Ausland

Öl-Fan neuer Chef der Umweltbehörde?

Der designierte US-Präsident Donald Trump will einen erklärten Gegner der Klimaschutzpolitik seines Vorgängers Barack Obama zum neuen Chef der Umweltbehörde EPA ernennen. Trump habe den Chefankläger des Bundesstaats Oklahoma, Scott Pruitt, für diesen Posten ausgewählt, teilte sein Beraterteam am Mittwoch mit. Der 48-Jährige gilt als Freund der Öl- und Kohle-Industrie und hat seit seinem Amtsantritt in Oklahoma im Jahr 2011 mit zahlreiche Klagen Auflagen der Umweltbehörde angefochten. Zudem hat er den Klimawandel angezweifelt. Seine Nominierung für die Leitung der Behörde, die auch federführend bei den US-Ermittlungen im Abgasskandal um Volkswagen ist, deutet darauf hin, dass Trump einen großen Teil von Obamas Umweltschutzpolitik rückgängig machen könnte.

Trump hatte im Wahlkampf den Klimawandel als eine Erfindung zum Schaden der US-Industrie bezeichnet und zunächst einen Ausstieg der USA aus dem Welt-Klimaabkommen von Paris gefordert. Seit seiner Wahl Anfang November signalisierte der Immobilien-Milliardär jedoch auch Offenheit für den Klimaschutz.

Zum neuen Heimatschutzminister will Trump Insider-Informationen zufolge den Ex-General John Kelly ernennen. Der 66-Jährige bestätigte dem Sender „Fox News“, dass er deswegen gefragt worden sei und dies als große Ehre empfinde. Er wäre der dritte Ex-General in Trumps Regierungsteam, nach James Mattis, der Verteidigungsminister werden soll, und Michael Flynn, der für den Posten des Nationalen Sicherheitsberaters vorgesehen ist. Kelly, der wie Mattis bei den Marines diente, hat sich wie Trump für ein verschärftes Vorgehens gegen illegale Einwanderung und eine Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze zu Mexiko starkgemacht.

Michigan: Neuauszählung gestoppt

Im US-Staat Michigan hat ein Gericht die Neuauszählung der Stimmen des Präsidentschaftswahlkampfs gestoppt. Richter Mark Goldsmith hob am Mittwoch eine vorläufige einstweilige Verfügung auf, nach der die Behörden abgehalten worden waren, die von der Grünen-Kandidatin Jill Stein beantragte Zählung zu stoppen, wie die Zeitung „The Detroit News“ unter Berufung auf den Gerichtsbeschluss berichtete.

Nun könne ein staatlicher Wahlvorstand bei einem für Donnerstag geplanten Treffen die Neuauszählung beenden.

Goldsmith erklärte, Stein sei nicht berechtigt gewesen, die Neuauszählung zu beantragen, da sie keine realistische Chance habe, diese zu gewinnen. Nach dem Gerichtstermin sagte Stein der Zeitung „The Detroit Free Press“, dass die Neuauszählung bisher darauf hindeute, dass es Probleme beim Wahlverfahren in Michigan gegeben habe, besonders in Gemeinden mit Minderheiten und geringen Einkommen.

Stein, die landesweit lediglich ein Prozent der Stimmen auf sich vereint hatte, hatte eine Überprüfung des Ergebnisses in den drei Bundesstaaten Wisconsin, Pennsylvania und Michigan beantragt, wo die Ergebnissen jeweils sehr knapp waren. Sie machte geltend, dass Wahlmaschinen manipuliert gewesen sein könnten. In den drei Staaten war die demokratische Kandidatin Hillary Clinton Favoritin gewesen.

In Michigan war das Ergebnis am knappsten: Der Republikaner Donald Trump gewann gegen Clinton mit einem Vorsprung von 10.704 Stimmen oder 0,2 Prozentpunkten. Die Neuauszählungen müssen gesetzlich bis zum 13. Dezember abgeschlossen sein. Es wird nicht damit gerechnet, dass sie Einfluss auf das Endergebnis der Wahl haben werden. Am überraschenden Sieg Trumps wird sich aller Voraussicht nach nichts ändern.

Amtsenthebung von Brasiliens Senatspräsidenten gestoppt

Brasiliens Senatspräsident Renan Calheiros wird seines Amtes nicht enthoben. Der Oberste Gerichtshof hob gestern mehrheitlich die Entscheidung eines seiner Richter wieder auf, der die vorläufige Amtsenthebung des 61-Jährigen am Montag angeordnet hatte.

Gleichzeitig aber schlossen die Richter den Senatspräsidenten, der laut brasilianischer Verfassung dritthöchster Mann im Staat ist, von der Präsidentschaftsnachfolge aus. Calheiros ist Mitglied der rechtsliberalen Partei der Demokratischen Bewegung (PMDB) von Präsident Michel Temer.

Calheiros war in der vergangenen Woche angeklagt worden, öffentliche Gelder für Unterhaltszahlungen an eine Frau veruntreut zu haben, mit der er ein gemeinsames Kind hat. Der enge Vertraute Temers ist außerdem wegen des Korruptionsskandals um den staatlichen Ölkonzern Petrobras im Visier der Justiz. Er weist alle Vorwürfe zurück.

Italiens Premier Renzi zurückgetreten

Der italienische Premier Matteo Renzi ist gestern zurückgetreten. Der seit Februar 2014 amtierende Ministerpräsident suchte Staatschef Sergio Mattarella im Quirinalpalast in Rom auf, wo er nach einer 40 Minuten langen Unterredung seine Demission einreichte.

Der 41-jährige Renzi hatte seinen Rücktritt angekündigt, nachdem eine von ihm auf den Weg gebrachte Verfassungsreform bei einer Volksabstimmung abgelehnt worden war.

Konsultationen starten morgen

Mattarella startet morgen politische Konsultationen mit den Parteien, um einen Ausweg aus der Regierungskrise zu finden. Mattarella bat Renzi, die Amtsgeschäfte vorläufig weiterzuführen, bis ein neuer Regierungschef eingesetzt wird.

Moody’s senkt Ausblick

Nach der gescheiterten Verfassungsreform in Italien und dem Rücktritt von Renzi hat die Ratingagentur Moody’s den Ausblick für die Kreditwürdigkeit des Landes gesenkt. Wie Moody’s mitteilte, sinkt der Ausblick auf „negativ“ von zuvor „stabil“. Die Bonität Italiens wird aber weiterhin mit „Baa2“ bewertet.

Israel: Legalisierung „wilder Siedlungen“ kommt voran

Trotz internationaler Proteste hat das israelische Parlament ein Gesetz zur Legalisierung „wilder Siedlungen“ im Westjordanland in erster Lesung verabschiedet. Für das umstrittene Gesetzesvorhaben stimmten in der Knesset 58 Angeordnete bei 51 Gegenstimmen, wie israelische Medien gestern Abend berichteten.

Überraschend war die Legalisierung des Außenpostens Amona aus dem Gesetzesentwurf genommen worden, der auf privatem palästinensischem Land errichtet wurde. Ein Termin für die beiden noch ausstehenden Lesungen des Gesetzesentwurfs wurde noch nicht bekanntgegeben.

Kritik aus USA und Deutschland

Zuvor war Israel wegen dieses geplanten Gesetzes in die Kritik der USA, Deutschlands und der Palästinenser geraten. Letztere forderten eine Krisensitzung des UNO-Sicherheitsrates.

Israel will auf diesem Weg Tausende Wohnungen in „wilden Siedlungen“ im Westjordanland auf palästinensischem Privatland legalisieren. Die Initiatoren von der Siedlerpartei hatten ursprünglich gehofft, mit dem Gesetz die vom Höchsten Gericht bis zum 25. Dezember angeordnete Räumung des Außenpostens Amona zu verhindern.

Kurz übernimmt OSZE-Vorsitz für Österreich

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kommt heute in Hamburg zu ihrem Jahrestreffen zusammen. Etwa 50 Außenminister werden erwartet, darunter John Kerry (USA) und Sergej Lawrow (Russland). Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) übernimmt zum Abschluss des zweitägigen Treffens informell den OSZE-Vorsitz vom Deutschen Frank-Walter Steinmeier.

Im Zentrum des OSZE-Ministerrates wird der Ukraine-Konflikt stehen, doch ist wegen der verhärteten Fronten zwischen Moskau und Kiew kein Durchbruch zu erwarten. Der scheidende deutsche Vorsitz möchte auch für eine neue Rüstungskontrollinitiative werben, die aber selbst unter den NATO-Ländern umstritten ist.

Außenminister Kurz führt offiziell ab 1. Jänner für ein Jahr den OSZE-Vorsitz. Er nutzt den ersten Tag des Ministerrates für mehrere bilaterale Treffen, etwa mit dem Russen Lawrow. Die Sicherheitsvorkehrungen sind enorm, mehr als 10.000 Polizisten - über 200 pro Minister - sind rund um die Hamburger Messehallen im Einsatz.

Britisches Unterhaus billigte „Brexit“-Vorbereitungen

Das britische Unterhaus hat gestern mit 461 zu 89 Stimmen den Plan der Regierung gebilligt, Verhandlungen zum Austritt aus der Europäischen Union (EU) bis Ende März 2017 zu beginnen.

Die oppositionelle Labour-Partei beantragte außerdem, dass die Regierung ihr Konzept für den Austritt vorlegt, bevor sie den Prozess nach Artikel 50 des Lissabon-Vertrages startet.

Das akzeptierte die Regierung, bat die Abgeordneten im Gegenzug aber, das Votum des Volkes anzuerkennen und den Zeitplan für den „Brexit“ zu unterstützen.

Assad: Aleppo wird Wendepunkt im Kriegsverlauf

Die jüngsten Geländegewinne der syrischen Armee in Aleppo werden nach den Worten von Präsident Baschar al-Assad den Kriegsverlauf im ganzen Land verändern. Aleppo sei die letzte Hoffnung der Rebellen und ihrer Unterstützer, nachdem sie die Kämpfe um Damaskus und Homs verloren hätten, zitierte der Fernsehsender Al-Madschadin den Staatschef gestern.

„Die Entscheidung, ganz Syrien zu befreien, sei gefallen, und Aleppo ist ein Teil davon“, sagte Assad dem Bericht zufolge in einem Interview der Zeitung „Al-Watan“.

Große Teile von Rebellen zurückerobert

Die syrische Armee und ihre Unterstützer haben in der jüngsten Offensive fast den gesamten von Rebellen kontrollierten Ostteil der Stadt Aleppo erobert. Syrien wird in dem Kampf von Russland und dem Iran unterstützt. Einige der Rebellen und Extremisten in Aleppo erhielten Hilfe von den USA, der Türkei und den arabischen Golfstaaten um Saudi-Arabien.

Die syrische Regierung, die offenbar kurz vor einem Sieg in Aleppo steht, lehnt eine Feuerpause ab. Die Rebellen haben sich ihrerseits trotz schwerer Verluste und einer offensichtlich aussichtslosen Lage mit vielen Opfer unter der Zivilbevölkerung gegen eine Einstellung der Kämpfe entschieden.

Europäische Syrien- und Irak-Kämpfer: Drittel zurückgekehrt

Von den bis zu 5.000 Europäern, die als Kämpfer nach Syrien und in den Irak gereist sind, ist nach EU-Einschätzung bisher rund ein Drittel zurückgekehrt. Weitere 15 bis 20 Prozent seien tot, während sich die Hälfte noch im Konfliktgebiet befinde, heißt es nach AFP-Informationen von gestern in einem Bericht des EU-Anti-Terror-Koordinators Gilles de Kerchove.

Warnung vor Anschlägen

Er warnte davor, dass ein Teil der Rückkehrer im Auftrag der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) Anschläge verüben könnte. De Kerchove sieht dabei ein höheres Risiko durch diejenigen, die erst jüngst nach Europa zurückgekehrt sind oder das demnächst vorhaben.

Sie könnten „vom IS nach Europa zurückgeschickt werden, um Anschläge zu verüben“, heißt es in dem Bericht, den der Anti-Terror-Koordinator am Freitag beim Treffen der EU-Innenminister vorstellen will.

Viele Kämpfer könnten in Region bleiben

Unklar sei aber, ob „kurzfristig eine massive Rückkehr“ der in der Konfliktregion verbliebenen bis zu 2.500 Kämpfer drohe, wenn der IS weitere Gebietsverluste in Syrien und im Irak erleide, hieß es in dem Bericht weiter.

De Kerchove bezeichnet das als eher „unwahrscheinlich“. Mit Blick auf Erfahrungen etwa mit ausländischen Kämpfern in Afghanistan sei es wahrscheinlicher, dass viele dort oder in benachbarten Ländern blieben oder in andere Konfliktgebiete weiterreisten.

US-General: IS verwandelt sich in „virtuelles Kalifat“

Der IS wird sich dem Kommandanten der US-geführten Streitkräfte im Irak zufolge nach dem Verlust seines Gebiets vermutlich in eine Art „virtuelles Kalifat“ verwandeln.

Früher oder später werde den Islamisten klar werden, dass „sie ihr physikalisches Kalifat verlieren werden“, sagte Generalleutnant Stephen Townsend der Nachrichtenagentur Reuters an Bord des französischen Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“.

Inland

Graz-Wahl: SPÖ-Spitzenkandidat zum Parteichef gewählt

Der SPÖ-Spitzenmann für die Grazer Gemeinderatswahl am 5. Februar 2017, Michael Ehmann, ist gestern Abend beim außerordentlichen Stadtparteitag zum Parteivorsitzenden gewählt worden. Ehmann erhielt 98,84 Prozent der Stimmen.

In seiner Ansprache bemühte er sich vor der Wahl, die SPÖ als stabilisierende und gestaltende Kraft zu zeichnen. Der KPÖ will er deren Leibthema Wohnen streitig machen. Das Wahlziel: „Stärker werden“, das heißt von 15,31 Prozent zulegen.

Gegen „Angstmachen in der Politik“

Ehmann, Stadtrat für u. a. Soziales und Kultur und seit April geschäftsführender Parteivorsitzender der SPÖ, beteuerte in seiner Rede im Großen Kammersaal in Graz, dass die sozialdemokratischen Grundsätze „wichtiger sind denn je“. Er beklagte die zwölf Prozent Arbeitslosenquote in der steirischen Landeshauptstadt, nur Wien liege noch schlechter.

Ehmann wandte sich dabei auch gegen „Angstmachen in der Politik“, kritisiert wurden dabei allerdings in erster Linie nicht die FPÖ oder gar die rechtsextremen Identitären, sondern eher die ÖVP, hier vor allem Klubchef Reinhold Lopatka und ein klein wenig auch ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl - „wegen des Verunglimpfens der Mindestsicherungsbezieher“.

FPÖ setzt auf Thema Sicherheit

Die Grazer Freiheitlichen haben unterdessen ihren Wahlkampfauftakt zur Graz-Wahl im Februar gegeben. Punkten will die Partei mit dem Thema Sicherheit, Ziel der Freiheitlichen in Graz ist ein zweiter Stadtratsposten.

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Swatek tritt für NEOS an

NEOS hat sich indes für Niko Swatek als Spitzenkandidaten für die Gemeinderatswahl entschieden. Der 25-jährige TU-Student will mit „g’scheiten Ideen statt dummen Verboten“ punkten. Das Motto von NEOS lautet „Graz darf alles“. Mit 100.000 Euro ist das Wahlkampfbudget bescheiden: Die Devise bei der Mitgliederversammlung lautete „arm, aber sexy“.

Swatek, geboren am 5. Jänner 1991, ist bei NEOS kein neues Gesicht. Der Student der Technischen Physik hatte bereits 2015 als bundesweiter Spitzenkandidat der JUNOS-Studierenden bei den ÖH-Wahlen reüssiert.

Pflegefonds wird bis 2021 verlängert

Der Sozialausschuss des Nationalrates hat gestern grünes Licht für die Verlängerung des Pflegefonds bis ins Jahr 2021 gegeben. Den Plänen zufolge soll er schrittweise auf 417 Mio. Euro aufgestockt werden, berichtete die Parlamentskorrespondenz.

Die Verlängerung des Pflegefonds geht auf eine Vereinbarung zwischen Bund, Länder und Gemeinden im Zuge der Finanzausgleichsverhandlungen zurück. Demnach soll der Fonds im kommenden Jahr erneut mit 350 Mio. Euro dotiert werden. Danach ist eine Anhebung der Mittel um rund 4,5 Prozent jährlich vorgesehen.

Mit den Mitteln des Pflegefonds werden Aufwendungen der Länder und Gemeinden für Langzeitpflege finanziert. Neu ist, dass künftig auch eine mehrstündige Alltagsbegleitung im häuslichen Umfeld sowie Entlastungsdienste für pflegende Angehörige abgerechnet werden können.

Ban Ki Moon: „Gutes Gespräch“ mit Van der Bellen

Auf seiner letzten Auslandsreise vor dem Ende seiner Amtszeit hat sich UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon mit dem künftigen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen (72) in Wien getroffen.

Alexander van der Bellen und Ban Ki-moon

APA/AP/Ronald Zak

Sie hätten ein „gutes Gespräch“ gehabt, sagte der 72-jährige Südkoreaner gestern. Er habe „vollstes Vertrauen“ in Van der Bellen und gehe davon aus, dass Österreich und die UNO politisch noch stärker an einem Strang ziehen werden. Auch Außenminister Sebastian Kurz war anwesend. Ban ist auf Abschiedstour. Er wird zum Jahreswechsel vom ehemaligen UNO-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres als UNO-Generalsekretär abgelöst.

Auch OSZE-Vorsitz Österreichs Thema

Die Schwerpunkte der Gespräche waren die Nachhaltigen Entwicklungsziele der UNO für 2030, das Pariser Klimaabkommen und die internationalen Krisen in Syrien und der Ukraine. Vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise erklärte Ban, dass die New Yorker Erklärung für Flüchtlinge und Migranten ein wichtiger Schritt sei, um den Herausforderungen von Migration und Massenvertreibungen zu begegnen.

Auch der Vorsitz Österreichs bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Jahr 2017 war ein wichtiges Thema des Besuchs. Ban betonte, dass der Vorsitz Österreichs internationale Kooperationen stärke.

Van der Bellen auch bei Kern

Van der Bellen absolvierte zuvor schon weitere Treffen. Sein Amtsvorgänger Heinz Fischer und Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) trafen Van der Bellen zu einem halbstündigen informellen Gespräch im Kreisky-Zimmer des Bundeskanzleramts zusammen. Journalisten waren zu dem Termin nicht zugelassen.

Es habe sich um eine erste Aussprache zu aktuellen politischen Themen gehandelt, war danach von den Sprechern Van der Bellens und Kerns zu erfahren. Außerdem hätten der Kanzler und Fischer dem gewählten Bundespräsidenten persönlich zum Wahlsieg gratuliert, nachdem sie das zuvor schon telefonisch getan hatten.

Sport

Tennis: Becker tritt gegen Djokovic nach

Boris Becker und Novak Djokovic gehen nach drei Jahren und sechs Grand-Slam-Siegen wieder getrennte Wege. Der Deutsche entschied sich gegen eine Vertragsverlängerung als Coach des Serben, der sich zuletzt auch den spanischen Mentaltrainer Pepe Imaz ins Boot geholt hatte. Mit dessen Methoden und Predigten von Liebe und Harmonie konnte sich Becker jedoch nicht anfreunden. Aber nicht nur deshalb zog er einen Strich unter die in die Krise geschlitterte Partnerschaft. Denn laut Becker habe Djokovic in den vergangenen Monaten „nicht hart genug trainiert - und Erfolge passieren nicht auf Knopfdruck.“

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Europa League: Auf Austria wartet Weihnachtsgeld

Für Austria Wien steht heute am letzten Tag der Gruppenphase in der Europa League viel auf dem Spiel. Auswärts gegen Viktoria Pilsen geht es nicht nur um das sportliche Prestige, sondern auch um ein richtiges „Weihnachtsgeld“ für die Austria. Bei einem Aufstieg in die K.-o.-Phase könnte der finanziell bereits lukrative Herbst in ein goldenes Frühjahr münden. Auch bei Rapid brachte die Europa League gutes Geld. Das ist allerdings schon so gut wie verplant.

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Wirtschaft

Dieselskandal: EU will Verfahren gegen Berlin eröffnen

Wegen des VW-Abgasskandals will die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eröffnen. Das bestätigte ein ranghohes Mitglied der Brüsseler Behörde der Nachrichtenagentur dpa.

Ein entsprechendes schriftliches Verfahren soll heute Vormittag abgeschlossen sein. Danach will die Kommission den Beschluss offiziell bekanntgeben.

Auslöser des bevorstehenden Verfahrens sind die Tricksereien des Volkswagen-Konzerns, der mit Hilfe einer speziellen Software die Abgaswerte von Millionen Diesel-Autos schönte. Die EU-Kommission argwöhnt, dass die deutschen Aufsichtsbehörden den Konzern nicht ausreichend kontrolliert haben.

Russland verkauft Rosneft-Anteile an Glencore und Katar

Der Rohstoffkonzern Glencore und das Emirat Katar beteiligen sich an dem staatlichen russischen Ölförderer Rosneft. Für einen Anteil von 19,5 Prozent zahlen die beiden Partner 10,5 Milliarden Euro, sagte Rosneft-Chef Igor Sechin gestern im russischen Fernsehen. Zuvor seien mit mehr als 30 potenziellen Käufern Gespräche geführt worden.

Für Russland ist es bisher das größte Privatisierungsgeschäft. Der Absturz der Ölpreise hat die Rohstoffmacht in eine tiefe Wirtschaftskrise gestürzt, weshalb der Kreml nun teilweise Staatsunternehmen privatisiert.

RBI-Verkaufsgespräche mit Alior gescheitert

Die Gespräche zwischen der Raiffeisen Bank International AG (RBI) und der Alior Bank S.A. über einen Verkauf des Kernbankgeschäfts der Raiffeisen Bank Polska S.A. sind gescheitert. Man habe sich nicht geeinigt und die Verkaufsverhandlungen beendet, gab die RBI gestern Abend in einer Ad-hoc-Meldung bekannt.

Der Verkauf der Raiffeisen Bank Polska war Teil des im Februar 2015 bekanntgegebenen Transformationsprogramms zur Stärkung der regulatorischen Kapitalquoten, hieß es in der Aussendung. Bis Ende 2017 sollte demnach eine CET1 Ratio (fully loaded) von mindestens zwölf Prozent und eine Eigenmittelquote (fully loaded) von mindestens 16 Prozent erreicht werden.

Chronik

Frau nach Brandanschlag vor Klinik bei Kiel gestorben

Auf offener Straße hat ein Mann im deutschen Kronshagen bei Kiel gestern seine getrennt von ihm lebende Ehefrau mit einer brennbaren Flüssigkeit überschüttet und angezündet. Die 38-Jährige erlag am späten Nachmittag im Krankenhaus ihren schweren Verbrennungen, wie die Polizei in Kiel mitteilte.

Der 41-Jährige konnte noch in der Nähe des Tatorts festgenommen werden. Seine Motive waren zunächst unklar. Die Polizei vermutete eine Beziehungstat.

Nach Angaben des Kieler Oberbürgermeisters Ulf Kämpfer (SPD) hat die Frau zwei Kinder im Alter von drei und sieben Jahren. Beide seien „durch das Jugendamt in eine sehr erfahrene Pflegefamilie gebracht“ worden, erklärte Kämpfer und verurteilte „diese unfassbar grausame Gewalttat“.

Viele Tote nach Beben in Indonesien

Die Schäden nach dem Erdbeben in Indonesien mit fast 100 Toten sind enorm. Unzählige Wohnhäuser, Geschäfte und Moscheen stürzten auf der Hauptinsel Sumatra komplett ein.

Laut indonesischen Behörden gab es mehrere Nachbeben, die bei der Bevölkerung Panik auslösten. Laut Katastrophenschutz sind Tausende Retter im Einsatz. Unter den Trümmern werden noch Opfer vermutet.

Mehr dazu in Zahlreiche Häuser komplett zerstört

Science

Holocaust-Überlebender Adolf Burger gestorben

Der Holocaust-Überlebende Adolf Burger, einer der letzten Zeitzeugen der NS-Geldfälscherwerkstatt im KZ Sachsenhausen, ist tot. Er sei Dienstagabend im Alter von 99 Jahren in Prag gestorben, berichteten der öffentlich-rechtliche tschechische Rundfunk und die Zeitung „MF Dnes“ unter Berufung auf die Tochter und den Schwiegersohn des Verstorbenen.

Burger war mit anderen jüdischen KZ-Häftlingen in Sachsenhausen in Oranienburg, nördlich von Berlin, gezwungen worden, millionenfach Pfund- und US-Dollar-Scheine zu fälschen.

Inspiration für „Die Fälscher“

Über die augenscheinlich größte Geldfälschungsaktion der Geschichte schrieb Burger später das Buch „Des Teufels Werkstatt“. Seine Erinnerungen dienten als Vorlage für den Spielfilm „Die Fälscher“. Der Film des österreichischen Regisseurs Stefan Ruzowitzky gewann 2008 einen Oscar für den besten fremdsprachigen Film.

IT

Wenn das Handy heimlich mithört

Mobiltelefone und Tablets können durch Audiotracking, mittels Ultraschall, unbemerkt das Verhalten ihrer Benutzer verfolgen. Im Projekt SoniControl möchten Forscher der Fachhochschule (FH) St. Pölten eine Methode entwickeln, wie man unbemerktes Ausspionieren enttarnen und blockieren kann. Das Projekt beginnt im kommenden Jänner und soll im Dezember 2017 abgeschlossen werden.

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Kultur

Falls Never Breaks: Sarah Morris in der Kunsthalle Wien

Die Kunsthalle Wien widmet der New Yorker Künstlerin Sarah Morris ab heute eine Personale. Morris, die seit den 90er Jahren für ihre farbintensiven, abstrakt-geometrischen Gemälde und ihr filmisches Werk bekannt ist, zeigt dort vor allem die raumgreifende Projektion von „Strange Magic“, ihrem jüngsten Film.

Keine Angst vor der Luxusindustrie

Mit „Strange Magic“ stellt die 49-jährige Künstlerin unter Beweis, dass sie keinerlei Berührungsängste mit der Luxusindustrie hat: Im Zentrum steht das Imperium des Branchenführers der Luxusindustrie LVMH, „das vielleicht ultimative Symbol für Opulenz und Reichtum“, wie Kurator und Kunsthallen-Direktor Nicolaus Schaffhausen auf der Pressekonferenz sagte.

Sarah-Morris-Ausstellung in der Kunsthalle Wien

Kunsthalle Wien 2016, Foto: Jorit Aust

Der Film dreht sich nicht nur um das Begehren nach Luxus, er entstand auch im Auftrag der neu gegründeten Louis Vuitton Foundation: Es sei eine interessante Herausforderung, sich da nicht korrumpiert zu lassen, kommentierte dies Morris.

Nüchterner Blick hinter die Kulissen

Dickwandige Parfümfläschchen, Stararchitektur aus Stahl und Beton, Mode und Champagnerkorken, so die Zusammensetzung von Morris verführerischer Mixtur, deren Entlarvung letztlich aber ganz ohne Kommentar gelingt: Denn die Künstlerin entführt in die Welt der Produktion dieser Luxusartikel, und dort werden vergilbte Rosenblätter in grauen Plastikbottichen zusammengekarrt und die Schleifchen erst um die Parfümflaschen gelegt.

Künstlerin Sarah Morris

Anna Gaskell, 2014

Künstlerin Morris

Morris nüchterner Blick hinter die Kulissen zeigt so subtil, dass Luxus nicht durch Qualität, sondern vielmehr durch den Glamour seiner Fassaden betört.

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Ergänzend dazu sind in der Kunsthalle an mehreren Abenden weitere Filme von Sarah Morris zu sehen, u.a. „1972“ (2008) über die Geiselnahme zu Olympia 1972 und die Städteportraits „Rio“ (2012) und „Chicago“ (2011). (ppfo, für ORF.at)

Johnny Depp führt Liste der überbezahlten Filmstars an

Johnny Depp (53) führt zum zweiten Mal in Folge die „Forbes“-Liste der überbezahlten Hollywood-Stars an. Für jeden in ihn investierten US-Dollar habe der Schauspieler zuletzt an den Kinokassen nur 2,80 Dollar (rund 2,60 Euro) eingespielt, berichtete das New Yorker Wirtschaftsmagazin gestern.

Johnny Depp

APA/AP/Invision/Richard Shotwell

„Forbes“ verglich die Einspielergebnisse der letzten drei Filme, in denen die Stars vor Juni 2016 zu sehen waren, mit den Kosten, vor allem den Gagen der Hauptdarsteller. In die Berechnungen für Depp sei unter anderem der Film „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“ eingeflossen.

Auf den weiteren Plätzen der Filmstars, die nach den „Forbes“-Berechnungen ihre Gagen kaum wert sind, folgen: Will Smith, Channing Tatum, Will Ferrell und George Clooney. Die Liste wird von Adam Sandler, Mark Wahlberg, Leonardo DiCaprio, Julia Roberts und Bradley Cooper abgerundet.