Inland

Ministerrat beschließt fünf Mio. Hilfe für Syrien und Ostafrika

Die Bundesregierung beschließt ein Hilfspaket über insgesamt fünf Mio. Euro für Krisengebiete in Syrien und in Ostafrika. Die Mittel stammen aus dem Auslandskatastrophenfonds (AKF), teilte das Außenministerium heute in einer Aussendung mit. In den betroffenen Krisengebieten soll damit humanitäre Hilfe für rund 780.000 Menschen geleistet werden.

Die Hilfsmaßnahmen umfassen unter anderem die Versorgung mit Nahrungsmitteln, medizinische Grundversorgung, Hygieneprogramme und Maßnahmen zur Stärkung der Selbsthilfe. Die Dürre- und Hungerkatastrophe in Ostafrika sowie der anhaltende bewaffnete Konflikt in Syrien hätten zu dramatischen humanitären Notsituationen geführt.

15 Mio. Menschen von Hunger bedroht

Nach Angaben der Vereinten Nationen (UNO) sind am Horn von Afrika rund 15 Mio. Menschen von Hunger bedroht. Die Bundesregierung stelle jeweils eine Million Euro für Äthiopien, Kenia und Uganda bereit, die Austrian Development Agency werde mit einer weiteren Million Euro die Hilfsaktivitäten in Uganda unterstützen, so Außenminister Sebastian Kurz.

Eine weitere Million Euro werde für humanitäre Hilfe sowie für Aktivitäten zum Schutz der Zivilbevölkerung in Syrien zur Verfügung gestellt. „Syrien ist weiterhin Schauplatz einer der größten humanitären Krisen. Derzeit befinden sich rund fünf Millionen Syrer im Ausland auf der Flucht, 6,3 Millionen wurden zu Vertriebenen im eigenen Land“, hieß es.

Kritik an „Ankündigungsminister“

„Dass die im außenpolitischen Ausschuss angekündigte dritte Million Euro an humanitäre Hilfe für Uganda im heutigen Ministerrat nicht beschlossen wurde, zeigt einmal mehr, dass Sebastian Kurz ein Ankündigungsminister bleibt“, kritisierte die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Tanja Windbüchler, in einer Aussendung.

Im Ministerratsbeschluss seien „statt versprochenen drei nur zwei Millionen Euro für Uganda zur Verfügung gestellt“ worden, hielt sie fest.

Karmasin will Homoehe „nicht in Wahlkampf hineinzerren“

Die ÖVP will sich von den SPÖ-Appellen für eine freie Abstimmung über die Ehe für Homosexuelle nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Man sollte das Thema „nicht in den Wahlkampf hineinzerren“, sondern zu einem anderen Zeitpunkt besprechen, meinte Familienministerin Sophie Karmasin heute am Rande des Ministerrats. Auch ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka stieg nicht in die Debatte ein: „Das ist eine deutsche Sache.“

Freie Abstimmung in Deutschland

Hintergrund der Diskussion ist, dass die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für die von der SPD verlangte Bundestagsabstimmung über die „Ehe für alle“ den Fraktionszwang in der CDU/CSU aufgehoben hat.

Mehr dazu in Weg frei für völlige Gleichstellung

SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder appellierte nun an den designierten ÖVP-Chef Sebastian Kurz, das ebenfalls zu tun. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) bekräftigte, dass er davon ausgehe, dass es entsprechende Anträge im Parlament geben werde. Die SPÖ habe ihren Abgeordneten freigestellt mitzustimmen. Er hoffe, dass die ÖVP „hier nachzieht“.

Erweiterte Roma-Strategie beschlossen

Der Ministerrat hat heute die erweiterte Roma-Strategie beschlossen. Besondere Schwerpunkte werden in den kommenden Jahren auf der Verbesserung der Situation von Mädchen, Frauen und der Jugend liegen. Die bereits seit 2012 bestehende Strategie wurde im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Gemeinschaft evaluiert und erweitert.

„Neben den bereits bisher bestehenden Schwerpunkten in den Bereichen Bildung, Arbeitsmarkt, Gesundheit und Wohnen kommen nach der Aktualisierung nun noch die beiden wichtigen Bereiche Roma-Mädchen und -Frauen sowie die Stärkung der Jugend hinzu“, sagte die für Volksgruppen in Österreich zuständige Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ). So litten etwa Frauen vielfach unter einer Mehrfachdiskriminierung.

Viele Vorurteile

Die im Vorjahr in enger Zusammenarbeit mit der Roma-Community durchgeführte Konsultation habe gezeigt, dass die Schwerpunktsetzungen erweitert werden müssten, so Duzdar. Darüber hinaus dürfe man aber die bereits gesetzten Schwerpunkte nicht vergessen. „Denn Bildung und die Integration in den Arbeitsmarkt gehören zu den entscheidenden Maßnahmen für eine gelungene Integration“, sagte die Staatssekretärin.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Zurückdrängen des Antiziganismus. Duzdar: „Immer noch prägen Vorurteile und Pauschalurteile das Bild der Roma in Österreich. Hier gilt es, die Öffentlichkeit verstärkt zu sensibilisieren, aber den Roma selbst die Möglichkeit zu geben, das Bild zurechtzurücken.“

TV-Hinweis

Ausland

Flüchtlingskrise setzt Italien zunehmend unter Druck

In den letzten vier Tagen sind bei Dutzenden Einsätzen im zentralen Mittelmeer an die 10.000 Flüchtlinge gerettet worden. Italiens Aufnahmesystem gerät unter Druck - und auch die Regierung von Premierminister Paolo Gentiloni.

Innenminister Marco Minniti, der zuletzt zu einem Termin nach Washington unterwegs war, musste nach Italien zurückkehren, um den Umgang mit den Tausenden neu ankommenden Menschen zu koordinieren. „Diese Massenankünfte haben eine Dimension erreicht, die für Italien unerträglich geworden ist“, sagte Ex-Premier Matteo Renzi.

Kritk an Partnern in EU

Staatschef Sergio Mattarella beschuldigte die EU, zu wenig zur Unterstützung Italiens zu unternehmen. „Italien ist an der vordersten Front engagiert, um angesichts des epochalen Flüchtlingsphänomens Tausende Menschenleben zu retten. Es fehlen jedoch einschneidende, gemeinsame Initiativen auf europäischer Ebene, um mit diesem Notstand umzugehen“, so Mattarella.

Seit Sonntag wurden 10.000 Flüchtlinge und Migranten im Mittelmeer gerettet, mehre Menschen kamen ums Leben. Rund 80.000 Personen sind seit Jahresbeginn in Italien eingetroffen, um 14,5 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2016, wie das Innenministerium in Rom zuletzt mitteilte. Im gesamten Jahr dürfte die Zahl auf 200.000 steigen.

NATO-Staaten geben 2017 mehr für Verteidigung aus

Angesichts massiven US-Drucks werden die europäischen NATO-Staaten und Kanada ihre Verteidigungsausgaben in diesem Jahr voraussichtlich deutlich steigern. Wie NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg heute in Brüssel sagte, erwartet die Allianz 2017 bei diesen Verbündeten ein Ausgabenplus von 4,3 Prozent. Damit hätten die europäischen Verbündeten und Kanada drei Jahre in Folge ihre Ausgaben erhöht und insgesamt 45,8 Milliarden Dollar (40,6 Milliarden Euro) mehr für Verteidigung ausgegeben.

Im vergangenen Jahr hatte der Anstieg bei den Verbündeten in Europa und Kanada bei 3,3 Prozent gelegen. 2015 hatten sie mit 1,8 Prozent erstmals seit Jahren wieder ein Plus verbucht. US-Präsident Donald Trump verlangt von den europäischen Verbündeten eine deutliche Erhöhung der Verteidigungsausgaben. Die NATO-Staaten hatten 2014 beim Nato-Gipfel in Wales vereinbart, ihre Verteidigungsausgaben binnen eines Jahrzehnts „Richtung zwei Prozent“ der Wirtschaftsleistung zu steigern. Während europäische Verbündete hier einen stetigen Anstieg für ausreichend halten, pocht Trump darauf, dass das Zwei-Prozent-Ziel im Jahr 2024 von allen Mitgliedstaaten erreicht wird.

Syrien: Türkische Truppen griffen kurdische Miliz an

Das türkische Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht auf heute Ziele der kurdischen Miliz YPG im Norden Syriens zerstört. Die Armee habe auf einen Angriff von kurdischen Kämpfern auf von der Türkei unterstützte Truppen reagiert, teilte die Armee mit.

Die von den USA mit Waffen belieferte YPG habe südlich der syrischen Stadt Asas mit Maschinengewehren auf Einheiten der Freien Syrischen Armee (FSA) geschossen. Über Opfer bei dem Feuergefecht war zunächst nichts bekannt.

Die Türkei hatte sich vergangenen Monat verärgert darüber gezeigt, dass die USA die YPG als Teil der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im syrischen al-Rakka mit Waffen versorgen. Die Regierung in Ankara betrachtet die YPG als verlängerten Arm der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die in der Türkei selbst für mehr Autonomie für die Kurden kämpft. Die PKK wird auch von der EU und den USA als Terrorgruppe eingestuft.

Sechs Festnahmen bei europaweiter Aktion gegen IS

Bei einem Schlag gegen radikale Islamisten sind in Spanien, Deutschland und Großbritannien sechs mutmaßliche Gefolgsleute der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) festgenommen worden.

Wie das spanische Innenministerium mitteilte, konnten Ermittler heute vier Verdächtige im spanischen Palma de Mallorca sowie je einen in Großbritannien und in Deutschland festnehmen.

An den Ermittlungen in Deutschland soll das Landeskriminalamt (LKA) in Nordrhein-Westfalen beteiligt gewesen sein. Den Ermittlern zufolge gehörten die sechs Festgenommenen einer Zelle des IS an.

Niederländische Polizei sucht Ex-RAF-Terroristen

Die niederländische Polizei sucht verstärkt nach drei untergetauchten ehemaligen RAF-Terroristen. Es gebe Hinweise, dass sich das wegen mehrerer Raubüberfälle gesuchte Trio in den Niederlanden aufhalte, sagte ein Polizeisprecher heute in Driebergen bei Utrecht. Nach einem Aufruf der Polizei im TV waren rund 35 Hinweise eingegangen.

Trio gilt als äußerst gefährlich

Die ehemaligen RAF-Mitglieder Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette sollen in Norddeutschland mehrere Raubüberfälle begangen haben, zuletzt im Juni 2016 auf einen Geldtransporter in Cremlingen bei Braunschweig. Die drei sind seit mehr als 25 Jahren auf der Flucht vor der Polizei.

Die niederländische Polizei rechnet damit, dass das Trio aus Geldnot in Kürze neue Überfälle begehen werde. Sie seien schwer bewaffnet und extrem gefährlich, wird gewarnt. Bereits im vergangenen Jahr deuteten Hinweise auf einen Aufenthalt in den Niederlanden.

Deutsche Ermittler hatten in einem Fluchtauto ein Stück einer niederländischen Zeitung gefunden. Außerdem konnte ein Handy bis in die Niederlande zurückverfolgt werden.

Sport

Tour de France: Froome vor „größter Herausforderung“

Drei der letzten vier Tour-de-France-Auflagen hat Christopher Froome als Gesamtsieger beendet. Und auch für die 104. Frankreich-Radrundfahrt gilt der Brite als erster Siegesanwärter. Davon will Froome allerdings nichts wissen und schiebt die Favoritenrolle dem Australier Richie Porte zu. „Die Rivalen sind stärker als in vergangenen Jahren, und zudem bringt die Streckenführung die bisher größte Herausforderung von all meinen Tour-Starts“, meinte der 32-Jährige, der heuer noch kein einziges Rennen gewonnen hat.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Tennis: Thiem unterliegt Weltranglisten-222.

Dominic Thiem reist mit einer völlig verpatzten Generalprobe nach Wimbledon. Der als Nummer eins gesetzte Österreicher ging gestern beim Rasenturnier in Antalya in seinem Auftaktspiel gegen die Nummer 222 der ATP-Weltrangliste, den Inder Ramkumar Ramanathan, sang- und klanglos unter. Die Niederlage nach einer Stunde Spielzeit beendete die alles andere als optimal verlaufene Vorbereitung Thiems auf das dritte Major des Jahres.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Rundumerneuerung für Drogeriekette Bipa

Nach einigen schwierigen Jahren mit Umsatz- und Marktanteilsverlusten zieht die Drogeriekette Bipa die Notbremse und stellt sich neu auf. In den kommenden Jahren werden alle über 600 Filialen rundumerneuert, auch das Sortiment ändert sich stark.

Wo früher viel Pink, Kanten und Parfums waren, sollen nun dezentere Farben, Holz, wärmeres Licht und ein neues Sortiment andere Käufergruppen in die Filialen locken.

„Nach dem Rückzug eines großen Mitbewerbers (Schlecker bzw. Dayli, Anm.) vom Markt haben wir nicht rechtzeitig genug auf die Situation, den steigenden Preisdruck und manche Trends reagiert“, räumte der neue Bipa-Chef Erich Riegler gestern bei einem Pressegespräch ein. „Wir haben noch viel, viel Arbeit vor uns.“

Marktführerschaft an dm verloren

Die Kette hatte nach Jahren als Nummer eins die Marktführerschaft an den Konkurrenten dm verloren und 2016 einen Umsatzrückgang von 4,46 Prozent eingefahren. Sechs unrentable Filialen wurden geschlossen. Laut Daten von Nielsen-Zensus kam Bipa im Vorjahr auf einen Marktanteil von 39,8 Prozent, während dm mit einem Drittel weniger Filialen 46,2 Prozent erreichte. Müller hielt mit seinen 75 Standorten bei einem Marktanteil von 14 Prozent.

Bipa hatte früher vor allem junge Frauen im Fokus. Künftig will der Drogeriehändler auch vermehrt Familien, Ältere und Männer ansprechen. Mit gesunden Snacks und nachhaltigen Pflegeprodukten sollen auch umwelt- und gesundheitsbewusste Kunden angezogen werden. In Summe stockt die Drogeriekette das Sortiment um 2.700 neue Produkte auf.

Nestle kauft eigene Aktien für 20 Mrd. Franken zurück

Kurz nach dem Einstieg des US-Großinvestors Dan Loeb, der von Nestle höhere Gewinnmargen und einen Aktienrückkauf fordert, hat der Schweizer Lebensmittelriese reagiert: Nestle kündigte gestern den Rückkauf eigener Aktien um 20 Mrd. Schweizer Franken (etwa 18,4 Mrd. Euro) an.

Loebs Hedgefonds Third Point hatte einen Anteil von 1,3 Prozent im Wert von etwa 3,1 Mrd. Euro am größten Nahrungsmittelkonzern der Welt gekauft. Loeb gehört zur Gruppe „aktivistischer“ Investoren, die aggressiv auf Veränderungen in den von ihnen anvisierten Unternehmen drängen, um die Gewinne für die Anleger zu steigern.

Geschäft geht nicht ganz rosig

Der Einstieg bei dem Schweizer Lebensmittelkonzern ist seine bisher größte Investition. Ein Aktienrückkauf steigert in der Regel den Wert der Anteile. Nestle teilte nun mit, der Aufsichtsrat habe nach einer Analyse der Kapitalstruktur grünes Licht für den Aktienrückkauf gegeben.

Er schaffe die Möglichkeit, den Wert der Aktien für die Anteilseigentümer zu erhöhen. Die Umsatzzuwächse bei Nestle waren im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt gesunken. Im Jänner übernahm der aus Deutschland stammende ehemalige Fresenius-Chef Ulf Mark Schneider die Geschäftsführung.

Eklatante Hygienemängel in bayrischen Bäckereien

Schaben, Schimmel, Maden, Mäuse: Kontrolleure haben in bayrischen Bäckereien große Hygienemängel entdeckt. Doch die Konsumenten erfuhren davon nichts, wie die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch heute bei der Vorstellung ihres neuen Berichts kritisierte.

Die Organisation hatte über das Verbraucherinformationsgesetz Auskunft zu Kontrollen und Mängeln in acht bayrischen Großbäckereien erwirkt. Laut den Informationen ergaben 69 Kontrollen zwischen 2013 und 2016, dass es bei allen Betrieben Beanstandungen gab. Drei Unternehmen schnitten besonders schlecht ab. Im „Feinen Weihnachtsgebäck“ einer Großbäckerei entdeckten Kontrolleure Nagerkot, Haare und Fraßspuren.

Jährlich jeder vierte Betrieb beanstandet

An anderer Stelle tropfte Kondenswasser auf Kuchen, in einem Raum schimmelte es. In einer anderen Bäckerei krochen Käfer durchs Mehl und hinterließen dabei ihre Spuren, ein Kotklümpchen eines Nagers war in ein Weizenweckerl eingebacken. Im dritten Betrieb hausten in einer Krapfenanlage Schaben und Käfer.

Zwei der drei besonders betroffenen Bäckereien erklärten inzwischen, dass sie die Mängel umgehend beseitigt hätten. Die Zustände seien sicher kein Einzelfall oder ein spezifisch bayrisches Problem, so Foodwatch. Ähnlich ekelerregende Missstände fanden die Kontrollore immer wieder auch in anderen Bäckereien. „Bei amtlichen Lebensmittelkontrollen wird in Deutschland Jahr für Jahr etwa jeder vierte Betrieb beanstandet, vor allem aufgrund von Hygienemängeln“, schreibt Foodwatch. Bekannt werden die Mängel in der Regel nicht.

Chronik

Chinesin warf Münzen in Triebwerk: Keine Strafe

Obwohl eine betagte Chinesin mit dem Werfen von Glücksmünzen in ein Flugzeugtriebwerk für Aufruhr auf dem Flughafen von Schanghai gesorgt hat, bleiben ihr juristische Folgen offenbar erspart.

Wie die Zeitung „People’s Daily“ heute berichtete, habe die 80-jährige wegen ihres hohen Alters nichts zu befürchten. Wäre sie unter 70 Jahre alt gewesen, hätten ihr bis zu sieben Jahre Gefängnis gedroht.

Die Seniorin wollte mit den Münzwürfen Unglück abwehren und verzögerte damit einen Flug von Schanghai nach Guangzhou um fast sechs Stunden. Nach Auskunft ihrer Nachbarn ist sie Buddhistin. Die Münzen warf sie laut Polizei, um für die Sicherheit des Fluges zu beten. Sie wurde auf dem Flughafen Pudong International festgenommen.

Die 150 Passagiere mussten das Flugzeug der Gesellschaft China Southern Airlines verlassen, nachdem eine von insgesamt neun Münzen das Triebwerk getroffen hatte. Insassen hatten die Frau beobachtet und die Sicherheitskräfte alarmiert. Die Maschine wurde noch einmal gründlich inspiziert.

Castortransport auf Neckar muss wegen Protesten stoppen

Der Castortransport auf dem Neckar in Deutschland hat wegen Protesten seine Fahrt kurzfristig gestoppt. Von einer Brücke bei Bad Wimpfen hätten sich Personen abzuseilen versucht, sagte ein Sprecher der Polizei Göppingen.

Das Schiff mit dem Atommüll habe daraufhin außer Sichtweite der Brücke gestoppt. Beamte versuchten, die Demonstranten von der Brücke zu holen.

Das Schubboot "Edda" schiebt in Obrigheim (Baden-Württemberg) auf dem Neckar vor dem Atomkraftwerk ein mit drei Castoren beladenes Transportschiff.

APA/dpa/Uwe Anspach

Der Transport von drei Behältern mit Brennelementen aus dem stillgelegten Atomkraftwerk Obrigheim hatte in der Früh unter erhöhtem Polizeischutz begonnen. Der Atommüll soll in das Zwischenlager des rund 50 Kilometer entfernten Kraftwerks Neckarwestheim gebracht werden.

Es handelt sich um den ersten Castortransport auf einem Fluss in Deutschland. Der Energieversorger EnBW plant insgesamt fünf Fahrten mit je drei Castoren. Damit bringt das Unternehmen insgesamt 342 ausgediente Brennelemente nach Neckarwestheim.

IT

Bisher zwei Firmen in Österreich von Cyberattacke betroffen

Von der neuen Cyberattacke durch eine bisher nicht bekannte Erpresser-Software sind auch Firmen in Österreich betroffen. Bisher wurden zwei Unternehmen dem Bundeskriminalamt (BK) gemeldet, hieß es heute. Es handelt sich um internationale Unternehmen mit Standort in Wien.

Diese Erpresser-Software sei „noch übler“, sagte Bundeskriminalamtssprecher Vincenz Kriegs-Au. Bei den bisher bekannten Fällen von Ransomware konnten die infizierten Computer normal hochgefahren und sogar Programme gestartet werden. Bei der neuen Schadsoftware liegt das Übel bereits im Vorfeld, denn das Hochfahren ist nicht mehr möglich.

Auch Tschernobyl betroffen

Dutzende Konzerne und Behörden in zahlreichen Ländern waren gestern Ziel einer Cyberattacke. Bekannte Konzerne wie etwa der Lebensmittelriese Mondelez, der russische Ölgigant Rosneft und die dänische Reederei Maersk waren neben ukrainischen Banken, der Eisenbahn des Landes und dem wichtigsten Flughafen Ziel der Erpressung von Lösegeldern. Auch das Katastrophen-AKW Tschernobyl war betroffen.

Mehr dazu in Täter noch unbekannt

Kultur

„Star Wars“-Schöpfer Lucas baut Museum in Los Angeles

„Star Wars“-Erfinder George Lucas wird sein lange geplantes Museum in Los Angeles bauen. Der Stadtrat der US-Westküstenmetropole gab gestern seine Zustimmung zu dem Projekt.

Damit ist die letzte Hürde für den Bau des „Lucas Museum of Narrative Art“ genommen. Dieses sei ein „unglaubliches Geschenk“ des Regisseurs an die Stadt, sagte der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, in einer Mitteilung. 

Kosten von rund einer Mrd. Dollar

Das Museum soll auf dem Exposition-Park-Gelände in der Filmmetropole gebaut werden. Der 73-jährige Lucas, der in Nordkalifornien wohnt, hatte zuvor auch das nahe gelegene San Francisco und Chicago in die engere Wahl gezogen. Im Jänner wurde dann Los Angeles als Standort genannt. Es sei eine „extrem schwierige“ Entscheidung gewesen, hieß es damals in einer Mitteilung.

Lucas will die Baukosten von etwa einer Mrd. Dollar (fast 890 Mio. Euro) aus eigener Tasche finanzieren. Der Kern der Kunstsammlung stammt dabei aus dem Privatbestand des „Indiana Jones“-Produzenten. Nach eigenen Angaben interessierte sich Lucas seit seiner Jugend für Malerei, Zeichnungen, Comics und später digitale Kunst und sammelte viele Werke. Zur Sammlung gehören neben vielen Filmkunstobjekten auch Gemälde von Edgar Degas, Pierre-Auguste Renoir und Norman Rockwell.

Die Grundsteinlegung könnte noch in diesem Jahr erfolgen, wie die „Los Angeles Times“ berichtete. Beauftragt wurde der chinesische Architekt Ma Yansong, der für seine futuristischen Entwürfe bekannt ist.

Science

Juni könnte zweitwärmster der Messgeschichte werden

Der Juni 2017 dürfte sich auf Platz zwei der 251-jährigen Messgeschichte einreihen. Das sagte der Klimatologe Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) heute. „Unsere Einschätzung von letzter Woche hat sich bestätigt. Berücksichtigt man die Prognosen für die nächsten Tage, liegt der Juni 2017 um 3,4 Grad Celsius über dem vieljährigen Mittel.“

Juni 2003 der bisher heißeste

„Er übertrifft damit den bisher zweitwärmsten Juni der Messgeschichte aus dem Jahr 1811, der 3,1 Grad über dem Mittel lag. An der Spitze bleibt der Juni 2003 mit 4,3 Grad über dem Mittel“, erläuterte der Experte. Beachtlich waren im Juni 2017 auch die große Trockenheit und die zahlreichen Sonnenstunden. Hier zeichnen sich ebenfalls neue Extremwerte ab.

Allerdings: „Für eine genaue historische Einordnung muss man aber noch die teils großen Regenmengen der nächsten Tage abwarten. Eine erste Monatsbilanz ist daher besonders für Niederschlag und Sonnenscheindauer erst am Freitag am Vormittag sinnvoll“, schränkte Orlik ein.

Erste Daten von Forschungs-U-Boot „Boaty McBoatface“

Das britische Forschungs-U-Boot „Boaty McBoatface“ entzückt die Forscher mit „beispiellosen Daten“ auf seiner ersten Tiefseereise. „Wir konnten enorme Datenmengen sammeln, an die wir nie herangekommen wären, wenn Boaty sich nicht auf diese Weise unter Wasser bewegen könnte“, sagte Professor Alberto Naveira Garabato von der Universität Southampton laut britischem „Guardian“.

„Boaty McBoatface“ ging als Teil einer siebenwöchigen Expedition des Forschungsschiffs „RRS James Clark Ross“ auf Jungfernfahrt. Es ist ein neuartiges autonomes Unterwasservehikel (AUV) und kann sowohl unter Eis navigieren als auch Tiefen von bis zu 6.000 Metern erreichen. Derzeit ist es in der Orkney-Passage in der Antarktis unterwegs.

Publikumsliebling „Boaty“

„Boaty McBoatface“ war auch außerhalb Großbritanniens wegen eines aus dem Ruder geratenen Onlinevotings zu Berühmtheit gelangt. Bei der Abstimmung sollte der Name für ein neues Polarforschungsschiff gefunden werden. Der als Scherz eingereichte Name „Boaty McBoatface“ erreichte den ersten Platz. Die die britischen Behörden bereiteten dem Schabernack ein Ende und entschieden sich stattdessen für den Namen von Naturfilmer David Attenborough.

Gänzlich verloren war der Name aber nicht: Er wurde als Kompromiss dem U-Boot gegeben. Der britische Wissenschaftsminister Jo Johnson sagte: „Boaty liefert bereits neue Einsichten in die kältesten Ozeangewässer der Welt. Damit können Wissenschaftler ein breiteres Verständnis erlangen für Veränderungen in der Antarktisregion und an einem globalen Ansatz zu arbeiten, den Klimawandel zu bekämpfen.“

Leute

„Time“: Trump soll falsche Cover abhängen

Der beharrlich mit „Fake News“-Vorwürfen gegen kritische Medien wetternde US-Präsident Donald Trump hat mit gefälschten Titelbildern den Unmut des „Time“-Magazins auf sich gezogen.

Der Republikaner schmückte sich mit einem echt aussehenden Cover an den Wänden seiner Golfclubs, auf dem er mit verschränkten Armen in die Kamera schaut - darunter eine Schlagzeile mit Bezug auf Trumps TV-Show: „Donald Trump: ‚The Apprentrice‘ ist ein Riesen-TV-Erfolg!“

Das Problem dabei: Eine solche „Time“-Ausgabe hat es nie gegeben. Das gefälschte Cover ist auf den 1. März 2009 datiert. Tatsächlich gab es nur eine Ausgabe am 2. März 2009, die aber Schauspielerin Kate Winslet zeigt.

Kein Kommentar aus Weißem Haus

Nach Angaben von „Time“ hing das gerahmte gefälschte Titelbild in mindestens fünf der 17 Trump-Golfclubs von Florida bis Schottland, einige seien aber bereits abgenommen worden. Ein Sprecher des Verlags Time, in dem das Nachrichtenmagazin erscheint, bestätigte der dpa, die Trump Organization sei darum gebeten worden, alle gefälschten Titel zu entfernen.

Zuerst hatte die „Washington Post“ über die gefälschten „Time“-Ausgaben berichtet. Die Trump Organization und das Weiße Haus wollten den Bericht nicht kommentieren.

Religion

Panorama

Freche Krähe stoppt kanadische Post

Im kanadischen Vancouver sorgt eine äußerst freche Krähe regelmäßig für Schlagzeilen. Zuletzt kapitulierte die Post vor dem Tier und unterbrach vorübergehend die Zustellung, nachdem Canuck - so sein Spitzname - Briefträger attackiert hatte.

Die Sicherheit der Angestellten sei von „größter Wichtigkeit“, hieß es von dem Unternehmen. Die Krähe griff bereits mehrfach Briefträger an, die Post in drei Häuser in einem Wohngebiet im Osten der westkanadischen Metropole zustellen wollten. Örtlichen Medien zufolge erlitt einer von ihnen bei der Attacke aus der Luft eine blutende Wunde.

Canuck - eine umgangssprachliche Bezeichnung für Kanadier - ist in Vancouver alles andere als eine Unbekannte. Sie wurde in der Vergangenheit bereits beim U-Bahn-Fahren beobachtet sowie beim Versuch, in einem Fast-Food-Restaurant Frühstück zu stehlen.

Außerdem soll Canuck auch für die Entwendung eines Messers von einem Tatort verantwortlich sein. Das Tier hat eine eigene Seite im Sozialen Netzwerk Facebook mit über 56.500 Fans. Das männliche Tier wurde per Hand aufgezogen.

Entrüstung über erschossenes Känguru mit Ouzo-Flasche

An einer Straße nahe der australischen Stadt Melbourne ist ein erschossenes Känguru aufgefunden worden, das dort mit einer Ouzo-Flasche im Arm und mit einer Jacke in Leopardenmuster auf einem Klappsessel abgesetzt wurde.

„Scherz“ kann sehr teuer kommen

Der makabre Fund rief heute einen Sturm der Entrüstung hervor. Das Känguru sei mit mindestens drei Kugeln erschossen worden, sagte Mike Sverns von der Umweltbehörde des Bundesstaates Victoria. Die Zurschaustellung des getöteten Tieres sei „ein entsetzliches und unmoralisches Verhalten“.

Sverns erinnerte daran, dass auf die Misshandlung geschützter Arten Geldstrafen von umgerechnet bis zu 27.000 Euro und Haftstrafen bis zu zwei Jahren stehen. Es müsse einige Zeit gedauert haben, bis das getötete Känguru in dieser Weise neben der Straße in Positur gebracht worden sei. „Wir sind uns sicher, dass das bei dem starken Verkehr jemand beobachtet haben muss.“