Ausland

Medien: EU-Kommission erlaubt Grenzkontrollen weiter

Die EU-Kommission will Österreich, Deutschland, Dänemark, Schweden und Norwegen eine Verlängerung der im Februar auslaufenden Grenzkontrollen um drei Monate bis Mitte Mai dieses Jahres erlauben. Wie die „Welt“ (Samstag-Ausgabe) unter Berufung auf informierte Kreise der EU-Kommission berichtet, hat sich die Leitung der Kommissionsbehörde darauf gestern geeinigt.

„Erheblichen Belastungen“ ausgesetzt

Als Gründe für die nochmalige Verlängerung werden unter anderem die mögliche Weiterreise von Migranten, die sich bereits in Griechenland oder in anderen EU-Ländern befinden, in die betroffenen Staaten genannt. Zudem seien die fünf Mitgliedsländer des Schengen-Raums wegen der hohen Zahl der Asylanträge weiterhin erheblichen Belastungen ausgesetzt. Die Grenzkontrollen wurden auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Herbst 2015 eingeführt.

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) und sein deutscher Amtskollege Thomas de Maiziere hatten sich zuletzt darauf verständigt, dass sie sich in Brüssel für die Aufrechterhaltung der Grenzkontrollen „auf unbestimmte Zeit“ starkmachen wollen. Über Artikel 29 des Schengener Grenzkodex können die Maßnahmen aber jeweils nur um sechs Monate bis zu einem Maximalzeitraum von zwei Jahren ausgedehnt werden.

Malta: „Schutzlinie“ gegen Libyen

In der Flüchtlingskrise will die maltesische EU-Ratspräsidentschaft durch enge Zusammenarbeit mit Libyen dieses Jahr einen erneuten Rekord bei den Ankunftszahlen in Italien verhindern. Malta schlägt den EU-Partnern nach AFP-Informationen von heute dazu eine „Schutzlinie“ vor der libyschen Küste und eine „radikale Verstärkung“ des Kampfes gegen Schlepperbanden vor.

Auch Rückkehrprogramme für in Libyen festsitzende Flüchtlinge sollten „deutlich verstärkt“ werden. Im vergangenen Jahr war die Rekordzahl von 181.000 Flüchtlingen in Italien angekommen. 90 Prozent von ihnen kamen über Libyen. Der maltesische Ratsvorsitz befürchtet noch höhere Zahlen in diesem Jahr. Regierungschef Joseph Muscat wirbt deshalb für ein Flüchtlingsabkommen mit Libyen, das ähnlich wie die Vereinbarung mit der Türkei dem Geschäft von Schlepperbanden die Grundlage entziehen soll.

Kongress europäischer Rechtspopulisten in Koblenz

In Koblenz, im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz, treten heute einige der bekanntesten rechtspopulistischen Politiker Europas gemeinsam bei einem Kongress auf. Erwartet werden unter anderem AfD-Chefin Frauke Petry, Frankreichs rechtsextreme Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen und der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders. Für die FPÖ nimmt deren EU-Abgeordneter Harald Vilimsky teil.

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort, zu einer Gegendemonstration haben sich unter anderem der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD), Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn und die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Ulrike Lunacek (Grüne), angesagt.

USA fordern Festnahme von Ban-Ki-Moon-Bruder

Die US-Justiz fordert von Südkorea die Festnahme eines Bruders des ehemaligen UNO-Generalsekretärs Ban Ki Moon. Wie ein Justizsprecher in New York gestern nach einer Anhörung in Manhattan mitteilte, sollen sich Ban Ki Sang und sein Sohn Joo Hyun Bahn wegen Korruption und Geldwäsche verantworten.

Dabei geht es um Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe, mit denen ein arabisches Land zum Kauf eines Gebäudekomplexes in Vietnam bewegt werden sollte.

Chef von Baufirma

Ban Ki Sang ist einer der Chefs der südkoreanischen Baufirma Keangnam, die den Gebäudekomplex in Hanoi gebaut und sich durch den Verkauf Einnahmen in Höhe von 800 Millionen Dollar (knapp 748 Mio. Euro) erhofft hatte. Bei Sohn Joo Hyun handelt es sich um einen Immobilienmakler, der in New York arbeitet, außerdem waren ein US-Mittelsmann und ein Konto in New York involviert.

Ban Ki Moon hatte zum Jahreswechsel das Amt des UNO-Generalsekretärs an seinen Nachfolger Antonio Guterres abgegeben. Ban selbst wird in den Justizdokumenten in New York nicht erwähnt.

Athen: „Türkische Armee muss raus aus Zypern“

Die griechische Regierung drängt auf eine Lösung im Zypern-Konflikt, beharrt aber auf ihren Positionen. Voraussetzung für eine Lösung sei der Abzug der türkischen Truppen, die seit 1974 den Nordteil der Insel besetzen, so der griechische Außenminister Nikos Kotzias zur dpa. „Die türkische Armee muss raus. Die Türkei darf keine Interventionsrechte haben.“

„Das Garantiemächtesystem muss abgeschafft werden“, erklärte der griechische Außenminister weiter in dem Interview. Zurzeit laufen intensive Gespräche unter UNO-Schirmherrschaft zur Überwindung der Teilung der Inselrepublik. Angestrebt wird eine Föderation zwischen zwei politisch gleichberechtigten Bundesstaaten, eines türkisch-zyprischen im Norden und eines griechisch-zyprischen im Süden der Insel.

Hoffnung auf Bewegung in Konflikt

Seit mehr als 42 Jahren bemühen sich die Vereinten Nationen (UNO) um eine Lösung des Zypern-Konflikts. Die Insel ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Invasion 1974 geteilt. Die ganze Inselrepublik ist seit 2004 Mitglied der EU.

Das EU-Recht gilt aber im international nicht anerkannten Nordteil der Insel nicht. Im türkischen Norden leben nach Schätzungen 300.000 Menschen, im griechischen Süden knapp 900.000. Die jüngsten Expertengespräche in der Schweiz haben die Hoffnung genährt, es könnte endlich Bewegung in den Konflikt kommen.

Südkoreas Kulturministerin reicht Rücktritt ein

Die südkoreanische Kulturministerin Cho Yoon Sun ist heute wegen Amtsmissbrauchs verhaftet worden und hat kurz darauf ihren Rücktritt eingereicht. Regierungschef Hwang Kyo Ahn prüfte das Angebot zur Demission, wie ein Sprecher seines Büros mitteilte.

Der 50-Jährigen wird vorgeworfen, unter der vom Parlament wegen Amtsvergehen vorläufig entmachteten Präsidentin Park Geun Hye eine „Schwarze Liste“ mit fast 10.000 missliebigen Kulturschaffenden erstellt zu haben.

Überwacht und keine Subventionen

Die als Parks „Aschenputtel“ bezeichnete Cho hatte sich zu Beginn des Jahres bereits für die „schmerzlichen“ Auswirkungen der Liste entschuldigt. Diese soll bisherigen Ermittlungen zufolge dazu gedient haben, gegenüber Park kritisch eingestellte Kunstschaffende überwachen zu lassen oder ihnen staatliche Subventionen vorzuenthalten.

Auf der Liste stehen beispielsweise die Romanautorin Han Kang und der Regisseur Park Chan Wook, der mit „Oldboy“ 2004 beim Filmfestival in Cannes den Großen Preis der Jury gewann.

„Linke Neigungen“

Im Zusammenhang mit der Liste wurde auch ein Haftbefehl gegen den ehemaligen Stabschef im Präsidialamt, Kim Ki Choon, erlassen. Kim soll angeordnet haben, die Liste zu erstellen, auf der Künstler mit „linken Neigungen“ aufgeführt sind.

Staatliche Einflussnahme auf den Kulturbereich ist in Südkorea ein sensibles Thema. Unter Parks Vater, dem Diktator Park Chung Hee, herrschte in den 60er und 70er Jahren eine scharfe Zensur in Journalismus, Kunst und Unterhaltung.

Wegen einer Korruptionsaffäre hatte das Parlament in Seoul im Dezember für ein Amtsenthebungsverfahren gegen die konservative Präsidentin Park gestimmt. Sie verlor damit umgehend ihre Amtsvollmachten. Allerdings behielt sie den Titel als Staatschefin und bleibt im Präsidentenpalast, bis das Verfassungsgericht über ihre Amtsenthebung entschieden hat. Sobald die Entscheidung vorliegt, müssen innerhalb von zwei Monaten Neuwahlen stattfinden.

Türkei: Parlament stimmt für mehr Macht für Erdogan

Das türkische Parlament hat für die Ausweitung der Machtbefugnisse von Präsident Recep Tayyip Erdogan gestimmt. Die geplante Verfassungsreform wurde in der Nacht in zweiter Lesung mit 339 Stimmen angenommen, das waren neun mehr als die benötigte Mehrheit von drei Fünftel. Damit machten die Abgeordneten den Weg für eine Volksabstimmung über die Reform frei, die im Frühjahr stattfinden soll.

Präsident und Ministerpräsident in einem

Mit der Verfassungsreform sollen das Amt des Ministerpräsidenten abgeschafft und seine Befugnisse auf den Präsidenten übertragen werden. So soll dieser künftig Minister ernennen und entlassen können, ohne dafür die Zustimmung des Parlaments zu benötigen. Der Staatschef soll zudem die Arbeit der Regierung leiten.

Die Opposition sieht in der Reform die Festschreibung einer autoritären Ein-Mann-Herrschaft. Derzeit ist Umfragen zufolge auch ungewiss, ob sie bei dem geplanten Referendum im April vom Volk gebilligt wird.

Gambias Präsident geht nun doch

Gambias abgewählter Präsident Yahya Jammeh hat nach einem wochenlangen Konflikt um die Macht in dem westafrikanischen Land seinen Rücktritt angekündigt. Er habe „guten Gewissens“ entschieden, die Führung „dieser großen Nation“ abzugeben, sagte Jammeh in der Nacht auf heute in einer TV-Ansprache. Er dankte zudem dem gambischen Volk.

Mit der Verkündung seines Rückzugs wendete Jammeh eine militärische Lösung des Machtkampfs ab. Jammeh war im Dezember abgewählt worden und hatte seine Niederlage zunächst eingestanden. Später weigerte er sich aber, die Macht an seinen mittlerweile vereidigten Nachfolger Adama Barrow abzugeben.

Auch UNO machte Druck

Die politische Krise in Gambia hatte sich in den vergangenen Tagen extrem zugespitzt. Truppen der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) überschritten die Grenze zu Gambia, um Jammeh zum Aufgeben zu bewegen. Der UNO-Sicherheitsrat hatte einem militärischen Eingreifen zugestimmt. Die ECOWAS unterbrach ihre Militärintervention schließlich für einen letzten Vermittlungsversuch durch Mauretanien und Guinea.

20 Tote bei Anschlag auf Markt in Pakistan

Bei einem Bombenanschlag auf einen belebten Gemüsemarkt im Nordwesten Pakistans sind heute mindestens 20 Menschen getötet und 40 weitere zum Teil schwer verletzt worden. Nach Behördenangaben explodierte der in einer Gemüsekiste versteckte Sprengsatz in der Stadt Parachinar. Zunächst war von 13 Toten die Rede gewesen.

Sunnitische Organisation bekennt sich

In einem Telefonanruf bei der Nachrichtenagentur AFP bekannte sich eine Abspaltung der sunnitisch-islamistischen Untergrundorganisation Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) zu dem Anschlag. Parachinar ist die Hauptstadt des an der Grenze zu Afghanistan gelegenen Bezirks Kurram. In der Region leben hauptsächlich Schiiten, die knapp ein Fünftel der Bevölkerung Pakistans ausmachen.

Inland

FPÖ-Volksanwalt soll Ordnungsstrafe zahle

Eine gerichtliche Ordnungsstrafe von 300 Euro soll FPÖ-Volksanwalt Peter Fichtenbauer zahlen, weil er einer Zeugenladung in einem Zivilprozess gegen die FPÖ und deren Abgeordneten Thomas Schellenbacher nicht nachgekommen ist. Er habe „leider Grippe“ gehabt, erklärte Fichtenbauer laut Vorausmeldung gegenüber „profil“ und werde das ärztliche Attest umgehend nachreichen.

In dem Verfahren geht es um ein angeblich vor der Nationalratswahl 2013 vereinbartes, aber nie ausbezahltes Erfolgshonorar für „Lobbyingleistungen“. Der Kaufmann Ernst Neumayer hat die FPÖ und Schellenbacher auf zwei Millionen Euro geklagt. Der Kläger behauptet, er habe Schellenbacher 2013 an die FPÖ vermittelt, wobei Fichtenbauer (damals stellvertretender Obmann des FPÖ-Klubs) im Abtausch für eine Kandidatur Schellenbachers zehn Millionen Euro cash für die Partei verlangt habe – wovon Neumayer zwei Millionen bekommen sollte.

Laut dem Kläger floss das Geld, nur eben nicht an ihn. Beweise konnte er laut „profil“ auch am zweiten Verhandlungstag nicht liefern. Fichtenbauer, Schellenbacher (der „arbeitsunfähig“ geschrieben der Verhandlung auch fern blieb) und die FPÖ bestreiten das Vorbringen.

Grüne mutmaßen über Landraub in Afrika mit Steuergeld

Die Grünen mutmaßen, dass in Afrika Landraub mit heimischem Steuergeld finanziert wird, und fordern in zwei parlamentarischen Anfragen Aufklärung über ein diesbezügliches Projekt der Entwicklungsbank sowie Klarheit über den Fortschritt der Ministerien bei der Realisierung der 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung.

Laut einer parlamentarischen Anfrage der Grün-Abgeordneten Tanja Windbüchler an den Finanzminister investiert die Entwicklungsbank 25 Millionen US-Dollar in den Africa Agriculture and Trade Investment Fund, um die afrikanische Landwirtschaft und die Wertschöpfungskette zu stärken. Die Menschenrechtsorganisation FIAN habe in einer Studie aufgezeigt, dass ein Agrarunternehmer etwa in Sambia mit zehn Millionen Dollar (9,37 Mio. Euro) aus diesem Fonds Land kaufte. Daraufhin musste die ansässige Dorfgemeinschaft das Land verlassen.

„Extrem schockierend und empörend“

Im Interview mit der APA sagte Windbüchler: „Landscraping gehört zu jenen Machenschaften, die österreichische Steuergelder nicht finanzieren. Dass es aufgezeigt wurde, finde ich extrem schockierend und empörend. Die Entwicklungsbank muss Rede und Antwort stehen. Wenn sie davon gewusst hat, muss es Konsequenzen geben“, so die Abgeordnete.

Die zweite Anfrage richtet sich an den Außenminister. Vor einem Jahr wurden alle Ministerien beauftragt, die 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung zu realisieren. Laut den Grünen ist die Umsetzung der Entwicklungsziele nicht sichtbar. Grund soll das Fehlen eines Umsetzungsplans und von Verantwortlichkeiten auf Bundes-, Länder- und Gemeindeebene mit konkreten Maßnahmen sein. Zudem hat laut Anfrage die interministerielle Arbeitsgruppe noch keine Ergebnisse im Parlament oder in der Öffentlichkeit veröffentlicht.

Insgesamt gibt es in der Agenda 17 Entwicklungsziele. Windbüchler sieht im Kampf gegen die Armut das „Überziel“, wo sich „Österreich einsetzen muss“. Zusätzlich fordert sie, dass „das Parlament zu kontrollieren hat, ob auch Gesetze für die Nachhaltigkeitsziele tatsächlich umgesetzt werden“.

Häupl stellte Weichen in SPÖ Wien neu

Wiens SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl hat gestern die mit Spannung erwarteten Personalrochaden in der Stadtregierung verkündet. Bildungsstadträtin Sandra Frauenberger wird Nachfolgerin der zurückgetretenen Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely. Bildungsstadtrat wird Jürgen Czernohorszky, ihm folgt der Gewerkschafter Heinrich Himmer als neuer Stadtschulratspräsident. FPÖ, ÖVP und NEOS zeigten sich enttäuscht, die Grünen hoffen, dass der Koalitionspartner „nun wieder auf Touren kommt“.

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Sport

Australian Open: Thiem kämpft sich ins Achtelfinale

Der Erfolgslauf von Dominic Thiem bei den Australian Open geht weiter. Der 23-jährige Niederösterreicher feierte heute in Runde drei einen hart erkämpften Viersatzsieg gegen den Franzosen Benoit Paire und schaffte damit als erster Österreicher seit Jürgen Melzer vor sechs Jahren den Achtelfinal-Einzug beim ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres. In der Runde der letzen 16 trifft Thiem auf den Belgier David Goffin.

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Eishockey: KAC feiert Kantersieg in Wien

Der Auftakt der Zwischenrunde in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) ist gestern im Zeichen der Kärntner Clubs gestanden. In der Platzierungsrunde feierte Rekordmeister KAC einen Kantersieg bei Grunddurchgangssieger Vienna Capitals. In der Qualifikationsrunde siegte der VSV mit einem Schützenfest gegen Ljubljana.

In Linz hatten die Black Wings gegen Bozen in einer knappen Partie das bessere Ende für sich. Titelverteidiger Salzburg bestreitet sein Erstrundenmatch daheim gegen Innsbruck erst am Dienstag.

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Wirtschaft

Mehr Überwachung durch neue Roamingregeln

Ab diesem Sommer profitieren Konsumenten von der Abschaffung der Roaminggebühren in der EU. Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail: Die Mobilfunker dürfen künftig genau kontrollieren, wer, wann, wo und wie lange im Ausland ist. Das führt zu mehr Überwachung und bringt Einschnitte beim Datenschutz mit sich. Wertkartennutzer könnten etwa ihre Anonymität aufgeben müssen.

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Fristende naht: BAWAG kündigt alte Girokonten

Im vergangenen Oktober erhielten zahlreiche Kunden der BAWAG unerfreuliche Post. „Das bisher von Ihnen genutzte Girokontomodell wird eingestellt“, war da zu lesen. Kunden hätten die Möglichkeit bis Ende Jänner auf ein teureres Kontomodell umzusteigen – inklusive Gebühren für die Bankomatbenutzung – anderenfalls werde der bestehende Kontovertrag gekündigt. Die Frist neigt sich nun dem Ende zu; wer nicht rasch handelt, steht bald ohne Girokonto da, mit weitreichenden Konsequenzen.

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Apple fordert von Chiplieferant Qualcomm Milliarden

Apple verklagt seinen Chiplieferanten Qualcomm auf eine Milliarde Dollar Schadenersatz. Der iPhone-Hersteller wirft Qualcomm in der gestern bekanntgewordenen Klageschrift vor, für seine Speicherchips zu viel Geld verlangt zu haben. Zudem beschuldigt Apple den Zulieferer, Rabatte im Volumen von rund einer Milliarde Dollar zurückgehalten zu haben.

Erst am Dienstag hatte die US-Handelskommission Qualcomm wegen unfairen Wettbewerbs verklagt. Der Konzern soll seine Monopolstellung missbraucht haben. Er habe Unternehmen auch dazu genötigt, höhere Lizenzen für Patente zu zahlen. Qualcomm wies die Vorwürfe zurück. Südkoreas Wettbewerbshüter hatten den Halbleiterkonzern Ende Dezember wegen unfairer Geschäftspraktiken zu einer Rekordstrafe von 854 Millionen Dollar verdonnert.

Weltweit im Visier der Wettbewerbshüter

Das Lizenzgeschäft für Mobilfunkpatente ist der gewinnträchtigste Konzernbereich von Qualcomm. Dem Unternehmen setzt hier aber nicht nur der Abschwung auf dem Smartphone-Markt zu. Es steht damit auch rund um den Globus im Visier der Wettbewerbshüter. Im Februar 2015 zahlte der Konzern eine Strafe über 975 Millionen Dollar in China. Vor einem Jahr erhob zudem die EU-Kommission den Vorwurf des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Position.

Chronik

16 Tote und Verletzte bei Busunglück in Italien

Ein Schulurlaub in den französischen Alpen ist für eine Gruppe ungarischer Schüler und ihre Begleiter zum Verhängnis geworden. Bei einem schweren Busunfall auf der Autobahn A4 nahe der norditalienischen Stadt Verona sind kurz nach Mitternacht 16 Personen ums Leben gekommen. Ungarn gab die Zahl der Verletzten in dem Bus mit 26 an. Eine Person befinde sich im Krankenhaus im künstlichen Koma, zwölf weitere erlitten demnach schwere und 13 weitere leichte Verletzungen. Die Einsatzkräfte hatten am Morgen von 39 Verletzten gesprochen.

Verbranntes Buswrack

APA/AP/ANSA/Italian Firefighters

Der Bus, der aus Frankreich auf dem Rückweg nach Ungarn war, sei gegen den Pfeiler einer Brücke geprallt und ausgebrannt, berichtete die Polizei. Der französische Busfahrer und seine Familie seien vermutlich unter den Todesopfern, berichteten italienische Medien.

Überlebende unter Schock

An Bord des Busses befanden sich mehrheitlich ungarische Schüler im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Insgesamt soll es sich um 56 Personen gehandelt haben. Die Familien der Schüler wurden informiert und seien auf dem Weg nach Italien. Rettungseinheiten berichteten, die Leichen seien verkohlt, die Identifizierung der Opfer sei schwierig. Die Überlebenden seien schwer unter Schock.

Lehrer rettete Schüler

Ein ungarischer Sportlehrer soll Dutzende Schüler aus dem brennenden Bus gerettet haben. Die Personen, die im hinteren Teil des Busses saßen retteten sich, weil sie die Fenster des Fahrzeuges einschlagen konnten.

„Der Lehrer ist immer wieder in den Bus zurückgekehrt und hat viele Schüler gerettet. Er ist mit schweren Wunden am Rücken im Spital“, sagte die ungarische Generalkonsulin in Mailand, Judit Timaffy, laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Suche nach Ursache

Die Staatsanwaltschaft von Verona leitete eine Untersuchung ein. Nicht ausgeschlossen wird, dass der Busfahrer am Steuer eingeschlafen sein könnte. Ein Defekt des Fahrzeugs gilt auch als mögliche Ursache des Unglücks. Videoaufnahmen der Autobahngesellschaft werden geprüft. Die Autobahn A4 zwischen zwei Ausfahrten in Verona in Richtung Venedig musste geschlossen werden, was für Verkehrsprobleme sorgte. Geprüft wird die Stabilität des Brückenpfeilers, gegen den der Bus geprallt ist.

Bestürzung und Anteilnahme in Ungarn

Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto drückte seine Anteilnahme für die Opfer aus. Die ungarische Regierung werde sämtliche Kosten für den Heimtransport der Überlebenden sowie die Reisekosten jener Eltern übernehmen, die sich nach Verona begeben wollten, sagte Szijjarto am Vormittag auf einer Pressekonferenz in Budapest.

In dem Bus befanden sich Schüler und Lehrer des Budapester Szinyei-Merse-Gymnasiums, wie das Portal „index.hu“ unter Berufung auf Angehörige berichtete.

Peruanischer Vulkan Sabancaya spuckt Asche

Wegen des Ausbruchs des Vulkans Sabancaya hat die peruanische Regierung in 17 Bezirken des südlichen Departements Arequipa den Notstand ausgerufen. Asche aus dem Vulkan ging in einer Entfernung von 40 Kilometern nieder, wie es gestern hieß.

Der Vulkan, der rund 80 Kilometer nordwestlich von der Stadt Arequipa liegt, zeigt seit Anfang November eine steigende Aktivität, wie der Notdienst Indeci mitteilte. Bisher seien 60 Explosionen verzeichnet worden. Die Asche des 5.970 Meter hohen Sabancaya („Feuerzunge“ auf Quechua) könne Wasserläufe und Saatfelder verseuchen, warnte der Notdienst.

Kultur

Hallström-Premiere wegen Tierquälervorwurf abgesagt

Nach einem Tierquälereiskandal sind die Premiere und Pressetermine zu dem Hundefilm „Bailey - Ein Freund fürs Leben“ kurzfristig abgesagt worden. Der auf einem Video festgehaltene Vorfall um einen Wasserstunt mit einem Schäferhund werde untersucht, hieß es in einer Mitteilung der Firmen Amblin Entertainment und Universal Pictures, wie das Internetportal Eonline.com gestern berichtete.

Der Film des schwedischen Regisseurs Lasse Hallström - mit dem englischen Titel „A Dog’s Purpose“ - soll Ende Jänner in den US-Kinos anlaufen.

„Bestürzt“, „erschrocken und traurig“

Ein Video von den Dreharbeiten in Kanada hatte Tierschützer alarmiert. Auf dem Clip, der von „TMZ.com“ ins Netz gestellt wurde, wird ein Schäferhund von seinem Trainer angehalten, in ein Becken mit tosendem Wasser zu springen. Der verängstigte Hund versucht mehrmals aus dem Becken herauszuklettern. Im Wasser kämpft das Tier gegen künstliche Stromschnellen an. 

Die Tierschutzorganisation Peta hatte bereits zum Boykott des Films aufgerufen. Hallström (70, „Chocolat“) schrieb auf Twitter, dass ihn das Video „bestürzt“ gemacht habe. Er habe den Vorfall auf dem Set nicht mit eigenen Augen gesehen. Als großer Hunde-Liebhaber sei ihm der Schutz der Tiere bei Dreharbeiten sehr wichtig. Auch Schauspieler Josh Gad gab auf Twitter an, „erschrocken und traurig“ zu sein, dass ein Tier in eine derartige Situation gedrängt werde.

Publikum von Falco-Musical begeistert

Die Uraufführung von „Falco - Das Musical“ ist gestern Abend vom Publikum in der deutschen Stadt Kempten mit viel Applaus gefeiert worden. Rund 2.000 Zuschauer sahen in der Veranstaltungshalle BigBox Allgäu eine bunte, bildgewaltige und teilweise schrille Show über das Leben des österreichischen Popstars.

Vor allem Sänger und Schauspieler Alexander Kerbst erhielt reichlich Szenenapplaus vom Premierenpublikum, als er Falcos Hits wie „Rock Me Amadeus“ und „Der Kommissar“ live auf der Bühne interpretierte. Er ähnelte nicht nur äußerlich dem exzentrischen Musiker, Kerbst war auch stimmlich sehr nahe am Original.

Ein Leben als Greatest-Hits-Schau

Gesundheit

Science

IT

Galaxy-Note-7-Explosionen: Akkus hatten falsche Größe

Schuld am Debakel mit dem Smartphone Galaxy Note 7 von Samsung sind einem Bericht zufolge nicht exakt passende Akkus. Die Batterien der Samsung-Tochter SDI hätten nicht ganz genau der nötigen Größe für das Note 7 entsprochen, berichtete das „Wall Street Journal“ gestern.

Samsung will die Ergebnisse seiner Untersuchung zu den Explosionen des Note 7 erst am Montag vorstellen.

Neue Akkus werden heiß

Der Konzern musste Mitte Oktober die Produktion seines neuen Smartphones komplett einstellen, nachdem er Probleme mit explosionsgefährdeten Akkus nicht in den Griff bekommen hatte. Laut „Wall Street Journal“ ging Samsung zunächst davon aus, dass nur die Akkus von Samsung SDI fehlerhaft waren, und rief entsprechend Geräte mit diesen Batterien zurück. Doch auch die neuen Akkus, die das Unternehmen Amperex Technology in Hongkong lieferte, machten Probleme - Smartphones wurden heiß und qualmten.

Bei Amperex sei die Produktion wegen des plötzlichen Bedarfs zu schnell hochgefahren worden, berichtete die US-Zeitung. Daher seien die Akkus fehlerhaft gewesen. Was genau das Problem war, erläuterte das „Wall Street Journal“ nicht.

Das Note-7-Debakel hat dem Image von Samsung, dem größten Smartphone-Hersteller der Welt, geschadet. Der Gewinn im dritten Quartal brach ein. Der Konzern kann das aber mit seinen anderen Sparten ausgleichen - Samsung stellt auch Speicherchips und Bildschirme für Smartphones verschiedener Hersteller her.

Leute

Arzt von vier Päpsten im Alter von 92 gestorben

Der langjährige Leiter des vatikanischen Gesundheitsdienstes, Renato Buzzonetti, ist in der Nacht auf heute im Alter von 92 Jahren verstorben. Buzzonetti war Arzt von vier Päpsten. Zwischen 1978 und 2009 war er Leibarzt von Johannes Paul II. und später von Benedikt XVI.

Buzzonetti hatte Johannes Paul II. unter anderem nach der Verletzung infolge des Attentats auf dem Petersplatz 1981 behandelt. Der Mediziner betreute den polnischen Papst auch während der langen Krankheit am Lebensende.

Vor 1978 hatte Buzzonetti als Assistent der Leibärzte der Päpste Paul VI. und Johannes Paul I. gedient. Bei seiner Pensionierung im Alter von 85 Jahren 2009 hatte Benedikt XVI. den Mediziner zum „emeritierten Päpstlichen Chefarzt“ ernannt.

Panorama