Ausland

US-Höchstgericht stoppt Obamas Klimapläne

Der Oberste Gerichtshof der USA hat den ambitionierten Klimaschutzplan von Präsident Barack Obama auf Eis gelegt. Der Supreme Court blockierte die Umsetzung von Vorgaben für den CO2-Ausstoß von Kraftwerken, bis die Klagen einer Reihe von republikanisch regierten Bundesstaaten und Industrieverbänden gegen Obamas „Clean Power Plan“ gerichtlich entschieden sind.

In dem Anfang August vorgestellten Plan will Obamas Regierung erstmals landesweit verbindliche Ziele für die Reduzierung der Treibhausgase im Energiesektor vorschreiben. Im Vergleich zum Jahr 2005 soll der Kohlendioxidausstoß von Kraftwerken bis 2030 um 32 Prozent gesenkt werden. Dazu sollen vermehrt erneuerbare Energien an die Stelle von fossilen Brennstoffen und insbesondere der Kohle treten. 27 US-Bundesstaaten und mehrere Unternehmen klagten dagegen.

Die Erderwärmung und der Kampf gegen die Folgen sind in den USA ein politisch hoch umstrittenes Thema.

F: Parlament für möglichen Entzug der Staatsbürgerschaft

Die französische Nationalversammlung hat für die Aufnahme des möglichen Entzugs der Staatsbürgerschaft in die Verfassung gestimmt. Die Mehrheit der Parlamentarier votierte gestern Abend für den zweiten Teil der von Präsident Francois Hollande angestrebten Verfassungsreform. Damit sollen die Möglichkeiten ausgeweitet werden, Menschen nach einer Terrorverurteilung die Staatsbürgerschaft zu entziehen.

Bisher war der Entzug der Staatsbürgerschaft nur bei Verurteilten mit doppeltem Pass möglich, die im Laufe ihres Lebens Franzosen wurden. Künftig soll die Strafmaßnahme auch bei gebürtigen Franzosen anwendbar sein. Der zweite Teil der Verfassungsreform regelt auch die Bedingungen, unter denen Rechte aberkannt werden können, die an die Staatsangehörigkeit gebunden sind, etwa das Wahlrecht.

Ausnahmezustand in Verfassung

Die Nationalversammlung hatte am späten Montagabend bereits für eine Verankerung des Ausnahmezustands in der Verfassung gestimmt, der nach den Pariser Attentaten vom November mit 130 Toten verhängt worden war. Heute sollen die Abgeordneten über die gesamte Verfassungsreform abstimmen. Diese muss dann noch vom Senat abgesegnet werden.

Besonders die geplante Verschärfung der Möglichkeiten zum Entzug der Staatsbürgerschaft hatte in den vergangenen Wochen für heftige Kritik gesorgt. In dem Streit um die Reform trat Ende Jänner die französische Justizministerin Christiane Taubira zurück.

Westen verliert laut IISS Vorsprung beim Militär

Die technische Überlegenheit des Westen im Militärischen geht zurück. Wie der Chef des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS), John Chipman, gestern in London bei der Vorlage des Jahresberichts erklärte, führe die Verbreitung von fortgeschrittenen militärischen Fähigkeiten und von neuen und innovativen Technologien zu einer zunehmen komplexeren Balance militärischer Macht.

Langsam verliere der Westen den seit langem gehaltenen militärischen Vorsprung. Komplexe militärische Technologie wie etwa Marschflugkörper und unbemannte Drohnen seien in den vergangenen Jahren mehr Ländern zugänglich geworden als bisher.

Privatsektor mischt zunehmend mit

Komplizierte Rüstungstechnologie werde zudem zunehmend im Privatsektor entwickelt und nicht länger in staatlich finanziert Forschungseinheiten. Somit sei es für Regierungen auch schwieriger geworden, die Verbreitung dieser Technologien im Auge zu behalten.

China und Russland seien bei Entwicklung und Einsatz fortschrittlicher militärischer Fähigkeiten zunehmen aktiv. Beide Länder seien dabei, ihre militärischen Arsenale zu modernisieren, hieß es weiter. In der Golfregion könnten sich nach der Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran auch Veränderungen im militärischen Gleichgewicht ankündigen, sollte sich Teheran zu einer Modernisierung seiner Waffensysteme entscheiden.

Griechische Bauern lockern Grenzblockaden

Die griechischen Bauern haben ihre Protestblockaden an den Grenzübergängen zu Bulgarien nach bilateralen Gesprächen zwischen beiden Ländern vorübergehend aufgehoben. Bulgarische Lastwagen konnten am wichtigen Grenzübergang Kulata-Promachon gestern wieder durchfahren, berichtete das Staatsfernsehen in Sofia.

Beide Seiten hätten vereinbart, dass die Kontrollstellen tagsüber für mehrere Stunden geöffnet werden sollen, sagte Bulgariens Transportminister Iwajlo Moskowski. Die griechischen Bauern blockieren die Grenzübergänge aus Protest gegen eine Pensionsreform und neue Sparmaßnahmen der Regierung in Athen.

Die Spannungen auf der bulgarischen Seite der seit drei Wochen blockierten Grenzübergänge war gestern eskaliert. Aufgebrachte Fernfahrer hatten aus Protest gegen die griechischen Blockaden ihrerseits die Grenzübergänge gesperrt. Außenminister Daniel Mitow kündigte an, die EU-Kommission werde nach einem Schreiben aus Sofia ein Strafverfahren gegen Griechenland einleiten.

Das ärmste EU-Land Bulgarien besteht auf Entschädigung für die Verluste seiner Spediteure. Diese wurden auf rund 180.000 Euro pro Tag beziffert.

US-Geheimdienst: Nordkorea produziert wieder Plutonium

Schon der umstrittene Start einer Langstreckenrakete in Nordkorea am Sonntag hat international für harsche Reaktionen gesorgt. Der UNO-Sicherheitsrat kündigte bereits eine härtere Resolution an - unterstützt von China. Auftrieb könnte das durch eine neue Warnung aus den USA kommen. Laut einem aktuellen Bericht, den der US-Geheimdienst gestern vorstellte, nahm Nordkorea unter seinem Machthaber Kim Jong Un wieder die Produktion von Plutonium auf. Damit könnte Pjöngjang Atomwaffen bauen.

Mehr dazu in Warnung vor Atomplänen

FBI bestätigt Ermittlungen in E-Mail-Affäre um Clinton

Die US-Bundespolizei FBI hat Ermittlungen wegen der E-Mail-Nutzung der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton während deren Zeit als Außenministerin bestätigt.

In einem nun veröffentlichten Brief vom 2. Februar schrieb der FBI-Chefjurist James Baker, dass die Untersuchung „andauert“. US-Medien hatten bereits im vergangenen Sommer über die Ermittlungen berichtet. Clinton habe ihren privaten E-Mail-Server zur Auswertung an die Bundespolizei übergeben.

Keine dienstliche E-Mail-Adresse

Die Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton hatte im März 2015 zugegeben, als Außenministerin von 2009 bis 2013 keine dienstliche E-Mail-Adresse verwendet zu haben. Rund 30.000 E-Mails aus dieser Zeit händigte sie an das Außenministerium aus, die Schriftstücke wurden anschließend schrittweise veröffentlicht. Gut 30.000 weitere E-Mails, die nach ihren Angaben privater Natur waren, hatte Clinton löschen lassen.

Debatte über geheime Informationen

Die oppositionellen Republikaner werfen ihr vor, die private Adresse benutzt zu haben, um ihre Korrespondenz unter Verschluss zu halten. Clinton weist das zurück und erklärte, sie habe aus Bequemlichkeit gehandelt, um ein einziges Smartphone verwenden zu können.

Die Ermittlungen drehen sich um die Frage, ob durch Clintons E-Mail-Nutzung möglicherweise geheime Informationen preisgegeben wurden. Eine Reihe von E-Mails wurde rückwirkend als vertraulich eingestuft.

Inland

KZ-Befreite als „Belästigung“: Eklat erreicht Bundespolitik

SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim hat sich gestern erschüttert über die Aussagen des Rechtsschutzbeauftragten des Justizministeriums, Gottfried Strasser, gezeigt, der eine Grazer Justizentscheidung, wonach KZ-Befreite eine „Belästigung“ für die Bevölkerung von Mauthausen gewesen seien, für „unbedenklich“ hielt. In einer Aussendung stellte Jarolim Strasser, aber auch das System an sich infrage.

Strasser habe - „beim heutigen Kenntnisstand über die Verbrechen der Nationalsozialisten in Konzentrationslagern“ - zur Untermauerung seiner Position auf seine Kindheit in der Nähe des KZ und diesbezügliche Erinnerungen verwiesen. Aus Jarolims Sicht ist hingegen Strafrechtssektionschef Christian Pilnacek voll und ganz zuzustimmen, der die Begründung der Verfahrenseinstellung durch eine Grazer Staatsanwältin als „unfassbar und menschenverachtend“ bezeichnet hatte.

Zweifel an Strassers Eignung

In diesem Zusammenhang stellt sich für den SPÖ-Justizsprecher die Frage, „ob Gottfried Strasser die geeignete Person für den Rechtsschutzbeauftragten der Justiz darstellt“. Darüber hinaus müsse zumindest darüber diskutiert werden, inwieweit das System der Rechtsschutzbeauftragten verbessert werden könnte, so Jarolim. Strasser war erst vergangenen Herbst für weitere drei Jahre wiederbestellt worden.

Auch der Verein Gedenkdienst zeigte sich gestern empört. Man wolle nicht hinnehmen, dass 71 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges ehemalige KZ-Häftlinge in der rechten Publikation „Aula“ pauschal als „Landplage“ und „Massenmörder“ bezeichnet würden.

„Es ist beschämend, in welcher Art hier über NS-Opfer geschrieben wird und dass es keine rechtlichen Folgen für den Autor und Herausgeber geben soll. Durch die Verfahrenseinstellung setzt die Staatsanwaltschaft Graz die NS-Logik indirekt fort, dass KZ-Häftlinge Kriminelle gewesen seien, und übersieht die Täter-Opfer-Umkehr des Autors“, hieß es in einer Aussendung.

Arbeitsgruppe feilt an Pensionspapier

Die Regierung hat gestern eine politische Arbeitsgruppe eingesetzt, die bis zum 29. Februar einen gemeinsamen Entwurf für Reformen im Pensionsbereich erarbeiten soll. Mitglieder sind für die SPÖ Sozialminister Alois Stöger und der scheidende AK-Direktor Werner Muhm, auf ÖVP-Seite Finanzminister Hans Jörg Schelling und Sozialsprecher August Wöginger.

Diese Gruppe solle „kurzfristig, also bis 29. Februar, aber auch mittelfristig“ Pensionsvorschläge akkordieren, sagte eine Sprecherin von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) zur APA. Wann sich die vier zusammensetzen, wird nicht bekanntgegeben - nur so viel: „Sehr zeitnah“ soll das erste Treffen stattfinden.

Das Thema Pensionen hatte zuletzt wiederholt für raue Töne in der Koalition gesorgt. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) versprach nach dem Ministerrat, „dass wir die einzelnen Scharmützel jetzt beenden“. Auf Expertenebene hatte es am Vortag eine erste Verhandlungsrunde gegeben.

Sport

DFB-Pokal: Grillitsch trifft bei Bremer Husarenritt

Werder Bremen ist gestern überraschend in das Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen. Der Bundesliga-Nachzügler ließ sich beim Gastspiel in Leverkusen auch von einem frühen Rückstand nicht aus der Bahn werfen und drehte die Partie noch zu seinen Gunsten.

Auszeichnen konnte sich auch ÖFB-Legionär Florian Grillitsch, der den 3:1-Endstand fixierte. Im zweiten Dienstag-Spiel verkaufte sich Stuttgart gegen Dortmund lange Zeit gut, biss sich an den Borussen aber die Zähne aus.

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Ski alpin: Kunstschnee als ÖSV-Problemzone

Vincent Kriechmayr als Dritter im Super-G hat die ÖSV-Bilanz bei den Olympiatestrennen in Jeongseon aufpoliert. In der Abfahrt wurde Otmar Striedinger als bester Österreicher nur Sechster. Das Problem ortete die ÖSV-Mannschaftsführung im aggressiven Kunstschnee, der nicht den geringsten Fehler erlaubt. „Das muss unser Thema für die Olympiaabfahrt in zwei Jahren sein, wir müssen dieses Problem in den Griff bekommen. Da müssen wir den Hebel ansetzen“, so ÖSV-Herren-Chef Andreas Puelacher, der umfangreiche Tests ankündigte.

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Wirtschaft

EU prüft mögliche Manipulation am Anleihenmarkt

Die EU-Kommission prüft einem Medienbericht zufolge mögliche Manipulationen am billionenschweren Anleihenmarkt. Die „Financial Times“ berichtete, dass die Behörde deshalb etliche Banken befrage. Dazu habe sie Fragebögen an die Geldhäuser versendet. Die Untersuchungen befänden sich in einem sehr frühen Stadium. Möglich sei, dass es ein Preiskartell unter den Marktteilnehmern gegeben habe.

Von den Manipulationen betroffen seien staatlich geförderte Anleihen. Zu den Emittenten zählten unter anderen die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung sowie die deutschen Bundesländer, deren Anleihen oft mit einer impliziten oder expliziten Staatsgarantie ausgestattet seien. Ein Kommissionssprecher wollte sich nicht dazu äußern. Die EU hatte in der Vergangenheit bereits etliche Banken wegen Tricksereien an den Finanzmärkten mit milliardenschweren Strafen belegt.

„Star Wars“ verhilft Disney zu Rekordquartalsgewinn

Der jüngste „Star Wars“-Film hat dem US-Unterhaltungsriesen Disney zum Jahresende so viel Geld in die Kasse gespült wie noch nie zuvor in einem Quartal.

Der Überschuss kletterte in den drei Monaten bis Ende Dezember verglichen mit dem Vorjahreswert um 32 Prozent auf 2,9 Mrd. Dollar (2,6 Mrd. Euro), wie Disney gestern nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz wuchs um 14 Prozent auf 15,2 Mrd. Dollar.

Analysten hatten wegen des großen Erfolgs des Blockbusters „Das Erwachen der Macht“ mit einem besonders guten Ergebnis gerechnet. Der siebente Teil der Sternenkrieger-Saga hatte die erste Milliarde bereits zwölf Tage nach dem Kinostart im Dezember eingespielt - so schnell wie kein anderer Film zuvor. Der Rekordquartalsgewinn übertraf die Erwartungen aber noch. Die Disney-Aktie stieg nachbörslich zunächst um 2,8 Prozent.

Telekom Austria drehte Nettoergebnis 2015 ins Plus

Die teilstaatliche Telekom Austria (TA) hat erwartungsgemäß ein gutes Ergebnis für das Jahr 2015 präsentiert. Das Nettoergebnis drehte von minus 185,4 auf plus 392,8 Mio. Euro.

Der Umsatz lag stabil bei 4,03 Mrd. Euro, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 6,7 Prozent auf 1,373 Mrd. Euro zu.

Der Ausblick wurde beibehalten. Es wird ein Umsatzplus von rund einem Prozent erwartet, das Dividendenziel liege weiterhin bei 0,05 Euro je Aktie, teilte die TA am Abend ad hoc mit. Weitere Zahlen wurden vorerst nicht veröffentlicht.

Airbus A321neo auf Erstflug

Der Airbus A321neo mit neuen Triebwerken des Herstellers CFM International hat von Hamburg aus seinen erfolgreichen Erstflug absolviert. Der Jet aus der Airbus-Serie für Mittelstreckenmaschinen hob vom Werk im deutschen Finkenwerder zu einem fünfeinhalbstündigen Testflug ab, wie der europäische Flugzeughersteller gestern mitteilte.

Weiter Probleme bereitet unterdessen der A320neo mit neuen Triebwerken des US-Herstellers Pratt & Whitney. Mit den Kunden würden aktuell Gespräche über neue Auslieferungstermine geführt, bestätigte ein Airbus-Sprecher in Toulouse. Berichte über Verzögerungen von rund zwei Monaten wollte Airbus nicht bestätigen. Es gebe „Verschiebungen“ der Auslieferungen. Wichtig sei das Ziel, bis zum Jahresende insgesamt 650 Maschinen aller Modelle auszuliefern.

Ende Jänner war der erste A320neo in Hamburg an die Lufthansa übergeben worden. Der eigentlich geplante Erstkunde Qatar Airways hatte die Abnahme des ersten Jets abgelehnt. Kritik zielte auf die neuen Triebwerke, die zur Kühlung aktuell noch Extralaufzeiten brauchen. Airbus und die Triebwerkshersteller werben mit deutlichen Einsparungen beim Kerosinverbrauch in der neo-Klasse.

Chronik

Mordverdächtiger Brite nach 23 Jahren in Berlin gefasst

Die britische Polizei hat 23 Jahre lang nach ihm gesucht, nun sind die Kollegen in Berlin fündig geworden: Ein inzwischen 60 Jahre alter Brite, der 1993 einen Mord begangen haben soll, wurde in der deutschen Hauptstadt festgenommen.

Wie die Berliner Polizei gestern mitteilte, wurde der Mann gestern in der Friedrichstraße in Berlin-Mitte gefasst. Er soll 1993 in Großbritannien mit zwei Mittätern einen Menschen erschossen haben.

Seitdem sei er auf der Flucht gewesen - er habe in mehreren Ländern und unter mindestens 15 verschiedenen Personalangaben gelebt. Über Geldtransaktionen wurden die Ermittler nun auf den mutmaßlichen Täter aufmerksam. Er werde der britischen Polizei übergeben.

Vier Festnahmen nach Handgranatenangriff in Deutschland

Eineinhalb Wochen nach dem Anschlagsversuch mit einer Handgranate auf ein Flüchtlingsheim im deutschen Bundesland Baden-Württemberg sind vier Tatverdächtige festgenommen worden. Nach Angaben der Polizei in Tuttlingen wurden die Männer im Alter zwischen 22 und 37 Jahren gestern und am Montag festgenommen, gegen drei von ihnen wurde Haftbefehl erlassen.

Fremdenfeindlicher Hintergrund ausgeschlossen

Die Männer hätten „überwiegend“ einen osteuropäischen Migrationshintergrund und arbeiteten im Sicherheitsgewerbe, hieß es weiter. Der Anschlagsversuch hatte deutschlandweit für Entsetzen gesorgt.

Die Täter hatten Ende Jänner eine Granate auf das Gelände einer Unterkunft in Villingen-Schwenningen geworfen, die jedoch nicht explodierte. Die Polizei schloss zunächst einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus und ermittelte in alle Richtungen.

Nun erklärten die Beamten, Konflikte zwischen den in der Region tätigen Sicherheitsunternehmen dürften das Motiv für den Angriff gewesen sein. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund könne ausgeschlossen werden. Zu Details wollte sich die Polizei wegen der laufenden Ermittlungen nicht äußern. Im Zusammenhang mit dem Angriff wurden mehr als hundert Menschen verhört.

Copyright-Streit um „Happy Birthday“ kurz vor Beilegung

Ein seit 2013 andauernder Streit um die Urheberrechte am weltberühmten Geburtstagsständchen „Happy Birthday to You“ steht kurz vor der Beilegung. Einer jetzt einem Bundesgericht in Los Angeles vorgelegten Vereinbarung zufolge will das Unternehmen Warner/Chapell Music 14 Millionen Dollar (12,6 Millionen Euro) als Ausgleich dafür zahlen, dass es Tantiemen einnahm, obwohl das Werk mittlerweile als öffentliches Liedgut gilt.

Ein Drittel der Summe soll an die Kläger gehen, bei denen es sich um die Macher eines Dokumentarfilms handelt, der Rest wird unter denjenigen aufgeteilt, die bislang Tantiemen an Warner zahlten. Der Einigung beider Seiten müssen jetzt nur noch die Bundesrichter zustimmen. Der Konzern hatte bisher unter anderem bei Film- und Fernsehproduktionen Tantiemen erhoben. Mit der Einigung will er nun anerkennen, dass „Happy Birthday“ öffentliches Liedgut und damit grundsätzlich rechtefrei ist.

Bereits im September hatte ein Bundesrichter in Los Angeles geurteilt, dass der Konzern kein gültiges Urheberrecht an dem Lied besitze und es auch Musikern möglich sein muss, das Ständchen kostenfrei darzubringen.

Millionen Dollar an Tantiemen

Ursprünglich geklagt hatten eine Musikerin und ein Regisseur, die einen Film über den bekannten Geburtstagssong drehten. Die Plattenfirma forderte 1.500 Dollar für die Rechte an dem Lied. Die Künstler argumentierten dagegen, dass der Ende des 19. Jahrhunderts geschriebene Song der Allgemeinheit gehöre und es kein gültiges Copyright gebe.

Warner hatte 1988 die Firma gekauft, die zuvor das Urheberrecht an „Happy Birthday“ für sich beanspruchte. Seitdem nahm der Konzern nach Schätzungen der „Los Angeles Times“ jährlich rund zwei Millionen Dollar an Tantiemen ein. „Happy Birthday“ ist laut dem Guinnessbuch der Rekorde das meistgesungene Lied in englischer Sprache. Es wurde ursprünglich für Kindergärten geschrieben und hatte den Titel „Good Morning to All“ (Guten Morgen an alle).

Religion

Papst-Schwindelei über Telefonat mit Merkel?

Ein Telefonat zwischen der deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem Papst, in dem sich die Merkel laut Franziskus verärgert gezeigt haben soll, hat offenbar nie stattgefunden. Ein Sprecher der deutschen Regierung sagte dazu gestern in Berlin, „dass die Bundeskanzlerin sich nicht an einen Anruf beim Papst erinnern kann“. „Und sie schätzt ansonsten jede Begegnung mit ihm außerordentlich“, fügte er hinzu.

Die italienische Tageszeitung „Corriere della Sera“ hatte den Papst am Montag mit den Worten zitiert, er habe einen Anruf von Merkel erhalten, in dem sie ihn für Äußerungen zu Europa kritisiert habe. „Sie war ein bisschen verärgert, weil ich Europa mit einer unfruchtbaren Frau verglichen habe“, habe Franziskus gesagt. Merkel habe auf die Papst-Rede vor dem EU-Parlament im November 2014 reagiert.

„Sie hat mich gefragt, ob ich tatsächlich der Meinung sei, Europa könne keine Kinder mehr bekommen“, sagte der Papst laut der Zeitung. Er habe geantwortet, dass Europa das durchaus könne, „weil Europa starke und tiefe Wurzeln hat“. „In seinen dunkelsten Momenten“ habe der Kontinent „gezeigt, dass er unerwartete Ressourcen hat“. Vor dem EU-Parlament hatte der Papst Europa als „Großmutter“ bezeichnet, die „nicht mehr fruchtbar und dynamisch“ sei.

Science

Gesundheit

Erstes Tageshospiz für Kinder in Wien

In Wien eröffnet morgen das erste Wiener Tageshospiz für Kinder. Das Kinderhospiz Netz will damit Eltern von pflegebedürftigen Kindern die Möglichkeit geben, ihr Kind tageweise betreuen zu lassen. Kosten entstehen keine.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Kinderärztemangel: Volksanwaltschaft prüft

Nach der Aufregung um Engpässe in der kindermedizinischen Versorgung in Wien schaltet sich nun die Volksanwaltschaft ein. Es werde ein amtswegiges Prüfverfahren geben, hieß es. Anlass sind Aussagen seitens des Sozialversicherungsträger-Hauptverbandes.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Lange Wartezeiten für Kinder

Kaum zehn Prozent aller Kinder, die an Wochenenden mit ihren Eltern die Ambulanz aufsuchen, benötigen akute Hilfe. Das sorgt für lange Wartezeiten - denn die Ambulanz der Kinderklinik am LKH Graz ist nur für schwere Fälle zuständig.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Lifestyle

„Beyonce Bounce“ wird zur neuen Abfahrtshocke

Der „Beyonce Bounce“, die neuste Tanzbewegung von US-Sängerin Beyonce Knowles, präsentiert bei der Pausenshow der Super Bowl, entwickelt sich zum Renner in Sozialen Netzwerken in Kurzvideo- und GIF-Formaten.

Beim „Beyonce Bounce“ wird die tiefe Hocke nie verlassen - und Füße müssen dabei nach vorne und hinten springen. Wer dabei noch die Beyonce-Wippbewegung zustande bringt, hat Chancen auf ein effektiveres Training, als man es früher bei der Ski-Telegymnastik mit Hansi Hinterseer und Co. je hätte simulieren können.

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Kultur

Cerha in Komponistenleben „hineingeschlittert“

„Ich habe mich in meinem Leben eigentlich nie um etwas bemüht (...). In diese Laufbahn des Komponisten bin ich geschlittert.“ Friedrich Cerha wird am 17. Februar 90 Jahre alt. In Österreich, Deutschland und England wird der Jubilar ausgiebig gefeiert - mit Konzerten, Vorträgen und Ausstellungen. Und im Ö1-„Kulturjournal“ mit einem fast sendungsfüllenden Gespräch - über das bildnerische und kompositorische Schaffen, Unabhängigkeit und Widerstand.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Neue Regeln für Oscar-Reden: Dankesmarathon verboten

Die Dankreden bei den Oscar-Verleihungen sollen entschlackt werden. Wie die Organisatoren der Academy Awards mitteilten, wurde für die Vergabe der beliebten Hollywood-Filmpreise am 28. Februar ein neues Reglement erlassen.

Gemäß den neuen Regeln sollen sich die Empfänger der Preise in ihren 45-Sekunden-Dankreden auf ihre Hauptbotschaft konzentrieren - jedoch nicht auf die Dankesworte für Mama, Papa, die „Academy“ und ihre sonstigen Lieblinge.

Die neuen Regeln wurden beim traditionellen Vortreffen der Oscar-Nominierten erläutert, das Montag Abend (Ortszeit) in Beverly Hills stattfand. Die Oscar-Kandidaten können an die Organisatoren der Preisverleihung eine Liste mit den Namen aller Menschen übergeben, denen sie sich zu Dank verpflichtet fühlen. Die Namen werden dann schriftlich eingeblendet.

Leute

Hollywood-Diva Zsa Zsa Gabor im Krankenhaus

Der 99-jährigen Hollywood-Diva Zsa Zsa Gabor steht eine Operation bevor. Die Ärzte wollen der früheren „Miss Ungarn“ eine neue Magensonde einsetzen, teilte ihr neunter Ehemann, Frederic Prinz von Anhalt (72), am Dienstag der dpa mit.

„Das macht mir natürlich Angst, denn dieser Eingriff findet unter Narkose statt“, sagte der gebürtige Deutsche. Die Operation solle innerhalb der nächsten Tagen stattfinden. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

Einlieferung nach Atembeschwerden

Zwei Tage nach ihrem 99. Geburtstag am Samstag war Gabor am Montag mit Atembeschwerden per Notarztwagen in das Ronald Reagan UCLA Medical Center in Los Angeles gebracht worden. Von Anhalt zufolge sei es zu Wasser in der Lunge und Fieber gekommen, nachdem sich zunächst viel Schleim im Hals gesammelt habe. Das Pflegeteam im Haus des Paares habe nicht weiter helfen können.

Nach einer Beinamputation im Jahr 2011 und mehreren Schlaganfällen ist die Schauspielerin schon länger bettlägerig und muss rund um die Uhr gepflegt werden. Über eine Magensonde wird sie künstlich ernährt.