Ausland

US-Luftwaffe tötete zahlreiche IS-Kämpfer in Libyen

Kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt hat US-Präsident Barack Obama einen Luftangriff auf Stellungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Libyen angeordnet: Gestern Abend hätten B-2-Tarnkappenbomber Lager der Dschihadisten nahe der früheren IS-Hochburg Sirte angegriffen und dabei „mehrere Dutzend“ Kämpfer getötet, sagte heute ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums in Washington.

Der Einsatz sei von Obama persönlich gebilligt worden und sei in Abstimmung mit der libyschen Einheitsregierung in Tripolis erfolgt. Der Einsatz habe auf IS-Kämpfer abgezielt, die sich nach der Rückeroberung ihrer früheren Hochburg Sirte durch Regierungsverbände in die Lager außerhalb der Stadt zurückgezogen hätten, sagte der Pentagon-Sprecher.

Laut Pentagon keine zivilen Opfer

Die angegriffenen IS-Kämpfer hätten Uniform und Waffen getragen. „Sie haben ein Sicherheitsrisiko für Libyen, die Region und die nationalen Interessen der USA dargestellt“, sagte der Sprecher. Er wertete den Einsatz als „Erfolg“. Zivile Opfer habe es nicht gegeben.

Sirte war das letzte größere vom IS kontrollierte Gebiet in Libyen. Die regierungstreuen Truppen hatten im Mai eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt gestartet und im Dezember offiziell die „Befreiung“ der Stadt verkündet. Die US-Armee hatte die Regierungstruppen dabei unterstützt; ihren Einsatz in und um Sirte hatten die USA im Dezember für beendet erklärt.

Die Dschihadisten hatten sich 2014 in der Heimatstadt des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi festgesetzt und Sirte vor einem Jahr vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Die Extremistengruppe hatte dabei vom allgemeinen Chaos profitiert, das in Libyen seit dem Sturz und Tod Gaddafis im Herbst 2011 herrscht.

Guatemala: Bruder und Sohn des Präsidenten in U-Haft

Dem Sohn und dem Bruder des guatemaltekischen Präsidenten Jimmy Morales soll wegen Betrugs der Prozess gemacht werden. Eine Richterin ließ gestern Abend (Ortszeit) die Anklage zu und ordnete Untersuchungshaft für die beiden Männer an.

Sie sollen über das Katasteramt Dienstleistungen abgerechnet haben, die niemals erbracht wurden. Insgesamt entstand ein Schaden von 400.000 US-Dollar (377.000 Euro). In dem Fall wird gegen rund 25 Verdächtige ermittelt.

Guatemala war zuletzt von einer ganzen Reihe von Schmiergeldskandalen erschüttert worden. Ex-Präsident Otto Perez und seine frühere Stellvertreterin Roxana Baldetti sitzen wegen Korruptionsvorwürfen in Haft. In verschiedenen Fällen wird gegen Dutzende Politiker, Beamte und Unternehmer ermittelt.

Präsident Morales hatte seine Wahlkampfkampagne 2015 unter das Motto „Weder korrupt noch Dieb“ gestellt und versprochen, den Korruptionssumpf trockenzulegen. Die Generalstaatsanwaltschaft und die Internationale Kommission gegen Straffreiheit (CICIG) treiben die Ermittlungen voran.

300 mutmaßliche Islamisten in Ägypten angeklagt

Rund 300 mutmaßliche Islamisten aus dem Umfeld der verbotenen Muslimbruderschaft müssen sich in Ägypten wegen einer Anschlagserie vor Gericht verantworten. Die 304 Angeklagten seien Mitglieder der militanten Gruppen Hassam und Liwaa al-Thaura, die sich zu mehreren Attacken in Kairo und im Nil-Delta bekannt hatten, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Die meisten Beschuldigten, unter ihnen auch die Anführer der Muslimbruderschaft in der Türkei, leben im Ausland. Die Anklage wirft ihnen vor, nach der Zerschlagung der Muslimbruderschaft den bewaffneten Kampf gegen die Regierung fortgesetzt zu haben. Die Anhänger der Islamistenorganisation, aus deren Reihen der 2013 entmachtete Präsident Mohammed Mursi hervorgegangen war, weisen jegliche Verantwortung für solche Gewalttaten zurück.

Trumps Finanzminister verteidigt sich vor Senat

Der designierte US-Finanzminister Steven Mnuchin weist Vorwürfe zurück, er habe mit seiner Bank OneWest während der Finanzkrise Zehntausende Hausbesitzer durch Zwangsversteigerungen in den Ruin getrieben. Ihm werde seit seiner Nominierung vorgehalten, die Schwierigkeiten anderer zur Gewinnsteigerung ausgenutzt zu haben, heißt es im Entwurf seiner Eingangserklärung für die kommende Senatsanhörung.

Mnuchin: Vorwürfe politisch motiviert

„Nichts könnte von der Wahrheit weiter entfernt sein“, sagte der ehemalige Goldman-Sachs-Banker, Hedgefonds-Manager und Hollywood-Investor. Die Vorwürfe gegen ihn seien politisch motiviert, so Mnuchin. Seine Bank habe keineswegs reihenweise Zwangsversteigerungen veranlasst. Vielmehr habe OneWest Zehntausenden säumigen Schuldnern Krediterleichterung gewährt, damit sie ihr Eigentum behalten könnten.

Mnuchin wehrt sich mit seinen Äußerungen gegen Vorwürfe der Demokraten, er habe nach einer für seine Bank lukrativen Übereinkunft mit der Einlagensicherung FDIC zur Übernahme von Verlusten mehr als 36.000 Zwangsversteigerungen angeordnet.

Der Senat muss zustimmen, damit Mnuchin wie von Trump gewünscht Finanzminister werden kann. Als Finanzminister erwartet den ehemaligen Wall-Street-Manager eine schwierige Aufgabe, weil Trumps Pläne für niedrigere Steuern und höhere Ausgaben das US-Haushaltsdefizit und den Dollar in die Höhe treiben sowie die Inflation anheizen könnten.

Inland

Zahl der Asylentscheidungen stieg stark

Die Zahl der Entscheidungen im Asylverfahren ist im Vorjahr stark gestiegen, und zwar auf 57.439 in der Erstinstanz. Das eilte das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl heute in einer Bilanz mit. In 48 Prozent der Fälle gab es positive Entscheidungen, also entweder Asyl oder subsidiären Schutz.

Besonders gute Chancen hatten Flüchtlinge aus Syrien, die zu 89 Prozent positiv beschieden wurden. Auch bei Bürgern Somalias gab es noch mehrheitlich (57 Prozent) schutzgewährende Entscheidungen. Die Verfahrensdauer lag durchschnittlich bei neun Monaten. Heuer will man acht Monate erreichen und Mitte 2018 auf drei Monaten sein.

Stärkste Nation bei den Anträgen waren Afghanen mit gesamt 11.742. Dahinter folgten Syrer mit 8.845 und Iraker mit 2.837.

Sobotka, De Maiziere für längere Grenzkontrollen

Deutschland und Österreich wollen die Grenzkontrollen auf unbestimmte Zeit verlängern. Wegen der noch nicht ausreichenden Sicherung der EU-Außengrenzen und der derzeitigen Terrorlage sei das erforderlich, sagte Deutschlands Innenminister Thomas de Maiziere heute in Berlin nach einem Treffen mit Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP).

„Die entsprechenden Maßnahmen werden wir dann auch ergreifen.“ Ein gemeinsames Vorgehen soll mit weiteren Staaten wie Dänemark bei einem Treffen der EU-Innenminister in Malta nächste Woche besprochen werden. De Maiziere hatte bereits Ende des Jahres angekündigt, die Kontrollen deutlich über den Februar hinaus fortzusetzen zu wollen.

Die Grenzen zu Deutschland seien zwar „wahre Wirtschaftsachsen“, sagte Sobotka. Nur sei auch das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung gestiegen. „Wir unterstützen den Weg Deutschlands.“

Wirtschaft

Draghi: Fehlende politische Reformen bremsen Konjunktur

EZB-Chef Mario Draghi hat die scharfe Kritik aus Deutschland an der anhaltend lockeren Geldpolitik der Euro-Notenbank zurückgewiesen. Er spielte den Ball an die Politik zurück. Zuvor beließ die EZB den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.

Es gebe zwar Anzeichen für eine etwas stärkere Erholung der Weltwirtschaft, sagte Draghi. Doch werde das Wachstum in der Euro-Zone durch fehlende Strukturreformen gebremst. Draghi hatte von Beginn an immer betont, dass die EZB alleine mit ihren monetären Maßnahmen die Krise nicht beseitigen kann, sondern es darum geht, Zeit zu gewinnen, damit die Politik Reformen umsetzen kann.

„Müssen Geduld haben“

„Wir müssen Geduld haben“, forderte der Italiener in Frankfurt. Die Wirtschaft in der Euro-Zone sei nach wie vor auf eine erhebliche Unterstützung durch die Währungshüter angewiesen. Deshalb seien noch niedrige Zinsen erforderlich. Die konjunkturelle Erholung der gesamten Euro-Zone liege im Interesse aller - auch Deutschlands. Wenn sie sich verfestige, würden auch die Zinsen wieder steigen.

Die Währungshüter pumpen seit März 2015 über den Kauf von Staatsanleihen Woche für Woche Milliarden in das Finanzsystem. Erst im Dezember hatten sie das Programm um neun Monate bis Ende 2017 verlängert. Das Gesamtvolumen wird dadurch - andere Titel wie Pfandbriefe oder Firmenanleihen eingeschlossen - auf 2,28 Billionen Euro anschwellen.

Markenrechte von Schlecker sollen verkauft werden

Fünf Jahre nach der Pleite der Drogeriekette sollen die Markenrechte von Schlecker verkauft werden. Es sei allerdings „schwer, einen Käufer zu finden“, sagte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz der „Wirtschaftswoche“. „Wir wollen die Marke auch nicht an Glücksritter verkaufen, die den Namen dann für fragwürdige Geschäfte missbrauchen.“

Geiwitz geht davon aus, dass das Insolvenzverfahren „noch vier bis fünf Jahre“ dauert. Vor allem die Klagen gegen ehemalige Lieferanten wegen illegaler Preisabsprachen dürften mehrere Jahre in Anspruch nehmen. „Wir gehen gegen die Beteiligten aus fünf Kartellen gerichtlich vor, darunter sind Hersteller von Kaffee, Süßwaren, Drogerieartikeln und Waschmitteln“, sagte Geiwitz.

27.000 Ex-Beschäftigte warten auf Geld

Die Forderungen belaufen sich seinen Angaben zufolge auf rund 335 Millionen Euro ohne Zinsen. Im Erfolgsfall würden vor allem die früheren Verkäuferinnen profitieren. „Schadenersatzzahlungen kämen in erster Linie den rund 27.000 früheren Beschäftigten von Schlecker zugute“, sagte Geiwitz.

Die Drogeriemarktkette Schlecker hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Im Sommer desselben Jahres stimmten die Gläubiger für eine Zerschlagung des Unternehmens. Lieferanten bekamen ihr Geld fast komplett zurück, die Beschäftigten und Hunderte Vermieter gingen leer aus. Anfang März beginnt in Stuttgart ein Prozess gegen den Firmengründer Anton Schlecker und seine Familie wegen möglicher Straftaten im Zusammenhang mit der Pleite.

Textildiskonter KiK will bald USA erobern

Die Turbulenzen im deutschen Modehandel können dem Textildiskonter KiK nichts anhaben. 2016 sei ein „extrem gutes Jahr“ für das Unternehmen gewesen, sagte Firmenchef Patrick Zahn in Düsseldorf. Während viele andere Textilhändler zu kämpfen hätten, habe KiK die Umsätze erneut deutlich gesteigert.

In den nächsten Jahren will der Billiganbieter die Zahl der Filialen von derzeit 3.439 auf rund 5.000 erhöhen. Allein in diesem Jahr sollen 188 neue Geschäfte hinzukommen. Zusätzlich übernimmt KiK 40 bis 60 deutsche Filialen der Schweizer Modekette Charles Vögele.

„Fast unbegrenztes Wachstumspotenzial“

Der größte Teil des Wachstums soll sich jedoch künftig im Ausland abspielen. Bisher ist der Textildiskonter außer in Deutschland und Österreich in acht europäischen Ländern präsent. Bereits in diesem Jahr sollen darüber hinaus die ersten Filialen in Italien eröffnet werden. Danach soll jedes Jahr ein weiteres europäisches Land folgen.

Für 2019 plant KiK außerdem den Einstieg in den US-Markt. „Wir sind überzeugt, dass KiK perfekt in die USA passt“, sagte Zahn. Bisher gebe es dort eigentlich keine Textildiskonter. Für das Unternehmen biete sich hier ein fast unbegrenztes Wachstumspotenzial. Vorbild sei nicht zuletzt der Diskonter Aldi, der in den USA seit Jahren erfolgreich sei.

Winterkorn bestreitet frühzeitige Kenntnis von Abgasskandal

Der frühere VW-Chef Martin Winterkorn hat vor dem Untersuchungsausschuss des deutschen Bundestags zum Abgasskandal bestritten, frühzeitig über die Manipulationen informiert gewesen zu sein. „Das ist nicht der Fall“, sagte Winterkorn heute zu den Berichten, wonach er früher über die Vorgänge informiert gewesen sei als bisher bekannt. Zu Beginn seiner Befragung als Zeuge zeigte er sich erschüttert von dem Skandal.

„Lückenlose Aufklärung war und ist jetzt das Gebot der Stunde“, sagte Winterkorn, der in Begleitung von zwei Anwälten vor dem Ausschuss erschien. Der Skandal habe Volkswagen „in eine schwere Krise gestürzt“. „Das endgültige Ausmaß des Schadens ist bis heute nicht vollends absehbar.“

Die Sache koste Volkswagen „Unmengen Geld und, was mindestens ebenso schwer wiegt, das Vertrauen der Kunden und der Bevölkerung“. Winterkorn entschuldigte sich erneut.

„Kein Schreckensregime“

Der 69-Jährige ergänzte, es stelle sich die „berechtigte Frage“, wie das passieren konnte. Die „Kardinalfrage“ laute: „Wer ist dafür verantwortlich?“ Unter seiner Führung habe es aber „mit Sicherheit kein Schreckensregime“ gegeben. „Nie hatte ich den Eindruck, dass man sich scheute, ein offenes Wort an mich zu richten“, sagte Winterkorn in seinem Eingangsstatement.

„Habe rasch informiert“

Nach dem Bekanntwerden der Manipulationen Ende September 2015 habe er sowohl die deutsche Regierung als auch die zuständigen Behörden rasch über das Ausmaß informiert, so Winterkorn.

Im Herbst 2015 war bekanntgeworden, dass VW mit einer illegalen Software den Abgasausstoß seiner Autos bei Tests drückte. Winterkorn trat kurz darauf zurück.

Sport

Ski alpin: Reichelt kratzt in Kitz an Trainingsbestzeit

Die Abfahrt auf der Streif von Kitzbühel am Samstag (11.30 Uhr, live in ORF eins) verspricht ein enges Rennen zu werden. Denn das letzte Training wurde heute zu einem Hundertstelkrimi. Hannes Reichelt belegte mit nur 0,02 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit als bester Österreicher Rang zwei.

Schneller als der Sieger von 2014 war nur der Norweger Aleksander Aamodt Kilde. Auch der Dritte Kjetil Jansrud lag nur 0,07 Sekunden hinter seinem Landsmann. Keinen guten Tag erwischten hingegen die Abfahrer aus den USA.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Australian Open: Djokovic scheitert in Runde zwei

Die Australian Open 2017 haben ihre erste Sensation. Novak Djokvovic musste sich heute dem Außenseiter Denis Istomin in fünf Sätzen geschlagen geben. Durch die frühzeitig verpasste Titelverteidigung erlitt der Serbe auch einen herben Rückschlag im Kampf um die Rückeroberung der Nummer-eins-Position.

Istomin, der im ATP-Ranking auf Platz 117 liegt und nur durch eine Wildcard im Hauptfeld steht, jubelte indes nach der fast fünfstündigen Partie über den „größten Erfolg“ seiner Karriere.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Manchester United neuer Umsatz-König

Sportlich ist es bei Manchester United in der vergangenen Saison nicht nach Wunsch gegangen, finanziell ist der englische Rekordmeister jedoch erstmals seit 2003/04 wieder Umsatz-König. Das geht aus der Studie „Football Money League“ der Wirtschaftsprüfer von Deloitte hervor.

ManUnited löste mit einer Steigerung von 169,5 Mio. Euro im Vergleich zum Jahr davor Real Madrid als umsatzstärksten Club der Welt ab und steht damit stellvertretend für den Erfolg der englischen Liga.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Teheran: Viele tote Feuerwehrleute bei Hochhauseinsturz

Mindestens 20 Feuerwehrmänner sind bei einem Großbrand und Einsturz eines 17-stöckigen Einkaufszentrums in Teheran ums Leben gekommen, wie Bürgermeister Mohammed Bagher Ghalibaf heute im Staatsfernsehen sagte. Noch seien allerdings keine Leichen geborgen worden, erklärte ein Feuerwehrsprecher dazu.

Das älteste Hochhaus des Iran stürzte nach einem Brand in den obersten Stockwerken ein. Dabei wurden Dutzende Feuerwehrleute verschüttet. Der Einsturz war live im Fernsehen zu sehen.

Das Hochhaus stürzte nach Ausbruch eines Feuers ein. Feuerwehrleute befanden sich noch im Gebäude.

In dem Hochhaus aus den 1960er Jahren befanden sich unter anderem ein Einkaufszentrum und Schneiderwerkstätten.

Gesundheit

Deutschland gibt Cannabis auf Rezept frei

Schwerkranke Menschen können in Deutschland künftig auf Kassenkosten Cannabis auf Rezept als Medizin erhalten, wenn ihnen nicht anders geholfen werden kann. Der deutsche Bundestag verabschiedete heute einstimmig eine entsprechende Gesetzesnovelle. Der Eigenanbau von Cannabis bleibt in Deutschland aber verboten.

Mit der Neuregelung, die im März in Kraft tritt, wird es schwer erkrankten Patienten unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht, getrocknete Cannabisblüten und Cannabisextrakte auf ärztliche Verschreibung in Apotheken zu erhalten. In Ausnahmefällen sollen Patienten auch Anspruch auf im Ausland zugelassene Fertigarzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol und Nabilon erhalten.

Science

Bedeutender Wikinger-Fund in Schweden

Archäologen aus Stockholm und Schleswig haben in Schweden den Sitz eines Wikinger-Herrschers entdeckt und möglicherweise auch die erste Kirche Nordeuropas. „Wenn dort die erste Kirche in Skandinavien liegt, hat das große Auswirkungen für den frühen Prozess der Christianisierung, auf das Verhältnis von Christlichem und Heidnischem“, sagte Archäologe Sven Kalmring heute.

Der Wissenschaftler vom Schleswiger Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA) und seine schwedischen Kollegen Johan Runer und Andreas Viberg hatten 2016 in Birka nahe Stockholm mittels Geophysik die Reste der rund 40 Meter langen Halle entdeckt. Sie sind überzeugt: Dort muss Präfekt Herigar regiert haben.

„Eine Kapelle“ gebaut

Schriftlichen Quellen zufolge war er einer der Ersten, die Ansgar, der Hamburger Missionar des Nordens, um 830 taufte. „Nur wenig später“, so hielt es Ansgars Nachfolger Rimbert fest, baute Herigar dort „eine Kapelle und bewährte sich fromm im Dienste Gottes“. All das, vor allem aber das von den Forschern entdeckte, an die schiffsförmige Halle grenzende Heiligtum wollen sie nun rasch ausgraben. „Wir wissen jetzt wo“, sagte Kalmring. Womöglich sei eine heidnische Kultstätte später zur Kirche umgewidmet worden.

Die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Siedlung Birka ist älter als gedacht. Bereits in der Merowinger- und Vendelzeit (650 bis 750 nach Christus) sei das Gelände um den Kreuzhafen - später getrennt von einem Stadtwall - besiedelt gewesen, so die Forscher weiter. Birka gehört neben Ribe in Dänemark, Kaupang in Norwegen und Haithabu in Schleswig-Holstein zu den ersten bedeutenden Stadtexperimenten der Wikinger.

Kultur

Sängerin des Welthits „Lambada“ tot in Auto gefunden

Die brasilianische Sängerin des Welthits „Lambada“, Loalwa Braz Vieira (63), ist tot aufgefunden worden. Ihre verbrannte Leiche wurde heute Früh in dem Ort Saquarema nahe Rio de Janeiro in einem Auto entdeckt, wie die Polizei der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Auch wenn die Umstände noch unklar seien, gehe man von einem Verbrechen aus.

Das verbrannte Auto wurde nahe ihrer Wohnung gefunden. Braz erlangte 1989 als Sängerin der Gruppe Kaoma Weltruhm, der Song stand in vielen europäischen Hitparaden wochenlang an Platz eins. Das Lied geht zurück auf den Titel „Llorando se fue“ („Weinend ging sie“) der bolivianischen Gruppe Los Kjarkas und wurde zu einem Tanzhit, der weltweit die Diskotheken eroberte.

„Manchester by the Sea“: Familiendrama mit Tiefgang

„Manchester by the Sea“, so lautet der Name einer rund 6.000 Einwohner zählenden Küstenstadt an der amerikanischen Ostküste, rund eine Autostunde von Boston entfernt. Dort siedelt US-Regisseur Kenneth Lonergan sein gleichnamiges Drama an.

Kenneth Lonergans Familiendrama gilt als einer der besten Filme des letzten Jahres und hat bereits zahlreiche Auszeichnungen gewonnen.

Im Mittelpunkt steht ein Mann Mitte 30, der durch den Tod seines Bruders aus seiner Lebenslethargie gerissen wird. „Manchester by the Sea“ gilt als einer der Mitfavoriten für den Oscar als bester Film, Casey Affleck wird als einer der besten Hauptdarsteller gehandelt.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Verlage können Hörbücher nun direkt Apple anbieten

Nach Verfahren deutscher und europäischer Wettbewerbshüter wird Apple die Hörbücher für seine iTunes-Plattform nicht mehr nur exklusiv bei der Amazon-Tochter Audible beziehen. Die EU-Kommission und das deutsche Bundeskartellamt begrüßten den Schritt und stellten ihre Verfahren ein. Sie gingen auf eine Beschwerde des Börsenverbands des Deutschen Buchhandels zurück.

Der Verband, der die Interessen von deutschen Verlagen und Buchhandlungen vertritt, ging gegen die Exklusivvereinbarungen vor, laut denen Apple die Hörbücher für seinen Download-Dienst nur bei Audible bezog. Audible belieferte keine anderen Musikplattformen. Diese weltweite Ausschließlichkeit wurde zum Jänner aufgehoben.

Audible wird weiter mit Apple zusammenarbeiten - die Verlage können nun aber auch direkt ihre Hörbücher dem iPhone-Konzern anbieten.

Medien

Türkei: Medienaufsicht verurteilt Satire über Anschlag

Ein Satirebeitrag im französischen Radio über den Silvesteranschlag in einem Istanbuler Nachtclub sorgt für Empörung in der Türkei. Der Chef der Medienaufsicht (RTÜK) beschwerte sich bei seinem französischen Kollegen über das Lied des Sängers Frederic Fromet, wie die Nachrichtenagentur Anadolu heute berichtete.

„39, Tote, na und? Das ist weit weg, und es ist doch ganz nett, sein Leben im Konfettiregen zu beenden“, sang Fromet am 6. Jänner im Radiosender France Inter über die Melodie des Partyhits „Macarena“.

RTÜK-Chef: „Verstörend“

RTÜK-Chef Ilhan Yerlikaya bezeichnete das Lied in seinem Schreiben an den Präsidenten der französischen Medienaufsicht CSA, Olivier Schrameck, als „verstörend“. Auch die Franzosen wären empört gewesen, falls ausländische Medien ein solches Lied über die Pariser Anschläge vom 13. November veröffentlicht hätten, schrieb Yerlikaya.

Fromet äußerte auf seiner Facebook-Seite sein Bedauern darüber, dass seine „brüderliche Botschaft“ von einigen nicht verstanden werde. Er habe die Gleichgültigkeit vieler Menschen über Anschläge in der Ferne beklagen wollen. Fromet bekundete seine „vollständige Solidarität“ mit den Opfern von Attentaten, unabhängig davon, wo diese verübt würden.

Religion

Kopftuch und Schulkreuz: Experten mahnen zu Seriosität

Für mehr Sachlichkeit plädieren Juristen und Religionswissenschaftler in der aktuellen Debatte über Kopftuch und andere religiöse Symbole im öffentlichen Dienst. Eine differenzierte Betrachtung der viele Aspekte umfassenden Thematik sei „unerlässlich“, so die Wiener Religionsrechtler Brigitte Schinkele und Richard Potz in einem Beitrag für die neue Ausgabe der Wochenzeitung „Die Furche“ (Donnerstag-Ausgabe).

Mehr dazu in religion.ORF.at

IT

Deutsche Seite Yolocaust wird zu Internethit

Der deutsche Autor und Satiriker Shahak Shapira (28) hat mit einer entlarvenden Website über das Verhalten von Touristen am Holocaust-Mahnmal in Berlin einen Internethit gelandet.

Die Seite Yolocaust.de wurde nach Angaben von Shapiras Agentin in den ersten zwölf Stunden mehr als 500.000-mal aufgerufen. Das Wort „yolocaust“ setzt sich aus dem in sozialen Netzwerken beliebten Hashtag YOLO (You Only Live Once/Du lebst nur einmal) und Holocaust zusammen.

Auf der Website hat Shapira Fotos aus Sozialen Netzwerken zusammengestellt, auf denen Touristen am Denkmal für die ermordeten Juden Europas fröhlich posieren. Bewegt man den Mauszeiger über die Bilder, werden die Protagonisten in Bilder aus nationalsozialistischen Vernichtungslagern montiert.

„Der deutscheste Jude der Welt“

Die Idee für die Website sei in den vergangenen Monaten entstanden, sagte die Sprecherin. Anlass der Veröffentlichung sei der Tag zum Gedenken an die Opfer des Holocaust am 27. Jänner.

Der in Israel geborene Shapira wurde Anfang 2015 in Deutschland bekannt. Er hatte sich nicht gefallen lassen, dass junge Männer in der Berliner U-Bahn antisemitische und antiisraelische Parolen grölten, und war deshalb bespuckt und verprügelt worden. Die Geschichte seiner Familie und das Leben als Jude in Deutschland hat er in seinem Buch „Das wird man ja wohl noch schreiben dürfen! Wie ich der deutscheste Jude der Welt wurde“ beschrieben.

„Super Mario“ ab März auch für Android

Drei Monate nach dem Start auf dem iPhone kommt die Spiele-App „Super Mario Run“ auch auf Android-Smartphones. Nintendo kündigte heute an, im März stehe das Spiel zur Verfügung. Am 2. Februar startet das japanische Unternehmen mit dem taktischen Rollenspiel „Fire Emblem Heroes“ - es läuft auf den Betriebssystemen von Apple und von Google.

Super Mario Run

AP/Nintendo

An der Spitze der Downloadcharts

Nintendo bietet erst seit Kurzem Spiele auch fürs Smartphone an. Das Unternehmen dürfte auch durch den Erfolg von „Pokemon Go“ in seiner neuen Strategie bestärkt worden sein. Die Spiele-App war von Niantic mit Unterstützung von Nintendo entwickelt worden und ist enorm erfolgreich.

„Super Mario“ ist seit Mitte Dezember für iPhone-Nutzer verfügbar. Eine Basisversion ist kostenlos, die Komplettversion kostet allerdings 9,99 Euro. Das Spiel schaffte es laut Marktforschungsunternehmen Sensor Tower innerhalb kürzester Zeit an die Spitze der Downloadcharts in Deutschland, Japan, Australien und Großbritannien.

Lifestyle