Ausland

Frankreich: Schwache Beteiligung bei Sozialisten-Vorwahl

Bei der Präsidentschaftsvorwahl von Frankreichs regierenden Sozialisten zeichnet sich eine schwache Beteiligung ab. Bis 17.00 Uhr gaben heute nach Angaben der Wahlkommission rund eine Million Menschen ihre Stimme ab.

Das sind noch nicht einmal halb so viele wie zur gleichen Zeit bei den Konservativen im Herbst. Mit ersten Ergebnissen wird noch am Abend gerechnet.

An der ersten Runde der Konservativen im November hatten sich um 17 Uhr bereits 2,5 Millionen Menschen beteiligt. Insgesamt rechnen die Sozialisten nach Angaben von Parteichef Jean-Christophe Cambadelis mit 1,5 bis zwei Millionen Wählern.

Zur Wahl stehen sieben Kandidaten - vier sozialistische Parteimitglieder und drei weitere, die kleineren linken Formationen angehören. Als Favoriten in der ersten Runde gelten Ex-Premierminister Manuel Valls sowie die ehemaligen Minister für Wirtschaft und Bildung, Arnaud Montebourg und Benoit Hamon. Sie gehören dem linken Lager der PS an. Der 54-jährige Valls wird dem wirtschaftsorientierten rechten Lager zugerechnet.

Fast 70 Tote bei schweren Kämpfen im Jemen

Im Jemen sind bei schweren Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen fast 70 Menschen getötet worden. Wie Vertreter der Sicherheits- und Rettungskräfte heute mitteilten, wurden bei Gefechten und Luftangriffen in der Region Mocha am Roten Meer seit gestern mindestens 52 Kämpfer der schiitischen Huthi-Rebellen und ihrer Verbündeten in der Armee sowie 14 regierungstreue Soldaten getötet.

Vor zwei Wochen hatten die jemenitischen Regierungstruppen die Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandeb zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden zurückerlangt. Die Huthi-Rebellen zogen sich daraufhin in die Hafenstadt Mocha 20 Kilometer weiter nördlich zurück. Am Sonntag kamen die Regierungstruppen bis auf rund zehn Kilometer an Mocha heran.

Im Jemen kämpfen die Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi seit September 2014 gegen die Huthi-Rebellen und andere Gruppen, die dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh die Treue halten. Seit März 2015 fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition zudem Luftangriffe auf die Rebellen. Nach UNO-Angaben wurden in dem Konflikt seit dem saudi-arabischen Eingreifen mehr als 7.000 Menschen getötet, die meisten davon Zivilisten. Drei Millionen Menschen sind auf der Flucht.

Rumänen und Staatschef demonstrierten gegen Regierung

In Rumänien sind heute Abend Tausende Menschen, unter ihnen Staatspräsident Klaus Iohannis, auf die Straße gegangen, um gegen die von der sozialliberalen Regierung geplante Lockerung von Antikorruptionsgesetzen zu protestieren.

„Ich bin hier, um meine Empörung auszurücken. Eine Clique von Politikern mit strafrechtlichen Problemen will den Rechtsstaat schwächen“, sagte Iohannis am Bukarester Universitätsplatz vor laufenden Fernsehkameras inmitten Tausender Demonstranten. Auch in anderen Städten gab es Protestkundgebungen.

Amtsmissbrauch straffrei?

Die neue Regierung will durchsetzen, dass Amtsmissbrauch straflos bleibt, wenn der Schaden unter 200.000 Lei (50.000 Euro) liegt. Damit soll nach Meinung von Kritikern der Vorsitzende der mitregierenden Sozialisten (PSD), Liviu Dragnea, geschützt werden, der wegen mutmaßlichen Amtsmissbrauchs mit einem Schaden von 100.000 Lei vor Gericht steht. Ferner sollen etwa 2.500 Kriminelle begnadigt werden.

Die Regierung will all das per Verordnung durchsetzen - unter Umgehung langer Parlamentsverfahren. Verordnungen treten sofort in Kraft und haben unumkehrbare Folgen, selbst wenn sie später vom Parlament außer Kraft gesetzt werden.

10.000 Menschen demonstrieren gegen Abtreibung in Paris

In Paris haben heute Tausende Menschen gegen Abtreibung demonstriert. An dem „Marsch für das Leben“ beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 10.000 Bürger. Die Organisatoren sprachen von 50.000 Teilnehmern. Die Demonstranten forderten mehr Bemühungen, um Schwangerschaftsabbrüche zu verhindern.

Zu der Kundgebung im Zentrum der französischen Hauptstadt kamen zahlreiche Familien und auch ausländische Delegationen. Vertreten waren unter anderem Abtreibungsgegner aus Deutschland, Italien, Spanien und den USA. Zu dem „Marsch für das Leben“ hatten fünf Organisationen aufgerufen. Papst Franziskus hatte am Freitag erklärt, er unterstütze das Anliegen.

Am Tag zuvor waren in Paris nach Polizeiangaben rund 7.000 Menschen für Frauenrechte und das Recht auf Abtreibung auf die Straße gegangen. Sie kritisierten unter anderem die Haltung des neuen US-Präsidenten Donald Trump.

Gambias Ex-Präsident im Exil in Äquatorialguinea

Gambias Langzeitmachthaber Yahya Jammeh ist rund sieben Wochen nach seiner Wahlniederlage im Exil angekommen. Nach einem Zwischenstopp in Guinea flog Jammeh heute weiter in den zentralafrikanischen Staat Äquatorialguinea.

Der 51-Jährige hatte in der Nacht auf Samstag erklärt, „die Führung des Landes“ abzugeben. Jammeh hatte Gambia 22 Jahre lang mit harter Hand regiert.

Eskalation abgewendet

Nach seiner Abwahl am 1. Dezember vergangenen Jahres hatte sich Jammeh geweigert, seine Niederlage einzugestehen und sein Amt zu räumen. Erst angesichts der Drohung einer Entmachtung durch ausländische Interventionstruppen und nach Marathonverhandlungen mit Vertretern anderer westafrikanischer Staaten steuerte er um. In seiner Ansprache sagte Jammeh, es sei nicht nötig, „dass auch nur ein Tropfen Blut vergossen wird“.

Seinen Amtsverzicht knüpfte Jammeh allerdings an Bedingungen. Er forderte etwa, dass ihm eine Amnestie gegen strafrechtliche Verfolgung zugesichert werde. Außerdem verlangte er, an kommenden Wahlen in Gambia teilnehmen zu dürfen. Es war unklar, ob diesen Forderungen stattgegeben wurde.

Bericht: London verschwieg gescheiterten Atomwaffentest

Die britische Regierung hat einem Zeitungsbericht zufolge das Scheitern eines Atomraketentests im vergangenen Juni bewusst verschwiegen. Sie habe verhindern wollen, dass ein Bekanntwerden der Panne die Glaubwürdigkeit des Atomwaffenprogramms zerstöre, zitiert die Zeitung „The Times“ (Sonntag-Ausgabe) ein hochrangiges Mitglied der britischen Marine.

Die im Juli bevorstehende Abstimmung im Parlament über die Erneuerung des U-Boot-gestützten Atomraketensystems „Trident“ habe es umso nötiger gemacht, die Probleme zu verheimlichen.

Kein Kommentar von May

Premierministerin Theresa May wollte heute nicht auf die Frage antworten, ob sie vor der Parlamentssitzung über den gescheiterten Test in Kenntnis gesetzt worden sei. Dem Sender BBC sagte sie lediglich, sie habe „absolutes Vertrauen“ in die „Trident“-Raketen.

Während der Abstimmung am 18. Juli hatte May erklärt, Großbritannien müsse rund 40 Milliarden Pfund (aktuell rund 46 Mrd. Euro) in das neue Atomwaffenarsenal investieren, um auf ernsthafte Bedrohungen reagieren zu können. Die Premierministerin hatte ihr Amt erst wenige Tage zuvor von Vorgänger David Cameron übernommen.

IS sprengte laut Zeugen Hotel in Mossul

Die radikalislamische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in der irakischen Metropole Mossul im Kampf gegen die vorrückende Armee ein Hotel in die Luft gesprengt. Das Mossul-Hotel, das größte im vom IS kontrollierten Westteil der Stadt, neige sich nach der Explosion auf eine Seite, berichteten zwei Augenzeugen per Telefon.

Die Extremisten wollten offenbar verhindern, dass die Armee das Hotel als Landeplatz oder Stützpunkt nutzt. Das in Form einer Stufenpyramide errichtete Hotel steht am Ufer des Tigris, der Mossul in zwei Hälften teilt. Die irakische Armee hat allem Anschein nach den Ostteil vollständig unter ihre Kontrolle gebracht und bereitet sich auf den Sturm auf das Westufer des Flusses vor.

Letzte IS-Hochburg im Irak

Die IS-Miliz brachte Mossul 2014 unter ihre Kontrolle und rief von der Großen Moschee der Metropole aus ihr Kalifat aus, das bis nach Syrien reicht. Im Oktober begann die irakische Armee mit Unterstützung der von den USA geführten Anti-IS-Luftangriffsallianz ihre Offensive gegen die sunnitischen Extremisten. Mossul ist die letzte IS-Hochburg im Irak.

Moskaus Trumpf: Alle gehen, Lawrow bleibt

Russland hat unter der autoritären Führung von Präsident Wladimir Putin an Gewicht gewonnen - und setzt dabei auf eine Außenpolitik mit militärischen Mitteln wie zu Zeiten der Sowjetunion.

In den kommenden Monaten und Jahren könnte Moskau von einer besonderen Konstellation noch zusätzlich profitieren: Von den USA bis Großbritannien sind im Westen vielfach neue oder unerfahrene Außenminister am Werk - während Russland mit Außenminister Sergej Lawrow einen erfahrenen, trickreichen „alten Hasen“ hat.

Mehr dazu in 2017 - das Jahr des „alten Hasen“?

Inland

Terrorverdächtiger in Justizanstalt Wien-Josefstadt gebracht

Der am Freitag festgenommene 17-Jährige, der einen Anschlag in Wien geplant haben soll, ist heute Nachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft in die Justizanstalt Josefstadt eingeliefert worden. Das sagte Innenministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck. „Die Ermittlungen dauern an.“

Mehr dazu in wien.ORF.at

Nach einem Bericht der „Kronen Zeitung“ soll sich der Bursche im Verhör zur Terrormiliz Islamischen Staat (IS) bekannt haben. Das Innenministerium hat diese Information zunächst nicht bestätigt. Auch Angaben, wonach sich der fast 18-Jährige Informationen für den Bau einer Bombe aus dem Internet geholt haben soll und dabei gewesen sei, Material zusammenzutragen, wurden seitens der Behörde nicht kommentiert.

Der gebürtige Niederösterreicher, in Österreich als Kleinkrimineller polizeibekannt, war am Freitag nach Hinweisen ausländischer Behörden zu einem geplanten Anschlag in Favoriten gefasst worden. Die Ermittlungen laufen wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

Doskozil will Außengrenzenschutz bilateral regeln

Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) will den Schutz der EU-Außengrenzen bilateral regeln, weil „vonseiten der EU beim Thema Grenzschutz leider nicht viel passiert“. Um den betreffenden Staaten auch ohne eine EU-Mission Personal anbieten zu können, will er das Entsendegesetz ändern, sagt der Minister in der Tageszeitung „Österreich“ (Montag-Ausgabe).

Am 8. Februar soll ein Gipfel mit den Innen- und Verteidigungsministern von Serbien, Bulgarien, Rumänien, Slowenien, Kroatien, Tschechien, der Slowakei und Ungarn stattfinden. Doskozil will klären, was diese Staaten an Personal und Ausrüstung brauchen, um die Grenzen abzusichern.

Strolz für beschränkten Flüchtlingszuzug

Für die Begrenzung der Amtszeiten von Politikern und für eine Beschränkung des Zuzugs nach Österreich hat sich NEOS-Chef Matthias Strolz heute in der Fernseh-„Pressestunde“ ausgesprochen. Von der Asylhöchstzahl hält er jedoch nichts, das sei „nur Schaumschlägerei“. Nötig wären „lebenspraktische Lösungen“ wie schnelle Verfahren oder Schutz nur für die Dauer von Kriegshandlungen.

„Der Zuzug kann nicht mehr so stark sein wie in den letzten Jahren, das verkraften wird nicht“, sagte Strolz, angesprochen auf die ÖVP-Forderung, die Höchstzahl für Asylanträge zu halbieren. Die Integration der Menschen, die schon gekommen sind, sei eine „gewaltige Herausforderung“, daher müsse man den Zuzug zurückschrauben.

„Deradikalisierungsoffensive in Gefängnissen“

Strolz setzt auf EU-Maßnahmen wie Rückführungsübereinkommen und Erfassung aller Flüchtlinge an den Außengrenzen. Die Regierung würde „immer nur Wirbel schlagen, aber keine Lösungen anbieten“ - während seine Partei eine Reihe „lebenspraktischer“ Vorschläge habe: Asylverfahren samt Instanzenzug dürften maximal 180 Tage dauern, Residenzpflicht für Asylwerber, Möglichkeit des subsidiären Schutzes nur für die Dauer von Kriegshandlungen (mit Schnellverfahren).

Gegen die Terrorbedrohung durch radikalisierte Flüchtlinge müsste man auf EU-Ebene besser zusammenarbeiten, in einem von der Europol organisierten Anti-Terror-Zentrum und auch auf Ebene der Geheimdienste. Die ÖVP-Forderung nach der Fußfessel für „Gefährder“ lehnt Strolz nicht völlig ab, es komme auf die Ausgestaltung an. „Das Wichtigste“ ist für ihn auch hier Bildung und eine „entschlossene Wirtschaftspolitik“ gegen die Arbeitslosigkeit. Denn: „Die Menschen driften ab in Islamistenzirkel, wenn sie für sich keine Perspektive sehen.“ Auch eine Deradikalisierungsoffensive in Gefängnissen und Asylunterkünften forderte Strolz.

Landeshauptleute „Fürsten der Finsternis“

Angesichts des Rückzugs des niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Pröll bekräftigte Strolz die Forderung nach Amtszeitbegrenzung: Maximal zwei bis drei Perioden sollten zulässig sein, „sonst wachsen Muster struktureller Korruption“. Landeshauptleute sind für Strolz - „dazu stehe ich“ - „Fürsten der Finsternis“. Seine Begründung: Sie würden die Umsetzung der Transparenzdatenbank blockieren, um die Förderungen - und das Anfüttern von Freundeskreisen - „im Dunkeln zu halten“.

Grüne: Parlament in CETA-Frage übergangen

Die Grünen machen weiter gegen das EU-Kanada-Handelsabkommen (CETA) mobil und haben nun einen Brief an Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) geschrieben. Europasprecher Werner Kogler stößt sich daran, dass die Regierung in Europa grünes Licht für CETA gegeben hat und ortet eine Missachtung der Mitwirkungsrechte des Nationalrats. Er will das Thema in der nächsten Präsidiale zum Thema machen.

Kogler verweist in dem der APA vorliegenden Brief auf die verfassungsrechtlich verankerten Mitwirkungsrechte des Nationalrats zu EU-Vorhaben. Nach Koglers Meinung wurden diese Rechte verletzt, weil die Regierung seiner Ansicht nach von einer „bindenden Stellungnahme“ des Parlaments abgegangen sei und Ende Oktober auf EU-Ebene Österreichs Zustimmung zu CETA deponiert hat.

Kogler fordert Aufklärung

„Unserer Rechtsauffassung nach hätte Österreichs Regierung keinesfalls grünes Licht zum Start von CETA auf europäischer Ebene geben dürfen“, so Kogler. Es gebe wenige Ausnahmesituationen, die unter Umständen ein Abweichen der Stellungnahme gestatteten - das wäre aber eng mit dem Nationalrat abzustimmen, außerdem müsste man unverzüglich Bericht erstatten, erklärte Kogler. „All dies hat im Fall CETA nicht stattgefunden.“

Die Sache müsse geklärt werden, forderte Kogler. Der Grünen-Klub werde das Thema daher „in der nächsten Präsidialkonferenz ansprechen, um die Frage zu erörtern, wie zukünftig die verfassungsrechtlich verankerten Mitwirkungsrechte des Nationalrates in EU-Angelegenheiten gewahrt werden können“, heißt es in dem Brief.

Morgen startet ein Volksbegehren gegen die Handelsabkommen TTIP, CETA und TiSA. Die Grünen unterstützen das Volksbegehren, auch wenn man den Text anders formuliert hätte.

Schelling schlägt Kompromiss bei kalter Progression vor

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) bietet der SPÖ bei der Abschaffung der kalten Progression einen Kompromiss an. Sowohl ÖVP als auch SPÖ wollen das Ende der schleichenden, inflationsbedingten Steuererhöhung. Beim Wie liegen beide Parteien aber noch auseinander. Die ÖVP will alle Steuerzahler entlasten, die SPÖ nur untere Einkommen. Schelling will nun beide Modelle übereinanderlegen.

Automatismus: Entlastung ab fünf Prozent Inflation

Das Volumen der Entlastung durch eine Abschaffung der kalten Progression wird auf rund 400 Millionen Euro geschätzt. Geht es nach Schelling, sollen künftig alle Tarifstufen der Lohnsteuer von 11.000 Euro beginnend bis ganz hinauf zu 90.000 Euro um die Inflationsrate angepasst werden, sobald diese sich um fünf Prozent erhöht hat. „Das dauert im Regelfall drei Jahre, und durch die Erhöhung des Tarifsatzes um fünf Prozent wird die kalte Progression abgefedert“, erklärte Schelling.

Der Finanzminister möchte eine lineare und gleichmäßige Entlastung, von der auch jene profitieren, die mehr Steuern zahlen. Die SPÖ will indes im Falle des Erreichens des Inflationsschwellenwertes jeweils ein Gutachten erstellen lassen und nur jene Steuerstufen entlasten, die besonders von der Inflation betroffen sind.

Zehn Prozent mehr für stärker Belastete

Schelling schlägt nun als Kompromiss vor, dass die Abschaffung zu 90 Prozent linear für alle Tarifstufen der Lohnsteuer gilt und damit auch allen zugutekommt, zehn Prozent des Volumens, also rund 40 Millionen Euro, sollen für jene Tarifstufe reserviert werden, die am stärksten unter der Teuerung leidet.

Wenn das Wirtschaftswachstum unter ein Prozent fällt, dann soll die Regierung laut Schelling zudem „temporär beschließen“ können, die Abschaffung der kalten Progression auszusetzen. „Weil dann die Mittel im Steueraufkommen benötigt werden, um zum Beispiel Investitionen zu befeuern“, so der Minister. „Das ist der Kompromissvorschlag, und der wäre eigentlich geeignet, dass man das Thema kalte Progression rasch vom Tisch kriegt.“

Einschleifmodell bei Sozialversicherung denkbar

Eine Entlastung unterer Einkommen kann sich der Finanzminister bei der Sozialversicherung vorstellen. Derzeit müssen Einkommensbezieher ab Erreichen der Geringfügigkeitsgrenze von 425,70 Euro bis zum Erreichen der Steuerpflicht, die bei rund 1.000 Euro pro Monat beginnt, die volle Sozialversicherung zahlen.

Schelling plädiert für ein Einschleifmodell: „Zwischen Geringfügigkeit und 700 Euro zahlt man nur den halben Sozialversicherungssatz, von 700 bis 1.000 Euro zahlt man 75 Prozent des Satzes“, so der Vorschlag des Ministers. „Das würde dazu führen, dass Menschen aus der Geringfügigkeit wieder in ein Arbeitsverhältnis hineingleiten können. Viele scheuen sich davor, weil sofort die vollen Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen sind.“

Sport

Fußball: Dragovic verletzt sich bei Bayer-Sieg

Bayer Leverkusen ist den Europacup-Plätzen in der deutschen Bundesliga wieder etwas näher gekommen. Der Werksclub feierte heute gegen Hertha BSC einen ungefährdeten Heimsieg und kletterte auf den achten Tabellenrang nach oben.

Getrübt wurde der Erfolg allerdings von einer Verletzung von ÖFB-Teamspieler Aleksandar Dragovic, der bereits in der achten Minute mit Verdacht auf Muskelfaserriss im Oberschenkel ausgetauscht werden musste.

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Skispringen: Stoch fliegt weiter allen davon

Kamil Stoch bleibt weiter das Maß der Dinge im Skisprungweltcup. Der Pole gewann heute Abend auch beim Heimspiel in Zakopane und feierte damit seinen vierten Sieg in Folge. Stoch ließ sich auch von einem schwächeren ersten Durchgang nicht aus der Ruhe bringen und drehte in der Entscheidung das Klassement noch um. Von den Österreichern konnte nur Michael Hayböck mit der Spitze mithalten, ein Platz in den Top Fünf blieb aber das höchste der Gefühle aus rot-weiß-roter Sicht.

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Ski alpin: Venier in Garmisch nur von Gut geschlagen

Stephanie Venier hat es heute beim Super-G in Garmisch-Partenkirchen erstmals in ihrer Karriere auf das Siegerfoto der ersten drei geschafft. Die 23-jährige Tirolerin musste sich auf der Kandahar-Strecke nur der Schweizerin Lara Gut geschlagen geben, die auch im dritten Super-G der Saison nicht zu biegen war. Anna Veith blieb hingegen bei ihrem Comeback in den Speed-Disziplinen ein Ergebnis verwehrt.

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Australian Open: Topduo scheitert im Achtelfinale

Der heutige Tag hatte es bei den Australian Open in sich. Denn sowohl bei den Damen als auch bei den Herren mussten sich die Nummer-eins-Spieler sensationellerweise verabschieden. Die deutsche Titelverteidigerin Angelique Kerber erlebte im Achtelfinale ebenso eine herbe Enttäuschung wie der Weltranglistenerste Andy Murray, der sich dem Deutschen Mischa Zverev, aktuell die Nummer 50 im Ranking, in vier Sätzen geschlagen geben musste. Roger Federer konnte hingegen eine Niederlage gerade noch vermeiden.

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Wirtschaft

Chronik

Busunglück bei Verona: Sechs Verletzte in Lebensgefahr

Nach dem Busunfall nahe der norditalienischen Stadt Verona, bei dem in der Nacht auf Samstag 16 Menschen gestorben sind, kämpfen sechs Schwerverletzte um ihr Leben. Zwei von ihnen konnten noch nicht identifiziert werden.

Eine Person wurde mit schwerer Gehirnerschütterung nach dem Aufprall des Busses gegen einen Brückenpfeiler ins Spital eingeliefert, die zweite erlitt schwerste Brandwunden.

Lebensretter verlor beide Kinder

Der Bus mit ungarischen Schülern im Alter von 14 bis 18 Jahren sowie mehreren Lehrern kam am Freitagabend kurz vor Mitternacht bei Verona von der Autobahn ab, krachte gegen einen Pfeiler und ging in Flammen auf. Zu den Todesopfern zählen auch die beiden 18-jährigen Kinder des ungarischen Sportlehrers György Vigh, der mehrere Schüler aus einem brennenden Bus auf der Autobahn A4 rettete.

Vighs Tochter Laura, die neben dem Vater schlief, wurde beim Aufprall des Busses gegen einen Brückenpfeiler unter einem Sitz eingeklemmt. Sie konnte nicht gerettet werden.

Vigh, der mit schweren Brandwunden ins Krankenhaus von Borgo Trento nahe Verona eingeliefert wurde, trauert auch um seinen Sohn Balasz. Er befand sich nach dem Unfall schwer verletzt im Koma im Spital, einen Tag später erlag er seinen Verletzungen. Die Frau des Sportlehrers sei dagegen wohlauf, berichtete Ungarns Generalkonsulin in Mailand, Judit Timaffy, die die Überlebenden in den Krankenhäusern von Verona besuchte. Sie unterstützte die aus Budapest angereisten Angehörigen der Opfer. Aus Budapest reisten auch einige Psychologen nach Verona, um die schwer geschockten Überlebenden zu betreuen.

Tote bei Tornados in US-Staat Georgia

Mehrere Tornados haben heute im US-Bundesstaat Georgia Medienberichten zufolge elf Menschen getötet und weitere zwei Dutzend verletzt. Die schweren Unwetter wüteten über mehreren Landkreisen im Süden von Georgia, nahe der Grenze zu Florida, wie der Sender ABC berichtete. Der Wetterdienst meldete den ersten Tornado am frühen Morgen gegen 4.00 Ortszeit. Aber für viele Bewohner kam die Warnung zu spät.

Laut ABC erhöhte sich die Zahl der Tornados, die allein an diesem Wochenende über dem Süden der Vereinigten Staaten zogen, damit auf 16. Elf von ihnen trafen Georgia. Am Samstag waren bereits vier Menschen im Bundesstaat Mississippi von Tornados getötet worden. Dutzende Wohnhäuser, Kirchen und andere Gebäude wurden zerstört.

30 Tote in 24 Stunden: Rätselhafte Mordserie in Brasilien

Eine rätselhafte Serie von 30 Morden an einem Tag hat die Sicherheitsbehörden in der nordostbrasilianischen Stadt Belem in Alarmstimmung versetzt. Wie das Portal Folha de S. Paulo berichtete, soll es dabei in 25 Fällen zu regelrechten Hinrichtungen gekommen sein. Teilweise befanden sich Opfer gerade im Gespräch mit Freunden, als sie plötzlich erschossen wurden.

Die Taten ereigneten sich wenige Stunden, nachdem ein Polizist in einem Schusswechsel mit Kriminellen getötet worden war. Daher wurde in Medien über einen möglichen Racheakt spekuliert. Das Geschehen erinnert an einen Fall in der südbrasilianischen Stadt Londrina vor einem Jahr, als nach der Tötung eines Polizisten zehn Menschen getötet und 15 verletzt wurden.

Taucher bei Haiangriff vor Australiens Küste schwer verletzt

Ein Taucher ist am australischen Great Barrier Reef von einem Hai angegriffen und schwer verletzt worden. Der 55-Jährige machte mit Freunden einen Tauchgang an dem berühmten Riff vor der Ostküste, als er von einem vier Meter langen Hai attackiert wurde, wie ein Sprecher der Rettungskräfte heute berichtete.

„Sehr viel Glück" gehabt“

Der erfahrene Taucher erlitt demnach schwere Bissverletzungen am linken Arm und Fleischwunden am Bauch. Per Boot wurde er zur drei Stunden entfernten Insel Murray Island gebracht und medizinisch versorgt. Der Mann habe „sehr viel Glück“ gehabt, dass er noch am Leben sei, sagte der Sprecher.

Nach Expertenangaben nehmen Haiangriffe auf Menschen weltweit zu. Als ein möglicher Grund gilt, dass immer mehr Menschen Wassersport betreiben.

Tödlicher Frontalzusammenstoß in der Steiermark

Ein Verkehrsunfall auf der Eisenstraße zwischen Eisenerz und Vordernberg auf Höhe Präbichl (Steiermark) ist heute tödlich ausgegangen. Zwei Pkws waren frontal miteinander kollidiert - eine Person erlag ihren Verletzungen.

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Frontalkollision im Achraintunnel

Im Achraintunnel auf der Bregenzerwaldstraße (Vorarlberg) prallten in der Früh zwei Autos zusammen. Warum es zur Frontalkollision der beiden Fahrzeuge kam, steht noch nicht fest. Die beiden Lenker wurden verletzt.

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51-Jähriger starb bei Autounfall

Ein 51-jähriger Autofahrer kam gestern Nachmittag bei einem Verkehrsunfall im Bezirk Oberwart (Burgenland) ums Leben. Das Auto des Mannes kam von der Straße ab und prallte gegen mehrere Bäume.

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Gesundheit

Kultur

Lifestyle

Als Pinball zum Verbrechen wurde

Vor 75 Jahren hat der grassierende Pinball-Wahn in New York ein jähes Ende genommen. Nach einem entschiedenen Kreuzzug gegen das Spiel besiegelte der damalige Bürgermeister Fiorello LaGuardia das Verbot - die Anklage lautete auf Glücksspiel und Verführung der Jugend. Über 30 Jahre sollte der Bann halten - erst ein perfekter Schuss sollte für die Rehabilitierung des Flipperns sorgen.

Mehr dazu in Ein Mann, ein Spiel, ein Kreuzzug

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