Inland

StGB-Reform in Nationalrat beschlossen

Der Nationalrat hat heute Abend mit den Stimmen von Koalition und NEOS eine Reform des Strafgesetzbuchs (StGB) verabschiedet. Ziel der umfangreichen Novelle ist eine bessere Strafbalance zwischen Vermögens- und Gewaltdelikten. Zudem wird Cybermobbing strafbar, ebenso bisher nicht geahndete sexuelle Übergriffe wie das „Pograpschen“.

ÖVP: „Modernes Strafrecht auf der Höhe der Zeit“

SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim zeigte sich mit der Vorlage zufrieden. Es handle sich um ein gutes und breit getragenes Ergebnis. ÖVP-Justizsprecherin Michaela Steinacker betonte, dass die Novelle mit viel Fingerspitzengefühl erstellt worden sei. Es sei gelungen, ein „modernes Strafrecht auf der Höhe der Zeit“ zu etablieren. Jener Paragraf, der entwürdigende Berührungen sanktioniert, hätte für die Justizsprecherin dagegen auch im Verwaltungsrecht gereicht.

Dabei ist just der letzte - von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) forcierter - Punkt einer jener, bei denen die Grünen noch am wenigsten auszusetzen hatten. Ansonsten kritisierte Justizsprecher Albert Steinhauser die Wankelmütigkeit von Justizminister Wolfgang Brandstetter, der Vorschläge immer wieder zurückgezogen habe. Besonders stört ihn die Neuregelung der Untreue: für Steinhauser Anlassgesetzgebung per excellence in der Causa Meinl, durch die der Banker Julius Meinl profitieren könnte.

FPÖ-Kritik an Wertgrenzenanhebung bei Vermögensdelikten

Anderes störte die Freiheitlichen mehr. Deren Justizsprecher Harald Stefan kritisierte, dass die Anhebung der Wertgrenzen bei den Vermögensdelikten auf 300.000 Euro einfach zu weit gehe. Ebenfalls abgelehnt werden von der FPÖ Aufweichungen im Suchtmittelgesetz als „gesellschaftspolitisch falscher Ansatz“. Damit bezog sich Stefan auf die Neuregelung, wonach Kauf und Besitz von Kleinstmengen für den Eigengebrauch nicht mehr automatisch zur Strafanzeige führen, wenn die Betroffenen mit den Gesundheitsbehörden kooperieren.

Den Untreueparagrafen hatte sich wiederum das Team Stronach (TS) ausgesucht, um seinen Unmut über die Gesetzesvorlage zu erläutern. Dieser biete viel Spielraum, um wirtschaftlich unfreundliche Urteile setzen zu können, meinte Mandatarin Kathrin Nachbaur. Man könne nicht mit dem Strafgesetzbuch gegen unternehmerische Fehlentscheidungen losziehen.

Keine rechte Freude hat NEOS-Justizsprecherin Beate Meinl-Reisinger freilich beispielsweise mit den Wertgrenzen, auf die sie lieber verzichten würde und es stattdessen der Strafzumessung des Richters überlassen möchte, die Schadenshöhe zu berücksichtigen. Außerdem hätte sie sich gewünscht, wenn bei solch einer großen Reform zum Beispiel die Meinungsfreiheit einschränkende Regelungen entfernt worden wären.

Nationalrat: Änderungen im Erbrecht fixiert

Änderungen im Erbrecht hat der Nationalrat heute Nachmittag mit den Stimmen von Koalition und Grünen beschlossen. Pflichtteile können künftig in Raten gezahlt oder gestundet werden. Der Pflichtteil für Eltern und Großeltern entfällt ganz. Die Pflege durch nahe Angehörige während der drei Jahre vor dem Tod wird durch ein gesetzliches „Vermächtnis“ abgegolten.

Altmodische Enterbungsgründe (wie „anstößige Lebensart“) werden gestrichen, dafür kann der Pflichtteil halbiert werden, wenn 20 Jahre kein familiärer Kontakt bestand. Neue Enterbungsgründe sind mit mehr als einjähriger Freiheitsstrafe bedrohte Straftaten gegen nahe Angehörige sowie grobe Verletzungen der Pflichten aus dem Eltern-Kind-Verhältnis.

Kritik vor Abstimmung über TTIP

Vor der morgigen Abstimmung im EU-Parlament über das umstrittene EU-USA-Freihandelsabkommen TTIP haben sich die Kritiker erneut zu Wort gemeldet. „Jetzt muss das Europäische Parlament die roten Linien klipp und klar vorgeben“, so Arbeiterkammer-Präsident Rudolf Kaske. Auch das Bündnis TTIP Stoppen warnte vor der Aufweichung von Umwelt- und Arbeitsrechtsstandards.

Das EU-Parlament hätte eigentlich schon im Juni über seine Position zu TTIP abstimmen sollen. Wegen eines Streits über den Investorenschutz ISDS hatte Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) die Abstimmung verschoben. Kritiker von ISDS fürchten, dass künftig private Konzerne Staaten auf riesige Summen klagen können, wenn ihnen zum Beispiel wegen strengerer Umweltgesetze Gewinne entgehen - das alles vor privaten Schiedsgerichten.

AK: Öffentliche Dienstleistungen ausnehmen

„Das Europäische Parlament muss jedwede Schiedsgerichtsbarkeit für Investoren, egal wie sie heißt und wie sie ausgebildet ist, jedwede Senkung der Schutzstandards und jedwede Liberalisierung der öffentlichen Dienstleistungen ablehnen“, so Kaske in einer Aussendung.

Der AK-Präsident sprach sich außerdem für eine Sanktionierung von Verstößen gegen Mindestarbeitsrechte aus. Öffentliche Dienstleistungen in den Bereichen Gesundheit und Soziales sowie Wasserversorgung, Müllentsorgung, Energie und öffentlicher Verkehr will Kaske von dem Handelspakt ausgenommen wissen.

Gegen privilegierte Rechte für Konzerne

Das Bündnis TTIP Stoppen lehnt den Kompromissvorschlag, auf den sich europäische Sozialdemokraten und Konservative einigen wollen, ebenfalls ab. „Das Grundproblem privilegierter Rechte für Konzerne gegenüber Staaten wird damit nicht hinterfragt. Ein internationaler Gerichtshof, der Sonderklagerechte ausschließlich für Konzerne vorsieht, ist keine Option“, so die Aktivisten. Die vorhandenen Rechtssysteme der EU und der USA reichten völlig aus. Auch Greenpeace Österreich sprach von einem „faulen Kompromiss“.

SPÖ will nicht mitstimmen

Der österreichischen SPÖ-Delegation gehe diese Formulierung nicht weit genug, sie wird daher gegen die Resolution stimmen, sagte Delegationsleiterin Evelyn Regner vor Journalisten in Straßburg. „Wir fordern seit Monaten eine klare Ablehnung von ISDS. Wenn dieser Kompromiss jetzt nur irgendeine Hintertür dafür offen lässt, können wir dem nicht zustimmen“, so Regner.

Ausland

Hamas-Führer: Hamas will keinen neuen Krieg mit Israel

Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas will nach den Worten eines ranghohen Führers keinen neuen Krieg mit Israel. „Wir haben ein Interesse daran, für Ruhe zu sorgen“, sagte Ghasi Hamad heute dem israelischen Rundfunk. Hamad sprach während des ungewöhnlichen Interviews auf Hebräisch. Die Sprache hatte er während eines mehrjährigen Haftaufenthalts in Israel gelernt.

Die Lage im Gazastreifen sei ein Jahr nach dem letzten Krieg „sehr schlecht“, sagte Hamad, der de facto als „Vizeaußenminister“ der Hamas gilt. Es gebe nicht genug Baumaterialien für einen Wiederaufbau zerstörter Gebäude. Geberländer hätten Versprechen nicht eingelöst. Außerdem funktioniere die palästinensische Einheitsregierung aus Hamas und der gemäßigteren Fatah nicht.

Vereinzelt Raketenangriffe in letzten Wochen

Die Hamas wolle keinen neuen bewaffneten Konflikt mit Israel, könne jedoch die Besatzung nicht akzeptieren. „Wir wollen wie alle anderen Menschen auf der Welt leben“, sagte Hamad. „Aber wir leben in einem Gefängnis“, sagte er mit Hinblick auf die fortwährende Blockade des Gazastreifens durch Israel und Ägypten.

In den vergangenen Wochen hatte es vereinzelt wieder Raketenangriffe militanter Palästinenser auf Israel gegeben. Israel reagierte darauf mit Luftangriffen in dem Küstenstreifen. Hamad sagte jedoch, insgesamt sei die Lage „unter Kontrolle“. „Wir wollen eine Beruhigung der Situation, damit es den Leuten besser geht“, sagte er. Israel wirft der Hamas hingegen vor, bereits für einen neuen Krieg zu trainieren und neue Tunnel im Grenzbereich zu graben.

Iran-Gespräche verlängert - US-Waffenembargo bleibt

Die Atomgespräche der internationalen Gemeinschaft mit dem Iran werden vorerst bis Freitag verlängert. Das teilte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini heute in Wien mit.

Iran fordert Aufhebung des Waffenembargos

Nach Angaben der US-Delegation würden die von der UNO verhängten Sanktionen gegen das Raketenprogramm und den Waffenhandel des Iran auch unter einem Atomabkommen bestehen bleiben. Das sagte ein hochrangiger US-Vertreter. Der Iran fordert die Aufhebung aller gegen ihn verhängten Sanktionen bei Inkrafttreten eines Atomabkommens. Das müsse auch für den Handel mit Waffen und Raketen gelten. Der Westen lehnt das aber ab. Der US-Delegierte betonte, man sei noch nie so nahe an einer Einigung gewesen. Trotzdem sei man noch nicht dort, wo man sein müsste.

Einige Knackpunkte

Knackpunkt in den Verhandlungen sei vor allem das Handelsverbot für konventionelle Waffen, wie der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte. Ungeklärt sind ferner Fragen zu den Zeiten für die Aufhebung weiterer Sanktionen. Auch Untersuchungen zur angeblichen früheren Atomwaffenforschung des Iran durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) sind umstritten.

Besonders heikel dabei ist die Frage, ob der Iran den IAEA-Experten Zugang zu verdächtigen Militäranlagen und zu Atomforschern gewährt. Die UNO-Organisation kritisiert seit Langem, dass der Iran ihr nicht den nötigen Zugang gibt, um den Verdacht abschließend zu klären. Die iranische Führung hat die Inspektion von Militäranlagen und die Befragung iranischer Atomwissenschaftler durch ausländische Experten aber kategorisch ausgeschlossen.

Bei einem Besuch einer IAEA-Delegation in Teheran habe es aber Fortschritte in dieser Frage gegeben, berichteten iranische Medien. „Der Iran und die IAEA haben mit dem Erreichen einer allgemeinen Übereinkunft über einen Zeitplan für die Kooperation einen wichtigen Schritt zur Lösung der offenen Fragen gemacht“, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur IRNA den Sprecher der iranischen Atomenergieorganisation AEOI, Behrous Kamalwandi.

US-Militär bildet gegenwärtig nur 60 syrische Kämpfer aus

Die US-Regierung hat eingeräumt, bei der Militärausbildung gemäßigter syrischer Oppositioneller deutlich hinterherzuhinken. Bisher nähmen nur etwa 60 Kämpfer an dem Programm teil, sagte Verteidigungsminister Ash Carter heute vor dem Kongress in Washington.

Programm für 5.400 Milizionäre geplant

Das im Mai begonnene Programm soll in Jordanien und der Türkei eigentlich pro Jahr 5.400 Milizionäre fitmachen, um im Kampf gegen die Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) bestehen zu können. Carter sagte, die geringe Zahl der Rekruten komme dadurch zustande, dass Interessenten zunächst gründlich überprüft würden. Man habe von den bisherigen Erfahrungen gelernt und werde nun schneller vorankommen, versprach er.

Das Eingeständnis des Ministers spielt den Kritikern der Syrien-Politik von Präsident Barack Obama in die Hände. Der Vorsitzende des Streitkräfte-Ausschusses im Senat, der Republikaner John McCain, erklärte, die Ziele könnten so nicht erreicht werden. Auch Obamas Parteifreund im Ausschuss, Jack Reed, sagte, eine Veränderung der Lage in Syrien sei so kaum zu erreichen.

IS mit „mehr Bürokraten in Washington“ nicht zu besiegen

Zuletzt hatte der republikanische Senator Tom Cotton von einer gescheiterten Strategie gesprochen. Der IS gewinne immer mehr an Einfluss. „Wir werden eine Armee von radikalen Dschihadisten nicht mit mehr Bürokraten in Washington und kein Geld für unsere Truppen an der Front besiegen.“ Obama kündigte weitere Maßnahmen an, ohne Einzelheiten zu nennen.

Die US-Luftwaffe fliegt fast täglich Angriffe auf Stellungen des IS in Syrien. Obama hat wiederholt erklärt, dass ein schneller Sieg über die Islamisten nicht zu erwarten sei.

Jemen: Laut Rebellen 176 Tote an einem Tag

Im Jemen sind Angaben der schiitischen Huthi-Rebellen bei Luftangriffen der von Saudi-Arabien geführten Militärallianz allein gestern 176 Kämpfer getötet worden. Das berichteten von der aufständischen Huthi-Bewegung kontrollierte Medien sowie Bewohner heute.

Sollten sich die Angaben bestätigen, wären gestern so viele Menschen an einem Tag durch die Luftangriffe umgekommen wie noch nie seit Beginn des Einsatzes am 26. März. Es wäre zugleich ein Rückschlag für laufende Bemühungen um eine Waffenruhe.

Mehrere sunnitische Staaten beteiligen sich an den Angriffen auf die Huthi-Miliz, die vom Iran unterstützt wird. Ziel ist es, dem ins Exil geflohenen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi wieder zur Macht zu verhelfen. Die Huthis hatten im September die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht und rückten rasch gen Süden vor.

Kritik an Juncker wegen Handybenutzung in Parlament

Mitten in der Griechenland-Krise hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wegen der Benutzung seines Handys während einer Debatte im EU-Parlament Ärger mit einer rechtsextremen ungarischen EU-Parlamentarierin bekommen.

Krisztina Morvai beanstandete im Plenum, dass Juncker ständig in sein Handy tippe, anstatt sich den Problemen ärmerer EU-Staaten zu widmen. Juncker bezeichnete die Kritik als „dumme Rede“. „Ich habe meine Arbeit getan“ und „mit dem griechischen Ministerpräsidenten (Alexis Tsipras)“ per SMS kommuniziert, sagte Juncker, wie aus einem Video hervorgeht, auf das die staatliche ungarische Nachrichtenagentur MTI heute hinwies. Morvai gehört zur Fraktion der rechtsextremen ungarischen Partei Jobbik, ist aber nicht Mitglied dieser Partei.

Zehn Jahre Anschläge: London gedachte der Opfer

Zehn Jahre nach den Terroranschlägen in London mit 56 Toten hat Großbritannien heute der Opfer gedacht. Premierminister David Cameron, Londons Bürgermeister Boris Johnson sowie Vertreter von Polizei und Feuerwehr legten im Londoner Hyde Park Kränze an einem Denkmal für die Anschläge nieder.

Im Gedenken an die Opfer legten Cameron und Johnson Kränze nieder. Die Attentäter hätten „ihr Ziel verfehlt“, so Johnson.

Die Terroristen hätten ihr Ziel nicht erreicht, hatte Johnson kurz zuvor gesagt. „Ich glaube, die meisten Leute würden sagen, dass London sogar noch weltoffener, sogar noch gastfreundlicher geworden ist.“

Vier aus Pakistan stammende Selbstmordattentäter hatten am 7. Juli 2005 in drei U-Bahnen und einem Doppeldeckerbus 52 Passagiere mit sich in den Tod gerissen. An den damals betroffenen U-Bahn-Stationen versammelten sich am Vormittag Überlebende und Angehörige der Opfer, um Blumen niederzulegen und schweigend der Opfer zu gedenken.

TV-Hinweis

Sport

Tour de France: Tony Martin entreißt Froome Gelb

Tony Martin hat heute erstmals in seiner Karriere das Gelbe Trikot bei der Tour de France übergestreift. Der Deutsche krönte seine beherzte Attacke wenige Kilometer vor dem Ziel der vierten Etappe mit dem Etappensieg und löste damit Christopher Froome an der Spitze der Gesamtwertung ab. Die Favoriten im Kampf um den Gesamtsieg retteten sich auf der schweren Kopfsteinpflasterprüfung mit der ersten Verfolgergruppe ins Ziel. Für die ÖRV-Profis ging der harte Arbeitstag nach 223,5 Kilometern ohne Erfolgserlebnis zu Ende.

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Ö-Rundfahrt: Erster Profisieg für Zabel-Sohn Rick

Rick Zabel hat heute ganz in der Manier seines berühmteren Vaters Erik seinen ersten Sieg als Radprofi gefeiert. Der 21-jährige Sohn des zwölffachen Tour-de-France-Etappensiegers gewann die dritte Etappe der Österreich-Rundfahrt im Massensprint souverän vor dem Spanier Angel Vicioso und dem Slowenen Jan Tratnik. Für die Österreicher dagegen gab es nach knapp 180 Kilometern beim Zielsprint im steirischen Gratwein nichts zu holen - als bester kam Stephan Rabitsch über Rang 27 nicht hinaus. Die Gesamtführung wechselte von Gerald Ciolek zu Vicioso.

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Fußball: Kerschbaumer reif für die Insel

Der rasante Aufstieg von Konstantin Kerschbaumer hat in der Vorwoche mit dem Wechsel zum ambitionierten englischen Zweitligisten Brentford seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden. „Das war ein idealer Schritt für meine Karriere“, sagte der Mittelfeldmotor, der innerhalb eines Jahres den Sprung vom Erste-Liga-Club St. Pölten über den Bundesligisten Admira auf die Insel geschafft hat. „Ich habe am 1. Juli meinen 23. Geburtstag gefeiert. Der Wechsel zu Brentford war mein schönstes Geschenk“, so Kerschbaumer im ORF.at-Interview.

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Fußball: USA und Mexiko gehen auf Gold Cup los

Als Titelverteidiger und Favorit - gemeinsam mit Mexiko - geht das US-Nationalteam unter Headcoach Jürgen Klinsmann und Assistent Andreas Herzog in den CONCACAF Gold Cup 2015. Auftaktgegner Honduras ist in der Nacht auf morgen (MESZ) zwar Gradmesser, darf aber kein Stolperstein werden. Auch für die Mexikaner zählt beim Turnier in den USA und Kanada nur der Titel. Die Kanadier holten den Titel im Jahr 2000 - als bisher einziges Team außer den USA und Mexiko.

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Wirtschaft

Ikea-Mitarbeiter streiken erstmals in Italien

Zum ersten Mal treten die 6.000 Mitarbeiter Ikeas in Italien in den Streik. Der Protest des Personals der 21 italienischen Ikea-Möbelhäuser richtet sich gegen die Vorschläge für den neuen Arbeitsvertrag, die von den Gewerkschaften als „unannehmbar“ bezeichnet werden.

Die Arbeitnehmerverbände kritisieren, dass Ikea - seit 25 Jahren in Italien präsent - weniger für Arbeit am Sonntag und an Feiertagen zahlen wolle. Auch das neue Schichtensystem, das der schwedische Möbelgigant einführen wolle, bezeichneten die Gewerkschaften als inakzeptabel.

Ikea hat in den letzten Jahren die schwere Konsumkrise in Italien zu spüren bekommen. In den letzten drei Jahren meldete das Unternehmen Verluste von 53 Millionen Euro.

Höheres Grundgehalt für Europas Bankmanager

Weniger Boni, mehr Grundgehalt: Viele Banken in Europa reagieren einer Umfrage zufolge auf die verschärfte Regulierung mit einem höheren Fixanteil an der Gesamtvergütung.

Die Europäische Union (EU) deckelt die leistungsabhängigen Extrazahlungen seit diesem Jahr auf die Höhe des jährlichen Grundgehalts, mit Zustimmung der Aktionäre dürfen sie maximal das Doppelte erreichen.

Teil das Fünffache des Fixgehalts

In einigen Bereichen des Investmentbanking wie dem Handel erreichen die Boni bisher das Vier- oder Fünffache des festen Gehalts. 38 Prozent der Banken in Europa sichern ihren Führungskräften daher einen größeren Teil des Gehalts fest zu, wie aus einer Umfrage der Unternehmensberatung Mercer hervorgeht, die heute veröffentlicht wurde.

Viele Institute haben Angst, ihre Leistungsträger an die US-Konkurrenz zu verlieren, wenn ihnen zu hohe finanzielle Einbußen drohen. Sie hatten vergeblich argumentiert, dass eine Begrenzung der Boni ihnen zu wenig Flexibilität gebe, auf schlechte Zeiten im Investmentbanking zu reagieren. Mercer-Vergütungsexperte Bernd Thomaszik kritisierte die Entwicklung: „Damit wird die Verbindung zwischen Vergütung und nachhaltiger Performance geschwächt.“

Boni nur noch für langfristige Erfolge

Zugleich versucht die Finanzbranche, ihren Mitarbeitern aber Anreize für ein langfristig erfolgreiches Handeln zu setzen, wie es in der Studie heißt: 86 Prozent der Banken und Versicherer zahlen Boni zum Teil erst mit drei oder vier Jahren Verzögerung aus, wenn sich die Folgen absehen lassen.

In den USA seien es nur 42 Prozent. Bei fast allen Banken und drei von vier Versicherern orientieren sich die Boni inzwischen nicht mehr nur an der Erfüllung finanzieller Ziele. „Dadurch wird der Fokus von einem kurzfristig gewinn- und damit auch oft risikoorientierten Handeln zu einem nachhaltigeren Geschäftsmodell bewegt“, sagte Thomaszik.

Chronik

Drei Touristen in Pamplona von Stieren aufgespießt

Beim traditionellen Stiertreiben im spanischen Pamplona haben heute zwei US-Touristen und ein Brite Verletzungen durch Stierhörner erlitten.

Ein 30-jähriger Brite wurde laut Angaben der Regionalverwaltung von einem Stier im Analbereich verletzt, ein 38-jähriger US-Urlauber erlitt eine Stichverletzung unter der Achsel, ein weiterer US-Bürger leichtere Verletzungen durch ein Stierhorn.

Drei Touristen trugen bei der Stierhatz Verletzungen durch Stierhörner davon. (iptv.ORF.at)

Acht weitere Teilnehmer erlitten Gehirnerschütterungen oder Prellungen. Tierschutzgruppen protestierten auch dieses Jahr gegen die weltberühmte Veranstaltung, die inzwischen auch in Spanien äußerst umstritten ist.

Hunderttausende Besucher erwartet

Das neuntägige San-Fermin-Fest zieht jedes Jahr Hunderttausende Besucher aus dem In- und Ausland an. Vor allem junge Männer, die sich mit Sangria und Wein Mut antrinken, suchen in den Straßen Pamplonas den Nervenkitzel.

Die Stierhatz mit sechs Stieren beginnt täglich um 8.00 Uhr und dauert nur wenige Minuten. Die Tiere werden dabei durch die engen Gassen der Stadt bis in die Arena getrieben, wo sie später von den Torreros getötet werden.

Im vergangenen Jahr besuchten fast 1,3 Millionen Menschen das Festival, mehr als die Hälfte davon aus dem Ausland. Rund ein Viertel der ausländischen Touristen kam aus den USA. Seit 1911 kamen bei dem Fest 15 Menschen ums Leben. Zuletzt erlitt ein 27-jähriger Spanier vor sechs Jahren tödliche Verletzungen, als ein Stier ihm die Hörner in Nacken, Herz und Lunge rammte. Das Festival ist unter anderem durch Ernest Hemingway in seinem Roman „Fiesta“ verewigt worden.

Russische Polizei gibt Tipps für sichere Selfies

Nach Dutzenden tödlichen Unfällen und zahlreichen Verletzten hat die Polizei in Russland heute eine Kampagne für sichere Handy-Selbstporträts gestartet. „Ein cooles Selfie kann Dich das Leben kosten“, schrieb das Innenministerium in einer neuen Broschüre.

Im Mai hatte sich eine 21-Jährige in Moskau versehentlich in den Kopf geschossen, als sie sich selbst mit einer Pistole in der Hand fotografierte. Sie überlebte den Unfall.

Tafel zeigt Sicherheitstipps für Selfieaufnahmen

Russian Ministry of Internal Affairs

Mit Handgranate in die Luft gesprengt

Im Jänner hatten sich zwei junge Männer im Ural in die Luft gesprengt, als sie für ein Selfie mit einer entsicherten Handgranate posierten. Ihr Handy überstand die Explosion und legte Zeugnis von dem Unglück ab. Im Mai starb ein Jugendlicher in der Region Rjasan, der für ein Selfie auf eine Eisenbahnbrücke geklettert war und dort ein Stromkabel berührte.

Hunderte Verletzte

Seit Jahresbeginn habe es rund hundert Fälle gegeben, bei denen sich Menschen bei Selbstporträts verletzt hätten, sagte Jelena Alexejewa vom Innenministerium in Moskau. Zudem habe es bereits Dutzende Todesfälle gegeben. Bevor jemand auf der Jagd nach möglichst vielen „Likes“ im Internet ein Selfie mache, solle er sich über die Konsequenzen im Klaren sein, sagte Alexejewa: „Sein letztes extremes Foto könnte sich als ein postum veröffentlichtes erweisen.“

F-16-Kampfjet kollidierte mit Cessna in USA

Ein amerikanischer Kampfjet vom Typ F-16 ist in den USA in der Luft mit einem Leichtflugzeug zusammengestoßen. Der Kampfflieger sei mit der Cessna 150 nördlich von Charleston im Bundesstaat South Carolina kollidiert, teilte die Flugaufsichtsbehörde FAA heute mit. Augenzeugen sprachen laut einem NBC-Bericht von einer Explosion und einem „Feuerball“ am Himmel.

NBC berichtete unter Berufung auf Vertreter des Pentagon, der Pilot des Kampfjets habe sich per Schleudersitz rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Über das Schicksal der Cessna-Insassen wurde zunächst nichts bekannt. Die Luftwaffe und das Pentagon konnten den Zusammenstoß zunächst nicht bestätigen.

Die Lokalzeitung „Post and Courier“ berichtete von Wrackteilen und einem Trümmerfeld auf mehreren Plantagen des Südstaates. Die Rettungskräfte im Bezirk Berkeley County richteten eine Einsatzzentrale auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums ein. Die Transportsicherheitsbehörde NTSB kündigte eine Untersuchung an.

Polizei beschlagnahmt 600.000 Kondome in Rom

Die Polizei hat 600.000 Kondome aus China auf dem Flughafen Fiumicino bei Rom beschlagnahmt. Die Präservative seien täuschend echte Fälschungen bekannter Marken und womöglich unsicher, teilte die Finanzpolizei heute mit. Sie könnten zudem gesundheitsgefährdend sein, weil spezielle chemische Stoffe verwendet worden seien.

Die Kondompackungen wurden neben Hunderttausenden anderen gefälschten Produkten auf dem Flughafen sichergestellt. Vertrieben wurden die Kondome via Internet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen rund 20 Verdächtige unter anderem wegen der Einfuhr gefälschter Waren.

Science

Initiative für mehr Mitbestimmung an den Unis

Mehr als 36.000 Menschen arbeiten an Österreichs öffentlichen Hochschulen in der Wissenschaft. Nur knapp 2.400 von ihnen haben eine „ordentliche Professur“. Dennoch bestimmen Professoren den allergrößten Anteil der Geschicke der Unis. „Ein Anachronismus“, findet eine Initiative junger Forscherinnen und Forscher. Ihr Gegenmodell: Unis, an denen alle ab dem Rang von Postdocs mitbestimmen dürfen.

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Kultur

WJC protestiert gegen Gaskammer-Video in Krakau

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC), Ronald Lauder, hat die Entfernung einer umstrittenen Videoinstallation in Krakau gefordert, die Nackte beim Fangenspiel in einer Gaskammer zeigt. Die Installation des polnischen Künstlers Artur Zmijewski ist Teil der seit Mitte Mai laufenden Ausstellung „Erfahrung Auschwitz“ im Krakauer Museum für Zeitgenössische Kunst.

„Wir sind schockiert, dass Sensationsmacherei im Gewand der künstlerischen Freiheit über Sensibilität und guten Willen triumphiert“ schrieb Lauder in einer heute veröffentlichten Stellungnahme. Gerade an einem Ort wie Krakau sollte Verständnis für die Holocaust-Überlebenden herrschen.

Video sorgte bereits für mehrere Proteste

Krakau, nur etwa 60 Kilometer vom ehemaligen deutschen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau entfernt, war über Jahrhunderte hinweg eines der wichtigsten Zentren des polnischen Judentums.

Das Museum, in dem die Ausstellung gezeigt wird, befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft der einstigen Fabrik des deutschen Fabrikanten Oskar Schindler, dessen Einsatz zur Rettung seiner jüdischen Arbeiter in Steven Spielbergs oscarprämiertem Film „Schindlers Liste“ geschildert wurde.

Seit der Entstehung des Videos „Berek“ (Fangenspiel) im Jahr 1999 löst die Installation immer wieder Proteste aus.

O-Töne: Popstars mit Leselämpchen

Vor ein paar Jahren hat man bei Literaturlesungen noch an einen kleinen Kreis Verschworener gedacht. Heute sind es mitunter popkulturelle Großevents, die Massen anlocken - etwa beim alljährlichen O-Töne-Festival im Wiener MuseumsQuartier.

Im Gespräch mit ORF.at berichten die Autoren Arno Geiger und Martin Amanshauser darüber, was es bedeutet, vor einem Meer an Menschen die eigenen Geschichten vorzutragen. Und zur prickelnden Atmosphäre kommt noch der finanzielle Aspekt hinzu.

Mehr dazu in Von der Tiefe in die Breite

David Guetta droht Millionenklage

Der DJ und Produzent David Guetta sieht sich mit einer hohen Plagiatsklage konfrontiert. Der Musiker Andre Dubek wirft Guetta vor, seinen Song „Illumination“ aus den 1980er Jahren unerlaubt gecovert zu haben.

Die Rechte an dem Lied liefen zwar heuer aus, das inkriminierte Guetta-Cover „Dangerous“ erschien jedoch schon im Oktober 2014. Dubek verlangt sechs Millionen Dollar Schadenersatz und hat Guetta sowie dem Sänger Sam Martin und dem Label Warner Music untersagt, den Song weiter zu vertreiben.

„Dangerous“ ist in den USA auf Platz eins der Billboard-Charts eingestiegen und wurde vor allem durch die T-Mobile-Werbung bekannt. Das erklärt auch die hohe Summe, die Dubek fordert. Guetta selbst hat zu den Vorwürfen noch nicht Stellung genommen.