Letzte Meldung

Philippinen verkünden Ende der Kämpfe gegen IS

Fünf Monate nach Beginn der Kämpfe gegen Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der philippinischen Stadt Marawi hat die Regierung die Kampfhandlungen für beendet erklärt.

„Wir verkünden nun das Ende aller Kampfhandlungen in Marawi“, sagte der philippinische Verteidigungsminister Delfin Lorenzana heute in der nordphilippinischen Stadt Clark.

„Es gibt keine Kämpfer mehr in Marawi“, so Lorenzana. Die Dschihadisten hatten sich im Mai im südlichen Marawi festgesetzt, um dort nach dem Vorbild des IS ein „Kalifat“ auszurufen. Die Philippinen sind mehrheitlich katholisch.

Unterstützung aus den USA

Die philippinischen Regierungstruppen wurden in ihrem Kampf gegen die Dschihadisten von den USA unterstützt. Bei den Kämpfen um Marawi wurden mehr als tausend Menschen getötet. Nach Armeeangaben handelte es sich dabei überwiegend um Aufständische. Bei den Kämpfen war nach Regierungsangaben zuletzt auch der IS-Chef in Südostasien, Isnilon Hapilon, getötet worden.

Ausland

Argentinien: Parlamentswahl stärkt Präsident Macri

Die konservative Regierung des argentinischen Präsidenten Mauricio Macri hat bei der Halbzeitwahl zur Erneuerung des Parlaments einen landesweiten Sieg erreicht. Die linksgerichtet Ex-Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner (2007-15) erlitt bei ihrem Comeback eine Niederlage in ihrem Wahldistrikt, bleibt aber stärkste Oppositionspolitikerin.

Die Regierung hat mit dem Erfolg Rückenwind für ihren Reformkurs zur Liberalisierung der Wirtschaft erhalten. Landesweit erreichte die Regierungskoalition Cambiemos nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen 41 Prozent gegenüber 22 Prozent der von Kirchner angeführten Partei Unidad Ciudadana und 21 Prozent von Gruppierungen des populistischen Peronismus, die der ehemaligen Staatschefin den Rücken gekehrt haben.

„Stehen erst am Anfang“

„Wir stehen erst am Anfang der Umwandlung Argentiniens“, sagte Macri gestern Abend (Ortszeit) nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse. Seine Regierung werde die Menschen aus der Armut führen. Über ein Drittel der argentinischen Bevölkerung lebt laut dem statistischen Amt INDEC in Armut.

Kirchner unterlag in ihrer traditionellen Bastion in der Provinz Buenos Aires mit 37,3 Prozent Macris ehemaligem Bildungsminister Esteban Bullrich mit 41,4 Prozent. Sie persönlich zieht jedoch mit einem Senatsmandat für die Minderheit ins Parlament ein.

Von absoluter Mehrheit weit entfernt

Die Regierung gewinnt im Parlament nach den vorläufigen Wahlergebnissen 21 Mandate hinzu und stellt somit 107 Abgeordnete. Damit steht sie noch weit unter der absoluten Mehrheit in der 257 Sitze zählenden Kammer. Die Regierungskoalition wird deshalb weiterhin zur Gesetzgebung auf Bündnisse mit den 64 Abgeordneten der peronistischen Fraktionen zentristischer Ausrichtung angewiesen sein, die früher Kirchner unterstützten. Die Ex-Präsidentin führt eine Fraktion mit 69 Mitgliedern im Parlament an.

Der Wahlkampf war zuletzt vom Tod eines Menschenrechtsaktivisten überschattet, der bei einem Polizeieinsatz gegen eine Landbesetzung der indigenen Mapuche in Patagonien unter noch unklaren Umständen umkam. Die Vorwürfe von Menschenrechtlern und Opposition, die Regierung habe die Ermittlungen nicht konsequent vorangetrieben, haben den Wahlerfolg Macris nicht beeinträchtigt. Die Hardliner der Front der Linken und der Arbeiter kamen aber erstmals landesweit auf knapp sieben Prozent der Stimmen.

Rund 33 Millionen Menschen waren zur Wahl aufgerufen. Es wurden die Hälfte der 257 Abgeordnetensitze und ein Drittel der 78 Senatsmandate neu gewählt.

Referenden in Norditalien: Mehrheit für mehr Autonomie

Bei den Referenden über mehr Autonomie in zwei norditalienischen Regionen sehen sich die jeweiligen Regierungen als Sieger. In den wirtschaftsstarken Gegenden Venetien und Lombardei stimmte gestern die große Mehrheit für mehr Eigenständigkeit, wie die Auszählung ergab.

Beide Regionen wollen mit den rechtlich nicht bindenden Referenden mehr Kompetenzen von der Regierung in Rom. Sie verlangen vor allem, dass sie mehr von ihren Steuern selbst behalten dürfen. Eine Unabhängigkeit vom Zentralstaat verfolgen sie - anders als in der spanischen Region Katalonien - nicht. Auch waren die Referenden im Gegensatz zu dem katalanischen legal.

95 und 98 Prozent Ja

In der Lombardei mit der Wirtschaftsmetropole Mailand kam das Ja-Lager nach Abschluss der Auszählung auf 95,3 Prozent, wie die Region heute Früh mitteilte. Die Wahlbeteiligung sei bei rund 39 Prozent gelegen. In Venetien mit Städten wie Venedig und Verona sprachen sich 98,1 Prozent der Menschen für mehr Autonomie aus, wie die Region nach Abschluss der Auszählung mitteilte. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 57 Prozent. In beiden Regionen ist die Rechtspartei Lega Nord an der Macht, die die Volksbefragungen angetrieben hatte.

„Neue Geschichte beginnt“

„Ziel erreicht. Für unser Venetien beginnt eine neue Geschichte“, sagte der Regionalpräsident der Region, Luca Zaia. Daneben sprach er auch von einem mutmaßlichen Hackerangriff auf die Regionalregierung bei der Auszählung der Stimmen - daher könne sich die Verkündung der Ergebnisse verzögern.

Sowohl Luca als auch Maroni kündigten sogleich Verhandlungen mit der Regierung von Premierminister Paolo Gentiloni an. „Ich habe einen wichtigen Auftrag, das historische Mandat umzusetzen, das mir Millionen Menschen in der Lombardei gegeben haben, um wirkliche Autonomie zu bekommen“, sagte Maroni.

Die Referenden sollen den Regionenvertretern vor allem mehr Gewicht bei Verhandlungen über eine Verlagerung von Kompetenzen geben. Die Lega Nord verfolgte einst die Abspaltung des reichen Nordens vom armen Süden, mittlerweile hat sie den Sezessionsgedanken allerdings weitgehend aufgegeben und fährt einen fremdenfeindlichen Kurs.

Slowenien: Präsident Pahor muss in Stichwahl

Amtsinhaber Borut Pahor (53) hat gestern die slowenische Präsidentenwahl klar gewonnen, muss aber am 12. November in eine Stichwahl. Laut der staatlichen Wahlkommission verfehlte Pahor nämlich die absolute Mehrheit gegen seine acht Herausforderer und begegnet im Stichentscheid dem Lokalpolitiker und Ex-Comedian Marjan Sarec.

Pahor kam nach Auszählung fast aller Stimmen auf 47 Prozent. „Ich glaube, dass ich diese Wahl gewinnen werde, aber wir werden uns, wie das im Leben so üblich ist, bis zum Schluss bemühen müssen“, sagte Pahor. Er werde „mit aller Kraft“ auf eine zweite Amtszeit hinarbeiten, um die Slowenen davon zu überzeugen, „dass ich der beste Präsident für die kommenden fünf Jahre bin“.

Pahor zufrieden

Pahor zeigte sich erfreut über den „fast 50-prozentigen“ Zuspruch. „Für einen Staatspräsidenten ist das angesichts des hohen Misstrauens der Menschen gegenüber der Politik ein sehr ermutigendes Ergebnis“, meinte der frühere Ministerpräsident, der im Jahr 2012 den damaligen Amtsinhaber Danilo Türk mit einem Erdrutschsieg in der Stichwahl besiegt hatte.

Sarec, Bürgermeister der nordslowenischen Stadt Kamnik, lag mit knapp 25 Prozent klar auf Platz zwei. Überraschend stark schnitt die konservative EU-Abgeordnete Romana Tomc mit 13,7 Prozent der Stimmen ab. Sie erhielt fast doppelt so viel Zuspruch wie die Christdemokratin Ljudmila Novak (sieben Prozent), der sie in den Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den dritten Platz geliefert hatte.

Rechtsextremist überraschend stark

Überraschend stark schnitt der rechtsextremistische Kandidat Andrej Sisko ab, der mit 2,2 Prozent unter anderem die Kandidatin der führenden Regierungspartei SMC, Bildungsministerin Maja Makovec Brencic (1,7 Prozent), sowie den Bürgermeister der drittgrößten slowenischen Stadt Koper, Boris Popovic (1,9 Prozent) hinter sich ließ.

Weniger als ein Prozent der Wähler votierten für die Kandidatinnen von zwei außerparlamentarischen Rechtsparteien, Suzana Lara Krause und Angela Likovic.

Eine unmittelbar nach Wahlschluss veröffentliche Wahltagsbefragung hatte den Amtsinhaber mit 56,2 Prozent noch klar auf Siegeskurs gesehen.

Großdemo auf Malta nach Mord an Journalistin

Nach dem Mord an einer regierungskritischen Journalistin auf Malta haben Tausende Menschen in der Hauptstadt Valletta für Gerechtigkeit demonstriert. Sie forderten eine schnelle Aufklärung des Falls und das Ende von Korruption in Politik und Behörden.

Demonstration in Valetta

Reuters/Darrin Zammit Lupi

An der Demonstration gestern nahmen auch Politiker, Gewerkschafter und Präsidentin Marie-Louise Coleiro Preca teil. Premierminister Joseph Muscat war nicht dabei.

Durch Autobombe getötet

Die Bloggerin Daphne Caruana Galizia war vor wenigen Tagen durch eine Autobombe auf der Mittelmeer-Insel getötet worden. Wer hinter der Tat steckt, ist immer noch unklar. Caruana Galizia hatte unter anderem einen Skandal um die Panama Papers aufgedeckt. Dabei beschuldigte sie auch Mitarbeiter von Premierminister Muscat, Übersee-Briefkastenfirmen zu betreiben.

An der Demonstration beteiligte sich auch die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (RoG). „Die Killer wollten sie zum Schweigen bringen, sie wollen uns zum Schweigen bringen. Aber sie werden keine Minute Schweigen haben“, sagte Direktor Christophe Deloire.

Inland

Kaiser erwartet bei Schwarz-Blau soziale Einschnitte

Der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) hat gestern in der ORF-„Pressestunde“ scharfe Kritik am politischen Gegner und auch an der eigenen Partei geübt. In der Affäre um „Dirty Campaigning“ im Wahlkampf habe sich die SPÖ „stupid“ verhalten.

Im Bund rechnet er mit einem raschen Abschluss der Sondierungsgespräche und anschließenden Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP und FPÖ. Danach werde es Einschnitte im Sozialsystem geben, so Kaiser. Bei der Kärntner Landtagswahl im März nächsten Jahres sei noch alles offen, einen Rücktritt am Wahlabend schloss er kategorisch aus.

Mehr dazu in Kärntner LH rechnet mit ÖVP-FPÖ-Koalition

Sport

Formel 1: Hamilton triumphiert in Austin

Lewis Hamilton hat gestern in Austin den 62. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere gefeiert. Der britische Mercedes-Pilot und WM-Leader triumphierte im US-Rennen vor seinem Verfolger Sebastian Vettel im Ferrari. Bei drei ausstehenden WM-Läufen rückte der vierte Titel für Hamilton ein weiteres Stück näher. Zumindest konnte Vettel die vorzeitige Titelentscheidung abwenden, während die Konstrukteurs-WM für Mercedes schon fixiert ist.

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Eishockey: VSV fügt Caps erste Saisonpleite zu

Meister Vienna Capitals hat gestern die erste Saisonniederlage in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) kassiert. Der überlegene Leader musste sich in der 14. Runde beim VSV im Penaltyschießen geschlagen geben. Damit ging eine saisonübergreifend 25 Matches dauernde Siegesserie der Wiener zu Ende.

Linz bleibt mit einem Auswärtserfolg gegen Fehervar weiter erster Verfolger der Caps, der Tabellendritte Innsbruck musste sich hingegen daheim Salzburg geschlagen geben. Und Rekordmeister KAC reichte ein starkes Anfangsdrittel zum Sieg in Graz.

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Wirtschaft

Chronik

Siamesische Zwillinge im Gazastreifen geboren

Eine Palästinenserin hat im Gazastreifen siamesische Zwillinge zur Welt gebracht. Die beiden Mädchen seien an Bauch und Becken zusammengewachsen und müssten dringend außerhalb des Palästinensergebiets operiert werden, sagte der Chef der Geburtenstation des Schifa-Krankenhauses von Gaza-Stadt, Allam Abu Hamda, gestern der Nachrichtenagentur AFP. Im Gazastreifen könne der komplizierte Eingriff nicht vorgenommen werden.

Nach Angaben des Chefarztes war der Zustand der beiden Mädchen stabil. Sie hatten ein gemeinsames Bein, aber getrennte Herzen und Lungen.

Vor knapp einem Jahr waren schon einmal im Gazastreifen siamesische Zwillinge geboren worden. Die Schwestern überlebten jedoch nicht - in dem von Israel und Ägypten weitgehend abgeriegelten Palästinensergebiet konnte ihnen nicht medizinisch geholfen werden.

Weißer Hai griff in Australien Mädchen in Kajak an

Eine Jugendliche in Australien ist nur knapp einem Weißen Hai entkommen. Wie die australische Tageszeitung „The Advertiser“ heute berichtete, angelte die 15-jährige Sarah Williams allein von ihrem Kajak aus, als der Hai ihr Boot vor der Küste der Stadt Adelaide im Süden Australiens streifte. Durch den Zusammenstoß fiel sie ins Wasser und geriet in Panik.

„Als ich ins Wasser fiel und die Haiflosse sah, dachte ich: Das ist wie im Film Der Weiße Hai“, sagte Williams. Indem sie sich auf den Körper des Hais stellte, konnte sie zurück in ihr Kajak gelangen.

Familie half Mädchen

Vater, Bruder und Schwester der 15-Jährigen beobachteten den Vorfall von einem nahen Motorboot aus. Sie kamen ihr zu Hilfe und halfen ihr zurück in das Kajak. „Das Biest war dabei, meine Tochter völlig grundlos anzugreifen und aufzufressen“, sagte der Vater. Der Weiße Hai hinterließ in dem Boot des Teenagers Zahnabdrücke. Auch eine Verletzung am Bein des Mädchens soll von dem Tier stammen.

Haiattacken gibt es in Australien immer wieder. Dass sie tödlich verlaufen, ist indes selten.

Schweiz: 17-Jähriger verletzt mehrere Menschen mit Axt

Ein 17-Jähriger hat gestern Abend im Osten der Schweiz mehrere Menschen mit einer Hacke angegriffen und verletzt. Der Jugendliche hatte zunächst im Zentrum von Flums im Kanton St. Gallen mehrere Personen attackiert und wollte dann mit einem gestohlenen Auto fliehen, berichtete die Agentur SDA.

Die abgeriegelte Tankstelle im Schweizer Flums

APA/AP/Keystone/Eddy Risch

Nach einem Unfall setzte er die Flucht zu Fuß fort und griff in einem Tankstellenshop mehrere Kunden an. Er sei dort von der Polizei angeschossen und festgenommen worden.

Über das Motiv des 17-Jährigen und die genaue Zahl der Verletzten lagen zunächst keine Angaben vor. Hinweise auf einen möglichen Terrorakt gebe es vorerst nicht, hieß es.

GB: Polizei beendet Geiselnahme in Bowlinghalle

Die britische Polizei hat einen Mann, der zwei Angestellte einer Bowlinghalle mit einer Waffe bedroht haben soll, festgenommen. Das berichtete der Geschäftsführer des Bowling-Centers, Mehdi Amshar, in der englischen Stadt Nuneaton gestern Abend dem Sender BBC. Die Polizei habe das Gebäude gestürmt.

Polizisten vor der Bowlinghalle in Nuneaton

APA/AFP/Oli Scarff

Nach Angaben von Rettungskräften wurde der Verdächtige noch am Tatort behandelt und dann ins Krankenhaus gebracht. Weitere Verletzte soll es nicht gegeben haben.

Großer Polizeieinsatz

Die Polizei hielt sich zunächst sehr bedeckt. Sie hatte auch zuvor nur von einem „Vorfall“ berichtet und eindringlich davor gewarnt, sich dem Freizeitkomplex, in dem die Bowlinghalle liegt, zu nähern. Einen Terroranschlag hatte die Polizei schon früh ausgeschlossen.

Zu der Anlage gehören außer dem Bowling-Center auch ein Kino, Restaurants, ein Fitnesszentrum und ein Hotel. Viele Familien hatten mit ihren Kindern in dem Komplex bis zum Ende der Polizeiaktion hinter verschlossenen Türen ausgeharrt. Dutzende von Polizisten waren im Einsatz, Hubschrauber kreisten über dem Freizeitkomplex in der Grafschaft Warwickshire.

IT

Verlegerkampagne gegen E-Privacy ohne Medienecho

Das aggressive Lobbying von Medienverlegern, Privat-TV, Telekoms und Internetwerbung gegen E-Privacy, die wichtigste EU-Regulation zum Konsumentenschutz, ist offenbar nach hinten losgegangen. Drei Tage nach der Abstimmung für eine datenschutzgerechte Version im Innenausschuss (LIBE) des Parlaments am Donnerstag finden sich kaum Berichte in etablierten Medien, das Thema E-Privacy wird von den Redaktionen derselben Verlage bis jetzt offensichtlich ignoriert.

„Schande über die Medien“, twitterte denn auch das Zentralorgan der Internetwerbung IAB über seine Mitlobbyisten am Freitag. In Österreich hat neben ORF.at offenbar nur der „Standard“ berichtet, in Sozialen Netzwerken war das Thema „elektronische Privatsphäre“ hingegen stark präsent, im deutschen Twitter-Feed war E-Privacy sogar ein Trend. Von den drei österreichischen EU-Abgeordneten im Innenausschuss haben zwei gegen einen stärkeren Schutz vor Onlinetracking gestimmt.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Kultur

Horrorkomödie „Boo 2!“ führt US-Kinocharts an

Die am Wochenende neu gestartete Horrorkomödie „Boo 2! A Madea Halloween“ hat sich am Wochenende an die Spitze der Kinocharts in den USA und Kanada gesetzt. Der pünktlich zum Gruselfest Halloween erscheinende Film spielte über das Wochenende 21,7 Millionen Dollar (18,4 Mio. Euro) ein.

Der Streifen spielt auf einem verfluchten Campingplatz, wo unter anderem Monster und Quälgeister Jagd auf eine Gruppe Freunde machen.

Schwacher Auftakt für weitere Neueinsteiger

Andere Neueinsteiger legten einen vergleichsweise schwachen Auftakt in Nordamerika hin. „Geostorm“ mit Gerard Butler um eine Wetterkontrollstation und „Only The Brave“ um Feuerwehrmänner in Arizona spielten gemeinsam 19,3 Millionen Dollar (16,4 Mio. Euro) ein. Dem Branchendienst Box Office Mojo zufolge landeten die beiden Dramen auf den Plätzen zwei und fünf.

Noch schlechter schnitten „The Snowman“ (Schneemann), der sich um einen Serienmörder in Oslo dreht, und „Same Kind of Different as Me“ (Genauso anders wie ich) um die Freundschaft eines Obdachlosen und eines Ehepaares ab. Zusammen spielten die Filme sechs Millionen Dollar (5,1 Mio. Euro) ein und schafften nur die Plätze acht beziehungsweise zwölf der Charts. „Golmaal Again“ über zwei konkurrierende Gangs in Indien brachte eine Million Dollar (850.000 Euro) ein und holte Platz 17.

Viennale: Wenn Mädchen Monster lieben

Guillermo del Toros preisgekrönter Film „The Shape of Water“ ist einer der Publikumsmagneten der diesjährigen Viennale. In der unkonventionellen Mischung aus Melodram, Actionthriller, Komödie, Fantasyfilm und Musical findet eine Putzfrau die Liebe ihres Lebens in Form eines mysteriösen Amphibienmannes. Und das Erstaunlichste daran ist, dass einem das nicht im Geringsten unrealistisch vorkommt.

Mehr dazu in http://orf.at/viennale17

Panorama

Macrons Hund pinkelte an Elysee-Kamin

Für Schlagzeilen hat heute der Hund des französischen Präsidenten Emmanuel Macron gesorgt: Wie auf einem Video des französischen Nachrichtenkanals LCI zu sehen ist, nutzte der zweijährige Rüde die Beratungen seines Besitzers, um vor einem der reichverzierten Kamine des Elysee-Palasts sein Bein zu heben.

Das ausdauernde, eindeutige Geräusch hinter ihrem Rücken ließ die Gesprächsteilnehmer aufhorchen, dann brachte es sie zum Lachen.

„Passiert das häufiger?“, fragte einer der drei Staatssekretäre den Präsidenten. „Nein“, antwortet dieser und fügt hinzu: „Sie haben bei meinem Hund ein völlig ungewöhnliches Verhalten ausgelöst.“

Aus dem Tierheim in den Elysee-Palast

Der Präsidentenhund namens Nemo ist eine Mischung aus Labrador und Griffon, den Macron und seine Frau Ende August aus einem Tierheim holten. Sie folgten damit einer 50-jährigen Tradition, nach der alle französischen Staatschefs einen Hund haben.

Sarkozy-Hunde richteten schwere Schäden an

Der schwarze Rüde ist auch nicht der erste Präsidentenhund mit schlechten Manieren: So sollen Hunde des Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy Schäden in Höhe von Tausenden Euros an den Palastmöbeln angerichtet haben, während Malteserhund Sumo seinen Besitzer Jacques Chirac mit Beißattacken für ihren Auszug aus dem Elysee bestrafte.

Nach Angaben von Chiracs Frau Bernadette wurde Sumo nach dem Umzug in eine kleine Stadtwohnung ohne weitläufigen Garten so unglücklich und aggressiv, dass ihm ein Hausarzt Antidepressiva verschrieb.

Handschriftliche Sinnsprüche Einsteins werden versteigert

Vor fast 100 Jahren hat Albert Einstein einem Dienstboten in Japan zwei handschriftliche Noten zugesteckt - nun sollen sie versteigert werden. Einstein hatte dem Boten die beiden Zettel im Jahr 1922 im Tokioter Hotel Imperial während einer Vortragsreise überreicht, möglicherweise als eine Art Trinkgeld. Sie enthalten knappe Gedanken des Nobelpreisträgers über das Streben nach Glück.

Auf dem Briefpapier des Hotels steht geschrieben: „Stilles bescheidenes Leben gibt mehr Glück als erfolgreiches Streben, verbunden mit beständiger Unruhe.“ Die zweite Botschaft ist eingängiger, sie lautet: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Unklar ist, ob der beschenkte japanische Dienstbote mit diesen Sinnsprüchen etwas anfangen konnte.

Morgen will der anonyme Eigentümer die beiden Zettel in Jerusalem versteigern lassen. Die dortige Hebräische Universität verfügt über das weltweit größte Einstein-Archiv. Archivar Roni Grosz bezeichnete die beiden Noten als „Mosaiksteinchen“ zum besseren Verständnis Einsteins. „Durch seine Schriften schaffen wir ein Bild von Einstein als Mann und Wissenschaftler und von seiner Wirkung in der Welt“, sagte Grosz.

Leute

Trotz „Nipplegate“: Timberlake wieder bei Super Bowl

Der US-Popstar Justin Timberlake wird in der Halbzeit-Show der Super Bowl im kommenden Jahr auftreten. Der 36-Jährige veröffentlichte gestern (Ortszeit) ein Video auf seinem Twitter-Account, in dem er sich gemeinsam mit US-Komiker Jimmy Fallon über seine bevorstehende Show freut. „Ich habe die Halbzeit“, schrieb er.

Sänger Justin Timberlake und die entblößte Brust von Janet Jackson 2003 während der Super-Bowl-Halbzeitshow

APA/AFP/Getty Images/Donald Miralle

Gleichzeitig bestätigte ihn die US-amerikanische Football-Liga NFL als Hauptkünstler beim Finale am 4. Februar 2018 in Minnesota.

14 Jahre nach Aufregung um Auftritt mit Janet Jackson

Der Auftritt findet 14 Jahre nach dem letzten Auftritt Timberlakes bei der Super Bowl statt. Damals sorgte er gemeinsam mit der Sängerin Janet Jackson für einen Skandal: Am Ende ihrer Show riss Timberlake einen Teil des Oberteils Jacksons ab - und entblößte ihre Brust. US-Medien betitelten den Vorfall als „Nipplegate“, die Musiker sprachen von einem defekten Kostüm Jacksons.

Seitdem wird die Super Bowl mit einer Verzögerung von fünf Sekunden ausgestrahlt, um bei möglichen Pannen eine Übertragung zu verhindern. Übrigens: Janet Jackson bekam seither nicht die Gelegenheit, erneut während der Super Bowl aufzutreten.