Ausland

Polen glaubt an EU-Segen für umstrittene Justizreform

Polens Außenminister rechnet mit einem Ende des Verfahrens der EU-Kommission zur Justizreform in seinem Land. „Ich erwarte, dass die Sache beigelegt wird“, sagte Witold Waszczykowski heute im polnischen Rundfunk. Er reagierte damit auf die abgelaufene Frist der Brüsseler Behörde, in der die Regierung in Warschau die Veränderungen am polnischen Verfassungsgericht abschwächen sollte.

Nach Darstellung der polnischen Regierung ging alles im Rahmen europäischer Standards ab. Sie hatte am Vortag einen Brief an die EU-Kommission geschickt und die Justizreform verteidigt. Die EU-Behörde sagte, sie prüfe das Schreiben.

Timmermans will Unterstützung von EU-Staaten

Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans hatte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters am Wochenende die EU-Staaten aufgefordert, seine Behörde im Streit mit Polen zu unterstützen. Bei der Sicherheitskonferenz in München war Timmermans mit Waszczykowski wegen des Rechtsstreits aneinandergeraten.

Seit dem vergangenen Jahr prüft die EU-Kommission, ob die nationalkonservative PiS-Regierung in Warschau mit ihrem Gesetz über den Eingriff in das Verfassungsgericht und auf die Justiz gegen grundlegende Rechtsstaatsprinzipien der EU verstößt. Die polnische Regierung hat sich die Einmischung aus Brüssel verbeten.

Syrische Islamisten an Israels Grenze vorgestoßen

Radikale Islamisten mit Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben mehrere syrische Ortschaften nahe der Grenze zu Israel eingenommen. Rivalisierende Rebellen berichteten, die Kämpfer hätten gestern überraschend eine Offensive gestartet. Dabei seien auch mehrere Panzer zum Einsatz gekommen.

Laut den Angaben erhielten die Angreifer Unterstützung von Schläferzellen in mehreren Ortschaften. Gegner der Islamisten war die Freie Syrische Armee, die als vergleichsweise gemäßigt gilt. Die größte eroberte Ortschaft ist den Angaben zufolge Tsil, wo auch Zehntausende Flüchtlinge leben.

Bei den Angreifern handelt es sich um die Chalid-Ibn-al-Walid-Armee, die im vergangenen Jahr aus zwei dschihadistischen Gruppen entstand und jetzt das Gebiet südöstlich der Golanhöhen beherrscht. Die Islamisten haben offenbar dem IS die Gefolgschaft geschworen. Die Extremistenmiliz beherrscht vor allem in Ostsyrien große Landstriche.

UNO besorgt über zunehmende Gewalt in Syrien

Vor den wichtigen Friedensgesprächen in Genf zeigt sich die UNO besorgt über die jüngste Zunahme der Gewalt in Syrien. UNO-Sprecher Farhan Haq sagte in New York, die Vereinten Nationen seien „alarmiert“ angesichts der Intensivierung der Kämpfe im Großraum Damaskus in den vergangenen Tagen. In den betroffenen Gebieten lebten mehr als 100.000 Zivilisten in Not, führte er aus.

Aktivisten hatten zuvor berichtet, dass die syrische Armee ihre Angriffe auf Rebellen nahe der Hauptstadt verstärkt habe. Die Opposition warf der Regierung vor, die Verhandlungen in Genf sabotieren zu wollen.

Auch der UNO lägen Berichte über getötete und verletzte Zivilisten durch Angriffe in Kabun und Barsa sowie in Tischrin und Harasta vor, sagte UNO-Sprecher Haq. Vertreter von Regierung und Rebellen kommen am Donnerstag in Genf unter Vermittlung der UNO zu neuen Friedensverhandlungen zusammen.

Selbstmordattentat auf Gericht in Pakistan

Mehrere Selbstmordattentäter haben ein Gerichtsgebäude in Pakistan angegriffen. Einer der Angreifer habe sich am Eingang des Gebäudes in der Stadt Tangi im Nordwesten des Landes in die Luft gesprengt, teilten die Behörden heute mit.

Ein zweiter Attentäter sei von der Polizei erschossen worden, ein dritter werde innerhalb des Gebäudes von der Polizei gesucht. „Die Polizei ist hinter ihm her“, sagte Bürgermeister Bahadur Yar gegenüber dem pakistanischen Fernsehen. Er selbst habe die Leichen der beiden getöteten Angreifer gesehen, fügte er hinzu.

In Pakistan gibt es häufig Bombenanschläge, oft werden sie von Selbstmordattentätern ausgeführt. In vielen Fällen stecken islamistische Gruppierungen hinter diesen Anschlägen.

Berlin verteidigt Abschiebungen nach Afghanistan

Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) hat Abschiebungen abgelehnter Asylwerber nach Afghanistan verteidigt. Er sagte gestern in der ARD-Sendung „Tagesthemen“, natürlich sei bekannt, „dass die Sicherheitslage kompliziert dort ist“, und es spreche auch niemand davon, dass ganz Afghanistan ein sicheres Land sei. „Aber es gibt sichere Orte.“

Menschen könnten „behutsam, verantwortungsvoll, aber dann auch entschlossen“ nach Afghanistan zurückgeführt werden, so de Maiziere. Das Ziel von Angriffen der radikalislamischen Taliban in Afghanistan seien „Repräsentanten des staatlichen Systems“, also etwa Polizisten und Botschaften, sagte der Innenminister. „Die normale zivile Bevölkerung“ sei „zwar Opfer, aber ist nicht Ziel von Anschlägen der Taliban.“ Das sei ein „großer Unterschied“.

Widerstand sogar in eigenen Reihen

Nach dem Abschluss eines Rückführungsabkommens mit Afghanistan im Oktober hatte das deutsche Innenministerium die deutschen Bundesländer aufgefordert, abgelehnte Asylwerber konsequent abzuschieben. Im Dezember wurde mit ersten Sammelabschiebungen begonnen. Das Vorgehen ist aber umstritten, weil einander in weiten Teilen Afghanistans Regierungstruppen und Taliban bekämpfen. Auch die Anschlagsgefahr ist groß.

In vielen Landesregierungen gibt es Bedenken gegen Abschiebungen nach Afghanistan. Vergangene Woche hatte Schleswig-Holstein die Rückführungen vorübergehend ausgesetzt. De Maiziere zeigte sich über das abweichende Verhalten „verärgert“. „So sollten wir nicht zusammenarbeiten“, sagte er. Er meinte, im Norden des Landes und in der Hauptstadt gebe es auch „sichere Orte“.

OSZE kritisiert Moskau wegen Separatistenpässen

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit Österreich als derzeitigem Vorsitzland kritisiert die russische Entscheidung zur Anerkennung von „Reisepässen“ der ostukrainischen Separatistengebiete Donezk und Luhansk.

„Aus unserer Sicht steht dieses Dekret im Widerspruch zu den Zielen eines Befriedungsprozesses in der Ostukraine“, teilte der OSZE-Vorsitz gestern Abend mit.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Wochenende per Dekret formlos die völkerrechtlich nicht gedeckten Dokumente anerkannt, während Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) ebenfalls am Wochenende nach einem Treffen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow gesagt hatte, Moskau unterstütze die OSZE. Experten sehen die Anerkennung der „Pässe“ als weiteren Schritt zur kompletten Annexion der Separatistengebiete.

Vergrößerte „Bewegungsfreiheit“

„Der OSZE-Vorsitz weist darauf hin, dass auf dem souveränen Territorium der Ukraine ausgegebene Dokumente nur gültig sind, wenn dies durch international anerkannte Behörden erfolgt ist“, wird nun in der Mitteilung betont. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass der OSZE-Vorsitz Bemühungen zur Vergrößerung der „Bewegungsfreiheit“ der dortigen Bürger unterstütze.

Der OSZE gehören sowohl Russland als auch die Ukraine an. Die Sicherheitsorganisation spielt eine zentrale Rolle in den Bemühungen zur Lösung des Ukraine-Konflikts. Rund 700 Militärbeobachter der OSZE versuchen durch ihre Anwesenheit in der Ostukraine die Feindseligkeiten zwischen Armee und Separatisten einzudämmen. Kurz hat sich wiederholt für eine Abkehr vom Sanktionskurs gegenüber Russland ausgesprochen.

Mehr Asylwerber: Kanada verstärkt Polizei an US-Grenze

Die kanadische Polizei verstärkt wegen der wachsenden Zahl von Asylwerbern ihre Kräfte an der Grenze zu den USA. Sowohl die Grenzschutzbehörde CBSA als auch die Bundespolizei RCMP hätten mehr Personal in die Provinz Quebec beordert, erklärten beide Behörden gestern (Ortszeit). Es sei ein provisorisches Aufnahmezentrum eingerichtet worden, um die wachsende Zahl der Neuankömmlinge aus den USA zu bewältigen.

Dem Grenzschutz zufolge stieg die Zahl der ankommenden Asylwerber in Quebec im Jänner auf 452. Vor einem Jahr waren es noch 137. Der Übertritt von den USA nach Kanada ist für Asylwerber eigentlich illegal, weil die Regierung in Ottawa das Nachbarland als sicher einstuft.

Angesichts des härteren Kurses des neuen US-Präsidenten Donald Trump gegen Einwanderer fordern Organisationen wie Amnesty International aber, das entsprechende Abkommen zu beenden. Der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau hat sich von Trump abgegrenzt und erklärt, in seinem Land seien Flüchtlinge unabhängig von ihrer Religion willkommen.

Trump ernennt General McMaster zum Sicherheitsberater

US-Präsident Donald Trump hat Generalleutnant Herbert Raymond „H. R.“ McMaster zum neuen Nationalen Sicherheitsberater ernannt. Das gab Trump gestern bekannt. Tags davor hatte er mit insgesamt vier Kandidaten Gespräch geführt.

Trump muss den Posten nach dem Rücktritt von Michael Flynn neu besetzen. Hintergrund waren dessen möglicherweise strafbaren Kontakte zum russischen Botschafter vor Amtsantritt der neuen US-Regierung.

Trumps Favorit, Vizeadmiral Robert Harward, hatte die Stelle abgelehnt. Der Nationale Sicherheitsberater nimmt unter anderem Einfluss auf die US-Außenpolitik. Ein Bestätigung der Ernennung durch den Senat ist nicht erforderlich.

US-Vize auf Kuschelkurs mit EU

Nachdem Trump zuletzt unter anderem mit seinem Lob für den „Brexit“ für Irritationen quer durch die EU gesorgt hat, ist gestern US-Vizepräsident Mike Pence in Brüssel um Beruhigung bemüht. Mit einer „persönlichen“ Botschaft von Trump beschwor Pence eine „Fortsetzung der Zusammenarbeit und Partnerschaft“ mit der EU. Ob die herzliche Stimmung hält, wird sich spätestens im Mai, beim ersten Besuch Trumps in Europa, zeigen.

Mehr dazu in „Zusammenarbeit und Partnerschaft“

UNICEF: 1,4 Millionen Kindern droht Hungertod

Rund 1,4 Millionen Kindern in den Ländern Nigeria, Sudan, Südsudan und Jemen droht in diesem Jahr nach Angaben des UNO-Kinderhilfswerks (UNICEF) der Hungertod. Besonders dramatisch sei die Lage im Jemen und im Nordosten Nigerias, wie UNICEF warnte.

Im Jemen, wo seit fast zwei Jahren ein Bürgerkrieg zwischen den Huthi-Rebellen und den Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi tobt, seien rund 462.000 Kinder akut unterernährt, im Nordosten Nigerias 450.000 Kinder.

„Können noch viele Leben retten“

Dem Hungersnot-Frühwarnsystem von UNICEF zufolge sind einige entlegene Regionen des nigerianischen Teilstaats Borno bereits seit Ende vergangenen Jahres von einer Hungersnot betroffen. Es werde immer schlimmer, da Hilfsorganisationen nicht bis in die Regionen vordringen könnten.

In Somalia seien wegen Dürre 185.000 Kinder akut bedroht, in den kommenden Monaten könne diese Zahl auf bis zu 270.000 wachsen, erklärte UNICEF. Im Südsudan seien mehr als 270.000 Kinder unterernährt. In Teilen des nördlichen Teilstaates Unity, wo rund 20.000 Kinder lebten, herrsche bereits Hungersnot.

UNICEF-Direktor Anthony Lake rief die Weltgemeinschaft zu schneller Hilfe auf. „Wir können noch viele Leben retten“, sagte Lake. Erst gestern hatte die UNO angesichts der Lage im Südsudan zum ersten Mal seit sechs Jahren (2011 in Somalia) eine Nahrungsmittelkrise offiziell als Hungersnot eingestuft.

Mehr dazu in Hilfsorganisationen schlagen Alarm

Inland

Eurofighter: Pilz abwartend zu FPÖ-Position

Der grüne Abgeordnete Peter Pilz wird heute den Entwurf für das Einsetzungsbegehren zur Einberufung eines neuen Eurofighter-Untersuchungsausschusses abschließen und danach an die anderen Fraktionen im Parlament verschicken. Eine Zustimmung der FPÖ wolle er nicht ausschließen, wie er heute sagte.

Man werde gemeinsam Gespräche über die Einsetzung des U-Ausschusses führen, sagte Pilz. Zögerliche Aussagen aus der FPÖ von gestern wollte der grüne Abgeordnete nicht überbewerten: „Die FPÖ hat nur etwas Selbstverständliches gesagt, nämlich, dass sie sich das anschauen wollen.“ Es gehe um ein gemeinsames Verlangen, und daher sei das „auch Aufgabe der FPÖ, das genau zu prüfen“.

Zuerst Zusage, dann Zögern

Darüber hinaus wollte sich Pilz nicht weiter äußern. Er werde zu den Gesprächen nun vorerst nichts mehr sagen. Erst wenn die Beratungen abgeschlossen sind, werde gemeinsam entschieden, wie man das Ergebnis der Öffentlichkeit mitteilt, gab er zu verstehen.

Nach ihrer Zusage vom Wochenende für die Einsetzung eines neuen Eurofighter-U-Ausschusses waren die Freiheitlichen zuletzt wieder ein wenig auf die Bremse gestiegen: Ein prinzipielles Bekenntnis zu parlamentarischer Aufklärung sei kein „Freifahrtschein“ für Pilz, sagte FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl. Für heute hat die FPÖ eine Pressekonferenz mit Parteichef Heinz-Christian Strache angesetzt, bei der es - unter anderem - um das Thema des Eurofighter-U-Ausschusses gehen soll.

Pilz will das Begehren bereits am 1. März im Nationalratsplenum einbringen. Um das für eine Einsetzung eines U-Ausschusses notwendige Viertel der Stimmen zu erreichen, braucht es dazu neben den grünen Abgeordneten auch die Zustimmung der Freiheitlichen.

Mehr dazu in Zeichen stehen auf raschen Start

Wirtschaft

Gleiche Marke in Ungarn schlechter als in Österreich?

Ungarn fühlt sich von den großen internationalen Lebensmittelherstellern übel abgespeist. Die Lebensmittelbehörde des Landes klagt in einem nun veröffentlichten Bericht, in Ungarn verkaufte Produkte seien schlechter als dieselben in Österreich. Die im Nachbarland angebotenen Lebensmittel seien zum Beispiel „cremiger“, der Geschmack besser oder der Packungsinhalt einfach größer.

Die Behörde untersuchte Geschmack, Zusammensetzung und Verpackung von 24 Produkten großer Hersteller, die aus Filialen von Spar, Metro, Lidl und Aldi/Hofer in Ungarn und in Österreich stammten. Sie fand laut Bericht zahlreiche Mängel: So sei das in Ungarn verkaufte Nutella von Ferrero „weniger cremig“ als jenes in Österreich. Coca-Cola in Ungarn sei „weniger vollmundig und flacher“ im Geschmack als die im Nachbarland.

Klage über „doppelte Standards“

Das Kakaopulver von Nestle sei in Österreich „harmonischer und intensiver“, heißt es in dem Bericht weiter. In den Fertigsuppen von Knorr schließlich steckten rund 20 Prozent weniger Pulver - die Verpackung sei dieselbe. In Österreich enthalte eine Packung Carbonara-Nudelsauce drei verschiedene Käsezutaten, die in Ungarn verkaufte keine einzige.

Die Behörde kündigte eine weitere Untersuchung an. Sie will 100 Produkte vergleichen, die in gleicher Aufmachung in Ungarn und im Ausland verkauft werden. „Die Ungarn wollen eine faire Behandlung, keine doppelten Standards“, sagte Robert Zsigo von der Lebensmittelbehörde. Hier gehe es nicht so sehr um Recht, sondern um „Moral“.

EU-Minister beraten über gemeinsame Steueroasenliste

Die EU-Finanzminister werden heute unter anderem über den Kampf gegen Steuervermeidung diskutieren. Bei dem Treffen soll es unter anderem um eine gemeinsame EU-Liste von Steueroasen gehen. Diese soll nach ursprünglichem Plan bis Ende des Jahres fertiggestellt werden.

Die Idee hatte nach den Enthüllungen der sogenannten Panama Papers im vorigen Jahr Fahrt aufgenommen. Dabei war die Existenz zahlreicher Briefkastenfirmen in Panama ans Licht gekommen. Briefkastenfirmen sind nicht illegal, sie können aber für Steuerhinterziehung genutzt werden. Zuletzt war die konkrete Ausarbeitung der Liste etwas ins Stocken geraten.

Portugal zahlt Hälfte der IWF-Hilfsgelder früher zurück

Portugal hat früher als erwartet eine weitere Tranche von 1,7 Milliarden Dollar an Hilfskrediten aus der Zeit der Schuldenkrise an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgezahlt.

Der um sechs Monate vorgezogene Schritt spiegle „die robusten wirtschaftlichen und finanziellen Bedingungen“ wider, erklärte das Finanzministerium gestern. Damit hat Portugal inzwischen die Hälfte der 2011 vergebenen Gelder des IWF zurückgezahlt. Die Regierung in Lissabon hatte in der vergangenen Woche für 2016 ein Haushaltsdefizit von 2,1 Prozent des BIP angegeben und war damit erstmals unter der EU-Vorgabe von drei Prozent geblieben.

Günstiges Umfeld durch niedrige Zinsen

In der Schuldenkrise hatte das Euro-Land insgesamt 78 Milliarden Euro von der Europäischen Union und dem IWF erhalten. Etwa ein Drittel stammt vom Währungsfonds, der dafür höhere Zinsen verlangt als die EU. Seit 2015 zahlt Portugal den IWF-Anteil vorzeitig zurück mit Geldern, die es zu günstigeren Konditionen am Markt aufnehmen konnte.

Sport

Biathlon-WM: Zwiespältige Hochfilzen-Bilanz

Die zwei Medaillen am abschließenden Wochenende der Biathlon-WM in Hochfilzen haben das Resümee des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) noch deutlich positiver ausfallen lassen. ÖSV-Sportdirektor Markus Gandler durfte dank Bronze für die Staffel und Simon Eder im Massenstart zumindest für den Herren-Bereich eine zufriedenstellende Bilanz ziehen. Bei den Damen ging hingegen bei der Heim-WM viel schief, möglicherweise auch aufgrund von Querelen zwischen dem Verband und einer Privattrainingsgruppe.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Bundesliga: Bei Salzburg stimmt die Richtung

Nachdem Red Bull Salzburg zum Frühjahrsauftakt der tipico-Bundesliga vor einer Woche erstmals in dieser Saison die Tabellenführung übernommen hat, ist der Vorsprung am Sonntag auf drei Punkte angewachsen.

Dass das mit einem 6:1-Kantersieg in Ried gelang, lässt die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung zusätzlich steigen. Trainer Oscar Garcia kennt den Weg: „Es ist unser Ziel, in jedem Spiel bis zum Saisonende so aufzutreten“, sagte der Coach.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Offene Rechnungen: Streit um weltgrößte Segeljacht

Gerade zwei Wochen war die brandneue größte Segeljacht der Welt auf dem Meer unterwegs, nun ist sie in Gibraltar beschlagnahmt worden. Laut Medienberichten blieb ihr Besitzer, der russische Milliardär Andrej Melnitschenko, der Kieler Werft Rechnungen im Wert von 15 Mio. Euro schuldig.

Sein Sprecher versicherte, dass es sich um ein Missverständnis handle - man rechne damit, dass „diese unglückliche Episode“ bald vorbei sei. Morgen soll der Supreme Court entscheiden, was mit der Megajacht weiter passiert.

Mehr dazu in Designerschiff muss im Hafen bleiben

Jakarta nach heftigem Regen unter Wasser

Heftige Regenfälle haben Teile der indonesischen Millionenmetropole Jakarta unter Wasser gesetzt. Tausende Häuser standen heute unter Wasser, Autofahrer strandeten auf überfluteten Straßen, viele Menschen mussten durch schmutzigbraunes Wasser waten.

Rettungskräfte mit Rettungsboot im überschwemmten Jakarta

APA/AFP

In Teilen der Zehn-Millionen-Einwohner-Stadt stand das Wasser eineinhalb Meter hoch. Den Behörden lagen zunächst keine Angaben zu möglichen Opfern vor. Nach Angaben des Katastrophenschutzes von Jakarta wurden die Überschwemmungen dadurch verschärft, dass die Kanalisation durch die Regenmassen völlig überlastet war. Zudem traten Flüsse über die Ufer.

In der indonesischen Hauptstadt kommt es zur Regenzeit immer wieder zu Überschwemmungen. Im Jahr 2013 starben dabei rund 20 Menschen, etwa 30.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

IT

Ex-US-Justizminister prüft Sexismusvorwürfe gegen Uber

Der ehemalige Justizminister der USA, Eric Holder, wird die Sexismusvorwürfe einer ehemaligen Mitarbeiterin von Uber untersuchen. Unterstützt werde er von der Huffington-Post-Gründerin Arianna Huffington, die im Uber-Verwaltungsrat sitzt, sowie von Personalchefin Liane Homsey und Unternehmensjuristin Angela Padilla, teilte der Fahrtenvermittler heute mit.

Die Ex-Mitarbeiterin Susan Fowler hatte sich zuvor beschwert, während ihrer Zeit bei Uber von ihrem Vorgesetzten sexuell belästigt, von der Personalabteilung aber nicht unterstützt worden zu sein.

Beschwerde bei Personalabteilung blieb ohne Folgen

Fowler hatte in ihrem Blog beschrieben, dass ihr Vorgesetzter ihr bereits kurz nach ihrem ersten Arbeitstag bei Uber Ende 2015 sexuelle Avancen gemacht habe. Sie habe sich an dessen Vorgesetzten und die Personalabteilung gewandt. Dort sei ihr aber mitgeteilt worden, dass das die ersten Vorwürfe gegen ihren Chef seien und es Vorbehalte gebe, einen Leistungsträger wie ihn zu bestrafen. Sie verließ das Unternehmen Ende 2016.

Uber-Chef Travis Kalanick reagierte sofort und betonte, was Fowler beschreibe, sei „abscheulich“ und verstoße „gegen alles, woran wir glauben“. Gestern wies er die Angaben der Ex-Mitarbeiterin zurück, in ihrem Bereich sei der Frauenanteil binnen eines Jahres von 25 Prozent auf drei Prozent geschrumpft. In den Abteilungen Technik und Entwicklung seien 15 Prozent der Mitarbeiter Frauen, und das habe sich während des vergangenen Jahres nicht substanziell geändert.

Boykottaufrufe wegen Verbindung zu Trump

Die Vorwürfe Fowlers lassen die Debatte über die Frauenfeindlichkeit im Silicon Valley wieder hochkochen. Wie Schwarze und Latinos sind auch Frauen in den Internetfirmen stark unterrepräsentiert. Uber war in den vergangenen Wochen zudem von vielen Nutzern boykottiert worden, weil Kalanick in der Wirtschaftsberatergruppe von US-Präsident Donald Trump saß. Unter dem Hashtag „#DeleteUber“ forderten sie dazu auf, die App zu löschen. Kalanick stieg aus dem Gremium aus.

Toshiba will Chipgeschäft um acht Mrd. Euro abstoßen

Der angeschlagene Industriekonzern Toshiba erhofft sich einem Insider zufolge vom Verkauf seiner Chipsparte einen Erlös von umgerechnet mindestens 8,35 Milliarden Euro (eine Billion Yen).

Das japanische Unternehmen wolle sich damit für alle künftigen Finanzprobleme wappnen, weil es wegen eines Bilanzskandals keine neuen Aktien ausgeben könne, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Firmeninsider.

Ursprünglich wollte Toshiba nur 20 Prozent der profitablen Chipsparte verkaufen, inzwischen ist von der Mehrheit die Rede. Der Konzern kämpft mit Problemen seines US-Atomgeschäfts, die zu milliardenschweren Abschreibungen führen. Das zehrt am Eigenkapital.

Religion

Papst will in Medjugorje Ordnung schaffen

Papst Franziskus will im von der katholischen Kirche nicht anerkannten Wallfahrtsort Medjugorje für Ordnung sorgen: Es soll eine „geregelte, pastorale Aufnahme“ der Pilger geben. Dazu setzte er einen Sondergesandten ein – ausgerechnet am 11. Februar, dem „Tag unserer lieben Frau von Lourdes“, wie Radio Vatikan gestern berichtete. Das bosnische Pilgerziel, das durch Berichte über Marienerscheinungen bekannt ist, stellt eine Konkurrenz für den anerkannten französischen Wallfahrtsort Lourdes dar.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

Science

Leute

Ex-Teenie-Star David Cassidy macht Demenz publik

Der 70er-Jahre-Mädchenschwarm David Cassidy (66) will sich wegen einer Demenzerkrankung endgültig von der Bühne zurückziehen. „Ein Teil von mir wusste immer, dass das irgendwann auf mich zukommt“, sagte Cassidy gegenüber dem US-Magazin „People“. Schon sein Großvater und seine Mutter hätten an Demenz gelitten.

David Cassidy auf der Bühne

AP

Er wolle nun ohne jede Ablenkung sein Leben genießen, sagte Cassidy. Bei einem Auftritt in Los Angeles am Sonntag hatte der Sänger seine Fans beunruhigt, weil er verwirrt und fahrig wirkte.

Auf Videos in Sozialen Netzwerken ist zu sehen, wie Cassidy Texte vergisst und auf der Bühne hinfällt. Er war in den 1970er Jahren als singender Mädchenschwarm Keith in der Fernsehserie „Die Partridge Familie“ bekannt geworden.