 1990 abgezogen. Seitdem ist Washington nur noch durch einen Geschäftsträger vertreten.

Trotz der Reformbemühungen in Burma halten die USA vorerst an den Sanktionen gegen das südostasiatische Land fest. Obama teilte mit, den rechtlichen Rahmen für die Strafmaßnahmen für mindestens ein weiteres Jahr in Kraft zu belassen.

Reformen erst im Frühstadium

Burma habe zwar „Fortschritte“ bei der Freilassung politischer Gefangener und im Umgang mit der Demokratiebewegung gemacht, sagte Obama. Die Reformen befänden sich aber noch im Frühstadium.

Nachdem Burma Jahrzehnte von einer Militärjunta regiert worden war, wurde vor einem Jahr eine zivile Regierung eingesetzt, die erste Schritte zur Öffnung des Landes einleitete. Politische Gefangene wurden entlassen, Anfang Mai zog die jahrelang unter Hausarrest stehende Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ins Parlament ein.

Die EU hatte ihre Sanktionen gegen Burma im April für ein Jahr vorläufig auf Eis gelegt, um die Reformbestrebungen zu unterstützen. Auch die USA hatten im vergangenen Monat bestimmte Finanzsanktionen gelockert, was vor allem Nichtregierungsorganisationen die Arbeit in dem südostasiatischen Land erleichtern soll. Eine Aufhebung der Strafmaßnahmen hält die Regierung in Washington aber für verfrüht.

Neue Regierung in Paris kürzt ihre Gehälter um 30 Prozent

Mit einem höchst symbolischen Schritt ist die neue sozialistische Regierung Frankreichs in ihre Arbeit gestartet: Bei der ersten Kabinettsitzung gestern in Paris wurden die Gehälter des Präsidenten und der Regierungsmitglieder um 30 Prozent gekürzt. Bei ihrem Amtsantritt riefen mehrere Minister zudem zu einem Umsteuern in Richtung Wachstum in Europa auf.

Die Sozialisten hatten den Einschnitt bei den Regierungsgehältern im Wahlkampf versprochen. Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hatte zu Beginn seiner Amtszeit sein Gehalt um 170 Prozent von 7.000 auf 19.000 Euro erhöht. Nun sollen die Gehälter von Präsident Francois Hollande und Premierminister Jean-Marc Ayrault von 19.000 auf rund 13.300 Euro netto im Monat sinken.

Weniger Geld auch für Ministerbüros

Ayrault hatte hervorgehoben, die neue Regierung solle „beispielhaft“ sein. Dazu unterzeichneten die Regierungsmitglieder auch eine „Charta“, in der sie sich verpflichten, auf Ämterhäufung und Nebentätigkeiten zu verzichten. Die erst 34-jährige Regierungssprecherin Najat Vallaud-Belkacem sagte nach der Kabinettsitzung, dass auch die Budgets der Ministerbüros um zehn Prozent gekürzt würden.

Die neuen sozialistischen Minister, die tags davor ernannt worden waren, traten nun ihr Amt an. Die beiden „Schwergewichte“ im Kabinett, Außenminister Laurent Fabius und Finanzminister Pierre Moscovici, forderten einen verstärkten Wachstumskurs für Europa. Ex-Premierminister Fabius, der sich 2005 gegen die EU-Verfassung ausgesprochen hatte, sagte: „Ich bin überzeugter Europäer, aber wir brauchen ein anderes Europa, ein Europa das viel stärker auf Arbeitsplätze ausgerichtet ist.“ Moscovici bekräftigte, dass der EU-Fiskalpakt ohne eine Wachstumskomponente nicht ratifiziert werde.

Frankfurt: 150 Verhaftungen nach Demoverbot

Mehr als 1.000 Menschen haben gestern in Frankfurt friedlich gegen ein Versammlungsverbot und gegen die Politik in der Euro-Schuldenkrise demonstriert. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben jedoch 150 Teilnehmer einer Kundgebung im Univiertel vorläufig in Gewahrsam, da sie gegen das von der Stadt erlassene Demonstrationsverbot verstoßen hätten.

Auch die Teilnehmer von zwei weiteren Kundgebungen seien aufgefordert worden, ihre Versammlungsorte in der Innenstadt und am Hauptbahnhof zu verlassen.

Veranstalter: „Politisch motiviert“

Die Stadt hatte das mittlerweile von Gerichten bestätigte Verbot mit der Sorge vor gewaltsamen Ausschreitungen begründet, nachdem es bei Protesten gegen die europäische Krisenpolitik am 31. März in Frankfurt zu schweren Krawallen gekommen war. Für das Wochenende planen die Behörden mit dem Einsatz von bis zu 5.000 Polizisten aus mehreren deutschen Bundesländern. Bis zu 40.000 Kapitalismusgegner werden erwartet - die Polizei befürchtet, dass sich darunter bis zu 2.000 gewaltbereite Personen mischen.

Die unter dem Namen „Blockupy“ zusammengeschlossenen Veranstalter erklärten dagegen, die von der Stadt, der Polizei und dem hessischem Innenministerium entworfenen „Horrorbilder und Drohszenarien“ entbehrten jeder Grundlage. Das Demonstrationsverbot sei allein politisch motiviert.

Causa Timoschenko: Kritik an Behandlungsumständen

Die inhaftierte frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko kann in ihrem Heimatland nach Einschätzung eines deutschen Fachmannes nicht angemessen behandelt werden. „Als Arzt vertrete ich die Auffassung, dass eine Situation geschaffen werden muss, die man vermutlich in der Ukraine nur schwer herstellen kann“, sagte der Chef des Berliner Krankenhauses Charite, Karl Marx Einhäupl, der „Ärzte Zeitung“.

Ob Timoschenko wegen ihres Bandscheibenvorfalls operiert werden müsse, sei noch unklar. Timoschenko habe den Vorfall vor einem halben Jahr erlitten und sei seitdem nicht behandelt worden, sagte Einhäuptl.

Inland

Grasser-Anwalt kündigt Antrag auf Verfahrenseinstellung an

Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, gegen den in mehreren Fällen - BUWOG, Terminal Tower Linz, Novomatic und Steuerverfahren - ermittelt wird, wolle auch dabei einen endgültigen Schlussstrich ziehen, sein Anwalt stelle erneut einen Antrag auf Einstellung der Verfahren gegen seinen Mandanten, berichtet die „Presse“ (Freitag) im Voraus.

Ainedter: Keine stichhaltigen Beweise

„Ich werde wieder einen Antrag auf Einstellung der Verfahren einbringen“, kündigt Grasser-Anwalt Manfred Ainedter in der Zeitung an. Er sei überzeugt, dass die Justiz die Ermittlungen ohnehin von sich aus einstellen müsste, weil sie die „Smoking Gun“ - den stichhaltigen Beweis für Amtsmissbrauch und/oder Untreue - auch nach drei Jahren nicht gefunden habe.

„Sie wird diesen Beweis auch nicht finden“, so Ainedter zur „Presse“. Ein im Vorjahr gestellter Antrag auf Verfahrenseinstellung war im heurigen Februar vom Gericht abgewiesen worden.

Bezüglich der Ausfolgung von Akten aus Liechtenstein müsse die Korruptionsstaatsanwaltschaft noch abwarten, ob der Wirtschaftstreuhänder eine Grundrechtsbeschwerde beim Liechtensteiner Staatsgericht einbringe. Ainedter gehe davon aus, dass dies der Fall sein werde. Ob die Akten aus Vaduz nun kämen oder nicht, den Einstellungsantrag werde Ainedter auf jeden Fall einbringen, so die „Presse“.

Justiz soll „endlich handeln“

Klar sei, „dass die Justiz, die offenbar unter einer Entscheidungshemmung leidet, endlich handeln muss.“ Kämen die Akten nach Wien, „muss die Staatsanwaltschaft Anklage erheben oder das Verfahren einstellen“, kämen sie nicht, „muss die Staatsanwaltschaft auf Basis der bisherigen Erkenntnisse erst recht etwas tun“, so Ainedter laut Zeitung.

Großer Empfang für Dalai Lama in Kärnten

Seit gestern Nachmittag weilt der Dalai Lama auf Österreich-Besuch, begleitet wird er von einem Großaufgebot an Sicherheitskräften. Hunderte Schaulustige hatten sich am Flughafen Klagenfurt zum Empfang versammelt.

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Innerhalb von elf Tagen hält der Dalai Lama Vorträge und Symposien in drei Städten - Klagenfurt, Salzburg und Wien - ab. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) will gemeinsam mit Kardinal Christoph Schönborn den Dalai Lama treffen, auch Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) plant eine Begegnung. Laut Innenministerium wird der Religionsführer während seines Österreich-Besuches - zumindest bezüglich der Sicherheit - wie ein offizieller Staatsgast behandelt.

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Lehrerdienstrecht: Gewerkschaft fordert Nachbesserungen

Der von der Regierung erarbeitete Vorschlag zum neuen Lehrerdienstrecht sorgt für wenig Begeisterung bei den Betroffenen. Das Resümee der Lehrervertreter vor der ersten inhaltlichen Verhandlungsrunde am Montag fällt ernüchternd aus: „Wenn die Bundesregierung das wirklich ernst meint, dann kann das nicht alles gewesen sein.“ Da müsse „ordentlich etwas nachkommen“.

Das Papier sieht unter anderem vor, dass mit dem Schuljahr 2013/14 alle neuen Lehrer ein besseres Einstiegsgehalt erhalten: von 2.420 Euro brutto ist die Rede. Dafür verläuft die Gehaltskurve danach deutlich flacher als bisher.

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Sport

Bundesliga: Salzburger Bekenntnis zu Meistertrainer Moniz

Unmittelbar nach dem letzten Spiel gegen die Admira hat Meister Red Bull Salzburg gestern Trainer Ricardo Moniz das Vertrauen ausgesprochen. „Wir gehen in die kommende Saison und natürlich in die Champions-League-Qualifikation mit Moniz. Unabhängig davon, wie das Cupfinale am Sonntag ausgehen wird“, beendete Geschäftsführer Peter Vogl alle Spekulationen über eine mögliche Ablöse des Niederländers. Diese Entscheidung wurde laut Vogl bereits von „Big Boss“ Dietrich Mateschitz abgesegnet.

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Champions League: Spiel des Lebens für Chelseas „Old Boys“

Gemeinsam haben sie 2008 im Champions-League-Finale gegen Manchester United eine der bittersten Stunden ihrer Karrieren erlebt. Gemeinsam wollen sie morgen gegen den FC Bayern München ihre vielleicht letzte Chance nutzen und den begehrtesten Pokal im Clubfußball holen. Chelseas „Old Boys“ Didier Drogba, Frank Lampard und auch der im Endspiel gesperrte Kapitän John Terry träumen vom Triumph im Herbst ihrer aktiven Laufbahnen. Trainer Roberto Di Matteo traut ihnen den Coup allemal zu, und sein Gegenüber Jupp Heynckes hat gerade vor den Chelsea-Veteranen größten Respekt.

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Wirtschaft

USA setzen neue Zölle für Solar-Module aus China fest

Mit neuen Strafzöllen wollen die USA ihre Solarbranche vor günstigen Importen aus China schützen. Das amerikanische Handelsministerium setzte gestern den Abgabensatz für Einfuhren der Spitzenexporteure der Volksrepublik, Suntech Power Holdings und Trina Solar, mit etwa 31 Prozent fest. Der Schritt dürfte zu einer Verschärfung der ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den USA und China sorgen.

Die US-Solarbranche hatte sich deutlich mehr erhofft. Die Forderung nach den Zöllen geht auf die US-Tochter der Bonner Solarworld und andere amerikanische Firmen zurück. Die Unternehmen werfen der chinesischen Konkurrenz unlauteren Wettbewerb vor.

Der weltweit tobende Preiskampf in der Branche sorgt für rote Zahlen und Pleiten. Nach Evergreen und Solyndra in den USA mussten in Deutschland Solon, Solar Millennium und zuletzt auch Solarhybrid Insolvenz anmelden. Q-Cells und Conergy kämpfen ums Überleben.

HP plant angeblich Abbau von bis zu 30.000 Jobs

Der weltgrößte PC-Hersteller Hewlett-Packard erwägt laut US-Medienberichten den Abbau von bis zu 30.000 Arbeitsplätzen. Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg sprach gestern von 25.000 Jobs, das Blog „All Things Digital“ sogar von rund 5.000 mehr. Ziel sei, die Kosten zu senken und das Geschäft an die schwächelnde PC-Nachfrage anzupassen. HP hat 320.000 Mitarbeiter.

Pläne sollen am Mittwoch präsentiert werden

Von den betroffenen Arbeitsplätzen sollen laut Bloomberg 10.000 bis 15.000 in der Sparte Unternehmensdienstleistung abgebaut werden. „All Things Digital“ berichtete, die Zahlen sei noch nicht endgültig. HP-Chefin Meg Whitman wolle die Umbaupläne kommenden Mittwoch vorstellen. Die Stellenstreichungen sollen demnach über einen längeren Zeitraum gestreckt werden, möglicherweise ein Jahr oder mehr. Einem Teil der Mitarbeiter solle ein freiwilliges Ausscheiden vorgeschlagen werden, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

Whitman hatte erst im März die Einbindung des schwächelnden Druckergeschäfts in die PC-Sparte angekündigt. Damit entsteht ein neuer Super-Bereich mit einem jährlichen Umsatz von mehr als 65 Milliarden Dollar. Damals machte HP keine Angaben zu einem möglichen Stellenabbau, sondern sprach nur von „Möglichkeiten für Kostensenkungen“.

Seltene Erden: China erhöht Exportquote

Die chinesische Regierung hat angekündigt, die Exportquoten seltener Erden zu erhöhen. Chinesische Firmen könnten pro Jahr zusätzlich 10.680 Tonnen der für die Industrie kostbaren Metalle ausführen, teilte das Handelsministerium in Peking gestern mit.

Damit steigt die bisher zugelassene Menge für 2012 auf 21.226 Tonnen. Möglicherweise werden die Quoten später im Jahr erneut erhöht. Die USA, die EU und Japan hatten im März Klage vor der Welthandelsorganisation (WTO) wegen den chinesischen Beschränkungen eingereicht.

Die Handelspartner verdächtigen Peking, die Preise für die begehrten Rohstoffe in die Höhe treiben zu wollen. Auf China entfallen mehr als 90 Prozent der Förderung weltweit. Als seltene Erden werden 17 chemische Elemente bezeichnet, die für die Industrie wertvolle Eigenschaften wie besondere Hitzebeständigkeit besitzen. Sie werden benötigt, um Computer, Mobiltelefone, Batterien oder Flachbildschirme zu fertigen. Sie kommen auch in Windanlagen, Raketen, Elektroautos und vielen weiteren Gütern zum Einsatz.

Fitch: Systemrelevanten Banken fehlt halbe Billion Dollar

Die 29 weltweit größten Kreditinstitute könnten laut der Ratingagentur Fitch wegen der Anforderungen für systemrelevante Banken 556 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital benötigen. Die Geldhäuser könnten daher gezwungen sein, ihre Gebühren zu erhöhen und ihre Dividendenauszahlung an Investoren zurückzufahren, teilte Fitch gestern mit.

Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) hatten vergangenes Jahr 29 „Global Systemically Important Financial Institutions“ (G-SIFIs) bestimmt und an diese Institute, deren Pleite das gesamte Finanzsystem erschüttern kann („too big to fail“), besondere Anforderung gestellt.

Je nach Geschäftsmodell müssen die G-SIFIs 1,0 bis 2,5 Prozentpunkte mehr Eigenkapital vorhalten als andere Häuser. Wer in der höchsten Kategorie landet, käme am Ende - zusammen mit der Mindestquote nach Basel III - auf 9,5 Prozent hartes Kernkapital.

Deutschland verliert Astra-Produktion

Paukenschlag beim krisengeschüttelten deutschen Autobauer Opel: Wie gestern bekanntgegeben worden ist, wird mit dem Astra das mit Abstand wichtigste Auto des Herstellers künftig nicht mehr im Opel-Stammwerk Rüsselsheim gebaut, sondern in Großbritannien und Polen.

Trotz des Bekenntnisses, dass Rüsselsheim auch weiter die zentrale Rolle bei der GM-Tochter spielen soll, steht Opel weiter vor einer unsicheren Zukunft. Der Grund: Nach wie vor bleibt offen, wie viele weitere Sparpläne das GM-Management noch in der Schublade hat.

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Chronik

Kärnten: Vermisste Kinder landeten bei Polizei

Gestern sind zur Villacher Polizei von einer Frau zwei Kinder, sechs und drei Jahre alt, gebracht worden, die diese weinend und ohne Aufsicht gefunden hatte. Wie sich herausstellte, wurden die Buben bereits gesucht – die Eltern der beiden glaubten, sie seien in die Drau gefallen.

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Burgenland: Entkommene Pferde auf A6

Auf der Nordostautobahn A6 haben gestern Nachmittag einige Pferde für Aufregung gesorgt. Sie waren von einem Anwesen in Kittsee (Burgenland) entkommen und auf die Autobahn gelaufen.

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Elsner ab Montag auf Reha in Tirol

Der ehemalige BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner beginnt ab Montag einen mehrwöchigen Rehabilitationsaufenthalt in Tirol, bestätigte sein Anwalt Jürgen Stephan Mertens einen Bericht der Tageszeitung „Österreich“. Das erfolge auf ärztliche Anweisung.

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Plan für Abtransport der „Costa Concordia“ wird vorgestellt

Gut vier Monate nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ sollen heute in Rom Einzelheiten zur Bergung des Wracks bekanntgegeben werden. Die Reederei Costa Crociere aus Genua hat die US-Firma Titan Salvage beauftragt, das vor der Insel Giglio gekenterte Kreuzfahrtschiff zu entfernen.

Arbeiten dauern rund ein Jahr

Die italienische Spezialfirma Micoperi soll bei den Arbeiten helfen. Bisherigen Angaben zufolge sollen die Arbeiten rund ein Jahr dauern. Demnach soll das Schiff in einem Stück abtransportiert werden; dann soll auch der Meeresboden gesäubert werden.

Bei der Havarie des 290 Meter langen Kreuzfahrtschiffes am 13. Jänner kamen 30 Menschen ums Leben. Zwei Menschen gelten immer noch vermisst. Die „Costa Concordia“ war zu nahe an die Insel herangefahren, hatte einen Felsen gestreift und war mit mehr als 4.200 Menschen an Bord gekentert. Kapitän Francesco Schettino steht weiter unter Hausarrest bei Neapel. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und Verlassen seines Schiffes während der nächtlichen Evakuierung vor.

Verletzte bei Notlandung in München

Auf dem Weg nach Italien ist gestern ein Flugzeug mit 62 Menschen an Bord auf dem Münchner Flughafen notgelandet. Fünf Insassen erlitten nach Angaben der Polizei leichte Verletzungen. Am Flughafen wurde zu dem Zeitpunkt gerade der Umzug des Airports von der Stadt ins Erdinger Moos vor 20 Jahren mit einem großen Besucherfest gefeiert.

Die Maschine der italienischen Fluglinie Air Dolomiti war kurz zuvor von München nach Venedig gestartet. Weil sich Rauch im Cockpit und in der Kabine entwickelte, drehte der Pilot um und flog nach München zurück. Die Ursache war nach ersten Erkenntnissen vermutlich ein technischer Defekt.

„Bei der Umkehr zum Flughafen gab es Triebwerksprobleme“, erklärte Air Dolomiti. Die Maschine kam bei der Notlandung am Nachmittag neben der Landebahn auf einem Seitenstreifen zum Stehen. Feuerwehr und Rettungskräfte standen schon bereit und kümmerten sich um die Passagiere. Einige klagten über Kreislaufprobleme und wurden von Ärzten versorgt. Insgesamt waren nach Angaben der Airline 58 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder an Bord. Das defekte Flugzeug vom Typ ATR 72 wurde nach dem Zwischenfall von Experten untersucht.

Raketenpanne in Texas - Dorf evakuiert

Eine Rakete hat die Bewohner eines Dorfes im US-Staat Texas in Angst versetzt. Ein US-Militärhubschrauber hatte sie während eines Trainingsflugs verloren, berichtete die Zeitung „Killeen Daily Herald“ gestern. Rund 100 Bewohner des Örtchens nahe der Armeebasis Fort Hood seien vorübergehend in Sicherheit gebracht worden.

Die Rakete war am Dienstag Abend in der Nähe einer Wohnsiedlung auf einen Acker gefallen. Ein Anrainer hatte die Behörden alarmiert: Etwas sei vom Himmel gefallen.

Nach Militärangaben hatte der Sprengsatz weder einen Zündkopf noch ein Antriebssystem. „Es war ein inaktives Geschütz und es war niemals vorgesehen, dass es den Hubschrauber verlässt“, sagte ein Militärsprecher der Zeitung. Wie es zu dem Vorfall kommen konnte, blieb zunächst offen.

Science

Japan schickte Rakete mit vier Satelliten ins All

Japan hat erstmals zu kommerziellen Zwecken eine Rakete mit mehreren Satelliten an Bord ins All geschossen. Der Start erfolgte in der Nacht auf heute (Ortszeit) von der Raumfahrtbasis Tanegashima im Süden des Landes, wie Bilder der japanischen Raumfahrtbehörde Jaxa zeigten.

An Bord der Rakete vom Typ H-2A befanden sich demnach ein südkoreanischer sowie drei japanische Satelliten. Während der südkoreanische Satellit aus dem All hochaufgelöste Bilder der Erde liefern soll, erhoffen sich japanische Forscher von einem der anderen Satelliten Daten zu den Auswirkungen des Klimawandels.

20 Minuten nach dem Start habe sich der südkoreanische Satellit bereits wie vorgesehen von der Rakete abgekoppelt, hieß es vonseiten der Raumfahrtbehörde. Die Mission gilt aber erst als erfolgreich beendet, wenn sich auch die anderen Satelliten von dem Geschoß lösen.

USA: Erstmals weiße Babys in der Minderheit

Erstmals werden in den USA weniger Babys weißer Eltern als Kinder ethnischer Minderheiten geboren. 50,4 Prozent der Kinder, die in den zwölf Monaten bis zum 1. Juli vergangenen Jahres zur Welt kamen, waren unter anderem Hispano- und Afroamerikaner bzw. Asiaten. Das teilte die amerikanische Zensusbehörde gestern mit. Was lange von Experten prognostiziert wurde, ist damit statistisch belegt.

„Das ist ein wichtiger Meilenstein“, zitierte die „New York Times“ den Demografen William Frey vom Brookings Institut. Die Statistik zeige eine „Verschiebung von einer weißen Baby-Boomer-Kultur zu einer eher globalisierten, multiethnischen“. Das werde Auswirkungen auf das gesellschaftliche, politische, aber auch wirtschaftliche Leben in den USA haben.

In Hawaii, Kalifornien, New Mexico, Texas und dem Hauptstadtdistrikt seien weiße Amerikaner bereits in der Minderheit. Ein Trend, der sich nach Zahlen der Zensusbehörde auch in Großstädten wie New York, Las Vegas oder Memphis fortsetze. In 348 Landkreisen des einst von weißen europäischen Siedlern gegründeten Staates sei die Mehrheit der Bevölkerung bereits multikulturell. Wenn es um den Nachwuchs geht, verdopple sich diese Zahl, so Demograf Frey. Mehrere Soziologen führen den Geburtenrückgang bei der weißen US-Bevölkerung auf die Wirtschaftskrise zurück.

Kultur

Burgtheater-Dramaturg Wolfgang Wiens gestorben

Wolfgang Wiens ist tot. Der Regisseur und einstige leitende Dramaturg des Wiener Burgtheaters verstarb am Mittwoch in Hamburg, wie die Bühne gestern mitteilte.

Wiens galt als einer der profiliertesten Dramaturgen des deutschsprachigen Theaters, der im Laufe seiner Karriere von nahezu allen renommierten Häusern engagiert wurde und künstlerisch eng mit Theatergrößen wie Robert Wilson, Jürgen Flimm und Andrea Breth verbunden war. Überdies war Wiens auch als Übersetzer zahlreicher Dramen tätig.

Sacha Baron Cohen: Der vertrotteltste aller Diktatoren

Diktatoren haben nicht alle Tassen im Schrank. Die jüngere Geschichte hat dafür genügend Belege geliefert - von Kim Jong Il bis Muammar al-Gaddafi. Grund genug für „Borat“-Erfinder Sacha Baron Cohen, der aussterbenden Spezies mit „Der Diktator“ ein komödiantisches Denkmal zu setzen. Zu Aladeens Hobbys zählen Foltern und Todesurteile aussprechen. Als ein Militärschlag der internationalen Gemeinschaft droht, reist der Autokrat nach New York, um vor der UNO-Vollversammlung zu sprechen. Die derbe Screwball-Comedy nimmt ihren Lauf - alles andere als geschmackssicher.

Mehr dazu in Ein Diktator dankt ab

Leute

Selbstmord von Kennedy-Schwiegertochter bestätigt

Die Serie tragischer Todesfälle in der amerikanischen Kennedy-Familie nimmt kein Ende. Mary Kennedy, die Frau von Robert F. Kennedy junior, ist Mittwochabend (Ortszeit) tot in ihrem Haus im Staat New York aufgefunden worden. Sie nahm sich mit 52 Jahren das Leben.

Abschiedsbrief gefunden

Der Gerichtsmediziner bestätigte später, dass sie durch Erhängen starb. Bei der Leiche war laut „New York Times“ ein persönlicher Brief gefunden worden.

Die Familie bestätigte den Tod, machte aber keinerlei Angaben zu den Umständen. Der „New York Times“ zufolge wurde Mary Kennedy erhängt in einer Scheune auf ihrem Anwesen in Bedford, 70 Kilometer nördlich von New York, entdeckt worden. Dabei sei auch der Brief gefunden worden.

Mary Richardson hatte 1994 Robert F. Kennedy junior geheiratet, den Sohn des 1968 erschossenen Senators gleichen Namens. Dessen Bruder, US-Präsident John Fitzgerald Kennedy, war 1963 in Dallas erschossen worden - „JFK“ war quasi ihr angeheirateter Onkel, auch wenn sie bei seinem Tod erst drei Jahre alt war und erst 30 Jahre später Teil des Clans wurde.

Apulien: 1.400 Jahre alter Olivenbaum für Michelle Obama

Mit Olivenöl ist das Weiße Haus bis auf Weiteres versorgt: Als Anerkennung für ihr Engagement für einen gesunden Lebensstil hat eine italienische Provinz der US-First-Lady Michelle Obama einen 1.400 Jahre alten Olivenbaum gewidmet. Jedes Jahr werde das Weiße Haus eine Lieferung von rund hundert Litern Olivenöl aus den Früchten des Baumes erhalten, erklärte die Provinz Lecce in Apulien gestern.

Der Olivenbaum mit dem Namen „La Regina“ (die Königin, Anm.) trägt jedes Jahr Oliven mit einem Gewicht von bis zu 600 Kilogramm.

Obamas Kampagne „Let’s Move“ für einen gesünderen Lebensstil stehe in perfektem Einklang mit den Ansprüchen einer mediterranen Ernährungsweise, teilte die Provinz mit. Die US-Präsidentschaftsgattin setzt sich seit längerem für einen aktiveren Lebensstil und eine gesündere Ernährung von Kindern und Jugendlichen ein, um die wachsende Fettleibigkeit zu bekämpfen.