Inland

Strache zu Republika Sprska: Blümel sieht kein Problem

Der für Europaagenden zuständige Minister Gernot Blümel (ÖVP) - er ist auch einer der Regierungskoordinatoren - sieht angesichts der Aussagen des nunmehrigen Vizekanzlers Heinz-Christian Strache (FPÖ) zur Republika Srpska keinen Grund zur Sorge. Er verwies darauf, dass Strache das betreffende Interview vor der Wahl gegeben habe und die Haltung Österreichs zu Bosnien und Herzegowina außerdem klar sei.

Sowohl FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl als auch Regierungssprecher Peter Launsky-Tieffenthal hätten bereits klargestellt, „dass die österreichische Bundesregierung an der staatlichen Integrität natürlich festhält“, sagte Blümel heute in einer Pressekonferenz.

Gestern hatte etwa der Bezirksobmann der Jungen ÖVP in Rudolfsheim-Fünfhaus, Muamer Becirovic, gefordert, die FPÖ „endlich zu zähmen“. Die FPÖ zerstöre aktiv und „mit aller Kraft“ die außenpolitischen Interessen.

„Jede Sorge übertrieben“

Er finde es bemerkenswert, dass Aussagen von Bezirksvertretern der Jungen ÖVP jetzt auch bundespolitisch relevant seien, meinte dazu Blümel, der auch Wiener Landesobmann der Volkspartei ist. Das zeige, wie wichtig die Junge ÖVP inzwischen sei. Gleichzeitig sagte er: „Deswegen ändert sich meine Aussage nicht.“

„Wir haben klargemacht, wie die Haltung für den Westbalkan ist. Es braucht eine Beitrittsperspektive für den gesamten Westbalkan. Das steht auch im Koalitionspakt, der von beiden Parteien unterschrieben worden ist. Und was die Frage Bosnien-Herzegowina an sich betrifft: Auch da gibt es absolute Klarheit“, so Blümel. Insofern glaube er, „dass da jede Sorge übertrieben ist“.

Strache für Unabhängigkeit der Republika Srpska

Strache hatte sich in einem TV-Interview vor vier Monaten gegen den Gesamtstaat Bosnien-Herzegowina und für eine Unabhängigkeit des Landesteils Republika Srpska ausgesprochen. Zudem unterstrich er „die Notwendigkeit, dass die Serben und Kroaten in Bosnien und Herzegowina das Recht bekommen sollen, selber über ihr Schicksal entscheiden zu dürfen“.

Das heutige Bosnien und Herzegowina könne als künstliche geschaffener Staat nicht funktionieren, die einzige Struktur, die in Bosnien-Herzegowina funktioniere, sei die Republika Srpska.

Karas kontert Vilimsky: Rechtsfraktion schadet Österreich

Der Schlagabtausch zwischen dem ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament, Othmar Karas, und dem freiheitlichen Europaabgeordneten Harald Vilimsky dauert an. Karas rieb sich neuerlich am Festhalten der FPÖ an der umstrittenen gemeinsamen Fraktion mit dem rechtsextremen Front National unter Marine Le Pen. Karas sagte, wer an der ENF-Fraktion festhalte, schade Österreich.

Außerdem „stellt er sich außerhalb des parteiübergreifenden europapolitischen Grundkonsens im Europaparlament und in Österreich“, so Karas weiter. Schließlich wolle, wer Mitglied in der ENF-Fraktion sei, „keine handlungsfähige gemeinschaftliche EU, die sich zur Politischen Union weiterentwickelt. Und er will keine EU, die der Sprecher des Kontinents in der Welt ist. Frau Le Pen hat erst vor wenigen Stunden erneut zum Widerstand gegen die EU aufgerufen, und das sind keine Fake News“, sagte Karas.

FPÖ bleibt ENF-Mitglied

Vilimsky hatte zuletzt gesagt, die FPÖ werde Teil der ENF bleiben, „weil es eine gute arbeitstechnische Basis für uns ist“ und sich die Partei auch „völlig frei bewegen“ könne. „Wir haben in den Gesprächen mit (Bundeskanzler Sebastian, ÖVP, Anm.) Kurz vereinbart, dass internationale Allianzen kein Thema sind“, so Vilimsky im „Standard“.

Europapolitisch meinte er, dass sich „die Kurz-ÖVP thematisch auf uns zubewegt“. Die Kritik von Karas wies er zurück. Karas agiere „in absolutem Widerspruch“ zur ÖVP, so Vilimsky, das ÖVP-Regierungsteam hingegen würde es „sehr ehrlich meinen“.

Arbeitsbeschränkung für Kroaten soll verlängert werden

Bis 1. Juli 2018 - fünf Jahre nach Kroatiens EU-Beitritt - dürfen Kroaten nicht wie andere EU-Bürger ohne Einschränkungen in Österreich arbeiten. Die Bundesregierung überlege, diese Frist um zwei Jahre zu verlängern, berichtete der „Kurier“. Damit würde die volle Freizügigkeit erst ab 1. Juli 2020 gelten. Dazu müsste in den nächsten Monaten ein Antrag in Brüssel gestellt werden.

Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) sagte laut „Kurier“ (Freitag-Ausgabe): „Wir erwägen die Übergangsfrist mit Kroatien von sieben Jahren voll auszuschöpfen. Der österreichische Arbeitsmarkt verträgt derzeit die völlige Öffnung für Arbeitnehmer aus Kroatien nicht. Wir müssen Rücksicht auf 400.000 Arbeitslose in Österreich nehmen.“

Regierungssprecher Peter Launsky-Tieffenthal bestätigte laut „Kurier“ die Überlegungen: „Die Bundesregierung erwägt eine Verlängerung der Frist, die derzeit geprüft wird. Die Sozialministerin wird zeitgerecht eine entsprechende Begründung ausarbeiten und der Europäischen Kommission mitteilen.“

Auch nach dem EU-Beitritt anderer osteuropäischer Länder hatte Österreich den freien Zugang zum Arbeitsmarkt für die maximal möglichen sieben Jahre beschränkt.

Ausland

Schulz warnt SPD vor Neuwahl

Vor dem Sonderparteitag der deutschen Sozialdemokraten hat SPD-Chef Martin Schulz die Delegierten vor einer Absage an Koalitionsverhandlungen mit der Union (CDU/CSU) gewarnt.

Schulz sagte in einem heute in Auszügen veröffentlichen Interview mit dem „Spiegel“, dass es in diesem Fall „ziemlich rasch“ zu Neuwahlen kommen würde. Auch die SPD müsse dann mit einem schlechteren Ergebnis rechnen.

„Wenn es den Parteien nicht gelingt, mit den Mehrheiten im Bundestag eine Regierung zu bilden, würden sie von den Wählern abgestraft“, sagte Schulz, der am Parteitag am Sonntag in Bonn auch um seine politische Zukunft kämpft. Zudem müsse die SPD dann mit einem Programm in den Wahlkampf ziehen, das in großen Teilen mit dem Sondierungsergebnis identisch sei. „Wie absurd wäre das denn?“

Ausgang ungewiss

Die Kritiker der Großen Koalition in der SPD verweisen allerdings darauf, dass zentrale Forderungen wie die Erhöhung des Spitzensteuersatzes und eine Bürgerversicherung im Gesundheitswesen im Sondierungsergebnis fehlen. Der Ausgang des Sonderparteitags ist ungewiss. Sollte er für Koalitionsverhandlungen stimmen, müsste das Endergebnis dann nochmals der SPD-Basis in einem Mitgliederentscheid vorgelegt werden.

In einem Interview mit den ARD-„Tagesthemen“ hatte Schulz gestern Abend das vor einer Woche erzielte Sondierungsergebnis als „gute Grundlage“ für Koalitionsverhandlungen bezeichnet. Deswegen sei er zuversichtlich, die Mehrheit der Parteitagsdelegierten von seinem Kurs zu überzeugen. „Sicher“ sei er aber nicht. Skeptikern in der Partei sagte er zu, die SPD werde in den Koalitionsgesprächen „hart verhandeln“.

Ärzte besorgt über Hungerstreikende in Türkei

Die Ärztekammer in Ankara hat sich hochgradig besorgt über zwei türkische Akademiker geäußert, die seit mehr als 300 Tagen per Hungerstreik die Rücknahme ihrer Entlassungen aus dem Staatsdienst fordern.

Die Universitätsdozentin Nuriye Gülmen sei von 59 Kilogramm auf inzwischen nur noch 33,8 Kilogramm abgemagert, teilte die Kammer heute mit. Der Volksschullehrer Semih Özakca, der zu Beginn des Hungerstreiks am 9. März 86 Kilogramm schwer gewesen sei, wiege nur noch 45,3 Kilogramm.

Die Dozentin und der Lehrer gehören zu mehr als 150.000 Staatsbediensteten, die nach dem Putschversuch vom Juli 2016 per Notstandsdekret entlassen oder suspendiert wurden. Nachdem ihr Hungerstreik Aufmerksamkeit auch außerhalb der Türkei auf sich gezogen hatte, waren sie im Mai unter dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation inhaftiert worden. Özakca wurde im Oktober, Gülmen im Dezember aus der Untersuchungshaft entlassen.

Gülmen und Özakca nehmen seit dem 9. März vergangenen Jahres nur Wasser, Zucker, Salz und Vitamin B zu sich. Sie wollen ihren Hungerstreik fortsetzen, bis sie ihre Arbeit zurückerhalten.

Puigdemont will Katalonien über Skype regieren

Kataloniens abgesetzter Ministerpräsident Carles Puigdemont will bei einer Wiederwahl Katalonien notfalls auch per Skype, Videokonferenzen und digitale Medien regieren. „Das ist heute durchaus möglich. Zudem ist es einfacher, Katalonien von Brüssel als von Spanien aus zu regieren“, so Puigdemont heute im Interview mit Catalunya Radio.

Carles Puigdemont

APA/AFP/John Thys

Bei der Neuwahl kurz vor Weihnachten erreichten die separatistischen Parteien erneut eine Parlamentsmehrheit. Puigdemonts Parteienallianz Junts per Catalunya (Gemeinsam für Katalonien) wurde stärkste Kraft unter den separatistischen Parteien. Er gilt als Favorit für die Wahl des neuen Ministerpräsidenten, der bis Ende Jänner sein Regierungsprogramm vorstellen muss.

„Wenn ich zwischen Haft und Ministerpräsident wählen kann, entscheide ich mich für Letzteres, um Katalonien zu dienen“, so Pugidemont. Es gebe kein Gesetz, das verbietet, Katalonien vom Exil aus zu regieren. Das sieht die spanische Regierung anders. „Wir werden mit allen Mitteln verhindern, dass Katalonien von außen her regiert wird“, so Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy.

Rohingya-Protest gegen Rückführung nach Myanmar

Hunderte Rohingya-Flüchtlinge haben heute in Bangladesch gegen ihre geplante Rückführung nach Myanmar protestiert. In Sprechchören und auf Transparenten forderten sie, in Myanmar als Staatsbürger anerkannt zu werden und Sicherheitsgarantien für ihre Rückkehr zu erhalten.

Der Protest ging einem Besuch der UNO-Sonderberichterstatterin Yanghee Lee in den Flüchtlingslagern im Südosten Bangladeschs voraus. Dort leben mittlerweile eine Million Angehörige der muslimischen Minderheit.

750.000 Rohingya sollen zurückkehren

Myanmar und Bangladesch haben vereinbart, etwa 750.000 Rohingya-Flüchtlinge, die seit Oktober 2016 in Bangladesch eintrafen, binnen zwei Jahren in den Bundesstaat Rakhine zurückzuschicken. Myanmar sagte zu, behelfsmäßige Lager für die Flüchtlinge zu errichten. Die Rückführung soll kommende Woche beginnen.

Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch

Reuters/Tyrone Siu

UNO-Vertreter und Menschenrechtsaktivisten meldeten Zweifel an den Plänen an. Ihrer Meinung nach muss die Rückkehr freiwillig erfolgen. Viele Rohingya wollen aus Angst vor neuer Gewalt nicht nach Myanmar zurückkehren.

Konflikt eskalierte im August

Die muslimischen Rohingya werden in Myanmar seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Weite Teile der buddhistischen Mehrheit in Myanmar betrachten sie als staatenlose Einwanderer aus Bangladesch, obwohl viele Rohingya schon seit Generationen in dem südostasiatischen Land leben.

Ende August eskalierte der Konflikt, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und Dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt. Die UNO stufte das Vorgehen der Armee gegen die Rohingya als „ethnische Säuberung“ ein.

Boris Johnson für Brücke über den Ärmelkanal

Der britische Außenminister Boris Johnson wirbt für eine Brücke über dem Ärmelkanal. „Gute Verbindungen“ zwischen Frankreich und Großbritannien seien wichtig, zitierten britische Medien Johnson heute, einen Tag nach dem britisch-französischen Regierungsgipfel in Sandhurst westlich von London.

„Es ist doch verrückt, dass zwei der stärksten Volkswirtschaften der Welt mit einer Eisenbahnstrecke verbunden sind, obwohl sie nur 22 Meilen (etwa 35 Kilometer) auseinanderliegen“, sagte Johnson. Seine Idee stieß bei Bauexperten und Politikern auf ein geteiltes Echo - die Reaktionen reichten von „technisch machbar“ bis „Clownerie“.

Der britische Außenminister Boris Johnson gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron

APA/AP/Stefan Rousseau

Bei dem Treffen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der britischen Premierministerin Theresa May und mehrerer Minister in Sandhurst war auch die Einrichtung einer Expertenrunde für Großprojekte vereinbart worden. Dort soll Johnson seinen Brückenvorschlag am Rande erwähnt haben.

Brücke immer wieder als Idee

Vorschläge für eine Straßenbrücke über dem Meer hatte es bereits in den 1980er Jahren gegeben, sie waren damals aber verworfen worden. Architekten hatten in den 60er Jahren sogar die Vision einer Brückenstadt über dem Ärmelkanal ins Spiel gebracht.

Eine Zugsverbindung zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland besteht seit 1994 durch den Eurotunnel. Er ist mit 50 Kilometern der drittlängste Eisenbahntunnel der Welt, 38 Kilometer davon verlaufen unter dem Meer. Außerdem verkehren Fähren zwischen beiden Ländern.

„Kultur des Schweigens“ zu Missbrauch in UNO

Dutzende Mitarbeiterinnen der Vereinten Nationen haben einem Medienbericht zufolge sexuellen Missbrauch erlitten. Wie der britische „Guardian“ unter Berufung auf Gespräche mit derzeitigen und ehemaligen UNO-Mitarbeitern berichtet, herrsche in der internationalen Organisation allerdings eine „Kultur des Schweigens“ und der Straflosigkeit.

Auf Opfer werde oft Druck ausgeübt, die mutmaßlichen Täter würden nicht bestraft und blieben in ihren Ämtern, hieß es in dem Bericht. 15 Befragte gaben an, in den letzten fünf Jahren sexuelle Belästigung erlebt zu haben, sieben von ihnen hatten das intern gemeldet. Die in mehr als zehn Ländern arbeitenden Opfer wollten aus Angst anonym bleiben, schrieb der „Guardian“.

Bei Meldung „Karriere vorbei“

Viele fürchten die Folgen einer Beschwerde: „Wenn man es meldet, dann ist deine Karriere vorbei“, sagte eine Frau dem Blatt. Drei Frauen, die Übergriffe gemeldet hatten, gaben an, seitdem entweder ihre Arbeit verloren oder mit Kündigung bedroht worden zu sein. Die mutmaßlichen Täter seien weiterhin auf ihren Posten.

Eine Frau berichtete von einer Vergewaltigung durch einen Vorgesetzten. Eine interne Untersuchung habe trotz medizinischer Untersuchungen und Zeugenaussagen keine ausreichenden Beweise für die Tat gefunden.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres wolle „unerbittlich“ mit dem Thema umgehen, sagte sein Sprecher Stephane Dujarric in New York. Es gehe dabei auch um Gleichbehandlung der Geschlechter und Machtgleichheit. Die Organisation wolle nun die Mitarbeiter befragen und eine Anlaufstelle einrichten.

Sport

Ski alpin: Goggia lässt Vonn klar hinter sich

Trainingsdominatorin Lindsey Vonn hat sich in der ersten Abfahrt in Cortina d’Ampezzo geschlagen geben müssen. Die US-Amerikanerin belegte heute den zweiten Platz hinter Lokalmatadorin Sofia Goggia, die ihre aktuelle Topform mit dem zweiten Abfahrtssieg in Folge eindrucksvoll unter Beweis stellte. Die Österreicherinnen dagegen müssen weiter auf den ersten Triumph auf der Tofana seit Renate Götschl vor elf Jahren warten.

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Skiflug-WM: Norweger starten hoch motiviert

Die norwegische Mannschaft ist der große Favorit bei der heute beginnenden Skiflug-WM. Nach dem Doppelsieg bei der Generalprobe auf dem Kulm reiste das Team des österreichischen Trainers Alexander Stöckl hoch motiviert nach Oberstdorf. „Wir sind mannschaftlich schon den gesamten Winter stark“, sagte Stöckl, der aber auch Stefan Kraft bei den Titelkämpfen einiges zutraut. Die Deutschen, Polen und Slowenen seien ebenfalls nicht zu unterschätzen.

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Wirtschaft

Athen will weitere Häfen verpachten

Das schuldengeplagte Griechenland kommt bei seinen Privatisierungen voran. Nach der Verpachtung der zwei größten Häfen Piräus und Thessaloniki sollen nun weitere wichtige Hafenanlagen privatisiert werden, sagte ein hoher Funktionär des griechischen Finanzministeriums der dpa.

Unter anderem soll der Hafen von Alexandroupoli im äußersten Nordosten des Landes verpachtet werden. Er könnte eine Drehscheibe für den Transport von Erdgas werden. Amerikanische Unternehmen planen dort ein Gasdepot zu bauen. Der Hafen hat eine Bahnanbindung, die Griechenland mit Ost- und Mitteleuropa verbindet.

Bereits 14 Flughäfen verpachtet

Verpachtet werden sollen auch der touristisch wichtige Hafen der Jetset-Insel Mykonos und jene von Korfu und Heraklion auf Kreta. Auf der Liste des Privatisierungsfonds und der Schuldenagentur stehen auch die Häfen Lavrion und Elefsina im Großraum Athen sowie die Häfen Patras und Igoumenitsa, die als Tore nach Italien gelten.

Das völlig überschuldete Griechenland bekommt seit Jahren Hilfsgelder, die an Sparprogramme, Privatisierungen und Strukturreformen geknüpft sind. Athen hat sich verpflichtet, Privatisierungen zu beschleunigen. 14 Flughäfen wurden bisher verpachtet.

Uniformen von Air Berlin kommen ins Museum

Mehr als hundert größere Objekte der deutschen Niki-Muttergesellschaft Air Berlin wie Flugzeugmodelle und Uniformen wandern ins Technikmuseum Berlin.

„Dieser Teil der Luftfahrtgeschichte muss erhalten werden. Für uns als Deutsches Technikmuseum mit Sitz in Berlin ist dies ein besonderes Anliegen“, sagte der Vorstand der Stiftung, Dirk Böndel, heute. „Historisch einmalige Objekte“ gingen so nicht verloren, sondern würden in der Sammlung aufbewahrt und museal erschlossen.

Die Fluggesellschaft Air Berlin war 1979 gestartet und hatte Mitte August vergangenen Jahres die Insolvenz erklärt. Ende Oktober landete der letzte Air-Berlin-Flug auf dem Berliner Flughafen Tegel.

Chronik

Erneut Angriff in russischer Schule - sechs Verletzte

Beim dritten Angriff in einer russischen Schule innerhalb einer Woche hat ein Neuntklässler sechs Menschen verletzt. Der zehnjährige Bub griff heute in Ulan-Ude in der sibirischen Region Burjatien Schüler einer siebenten Klasse mit einer Hacke an, wie das Staatliche Ermittlungskomitee in Moskau mitteilte. Außerdem zündete er im Klassenzimmer einen Molotowcocktail.

Sondereinheit der Polizei vor der Schule in Ulan-Ude

APA/AP/Anna Ogorodnik

Verletzt wurden fünf Schüler und eine Lehrerin. Auch der mutmaßliche Täter sei nach einem Suizidversuch ins Krankenhaus gebracht worden. Erst am Montag hatten zwei Schüler höherer Klassen in der Stadt Perm am Ural Volksschüler mit Messern angegriffen - es gab 15 Verletzte. Am Mittwoch stach ein 16-Jähriger in einer Dorfschule im sibirischen Gebiet Tscheljabinsk auf einen Mitschüler ein.

Der Präsidentenvertreter für Sibirien, Sergej Menjailo, schloss einen Zusammenhang der Vorfälle nicht aus. „Ich bin sicher, dass die Ermittlungen ergeben werden, dass es einen Organisator gibt“, sagte er laut Agentur Interfax. Die Behörden richteten den Blick auf Gruppen in Sozialen Netzwerken, die sich mit Amokläufen an Schulen beschäftigen. Solche Gruppen würden gesperrt, kündigte das russische Telekommunikationsministerium an.

IT

Science

Gesundheit

Website listet rauchfreie Lokale auf

Auf der Homepage Da.stinkts.net werden österreichweit garantiert rauchfreie Lokale ausgewiesen. Heute Vormittag waren über 1.000 Gaststätten eingetragen. Lokale können sich entweder selbst registrieren oder auch von Gästen vorgeschlagen werden.

„Es kommen für uns nur 100 Prozent rauchfreie Lokale in Betracht. Mischlokale (also mit Raucher- und Nichtraucherbereich) bieten keinen kompletten Nichtraucherschutz, weil es wissenschaftlich als erwiesen gilt, dass auch in Nichtraucherbereichen Tabakrauch bzw. die gefährlichen, lungengängigen Feinstaubpartikel messbar sind“, so die privaten Initiatoren.

Zahl der Grippepatienten in Spitälern nimmt zu

Die Zahl der Grippepatienten nimmt zu: Mehr als 70 Patienten mit echter Grippe werden derzeit allein in den oberösterreichischen Landesspitälern auf Isolierstationen behandelt. In zwei Krankenhäusern mussten solche erst eingerichtet werden. Schnelltests sollen jetzt auch bei der schnellen Infektionsabklärung helfen.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Grippewelle auch im Burgenland angekommen

Auch im Burgenland ist zu Beginn der Woche die Grippewelle angekommen. Die Zahl der Erkrankten steige seither, hieß es von der Burgenländischen Gebietskrankenkasse. Der Impfstoff gegen Grippe ist seit Wochen ausverkauft.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Religion

Kultur

„Cry Baby“: Janis Joplin wäre 75

Heute wäre die legendäre Rock- und Bluessängerin Janis Joplin 75 Jahre alt geworden. Sie starb 1970 an einer Überdosis Heroin. Joplin war einer von vier Stars, die zwischen Juli 1969 und Juli 1971 ihr Leben ließen - allesamt erst 27 Jahre alt.

Portraet von Janis Joplin aus dem Jahr 1970

APA/dpa

Weil sie einen exzessiven bis selbstzerstörerischen Lebensstil pflegten, war bald vom „Club 27“ der Promiopfer von „Sex & Drugs & Rock ’n’ Roll“ die Rede. Außer Joplin gehörten dem „Club“ auch Brian Jones (Rolling Stones), Jimi Hendrix und Jim Morrison (The Doors) an.

Ikone der Hippiekultur

Joplin wurde zur Ikone der Hippiekultur und - ob berechtigt oder nicht - mit ihrem auf und neben der Bühne zur Schau gestellten Selbstbewusstsein zu einer frühen feministischen Leitfigur. In ihrer Bedeutung für den Sixties-Mythos rangiere sie direkt hinter Bob Dylan, urteilte wenige Jahre nach ihrem Drogentod am 4. Oktober 1970 das US-Magazin „Rolling Stone“.

In der Kindheit und Jugend erlebte das in eine typische texanische Mittelschichtfamilie geborene, von vielen wegen ihres Aussehens drangsalierte Mädchen dauerhaft prägende Schmähungen. Zu ihrem Vorbild wurde damals Bessie Smith - die ebenfalls für ihren exzessiven Lebensstil bekannt war.

Größter Erfolg ihrer Musik erst nach Tod

Mit 18 ging Joplin nach Kalifornien, um in der aufblühenden Gegenkultur Sängerin zu werden. 1966 wurde sie für die Band Big Brother And The Holding Company als Frontfrau angeheuert - und schlug voll ein, mit einem tollen Auftritt beim Monterey Pop Festival 1967, einem starken Debütalbum und dem noch besseren Nachfolger „Cheap Thrills“. Der Rest ihrer kurzen Karriere verlief wie bei so vielen früh verglühten Rockhelden. Bandprojekte scheiterten, Liebesbeziehungen endeten im Chaos, die Sucht forderte einen Tribut.

Janis Joplin auf der Bühne 1969

APA/AP

Das Album „Pearl“ erschien dann - inklusive des von Kris Kristofferson für Joplin geschriebenen Welthits „Me And Bobby McGee“ - im Februar 1971, wenige Monate nach ihrem Tod. Es führte wochenlang die US-Charts an und gilt als eine der besten Platten aller Zeiten. Joplins Tod an einer Überdosis Heroin gilt als besonders tragisch, weil sie ihre Drogensucht eigentlich bereits eine Zeit lang hinter sich hatte und in einer stabilen Beziehung stand.

Hochkonjunktur für Schrumpffilme

Mit „Hilfe, ich habe meine Eltern geschrumpft“ und „Downsizing“ starten diesen Monat gleich zwei Komödien im Kino, die von der Schrumpfung des Menschen zum Playmobil-Manderl erzählen. Doch während sich die erste mit dem klassischen Schülerklamauk und einem Gastauftritt von Otto Waalkes begnügt, will Alexander Paynes „Downsizing“ mehr: Diese kluge Ökoparabel spielt mit dem Gedanken, dass die einzige Rettung der Welt die Eindampfung ihres größten Feindes, des Menschen, sein könnte. Matt Damon und Christoph Waltz sind die kleinen Helden eines großen und tiefgründigen Films.

Mehr dazu in Zwerge im Freizeitparadies

Leute

Prinz William bekommt viel Lob für ultrakurzen Haarschnitt

Prinz William erregt mit einem ultrakurzen Haarschnitt Aufsehen. Im neuen Look präsentierte sich der 35-Jährige gestern beim Besuch eines Kinderkrankenhauses in London.

Der Stylist Joe Mills ließ sich in der Internetzeitung The Independent mit den Worten zitieren, es sei „ein wirklich starkes Statement, ein überzeugtes Statement“, seine Haare so kurz zu schneiden. Ein Kommentator des Männermagazins „GQ“ bemerkte, mit dem Schnitt habe William offenkundig akzeptiert, dass seine Haare zurückgehen - dafür müsse man ihn feiern.

Prinz William

APA/AP/Matt Dunham

Auch der „Hollywood Reporter“ war voll des Lobes: Der Zweite in der britischen Thronfolge „macht keinen Versuch, seinen Haarwuchs zu verleugnen“ - im Unterschied zu US-Präsident Donald Trump und dessen „seltsamer Drüberkämm-Frisur“.