Inland

Strolz bestätigt gescheiterte Allianzgespräche mit Kurz

NEOS-Chef Matthias Strolz hat heute in der ORF-„Pressestunde“ bestätigt, dass es im Vorjahr mit dem nunmehrigen ÖVP-Obmann Sebastian Kurz Gespräche für eine gemeinsame Wahlplattform nach dem Vorbild Emmanuel Macrons in Frankreich gegeben hat. Letztlich sei Kurz dazu nicht bereit gewesen, sagte Strolz - auch wegen des dann anstehenden Verzichts auf fast 60 Mio. Euro Parteienförderung.

„Schmerzbefreit, sich nach dem Wind zu drehen“

Strolz attestierte Kurz Entschlossenheit. Allerding: „Die Leute sagen mir auch, Sebastian Kurz hat viele Talente, aber irgendwo stimmt was mit ihm nicht“, kritisierte Strolz den Kanzlerkandidaten der ÖVP. Kurz „hält nicht“, etwa bei „Ehe für alle“ oder der Abschaffung der Kammerzwangsmitgliedschaft. Er sei „sicherlich ein Kommunikations- und Inszenierungstalent“, so Strolz über seinen früheren Parteifreund, aber auch „schmerzbefreit, sich nach dem Wind zu drehen“.

Die ÖVP, aber auch die SPÖ charakterisierte er als „zwei marode Parteikörper“, auf die „sehr attraktive Köpfe draufgesteckt“ worden seien. Für seine eigene Partei prognostizierte Strolz Wachstum, wenn auch nur Schritt für Schritt. Bezüglich der SPÖ mutmaßte Strolz, Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil wolle die Partei übernehmen. NEOS sei schließlich für die Opposition ebenso bereit wie fürs Mitregieren. „Wir werden beide Rollen mit Entschlossenheit erfüllen.“

„Champions League in Sandalen“

Strolz präsentierte des Weiteren sein Programm, von der Pensionsautomatik nach dem Vorbild Schwedens, dem Bekenntnis zur EU bis zur Halbierung der Parteienförderung. Er wolle einen athletischen Staat, aber mit den richtigen Muskeln, betonte er. In der Bildung forderte er weniger Parteipolitik, in der Wirtschaft weniger Bürokratie.

Dass er bei der Finanzierung seiner Partei mit Mäzen Hans Peter Haselsteiner im Hintergrund leicht reden habe, wies er zurück. Man habe mit Abstand das kleinste Budget von allen, im steirischen Wahlkampf habe selbst die KPÖ über mehr Geld verfügt. „Die anderen haben echte Schuach an, wir spielen Champions League in Sandalen“, so Strolz.

ÖAMTC kritisiert Leichtfrieds Verkehrsaktionsplan

Mitten im Wahlkampf übt der Autofahrerclub ÖAMTC Kritik an Verkehrsminister Jörg Leichtfried. Grund ist der vom SPÖ-Politiker angedachte „Aktionsplan für sauberen Verkehr 2030“, in dessen Rahmen im Gefolge des „Dieselgipfels“ Leichtfried für Dienstag zu einem Gespräch mit verschiedenen Dialogpartnern eingeladen hat. Eine Leichtfried-Sprecherin konnte die ÖAMTC-Kritik nicht nachvollziehen.

Kritik an fehlender „Weiterfahrgarantie“

„Für den ÖAMTC ist es unbestritten, dass eine Mobilitätswende, also der mittelfristige Umstieg auf CO2-freie Fortbewegungstechnologien, kommen muss. Das Konzept von Leichtfried geht aber in eine völlig falsche Richtung“, kritisierte Bernhard Wiesinger, Leiter des als ÖVP-nahe geltenden Autofahrerclubs ÖAMTC, heute. Es fehle eine „Weiterfahrgarantie für Bestandsfahrzeuge“ seitens der Bundesregierung. Dadurch drohe ein Wertverlust bei Pkws.

Ministerium: Verbote nicht vorgesehen

Eine Sprecherin von Leichtfried konnte die Kritik des ÖAMTC auf Nachfrage nicht nachvollziehen. Der „Aktionsplan für sauberen Verkehr“ sieht keine Verbote vor, bekräftigte die Sprecherin. Es gehe darum, Rahmenbedingungen herzustellen, damit abgasfreie Autos alltagstauglich und für Familien finanzierbar werden.

Es gehe um Voraussetzungen für den freiwilligen Umstieg auf ein sauberes Auto. Dazu zähle beispielsweise eine flächendeckende E-Lade-Infrastruktur. Auch die heimische Autozulieferindustrie werde dabei unterstützt, bei der internationalen Entwicklung für saubere Autos vorne dabei zu sein.

Warnung von Liste Pilz

Für die Liste Pilz warnte am Sonntag indes Nationalratskandidat Peter Kolba, früherer Chefjurist des Vereins für Konsumenteninformation (VKI), davor, dass Konsumenten mit Dieselfahrzeugen auch durch das Treffen am Dienstag nicht geholfen werden würde. VW-Geschädigte seien von Verjährung bedroht, warnte Kolba in einer Aussendung.

Lebensversicherungen: Kritik aus Liste Pilz an SPÖ und ÖVP

Der frühere Chefjurist des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) und nunmehrige Kandidat der Liste Pilz, Peter Kolba, hat schwere Kritik an SPÖ und ÖVP geübt: Die Parteien wollten per Gesetzesänderung noch vor der Nationalratswahl das laut Europäischem Gerichtshof (EuGH) und Oberstem Gerichtshof (OGH) bei mangelhafter Belehrung unbegrenzt zustehende Kündigungsrecht bei Lebensversicherungsverträgen aushebeln, sagte Kolba gegenüber der APA. Länger als einen Monat nach Vertragsablauf sei nach Inkrafttreten der Novelle künftig ein Rücktritt nicht mehr möglich, so Kolba.

Dahingehend solle am 12. Oktober das Versicherungsvertragsgesetz (VersVG) vom Nationalratsplenum geändert werden, so Kolba. Eingebracht haben den Initiativantrag die beiden Regierungsparteien am 20. September, am 4. Oktober soll das Thema vom parlamentarischen Finanzausschuss behandelt werden.

Besonders brisant aus Sicht von Kolba: Neben einer Vereinheitlichung der unterschiedlichen Rücktrittsrechte für Versicherungsverträge für neu ab Februar 2018 (bzw. teils ab 1. Jänner 2019) abgeschlossene Polizzen sieht die VVG-Novelle bereits ab ihrer Kundmachung ein nur noch einmonatiges Rücktrittsrecht vor. „Das Rücktrittsrecht erlischt spätestens einen Monat, nachdem der Vertrag von beiden Seiten vollständig erfüllt wurde“, heißt es im Entwurfstext. Das beinhalte auch einen ganz normalen Vertragsablauf - man könne künftig also nicht mehr auch Jahre später von einem Vertrag zurücktreten, so Kolba.

Harald Zierfuß erneut zum Bundesschulsprecher gewählt

Der 17-jährige Wiener Harald Zierfuß ist heute von der Bundesschülervertretung (BSV) erneut zum Bundesschulsprecher gewählt worden. Der Schüler des GRg3 Kundmanngasse von der ÖVP-nahen Schülerunion hatte diese Funktion schon im vergangenen Schuljahr inne. Mit Zierfuß stellt die Schülerunion schon zum 13. Mal in Folge den obersten Schülervertreter.

Bundesschulsprecher Harald Zierfuß

APA/Georg Hochmuth

In der Sitzung der BSV kam Zierfuß auf 24 von 29 Stimmen. Eine Wiederwahl als Bundesschulsprecher ist äußerst unüblich: Im Regelfall amtieren diese nur ein Jahr - schon allein deshalb, weil sie ihre Funktion meist im Maturajahr ausüben. Zierfuß kam allerdings erst heuer in die achte Klasse. Sein Programm und seine Forderungen wird er morgen im Rahmen einer Pressekonferenz präsentieren.

ÖVP-Wahlkampfauftakt: Sieben Forderungen und ein Appell

Die ÖVP ist gestern in den Intensivwahlkampf gestartet. Unter dem Motto „Es geht los“ versammelte Spitzenkandidat Sebastian Kurz in einer in Türkis getauchten Wiener Stadthalle laut eigenen Angaben 10.000 Unterstützer. Dabei stellte Kurz sieben Forderungen, darunter auch jene nach einer Richtlinienkompetenz für den Bundeskanzler, der „führen und entscheiden“ müsse. An seine Unterstützer richtete er drei Wochen vor der Wahl einen Appell - nämlich „Laufen, laufen, laufen“.

Mehr dazu in „Wo ein Wille, da ein Weg“

Ausland

Schweiz: Nein-Trend bei Abstimmung über Pensionsreform

In der Schweiz zeichnet sich bei der heute stattfindenden Volksabstimmung über die erste Pensionsreform seit 20 Jahren ein Nein ab. Mehrere Kantone meldeten schon kurz nach Schließung der Wahllokale um 12.00 Uhr ihre Ergebnisse: Mit Ausnahme vom Kanton Basel-Stadt lehnten alle die Vorlage ab.

Das vom Schweizer Fernsehen und Radio (SRF) beauftragte Analyse-Institut gfs.bern sagte nach Auswertung von ersten Ergebnissen und Hochrechnungen eine Ablehnung voraus. Die Reform sieht unter anderem vor, das Pensionsalter für Frauen von 64 auf 65 Jahre anzuheben.

Mit 65 gehen auch Männer in Pension. Außerdem soll mehr Geld aus der Mehrwertsteuer der Pensionskasse (AHV) zu Gute kommen. Die Mehrwertsteuer soll von acht auf 8,3 Prozent steigen. Und der Pensionsbeitrag aus den Löhnen soll ebenfalls leicht erhöht werden.

May: Teile der EU-„Brexit“-Forderungen „übertrieben“

Die britische Premierministerin Theresa May hat ihren EU-Partnern zugesichert, dass ihr Land im Zuge des „Brexits“ seine Finanzverpflichtungen in der Europäischen Union erfüllen wird. Sie habe klargemacht, „dass das Vereinigte Königreich den Verpflichtungen nachkommen wird, die es während seiner Mitgliedschaft eingegangen ist“, schrieb sie in einem Gastbeitrag für die „Welt am Sonntag“.

„Übertrieben und wenig hilfreich“

Zahlen nannte sie allerdings keine. Manche Forderungen, die aus der EU geäußert worden seien, bezeichnete sie aber als „übertrieben und wenig hilfreich“. Der Finanzaspekt könne nur in Zusammenhang mit den allgemeinen Fragen geregelt werden. Die verbleibenden EU-Länder müssten aber nicht fürchten, dass sie für den Rest der laufenden Haushaltsperiode mehr Geld in die Union einzahlen müssten.

Die finanziellen Forderungen an Großbritannien in Verbindung mit dem geplanten EU-Austritt gehören zu den Hauptstreitpunkten der laufenden „Brexit“-Verhandlungen, die Anfang kommender Woche in die nächste Runde gehen. Die „Welt am Sonntag“ sprach unter Berufung auf hochrangige EU-Diplomatenkreise von 60 bis 70 Milliarden Euro, die die EU von den Briten fordere. In Medien war auch schon von bis zu 100 Milliarden Euro die Rede gewesen. May will dagegen, wie die BBC vor wenigen Tagen berichtete, nur 20 Milliarden Euro für eine Übergangszeit anbieten.

„Wenden uns nicht von Europa ab“

In ihrem Gastbeitrag in der Zeitung versicherte May, ihr Land wolle auch nach dem „Brexit“ Teil der europäischen Familie bleiben. „Wir wenden uns nicht von Europa ab“, schrieb sie. Es gehe aber darum, eine neue Partnerschaft aufzubauen. An die EU-Bürger gerichtet, die in ihrem Land lebten, sagte sie: „Wir möchten, dass Sie bleiben.“ Eines ihrer ersten Ziele in den Verhandlungen sei, sicherzustellen, dass diese Menschen in ihrem Land so wie zuvor weiterleben könnten.

Auf dem Gebiet Sicherheit und Verteidigung schlug sie „ein mutiges, neues, strategisches Abkommen“ vor. Das solle den Rahmen für die Zusammenarbeit im Bereich Sicherheit, Strafverfolgung und Justiz bilden. Erneut plädierte sie auch für eine Übergangsphase nach dem „Brexit“ von „ungefähr zwei Jahren“, um die neuen Verfahren und Regeln nach dem britischen EU-Austritt umzusetzen.

Iran: Parlamentspräsident verglich Trump mit Goebbels

Der iranische Parlamentspräsident Ali Laridschani hat das Vorgehen des US-Präsidenten Donald Trump mit dem des Nazi-Propagandaministers Joseph Goebbels verglichen. „Angeblich verfolgt Trump mit seinen Lügereien die Goebbels-Doktrin“, sagte Laridschani heute. Er bezog sich auf das Goebbels-Zitat „Eine Lüge muss nur oft genug wiederholt werden. Dann wird sie geglaubt.“

Rhetorik eines „Nachtclubbesitzers“

Laridschani warf Trump vor, in seiner iranfeindlichen Rede in der UNO-Vollversammlung viele Lügen verbreitet zu haben, unter anderem über die Demokratie im Iran. Trumps Rhetorik erinnere mehr an einen „Nachtclubbesitzer“ als an einen amerikanischen Präsidenten, sagt der einflussreiche Parlamentspräsident.

Trump lebe politisch immer noch in den 70er Jahren, sagte Lardschani. Die Welt habe sich verändert, doch Trump habe das nicht mitbekommen. Der Iran sei nicht mehr das von den USA kommandierte Land, sondern ein unabhängiger Staat, der sich von niemandem etwas sagen lasse, sagte Laridschani.

Trump stellt Atomabkommen erneut infrage

Trump kritisierte zuletzt einen neuerlichen Raketentest des Iran. Dieser stelle nach seiner Ansicht das internationale Atomabkommen mit Teheran erneut infrage. „Der Iran hat gerade eine ballistische Rakete getestet, die in der Lage ist, Israel zu erreichen“, schrieb Trump gestern beim Kurzmitteilungsdienst Twitter. „Sie arbeiten zudem mit Nordkorea zusammen. Wir haben kein gutes Abkommen!“

Der Iran hatte vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit den USA nach eigenen Angaben gestern eine neue Mittelstreckenrakete getestet. Das Staatsfernsehen meldete, der Test sei „erfolgreich“ verlaufen. Es zeigte undatierte Bilder vom Start und Flug der neuen Choramschahr-Rakete.

Trump stellt nach Raketentest Iran-Abkommen infrage

Der neuerliche Raketentest des Iran stellt nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump das internationale Atomabkommen mit Teheran erneut infrage. „Der Iran hat gerade eine ballistische Rakete getestet, die in der Lage ist, Israel zu erreichen“, schrieb Trump gestern beim Kurzmitteilungsdienst Twitter. „Sie arbeiten zudem mit Nordkorea zusammen. Wir haben kein gutes Abkommen!“

Der Iran hatte vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit den USA nach eigenen Angaben gestern eine neue Mittelstreckenrakete getestet. Das Staatsfernsehen meldete, der Test sei „erfolgreich“ verlaufen. Es zeigte undatierte Bilder vom Start und Flug der neuen Choramschahr-Rakete.

Nach Angaben von Luftwaffengeneral Amir Ali Hadschisadeh vom Freitag kann die Rakete mit mehreren Sprengköpfen bestückt werden. Zugleich betonte Teheran, dass die Waffen nicht mit atomaren Sprengkörpern ausgerüstet werden könnten und eine maximale Reichweite von 2.000 Kilometern hätten.

Saudi-Arabien ließ erstmals Frauen in Sportstadion

Das streng konservative Königreich Saudi-Arabien hat Frauen erstmals Zutritt zu einem Sportstadion gewährt. Hunderte Frauen durften gestern im König-Fahd-Stadion der Hauptstadt Riad in Begleitung ihrer Familien die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag verfolgen.

Frauen in einem Stadion in Saudi Arabien

APA/AFP/Fayez Nureldine

Dafür wurde in der Sportarena, die rund 40.000 Menschen fasst, ein separater Bereich für Familien eingerichtet. Zum Nationalfeiertag werden landesweit Konzerte gegeben, Tänze gezeigt und Feuerwerke abgebrannt.

Politik der Geschlechtertrennung

Bisher wurden Frauen in Saudi-Arabien auch am Nationalfeiertag nicht ins Stadion gelassen. Das konservative muslimische Königreich verfolgt eine strenge Politik der Geschlechtertrennung. Es ist das einzige Land, in dem Frauen nicht Auto fahren dürfen.

Zuletzt gab es aber einige behutsame Lockerungen. Im Juli etwa erlaubte das Bildungsministerium die Teilnahme von Mädchen am Sportunterricht staatlicher Schulen.

Philippinen: Duterte will Tochter als Nachfolgerin

Auf den Philippinen hat sich Präsident Rodrigo Duterte für seine Tochter als Nachfolgerin im höchsten Staatsamt ausgesprochen. Die 39-jährige Sara Duterte-Carpio, eine gelernte Rechtsanwältin, ist derzeit Bürgermeisterin der Stadt Davao, was Duterte früher auch einmal war.

Die Tageszeitung „Philippine Star“ zitierte den 72-Jährigen heute mit den Worten: „Ich könnte mir keinen besseren Kandidaten als Sara vorstellen, um nächste Präsidentin zu werden.“ Die Wahl findet 2022 statt.

Duterte ist wegen seines brutalen Vorgehens gegen die Drogenszene des südostasiatischen Inselstaats sehr umstritten. Seine Tochter gilt als ähnlich rigoros. Über seinen Sohn Paolo, gegen den es Vorwürfe gibt, selbst in Drogenmilieu verstrickt zu sein, hatte Duterte dagegen vergangene Woche gesagt: „Wenn Kinder von mir in Drogendinge verwickelt sind, bringt sie um, damit die Leute nichts zu reden haben.“ Das habe er seinem Sohn auch selbst deutlich gemacht.

Vermummte schleuderten Brandflaschen in Athen

Erneut haben am Wochenende Linksextremisten in der griechischen Hauptstadt Athen randaliert. Eine Gruppe von Vermummten attackierte in der Nacht auf heute die Büros der Sozialistischen Partei (PASOK) und eine Polizeistation in dem als Hochburg der Anarchie geltenden Stadtteil Exarchia. Sie schleuderten Brandflaschen und Steine auf Polizeibeamte und zündeten Müllcontainer an, wie die Polizei mitteilte.

Die Beamten setzten Tränengas und Blendgranaten ein, um die Randalierer auseinanderzutreiben. Verletzt wurde niemand. Bereits gestern hatten Autonome die Vitrinen mehrerer Geschäfte im vornehmen Stadtteil Melissia im Norden Athens verwüstet. „Die Attacke dort kam nach einer Party der Autonomen“, sagte ein Polizeibeamter der dpa.

In dem Stadtteil Exarchia und dem dort liegenden Gebäudekomplex des Polytechnikums kommt es immer wieder zu Ausschreitungen dieser Art. Der Stadtteil gilt als Hochburg der Autonomenszene in Athen. Autonome, Anarchisten und andere Gruppierungen haben dort seit Jahren die Oberhand gewonnen. Die Post und mehrere Banken haben ihre Exarchia-Filialen in den vergangenen Jahren geschlossen.

Sport

Fußball: Köln droht Negativrekord

Fünf Spiele, fünf Niederlagen, 13 Tore bekommen und nur eines geschossen: Das ist die desaströse Bilanz des 1. FC Köln in der deutschen Bundesliga. Die Elf von Peter Stöger läuft in dieser Saison noch immer verzweifelt einem Erfolg hinterher.

Heute droht im Duell mit dem Überraschungsaufsteiger Hannover sogar ein Negativrekord für die deutsche Liga. Noch bleiben Verein und Trainer ruhig. „Es wird dir niemand den Erfolg schenken, sondern wir müssen ihn uns erarbeiten. Das werden wir tun“, so Stöger.

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Rad-WM: Sagan spekuliert mit historischem Triple

Für Favorit Peter Sagan geht es heute um eine historische Chance: Der Slowake könnte als erster Radprofi in der 90-jährigen WM-Geschichte im Straßenrennen zum dritten Mal hintereinander Weltmeister werden.

Doch seine Gegner wollen es dem Titelverteidiger auf dem wegen des welligen Profils unberechenbaren Kurs im norwegischen Bergen so schwer wie nur möglich machen. Aber auch das österreichische Trio könnte diesmal für eine Überraschung gut sein.

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Tennis: Europa greift nach Sieg beim Laver Cup

Das Team Europa mit ÖTV-Ass Dominik Thiem geht beim erstmals ausgetragenen Laver Cup mit einem klaren Vorsprung in den Schlusstag. Die Europäer gewannen gestern in Prag dank ihrer Superstars Roger Federer und Rafael Nadal zwei Einzel, zudem siegten die beiden auch bei ihrem Debüt als gemeinsames Doppel. Die Europäer haben damit sechs Zähler Vorsprung, da ein Sieg heute allerdings drei Punkte wert ist, kann noch alles passieren.

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Wirtschaft

US-Banken profitabler als europäische Konkurrenz

Die großen US-Banken laufen ihren europäischen Wettbewerbern in Sachen Profitabilität immer weiter davon. Zwar konnten Europas Großbanken im ersten Halbjahr ihre Gewinne im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern. Jenseits des Atlantiks stiegen die Überschüsse aber deutlich kräftiger, wie eine heute veröffentlichte Auswertung des Beratungsunternehmens EY ergab.

Die zehn nach Bilanzsumme größten Geldinstitute in Europa verdienten in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres unterm Strich zusammen rund 24,2 Mrd. Euro und damit fünf Prozent mehr als vor Jahresfrist. In Europa führt die britische Großbank HSBC (rund 6,6 Mrd. Euro Gewinn) die Rangliste an vor der französischen BNP Paribas (rund 4,3 Mrd. Euro).

Die US-Konkurrenz kam unterdessen zusammen auf umgerechnet fast 57,5 Mrd. Euro - ein Plus von 19 Prozent. Spitzenreiter dort: JPMorgan Chase mit 11,8 Mrd. Euro Überschuss im ersten Halbjahr. „In Europa sind viele Banken nach wie vor damit beschäftigt, Altlasten abzuarbeiten und sich neu aufzustellen“, sagte EY-Bankenexperte Dirk Müller-Tronnier. Oft sei das mit hohen Kosten verbunden. Gerade in südeuropäischen Ländern belasteten noch immer ausfallgefährdete Kredite die Bilanzen.

Bericht: Lufthansa bietet 200 Mio. Euro für Air Berlin

Lufthansa bietet einem Zeitungsbericht zufolge 200 Millionen Euro für den insolventen Rivalen Air Berlin. Darüber hinaus könne der deutsche Marktführer bis zu 100 Mio. Euro Betriebskosten in der Übergangszeit übernehmen, so „Bild am Sonntag“ laut Vorabbericht.

Zwischen der Unterzeichnung eines Kaufvertrags und dem Vollzug könnten noch etwa drei Monate vergehen, da die Zustimmung der deutschen und europäischen Wettbewerbsbehörden abgewartet werden müsse. Der Gläubigerausschuss von Air Berlin hatte am Donnerstag beschlossen, bis zum 12. Oktober zunächst mit Lufthansa und dem britischen Billigflieger easyJet weiter zu verhandeln.

Knapp 40 Jahre nach ihrer Gründung steht die insolvente Fluggesellschaft vor der Zerschlagung. Den Löwenanteil von Air Berlin soll Insidern zufolge Lufthansa übernehmen. Darin enthalten sei auch die Air-Berlin-Tochter Niki. Weitere Teile sollen an easyJet gehen. Auch die Thomas-Cook-Tochter Condor ist Insidern zufolge noch im Rennen.

Bisher vier Mio. Euro Förderung für Elektroautos abgeholt

Die staatliche Förderung beim Kauf eines Elektroautos in Höhe von 4.000 Euro wird von den Österreicherinnen und Österreichern gut angenommen: Seit dem Start im März haben sich Käufer von privaten Elektroautos mehr als vier Millionen Euro Bundesförderung abgeholt. Der Fördertopf wird jetzt um fünf Millionen Euro aufgestockt.

2.380 Förderanträge von Privaten sind bisher für eine Ankaufprämie eingegangen. Gemeinsam mit den Automobilimporteuren fördert das Verkehrsministerium den Erwerb von privaten E-Autos mit bis zu 4.000 Euro.

Seit Jahresbeginn rund 4.600 Neuzulassungen

Österreich sei Europameister bei den E-Autos, sagt Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) in einer Aussendung. Seit Jahresbeginn wurden 4.674 reine Elektroautos und Hybride neu zugelassen, eine Steigerung von mehr als 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. E-Auto-Besitzer sparten im Schnitt 500 bis 600 Euro an Treibstoffkosten pro Jahr, und auch Wartung und Versicherung seien günstiger, so Klimafonds-Geschäftsführerin Theresia Vogel.

Der private Kauf von Autos mit Elektro- oder Brennstoffzellenantrieb wird mit 4.000 Euro gefördert. Käufer von Hybridfahrzeugen erhalten 1.500 Euro. Die Anschaffung eines E-Zweirads wird mit 750 Euro unterstützt. Die Förderungen können für seit 1. Jänner 2017 erworbene Fahrzeuge mit alternativem Antrieb beantragt werden. Der Kauf eines „intelligenten Ladekabels“ oder einer „Wallbox“-Ladestation wird mit 200 Euro unterstützt.

Chronik

In Mürz geschleudert: Bikerin tödlich verletzt

Ein Motorradausflug zweier Freundinnen auf der Lahnsattelstraße in der Steiermark hat gestern für eine Frau tödlich geendet. Eine Pkw-Lenkerin erfasste beide Motorräder. Eine Wienerin wurde in die Mürz geschleudert.

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Bei einem Auffahrunfall vor einem Schutzweg in Eisenerz in der Steiermark wurde indes ein Neunjähriger verletzt. Ein Motorradfahrer fuhr auf einen zweiten Biker auf, der vor dem Schutzweg angehalten hatte.

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Bei einem Unfall zwischen Kleinarl und Wagrain in Salzburg wurden gestern Nachmittag vier Personen verletzt. Ein Autofahrer war auf die Gegenfahrbahn geraten und nacheinander gleich gegen zwei Autos geprallt.

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Alkoholisiert und ohne Führerschein verursachte ein 29 Jahre alter Klagenfurter in der Nacht auf heute in Guttaring in Kärnten einen Unfall. Er überschlug sich mit seinem Wagen und wurde im Wrack eingeklemmt.

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KLM-Maschine verlor über Japan Stück der Verkleidung

Eine Passagiermaschine der niederländischen Gesellschaft KLM hat nach dem Start in Japan ein Stück der Außenverkleidung des Rumpfes verloren. Das etwa ein Quadratmeter große Teil sei aus 2.500 Meter Höhe über der Stadt Osaka in die Tiefe gestürzt und habe ein Auto getroffen, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP heute. Es sei niemand verletzt worden.

Die Fluggesellschaft bestätigte den Zwischenfall, der sich gestern ereignet habe. Die Sicherheit des Flugs mit der zweistrahligen Boeing 777 sei nicht gefährdet gewesen. Der Flug nach Amsterdam sei daher ohne Unterbrechung fortgesetzt worden.

„KLM bedauert den Vorfall und hat selbstverständlich eine Untersuchung eingeleitet“, hieß es in einer Mitteilung. Die japanischen Behörden und der Flugzeughersteller seien daran beteiligt. Man sehe aber keine Notwendigkeit, andere Flugzeuge desselben Typs vorsichtshalber auf dem Boden zu lassen.

IT

EU-Studie zu Copyright verschwand in Schublade

Das Gerangel um die geplante neue Copyrightregelung wird gleich um zwei aktuelle Facetten bereichert. Wie aus einem internen Dokument des EU-Ministerrats vom Montag hervorgeht, hat sich Deutschland nun den Bedenken sechs weiterer Mitgliedsstaaten zu verpflichtenden Uploadfiltern angeschlossen. Konkret geht es darum, ob diese für Publikumswebsites überhaupt mit bestehendem EU-Recht vereinbar sind. Die deutsche Internetindustrie befürchtet nämlich, durch die geplante Filterpflicht aus dem Geschäft gedrängt zu werden.

Zeitgleich kam eine umfassende Studie ans Tageslicht, die der EU-Kommission offenbar als Basis für die Copyrightnovelle dienen sollte. Das ist aber nicht passiert: Die gerade fertige Erhebung von Konsumgewohnheiten und Kaufverhalten im Netz verschwand unter dem 2015 angetretenen EU-Kommissar Günther Oettinger in den Archiven. Die Ergebnisse stützen nämlich keine der Prämissen, die dem umstrittenen Kommissionsentwurf zur Copyrightrichtlinie zugrunde liegen.

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Kultur

US-Soulsänger Charles Bradley gestorben

Der Soulsänger Charles Bradley ist tot. Nach langem Kampf gegen den Krebs starb er gestern in New York im Kreise seiner Familie, Freunde und ehemaligen Bandmitglieder, wie das Magazin „Billboard“ unter Berufung auf sein Management berichtete. Er war 69 Jahre alt.

US-Musiker Charles Bradley

AP/Ron Harris

Auf des Website des Künstlers stand am Abend auf schwarzem Grund „Charles Bradley 1948 - 2017“. In einer Mitteilung auf seinem Twitter-Account war zu lesen: „Schweren Herzens geben wir den Tod von Charles Bradley bekannt. Wir danken Euch für Eure Gedanken und Gebete in dieser schwierigen Zeit.“

Bradley war lange nur nebenberuflich Sänger, bevor er 2002 von einem Soul-Plattenlabel entdeckt wurde. 2011 kam sein spätes Debutalbum „No Time for Dreaming“ heraus. 2012 trat er auch beim Jazzfest Wien auf.

Gesundheit

Lifestyle

Warum neue Kleidung chemisch riecht

In Modegeschäften liegt oft ein Duft von Chemie in der Luft. Neue Kleidung verströmt diesen typischen Geruch, der mitunter auch sehr stark und unangenehm sein kann. Schuld daran ist meist eine Vielzahl von Chemikalien, die bei der Herstellung von Textilien verwendet wird. Doch ist ein stechender Geruch automatisch ein Hinweis auf schädliche Stoffe? Auf die Nase ist hier nicht immer Verlass.

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Panorama

10.000-fach über Schätzwert: Rekordsumme für Vase

Eine auf einen Verkaufswert von zwischen umgerechnet 430 bis 690 Euro geschätzte chinesische Vase ist bei einer Auktion in der Schweiz für einen Endpreis von 5,4 Millionen Euro versteigert worden. Damit erzielte das Stück das 10.000-Fache seines Mindestschätzwerts, wie das Auktionshaus Geneve-Encheres heute mitteilte.

Vase

Geneve-Encheres

Die 60 Zentimeter hohe Vase zeigt drei blaue Drachen auf gelbem Grund und ging nach heftigem Bietergefecht an einen asiatischen Sammler. Das Porzellangefäß stammt aus einer Genfer Kunstsammlung.