Ausland

Cameron lehnt frühes EU-Referendum ab

Der britische Premierminister David Cameron lehnt Forderungen aus seinem Kabinett nach einem baldigen EU-Referendum ab. Für ein solches Votum sei es zu früh.

„Ich möchte, dass sich die EU wandelt“, sagte er nach einem Gespräch mit US-Präsident Barack Obama heute in Washington. „Ich möchte, dass sich die Beziehungen Großbritanniens mit den Europäern verändern und verbessern“.

Minister heizten Austrittsdebatte an

Zuvor hatten zwei Minister seiner Regierung - Michael Gove und Philip Hammond - gesagt, sie würden aus der EU austreten, wenn sie jetzt entscheiden müssten. Zudem setzte eine Parlamentariergruppe vom rechten Flügel der Konservativen Partei eine Abstimmung im Parlament durch: Das Unterhaus soll am Mittwoch in einem nicht bindenden Votum darüber befinden, ob ein Gesetz eingebracht werden kann, das noch vor der Parlamentswahl 2015 ein Referendum zum Verbleib in der EU vorbereiten soll.

Dagegen ist es Camerons Linie, die Mitgliedschaft Großbritanniens neu zu verhandeln und über die Ergebnisse 2017 abstimmen zu lassen.

Obama will Druck auf Assad-Regime erhöhen

US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister David Cameron wollen den Druck auf das Regime von Baschar al-Assad in Syrien erhöhen. Es gehe darum, die moderate Opposition zu unterstützen und einen demokratischen Übergang ohne Assad vorzubereiten, sagten beide nach einem Gespräch heute in Washington.

Das liege auch im Interesse Russlands, meinte Obama. Moskau gilt als Verbündeter Syriens und lehnt ein härteres Vorgehen gegen das Regime in Damaskus ab.

Keine Entscheidung über Waffenlieferungen

Konkretes gab es aber nicht - auch nicht zur umstrittenen Frage einer Bewaffnung der Rebellen. Cameron: „Wir haben keine Entscheidung getroffen, Oppositionsgruppen in Syrien zu bewaffnen.“

Der UNO-Sicherheitsrat ist in der Syrien-Frage blockiert, vor allem Russland lehnt ein härteres Vorgehen gegen Damaskus ab. Auch der Westen zieht nur bedingt an einem Strang: Während Großbritannien und Frankreich die Rebellen mit Waffen beliefern wollen, fürchten die USA, in den Konflikt hineingezogen zu werden.

„Ruby“-Prozess: Sechs Jahre Haft für Berlusconi gefordert

Die Mailänder Staatsanwältin Ilda Boccassini hat heute im Rahmen des „Ruby“-Prozesses gegen Silvio Berlusconi eine sechsjährige Haftstrafe für den Medienzar gefordert. Sie verlangte auch einen lebenslangen Ausschluss des 76-Jährigen aus allen öffentlichen Ämter.

Berlusconi sei für Amtsmissbrauch und Sex mit der minderjährigen Marokkanerin Karima El Marough alias „Ruby Herzensbrecherin“ im Jahr 2010 verantwortlich, so Boccassini. Es sei unbestreitbar, dass Berlusconi die damals 17-jährige „Ruby“ für Sex mit ihm bezahlt habe.

Die Staatsanwaltschaft wirft Berlusconi Amtsmissbrauch vor, weil er „Ruby“ im Frühjahr 2010 mit einem Anruf in Mailand vor Schwierigkeiten mit der Justiz bewahren wollte, nachdem die junge Frau wegen Diebstahls angezeigt worden war. Berlusconi gab an, er habe sie für eine Verwandte des damaligen ägyptischen Staatspräsidenten Hosni Mubarak gehalten und diplomatische internationale Verwicklungen vermeiden wollen.

Guatemalas Ex-Machthaber Montt erlitt Schwächeanfall

Drei Tage nach seiner Verurteilung wegen Völkermords ist Guatemalas früherer Militärmachthaber Efrain Rios Montt wegen eines Schwächeanfalls ins Krankenhaus gebracht worden. Der 86-Jährige habe heute während einer Gerichtsanhörung zur Entschädigung der Opfer das Bewusstsein verloren, sagte sein Anwalt Francisco Garcia. Ein Arzt sagte, der frühere Machthaber habe die vergangenen Tage und Wochen unter erheblichem Stress gestanden.

80 Jahre Haft für Ex-Diktator

Rios Montt war am Freitag wegen Völkermords und Kriegsverbrechen zu 80 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Guatemala-Stadt befand den 86-Jährigen der Verantwortung für mehrere Massaker an Maya-Ureinwohnern während seiner Herrschaft zwischen 1982 und 1983 für schuldig. Mit ihrem Urteil, 50 Jahre für Völkermord und 30 Jahre für Kriegsverbrechen, ging Richterin Jazmin Barrios über die von der Staatsanwaltschaft geforderten 75 Jahre Gefängnis hinaus.

Türkischer Jet im Grenzgebiet zu Syrien vermisst

Das türkische Militär hat den Kontakt zu einem im Grenzgebiet zu Syrien fliegenden Kampfflugzeug verloren. Rettungsmannschaften begannen einen Sucheinsatz, teilte der türkische Generalstab heute mit.

Der Pilot des F-16-Jets habe um 13.15 Uhr (MESZ) einen letzten Funkspruch abgesetzt und gesagt: „Ich springe ab.“ Die Maschine war Medienberichten zufolge in der türkischen Südprovinz Osmaniye über dem Amanos-Gebirge unterwegs.

15 Tote bei Anschlag in libyscher Stadt Bengasi

Extremisten haben vor einem Krankenhaus in der libyschen Stadt Bengasi einen Sprengsatz gezündet. Laut ersten Informationen starben dabei 15 Menschen, darunter mehrere Kinder. 30 Menschen wurden verletzt.

Zu den Anschlag vor der Notaufnahme des Al-Dschalaa-Krankenhauses bekannte sich zunächst niemand. Die Staatsmacht ist in der östlichen Hafenstadt Bengasi weitgehend abwesend. Die meisten öffentlichen Gebäude werden von Revolutionsbrigaden bewacht, die formal den Sicherheitskräften unterstehen.

Wahlmanipulation in Bulgarien? EU fordert Aufklärung

Die EU-Kommission hat die bulgarischen Behörden aufgefordert, Vorwürfe über Unregelmäßigkeiten bei der Parlamentswahl schnell zu prüfen.

„Wir erwarten, dass vollkommen aufgeklärt wird, was passiert ist“, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission im Hinblick auf Berichte über gefälschte Stimmzettel. Sie rief die bulgarischen Behörden auf, ihre Erkenntnisse noch in dieser Woche vorzulegen.

Am Samstag hatten Ermittler in einer privaten Druckerei unweit der bulgarischen Hauptstadt Sofia 350.000 gefälschte Stimmzettel beschlagnahmt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur BGNES unterhält der Druckereibesitzer enge Verbindungen zum zurückgetretenen Regierungschef Bojko Borissow.

Land steht vor politischem Vakuum

Unterdessen zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung ab. Bei dem Urnengang wurde Borissows konservative Partei GERB laut offiziellen Ergebnissen mit 30,7 Prozent stärkste Kraft, sie ist damit allerdings weit von einer eigenen Regierungsmehrheit entfernt. Klar dahinter landete die oppositionelle Sozialistische Partei (BSP) mit 27,2 Prozent. Überschattet wurde die Wahl von Betrugsvorwürfen und gewaltsamen Protesten am Wahlabend.

Mehr dazu in Gewaltsame Proteste nach Wahlschluss

Inland

Spindelegger: „EU fehlt ein PR-Budget“

Nicht mangelnde Transparenz, ungenügende Kontrolle oder Ungleichgewichte - für Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) liegt der größte Fehler der EU woanders. „Das größte Versäumnis der EU war es, kein Budget für PR (Public Relations, Öffentlichkeitsarbeit, Anm.) einzuplanen“, so der Vizekanzler bei einer Diskussion mit seinem belgischen Amtskollegen Didier Reynders heute Abend in Wien.

Die beiden Außenminister waren sich weitgehend einig. „Europa ist ein Erfolgsprojekt“, sagte Reynders. Das sehe man auch daran, dass sich immer noch etliche Länder um den Beitritt bemühen. Daher brauche es mehr Europa, nicht weniger - gerade in Zeiten der Krise, so Reynders. Auch Spindelegger sprach sich für mehr Kompetenzen für die EU aus.

Bessere Orientierung für Wähler

Die Herausforderung bestehe darin, Europa in die Herzen der Menschen zu bekommen, stimmten die beiden überein - beispielsweise eben durch Werbung. „Wir haben viel erreicht in den letzten Jahren, etwa den ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus, Anm.) oder den Fiskalpakt. Europa hat gezeigt, dass wir in der Krise handlungsfähig und -willig sind“, so Spindelegger.

Reynders forderte klarere politische Verhältnisse in der EU. Das europäische Parlament müsse deutliche ideologische Mehrheiten und Oppositionen entwickeln, damit sich Wähler leichter orientieren können. Außerdem könnte man beispielsweise potenzielle EU-Kommissare schon vor Wahlen benennen, so Reynders.

Bankgeheimnis: Faymann drängt Fekter zur Zustimmung

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) drängt Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) dazu, dem Mandat an die EU-Kommission zu Verhandlungen mit Drittstaaten über die Ausweitung der Zinsbesteuerungsrichtlinie zuzustimmen.

Auf die Frage, ob er erwarte, dass Fekter morgen beim EU-Finanzministerrats zustimme, sagte Faymann heute im Ö1-Journal: „Grundsätzlich ja. Wir wünschen uns eine Reihe von Dingen, und eine Finanzministerin muss natürlich darauf achten, dass auch die technischen Abläufe in Ordnung sind.“

Zustimmung abhängig von Details

Also wird es eine Zustimmung geben? - Faymann: „Die Frage ist, welcher Text. Wenn der Text so ist wie wir ihn beschlossen haben, auf jeden Fall. Wenn es vom Text anders ist, steht vom Grundsatz her die Betrugsbekämpfung im Vordergrund. Ob eine Zustimmung in welchen Abläufen wann und was kommen wird, ist Sache der Finanzministerin.“ Fekter selbst hatte sich dazu am frühen Montagnachmittag in Brüssel vor Beginn des Euro-Finanzministertreffens noch nicht festlegen wollen.

Danach gebe es das Treffen der Regierungschefs, meinte der Kanzler in Bezug auf den EU-Gipfel kommende Woche: „Auf mich können Sie sich verlassen. Ich stimme der europäischen Betrugsbekämpfung auch mit einem Datenaustausch zu, weil ich dafür bin“, so Faymann.

"Euro-Gruppe mahnt Österreich

Euro-Gruppe-Chef Jeropen Dijsselbloem erwartet eine „konstruktive Haltung“ Österreichs im Streit über den automatischen Informationsaustausch über die Bankdaten von Steuerausländern in Europa. „Österreich ist immer konstruktiv, warten wir ab“, sagte Dijsselbloem vor Beratungen der Euro-Finanzminister in Brüssel.

Dijsselbloem sagte, er erwarte weitere Fortschritte beim Aufbau einer Bankenunion bis Sommer. Die von Deutschland in diesem Zusammenhang geforderte EU-Vertragsänderung könne zu einem späteren Zeitpunkt diskutiert werden. Das sollte die EU nicht von Fortschritten abhalten, verlangte der Niederländer.

Zu Slowenien sagte Dijjseelbloem, das Land werde seine weiteren Pläne zur Bewältigung der Finanzkrise darlegen. Die weiteren Reformschritte werde die EU-Kommission am 29. Mai beurteilen, wenn sie ihre Empfehlungen zu den Reformplänen aller EU-Staaten vorlege.

Strasser-Klage gegen „OÖN“ abgewiesen

Kostenpflichtig abgewiesen wurde heute die Klage des ehemaligen ÖVP-Innenministers Ernst Strasser gegen die „Oberösterreichischen Nachrichten“ („OÖN“). Strasser hatte die Zeitung rund um die Berichterstattung der Lobbyingaffäre wegen übler Nachrede geklagt.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Sport

Bundesliga: Salzburg-Coach geht in Offensive

Titelverteidiger Red Bull Salzburg lässt im Verfolgungsrennen gegen Leader Austria nicht locker. Nach dem Sieg der Wiener in Innsbruck zogen die „Bullen“ gestern in Wiener Neustadt nach. Für Trainer Roger Schmidt war es die nötige Reaktion auf das Cupdesaster gegen Pasching. Er lobte Mentalität und Charakter der Mannschaft. Während Bremens Coach Thomas Schaaf als Nachfolger gehandelt wird, verteidigte Schmidt seine Arbeit. „Man muss das große Ganze sehen“, meinte der Deutsche zur Entwicklung bei Red Bull.

Mehr dazu in

Formel 1: Alonso nach Sieg für WM zuversichtlich

Mit seinem Heimsieg beim Grand Prix von Spanien hat Fernando Alonso sein Heimatland in Euphorie versetzt. Der 31-Jährige machte in der Gesamtwertung Boden gut und liegt nur noch 17 Punkte hinter dem WM-Führenden Sebastian Vettel. „Wir waren 2010 und 2012 sehr knapp dran. Wir haben ein Paket, mit dem wir Weltmeister werden können. Aber wir dürfen jetzt nicht stehen bleiben“, blickt Alonso zuversichtlich in die Zukunft.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Bangladesch: Modekonzerne kündigen Konsequenzen an

Die beiden weltgrößten Bekleidungsriesen H&M und die Zara-Mutter Inditex wollen nach dem verheerenden Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch mit mehr als 1.100 Toten die Arbeitsbedingungen in dem asiatischen Land verbessern. Man wolle einer entsprechenden Vereinbarung zustimmen, teilte H&M-Managerin Helena Helmersson heute mit.

Ein Inditex-Sprecher bestätigte, dass der spanische Konzern ebenfalls dabei sein werde. Aus Deutschland wollen sich die Modekette C&A und der Konsumgüterhersteller Tchibo beteiligen. Auch der Textildiscounter Primark will das Abkommen unterzeichnen.

Höhere Sicherheit

Die Internationale Arbeitsorganisation, Gewerkschaften wie IndustriALL und andere haben die auf fünf Jahre angelegte Vereinbarung ausgehandelt, deren finaler Entwurf am Mittwoch veröffentlicht werden soll. Ein IndustriALL-Sprecher forderte andere Einzelhändler wie Gap und Wal-Mart auf, sich ebenfalls anzuschließen.

Die neuen Regeln beinhalteten eine Stärkung der Arbeitsrechte, eine höhere Gebäudesicherheit mit mehr Brandschutz, bessere Ausbildung sowie finanzielle Unterstützung. Calvin-Klein-Mutter PVH habe signalisiert, sich ebenfalls mit einem Millionenbeitrag beteiligen zu wollen.

Hunderte Fabriken werden geschlossen

In Bangladesch werden unterdessen hunderte Textilfabriken ab morgen geschlossen. „Wir haben uns dazu entschlossen, um die Sicherheit unserer Fabriken sicherzustellen“, so der Präsident des Verbandes der Textilhersteller und -exporteure. Geschlossen werden demnach alle Fabriken in der Industrieregion Ashulia.

Athen vor nächster Zahlung aus Rettungspaket

Die Finanzminister der Euro-Staaten haben der Auszahlung von weiteren 7,5 Milliarden Euro aus dem zweiten Rettungspaket für Griechenland grundsätzlich zugestimmt. Die Regierung in Athen müsse noch letzte Reformauflagen erfüllen, dann könne noch im Mai die erste Tranche über 4,2 Milliarden Euro fließen, sagte Euro-Gruppe-Chef Jeroen Dijsselbloem heute in Brüssel. Weitere 3,3 Milliarden Euro sollen demnach im Juni folgen. Der Auszahlung der Rettungsmilliarden müssen noch einige nationale Parlamente zustimmen.

Mit ihrer Entscheidung folgten die Finanzminister der Euro-Gruppe einer Empfehlung der Gläubigertroika aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF).

Frisches Geld auch für Portugal und Zypern

Die Finanzminister der 17-Euro-Staaten befassten sich in Brüssel neben Griechenland auch mit den kriselnden Euro-Staaten Italien, Zypern, Spanien, Portugal und Slowenien. Portugal erhielt grundsätzlich grünes Licht für die Auszahlung von 2,1 Milliarden Euro.

Der Euro-Rettungsfonds ESM zahlte heute zudem zwei Milliarden Euro an Zypern aus. Es handelte sich dabei um die erste Tranche aus dem insgesamt zehn Milliarden Euro schweren Rettungspaket für den beinahe bankrotten Inselstaat.

Rüge für Slowenien

Slowenien macht den Euro-Partnern unterdessen Sorgen. Der Bankensektor muss dringend repariert werden. „Wir sind uns einig, dass die slowenische Regierung schnell und entschieden handeln muss, um die wirtschaftlichen Ungleichgewichte des Landes in Angriff zu nehmen und eine umfassende Reformstrategie umzusetzen“, so Dijsselbloem. „Zuallererst muss sie das Vertrauen in die Belastbarkeit des Bankensektors wiederherstellen.“

Die slowenischen Geldhäuser ächzen unter einer Schuldenlast von rund sieben Milliarden Euro, das entspricht einem Fünftel des Bruttoinlandsproduktes. Die Mitte-links-Regierung des Landes will mit einem Spar- und Reformprogramm vermeiden, Finanzhilfe aus dem Euro-Rettungsfonds in Anspruch nehmen zu müssen. Die Pläne werden derzeit von der EU-Kommission geprüft, Ende des Monats wollen die Brüsseler Experten eine Bewertung vorlegen.

EU will bei Bankenpleiten auch Großanleger schützen

Die EU-Kommission will einem Zeitungsbericht zufolge nicht nur kleine Sparer vor den Folgen von Bankenpleiten schützen, sondern auch wohlhabenden Anlegern entgegenkommen. Die staatliche Garantie für Sparkonten bis zu 100.000 Euro werde in EU-Kommissionskreisen als nicht ausreichend angesehen, berichtete das „Handelsblatt“ (Dienstag-Ausgabe). Befürchtet werde, dass Inhaber größerer Konten, die bei einer Schieflage ihrer Bank um die Einlagen fürchten müssten, ihre Konten räumten.

Kontoinhaber besser gestellt als Gläubiger

Um diese Gefahr auszuschließen, müsse es eine „Präferenz“ für alle Einleger geben, zitierte die Zeitung weiter aus Kreisen der EU-Kommission. Einen entsprechenden Passus wolle die Kommission in den bereits vorliegenden Richtlinienentwurf zur Bankenabwicklung einfügen. Das bedeutet demnach, dass Kontoinhaber bei der Haftung bessergestellt würden als Gläubiger mit Vorrangstatus, für die sich wiederum das Verlustrisiko deutlich erhöhen würde.

EU-Finanzminister beraten morgen über Bankenregeln

Die EU-Finanzminister beraten morgen in Brüssel über Regeln zur Abwicklung von Banken - und in welcher Reihenfolge bei Pleiten künftig zum Schutz der Steuerzahler auch Anteilseigner, Gläubiger und Kontoinhaber beteiligt werden.

Großbritannien und Frankreich hätten sich schon im Vorfeld gegen die Besserstellung wohlhabender Anleger ausgesprochen, sagten EU-Diplomaten laut „Handelsblatt“. Beide Länder wollen demnach die Regeln weiter selbst bestimmen.

Vermittlungsagentur für Pflegedienste verurteilt

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat einen Gerichtserfolg im Zusammenhang mit der 24-Stunden-Betreuung errungen. Der VKI hat eine Vermittlungsagentur geklagt, weil diese eine ganze Reihe rechtswidriger Klauseln in ihre Verträge gepackt haben soll.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

ZIB2

Glawischnig zum Buhlen um die Grünen

Eine schwarz-grüne Landesregierung dürfte nach der Wahl in Tirol fix sein. Und in Salzburg bieten ÖVP und SPÖ den Grünen Koalitionen an. Was bedeutet die Regierungsbeteiligung der Grünen in immer mehr Bundesländern für mögliche Koalitionen nach der Nationalratswahl im Herbst? Im Studio der ZIB2 ist Grünen-Chefin Eva Glawischnig.

Verschwörungstheorien nach dem Anschlag

Nach dem verheerenden Doppelanschlag in der türkischen Grenzstadt Reyhanli drehen Ankara und Damaskus weiter an der Eskalationsschraube. Syrien beschimpft den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan als „Mörder“ und „Henker“. Erdogan droht dem Nachbarland mit Vergeltung, weil es türkische Linksextremisten unterstütze.

Merkel und der lange Schatten der DDR

Die DDR-Vergangenheit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel wirft wieder Fragen auf. In einem neuen Buch geht es um Merkels Rolle in der Jugendorganisation FDJ (Freie Deutsche Jugend).

Im Schock spürt man fast nichts

Nachdem dem ungarischen Arbeiter Tibor Aradi bei einem Arbeitsunfall der Arm abgetrennt wurde, fährt er mit dem Auto 20 Kilometer ins Spital nach Eisenstadt und sucht dort - auf Anordnung des Portiers - auch noch einen ordnungsgemäßen Parkplatz.

Die Alltagsprobleme im All

Die Raumstation ISS wurde auch schon als übelriechende Männer-WG bezeichnet. Zur Imagepolitur lässt ISS-Kommandant Chris Hadfield die Welt via Internet am Weltraumabenteuer teilnehmen. Vom Zähneputzen bis zum Gang auf das WC - und Hadfield singt David Bowies „Space Oddity“.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.45 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Chronik

Mit abgetrenntem Arm in Spital: Operation gut verlaufen

Nachdem sich am Wochenende ein 37-Jähriger bei einem Arbeitsunfall seinen Unterarm abgetrennt hatte und dann selbst ins Spital nach Eisenstadt gefahren ist, befindet sich der Mann nun im AKH in Wien. Er wurde sechs Stunden lang operiert.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

"Ich will möglichst schnell wieder nach Hause“, kommentierte heute der 37-jährige Ungar Tibor A. im Wiener AKH seinen Zustand. Schmerzen habe er keine gehabt.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Zehnjähriger auf Schutzweg angefahren – Fahrerflucht

Ein zehnjähriger Schüler ist heute in Villach auf einem Schutzweg von einem Auto angefahren worden. Das Kind wurde leicht verletzt. Der Autofahrer beging Fahrerflucht, nach ihm wird gefahndet.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Auftragsmorde: U-Haft von 53-Jährigem aufgehoben

Der 53-Jährige aus dem Innviertel, der zwei Rumänen mit Morden an seiner Ex-Freundin und einem deutschen Geschäftsmann beauftragt haben soll, ist wieder auf freiem Fuß. Die Untersuchungshaft wurde aufgehoben.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Sattelschlepper stürzte von A1 acht Meter ab

Ein rumänischer Sattelschlepper ist heute auf der Westautobahn (A1) in Fahrtrichtung Wien im Bezirk Melk (Niederösterreich) wenige Meter vor einer Brücke nach rechts von der Fahrbahn abgekommen und acht Meter tief auf eine Landesstraße gestürzt.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Rotlichtboss: „War immer gegen Gewalt“

Heute ist am Wiener Landesgericht der Prozess gegen einen mutmaßlichen Rotlichtboss und fünf Mitangeklagte eröffnet worden. „Ich war immer gegen Gewalt“, sagte der Hauptangeklagte, der sich größtenteils nicht schuldig bekannte.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Mord an Inder in Wien gibt Ermittlern Rätsel auf

Waren die vermeintlichen Opfer eigentlich die Täter? Oder sind doch jene, die bisher als Täter galten, die wahren Angreifer? Völlig unklar präsentiert sich der Polizei heute der Sachverhalt nach der Messerattacke auf einen Inder in Wien-Floridsdorf.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Seit 2008 in Haft: O. J. Simpson will Freiheitsstrafe verkürzen

Der seit 2008 inhaftierte frühere US-Footballstar O. J. Simpson (65) will einen neuen Prozess. In Handschellen und blauer Anstaltskleidung erschien Simpson heute zu einer Anhörung in Las Vegas vor Gericht. Der einstige Sport- und Fernsehstar sitzt wegen bewaffneten Raubs und Körperverletzung eine langjährige Haftstrafe ab.

Simpson wolle vor dem Berufungsgericht geltend machen, dass er von seinem damaligen Anwalt in dem Prozess schlecht vertreten und falsch beraten worden sei, berichtete der Sender CNN.

Experten sehen keine Chance auf Wiederaufnahme

Rechtsexperten zufolge hat Simpson mit seinem Antrag auf ein neues Verfahren kaum eine Chance. 2007 war der Ex-Sportler zusammen mit fünf Komplizen in ein Hotelzimmer in Las Vegas eingedrungen und hatte zwei Fanartikelsammler mit Waffengewalt gezwungen, ihm persönliche Erinnerungsstücke auszuhändigen. Simpson wusste nach eigener Aussage nicht, dass seine Begleiter Waffen mit sich führten.

Vom Doppelmordvorwurf freigesprochen

Simpson war 1995 in Los Angeles Angeklagter in einem aufsehenerregenden Mordprozess. Trotz erdrückender Beweislast wurde er damals vom Vorwurf des Doppelmords an seiner Ex-Frau Nicole Brown Simpson und deren Freund Ronald Goldman freigesprochen.

1997 verlor er jedoch einen Zivilprozess und wurde zur Zahlung von mehr als 33 Millionen Dollar an die Angehörigen von Brown Simpson und Goldman verurteilt.

„Batman“-Schütze plädiert auf Unzurechnungsfähigkeit

Im Prozess gegen den US-Kinoschützen von Aurora (US-Bundesstaat Colorado) hat die Verteidigung auf „unschuldig wegen Unzurechnungsfähigkeit“ plädiert. Die Tageszeitung „Denver Post“ berichtete heute, Richter Carlos Samour wolle am 28. Mai entscheiden, ob er dem zustimmt. Er habe allerdings schon Zustimmung angedeutet, da das mit „Fairness und Gerechtigkeit“ im Einklang sei.

Bereits vor Amoklauf in psychiatrischer Behandlung

James Holmes wird beschuldigt, im Juli vergangenen Jahres während einer „Batman“-Filmpremiere in Aurora zwölf Menschen erschossen und 70 verletzt zu haben. Er steht derzeit in Centennial (US-Bundesstaat Colorado) vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft will im anstehenden Prozess die Todesstrafe erreichen.

Die Holmes-Anwälte hatten von Anfang an geltend gemacht, dass ihr Mandant schwer psychisch krank sei. Sie verweisen unter anderem darauf, dass er sich vor dem Amoklauf in psychiatrischer Behandlung befand.

IT

Amazon führt Kunstwährung Coin ein

Der Onlinehändler Amazon hat heute eine eigene virtuelle Währung eingeführt, mit der Kunden Apps und Spiele einkaufen können. Zum Start des bereits im Februar angekündigten Zahlungssystems teilte das Unternehmen mit, dass jeder Besitzer und Käufer des Tablet-Computers Kindle Fire kostenlos 500 Coins erhalte - im Gegenwert von insgesamt fünf Dollar (3,85 Euro). Eingeführt wird die Kunstwährung zunächst bei Amazon.com, dem Amazon-Portal in den USA.

Für die eigenen Kunden seien die Coins ein einfaches Mittel, um Apps oder Angebote innerhalb einer App zu kaufen, erklärte Amazon in einer Pressemitteilung. Für die Entwickler von Kindle-Anwendungen sei das Zahlungssystem eine ergänzende Möglichkeit, um Reichweite und Downloads zu steigern. Der Erlös für die Anwendungen geht wie bisher zu 70 Prozent an den Anbieter und zu 30 Prozent an Amazon. Auch andere große Onlineplattformen wie Facebook (Credits) haben virtuelle Währungen eingeführt, um ihre Kunden noch enger an sich zu binden.

Gesundheit

Vereinte Nationen rufen zum Verzehr von Insekten auf

Die Vereinten Nationen (UNO) haben zum Verzehr von mehr Insekten aufgerufen, da die Kerbtiere eine wertvolle und umweltfreundliche Nährstoffquelle seien. „Die Hauptbotschaft ist wirklich: Esst Insekten“, sagte die Direktorin für Forstwirtschaft der UNO-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), Eva Müller, heute bei der Vorstellung einer neuen Studie.

„Insekten sind zahlreich und eine wertvolle Quelle von Proteinen und Mineralien.“ Bereits zwei Milliarden Menschen äßen Insekten, weil diese „lecker und nahrhaft“ seien.

Gabuns Forstminister Gabriel Tchango, der ebenfalls an der Pressekonferenz in Rom teilnahm, sagte, der Verzehr von Insekten sei Teil „unsere Alltagslebens“. Einige Insekten wie Käferlarven und gegrillte Termiten würden als Delikatesse betrachtet. Der Studie zufolge könnte der Verzehr von Insekten die Nahrungssicherheit verbessern. Insekten würden sich schnell reproduzieren, schnell wachsen und wenig Ressourcen verbrauchen, hieß es in der gemeinsamen Studie der FAO und der niederländischen Universität Wageningen.

Imageproblem im Westen

Die Autoren gaben aber zu, dass Insekten im Westen ein Imageproblem hätten. „Der Ekel der Konsumenten in vielen westlichen Ländern bleibt eine der größten Barrieren für die Annahme von Insekten als brauchbare Quelle von Proteinen“, heißt es in der Studie. Sie schlug daher vor, dass die Nahrungsmittelindustrie durch die Aufnahme von Insekten in Rezepten und Restaurants zu ihrer Akzeptanz beitragen könne. In einigen europäischen Restaurants fänden sich bereits „Käfer, Grashüpfer und andere Insekten“ auf den Menüs.

Kultur

Heuer zwei Österreicher beim Bachmann-Wettlesen

Die „Tage der deutschsprachigen Literatur 2013“ finden heuer von 3. bis 7. Juli im ORF-Theater des ORF-Landesstudios Kärnten statt. Mit Nadine Kegele und Cordula Simon sind diesmal zwei Österreicher beim Bachmann-Preis vertreten. Die „Rede zur Literatur“ hält Michael Köhlmeier.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Musiktheaterpreis als Pannenprojekt

Der Goldene Papageno geht an niemanden. Denn es muss ein neuer Name für den österreichischen Musiktheaterpreis gesucht werden. Der Name war nicht das einzige Hoppala. Trotzdem wurden heute die Nominierungen bekanntgegeben.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Lifestyle

Von Burma bis Kuba: „Problemländer“ als Touristenmagnete

Dass Länder wie Griechenland und Ägypten bedeutende Urlaubermagnete sind, ist bekannt. Doch abseits der klassischen Touristenpfade gibt es neue Hotspots. Dabei geht es oft um im Westen umstrittene Länder wie etwa Sri Lanka, Kuba und vor allem Burma. Diese sind zwar politisch und sozial teilweise höchst instabil, ein Hindernis für eine Reise dorthin sehen darin aber immer weniger.

Schließlich halten diese Destinationen für Besucher allesamt dieselben Kennzeichen bereit: eine gute Portion an Surrealem gemischt mit dem Anstrich des Unentdeckten - ideale Vorzeichen für einen Kulturschock.

Mehr dazu in Auf Urlaub in die Diktatur

Leute

Jack Bauer wieder im Einsatz: „24“ kehrt zurück

Die Echtzeitserie „24“, in der Kiefer Sutherland (46) als Agent Jack Bauer Terroristen jagt, kommt nach Mitteilung des US-Senders FOX auf den Bildschirm zurück. Die Neuauflage „24: Live Another Day“ soll im Sommer 2014 anlaufen.

Geplant sind zwölf Episoden, die einen Zeitraum von 24 Stunden erzählen, berichtete das Branchenblatt „Hollywood Reporter“ heute. Hauptdarsteller Sutherland wird den Angaben zufolge wieder mit dem Produzenten Howard Gordon zusammenarbeiten.

Auch Kinoversion im Gespräch

Acht Jahre lang war Sutherland als Agent Bauer in „24“ auf dem Bildschirm zu sehen. Die Thrillerserie, die in Echtzeit pro Staffel jeweils einen einzigen Tag im Leben des Agenten zeigte, lief in den USA von 2001 bis 2010. Nach dem Ende der TV-Serie war zeitweise auch eine Kinoversion von „24“ im Gespräch. Konkrete Pläne sind aber nicht bekannt.

Schwangerschaftsgerüchte um Beyonce

Ihre Tochter Blue Ivy ist im Jänner ein Jahr alt geworden. Jetzt sollen Sängerin Beyonce Knowles und ihr Ehemann Jay-Z erneut Nachwuchs erwarten.

Mehr dazu in oe3.ORF.at

Nicole Kidman trotz Erfolgs oft „unendlich einsam“

Hollywoodstar Nicole Kidman hat sich trotz ihrer großen Erfolge früher oft „unendlich einsam“ gefühlt. Die Zeit von „Moulin Rouge“ bis zum Oscar für ihre Rolle in „The Hours“ sei „eine sehr merkwürdige Zeit“ gewesen, sagte die 45-Jährige der „Stuttgarter Zeitung“. Grund dafür sei gewesen, dass „mein beruflicher Erfolg und mein persönliches Scheitern aufeinanderprallten“.

„Alle gehen nach Hause, nur du bleibst zurück“

Es sei ein unglaublicher Moment gewesen, als sie 2003 den Oscar als beste Hauptdarstellerin für ihre Darstellung der Schriftstellerin Virginia Woolf in „The Hours - Von Ewigkeit zu Ewigkeit“ bekommen habe, berichtete Kidman. Zugleich habe sie sich aber unendlich einsam gefühlt: „Gerade in den Situationen, in denen du einen enormen beruflichen Erfolg erfährst, verstärkt das auf der anderen Seite das Gefühl für das, was dir im wahren Leben fehlt“, meinte die Australierin. „Alle gehen nach Hause, nur du bleibst allein zurück.“

Heute sei ihr klar, „dass man sein Leben richtig ausbalancieren muss“, sagte die Schauspielerin, die mit dem Countrysänger Keith Urban verheiratet ist und mit ihm und den beiden gemeinsamen Töchtern in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee wohnt. Zuvor war sie mit Hollywoodstar Tom Cruise verheiratet.