Ausland

EU-Parlament: Hektische Gespräche vor Präsidentenwahl

Hektische Gespräche in und zwischen Fraktionen hat es heute am späten Nachmittag im EU-Parlament in Straßburg über die bevorstehende Wahl des neuen Parlamentspräsidenten gegeben. In Parlamentskreisen hieß es, die Chancen für die beiden aussichtsreichsten Kandidaten, Antonio Tajani von der Europäischen Volkspartei (EVP) und Gianni Pittella von den Sozialdemokraten, stünden nicht überragend gut.

Einigung auf Kompromisskandidatin möglich

Sollten sich weder der Berlusconi-Mann Tajani noch sein italienischer Landsmann Pittella durchsetzen, sei auch denkbar, dass sich die beiden großen Fraktionen auf eine neue Kandidatin verständigen könnten. Der Name der betreffenden Abgeordneten wurde nicht genannt.

In anderen Zirkeln wiederum wurde erklärt, Pittella habe damit gedroht, sollte er nicht zum Parlamentspräsidenten gewählt werden, dass die Sozialdemokraten keinen einzigen EVP-Vizepräsidentschaftskandidaten unterstützen würden. Das würde wiederum das fraktionelle Gleichgewicht im EU-Parlament ziemlich ins Wanken bringen.

Auch Länderverteilung spielt eine Rolle

Neben der Parteipolitik spielt aber auch die Länderverteilung eine Rolle. So hieß es, dass sich vor allem die südlichen EU-Staaten einen Präsidenten aus ihrer Region wünschten.

Für die Nachfolge des sozialdemokratischen Parlamentspräsidenten Martin Schulz (Deutschland) gibt es im Moment sieben Kandidaten. Neben Tajani und Pittela sind das der Chef der Liberalen (ALDE), Guy Verhofstadt, sowie Helga Stevens von den Konservativen und Reformern (EKR), Eleonora Forenza von den Linken und Jean Lambert von den Grünen sowie Laurentiu Rebega von der ENF (Europa der Nationen und Freiheit) rund um Front-National-Chefin Marine Le Pen.

Anschlag in Südosttürkei: Mindestens drei Polizisten tot

Bei einer Bombenexplosion in der südosttürkischen Metropole Diyarbakir sind heute mindestens drei Polizisten getötet und drei weitere verletzt worden. Der Sprengsatz detonierte am Straßenrand, als ein gepanzertes Polizeifahrzeug vorbeifuhr, wie der Gouverneur von Diyarbakir mitteilte.

Die Nachrichtenagentur Dogan meldete, es habe sich um einen selbstgebauten Sprengsatz gehandelt, der von „Terroristen“ der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gezündet worden sei. Ein Linienbus und andere Fahrzeuge seien bei der Explosion beschädigt worden.

In Diyarbakir, der größten Stadt im kurdischen Südosten der Türkei, gehen die türkischen Sicherheitskräfte mit aller Härte gegen Anhänger der PKK vor. Kurdenrebellen verüben in der Region und an anderen Orten in der Türkei immer wieder Anschläge auf Sicherheitskräfte.

IAEA: Iran hält sich an Vereinbarung zu Uranzentrifugen

Der Iran hat nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) den Termin für die Verlagerung Hunderter Zentrifugen zur Urananreicherung eingehalten. Die Zentrifugen seien wie im Atomabkommen mit den USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland vereinbart, aus der in einem Gebirgsbunker versteckten Anlage Fordow weggebracht worden, teilte die IAEA heute in Wien mit.

Dem Vertrag zufolge darf der Iran in der Anlage nahe der Stadt Kom in den nächsten 15 Jahren kein Uran anreichern. Das Land darf aber rund 1.000 Zentrifugen für andere Zwecke behalten.

Trump will Iran-Deal aufkündigen

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat das 2015 nach langen Verhandlungen erzielte Abkommen mehrfach als „schlechten Deal“ bezeichnet und angedeutet, es aufkündigen zu wollen. In einem „Bild“- und „Times“-Interview bezeichnete er es zuletzt als eine der dümmsten Vereinbarungen, die er je gesehen habe.

Das Abkommen soll den Iran davon abhalten, Atomwaffen zu entwickeln. Das Land hat eine Neuverhandlung des Atomabkommens selbst um den Preis neuer Sanktionen ausgeschlossen. „Es wird keine neuen Verhandlungen geben und das Abkommen wird nicht noch einmal aufgeschnürt“, zitierte die Nachrichtenagentur Irna am Sonntag den Vizeaußenminister Abbas Arakshi. „Die Atomgespräche mit den USA sind vorbei und es gibt nichts mehr zu diskutieren“, sagte er.

Rebellen geben grünes Licht für Syrien-Gespräche

Zahlreiche syrische Rebellengruppen haben ihren Widerstand gegen die neuen Syrien-Verhandlungen in Kasachstan trotz der brüchigen Waffenruhe aufgegeben. Eine Mehrheit der Milizen will zu dem für Jänner geplanten Treffen in der kasachischen Hauptstadt Astana reisen, wie heute Vertreter der Regimegegner erklärten. Allerdings wollen sie dort nur über die seit Ende Dezember geltende Feuerpause, nicht aber über die Zukunft des Bürgerkriegslandes reden.

Die Gespräche in Astana sollen am 23. Jänner beginnen. Russland und die Türkei wollen in Kasachstan die Verhandlungen über eine politische Lösung des seit fast sechs Jahren dauernden Konflikts wieder in Gang setzen. Moskau ist der wichtigste Verbündete der Regierung in Damaskus, Ankara unterstützt die Opposition.

Einzelne Milizen bleiben bei Boykott

Nach mehrtägigen Verhandlungen mit Vertretern der türkischen Regierung habe eine Mehrheit der Milizen jetzt den Astana-Gesprächen zugestimmt, sagte der Sprecher der Rebellengruppe Tadschamu Fistakim, Sakaria Malahafdschi. Allerdings gibt es unter den Rebellen gegen die Teilnahme auch Widerstand. So seien die radikal-islamische Gruppe Ahrar al-Scham und andere Milizen gegen eine Reise nach Kasachstan, meldete die oppositionelle Nachrichtenseite Shaam Network.

Der Berater der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA), Usama Abu Seid, sagte, in Astana solle nur über die Waffenruhe gesprochen werden. Russland und die Türkei hätten zugesichert, dass weder über politische Fragen noch über die Zukunft Syriens diskutiert werde. Aus Oppositionskreisen hieß es, Druck der türkischen Regierungsvertreter habe wohl zum einem Meinungswandel der Milizen geführt.

Sechs Tote bei Anschlag auf Universität in Nigeria

Bei einem Anschlag auf eine Universität im Nordosten Nigerias sind mindestens sechs Menschen getötet worden, darunter drei mutmaßliche Attentäter. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich zunächst in einer Moschee auf dem Gelände der Universität der Stadt Maiduguri in die Luft, wie die Polizei heute mitteilte. Er riss drei Menschen mit in den Tod. Mindestens 17 Menschen seien verletzt worden. Kurz darauf habe die Polizei zwei weitere Attentäter erschossen, darunter ein etwa zwölf Jahre altes Mädchen.

Das Mädchen hatte den Angaben zufolge versucht, auf das Gelände der Universität zu gelangen, um einen weiteren Anschlag auszuführen. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst keine Gruppe. Der betroffene Bundesstaat Borno und angrenzende Gebiete werden jedoch immer wieder von Anschlägen der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram erschüttert.

Seit 2009 sind bei Anschlägen und Angriffen der sunnitischen Fundamentalisten in Nigeria und den angrenzenden Gebieten mindestens 14.000 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 2,7 Millionen Menschen in der Region sind UN-Angaben zufolge vor der Gewalt geflohen.

Nordirland stellt sich auf vorgezogene Neuwahlen ein

Angesichts eines unüberbrückbar erscheinenden Zerwürfnisses zwischen den bisher regierenden Kräften haben sich in Nordirland heute die Anzeichen für baldige Neuwahlen verdichtet.

Der britische Nordirland-Minister James Brokenshire sagte der BBC, die katholisch-republikanische Sinn-Fein-Partei des in der vergangenen Woche zurückgetretenen Vizeregierungschefs Martin McGuinness habe ihm mitgeteilt, dass sie diesen nicht „ersetzen“ wolle. Das seien „klare Hinweise“ dafür, „dass wir auf Wahlen zusteuern“.

Parlament sucht Einigung

Für heute Abend ist eine Sitzung des nordirischen Parlaments angesetzt. Wenn dort keine Einigung zustande kommen sollte, müssten innerhalb von sechs Wochen Neuwahlen abgehalten werden. Jedoch ist bei Neuwahlen nicht mit einem grundsätzlichen Wandel der Mehrheitsverhältnisse zu rechnen. Das könnte nochmalige Neuwahlen und letztlich eine Übernahme der Regierungsgewalt durch London zur Folge haben.

Bei der Abstimmung über den britischen Austritt aus der EU hatten 56 Prozent der nordirischen Teilnehmer für den Verbleib gestimmt. Die DUP war die einzige der großen Parteien, die zur Befürwortung des „Brexit“ aufrief. Die Regierung in London will das Verfahren für den „Brexit“ bis Ende März in Gang setzen. Unter den derzeitigen Bedingungen ist unklar, wie Nordirland bei den „Brexit“-Verhandlungen vertreten sein soll.

NATO spielt Trump-Äußerungen herunter

Die NATO versucht, die jüngsten Äußerungen des künftigen US-Präsidenten Donald Trump herunterzuspielen. Generalsekretär Jens Stoltenberg sei „absolut zuversichtlich“, dass auch die neue US-Regierung zur NATO stehen werde, sagte seine Sprecherin heute in Brüssel.

Stoltenberg und Trump hätten bereits darüber diskutiert, wie sich das Bündnis weiter an das veränderte Sicherheitsumfeld und durch Terrorismus entstandene Gefahren anpassen müsse. Wie Trump sehe auch Stoltenberg die Notwendigkeit steigender Verteidigungsausgaben innerhalb der Allianz.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte zuvor nach einem Gespräch mit Stoltenberg gesagt, bei der NATO seien die jüngsten Äußerungen Trumps mit Besorgnis aufgenommen worden. Er bezog sich dabei vor allem darauf, dass der US-Amerikaner in einem heute veröffentlichten Interview von „Bild“ und Londoner „Times“ das Bündnis erneut als obsolet bezeichnet hatte.

„Brexit“ wird „großartig“

Trump umriss in dem Interview seine Haltung zu europäischen Fragen. Die Flüchtlingspolitik der deutschen Kanzlerin Angela Merkel nannte er einen „katastrophalen Fehler“, den „Brexit“ hingegen „großartig“. Während er Großbritannien einen raschen Handelsvertrag anbot, stellte er deutschen Autokonzernen harte Zeiten in Aussicht.

Mehr dazu in Deutsche Flüchtlingspolitik „Fehler“

Stasi-Vergangenheit: Berliner Staatssekretär tritt zurück

Der wegen seiner Stasi-Vergangenheit umstrittene Berliner Baustaatssekretär Andrej Holm tritt zurück. „Heute ziehe ich eine Reißleine“, schrieb der von der Linkspartei benannte, parteilose Politiker heute auf seiner Internetseite. Damit kam er einer von Regierungschef Michael Müller (SPD) geforderten Entlassung aus dem rot-rot-grünen Senat zuvor.

„In den letzten Tagen haben mir SPD und Grüne deutlich gemacht, dass sie mich als Staatssekretär politisch nicht unterstützen“, schrieb Holm. Die Koalition selbst stehe an einem Scheideweg, das zeige der mehrfache Bruch von Vereinbarungen.

Der 46-jährige Stadtsoziologe war vor gut einem Monat von der Linken in die Landesregierung berufen worden. Nach wochenlangen Debatten über falsche Angaben zu Holms Stasi-Tätigkeit in der Wendezeit hatte Müller am Samstag angekündigt, dass er den Wissenschaftler nicht länger im Senat haben will.

Erste große Krise für rot-rot-grüne Landesregierung

Der rot-rot-grünen Landesregierung steckt nun knapp sechs Wochen nach dem Start in der ersten großen Krise. Die Linke warf Müller unabgestimmtes Vorgehen vor. Denn eigentlich hatten die Partner verabredet, vor einer Entscheidung über die Zukunft Holms eine Stellungnahme der Humboldt-Universität abzuwarten.

Erste Signale deuten darauf hin, dass die Linke die bundesweit erste „R2G“-Koalition unter Führung der SPD wegen der Causa Holm nicht scheitern lassen will. Die Partei- und Fraktionsspitze sieht allerdings erheblichen Gesprächsbedarf mit SPD und Grünen. Holms Rücktritt erspart der Partei nun eine eigene Entscheidung, ob sie an ihm festhält und damit einen Bruch der Koalition riskiert oder nicht.

Holm ist bundesweit das erste bekannte Regierungsmitglied, das hauptberuflich für das DDR-Ministerium für Staatssicherheit gearbeitet hatte. Die unzutreffende Information im Fragebogen der Universität erklärte er mit Erinnerungslücken. Er habe nicht wissentlich falsche Angaben gemacht.

Inland

SPÖ will erste Punkte des „Plan A“ in Ministerrat einbringen

Die SPÖ will bereits morgen erste Teile des von SP-Chef Christian Kern vorgestellten „Plan A“ in den Ministerrat einbringen. Laut einem der APA vorliegenden Entwurf, der an die ÖVP übermittelt wurde, handelt es sich um die von der SPÖ angestrebte Selbstbehaltsabschaffung für Selbstständige beim Arztbesuch sowie um bessere Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) bei der Entgeltfortzahlung.

Der Selbstbehalt betrage für Betroffene 20 Prozent (in Ausnahmefällen zehn Prozent) - und das, „obwohl selbständig Erwerbstätige mit 7,65 Prozent den gleichen Beitragssatz in der sozialen Krankenversicherung wie unselbständig Erwerbstätige haben“, so das Papier.

Die Kosten für den Entfall der Mehreinnahmen für die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft (SVA) beziffert die SPÖ mit 54 Mio. Euro pro Jahr. Finanziert werden soll das zunächst über die Auflösung von Rücklagen der SVA (laut Papier derzeit insgesamt rund 475 Mio. Euro inkl. Leistungssicherungsrücklage). Nach Abbau der Rücklagen soll der finanzielle Mehraufwand über Effizienzsteigerungen finanziert werden. In Kraft treten soll die Regelung bereits Anfang März.

Zuschuss zu Entgeltfortzahlung für KMUs

Der zweite Punkt im SPÖ-Entwurf betrifft die Mitarbeiter-Entgeltfortzahlungen. Der derzeitige Zuschuss von 50 Prozent der Kosten für die Entgeltfortzahlung für Kleinstunternehmen (mit bis zu fünf Beschäftigten) soll erhöht werden - und zwar auf 100 Prozent. Für Betriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern soll der Zuschuss auf 75 Prozent erhöht werden. Der zusätzliche Mehraufwand für die AUVA, den die SPÖ auf 60 Mio. Euro schätzt, soll aus Rücklagen der AUVA beglichen werden, die derzeit über rund 1,3 Mrd. Euro hoch seien (inkl. Leistungssicherungsrücklage).

Entwurf stößt auf Widerstand

Angesichts von Wortmeldungen seitens der SVA und der Wirtschaftskammer scheint es noch Diskussionsbedarf zu geben. Alexander Herzog, Obmann-Stv. der SVA, sprach sich via Aussendung dezidiert gegen einen Eingriff der Politik in die Selbstverwaltung der Sozialversicherung aus.

Ein Nein kam auch vom Leiter der Abteilung Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer (WKÖ), Martin Gleitsmann. Die Erfahrung zeige, „dass Selbstbehalte zu einer bewussteren Inanspruchnahme medizinischer Leistungen führen und daher kostendämpfend wirken“. Kostenbeteiligungen würden vor allem Arztbesuche gesunder Menschen reduzieren, aber keineswegs Kranke oder Bedürftige davon abhalten, sagte er in einer Aussendung.

Pensionierungswelle im öffentlichen Dienst

Auf den öffentlichen Dienst rollt eine Pensionierungswelle zu. Bis zum Jahr 2028 wird fast jeder zweite Mitarbeiter des Bundesdienstes (48 Prozent) aufgrund von Pensionierungen ausscheiden. Das geht aus dem Personaljahrbuch des Bundes hervor, das der APA vorliegt und über das auch „Die Presse“ berichtete. Das Pensionsantrittsalter der Beamten ist weiter leicht angestiegen.

Durchschnittsalter gestiegen

Der öffentliche Dienst ist vergleichsweise alt. Das Durchschnittsalter der Bundesbediensteten ist in den letzten 20 Jahren von 40,5 auf 46 Jahre gestiegen. In der Privatwirtschaft liegt es mit 38,1 Jahren deutlich niedriger. Der Anteil der Beschäftigten, die 50 Jahre oder älter sind, liegt im Bundesdienst mit rund 44 Prozent deutlich höher als bei allen unselbstständig Erwerbstätigen (rund 25 Prozent).

Das Pensionsantrittsalter ist weiter angestiegen. Die Bundesbeamten und -beamtinnen traten 2015 durchschnittlich mit 61,2 Jahren in den Ruhestand. Das ist gegenüber dem Jahr davor ein Anstieg um 0,3 Jahre, gegenüber dem Jahr 2003 sogar ein Anstieg um 2,9 Jahre. Im Bundesdienst lag das Pensionsantrittsalter 2015 damit um 1,0 Jahre über jenem der Privatwirtschaft.

Strache bei Trumps Angelobung? FPÖ schweigt

Die FPÖ kommentiert einen Medienbericht über eine geplante Reise der Parteispitze zur Inauguration von US-Präsident Donald Trump nicht. Laut einem Bericht der „Kleinen Zeitung“ wollen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und sein Vize Norbert Hofer nach Washington reisen. Ob sie der Vereidigungszeremonie Trumps wirklich beiwohnen werden, ist allerdings unklar.

Die Sprecher der beiden Politiker wollten den Bericht weder bestätigen noch dementieren. Die „Kleine Zeitung“ hatte berichtet, Hofer und Strache seien von dem erzkonservativen republikanischen Abgeordneten Steve King eingeladen worden. King, der Trump bereits im Wahlkampf unterstützt hatte, war im vergangenen Oktober zu einem Besuch in Wien, wo er den damaligen Präsidentschaftskandidaten Hofer traf.

Österreich durch Botschafter vertreten

Das Außenministerium erklärte, Österreich werde bei der Inauguration durch Botschafter Wolfgang Waldner vertreten. Das entspricht dem Usus bei Amtseinführungen von US-Präsidenten und auch dem ausdrücklichen Wunsch des US-Außenministeriums, da die Zeremonie als inneramerikanischer Akt gilt. Eine mögliche FPÖ-Reise zur Amtseinführung wollte das Außenministerium nicht kommentieren.

FPÖ-Chef Strache hat jedenfalls seine Teilnahme an einem Treffen von europäischen Rechtspopulisten im deutschen Koblenz am kommenden Samstag wegen einer „terminlichen Unpässlichkeit wegen eines Auslandsaufenthalts“ abgesagt.

Sport

Fußball: Grillitsch geht neue Wege

Florian Grillitsch geht innerhalb der deutschen Bundesliga neue Wege. Der österreichische U21-Teamspieler wechselt im Sommer von Werder Bremen zu Hoffenheim. Der Abgang des 21-jährigen Niederösterreichers kommt überraschend, weil sich Grillitsch zuletzt bei Werder etabliert hatte. Für Hoffenheim ist der Österreicher aber ein „Wunschtransfer“, der mit viel Vorschusslorbeer bedacht wird.

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Australian Open: Melzer muss sich Federer beugen

Jürgen Melzer hat nach überstandener Qualifikation in der ersten Runde der Australian Open die Segel streichen müssen. Der 35-jährige Niederösterreicher unterlag heute dem vierfachen Melbourne-Sieger Roger Federer mit 5:7 6:3 2:6 2:6 und verlor im fünften Duell mit dem fast gleichaltrigen Schweizer zum vierten Mal. Zu Beginn des ersten Turniertages hatte sich bereits sein jüngerer Bruder Gerald vom Turnier verabschiedet.

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Ski alpin: Shootingstar Scheyer setzt auf viel Gefühl

Eine Sensation hat Christine Scheyer gestern in der Weltcup-Abfahrt von Altenmarkt/Zauchensee geliefert. Der Premierensieg der Senkrechtstarterin aus dem Zehnkampf-Mekka Götzis war für das Damen-Team des Österreichischen Skiverbands (ÖSV) die langersehnte Erlösung.

Ihr Erfolgsgeheimnis verriet die 22-jährige Vorarlbergerin im Anschluss an den Husarenritt: „Zu viel denken ist nicht schnell“, so Scheyer, die sich als „Gefühlsfahrerin“ bezeichnet. Setzt sie ihre Skikarriere auf diese Art und Weise fort, muss ihr schon begonnenes Wirtschaftsstudium wohl noch länger warten.

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Wirtschaft

Kunstschnee soll ökologischer werden

Kunstschnee ist für viele Umweltschützer ein Reizwort. Die technische Beschneiung von Skipisten verbraucht viel Wasser, Schneekanonen sind zudem Stromfresser. Doch in den meisten Skigebieten geht ohne Kanonen und Lanzen nichts mehr. Um die Herstellung des künstlichen Schnees umweltschonender zu machen, gibt es aber bereits diverse Ansätze. Die neuen Verfahren setzen etwa auf die Nutzung des natürlichen Wasserdrucks.

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Supermarkt-Eigenmarken überholen Red-Bull-Energydrinks

Die Energydrink-Eigenmarken der Händler haben dem ehemaligen Platzhirsch in diesem Segment, Red Bull, den Rang abgelaufen. Der S-Budget-Muntermacher sei 2016 mit 45,7 Millionen Dosen bei Spar fast doppelt so oft verkauft worden wie Red Bull, gab das Unternehmen heute bekannt.

Auch bei Billa, Merkur und Co. liege der Clever-Energydrink mengenmäßig seit Jahren deutlich über Red Bull, hieß es auf APA-Anfrage, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Entscheidendes Kriterium dürfte wohl der Preis sein. Red Bull kostet gut dreimal so viel wie die Energydrinks der Händler. Weltweit erzielt Red Bull nach wie vor Wachstumsraten. Im Jahr 2015 hat der Konzern 5,957 Milliarden Dosen verkauft, um rund sechs Prozent mehr als 2014. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor.

Österreich schneidet in Wettbewerb um Talente gut ab

Im Wettbewerb um die besten Talente zählt Österreich zu den attraktivsten Ländern der Welt. In einer Studie unter 118 Ländern, die im Vorfeld des Weltwirtschaftsforum (WEF) veröffentlicht wurde, hat es Österreich unmittelbar hinter Deutschland auf Platz 18 geschafft, noch vor großen Industrieländern wie Japan, Frankreich oder Italien. Platz eins belegt schon zum vierten Mal in Folge die Schweiz.

Auf den weiteren Plätzen im Rennen um die klügsten Köpfe folgen Singapur, Großbritannien und die USA. Neben Schweden (Rang fünf) befinden sich mit Dänemark, Finnland und Norwegen insgesamt vier nordische Länder in den Top Ten.

Kriterien wie Lebensqualität und Wachstum

Sechs Pfeiler definierten die Forscher, um die Talentwettbewerbsfähigkeit eines Landes zu messen. In fünf der sechs rangierte die Schweiz in den Top Fünf. Die Schweiz zeichnete sich dabei besonders punkto Lebensqualität (Rang 1), Rahmenbedingungen (Rang 2), berufliche und technische Fähigkeiten (Rang 3), Attraktivität (Rang 5) und Wachstum (Rang 5) aus. Neben dem dualen Berufsbildungssystem galt dabei auch der flexible Arbeitsmarkt als großer Pluspunkt. Weniger stark bewertet wurde das Allgemeinwissen (Rang 7).

Auch Städte erfasst

Erstmals unter die Lupe genommen wurden auch 46 Städte. Kopenhagen wurde als attraktivste Stadt der Welt ermittelt. Auf dem zweiten Platz liegt Zürich, gefolgt von Helsinki, San Francisco und Göteborg. Gemeinsam ist diesen Städten, dass sie über eine hohe Lebensqualität, eine hohe Konnektivität und sehr gute Chancen für internationale Karrieren verfügen. Wien befindet sich auf Rang 15 knapp hinter New York aber noch vor London in guter Gesellschaft.

Berechnet wurde der sogenannte Index der Wettbewerbsfähigkeit (Global Talent Competitiveness Index) von der französischen Wirtschaftsuniversität INSEAD zusammen mit dem Personalvermittler Adecco und dem Human Capital Leadership Institute in Singapur.

Chronik

Schießerei bei Festival in Mexiko: Mindestens fünf Tote

Bei einem Angriff auf einen Musikclub im mexikanischen Badeort Playa del Carmen an der Karibikküste sind fünf Menschen getötet worden, die meisten davon ausländische Festivalbesucher. Nach Augenzeugenberichten feuerte ein bewaffneter Angreifer in der Nacht auf heute auf die Feiernden vor dem Club. Unter den Gästen brach Panik aus, im Gedränge wurden mindestens 15 Menschen verletzt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erlitten zwei Kanadier, ein Italiener und ein Kolumbianer tödliche Schussverletzungen. Eine Frau starb im Gedränge während der Flucht der Clubgäste. Vier Menschen seien im Zusammenhang mit dem Angriff festgenommen worden, sagte Staatsanwalt Miguel Angel Pech.

Sicherheitsleute hielten Schüsse für Feuerwerk

Eine Mitarbeiterin des britischen Musikmagazins „Mixmag“ berichtete, der Angreifer habe mindestens vier bis fünf Schüsse abgefeuert. „Die Leute begannen zu rennen, weil es hinten einen weiteren Ausgang gab“, berichtete Valerie Lee. Sie habe sich mit Freunden zunächst hinter einer Mauer und dann unter einem Metalltisch versteckt. Die Sicherheitsleute hätten die Schüsse zunächst für Feuerwerk gehalten, die Musik spielte noch fünf Minuten lang weiter. Es habe mehr als zehn Minuten gedauert, bis die Polizei gekommen sei.

Die Organisatoren des BPM-Festivals für elektronische Musik erklärten auf Facebook, die Schüsse seien vor dem Club von einem einzelnen Schützen abgefeuert worden. Unter den Todesopfern seien auch drei Mitglieder des Sicherheitsteams. „Wir sind voller Trauer über diesen sinnlosen Akt der Gewalt“, hieß es in der Erklärung weiter. Das BPM-Team werde bei den Ermittlungen der Behörden umfassend kooperieren.

Polizeieinsatz wegen betrunkener Polizisten in Brüssel

Drei betrunkene Polizisten haben in der belgischen Hauptstadt Brüssel einen Einsatz ihrer Kollegen ausgelöst. Die Ordnungshüter saßen am Samstagabend in einem Cafe in der Gemeinde Schaerbeek und tranken, in Uniform und bewaffnet. Den Dienstwagen hatten sie in der Nähe geparkt. Andere Besucher fühlten sich durch das angeheiterte Trio gestört - und wählten den Notruf.

Einen entsprechenden Bericht der Zeitung „La Derniere Heure“ bestätigte die Polizei heute der Nachrichtenagentur Belga und dem Rundfunksender RTBF. Bei Eintreffen der Sicherheitskräfte versuchte einer der drei Polizisten zu flüchten. Die Männer, alle in den Fünfzigern, wurden zur Wache gebracht. Sie müssen sich nun einem Disziplinarverfahren stellen.

Besonders pikant: Ausgerechnet am vergangenen Wochenende führte die Polizei in Schaerbeek und zwei weiteren Brüsseler Gemeinden zahlreiche Alkoholkontrollen durch. Beim „Wochenende ohne Alkohol“ wurden nach Polizeiangaben insgesamt 1.063 Personen bei Atemtests kontrolliert. Die Operation sollte der Bevölkerung zeigen, dass die Beamten gegen Alkohol oder Drogen am Steuer vorgehen, hieß es.

Religion

Streit in Tschechien wegen Papst-Einladung zu Gedenkfeier

Der tschechische Präsident Milos Zeman hat Papst Franziskus zu einem Besuch nach Tschechien eingeladen und damit für Diskussionen gesorgt. Anlass wäre das Gedenken am 75. Jahrestag der Zerstörung des Dorfes Lidice durch die Nationalsozialisten im Juni. Der Theologe und Templeton-Preisträger Tomas Halik erklärte nun, er hoffe, der Papst werde die Einladung nicht annehmen.

„Es wäre peinlich, denn zwischen den Solidaritätsbekundungen des Papstes mit den Opfern der aktuellen Kriege und dem Populismus Milos Zemans herrscht ein absoluter moralischer Gegensatz“, sagte der Priester.

Kritik: „Politische Selbstdarstellung“

Zeman gehe es nur um politische Selbstdarstellung, sagte Halik. Präsidentensprecher Jiri Ovcacek reagierte scharf: „Pater Halik sollte endlich aufhören, auf die Stimmen aus der Hölle zu hören“, sagte er der Onlineausgabe der Zeitung „Pravo“. Zeman war 2015 zu einer Audienz im Vatikan gewesen. In der Flüchtlingskrise forderte er die Schließung der Grenzen - notfalls mit Hilfe der Armee.

Als angebliche „Vergeltungsmaßnahme“ für das Attentat auf SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich hatten die Nationalsozialisten das Dorf Lidice am 10. Juni 1942 dem Erdboden gleichgemacht. Die mehr als 170 männlichen Einwohner wurden getötet, Frauen und Kinder in Konzentrationslager verschleppt.

Journalist prangert Vatikan wegen Missbrauchs an

Der Enthüllungsjournalist Emiliano Fittipaldi wirft dem Vatikan in seinem am Donnerstag erscheinenden Buch „Lussuria“ (Unzucht) vor, unzählige Missbrauchsskandale in der italienischen Kirche gedeckt zu haben. Die Skandale seien auch von hohen Prälaten an der Seite von Papst Franziskus verheimlicht worden, kritisiert Fittipaldi in dem Buch, das von römischen Zeitungen heute in Auszügen veröffentlicht wurde.

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Science

Kultur

Cannes: Festivalpräsident Lescure wiedergewählt

Die Filmfestspiele Cannes halten auch über ihre Jubiläumsausgabe hinaus an ihrem Präsidenten fest. Pierre Lescure wurde bereits im Dezember vom Festivalvorstand einstimmig für weitere drei Jahre wiedergewählt. Die zweite Funktionsperiode umschließt die Festivalausgaben 2018 bis inklusive 2020, teilte das Festival heute mit. Die kommende 70. Ausgabe findet vom 17. bis zum 28. Mai statt.

Lescure, einst Chef des französischen Privatsenders Canal+, hatte die Funktion im Juli 2014 von seinem Vorgänger Gilles Jacob übernommen. An seiner Seite zeichnet der künstlerische Leiter Thierry Fremaux für das Filmprogramm verantwortlich, das Mitte April bekanntgegeben wird.

„Kultur.montag“: Die Krise der klassischen Medien

„Lügenpresse“, „Fake News“, „Mainstream-Medien“: Klassische Medien sehen sich Kritik und Misstrauen ausgesetzt. In den Sozialen Medien indes entstehen Verschwörungstheorien und „Gegen-Wahrheiten“. Seriöse Berichterstattung beruht auf Faktizität, in den Sozialen Medien kochen Emotionen – oft auch üble Ressentiments – über. Der designierte US-Präsident Trump ignoriert weitgehend die Presse und macht über Twitter Politik. Was sind die demokratiepolitischen Folgen? Und gibt es Auswege aus der Misstrauensfalle? „Kultur.montag“ setzt einen Themenschwerpunkt zur Krise klassischer Medien und bittet dazu Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen zum Gespräch.

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Panorama

Lichter am Piccadilly Circus gehen aus

Die berühmten Leuchtreklamen am Londoner Piccadilly Circus bleiben jetzt monatelang dunkel. Heute früh wurden die Lichter an einer der meistfotografierten Kreuzungen der Welt abgeschaltet. Der Grund sind technische Neuerungen. Wie der Besitzer der Werbeflächen, die Immobilienfirma Land Securities, im Vorfeld mitteilte, soll anstelle der bestehenden Bildschirme nun ein einziger hochauflösender Riesen-Bildschirm aus Leuchtdioden angebracht werden. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis zum Herbst.

Piccadilly Circus in London

AP/AP/Dominic Lipinski

Bis dahin bleiben die Leuchtreklamen aus - das sei bisher nur während des Zweiten Weltkrieges, bei den Begräbnissen von Winston Churchill (1965) und Prinzessin Diana (1997) sowie bei der sogenannten Earth Hour der Fall gewesen.