Ausland

Obama in Berlin gelandet: Rede vor dem Brandenburger Tor

Berlin steht morgen ganz im Zeichen des Besuchs von US-Präsident Barack Obama. Mit Spannung wird vor allem seine Rede am Brandenburger Tor am Nachmittag erwartet, fast auf den Tag genau 50 Jahre nach dem legendären Auftritt von US-Präsident John F. Kennedy im damals geteilten Berlin („Ich bin ein Berliner“).

Bereits heute landete Obama in Berlin. Die Präsidentenmaschine mit dem Namen „Air Force One“ setzte gegen 20.20 Uhr (MESZ) auf dem Flughafen Tegel auf. Obama wurde von Außenminister Guido Westerwelle begrüßt. Das Staatsoberhaupt trifft morgen unter anderen die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck.

Beim Besuch Obamas dürfte die geplante Freihandelszone zwischen den USA und der Europäischen Union eine große Rolle spielen. Das Treffen mit Merkel wird von der Debatte über das Spähprogramm „Prism“ überschattet, mit dem US-Geheimdienste Zugriff auf Millionen Nutzerdaten der wichtigsten Internetkonzerne haben sollen.

Afghanistan: USA wollen mit Taliban direkt verhandeln

Washington und die radikal-islamischen Taliban wollen direkte Verhandlungen über ein Ende des Konflikts in Afghanistan führen. Die Gespräche sollten bereits in wenigen Tagen im Golf-Emirat Katar beginnen, gab das Weiße Haus heute bekannt.

Washington stelle den Aufständischen allerdings Bedingungen. So müssten die Taliban sich vom Terrornetz Al-Kaida lösen und der Gewalt abschwören. Außerdem müssten sie die afghanische Verfassung akzeptieren - einschließlich der garantierten Rechte für Frauen und Minderheiten.

Taliban zu heimlichen Treffen in Norwegen

Im Vorfeld möglicher direkter Verhandlungen zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung spielte Norwegen offenbar eine wichtige Rolle. Wie heute bekanntwurde, waren Vertreter der Taliban zu Verhandlungen in Norwegen. Außenminister Espen Barth Eide bestätigte dem TV-Sender NRK: „Wir haben eine Schlüsselrolle gespielt.“

Wie häufig die Taliban-Delegation in Oslo war, wollte er nicht sagen. „Das war ein streng geheimer Prozess, in den wir involviert waren, aber nun haben wir das Gefühl, wir können uns zurückziehen.“ Die Gespräche hätten hauptsächlich in Katars Hauptstadt Doha stattgefunden, wo die Taliban ein Büro eröffnet haben.

Afghanistan übernahm Selbstverantwortung

Die afghanischen Sicherheitskräfte übernahmen unterdessen heute offiziell die Verantwortung für die Sicherheit in ganz Afghanistan. Präsident Hamid Karzai kündigte zudem an, eine Delegation zu Friedensgesprächen mit den Taliban nach Katar zu entsenden. Er hoffe, dass solche Gespräche den „Anfang für einen Übergang zum Frieden“ in Afghanistan bilden könnten, sagte Karzai in Kabul.

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sprach bei der Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanische Armee und Polizei von einem „Meilenstein“. Bei einer Zeremonie in der Militärakademie in Kabul sagte er: „Der Schwerpunkt unserer Truppen verschiebt sich jetzt vom Kampf zur Unterstützung.“

GR: Koalitionsgipfel nach ERT-Schließung

Die Parteichefs der Koalitionsregierung in Griechenland kommen morgen zu einem neuen Krisen-Koalitionsgipfel in Athen zusammen. Es ist das zweite Treffen der Koalitionäre innerhalb von 48 Stunden. Im Mittelpunkt steht das weitere Vorgehen nach Schließung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ERT. Der konservative Regierungschef Antonis Samaras hatte im Alleingang den Sender vergangene Woche geschlossen. Fast 2.700 Menschen verloren ihre Arbeit.

Die beiden Junior-Koalitionspartner, Sozialistenchef Evangelos Venizelos und der Präsident der Demokratischen Linken, Fotis Kouvelis, fordern von Samaras die sofortige Wiederöffnung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Das hatte zuletzt auch ein Gericht angeordnet. Ein Zusammenbruch der Koalition war abgewendet worden. Die drei einigten sich darauf, die Gespräche fortzusetzen. Sollte es keine Einigung geben, könnte die Koalition platzen. Dann könnte es Neuwahlen geben. Die Reformen und die Konsolidierung der griechischen Finanzen könnten in diesem Fall einen Rückschlag erleiden.

Korruption: Bürgermeister von Montreal zurückgetreten

Der Bürgermeister von Kanadas zweitgrößter Metropole Montreal ist nach Korruptionsvorwürfen zurückgetreten. Er könne nicht gleichzeitig vor Gericht stehen und Bürgermeister sein, sagte Michael Applebaum kanadischen Medienberichten zufolge heute vor Journalisten.

Der erst im vergangenen November mit dem Vorsatz der Korruptionsbekämpfung angetretene Applebaum war gestern wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen worden. Ihm drohen insgesamt 14 Anklagen, unter anderem wegen Amtsmissbrauchs, Betrugs und Korruption.

Der 50-Jährige wies die Vorwürfe zurück. „Ich bin unschuldig. Ich habe niemals von irgendjemandem auch nur einen Penny angenommen.“ Montreal, die Millionenstadt in der französischsprachigen Provinz Quebec, muss nun zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren einen neuen Bürgermeister wählen. Applebaums Vorgänger Gerald Tremblay war im vergangenen Jahr ebenfalls unter dem Druck massiver Korruptionsvorwürfe zurückgetreten.

Friedensvereinbarung mit Tuareg in Mali unterzeichnet

Gut einen Monat vor der Präsidentschaftswahl im afrikanischen Krisenland Mali haben Regierung und Tuareg-Rebellen eine Friedensvereinbarung unterzeichnet. Das bestätigte der französische Präsident Francois Hollande heute am Rande des G-8-Gipfels am Lough Erne im nordirischen Enniskillen.

Bei der Vereinbarung geht es um die strategisch wichtige Stadt Kidal, die noch von Tuareg kontrolliert wird. Jetzt könnten die Wahlen am 28. Juli „überall in Mali abgehalten werden, einschließlich Kidal“, sagte Hollande. Die Interimsregierung und Vertreter von zwei Tuareg-Gruppen handelten den Deal in den vergangenen zehn Tagen im Nachbarland Burkina Faso aus, wie es heißt. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton begrüßte die Übereinkunft.

Die Präsidentschaftswahl ist die erste freie Abstimmung, seit im März 2012 der damalige Präsident Amadou Toumani Toure bei einem Militärputsch gestürzt worden war. Radikale Islamisten eroberten daraufhin den Norden des Landes. Jedoch ist der größte Teil der Region mittlerweile wieder befreit, nachdem französische und afrikanische Truppen eine Militäroffensive gegen die Extremisten gestartet hatten.

US-Behörde: 50 Verschwörungen durch Überwachung vereitelt

Die weitläufige Überwachung von Telefonverbindungen und Internet durch amerikanische Geheimdienste hat nach Angaben der US-Behörden in den vergangenen Jahren rund 50 Terrorverschwörungen in 20 Ländern vereitelt.

Bei mindestens zehn davon seien Anschläge in den USA geplant gewesen, darunter ein Bombenattentat auf die New Yorker Börse NYSE. Das sagte der Chef des US-Abhördienstes NSA, Keith Alexander, heute bei einem Auftritt vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses in Washington.

In Medienberichten war zuletzt eine tiefgreifende Überwachung von Internet und Kommunikationsdiensten bei zwei geheimen NSA-Programmen enthüllt worden. Das hatte international heftige Kritik ausgelöst. Präsident Barack Obama verteidigte das Vorgehen als notwendig für die Terrorabwehr. Alexander bezog sich bei seinen Zahlen ausdrücklich auf die beiden angeprangerten NSA-Programme.

Mikl-Leitner: „Null Kontakt mit der NSA“

Unterdessen gab Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) bekannt, dass das Innenministerium keinen Kontakt zum US-Abhördienst NSA habe. „Wir haben null Kontakt mit der NSA“, erklärte Mikl-Leitner im EU-Unterausschuss über den jüngst aufgedeckten Überwachungsskandal der USA laut einer Parlamentsaussendung. Mikl-Leitner betonte weiter, dass das Innenministerium keinerlei Kenntnisse davon gehabt habe und es zu keinem Datenaustausch mit der NSA gekommen sei.

Erst vor kurzem erklärte die Innenministerin, dass die US-Botschaft in Wien nach eigenen Angaben um Aufklärung im NSA-Überwachungsskandal gebeten habe. Wie Mikl-Leitner bei einer Pressekonferenz sagte, wurde ein „Fragenkatalog“ an die Botschaft geschickt. Veröffentlichen wollte sie die Anfrage auf Nachfrage allerdings nicht, weil es sich um „sensible Fragen“ handle.

Türkei-Proteste: Festnahmen nach Hausdurchsuchungen

Bei Razzien in mehreren türkischen Städten hat die Polizei laut Medienberichten heute Dutzende Teilnehmer der regierungskritischen Proteste festgenommen. Die Polizei teilte mit, dass lediglich „Provokateure“ zu Vernehmungen abgeführt worden seien. Die Regierung hatte am Wochenende die Demonstrationen gewaltsam aufgelöst, gestern waren die Proteste großteils friedlich weitergegangen. Für Aufsehen sorgte ein einzelner Demonstrant, der mit seinem stillen Protest zur Galionsfigur der Regierungsgegner wird.

Mehr dazu in Der „stehende Mann“ von Istanbul

Ban fordert türkische Regierung zur Zurückhaltung auf

Unterdessen forderte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon die türkische Führung zur Mäßigung im Konflikt mit den Demonstranten auf. Nach Bans Ansicht solle Ankara „größtmögliche Zurückhaltung“ an den Tag legen, sagte der stellvertretende UNO-Sprecher Eduardo del Buey in New York.

Der Generalsekretär glaube, „dass Stabilität am besten durch einen Dialog erzielt werden kann“. Die Versammlungs- und die Meinungsfreiheit müssten respektiert werden. Ban reagierte den Angaben zufolge „betrübt“ auf die Nachrichten von Todesopfern und Verletzten bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Erdogan ruft „Sieg“ aus

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Dienstag den „Sieg“ über die Demonstranten ausgerufen. „Unsere Demokratie stand erneut auf dem Prüfstand und sie hat gesiegt“, sagte er vor Mitgliedern seiner Regierungspartei AKP in Ankara.

Inland

Bundesland Salzburg läutet neue politische Ära ein

Im Bundesland Salzburg wird morgen eine neue politische Ära eingeläutet. Der wegen des Finanzskandals vorzeitig neu gewählte Landtag tritt zur konstituierenden Sitzung zusammen und wird die erste Nachkriegsregierung ohne SPÖ-Beteiligung wählen. Die ÖVP unter dem künftigen Landeshauptmann Wilfried Haslauer bildet eine Koalition mit den Grünen - angeführt von der designierten LHStv. Astrid Rössler - und dem Team Stronach (TS) unter dem künftigen Landesrat Hans Mayr.

Volkspartei und Grüne stellen je drei Regierungsmitglieder, das TS ist mit einem Landesrat im Boot. Die drei Parteien haben ein 73 Seiten umfassendes Arbeitsübereinkommen ausverhandelt, das in der Vorwoche von den Parteigremien gutgeheißen und schließlich unterzeichnet wurde.

Koalition verspricht mehr Geld für Familien - nur Wahlzuckerl?

Die Regierung verspricht mehr Geld für Familien, was allerdings erst nach der Nationalratswahl, so es denn wieder zu einer rot-schwarzen Koalition kommt, schlagend werden soll. Die Umsetzung vor der Wahl gehe sich nicht mehr aus, so Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) heute nach dem Ministerrat. Insgesamt sollen in vier Jahren 1,2 Milliarden Euro in eine nach Alter abgestufte Familienbeihilfe und in den Ausbau der Kinderbetreuung fließen. Von einem Wahlzuckerl wollen SPÖ und ÖVP allerdings nicht sprechen. Es sei eine lange vorbereitete Einigung, so Wirtschafts- und Familienminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP).

Mehr dazu in „Grundsatzeinigung“ beschlossen

NR: Beteiligung an EU-Polizeimission in Libyen genehmigt

Der Hauptausschuss des Nationalrates hat heute die Entsendung von fünf österreichischen Polizisten als Teil einer EU-Grenzverwaltungsmission nach Libyen genehmigt. Der Einsatz ist vorerst bis Ende 2014 befristet, heißt es in einer Aussendung der Parlamentskorrespondenz.

Zugleich verlängerten die Abgeordneten die österreichische Beteiligung an der EU-Kosovo-Mission EULEX bis Ende Juni 2014. In der Debatte hob Außen-Staatssekretär Reinhold Lopatka (ÖVP) vor dem Hintergrund des Golan-Abzugs den Stellenwert der österreichischen Auslandseinsätze hervor und betonte, dass immer noch fast 900 Bundesheersoldaten im Rahmen von UNO-Missionen tätig seien.

Die EU-Mission in Libyen (EUBAM) soll das nordafrikanische Land beim Aufbau eines effizienten Grenzsicherungssystems unterstützen. Die Mission soll bis zu 110 Mann zählen. Zunächst seien Ausbildungsaktivitäten in Tripolis geplant, die danach auf andere Landesteile ausgedehnt werden sollen.

Zeitung: Stronach wollte NR-Kandidat via TV küren

Das Team Stronach (TS) wollte einen Nationalratssitz via TV-Show vergeben. Wie der Kurier (Mittwoch-Ausgabe) berichtet, hätte die Castingshow „The Candidat“ heißen sollen. Parteichef Frank Stronach selbst sollte einen von drei Publikumslieblingen auf die Bundesliste hieven.

Bei der Show hätte es um „die besten Ideen für unser Land“ gehen sollen. Bürger sollten einer Jury ihre politischen Vorstellungen via Text und Video präsentieren. Konzipierter Höhepunkt: Das Publikum kürt aus den zehn Kandidaten telefonisch die drei aus seiner Sicht geeignetsten Politanwärter. Das letzte Wort hätte Stronach gehabt. Er sollte am 10. August – via Fernsehen – kundtun, wer auf seine Liste für die Nationalratswahl kommt.

Das TS blitzte mit der Idee allerdings bei zwei privaten TV-Anstalten ab. Bei ATV langte sein „Candidat“-Ansuchen Ende vergangener Woche ein, die Antwort lautete: Nein. Eine Sprecherin von Puls4 erklärte: „Bei uns wird es diese Show nicht geben.“ Stronachs Wahlkampfleiter, Ex-ATV-Boss Tillmann Fuchs, bestätigte laut APA, mit TV-Sendern „Gespräche darüber geführt“ zu haben. „Wir haben das aber wieder verworfen.“

Sport

Bundesliga: Ex-Torjäger Polster setzt auf Defensive

Toni Polster hat seinen Platz am Ruder von Admira Wacker Mödling heute offiziell übernommen. Der ehemalige Torjäger will mit „Herz und Leidenschaft“ die Südstädter wieder auf Vordermann bringen. Dazu setzt Polster den Hebel in der Defensive an.

Denn die 68 Gegentore der vergangenen Spielzeit sind dem 49-Jährigen ein Dorn im Auge. „Es muss die Balance stimmen“, so Polster bei seiner Antrittsrede. Beton wird aber keiner angerührt. Mit attraktivem Fußball will der frühere Goalgetter die Fans ins Stadion locken.

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Chronik: Alaba stiehlt Bundespräsidenten die Show

Als erster Österreicher hat David Alaba Ende Mai mit Bayern München die Champions League gewonnen. Für seine Freudenfeier auf dem Feld hatte der erst 20-jährige Wiener eine Überraschung parat. Er feierte gehüllt in eine außergewöhnliche Flagge. Die Fahne vereinte die Farben der Philippinen, Nigerias und Österreichs - die Geburtsländer seiner Mutter, seines Vaters und seiner selbst. „Alle drei Länder spielen eine wichtige Rolle in meinem Leben“, sagte er. Doch nirgendwo ist Alaba derzeit so populär wie in Österreich. Das musste am Dienstag auch Bundespräsident Heinz Fischer erfahren.

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Wirtschaft

Vignette wird 2014 teurer

Wie schon in den Jahren zuvor wird der Vignettenpreis auch 2014 an die Inflationsrate angepasst. Die Jahresvignette verteuert sich im kommenden Jahr dadurch um 2,10 Euro auf 82,70 Euro. Das teilte die ASFINAG heute in einer Aussendung mit.

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Chrysler ruft nun doch Jeep-Geländewagen zurück

Auf Druck der US-Verkehrssicherheitsbehörde startet Chrysler einen der größten Rückrufe der Vereinigten Staaten. Die Behörde NHTSA hatte von dem Hersteller verlangt, insgesamt 2,7 Millionen ältere Jeep Grand Cherokee und Jeep Liberty unter die Lupe zu nehmen. Die Beamten fürchten, dass der Tank bersten und ein Feuer entstehen könnte, wenn die Geländewagen von hinten gerammt werden. Die NTHSA zählte bis zurück ins Jahr 1996 Dutzende derartige Unfälle mit 51 Todesopfern auf.

„Visuelle Inspektion“

Konzernchef Sergio Marchionne hatte noch vor zwei Wochen einen Rückruf vehement abgelehnt. Die Fiat-Tochterfirma teilte nun heute mit, die betroffenen Wagen einer „visuellen Inspektion“ zu unterziehen und gegebenenfalls die hintere Struktur zu verstärken, um die bei einem Auffahrunfall auftretenden Kräfte besser in den Griff zu bekommen. Der Hersteller bestand aber weiter darauf, dass „diese Fahrzeuge nicht defekt sind und zu den sichersten ihrer Klasse gehören“. Der Fall habe jedoch Bedenken bei den Kunden geweckt, hieß es.

Tank hinter der Hinterachse

Die fraglichen Autos sind der Jeep Grand Cherokee der Modelljahre 1993 bis 2004 sowie der kleinere Jeep Liberty aus den Jahren 2002 bis 2007. Bei diesen Fahrzeugen sitzt der Tank hinter statt vor der Hinterachse. Durch diese Konstruktion sei der Tank verwundbarer für rückwärtige Crashs, schrieben die Experten der Behörde Anfang Juni in einem Brief an Chrysler. Nach Angaben des Center for Auto Safety gehört der Rückruf zu den 20 größten des Landes.

Niemetz-Übernahme ist besiegelt

Jetzt ist es rechtskräftig: Der insolvente Wiener Schwedenbomben-Hersteller Niemetz wird von der rumänischen Meinl-Tochter Heidi Chocolat übernommen. Das gesamte Geld sei bereits an den Masseverwalter übergeben worden.

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Chronik

Zentrum von Hallstatt vermurt

Die Innenstadt von Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut ist gestern Abend vermurt worden. Nach einem Wolkenbruch ist ein Bach über die Ufer getreten, wie es seitens der Feuerwehr Hallstatt gegenüber Ö3 hieß. Ein gewaltiger Wolkenbruch habe um etwa 18.30 Uhr zu Überflutungen geführt und den historischen Marktplatz von Hallstatt verwüstet. Angrenzende Häuser wurden vermurt, 30 Personen in Sicherheit gebracht.

Heftiges Gewitter in Vorarlberg: 30 Feuerwehreinsätze

Unwetter gab es auch in Vorarlberg: Wegen eines heftigen Gewitters mit Hagelschlag musste die Feuerwehr rund 30-mal ausrücken. Nach Informationen der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) gab es wegen Starkwindes auch drei Einsätze auf dem Bodensee.

Das Gewitter zog zwischen 19.00 und 20.00 Uhr über Vorarlberg hinweg. Laut Angaben der RFL galt es in erster Linie überschwemmte Keller und Unterführungen auszupumpen. Zudem mussten Äste von den Straßen geräumt werden. Am gesamten Bodensee bestand am Abend Sturmwarnung, das heißt, die Windböen konnten mehr als 60 km/h erreichen.

NÖ: Kinder versehentlich in Autos eingesperrt

Gleich zweimal an einem Tag ist heute ein ÖAMTC-Pannenfahrer zu einer „Kinderbefreiungsaktion“ in Niederösterreich ausgerückt. Ein acht Monate altes Mädchen und ein neun Monate alter Bub waren versehentlich in Autos eingesperrt worden.

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Zwei Tote bei Absturz von Kleinflugzeug in den Dolomiten

Beim Absturz eines französischen Kleinflugzeugs in den Dolomiten sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Der dritte Insasse der Maschine sei schwer verletzt worden, berichteten italienische Medien heute. Das Flugzeug sei in Locarno in der Schweiz gestartet und unterwegs zur slowenischen Küstenstadt Portoroz gewesen. Nahe dem See Barcis, rund hundert Kilometer nördlich von Venedig, sei die Maschine abgestürzt.

Nach Angaben der Rettungskräfte wurden die Leichen von zwei Menschen gefunden. Der dritte Insasse des Fliegers sei in der Nähe des Wracks entdeckt und schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Maschine war zum Zeitpunkt des Unglücks im Sichtflug unterwegs. Die italienische Luftsicherheitsbehörde nahm Ermittlungen auf.

Munitionsdepot in Russland expoldiert - Zahlreiche Verletzte

Bei ungeplanten massiven Detonationen von Granaten in einem Munitionsdepot sind in Russland mindestens 34 Menschen verletzt worden. Mehr als 6.000 Bewohner der Stadt Tschapajewsk hätten ihre Wohnungen teilweise panikartig verlassen, da die Explosionen auch ein nahes Lager mit insgesamt 13 Millionen Artilleriegeschossen gefährdeten. Das meldete die Agentur Interfax heute aus dem Wolga-Gebiet Samara.

Verteidigungsminister Sergej Schoigu entsandte Spezialkräfte mit schwerer Technik zum Unfallort. Umherfliegende Bombensplitter behinderten die Löscharbeiten, hieß es.

„Wie im Belagerungszustand“

Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur dpa in Moskau telefonisch von einer Stadt „wie im Belagerungszustand“ mit Mitarbeitern vom Zivilschutz und Sicherheitskräften. „Das ist wie Krieg“, sagte eine 50-jährige Einwohnerin. Nachdem die Detonationen die Scheiben ihrer Wohnung bersten ließen, sei sie zu nahen Verwandten geflohen.

Jetzt mache sich Angst vor Plünderern breit, da viele Häuser leer stünden. Die Bewohner von Tschapajewsk, das zu Sowjetzeiten eine geschlossene Stadt war, beklagen seit langem, dass gefährliche Munition so nahe an Wohnsiedlungen lagert. Experten gehen davon aus, dass der Brand mehrere Tage andauern wird. Hunderte Feuerwehrleute waren im Einsatz.

USA: Mutter und Kind jahrelang festgehalten und gequält

Eine behinderte Mutter und ihr Kind sind nach US-Medienberichten über zwei Jahre lang gewaltsam im US-Bundesstaat Ohio festgehalten, gequält und zu Arbeiten gezwungen worden. Wie eine Lokalstation des Senders CNN heute unter Berufung auf die Polizei meldete, gab es vier Festnahmen.

„Moderne Sklaverei“

Die Kidnapper hätten ihre Opfer in Ashland nahe der Stadt Cleveland unter anderem mit Kampfhunden und Schlangen mit dem Tode bedroht und ihnen tagelang das Essen entzogen. Die Täter hätten die geistig behinderte Frau auch geschlagen, um sie zu zwingen, Haus- und Gartenarbeiten zu erledigen.

Nach Berichten der Polizei sei die Mutter vor laufender Videokamera gezwungen worden, ihr Kind zu schlagen. Dann sei ihr angedroht worden, das Video der Polizei zu übergeben, falls sie fliehen würde. Ein Staatsanwalt sprach von „moderner Sklaverei“.

Überschwemmungen: Wallfahrtsort Lourdes geschlossen

Wegen schwerer Überschwemmungen ist der berühmte Wallfahrtsort Lourdes im Südwesten Frankreichs für Besucher geschlossen worden. In der Grotte, in der einem Hirtenmädchen 1858 die Jungfrau Maria erschienen sein soll, stand nach den heftigen Regenfälle der vergangenen Tage das Wasser heute 1,40 Meter hoch, wie die Wallfahrtsstätte mitteilte.

Während am Vormittag zunächst die tiefer liegenden Stätten des Wallfahrtsortes gesperrt wurden, machten am Nachmittag auch die höher liegenden Orte wie der Pilgerweg und mehrere Kirchengebäude dicht.

Der durch die Stadt fließende Fluss Gave de Pau trat wegen heftiger Regenfälle über die Ufer, der Pegel dürfte auf 3,50 Meter über dem Normalwert ansteigen. „Das wird vermutlich das Hochwasser vom Oktober 2012 übertreffen“, sagte ein Sprecher des Wallfahrtsortes mit Blick auf die Überschwemmungen, die im vergangenen Jahr Schäden von mehr als 1,3 Millionen Euro verursacht hatten.

Italien: Gericht begründet Aufhebung von Knox-Freispruch

Der Freispruch im spektakulären Mordprozess gegen die US-Studentin Amanda Knox ist nach Ansicht des höchsten italienischen Gerichts unlogisch gewesen. Mit diesen Worten begründete der Oberste Kassationsgerichtshof in Rom die Wiedereröffnung des Verfahrens gegen den „Engel mit den Eisaugen“ und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito.

In einem heute veröffentlichten 74-seitigen Bericht erklärten die Richter, es habe im Berufungsverfahren „mehrere Beispiele für Unzulänglichkeiten, Widersprüche und klare Logikmängel“ gegeben.

Urteil im März aufgehoben

Knox und Sollecito waren 2009 in Italien wegen Mordes zu einer langen Haftstrafe verurteilt und 2011 wieder freigesprochen worden. Der Kriminalfall hatte weltweites Aufsehen erregt. 2007 war Knox’ Freundin und Mitbewohnerin Meredith Kercher in der Universitätsstadt Perugia mit durchschnittener Kehle und halbnackt aufgefunden worden. Es war von Sexspielen die Rede, die außer Kontrolle geraten seien.

Knox lebt seit ihrem Freispruch in den USA. Im März hatte das höchste italienische Gericht den Freispruch aufgehoben. Doch selbst wenn die 25-Jährige nun für schuldig befunden wird, gilt es als unwahrscheinlich, dass sie ins Gefängnis kommt. Dazu müssten die USA Knox an Italien ausliefern. Im Frühjahr hatte Knox ihr Buch „Zeit, gehört zu werden“ („Waiting to Be Heard“) veröffentlicht und anschließend in mehreren Interviews ihre Unschuld beteuert.

Gesundheit

Ozon-Alarmschwelle erstmals überschritten

Die Ozon-Alarmschwelle ist heute Nachmittag in Streithofen (Niederösterreich) das erste Mal im Jahr 2013 in Österreich überschritten worden. Um 16.00 Uhr wurde eine Konzentration von 245 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft gemessen.

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Kultur

Ehrungen für Dornhelm und Resetarits

Der Regisseur Robert Dornhelm ist heute im Wiener Rathaus mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien ausgezeichnet worden. Das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst erhielt Willi Resetarits.

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IT

Huawei präsentiert vermutlich dünnstes Handy der Welt

Der chinesische Elektronikkonzern Huawei hat nach eigenen Angaben das dünnste Handy der Welt entwickelt. Das lediglich 6,18 Millimeter dicke und 120 Gramm leichte Mobiltelefon Ascend P6 mit zwei Kameras wurde heute in London vor Wirtschaftsvertretern und Journalisten präsentiert.

Huawei hofft, damit in Wettbewerb zu den Branchenriesen Apple und Samsung treten zu können. Hinter dem neuen Smartphone steht nach Firmenangaben das Motto „Eleganz mit dem gewissen Etwas“.

Ab Ende Juli wird das Ascend P6 in 19 Ländern zu kaufen sein, darunter Deutschland, Frankreich, Italien und China. Später soll es in mehr als hundert Ländern angeboten werden. Marktanteile abjagen will Huawei seinen Konkurrenten auch über den Preis des Smartphones, für das eine unverbindliche Preisempfehlung von 449 Euro gilt.

Religion

Papst Johannes Paul II.: Zweites Wunder anerkannt

Die Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II. rückt offenbar näher: Die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete heute, ein zweites Wunder, das dem Papst aus Polen angerechnet werde, sei von dem zuständigen Ausschuss der Heiligsprechungskongregation im Vatikan anerkannt worden. Der Pole Karol Wojtyla war von 1978 bis zu seinem Tod 2005 katholisches Kirchenoberhaupt und wurde am 1. Mai 2011 von seinem Nachfolger Benedikt XVI. seliggesprochen.

Die katholische Kirchenlehre sieht vor, dass die Heiligsprechung nur für solche Persönlichkeiten infrage kommt, die bereits seliggesprochen sind. Vor der Heiligsprechung muss erneut ein Wunder anerkannt werden. Im vorliegenden Fall wurde von dem Antragsteller Slawomir Oder die Heilung einer Frau durch Johannes Paul II. vorgebracht.

Vor der Seligsprechung von Johannes Paul II. wurde von den Gremien im Vatikan die Heilung der französischen Ordensfrau Marie Simon-Pierre von der Parkinson-Krankheit als Wunder anerkannt. Die Heiligsprechung des früheren Papstes obliegt dem aktuellen Würdenträger Franziskus. Johannes Paul II. könnte den Angaben zufolge nun bereits im Oktober heiliggesprochen werden.

Leute

Der 68er Dieter Haspel wird 70

Der Regisseur Dieter Haspel feiert morgen seinen 70. Geburtstag. Der in Gloggnitz (Bezirk Neunkirchen) Geborene war 45 Jahre lang in der Wiener Theaterszene präsent und leitete von 1982 bis 2009 das Ensembletheater in Wien.

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