Ausland

Oberhaus ändert „Brexit“-Gesetz: EU-Bürger behalten Rechte

Rückschlag für die britische Premierministerin Theresa May: Das britische Oberhaus hat den Entwurf des „Brexit“-Gesetzes der britischen Regierung abgeändert. Eine Mehrheit der Mitglieder im House of Lords stimmte heute für einen Änderungsantrag, der die Regierung dazu verpflichtet, die Rechte von EU-Bürgern in Großbritannien trotz „Brexit“ zu garantieren.

Für May ist das zumindest eine symbolische Niederlage. Das Unterhaus hatte ihr „Brexit“-Gesetz ohne Änderungen durchgewunken. Nun müssen sich die Abgeordneten im House of Commons erneut mit dem Gesetzesentwurf beschäftigen. Es wird zwar erwartet, dass sie die Änderung der Lords rückgängig machen, doch mit der Schlappe im Oberhaus ist die harte Linie der britischen Regierung infrage gestellt.

Zeitplan gefährdet

London lehnt es ab, eine einseitige Garantie für EU-Bürger in Großbritannien auszusprechen. Das soll erst im Rahmen eines Abkommens geschehen, das auch die Rechte von Briten in der EU sicherstellt. In Großbritannien leben etwa drei Millionen EU-Bürger. Knapp eine Million Briten lebt auf dem Kontinent.

Fraglich ist, ob der Zeitplan der Regierung nun durcheinander geraten könnte. Eigentlich sollte das Gesetz bis zum 7. März von beiden Häusern verabschiedet werden. Ob das gelingt, ist ungewiss.

Bis spätestens Ende März will die britische Regierung den EU-Austritt einleiten. Dazu braucht May die Zustimmung des Parlaments zum „Brexit“-Gesetz. Noch Stunden vor der Abstimmung im Oberhaus zeigte sich die Premierministerin bei einer Fragestunde im Unterhaus zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werden kann.

US-Senat bestätigt Ryan Zinke als Innenminister

Der US-Senat hat den Kongressabgeordneten Ryan Zinke als neuen Innenminister der Vereinigten Staaten bestätigt. Der US-Innenminister ist vor allem für die Nutzung des Landes zuständig, das dem Bund gehört.

Das Ministerium entscheidet zum Beispiel darüber, ob Naturschutzgebiete ausgewiesen werden und Energiegewinnung wie Fracking erlaubt ist. Es spielt daher in Donald Trumps Energie- und Umweltpolitik eine wichtige Rolle.

Deutliche Mehrheit

Zinke (55), ein studierter Geologe und passionierter Bergsteiger, werde dafür sorgen, dass die Naturschönheiten der USA erhalten werden, hatte Trump kürzlich verbreitet. Gleichzeitig werde Zinke aber auch Regulierungen abschaffen, um das Land „zum Wohl und zum Wohlstand der Bürger“ zu nutzen. Entsprechende präsidiale Anordnungen werden in den nächsten Tagen erwartet.

Anders als andere Kabinettskandidaten wurde Zinke mit einer Mehrheit von 68 zu 31 deutlich bestätigt, also auch mit den Stimmen von 17 Demokraten. Umweltverbände kritisierten, Zinke sei fossilen Energieträgern gegenüber bei Weitem zu freundlich eingestellt.

Versöhnliche Töne Trumps

Zuvor hatte sich Trump in seiner ersten Rede vor dem US-Kongress in der Nacht auf heute um ein staatsmännisches Auftreten bemüht. Inhaltlich rückte der US-Präsident von keiner seiner Forderungen ab. Dafür überraschte er mit einer - noch sehr vagen - neuen Ankündigung.

Mehr dazu in Einwanderung nach Vorbild Kanadas?

Aktivisten: Syrische Armee in Palmyra eingerückt

Die syrische Armee ist nach Angaben von Aktivisten in die von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gehaltene Wüstenstadt Palmyra eingerückt. Die Armee sei in ein Viertel im Westen der Stadt vorgedrungen, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London heute mit.

Der IS hatte Palmyra erstmals im Mai 2015 eingenommen, nach seiner Vertreibung durch die syrische Armee im März vergangenen Jahres kehrte er im Dezember in die Stadt zurück.

Giftgasvorwürfe der UNO gegen Syrien

Unterdessen veröffentlichte die UNO einen neuen Bericht, demzufolge das syrische Militär im Kampf um die Großstadt Aleppo Chlorgas eingesetzt und weitere Kriegsverbrechen begangen hat.

Syrien und sein Verbündeter Russland hätten im vergangenen Jahr zudem gezielt Kliniken und andere zivile Einrichtungen aus der Luft bombardiert, um Gegner zur Aufgabe zu zwingen, heißt es laut Untersuchung des UNO-Menschenrechtsrats.

Er macht Syrien auch für den Luftangriff auf einen Hilfskonvoi verantwortlich. Bewaffneten Gegnern der Regierung wirft der Rat vor, Zivilisten beschossen, Menschen an der Flucht gehindert und Hilfsgüter zurückgehalten zu haben.

IS in Mossul eingeschlossen

Im Nachbarland Irak konnte indes die Armee einen weiteren Erfolg im Kampf um Mossul vermelden. Laut eigenen Angaben gelang es den Anti-IS-Verbänden heute, die letzte Ausfallstraße unter ihre Kontrolle zu bringen. Damit sind die IS-Kämpfer im Westen Mossuls eingeschlossen, wo sie aber weiter erbitterten Widerstand gegen die Regierungstruppen leisten. Die andauernden Kämpfe ließen zuletzt täglich Hunderte Menschen aus der Stadt fliehen.

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Inhaftierter „Welt“-Korrespondent dankt Unterstützern

Der in Istanbul inhaftierte deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel hat sich über seinen Anwalt mit einer kurzen Botschaft an seine Freunde und Unterstützer gewandt. „Glaubt mir: Es tut gut, verdammt gut“, hieß es in der handschriftlichen Notiz an die Adresse derjenigen, die sich für seine Freilassung einsetzen.

Der Text wurde von der Zeitung „Die Welt“ (Donnerstag-Ausgabe) veröffentlicht, für die Yücel bisher als Korrespondent tätig war.

Verbesserte Haftbedingungen

Auf dem Zettel mit der Anrede „Hallo Welt“ beschreibt Yücel, dass sich seine Haftbedingungen in der Untersuchungshaft im Vergleich zum vorherigen Polizeigewahrsam verbessert hätten. „Tageslicht! Frische Luft! Richtiges Essen! Tee und Nescafe! Rauchen! Zeitungen! Ein echtes Bett! Eine Toilette für mich alleine, die ich aufsuchen kann, wann ich will“, schreibt er in der Notiz.

„Es mag sich merkwürdig anhören, aber mir kommt es so vor, als hätte ich ein kleines Stück meiner Freiheit zurückgewonnen“, kommentiert Yücel die Veränderungen. „Und obwohl sie mich meiner Freiheit beraubt, bringen mich das Verhör und die Urteilsbegründung noch immer zum Lachen.“

In andere Anstalt verlegt

Yücel schrieb die Notiz laut „Welt“ in der Untersuchungshaftanstalt Metris, kurz bevor er am Vormittag in das Gefängnis Silivri, ebenfalls in Istanbul, verlegt wurde. Dem Blatt zufolge sollen dort ähnliche Bedingungen herrschen wie in Metris.

Niederlande: Wilders tritt im Wahlkampf wieder auf

Zwei Wochen vor der Parlamentswahl am 15. März will der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders den öffentlichen Wahlkampf wieder aufnehmen. Das teilte der Abgeordnete heute in Den Haag mit. Wilders hatte in der vergangenen Woche seine öffentlichen Auftritte ausgesetzt, nachdem ein Leck bei seinem Personenschutz entdeckt worden war.

„Der Wähler will uns sehen, und wir den Wähler auch“, teilte Wilders mit. Nach den neuesten Umfragen hat seine Partei für die Freiheit deutlich eingebüßt und liegt nun mit knapp 16 Prozent hinter der regierenden rechtsliberalen VVD von Ministerpräsident Mark Rutte.

Wilders wird wegen seiner harten Aussagen gegen den Islam von Islamisten bedroht und steht daher unter strengstem Personenschutz. In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass ein Sicherheitsbeamter vertrauliche Informationen weitergegeben haben soll.

EU-Türkei-Deal: Bisher über 900 Abschiebungen

Griechenland und die Europäische Grenzschutzagentur Frontex haben seit Inkrafttreten des EU-Türkei-Flüchtlingspakts im April 2016 insgesamt 906 Flüchtlinge und Migranten von den Inseln der Ostägäis in die Türkei abgeschoben. Das gab die Polizei heute in der griechischen Hauptstadt Athen bekannt.

Zuvor war in Kooperation mit der europäischen Grenzschutzagentur Frontex eine Gruppe von sieben Syrern von Lesbos in die türkische Hafenstadt Adana ausgeflogen worden, hieß es in der Polizeimitteilung weiter. Auf den Ostägäis-Inseln harren zurzeit gut 14.400 Migranten und Flüchtlinge aus.

Personalmangel verzögert Asylprüfung

Das EU-Türkei-Abkommen sieht vor, dass die EU alle Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen und kein Asyl erhalten, zurückschicken kann. Die Überprüfung der Asylanträge dauert wegen Personalmangels meist lange.

Griechenland hat zudem in den vergangenen 14 Monaten im Rahmen eines bilateralen Abkommens aus dem Jahr 2001 mit der Türkei 1.196 Migranten ins Nachbarland abgeschoben. Weitere 673 Migranten wurden bei einem freiwilligen Rückführungsprogramm in Kooperation mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) direkt aus Griechenland in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt, teilte die Polizei in Athen weiter mit.

Israeli erschießt palästinensischen Angreifer bei Hebron

Ein Palästinenser hat nach israelischen Militärangaben einen jüdischen Siedler mit einer Stichwaffe leicht verletzt und ist von diesem erschossen worden. Wie eine Armeesprecherin heute mitteilte, drang der Mann in das Haus des 33-jährigen Siedlers südlich von Hebron im israelisch besetzten Westjordanland ein.

Bei dem Toten handelt es sich dem palästinensischen Gesundheitsministerium zufolge um einen 24-jährigen Einwohner von Hebron.

Israel und die Palästinensergebiete werden seit Oktober 2015 von einer Gewaltwelle erschüttert. Dabei wurden mehr als 250 Palästinenser, 41 Israelis und fünf Ausländer getötet. Bei der Mehrzahl der getöteten Palästinenser handelte es sich um erwiesene oder mutmaßliche Attentäter, die zumeist Messer für ihre Angriffe verwendeten. Zahlreiche Attacken ereigneten sich in Hebron. In den vergangenen Monaten ging die Gewalt allerdings spürbar zurück.

Hebron ist die größte palästinensische Stadt im Westjordanland. Die 30 Kilometer südlich von Jerusalem gelegene Stadt, in der Hunderte jüdische Siedler - durch Wachtürme und Stacheldraht abgeschirmt - inmitten von etwa 200.000 Palästinensern leben, ist ein Pulverfass.

Gaskammer-Kommentar: Jean-Marie Le Pen erneut verurteilt

Der Gründer von Frankreichs rechtsextremer Front National (FN), Jean-Marie Le Pen, ist heute vom Pariser Berufungsgericht erneut wegen Leugnung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt worden. Der inzwischen aus der Partei ausgeschlossene 88-Jährige hatte die Gaskammern der Nationalsozialisten vor knapp zwei Jahren erneut als „Detail“ der Geschichte des Zweiten Weltkriegs bezeichnet.

Das Berufungsgericht bestätigte die Entscheidung der ersten Instanz und verurteilte Le Pen zu einer Geldstrafe von 30.000 Euro. Die FN bemüht sich unter dem Vorsitz seiner Tochter Marine Le Pen um ein gemäßigteres Image und hatte den Parteigründer 2015 nach monatelangem Krach ausgeschlossen. Grund war damals unter anderem, dass er seine Aussage von den Gaskammern als „Detail der Geschichte“ wiederholt hatte, für die er schon früher verurteilt worden war.

Jean-Marie Le Pen hatte die Front National seit ihrer Gründung 1972 bis 2011 geführt und von einer Splittergruppe zu einer wichtigen politischen Kraft geformt. Er will gegen das Urteil Rechtsmittel beim Kassationsgericht einlegen.

Inland

FPÖ will Reform der 24-Stunden-Betreuung

Der Dritte Nationalratspräsident und FPÖ-Pflegesprecher Norbert Hofer fordert eine Reform der 24-Stunden-Pflege. Diese sollte in Form einer „Bundesgenossenschaft für Pflege und Betreuung“ organisiert werden, schlug er heute in einer Aussendung vor.

Hofer verwies darauf, dass viele Pflegerinnen vor allem aus Osteuropa derzeit als selbstständige Personenbetreuer hier arbeiten, die eigentlich Scheinselbstständige seien. Unter Berücksichtigung der persönlichen und wirtschaftlichen Abhängigkeit seien das aber ganz klar Dienstnehmer.

Anstellung über Bund statt Selbstständigkeit

Der freiheitliche Pflegesprecher will diese Personen nun über eine bundesweite Trägerorganisation in Form einer Genossenschaft beschäftigen und den Betroffenen auf diesem Weg alle administrativen Leistungen abnehmen. Damit könnten auch der Urlaubsersatz und eine entsprechende Weiterbildung geregelt werden.

Finanzieren will Hofer das über eine Gesundheitsreform, die Verwaltungsebenen einspart, Länderkompetenzen bündelt und Finanzströme aus einer Hand sicherstellt. Laut Rechnungshof könnten damit 4,75 Milliarden Euro pro Jahr eingespart werden, sagt Hofer.

Sport

Nordische WM: ÖSV-Kombinierer verpassen Medaille

Trotz einer hervorragenden Ausgangsposition hat es heute für Österreichs Kombinierer nicht für eine weitere Medaille bei der nordischen WM in Lahti gereicht. Mario Seidl und Wilhelm Denifl, die nach dem Sprung von der Großschanze in Führung gelegen waren, mussten sich am Ende mit den undankbaren Plätzen vier bzw. fünf begnügen. Vor allem Seidl verspielte dabei in der Loipe einen großen Vorsprung. Aus einer Spitzengruppe mit fünf Mann ging am Ende erneut ein deutscher Kombinierer als Sieger hervor.

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Bundesliga: „Wunschkandidat“ wird neuer Ried-Coach

Bundesliga-Schlusslicht Ried hat die Konsequenzen aus der aktuellen Tabellensituation gezogen. Die Oberösterreicher trennten sich heute von Coach Christian Benbennek und ernannten noch am selben Tag Lassaad Chabbi zum neuen Trainer.

Der Tunesier wechselt mit sofortiger Wirkung von Austria Lustenau zu Ried und wird bereits am Sonntag im Heimspiel gegen die Wiener Austria auf der Bank sitzen. Neo-Sportdirektor Franz Schiemer verpflichtete mit der ersten Amtshandlung seinen „absoluten Wunschkandidaten“.

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Ski alpin: Hirscher zurück im „Tagesgeschäft“

Sechs Tage ist Marcel Hirscher nach der für ihn so erfolgreichen WM in St. Moritz nicht auf Ski gestanden. Längst gilt seine Konzentration aber wieder dem Weltcup - in Kranjska Gora wird am Wochenende das Finale im Rennen um den Gesamtsieg eingeläutet. Im ORF.at-Interview spricht der 27-Jährige über die Zeit nach der WM, weitere Ziele, den Weltcup, den fehlenden Olympiasieg und das vermutliche Karriereende 2018. Vorerst heißt es für ihn „weiter hart arbeiten“.

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Wirtschaft

China streicht 500.000 Jobs in der Stahl- und Kohlebranche

Angesichts großer Überkapazitäten soll in der chinesischen Stahl- und Kohleindustrie in diesem Jahr eine halbe Million Jobs wegfallen. Den betroffenen Arbeitern werde die Teilnahme an einem Jobvermittlungsprogramm oder ein vorzeitiger Ruhestand angeboten, teilte der zuständige Minister Yin Weimin heute mit.

Die Regierung hatte im vergangenen Jahr angekündigt, in der Stahl- und Kohleindustrie insgesamt 1,8 Millionen Arbeitsplätze zu streichen.

Im vergangenen Jahr fielen 726.000 Jobs weg. Das sei „reibungslos“ gelaufen, erläuterte Yin. Es habe keine „großen Konflikte oder Probleme“ gegeben.

Realität sieht anders aus

In der Vergangenheit hatte es in China aber sehr wohl Proteste von Arbeitern wegen Stellenstreichungen in der Industrie gegeben. So gingen beispielsweise im vergangenen April Hunderte Stahlarbeiter in der nördlichen Provinz Hebei nach ihrer Entlassung auf die Straße.

In China wird mehr als die Hälfte des weltweit hergestellten Stahls produziert. Die Branche leidet unter enormen Überkapazitäten bei gleichzeitig schwächelnder Nachfrage. Chinesischen Stahlfirmen wird zudem Preisdumping vorgeworfen.

40-Stunden-Woche meist Theorie: Die versteckte Arbeitszeit

Flexibler arbeiten ist derzeit großes Thema. Das heißt vor allem auch: bei Bedarf länger arbeiten. Die Sozialpartner basteln im Auftrag der Bundesregierung an einem Modell. Ganz leicht wird das nicht werden. Eine Befürchtung lautet, dass Überstunden in „normale“ Stunden verwandelt werden könnten - was die Wirtschaft zurückweist. Derzeit macht knapp jeder fünfte Beschäftigte Überstunden. Im internationalen Vergleich sind die Österreicher damit ganz vorne dabei. Mitunter „versteckt“ sich Arbeitszeit auch ganz gut.

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ZIB2

Trump gibt sich vor Kongress versöhnlich

Von Donald Trump war man bisher eher harte Worte gewöhnt. Sein erster Auftritt vor den beiden Kammern im US-Kongress ist allerdings versöhnlicher ausgefallen, als sich das so manche gedacht haben. Trump war sanft im Ton und weniger angriffig. Alle Fragen sind allerdings nicht beantwortet worden, etwa woher das Geld für eine Steuersenkung und gleichzeitige Investitionen kommen soll. Live zu Gast in der ZIB2 ist Sylke Tempel von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.

Juncker sieht fünf Szenarien zur EU-Entwicklung

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat heute im Europaparlament skizziert, wie er die Zukunft der EU nach dem „Brexit“ sieht. Juncker will, dass neue Regeln für die Arbeitsteilung zwischen den Mitgliedsstaaten und den EU-Gremien definiert werden.
Die Union solle sich stärker darauf konzentrieren, „handfeste Ergebnisse“ zu liefern, anstatt Absichten anzukündigen, forderte Juncker.

Wenn heimische Politiker im deutschem Wahlkampf mitmischen

Gleich mehrere Spitzenpolitiker aus Österreich haben sich heute beim politischen Aschermittwoch in Bayern in den mittlerweile angelaufenen deutschen Bundestagswahlkampf eingebracht. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) sagte Deutschland in seiner Rede vor Tausenden SPD-Anhängern einen Regierungswechsel voraus. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache heizte als Ehrengast und Redner bei der AfD ordentlich ein. Und Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) hat Deutschland die Einführung der Obergrenze für Flüchtlinge empfohlen.

Kern unterstützt Schultz im Wahlkampf

Der frühere EU-Parlamentspräsident Schulz hat die SPD zuletzt in allen Umfragen massiv nach oben gepusht. Für die Bundestagswahl im September gilt er mittlerweile als ernster Konkurrent für Angela Merkel. Von seinen Parteifreunden wurde Schulz heute jedenfalls euphorisch gefeiert.

Schweden: Arzttermine via Videotelefonie

Schweden gilt als Pionier im Bereich E-Health. Während Österreich dieses Jahr eine Gesundheitshotline als Erstkontakt- und Beratungsstelle in drei Bundesländern in den Testbetrieb schickt, geht die Digitalisierung dort bereits deutlich weiter: Mittlerweile kann man sogar Arzttermine via Videotelefonie wahrnehmen und sich verschreibungspflichtige Medikamente direkt nachhause senden lassen.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2
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Textfassung: Zeit im Bild

Chronik

Schweden: Vater und Söhne brechen ins Eis ein - tot

Bei einem Spaziergang über einen zugefrorenen See in Schweden sind ein Vater und zwei Söhne ins Eis eingebrochen und gestorben. Der Mann in seinen Sechzigern und die beiden Söhne in den Zwanzigern und Dreißigern hatten nach bisherigen Erkenntnissen gestern Abend den Hjärtasjön bei Korsberga, rund 100 Kilometer südöstlich von Jönköping, überqueren wollen, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Rettungskräfte und ein Helikopter hatten sie stark unterkühlt im eisigen Wasser gefunden. In der Nacht seien sie im Krankenhaus gestorben. Wieso die Männer auf dem See unterwegs waren, war noch unklar.

Südtirol: Toter und Schwerverletzter bei Lawinenabgängen

Bei zwei Lawinenabgängen hat es heute in Südtirol einen Toten und einen lebensgefährlich Verletzten gegeben. Ein 33-jähriger Einheimischer wurde im Valtigl Tal von einem Schneebrett mitgerissen und rund drei Meter tief verschüttet, berichteten Südtiroler Medien. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Im Skigebiet Ratschings-Jaufen wurde ein 16-jähriger Deutscher lebensgefährlich verletzt.

Der 33-Jährige war laut einem Bericht der Internetplattform Südtirol Online mit einem Kameraden zu einer Skitour aufgebrochen und wollte das Ratschinger Kreuz erreichen. Bei der Abfahrt löste sich eine Lawine - ersten Informationen zufolge von selbst. Während ein Tourengeher nur teilweise verschüttet worden war und sich selbst befreien konnte, wurde der 33-Jährige unter der Schneedecke begraben. Wiederbelebungsmaßnahmen der Rettungskräfte blieben ohne Erfolg.

Der Lawinenabgang im Skigebiet Ratschings-Jaufen hatte sich bereits am Vormittag ereignet. Der 16-Jährige war laut Südtirol Online mit einer Gruppe Jugendlicher im Skigebiet unterwegs. Zum Zeitpunkt des Lawinenabgangs soll er sich allerdings allein abseits der Pisten befunden haben. Das Schneebrett verschüttete ihn rund einen Meter tief. Rettungskräfte konnten den Deutschen schließlich bergen und reanimieren.

Kultur

Pritzker-Preis geht an Architektentrio aus Spanien

Der renommierte Pritzker-Preis für Architektur geht dieses Jahr an die drei spanischen Architekten Rafael Aranda, Carme Pigem und Ramon Vilalta. Das aus dem Ort Olot in Katalonien stammende Trio arbeitet seit fast 30 Jahren zusammen und schaffe „emotionale und auf Erfahrung beruhende“ Bauten, sagte Stiftungspräsident Tom Pritzker zur Entscheidung der Jury heute. Die drei zeigten, dass die Menschen auch in einer zunehmend globalisierten Welt nicht auf Werte, Kunst und Bräuche aus ihrer Heimat verzichten müssten.

Erstmals drei Preisträger

Es ist das erste Mal, dass die mit 100.000 Dollar (etwa 95.000 Euro) dotierte, weltweit wichtigste Architekturehrung an drei Architekten vergeben wird. Grund für die Entscheidung sei die intensive, gemeinschaftliche Art der Zusammenarbeit, hieß es in der Mitteilung der Stiftung. Aranda, Pigem und Vilalta gründeten ihr Architekturbüro RCR im Jahr 1988 in Olot, das etwa zwei Autostunden nördlich von Barcelona liegt. Sie nutzen moderne Materialien wie Glas, Plastik und Recyclingstahl und binden die Landschaft in ihre Bauten mit ein.

Bauten in Spanien und Frankreich

Aranda, Pigem und Vilalta bauten unter anderem Schulen, Wohnhäuser und ein Weingut in Katalonien. Zu ihren bekanntesten Projekten in Spanien zählen der öffentliche Raum am La Lira Theater im Ort Ripoll und der Kindergarten El Petit Comte in Besalu. In Barcelonas Bezirk Sant Antoni bauten sie die Joan-Oliver-Bücherei, ein Seniorenheim und die Candida-Perez-Gärten. In Frankreich bauten sie etwa das La Cuisine Art Center (Negrepelisse) und das Soulages Museum (Rodez).

Mit ihrer Entscheidung greift die neunköpfige Jury auch Kritik an der Globalisierung auf, die mit zum EU-Austritt Großbritanniens und der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten geführt hatte. Die Menschen müssten sich heute „auf internationale Einflüsse, Handel, Diskussionen, Transaktionen“ verlassen und hätten Angst, heimische Werte und Traditionen zu verlieren, heißt es in der Begründung.

Londoner Hochhaus „Käsereibe“ soll verkauft werden

„Gürkchen“, „Walkie Talkie“ und „Scherbe“: Die Wolkenkratzer in Londons Finanzzentrum sind bekannt für ihre eigentümlichen Spitznamen - und beliebt bei Investoren.

Die „Käsereibe“ (offizieller Name: Leadenhall Building), mit 225 Metern eines der höchsten Gebäude, soll nun für umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro (1,15 Milliarden Britische Pfund) verkauft werden. Das teilte das Immobilienunternehmen British Land heute in London mit.

Leadenhall Building in London

APA/AFP/Daniel Leal-Olivas

Käufer der 2014 fertiggestellten „Käsereibe“ ist C C Land, ein Unternehmen, das mehrheitlich dem Immobilienmagnaten Cheung Chung Kiu gehört. Der Chinese ist nicht der erste ausländische Investor, der eines der neuen Wahrzeichen der Londoner City erwirbt.

Vor drei Jahren kaufte ein Investor aus Katar den Bankenturm HSBC Tower für umgerechnet rund 1,42 Milliarden Euro. Stimmen die Aktionäre von C C Land dem „Käsereibe“-Deal zu, wäre das der zweitteuerste Verkauf eines Gebäudes im Vereinigten Königreich, berichtete der „Guardian“.

IT

Twitter verschärft Vorgehen gegen Mobbing und Hassreden

Twitter verschärft weiter sein Vorgehen gegen Belästigungen, Mobbing und Hassreden. Der Kurznachrichtendienst will jetzt auch aktiv nach Profilen Ausschau halten, von denen aus andere Nutzer angegriffen werden. „Es wurde deutlich, dass Twitter einen Teil der Last von den Nutzern nehmen muss - und eingreifen, noch bevor sie etwas melden“, sagte Twitter-Managerin Sinead McSweeney heute.

Bisher verließ sich Twitter - wie auch viele andere Onlinedienste - vor allem auf Beschwerden der Nutzer. Es gehe nun darum, mit Hilfe von Algorithmen typisches missbräuchliches Verhalten zu erkennen - etwa, wenn von einem Profil massenhaft Nutzer angeschrieben werden, die ihm nicht folgen. Solchen Twitter-Konten werden dann für eine Zeit Einschränkungen auferlegt: Zum Beispiel können ihre Tweets nur von den Nutzern gesehen werden, die ihnen folgen.

Eine weitere Neuerung ist, dass Nachrichten und auch Unterhaltungen mit bestimmten Begriffen oder Sätzen von Nutzern komplett aus ihrer Timeline ausgeblendet werden können. Bei der ersten Vorstellung einer solchen Funktion im November galt sie nur für Benachrichtigungen. Die Nutzer können entscheiden, ob die Sperre einen Tag, eine Woche, einen Monat oder unbeschränkt gelten soll.

Science

Älteste Mikrofossilien der Erde entdeckt

Wissenschaftler haben die bisher ältesten Mikrofossilien der Erde entdeckt. Diese werteten sie als „direkten Beweis“ für Leben auf unserem Planeten vor bereits rund vier Milliarden Jahren. Die Mikrofossilien seien rund 300 Millionen Jahre älter als die bisher ältesten bekannten Fossilien, schrieb Dominic Papineau vom University College London heute im Fachblatt „Nature“.

Auch auf anderen Planeten möglich

Die Entdeckung könnte auch die Theorien über mögliches Leben auf anderen Planeten verändern, wie die Autoren der Studie schrieben. Dass bereits relativ bald nach der Entstehung der Erde vor 4,57 Milliarden Jahren Leben entstanden sei, lege nahe, dass es auch auf Planeten mit Wasservorkommen außerhalb unseres Sonnensystems bereits in einem so frühen Stadium Lebewesen gegeben haben könnte. Das Alter der Funde datierten Papineau und seine Kollegen auf zwischen 3,77 und 4,29 Milliarden Jahre.

Koautor Matthew Dodd vom Londoner Zentrum für Nanotechnologie hob hervor, dass der Mars zur selben Zeit flüssiges Wasser auf seiner Oberfläche gehabt habe wie die Erde. Es sei also denkbar, auch für den Mars Beweise für Leben vor vier Milliarden Jahren zu finden. Vielleicht sei die Erde aber auch „einfach ein besonderer Fall“, fügte Dodd hinzu.

Älteste Mikrofossilien bisher in Australien

Er und seine Kollegen hatten die winzigen Fossilien, die nur halb so breit wie ein menschliches Haar und bis zu einem halben Millimeter lang sind, in blumenförmigen Quarzstrukturen gefunden. Diese fanden sich wiederum im Nuvvuagittuq-Grünsteingürtel in der kanadischen Provinz Quebec. Bisher galten Mikrofossilien, die in Westaustralien entdeckt und auf 3,46 Milliarden Jahre datiert worden waren, als die ältesten der Welt.

Lifestyle

Leute

Caroline von Monaco ist erneut Großmutter geworden

Caroline von Monaco ist zum vierten Mal Großmutter geworden: Die Frau ihres jüngsten Sohns Pierre Casiraghi, Beatrice Borromeo, brachte gestern einen Buben zur Welt, wie der Fürstenpalast von Monaco mitteilte. „Der Mutter und dem Kind geht es gut.“ Der Name des Buben wurde in der kurzen Erklärung nicht genannt.

Der 29-jährige Pierre Casiraghi, Neffe von Fürst Albert II., ist seit 2015 mit der italienischen Journalistin Borromeo verheiratet. Sein Bruder Andrea hat bereits zwei Kinder, seine Schwester Charlotte eins.

Model Ashley Graham: „Mein Körper hat eine Aufgabe“

Das kurvige Model Ashley Graham (29) will mit seinem Körper anderen Frauen Mut machen. „Ich sehe mich nicht nur als Model, sondern auch als body activist“, sagte Graham der Zeitschrift „myself“. Früher habe auch sie Diäten ausprobiert, aber inzwischen wisse sie es besser: „Mein Körper hat eine Aufgabe - Frauen dazu zu ermutigen, stark und selbstbewusst zu sein.“

Model Ashley Graham

APA/AFP/Getty Images/Rick Kern

Außerdem bekomme sie Rückmeldungen von Frauen. „Wer hätte gedacht, dass meine Cellulite und Hüften so viel Einfluss haben? Manche Frauen erzählen mir: ‚Ich habe mich deinetwegen zum ersten Mal getraut, einen Bikini zu tragen!‘ Oder: ‚Ich lasse jetzt sogar beim Sex das Licht an!‘“

Im vergangenen Jahr war die aus dem US-Bundesstaat Nebraska stammende Graham im Bikini auf dem Titel der Zeitschrift „Sports Illustrated“ abgebildet - und erregte damit viel Aufsehen. In der „myself“ wird Graham „Ikone der Curvy-Bewegung“ genannt.