Ausland

Kreditgeber stellen Griechenland Ultimatum bis Mittag

Nachdem die mehrstündigen Unterredungen der griechischen politischen Führung gestern ohne konkretes Ergebnis zu Ende gingen, stellten die internationalen Kreditgeber Griechenland ein Ultimatum. Bis heute Mittag müssten die Koalitionsparteien mitteilen, ob sie die Sparauflagen im Gegenzug für weitere Finanzhilfen akzeptierten, sagte ein Sprecher der sozialistischen Pasok-Partei gestern. Dann wäre es zeitlich noch möglich, dass die Euro-Arbeitsgruppe in Brüssel über die Absichtserklärung beraten könne.

Wichtige Forderungen noch nicht erfüllt

Obwohl sich die drei Parteien auf Kürzungen im Umfang von 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts einigten, steht ein Ja zu wichtigen Forderungen der EU, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds noch aus. Dabei geht es unter anderem um den Mindestlohn und Hilfen für den angeschlagenen Bankensektor. In der Nacht sollten die Verhandlungen fortgesetzt werden.

Die Gespräche würden heute fortgesetzt, teilte das Büro des griechischen Regierungschefs, Lucas Papademos, mit. Die Regierungsparteien Griechenland fürchten sich vor den Reaktionen der Wähler als Folge weiterer Einsparungen. Für Dienstag planen Gewerkschaften bereits Streiks. Im April stehen die Parlamentswahlen an.

„Land kann das nicht ertragen“

Die Stimmung war nach dem Ende der Sitzung schlecht: „Das Land kann sie (die Maßnahmen) nicht ertragen. Ich kämpfe mit jedem Mittel, um sie abzuwenden“, sagte der Chef der konservativen Partei Nea Dimokratia (ND) nach der fast vierstündigen Sitzung mit dem griechischen Regierungschef Lucas Papademos im Fernsehen. „Es wird eine neue Sitzung morgen geben“, erklärte auch Giorgos Karatzaferis, der Chef der kleinen rechtsgerichteten Partei (LAOS), die die Regierung unter dem Finanzexperten Papademos unterstützt.

Er warnte vor einer „Verelendung“ der Griechen und einer „Revolution“ in der Gesellschaft. Griechische Medien erwarteten später am Abend eine Erklärung des Büros des Ministerpräsidenten.

Panamas Ex-Machthaber Noriega ins Krankenhaus eingeliefert

Der frühere panamaische Machthaber Manuel Noriega ist mit Verdacht auf einen Schlaganfall von seiner Gefängniszelle in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Wie die Polizei des zentralamerikanischen Landes gestern mitteilte, wurde der 77-Jährige in die Klinik Santo Tomas gebracht. Er leide unter „Bluthochdruck mit Verdacht auf einen Schlaganfall“. Nähere Angaben machte die Polizei nicht.

Nach mehr als zwei Jahrzehnten in Gefängnissen in den USA und in Frankreich war Noriega Mitte Dezember zur Verbüßung einer weiteren Haftstrafe in sein Heimatland gebracht worden. Der Ex-Diktator war in Panama in Abwesenheit in drei Prozessen zu je 20 Jahren Haft wegen der Entführung und Ermordung von politischen Gegnern verurteilt worden.

Von USA erst gefördert, dann gestürzt

Die USA hatten in den 70er und Anfang der 80er Jahre den Aufstieg Noriegas in Panama gefördert, die CIA hatte ihn schon als jungen Offizier angeworben und finanziell unterstützt. Von 1983 bis 1989 regierte er Panama als Militärmachthaber mit eiserner Hand. Dabei fiel er unter anderem wegen Drogengeschäften in den USA in Ungnade; 1989 wurde er durch eine Invasion der US-Truppen in Panama gestürzt und in die USA gebracht.

Danach saß Noriega wegen Drogenhandels und Geldwäsche 20 Jahre lang in Florida und dann in Frankreich noch einmal fast zwei Jahre wegen ähnlicher Verbrechen in Haft. Die französische Justiz hatte Ende November grünes Licht für die Auslieferung des 77-Jährigen gegeben.

Konservativer Niinistö gewinnt finnische Präsidentenwahl

Nach 30 Jahren mit Sozialdemokraten an der Spitze Finnlands, wird nun der Konservative Sauli Niinistö neuer Präsident. Bei der Stichwahl gegen Ex-Umweltminister Pekka Haavisto von den Grünen gewann der 63-jährige Ex-Minister und frühere Parlamentspräsident gestern erwartet klar. Er kam auf 62,6 Prozent gegenüber 37,4 Prozent für den zehn Jahre jüngeren Haavisto.

Niinistö sagte in Helsinki im TV-Sender YLE: „Diese hohe Stimmenzahl ist schon überwältigend. Aber sie kam auch nicht ganz unerwartet.“ Der Kandidat der konservativen Partei von Ministerpräsident Jyrki Katainen hatte schon den ersten Wahlgang mit acht Kandidaten klar gewonnen, die erforderliche absolute Mehrheit dabei aber nicht geschafft.

Keine Chance für Sozialdemokraten

Niinistö löst die Sozialdemokratin Tarja Halonen (68) ab, die nach zwei Amtszeiten seit dem Jahr 2000 nicht erneut kandidieren konnte. Der sozialdemokratische Kandidat für die Nachfolge, Ex-Regierungschef Paavo Lipponen, war in der ersten Runde sang- und klanglos mit 6,7 Prozent ausgeschieden. Die Wahlbeteiligung unter den 4,4 Millionen Stimmberechtigten bei der Stichwahl fiel mit 68,9 Prozent niedriger aus als erwartet.

Haavisto erfreut über gutes Abschneiden

Trotz des klaren Vorsprungs für Niinistö stuften Kommentatoren in Helsinki Haavistos Abschneiden mit dem Erreichen der Stichwahl und auch der dabei erreichten Stimmenzahl einhellig als großen Erfolg ein. Der mit einem Friseur aus Ecuador in registrierter Partnerschaft zusammenlebende Grünen-Politiker bekannte sich im Wahlkampf ebenso eindeutig wie Niinistö zur EU und zum Euro. Haavisto gratulierte dem Wahlsieger, bewertete aber den Wahlausgang als klaren Erfolg für sich: „Wir haben eine Gezeitenwende in der finnischen Politik geschafft.“

Bei der Parlamentswahlen im letzten März war noch der Rechtspopulist Timo Soini mit seiner Partei Wahre Finnen auf knapp 20 Prozent der Stimmen gekommen. Er hatte dabei vor allem gegen EU und Euro sowie auch gegen das Recht Homosexueller auf gesetzlich verankerte Partnerschaften mobilisiert.

TV: Mubarak soll in Gefängniskrankenhaus verlegt werden

Der vor Gericht stehende frühere ägyptische Präsident Hosni Mubarak soll nach einem Fernsehbericht in ein Haftkrankenhaus verlegt werden. Das Innenministerium habe einer Kairoer Gefängnisklinik entsprechende Weisung erteilt, meldete der Sender Al-Jazeera gestern ohne Quellenangaben. Derzeit wird der langjährige Machthaber in einem Militärkrankenhaus behandelt.

Sollte die Meldung zutreffen, wäre das eine Konzession der Militärregierung an die Demonstranten, die sich über eine bevorzugte Behandlung des vor einem Jahr gestürzten Staatschefs beklagen.

Anhaltende Proteste

In Kairo gab es unterdessen den vierten Tag in Folge Straßenschlachten zwischen Demonstranten und der Polizei. Vor dem Innenministerium warfen Dutzende Demonstranten Steine und Molotowcocktails auf die Polizei, die ihrerseits Tränengas einsetzte. Die Demonstranten werfen dem Militärrat und der Polizei vor, nichts gegen die blutigen Fußballkrawalle am Mittwoch in Port Said getan zu haben.

„Mein Herz brennt, wenn ich an die Ereignisse in Port Said denke. Wir wissen alle, dass die Polizei verantwortlich ist“, sagte der Demonstrant Ahmed Farag. Radikale Fußballfans hatten im vergangenen Jahr eine zentrale Rolle bei den Protesten gespielt, die im Februar zum Sturz des langjährigen Machthabers Hosni Mubarak führten. Die Demonstranten vermuten nun, dass sich die Polizei mit den Fußballkrawallen an ihnen rächen wollte.

Betonmauer auf der Mansur-Straße

Die Polizei errichtete in Kairo eine Betonmauer auf der Mansur-Straße, die zum Innenministerium führt. Auf anderen Straßen verschanzte sie sich hinter Rollen von Stacheldraht. In Suez starben nach Angaben von Ärzten zwei Menschen an Verletzungen mit Schrotmunition, die sie in der Nacht auf gestern erlitten hatten. Nach Angaben des Innenministeriums wurden seit Beginn der Unruhen am Donnerstag in Kairo und Suez zwölf Menschen getötet und 2.532 weitere verletzt.

In Port Said waren am Mittwochabend nach einem Fußballspiel zwischen al-Masry und al-Ahly blutige Krawalle ausgebrochen. Anhänger des örtlichen Vereins al-Masry stürmten nach dem Abpfiff das Spielfeld und griffen die Fans des Kairoer Tabellenführers al-Ahly an. 74 Menschen wurden getötet und Hunderte weitere verletzt. Anschließend wurden Vorwürfe laut, die Polizei habe tatenlos zugesehen. Die Muslimbrüder bezeichneten die Unruhen als politisch motiviert.

Brasilien: Gewaltwelle nach Polizeistreik in Bahia

In der brasilianischen Küstenstadt Salvador da Bahia ist die Sicherheitslage angespannt. Nach einem Streik von Teilen der Polizei wurden seit vorigem Dienstag rund 80 Morde in der 2,7 Millionen Einwohner zählenden Metropole und ihrer Umgebung registriert. Das waren nach lokalen Medienberichten von gestern mehr als doppelt so viele wie im vergleichbaren Zeitraum der Vorwoche.

Karneval steht bevor

Die Regierung entsandte über 3.000 Soldaten in die Stadt, um für Sicherheit zu sorgen. In Salvador da Bahia findet in zwei Wochen eine der größten Straßenkarnevalsumzüge Brasiliens statt.

Mit dem Streik wollen die Angehörigen der für Ordnung und Sicherheit zuständigen „Policia Militar“ (Militärpolizei) höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen durchsetzen. Die Regionalregierung kritisierte den Ausstand als unverantwortlich und kriminell. Ein Gericht hatte die Streikenden aufgefordert, die Arbeit unverzüglich wieder aufzunehmen. Am Sonntag flogen 40 Mann einer Polizeispezialeinheit aus Brasília nach Salvador. Sie sollen Haftbefehle gegen ein Dutzend Streikführer ausführen.

Beliebte Touristenstadt

Obwohl in Salvador auch die Zahl der Diebstähle und Überfälle seit dem Streikbeginn den Angaben zufolge deutlich stieg, waren am Wochenende die beliebtesten Strände der Touristenstadt bei heißen Sommertemperaturen von über 30 Grad voll. Soldaten patrouillierten mit schweren Waffen an den Strandpromenaden. Wie lange der Militäreinsatz im der Hauptstadt des nordöstlich gelegenen Bundesstaates Bahia dauern soll, ist noch offen.

Konferenz zu Missbrauch in katholischer Kirche beginnt in Rom

Rund 200 Würdenträger und Experten der katholischen Kirche aus aller Welt diskutieren ab heute in Rom Maßnahmen zur Verhinderung sexuellen Missbrauchs Minderjähriger.

Die bis Donnerstag dauernde Konferenz wird mit einer Ansprache der Irin Marie Collins, selbst ein Missbrauchsopfer, eröffnet. Im Verlauf des seit etwa zwei Jahren geplanten Kongresses an der von Jesuiten geführten Päpstlichen Universität Gregoriana will auch Papst Benedikt XVI. ein Grußwort an die Teilnehmer richten. Missbrauchsskandale in mehreren Ländern hatten die katholische Kirche in den vergangenen Jahren in eine tiefe Krise gestürzt.

„Lizenz zum Töten“: Empörung nach Syrien-Veto

Für Empörung auf Seiten der syrischen Opposition, der arabischen Länder und des Westens sorgt der russische-chinesische Boykott einer Syrien-Resolution im UNO-Sicherheitsrat. Die NGO Human Rights Watch sagte gestern, das Veto sei für das Regime von Präsident Assad eine „Lizenz zum Töten“. Damaskus selbst begegnete nach dem diplomatischen Sieg seinen Gegnern mit Häme und Spott. Arabische Aktivisten wollen nun mit einem Wirtschaftsboykott Druck auf Moskau und Peking ausüben. Unterdessen geht das Morden in Syrien unvermindert weiter.

Mehr dazu in Boykottaufrufe nach UNO-Debakel

Inland

Gemeinden nehmen Geld bei Bürgern auf

Immer mehr Gemeinden sind verschuldet und gehen neue Wege, um an Geld zu kommen. Bei der Bürgerbeteiligung kaufen die Bewohner Anteile an Investitionen und bekommen dafür eine Rendite. Zehn Gemeinden in Niederösterreich verwendeten dieses Finanzierungsmodell bereits.

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WKR-Ball: Muzicant mit Rolle bei Protest unzufrieden

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), Ariel Muzicant, freut sich über die Gruppen und Parteien, die den Protest gegen den WKR-Ball mitgetragen haben, bedauert aber seine eigene prominente Rolle. „Womit ich nicht zufrieden bin ist, dass der Präsident der Kultusgemeinde gewollt oder ungewollt zur Speerspitze dieses Protests geworden ist“, so Muzicant im Interview mit der APA. Auch mögliche Gewalt von linken Gruppierungen verurteilte er, Lob gibt es für die Polizei.

„Ideologie des Ewiggestrigen“

Muzicant bedauert vor allem, „dass die Mehrheit der Österreicher nicht versteht, was diese Ideologie des Ewiggestrigen für unser Land bedeutet“. Eine unmittelbare Bedrohung der jüdischen Bevölkerung sieht er nicht: „Ich glaube auch nicht, dass die Kellernazis gegen die Juden losgehen werden.“ Worum es dem IKG-Präsidenten geht, sei, „dass wir dann in einem Land leben, in dem rechtsextreme Burschenschaften an den politischen Schaltstellen sitzen“.

Lob für Polizei

„Hochachtung“ spricht Muzicant der Polizei aus. Es sei „so gut wie nichts passiert“. Teilen der Gegnerseite steht auch er kritisch gegenüber: „Wenn dann Extremisten auf der Protestseite das jetzt nützen, um mit irgendwelchen Burschenschaftern Radau zu treiben oder sogar zu Gewalt zu greifen, ist das genau so verabscheuungswürdig wie die Gewalt von rechts. Gewalt ist grundsätzlich kein politisches Instrument und sollte nicht verwendet werden.“

Dass der ehemalige Bundesrat Albrecht Konecny (SPÖ) in der Ballnacht von einem Neonazi attackiert worden sein soll, bedauert Muzicant sehr. Der Täter müsse ausgeforscht und vor Gericht gestellt werden.

„Hoffentlich nicht mehr in Hofburg“

Ob Muzicant mit dem Zeichen, das gegen den Ball gesetzt wurde, insgesamt zufrieden ist? „Ich weiß es nicht. Das einzige, was wirklich nachhaltig aus der Geschichte bleibt, ist, dass der Ball hoffentlich nicht mehr in der Hofburg stattfindet und dass sich die Burschenschafter vielleicht das nächste Mal überlegen, es nicht unbedingt am Schoah-Gedenktag zu veranstalten. Alles andere wird man sehen.“

Sport

Skispringen: Schlierenzauer macht Weltcup zum Krimi

Gregor Schlierenzauer hat zwar das Double in Val di Fiemme knapp verpasst, seine Chancen auf den Weltcup-Gesamtsieg aber deutlich verbessert. Der Tiroler, der am Samstag überlegen gewonnen hatte, musste sich gestern nur dem Polen Kamil Stoch geschlagen geben und rückte Weltcup-Spitzenreiter Andreas Kofler, der nicht über Platz 16 hinauskam, auf drei Punkte nahe. Neben dem ÖSV-Duo darf auch der norwegische Tagesdritte Anders Bardal noch auf die Kristallkugel hoffen.

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Ski alpin: Baumann-Triumph in Superkombination

Romed Baumann hat in der Superkombination in Chamonix die Nerven behalten und seinen insgesamt zweiten Weltcup-Sieg dingfest gemacht. Der 26-jährige Tiroler gewann gestern vor dem Franzosen Alexis Pinturault und dem Schweizer Beat Feuz. Für die Favoriten stand die dritte Superkombi der Saison unter keinem guten Stern: Ivica Kostelic verpasste als Siebenter das Podium deutlich, Bode Miller war schon in der Abfahrt ausgeschieden.

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Fußball: Furioses Remis für United bei Chelsea

Der Schlager der Premier League ist gestern dieser Bezeichnung gerecht geworden. Chelsea und Manchester United trennten sich in der 24. Runde mit einem dramatischen 3:3. Die „Red Devils“ verloren damit zwar wieder an Boden auf Tabellenführer Manchester City und sind weiter seit über zehn Jahren sieglos an der Stamford Bridge, mit dem Punkt können sie aber sicher gut leben. Chelsea führte nämlich bereits 3:0, ehe United in 26 Minuten eine furiose Aufholjagd startete.

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Wirtschaft

Streik im französischen Luftverkehr

Flugreisende mit Ziel oder Zwischenstopp in Frankreich müssen in den kommenden Tagen mit erheblichen Verspätungen und Verbindungsausfällen rechnen. Mehrere Gewerkschaften haben das Bodenpersonal, aber auch Piloten und Flugbegleiter zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Die Streiks sollten heute beginnen und mindestens bis Donnerstagabend andauern. Protestiert wird gegen Pläne der französischen Regierung, das Streikrecht an Flughäfen zugunsten der Reisenden stark einzuengen.

Mitsubishi: Rückzug aus Europa?

Der japanische Autobauer Mitsubishi denkt einem Medienbericht zufolge über ein Ende seiner Produktion in Europa nach. Die Herstellung in den Niederlanden könne bis 2013 beendet werden, meldete die Wirtschaftszeitung „Nikkei“ ohne Nennung von Quellen.

Es würden Gespräche mit den Mitarbeitern und der niederländischen Regierung geführt. Derzeit produziere Mitsubishi dort Colt- und Outlander-Modelle. In den Niederlanden arbeiten für die Japaner rund 1.500 Menschen.

Kasachstan: Deutschland sichert sich Zugang zu seltenen Erden

Deutschland sichert sich laut einem Pressebericht den Zugang zu wichtigen Rohstoffen, den sogenannten seltenen Erden, in Kasachstan. Deutsche Unternehmen dürften in der zentralasiatischen Republik künftig nach den begehrten seltenen Erden suchen und diese unter Umständen auch fördern und exportieren, berichtete der Berliner „Tagesspiegel“ (Montagsausgabe).

Das gehe aus einem Abkommen zur strategischen Zusammenarbeit hervor, das die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew am Mittwoch in Berlin unterzeichnen wollten.

Die Zeitung berief sich auf das Umfeld des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft. Dieser habe in den vergangenen zwei Jahren an der Ausarbeitung des Abkommens mitgewirkt. Seltene Erden ist die Bezeichnung für einige Metalle, die zur Produktion von Hightech-Produkten benötigt werden - unter anderem beim Bau von Magneten in der Windkrafttechnologie oder auch in Batterien von Elektro-Autos.

95 Prozent aus China

Derzeit liefert China 95 Prozent dieser wirtschaftlich wichtigen Metalle für den Weltmarkt. In letzter Zeit hat die Volksrepublik den Export jedoch stark eingeschränkt. Ende Jänner schlossen sich zwölf deutsche Unternehmen zu einer Allianz zur Rohstoffsicherung zusammen, um die Versorgung der Industrie mit Rohstoffen zu sichern und Versorgungsengpässe zu vermeiden.

Israel beschließt Bahnstrecke durch Negev-Wüste

Die israelische Regierung hat gestern einem Projekt für eine Eisenbahn zwischen dem Mittelmeer und dem Roten Meer zugestimmt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nannte die mögliche Alternative zum Suez-Kanal für den Verkehr zwischen Europa und Asien eine „strategische Entscheidung“.

Die 350 Kilometer lange Strecke durch die Negev-Wüste ermöglicht es nach seinen Worten, den Badeort Eilat am Roten Meer von Tel Aviv aus in zwei Stunden zu erreichen. Netanjahus Bürodirektor soll dem Beschluss zufolge einen mit der Beschaffung von Fonds für das Projekt befassten Ausschuss leiten.

Zusammenarbeit mit China?

Drei Optionen werden erwogen: eine Vereinbarung mit einem anderen Land, private Fonds und eine Finanzierung durch den Staat Israel. Das Verkehrsministerium befürwortet eine Zusammenarbeit mit chinesischen Firmen. Verkehrsminister Israel Katz traf in diesem Zusammenhang bereits im vergangenen September mit seinem chinesischen Kollegen in Peking zusammen.

Israelischen Angaben zufolge könnte die Bahnlinie auch für den Transport von Erdgas nach Indien und vielleicht China genutzt werden. Im östlichen Mittelmeer, 130 Kilometer vor der nordisraelischen Hafenstadt Haifa, wurden 2010 die bedeutenden Gasvorkommen in Tamar und Leviathan entdeckt. Im vergangenen Juni hatte eine israelische Firma die Entdeckung zweier weiterer wichtiger Gasvorkommen weiter südlich vor der Küste von Hadera bekanntgegeben.

Chronik

USA: Transplantation von sechs Organen bei Neunjähriger

In einem äußerst seltenen Eingriff sind bei einem neunjährigen Mädchen in den USA sechs Organe gleichzeitig eingepflanzt worden. Wie das Kinderkrankenhaus von Boston im Nordosten der USA gestern mitteilte, verlief die Operation erfolgreich.

Alannah Shevenell litt seit 2008 an einem „seltenen und aggressiven Tumor“, der sich auf mehrere Organe ausgebreitet hatte: Betroffen waren Magen, Leber, Bauchspeicheldrüse, Dünn- und Dickdarm sowie die Speiseröhre. Letztere wird besonders selten verpflanzt.

14 Stunden Operation

Der Eingriff dauerte den Angaben zufolge 14 Stunden, alle Organe stammten von demselben Spender. Der Chef der Transplantationsabteilung des Kinderkrankenhauses habe sich zu der mehrfachen Organtransplantation entschlossen, nachdem sämtliche Behandlungen gescheitert seien, hieß es in einer Erklärung des Krankenhauses.

„Wir konnten den Tumor nicht entfernen, ohne die Organe zu entnehmen“, sagte der Chirurg Heung Bae Kim der Zeitung „Boston Globe“. Das Mädchen sei bereits nach Hause entlassen worden und werde „letztlich völlig normal leben“ können.

Flüchtlingsboot in der Karibik gekentert: 15 Tote

Vor der Dominikanischen Republik ist ein mit Flüchtlingen überladenes Boot gekentert. Nach Spitalangaben von gestern wurden 15 Tote aus dem Meer geborgen, zehn Überlebende wurden medizinisch behandelt.

Nach rund 40 weiteren Flüchtlingen, die tags davor in den Gewässern vor dem Karibikstaat über Bord gegangen sein sollen, wurde noch gesucht. Sie wollten offenbar von der Dominikanischen Republik nach Puerto Rico gelangen, einem häufigen Ziel von Migranten aus dem Staat.

Schwangere abgewiesen: MedUni-Rektor kritisiert Prüfbericht

Kritik am Prüfbericht der MA 40 zum Fall einer abgewiesenen schwangeren Frau kommt von MedUni-Rektor Wolfgang Schütz und Peter Husslein, dem Leiter der Gynäkologie am Wiener AKH. Die Patientin sei zu einem „politischen Spielball“ geworden.

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Helikopter barg Eisläuferin von Scholle auf Wörthersee

Eine Eisläuferin ist gestern Nachmittag in Sekirn am Wörthersee (Kärnten) vom Polizeihubschrauber aus von einer Eisscholle gerettet worden. Der Eislaufverein Wörthersee warnt eindringlich davor, am Wörthersee eiszulaufen.

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Kein Sechser bei Lotto „6 aus 45“

Bei der gestrigen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat es keinen Sechser gegeben. Es sind mehr als 903.000 Euro im Topf.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

20 25 28 29 39 42 / Zusatzzahl 18

Ein Spielteilnehmer hatte den richtigen Joker auf der Quittung, er erhält 204.259,10 Euro.

Die aktuelle Joker-Zahl lautet:

7 0 7 4 6 1

Alle Angaben ohne Gewähr

Buslenker flüchtete nach Unfall

Nach einem Verkehrsunfall in Merkendorf in der Gemeinde Schollach (Niederösterreich) ist gestern der Lenker eines Autobusses zunächst verschwunden. Er habe sich später bei der Polizeiinspektion Loosdorf gemeldet, hieß es am Nachmittag seitens der Sicherheitsdirektion. Es liege ein Unfall mit Sachschaden vor.

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IT

Fidel Castro hält Internet für revolutionär

Kubas Altpräsident Fidel Castro hat das Internet zu einem „revolutionären Instrument“ erklärt. Bei der Vorstellung zweier neuer Memoirenbände sagte der ehemalige Staatschef nach Angaben der Zeitung „Granma“: „Das Internet ermöglicht die Aufnahme und die Aussendung von Ideen in zwei Richtungen. Und wir müssen lernen, damit umzugehen.“

Eingeschränkter Zugang in Kuba

In Kuba ist die Nutzung des Internets sehr eingeschränkt. Freien Zugang haben nur Privilegierte. Oppositionelle müssen sich den Zugang jeweils teuer in Hotels erkaufen. Die Memoiren basieren auf Antworten, die der 85-Jährige der Journalistin Katiuska Blanco gab. Auf 1.000 Seiten berichtet Castro über die Zeit bis 1958. Er kündigte eine Fortsetzung an: „Ich muss die Zeit nutzen, denn die Erinnerung wird schwächer.“

Gesundheit

Immer mehr Kinder in Psychotherapie

Immer mehr Kinder gehen zum Psychotherapeuten. Beim Hilfswerk verdoppelte sich die Zahl der Kinder auf den Wartelisten. Die Kinder sind mit der schnelllebigen Zeit oft überfordert. Und: Es steigt die Bereitschaft, Hilfe zu suchen.

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Kultur

Yvonne Rainer: Die Tänzerin, die den Alltag befreite

Yvonne Rainer schrieb in den 60er Jahren ein Manifest darüber, was Tanz alles nicht sein sollte: kein Spektakel, keine Heldenerzählung, keine Antiheldenerzählung und keine Akrobatikpräsentation.

In ihrer Arbeit als Choreografin, Tänzerin und Filmemacherin widmete sie sich fortan Themen wie Rassismus und Feminismus. Und sie bedient sich dabei seither der Alltags- und Populärkultur. Im Kunsthaus Bregenz ist ihrem schrillen Werk eine Gesamtschau gewidmet.

Mehr dazu in Die Kunst der Verweigerung

Jason Segel bekam „goldene“ Puddingschüssel

Der „Hasty Pudding Award“ kann sich nicht mit einem Golden Globe oder einem Oscar messen. Aber der witzige Preis von Theaterstudenten der Harvard-Universität lockt jedes Jahr große Stars an. Jetzt wurde der Komiker Jason Segel geehrt.

Mehr dazu in oe3.ORF.at

Lifestyle

100-jähriger Marathonläufer geht in Hongkong durchs Ziel

Ein 100-jähriger britisch-indischer Mann hat gestern beim Hongkong-Marathon die Zehn-Kilometer-Strecke in einer Stunde und 34 Minuten zurückgelegt. Der „turbantragende Torpedo“, wie Fauja Singh genannt wird, strahlte nach seiner Ankunft im Ziel über das ganze Gesicht. „Das Wetter war angenehm, der Lauf hat mir sehr gut gefallen“, zitierten ihn örtliche Medien.

Seine gute Kondition führt Singh auf seine gesunde Lebensführung ohne Nikotin und Alkohol sowie auf seine vegetarische Ernährung zurück. Im vergangenen Oktober lief Singh nach eigenen Angaben beim Toronto Waterfront Marathon als erster 100-Jähriger die gesamte Strecke von 42 Kilometern.

Kein Guiness-Rekord ohne Geburtsurkunde

Ins Guinness-Buch der Rekorde schaffte er es als ältester Marathonläufer der Welt Berichten zufolge bisher nicht, weil er keine Geburtsurkunde vorlegen konnte. Der Hongkong-Marathon, bei dem auch die halbe Strecke sowie die Zehn-Kilometer-Distanz zurückgelegt werden konnten, verbuchte dieses Jahr eine Rekordzahl von 70.000 Läufern.

Leute

Norwegisches Kronprinzenpaar aus Flugzeug gerettet

Turbulent hat der gestrige Tag für das norwegische Kronprinzenpaar und mehr als hundert weitere Flugpassagiere begonnen: Wegen eines defekten Triebwerks mussten die Insassen eines Flugzeugs der skandinavischen Airline SAS heute Früh kurz vor dem Start von Kopenhagen nach Oslo in Sicherheit gebracht werden, wie dänische Medien berichteten.

Über Notrutsche ins Freie

Kronprinz Haakon und seine Frau Mette-Marit sowie rund 130 weitere Passagiere mussten demnach auf dem Kopenhagener Flughafen Kastrup über Notrutschen das Flugzeug verlassen. Der Vorfall ereignete sich, als sich das Flugzeug vom Typ McDonnell Douglas MD-82 auf der Rollbahn zum Start bereit machte.

Ein Sprecher von SAS, Mikkel Thrane, sagte, durch das Triebwerksproblem sei Rauch in die Kabine gelangt. Die für ihre Flugangst bekannte Mette-Marit schrieb anschließend in einer Mitteilung über den Kurznachrichtendienst Twitter: „Der Vormittag war etwas turbulenter als geplant.“