Ausland

Schwere Ausschreitungen in Senegal

In der senegalesischen Hauptstadt Dakar ist es in der Nacht zu schweren Ausschreitungen gekommen. Auslöser war der Entscheid des Verfassungsgerichts, Präsident Abdoulaye Wade zu gestatten, Ende Februar für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Für Verärgerung sorgte zudem, dass dem Weltmusik-Star Youssou N’Dour nicht erlaubt wurde, für die Präsidentschaftswahl zu kandidieren.

N’Dour sagte im Fernsehsender France 3, der Entscheid des Verfassungsgerichts werde zu neuen „Spannungen“ führen. Wade werde mit seinem „Gewaltstreich“ nicht durchkommen.
„Der Entscheid, mich nicht mitmachen zu lassen, hatte nichts mit dem Gesetz zu tun.“

Das Gericht erklärte, der international bekannte Sänger habe nicht die nötigen 10.000 gültigen Unterschriften von Unterstützern erhalten, sondern nur 8.900 gültige Unterschriften vorgelegt. Der Sänger selbst hatte von fast 13.000 Unterschriften gesprochen.

Weiter Widerstand Moskaus gegen Syrien-Resolution

Im Ringen um eine UNO-Resolution zur Gewalt in Syrien ist im Weltsicherheitsrat noch kein Kompromiss absehbar. Trotz deutlicher Mehrheit für einen europäisch-arabischen Resolutionsentwurf zeigten sich die Russen gestern in New York nach Angaben von Diplomaten ablehnend.

Als Vetomacht kann Moskau jede noch so starke Mehrheit überstimmen und hat es zusammen mit China Anfang Oktober auch getan, um seinen Verbündeten und Waffenkunden Syrien vor Kritik zu bewahren. Die Situation im Sicherheitsrat wurde als „eher angespannt“ beschrieben.

In der Sondersitzung hatte Marokko einen Resolutionsentwurf vorgelegt, der auch die deutsche Handschrift trägt. Er folgt im Wesentlichen einem Beschluss der Arabischen Liga vom vergangenen Wochenende. Darin werden politische Reformen und ein Ende der Gewalt gefordert, der seit März mehr als 5.600 Menschen zum Opfer gefallen sein sollen.

Entwurf für Russland enttäuschend

Den Angaben zufolge bezeichnete der russische Botschafter Witali Tschurkin den Resolutionsentwurf als enttäuschend. Er wehrte sich gegen ein Waffenembargo. Russland hatte dem international geächteten Regime gerade Kampfflugzeuge im Werte von 427 Millionen Euro verkauft. Zudem unterhält die russische Marine in Syrien einen wichtigen Stützpunkt.

USA: Pakistanischer Arzt verriet Bin Laden

US-Verteidigungsminister Leon Panetta hat erstmals öffentlich eingestanden, dass ein pakistanischer Arzt den USA vor dem Angriff auf Osama bin Laden wichtige Informationen geliefert hat.

Shakil Afridi hatte im Auftrag der CIA Impfungen durchgeführt, um so an DNA zu gelangen und die Anwesenheit bin Ladens in seinem Anwesen in der pakistanischen Stadt Abbottabad zu bestätigen. Dort wurde der Al-Kaida-Führer im Mai von einer US-Sondereinheit getötet.

Panetta sagte in der Sendung „60 Minutes“ auf CBS, die am Sonntag ausgestrahlt wird, er sei sehr besorgt, weil der Arzt inzwischen in Pakistan wegen Landesverrats angeklagt worden sei.

Tausende demonstrieren auf Tahrir-Platz

Auf dem zentralen Kairoer Tahrir-Platz haben gestern erneut Tausende Ägypter für eine Übergabe der Macht an eine zivile Regierung demonstriert. Mehr als 60 Oppositionsgruppen riefen zum Protest auf. Die ägyptische Demokratiebewegung wirft dem Militärrat massive Menschenrechtsverletzungen seit dem Sturz von Präsident Hosni Mubarak im Februar vergangenen Jahres vor.

Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen wurden in den vergangenen Monaten rund 90 Demonstranten bei gewaltsamen Auseinandersetzungen getötet. Mindestens 12.000 Zivilisten sollen zudem von Militärgerichten abgeurteilt worden sein.

Die Menschenrechts- und Gefangenenhilfeorganisation Amnesty International schrieb in einem 62-Seiten-Bericht, die ägyptischen Militärmachthaber hätten die in die Revolution gesetzten Erwartungen nicht nur enttäuscht: „Die neuen Machthaber haben die Unterdrückung aus der Mubarak-Ära fortgesetzt, teils sogar verstärkt.“

ElBaradei legt Plan für Übergang zu Demokratie vor

Der frühere Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohamed ElBaradei, hat für sein Heimatland Ägypten einen Plan für den Übergang zu einer realen Demokratie vorgelegt. Das in den vergangenen Monaten gewählte Parlament solle „sofort einen Interimspräsidenten wählen“, empfiehlt ElBaradei in dem Plan.

Als ehemaliger IAEA-Chef und Friedensnobelpreisträger des Jahres 2005 verfügt ElBaradei in den gebildeten Kreisen über ein hohes Ansehen. Bei den Parlamentswahlen setzten sich aber die Muslimbrüder und radikalen Islamisten durch. ElBaradei erklärte bereits vor zwei Wochen, dass er nicht für das höchste Staatsamt kandidiere. Die bisherigen Pläne sehen vor, dass ab Ende Jänner der Senat (Schura) als zweite Parlamentskammer gewählt wird.

Nach ElBaradeis Vorstellungen soll das Parlament umgehend einen Ausschuss damit beauftragen, eine neue Verfassung zu erarbeiten. Diese müsse einen zivilen Staatsaufbau und Grundrechte garantieren. Die Wahl eines Präsidenten ist bisher für Ende Juni vorgesehen, allerdings gibt es wachsende Zweifel, ob das Militär bereit sein wird, die Macht abzugeben.

Niederländische Regierung beschließt Burkaverbot

Die niederländische Regierung hat gestern einem Gesetzesentwurf für ein Burkaverbot zugestimmt. Über das Vorhaben muss noch in beiden Kammern des Parlaments abgestimmt werden. In der Bevölkerung genießt das Vorhaben laut Umfragen breite Unterstützung.

Zugleich ist der Schritt eher symbolisch - Schätzungen zufolge tragen lediglich etwa 300 muslimische Frauen im Land die Gesicht und Körper verhüllende Kleidung in der Öffentlichkeit.

Der rechtspopulistische niederländische Politiker Geert Wilders bezeichnete den Beschluss des Kabinetts als „fantastische Neuigkeit“. Im vergangenen Jahr hatten auch Belgien und Frankreich das Tragen von Burkas in der Öffentlichkeit verboten.

Nordkorea verhängt völliges Handyverbot

Während sich Nordkorea nach dem Tod von Kim Jong Il offiziell mitten in der 100-tägigen Trauerphase befindet, scheint sich die Situation der Bevölkerung dramatisch zu verschlechtern. Die Zahl der Fluchtversuche soll zuletzt stark zugenommen haben. Das Regime von Kims Sohn und Nachfolger Kim Jong Un reagiert mit besonderer Härte auf die angespannte Lage: Nicht nur jeglicher Fluchtversuch, auch das bloße Benutzen eines Mobiltelefons soll als Kriegsverbrechen geahndet werden.

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25 Jahre Perestroika: So scheiterte Gorbatschow

Mitte der 1980er Jahre befand sich die Sowjetunion in einer tiefen wirtschaftlichen und politischen Krise. Also entschloss sich Parteichef Michail Gorbatschow zu einer folgenschweren Rede. Mit der Ankündigung von „Perestroika“ und „Glasnost“ vor genau 25 Jahren wollte er das Land öffnen und dem Kommunismus einen demokratischen Anstrich verpassen. Doch es kam anders: Viele Reformen scheiterten, das kommunistische Regime brach in sich zusammen. Seine Politik brachte aber auch das Ende des Kalten Krieges und den Fall der Diktaturen 1989. Experten glauben, dass auch das heutige Russland wieder vor einer Öffnung steht.

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Inland

EU-Gipfel: Faymann pocht auf Schuldenbremse in Verfassung

Österreich hält weiter an einer Verankerung der Schuldenbremse in der Verfassung fest. Das betonte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) gestern in einer Aussprache zum kommenden EU-Gipfel im Hauptausschuss des Nationalrats. „Für uns hat sich an unserer Haltung nichts geändert“, sagte Faymann mit Blick auf jüngste Entwürfe des EU-Fiskalpakts, die keine verfassungsrechtliche Verankerung der Schuldenbremse mehr verlangen.

Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) betonte, dass die Schuldenbremse „in jedem Fall dem Budgetrecht übergeordnet sein muss, damit sich die Euro-Länder aufeinander verlassen können“. Laut Faymann enthält die jüngste Formulierung der Schuldenbremse im Fiskalpakt „sowohl den bindenden als auch den permanenten Charakter und vorzugsweise in der Verfassung“.

Faymann betonte, dass „eine Reihe von Ländern“ in der Frage der Aufnahme der Schuldenbremse in die Verfassung „Schwierigkeiten angemeldet“ hätten, etwa Irland, wo Verfassungsänderungen eine Volksabstimmung erfordern.

Faymann befürchtet Fragmentierung der EU

Faymann beklagte, dass die EU durch die Gründung des Fiskalpakts weiter fragmentiert werde. „Die EU zerfällt in drei Sitzungen, das wird so kommen“, meinte der Kanzler mit Blick auf die Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs. „Es wird möglicherweise ein weiteres Treffen jener geben, die der Währungszone angehören und jener, die sich mit dem Fiskalpakt einverstanden erklärt haben.“

Sparpaket: Stöger wehrt sich gegen Vorwurf des Bremsens

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) wehrt sich gegen Vorwürfe, er bremse bei der Spitalsreform. Gegenüber der APA sagte Stöger gestern, „an mir scheitert es nicht“, wenn es schnell gehen soll. Er strebe eine umfassende Reform „so schnell wie möglich“ an.

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und die ÖVP hatten Stöger zuvor eine Verzögerung vorgeworfen, weil er gemeint hatte, dass eine neue Vereinbarung zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherung zur Spitalsfinanzierung erst mit 1. Jänner 2014 notwendig sei.

Stöger sagte dazu, er habe „ganz sicher nicht gebremst“. Mit dem Sparpaket, das im Februar vorgelegt werden soll, strebe er auch eine Grundsatzeinigung an. Darin sollten auch die Eckpunkte für eine gemeinsame Steuerung und Planung des Gesundheitswesens festgelegt werden. Die Details müssten später ausgehandelt werden. Je früher es dazu eine Einigung gebe, „desto besser“, spätestens aber 2013, damit die Neuregelung mit 1. Jänner 2014 in Kraft treten kann.

Stöger: Reform erst in zwei Jahren

Stöger hatte heute im Ö1-Interview gesagt, dass eine Spitalsreform, mit der das Angebot zwischen den Krankenhäusern und den niedergelassenen Ärzten besser abgestimmt werden soll, frühestens in zwei Jahren möglich sein wird. Vorher seien nicht viele Einsparungen möglich. Der Gesundheitsexperte Ernest Pichlbauer widerspricht: Reformen seien sofort möglich, „wenn man sich nicht vor den Ländern fürchtet“.

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Sport

Fußball: Junuzovic wechselt zu Werder Bremen

Der Transfer des österreichischen Teamspielers Zlatko Junuzovic von der Wiener Austria zu Werder Bremen ist fix. Der deutsche Bundesligist bestätigte gestern die Verpflichtung. Der 24-jährige Mittelfeldspieler soll einen Vertrag bis Sommer 2015 erhalten. Lediglich der obligatorische medizinische Check sei noch ausständig. Die offizielle Vorstellung soll am Montag im Anschluss an die Tests erfolgen. Junuzovic ist damit neben Marko Arnautovic und Sebastian Prödl der dritte ÖFB-Teamspieler in den Reihen der Bremer.

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Ski alpin: Hosp zurück auf dem Podest

Nicole Hosp hat gestern erstmals seit Dezember 2010 wieder den Sprung auf ein Weltcup-Podest geschafft. Die 28-jährige Tirolerin belegte bei der Superkombi in St. Moritz dank einer starken Vorstellung im Slalom den dritten Platz. „Die Erleichterung ist sehr groß“, jubelte Hosp. Der Sieg ging an die US-Amerikanerin Lindsey Vonn mit 0,41 Sekunden Vorsprung auf die Slowenin Tina Maze. Für Elisabeth Görgl, die nach der Abfahrt auf Rang zwei gelegen war, kam indes im Slalom das Aus.

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Wirtschaft

Fluglinie Spanair stellte Betrieb umgehend ein

Die angeschlagene spanische Fluggesellschaft Spanair stellt ihren Betrieb vollständig ein. Das teilte gestern Abend das für den Luftverkehr zuständige Ministerium in Madrid mit. Zugleich forderte es die vorwiegend in Spanien aktive Gesellschaft auf, „ihrer Verantwortung gegenüber den Passagieren“ gerecht zu werden. Die Erklärung wurde nach einer kurzfristig anberaumten Sitzung des Verwaltungsrats bekanntgegeben.

Die finanziell schwer angeschlagene spanische Fluggesellschaft Spanair stellte ihren Betrieb jedenfalls schon am Abend vollständig ein. Der letzte Flug der Gesellschaft landete einem Sprecher zufolge um 22.00 Uhr. Spanair begründete die sofortige Einstellung des Betriebs: Die Entscheidung sei angesichts der „mangelnden finanziellen Sicht für die kommenden Monate“ aus Vorsicht und zur Sicherheit getroffen worden. Das Ministerium für Infrastruktur und Transport erklärte seinerseits, die Firma sei verpflichtet, sich um die betroffenen Passagiere zu kümmern. Insbesondere müsse sie ihnen den Ticketpreis erstatten und eine alternative Beförderungsmöglichkeit zur Verfügung stellen.

Kein neuer Kredit von Katalonien

Die Region Katalonien, die einer der wichtigsten Anteilseigner der Firma ist, hatte zuvor erklärt, dass sie wegen der „aktuellen Krise“ der finanziell angeschlagenen Fluglinie keinen neuen Kredit geben könne. Diese Entscheidung sei nach dem Scheitern der Verhandlungen von Spanair mit Qatar Airways über eine finanzielle Partnerschaft getroffen worden, hieß es.

Die Region hatte im Jänner 2011 Spanair einen Notkredit von 10,5 Millionen Euro gewährt. Zuvor flossen laut Medienberichten bereits rund 90 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln in die Fluglinie.

Reservierungen nicht mehr möglich

Am Abend war es bereits nicht mehr möglich, auf der Website der Gesellschaft Tickets zu reservieren. Spanair war 1986 gegründet worden und 2009 von spanischen Aktionären, darunter der Region Katalonien, übernommen worden. Die Firma war im August 2008 durch den Unfall einer ihrer Maschinen am Flughafen von Madrid schwer getroffen worden. Das Flugzeug war beim Start abgestürzt. 154 Menschen starben bei dem Unglück. Danach wurde das Unternehmen umstrukturiert. Von den zuvor 4.000 Angestellten wurden 1.100 entlassen.

Fitch stuft fünf Euro-Länder herab

Die Ratingagentur Fitch stuft die Kreditwürdigkeit mehrerer Euro-Staaten schlechter ein. Die Bonitätswächter senkten gestern Abend das langfristige Emittentenrating (IDR) für Italien, Spanien, Belgien, Zypern und Slowenien. Die Bewertung für Irland wurde nicht angetastet. Für alle Länder bewertet Fitch den Ausblick mit negativ.

Der italienische Regierungschef Mario Monti nimmt die Herabstufung der Kreditwürdigkeit seines Landes durch Fitch gelassen. Das seien alles Dinge, die nicht neu seien, und sie urteilten nicht über die aktuelle Politik Italiens, betonte Monti, wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtete.

Steigende Arbeitslosigkeit am Bau erwartet

Die Baugewerkschaft erwartet für heuer wieder eine Arbeitslosigkeit wie im Krisenjahr 2009. 1.900 Salzburger Bauarbeiter werden heuer stempeln gehen müssen - 300 mehr als im Vorjahr.

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Euro-Krise: Juncker hat keine Lust mehr

Die Krise setzt nicht nur der Euro-Zone zu, sondern auch dem Vorsitzenden der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker. Er ist offenbar amtsmüde. Die Arbeit sei „aufreibend“ und bestehe aus einer „Unmenge von Gesprächen und Telefonaten“, so Juncker im deutschen „Handelsblatt“. Die Suche nach einem Nachfolger könnte sich allerdings schwierig gestalten. Unterdessen ließ Juncker mit einem neuen Vorschlag zur Griechenland-Rettung aufhorchen: Die Euro-Staaten sollen auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten.

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OeBS-Affäre: Aufseher angeblich früher informiert

Die Affäre um die Gelddrucktochter der heimischen Notenbank (OeBS, Banknoten- und Sicherheitsdruck) zieht weitere Kreise: Das Magazin „Format“ schreibt unter Berufung auf Vernehmungsprotokolle aus dem Strafakt, Aufsichtsräte könnten „früher und detaillierter als angenommen über dubiose Provisionszahlungen informiert gewesen sein“.

Die Staatsanwaltschaft hatte vergangenen November ein Strafverfahren gegen den gesamten jetzigen und einstigen Aufsichtsrat der OeBS eingeleitet. Diesem gehören derzeit OeNB-Chef Ewald Nowotny, -Vizechef Wolfgang Duchatczek und -Direktor Peter Zöllner an.

Provisionen für Aufträge

Die OeBS hatte zwischen 2006 und Mitte 2011 rund 14,5 Mio. Euro an Provisionen über die panamesische Briefkastenfirma Venkoy, die einem Wiener Rechtsanwalt gehört, gezahlt, um in Staaten wie Aserbaidschan und Syrien Banknoten-Druckaufträge zu erhalten. Nachdem die Affäre publik geworden war, hatte die OeNB die beiden Geschäftsführer ihrer 100-Prozent-Tochter OeBS im vergangenen Oktober gefeuert.

Beschuldigte Ex-Manager behaupten laut Vernehmungsprotokollen, dass „zumindest einzelne Aufsichtsräte sehr wohl detailliert über Umfang, Höhe und Art der Provisionszahlungen informiert gewesen seien“, berichtet „Format“ in seiner aktuellen Ausgabe.

Aussagen legen Vermutung nahe

Vor allem die Einvernahmen des Ex-OeBS-Geschäftsführers Michael Wolf, der ehemaligen OeBS-Vertriebsleiterin Raluca Tanasescu und des bereits im Jahr 2010 entlassenen Münze-Österreich-Chefs Kurt Meyer sollen diese Vermutung nahelegen. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

Die OeNB-Spitze hatte wiederholt betont, nichts davon gewusst zu haben, dass es hier um Bestechung gegangen sei.

Chronik

Unfallschock: Lenkerin wollte in Mur springen

Weil sie in Graz einen Unfall mit Sachschaden verursacht hatte, wollte eine 20-jährige Autofahrerin gestern im Schock in die Mur springen. Ihr Unfallgegner hinderte die Frau allerdings in letzter Minute an einer fatalen Kurzschlusshandlung.

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Frau verlor Baby: AKH gesteht Fehler ein

Nach der Nichtaufnahme einer Schwangeren spricht das Wiener AKH von einer Fehlentscheidung in der Ambulanz der Frauenklinik. Unabhängig davon prüfen das Amt für Sozial- und Gesundheitsrecht (MA 40) und die Patientenanwaltschaft den Fall.

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Häftling musste sich in Wien vor Altar ausziehen

Ein Justizwachebeamter soll - wie erst jetzt bekanntwurde - im Sommer des Vorjahres einen tiefgläubigen Häftling in einer Kapelle der Justizanstalt Josefstadt zu einer Leibesvisitation gezwungen haben. Der Mann wurde verwarnt. Der Fall liegt bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten.

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Schneechaos in Rumänien und Bulgarien: Fünf Tote

Infolge des Wintereinbruchs in Rumänien und Bulgarien sind fünf Menschen ums Leben gekommen. Nach heftigen Schneefällen wurde eine 87-jährige Frau nahe ihres Hauses im rumänischen Bezirk Dambovita erfroren aufgefunden, wie der Unterstaatssekretär für Gesundheit, Raed Arafat, gestern sagte.

Zwei weitere Menschen seien an Gesundheitsproblemen gestorben, weil sie der Notarzt wegen des Schnees nicht rechtzeitig erreichte. Zudem sei ein Mann in seinem Auto erfroren, das im Schnee feststeckte.

43.500 Haushalte ohne Strom

Bulgarische Medien berichteten, ein Obdachloser sei in der Hauptstadt Sofia an einer Bushaltestelle erfroren aufgefunden worden. Er war demnach „das erste Opfer des Schnees“. Wegen des Wintereinbruchs waren heute 43.500 Haushalte in 221 Ortschaften in Bulgarien weiterhin ohne Strom. Nach Angaben des Innenministeriums mussten sich die Einsatzkräfte durch bis zu zwei Meter hohe Schneeverwehungen kämpfen, um die Stromversorgung wiederherstellen zu können.

Auf dem Flughafen von Sofia herrschte dagegen wieder normaler Betrieb, und die meisten Straßensperrungen wurden aufgehoben. In Rumänien, wo der Schnee stellenweise eineinhalb Meter hoch lag, war der Verkehr weiter stark beeinträchtigt. Zahlreiche Streckenabschnitte von Nationalstraßen blieben gesperrt, 60 Zugsverbindungen wurden gestrichen.

Erdbeben der Stärke 5,4 in Norditalien

Ein Erdbeben der Stärke 5,4 hat gestern weite Teile Norditaliens erschüttert. Der Erdstoß war um 15.54 Uhr in Genua und Mailand deutlich zu spüren, berichtete die Nachrichtenagentur ANSA. Über größere Schäden wurde zunächst nichts bekannt.

Hunderte erschreckte Bürger riefen Polizei und Feuerwehr an. Die Erschütterungen waren auch in Österreich zu spüren. Meldungen beim Österreichischen Erdbebendienst gingen von Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Kärnten ein.

Das Zentrum des Bebens lag zwischen Parma und dem Apennin-Gebirge in 60 Kilometer Tiefe, berichtete das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV). Die Gegend sei bekannt für bis zu 70 Kilometer tief gelegene Beben, die sich regional „ausbreiteten“, dadurch aber auch gedämpft würden, hieß es.

Asteroid knapp an Erde vorbeigeflogen

Ein Asteroid von der Größe eines Busses ist gestern ungewöhnlich nah an der Erde vorbeigerast. Der 19 Meter lange und sechs Meter breite Brocken mit der Bezeichnung 2012 BX34 kam der Erde auf bis zu 60.000 Kilometer nah, wie das Zentrum für Kleinplaneten in den USA mitteilte. Er kam unserem Planeten damit sechsmal näher als der Mond, der die Erde in 380.000 Kilometern Entfernung umkreist. Zentrumsleiter Gareth Williams sprach daher von einem „Beinahezusammenstoß“.

Trotz der ungewöhnlich geringen Entfernung bestand nach Angaben der Forscher aber keine Gefahr für die Erde, weil der Asteroid so klein war. Der Gesteinsbrocken war wegen seiner geringen Größe auch erst am Mittwoch entdeckt worden, als ihn ein Teleskop in Arizona ins Visier nahm. Am Donnerstag verkündete die US-Weltraumbehörde NASA über den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter, dass keine Gefahr eines Einschlags auf der Erde bestand.

IT

Polen will ACTA-Vertrag eventuell doch blockieren

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hat zum ersten Mal angedeutet, die Regierung könnte das internationale Anti-Piraterie-Abkommen ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) doch blockieren. Zwar unterschrieb die polnische Botschafterin in Japan am Donnerstag den Vertrag.

„Aber wenn die Ansicht tatsächlich berechtigt ist, dass ACTA die Meinungsfreiheit bedroht, dann werden wir diesen Vertrag dem Parlament nicht zur Ratifizierung vorlegen“, so Tusk gestern gegenüber Journalisten. Die Regierung werde den Inhalt von ACTA noch einmal überprüfen.

Proteste gegen ACTA eskalieren

Am Donnerstag haben Österreich und 21 weitere EU-Staaten in Tokio das umstrittene Handelsabkommen ACTA unterzeichnet, das unter anderem Internetprovider dazu zwingen könnte, die Inhalte in ihren Netzen zu kontrollieren. Damit verschärft sich der Konflikt enorm, in Polen sind in den vergangenen Tagen bis zu 60.000 Menschen gegen ACTA auf die Straße gegangen. Sie fühlten sich von Premier Tusk verraten, so ein Vertreter der Demonstranten gegenüber ORF.at, nun wolle man den Konflikt ins EU-Parlament tragen.

Mehr dazu in help.ORF.at

Twitter-Zensur: Nutzer kündigen Boykott an

Unter dem Stichwort „#TwitterBlackout“ haben gestern zahlreiche Nutzer zum internationalen Boykott aufgerufen. Sie wollen heute aus Protest einen Tag lang keine Kurznachrichten über Twitter senden. Auch in Österreich kündigten etliche Twitter-Nutzer an, sich dem Aufruf anzuschließen.

Der Kurznachrichtendienst mit Sitz in der US-Metropole San Francisco hatte zuvor angekündigt, nun die technischen Möglichkeiten zum Blockieren bestimmter Inhalte in einzelnen Ländern zu besitzen. Dabei wurde auf Gesetze gegen nationalsozialistische Wiederbetätigung in Deutschland und Frankreich verwiesen. Wenn man in Zukunft die Möglichkeit nutze, dann werde man die Nutzer über die Blockade informieren, hieß es.

Rücksicht auf China

Aktivisten spekulierten auf Twitter darüber, ob die Ankündigung damit zu tun habe, dass Twitter bisher nicht auf dem chinesischen Markt operiert, ein unter Regierungszensur stehendes Konkurrenzprodukt aber schon. Auch die Investition von 300 Millionen US-Dollar in Twitter durch den saudischen Prinzen Walid bin Talal fand Erwähnung. Er kontrolliert nun rund drei Prozent des geschätzten Marktwertes des Internetkonzerns.

Schlechte Arbeitsbedingungen: Apple weist Vorwürfe zurück

Mit Tim Cook weht offenbar ein neuer Wind an der Apple-Spitze: Auf einen kritischen Bericht der „New York Times“ reagierte der Chef mit einer Rundmail an die Mitarbeiter, die prompt ihren Weg ins Internet fand.

Ein solcher Kommunikationsstil steht in krassem Kontrast zur Ära des notorisch verschlossenen Gründers Steve Jobs, der im Oktober nach einem langem Krebsleiden gestorben war.

In dem Artikel der „New York Times“ ging es um schlechte Arbeitsbedingungen bei Apple-Zulieferern in China. Unter anderen wurden frühere Apple-Manager zitiert, die anonym andeuteten, dass der Konzern um des Profits willen auch einmal ein Auge zudrücke.

„So sind wir nicht“

Cook zeigte sich in der Mitarbeiter-Mail „empört“ über den Vorwurf. „Jede Behauptung, dass uns das egal sei, ist nachweislich falsch und beleidigend für uns“, wetterte der Jobs-Nachfolger in dem Text, den das Apple-Blog 9to5Mac abdruckte. Solche Vorwürfe stünden im Widerspruch zu den Grundwerten von Apple: „So sind wir nicht.“

Cook will nun für bessere Arbeitsbedingungen sorgen. So veröffentlichte der bisher für seine Geheimniskrämerei bekannte Konzern erstmals eine Liste seiner 156 Zulieferer und trat der Organisation Fair Labor Association (FLA) bei, die unabhängige Inspektionen in Betrieben durchführt.

Apple immer wieder in der Kritik

Schon in den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Kritik an den Arbeitsbedingungen bei Apple-Zulieferern gegeben, vor allem nach einer Selbstmordserie beim großen chinesischen Auftragsfertiger Foxconn. Die meisten Zulieferer von Apple in China beliefern auch andere Hersteller wie Dell, Hewlett-Packard, IBM, Lenovo, Motorola, Nokia, Sony, Toshiba und andere.

Leute

Kachelmann kehrt auf Bildschirm zurück

Knapp zwei Jahre nach seinem unfreiwilligen Abschied von der ARD ist der Wetterexperte Jörg Kachelmann gestern auf den Bildschirm zurückgekehrt. Im Rollkragenpullover und mit breitem Lachen begrüßte der 53-Jährige am Abend die Zuschauer des fränkischen Regionalsenders main.tv zur Präsentation des Wochenendwetters.

Kachelmann hielt Blätter mit handbeschriebenen Karten in die Kamera und kündigte den Mainfranken eine russische Kaltfront und ein „Flöckeln auf den Bergen der Heimat“ an. Die etwa zwei Minuten langen Wettervorschauen mit Kachelmann sollen künftig jeden Freitag bei main.tv zu sehen sein.

Der Moderator war im März 2010 wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs festgenommen worden, nach einem langwierigen Prozess wurde er im Mai 2011 aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Mit seiner Festnahme war er auch vom ARD-Bildschirm verschwunden.

Kultur

Jazz-Komponist Clare Fischer gestorben

Den Mann kennen wenige, seine Arbeiten fast alle: Der Jazz-Komponist und Pop-Arrangeur Clare Fischer ist tot. Der US-Amerikaner, der für Weltstars wie Michael Jackson tätig war, starb nach Angaben seiner Familie am Donnerstag im Alter von 83 Jahren. Bis zuletzt hatte der Musiker, der 1981 mit einem Grammy ausgezeichnet wurde, an neuen Einspielungen gearbeitet, vor allem mit seinem Sohn Brent.

Fischers eigene Kompositionen sind geläufige Melodien in der Jazz-Welt geworden. Als Arrangeur arbeitete er aber auch für die Großen des Pop, unter anderem für Jackson, Prince, Paul McCartney und auch Celine Dion. Seine Liebe gehörte aber dem Jazz. „Clare Fischer war ein Haupteinfluss auf meine Harmonielehre“, hatte Jazz-Legende Herbie Hancock über ihn gesagt. Alles was er, Hancock, je gespielt habe, sei irgendwie auf vier Männer zurückzuführen, von denen einer Fischer gewesen sei.

Science

Plagiatsverdacht: YouTube als Onlinepranger

Wissenschaft bliebe in Sachen Selbstkorrektur ein eher konservatives Unternehmen, wenn Whistleblower nicht Onlinemedien für ihre Kritik nutzen würden. Aktueller Fall: ein anonymes YouTube-Video über einen japanischen Molekularbiologen, der Studien manipuliert haben soll.

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