Inland

Faymann gegen „Automatismen“ bei Volksbegehren

Seine Sympathie für den Ausbau der direkten Demokratie unterstrich heute Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) in der Fragestunde des Nationalrates.

Er würde einen Vorschlag für eine Volksbefragung nach einem erfolgreichen Volksbegehren „sehr ernsthaft unterstützen“ - aber nur wenn die Wahrung von Grund- und Minderheitsrechten und ein „gestaltendes Eingreifen“ des Parlaments bei der Fragestellung sichergestellt ist. Einen „Automatismus“ lehnt er ab.

Derzeit liege ihm noch kein Antrag vor, den er als Regierungschef kommentieren oder politisch bewerten könnte, so Faymann. Er ersuchte die Abgeordneten, einen gemeinsamen Vorschlag zu erarbeiten. Derzeit liegt ein Kompromissvorschlag der Opposition vor, der eine verbindliche Volksbefragung nach einem Volksbegehren mit mehr als vier Prozent Unterstützung vorsieht, den auch die ÖVP als richtigen Weg beurteilt.

Anliegen sollen „nicht in Schublade verschwinden“

Faymann hat allerdings Zweifel, dass eine Regelung einfach zu formulieren ist. „Der Teufel liegt im Detail“, meinte er - etwa in der Frage, welche Rolle das Parlament bei der Fragestellung der Volksbefragung spielt und über welche Themen es keine Befragung geben darf.

Dass Grund-, Minderheitsrechte und religiöse Rechte ausgenommen sein müssten, sei „leicht ausgesprochen“, aber wohl nicht so leicht festzuschreiben. Wenn aber ein Weg dafür gefunden wird, stünde er der Idee positiv gegenüber, dass ein Volksbegehren ab einer gewissen Anzahl von Unterstützern „nicht in der Schublade verschwindet“.

Koalitionsverhandlungen in Salzburg begonnen

Mit deutlicher Mehrheit haben sich die Grünen gestern Abend für das Koalitionsangebot der ÖVP entschieden. Heute begannen Detailverhandlungen über eine neue Landesregierung. Auch das Team Stronach (TS) nimmt daran teil.

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SPÖ bereitet sich auf Gang in Opposition vor

Während die Grünen die Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP und dem TS beschlossen, erreichte die Stimmung der Sozialdemokraten den Gefrierpunkt. Nach 68 Jahren dürfte die SPÖ in Salzburg aus der Regierung fliegen. Der Gang in die Opposition ist für die SPÖ bitter.

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Nationalrat beschließt Finanzrahmen bis 2017

Der Nationalrat beschließt heute den Finanzrahmen des Bundes für die Jahre 2014 bis 2017. Auch die Reform der Sportförderung und eine Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes stehen auf dem Programm. Zu Beginn stellt sich Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) den Fragen der Abgeordneten. Im Rahmen der Finanzdebatte will er zudem vom EU-Gipfel in Brüssel berichten.

Das Gleichbehandlungsgesetz bringt Verbesserungen beim Diskriminierungsschutz, allerdings nicht das von SPÖ und Grünen gewünschte „Levelling-up“. Dieses hätte Diskriminierung auch für öffentliche Güter und Dienstleistungen verboten, also etwa auf dem Wohnungsmarkt.

Beim Sport geht es um 80 Millionen Euro pro Jahr aus Glücksspieleinnahmen, von denen 50 Prozent für den Spitzensport, 45 Prozent für den Breitensport und fünf Prozent für die zentralen Sportorganisationen reserviert sind.

Verkehrs- und Umweltmaterien behandelt

Unter den Beschlüssen vom Vortag fand sich etwa eine Novelle des Luftfahrtgesetzes, die Regeln für Hubschrauberlandeplätze bei Krankenhäusern und für unbemannte Fluggeräte schafft. Im Umweltbereich wurden sektorale Emissionshöchstmengen bis 2020 verankert und zusätzliche Förderungsmittel für Investitionen in die Wasserver- und -entsorgung freigemacht. Eine Änderung des Strahlenschutzgesetzes diente der Rücknahme der Zuständigkeitsübertragung von den Ländern an die Bezirke.

Zum Abschluss startete die FPÖ einen weiteren Versuch, Untersuchungsausschüsse als Minderheitenrecht zu verankern. Der Antrag wurde dem Geschäftsordnungsausschuss zugewiesen.

Radfahren in Wien: Rot-grüner Grundsatzbeschluss

Einen Grundsatzbeschluss für den Radverkehr haben SPÖ und Grüne im Wiener Gemeinderat beschlossen. Die Rahmenbedingungen für Radler sollen verbessert werden. Fahren gegen Einbahnen soll möglichst flächendeckend erlaubt werden.

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Karenz schadet Karriere der Frauen

Frauen, die Kinder bekommen und in Karenz gehen, bleiben nicht nur relativ lang vom Arbeitsmarkt weg. Sie müssen bei der Rückkehr in den Job auch ziemliche Einkommenseinbußen hinnehmen. Das macht das neu vorgestellte „Wiedereinstiegsmonitoring“ der Arbeiterkammer deutlich. Während sich Väter relativ leichttun, in den Job zurückzukehren und die Einkommenshöhe zu halten, finden sich Frauen dann nicht selten in der Teilzeitfalle wieder.

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Ausland

EU macht Rückzieher bei Olivenölverordnung

Das von der EU-Kommission geplante Verbot von Kännchen mit Olivenöl auf den Tischen von Restaurants kommt nicht. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos zog den Vorschlag einer entsprechenden EU-Verordnung heute zurück.

„Wir haben diesen Vorschlag nicht ausreichend mit den Konsumentenstaaten besprochen“, sagte Ciolos in Brüssel. Vor allem in den nördlichen EU-Staaten war heftige Kritik am geplanten Verbot von Ölkännchen in Lokalen geübt worden. In den Produzentenländern habe es viel Unterstützung gegeben, sagte der Kommissar.

OLAF-Chef wehrt sich gegen Rufe nach Rücktritt

Der Chef der EU-Betrugsbekämpfungsbehörde OLAF, Giovanni Kessler, hat Forderungen des Europaparlaments nach seinem Rücktritt im Zuge der Dalli-Affäre zurückgewiesen. Er sehe keinen Grund für einen Rücktritt. „Wenn OLAF eine Straftat begangen hat, hätte ich nicht zurückzutreten, dann müsste ich ins Gefängnis“, sagte Kessler heute in Brüssel am Rande der Präsentation des Jahresberichts 2012.

Kessler verteidigte neuerlich das Vorgehen von OLAF bei den Untersuchungen in der Affäre um den früheren EU-Gesundheitskommissar John Dalli. Manche Berichterstattung in der Causa sei „verleumderisch, unbegründet und unfair“ gewesen. Wenn jemand einen Klagsgrund sehe, solle er zu Gericht gehen. OLAF habe sich bisher in der Causa zurückgehalten, jedoch lediglich im Bewusstsein, korrekt gehandelt zu haben.

Kessler sieht „Vertrauen nicht geschwächt“

Der Rücktritt Dallis und die Untersuchungen durch OLAF haben zuletzt für wachsende Kritik an der EU-Betrugsbekämpfungsbehörde gesorgt. Ein Freund von Dalli soll für seinen angeblichen Einfluss auf Gesetzesvorschläge zur Bekämpfung des Rauchens 60 Millionen Euro Bestechungsgelder von der Tabakindustrie gefordert haben. Einen Beleg dafür, dass Dalli davon wusste, hat OLAF nicht in der Hand - die Behörde beruft sich stattdessen auf „unzweideutige Indizienbeweise“.

Vor allem im EU-Parlament, auch durch Vizepräsident Othmar Karas (ÖVP), wurde zuletzt der Ruf nach einem Rücktritt von Kessler laut. Die Brüsseler Behörde sah dazu keinerlei Anlass und verwies außerdem auf die Unabhängigkeit von OLAF. Das Vertrauen in die EU-Antikorruptionsbehörde sei keineswegs geschwächt, so Kessler. Im Gegenteil seien seither viel mehr Anzeigen und Informationen über Missstände bei OLAF eingelangt.

US-Pfadfinder stimmen über homosexuelle Mitglieder ab

Die US-Pfadfinder wollen entscheiden, ob offen homosexuelle Jugendliche Mitglieder der Organisation werden dürfen. 1.400 Chefs von Pfadfindergruppen aus dem ganzen Land stimmen heute bei einem Treffen in Texas über eine Änderung der Statuten ab.

Jugendlichen soll demnach die Mitgliedschaft nicht mehr nur aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verwehrt werden. Die Frage ist vor allem deshalb umstritten, da viele der mehr als 100.000 US-Pfadfindergruppen von religiösen Organisationen unterstützt werden.

Schon jahrelange Diskussion

Derzeit dürfen offen Homosexuelle in den USA nicht den Pfadfindern beitreten. Die Organisation diskutiert eine Änderung dieser Regelung bereits seit mehr als zehn Jahren.

Im vergangenen Jahr stimmten die 80 Mitglieder des nationalen Komitees der Pfadfinder für eine Beibehaltung des Verbots. Diese Entscheidung führte zu landesweiten Protesten. Befürworter einer Änderung sammelten 1,8 Millionen Unterschriften, auch US-Präsident Barack Obama sprach sich für die gleiche Behandlung von Lesben und Schwulen aus. Unterstützung kam überraschenderweise auch von den konservativen Mormonen.

Mehrheit weiter für Verbot

Den Pfadfindern droht jedoch ein Mitgliederschwund, sollten die Delegierten für die Aufnahme von schwulen Mitgliedern stimmen. Laut einer internen Umfrage befürworten 61 Prozent eine Beibehaltung des Verbots. Auch könnten viele Religionsgemeinschaften ihre Unterstützung streichen. Auch wenn die Änderung angenommen wird, soll das Verbot für homosexuelle Erwachsene als Pfadfinder-Feldmeister bestehen bleiben.

Chamenei vor Iran-Wahl in der Zwickmühle

Der mächtige Wächterrat im Iran hat drei Wochen vor der Präsidentenwahl den Weg für einen regimetreuen Nachfolger von Mahmud Ahmadinedschad geebnet: Von den fast 700 Bewerbern für das Amt wurden lediglich acht zugelassen, sieben davon aus dem religiös-konservativen Lager. Jegliche Hoffnung auf einen Kurswechsel in dem Land wurde damit im Keim erstickt.

Mit dem Ausschluss von Ex-Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani hat sich die oberste Führung jedoch keinen Gefallen getan, sind sich Beobachter einig. Nimmt der oberste geistliche Führer, Ajatollah Ali Chamenei, die Entscheidung zurück, könnte ein unliebsamer Kandidat die Wahl zu gewinnen - bleibt er dabei, droht eine heftige Protestwelle.

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Amnesty kritisiert Diskriminierung in Ungarn

Im Jahresbericht 2013 von Amnesty International (AI) werden „Besorgnisse“ wegen der „potenziell diskriminierenden Auswirkung“ des neuen ungarischen Grundgesetzes formuliert. Das Gesetz wird hart kritisiert, da es Möglichkeiten für die Beschneidung der Menschenrechte biete.

Der Bericht erinnert an das seitens der Europäischen Kommission gegen Ungarn eingeleitete Verfahren, da das Land hinsichtlich der Altersgrenze der Richter und Staatsanwälte sowie der Unabhängigkeit der Datenschutzbehörde nicht die einschlägigen EU-Rechtsregeln anwandte.

Roma Opfer rassistischer Gewalt

Der AI-Bericht nennt Beispiele für Diskriminierung in Ungarn wie die gleichgeschlechtlicher Paare. Die Roma seien auch weiterhin Opfer rassistischer Gewalt, erinnert der Bericht. Dabei seien die für die Angriffe auf Roma unter Verdacht stehenden Angeklagten – zwischen 2008 und 2009 wurden sechs Roma ermordet, darunter ein kleines Kind - noch immer nicht verurteilt.

Kritik übt der Bericht auch am Auftreten der Behörden gegen die „Selbstjustiz“ von marschierenden Gruppen mit dem Ziel der Einschüchterung von Roma, der Drohung mit Gewalt. Die Behörden hätten „zu langsam und nicht entsprechend reagiert“ wie in den Orten Gyöngyöspata und Devecser.

Medien unter „politischer Lenkung“

Der Bericht erinnert weiters an die Proteste von Zivilorganisationen gegen das neue, das Verfassungsgericht betreffende Gesetz. Dieses würde „vernunftwidrige Hindernisse“ aufstellen, wenn sich Bürger im Zusammenhang mit Missbrauch der Menschenrechte an das Verfassungsgericht wenden wollen.

Laut Bericht würde das Mediengesetz die Medien auch weiter „unter politische Lenkung“ stellen. Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR habe Ungarn zudem wegen der Behandlung von Asylwerbern kritisiert.

150 Jahre SPD: Gauck würdigt Leistungen der Sozialdemokratie

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck hat die historischen Leistungen der SPD gewürdigt. In seinem Grußwort beim heutigen Festakt zum 150. Geburtstag der deutschen Sozialdemokratie lobte Gauck besonders den reformerischen Ansatz der SPD.

„Es war die SPD, die den mühsamen, aber schließlich mehrheitsfähigen Weg beschritt, das Leben der Menschen konkret Stück für Stück zu verbessern, anstatt utopische Fernziele zu proklamieren“, sagte Gauck. Dagegen habe die kommunistische Weltbewegung „eine neue Klasse der Machtbesitzenden“ geschaffen und „die alte durch eine neue Ohnmacht“ ersetzt.

Frauenwahlrecht erkämpft

Der SPD „verdanken wir die ersten Arbeitsschutzgesetze und das Frauenwahlrecht“, sagte Gauck weiter. Auch die erste deutsche Demokratie, die Republik von Weimar, wäre wohl nicht zustande gekommen, wenn nicht Sozialdemokraten den Mut gehabt hätten, sich für die politische Zusammenarbeit mit den gemäßigten Kräften der bürgerlichen Mitte einzusetzen.

„Vor allem haben die Sozialdemokraten diese Demokratie länger und tapferer verteidigt als die meisten anderen Demokraten“, verwies Gauck auf den Widerstand gegen den Aufstieg der Nationalsozialisten.

Kernforderungen weiter aktuell

Die Kernforderungen der SPD blieben auf immer neue Weise aktuell, hob Gauck hervor: „Freiheitsrechte, soziale Gerechtigkeit und politische Teilhabe.“ Gleichwohl müsse sich die SPD heute neuen Herausforderungen stellen, etwa Protestbewegungen und Bürgerinitiativen.

Solche neuen Beteiligungsformen seien „eine wichtige Ergänzung, aber kein Ersatz für die repräsentative Demokratie“. Indirekt lobte Gauck die rot-grüne Reformpolitik der Agenda 2010: Gerade solche Entscheidungen, die kurzfristigen Parteiinteressen widersprechen, „waren oftmals verantwortungsbewusste Entscheidungen für das ganze Land“.

TV-Hinweis

NR-Sitzung in ORF III und im Livestream

Die Nationalratssitzung ist derzeit in ORF III und im Livestream in tvthek.ORF.at zu sehen.

Wirtschaft

Star Alliance legt Streit mit Brüssel bei

Das Airline-Bündnis Star Alliance mit der AUA-Mutter Lufthansa hat den Streit mit der EU-Kommission über seine Flugkooperation auf den lukrativen Transatlantikrouten beigelegt. Die drei Airlines Lufthansa, United und Air Canada haben zugesagt, die Verbindungen zwischen Frankfurt und New York stärker für Wettbewerber zu öffnen.

Diese Absprache sei nun für zehn Jahre rechtlich verbindlich, teilte die EU-Kommission heute in Brüssel mit. Lufthansa, United und Air Canada arbeiten im weltgrößten Flugbündnis Star Alliance zusammen. Um die Vormachtstellung auf der Strecke Frankfurt - New York zu verringern, treten die Airlines nun anderen Fluggesellschaften einen Teil ihrer Start- und Landerechte in Frankfurt und New York ab.

Zudem wollen sie Konkurrenten ermöglichen, Anschlusstickets auf Star-Alliance-Flüge anzubieten. „Als Ergebnis wird der Wettbewerb auf der Strecke Frankfurt - New York besser werden“, schrieb die EU-Kommission. Die Brüsseler Wettbewerbshüter hatten sich eingeschaltet, weil sie befürchteten, dass wegen der Kooperation der Star Alliance bei Flugplan und Ticketverkauf die Preise zu hoch bleiben würden.

Nowotny revidiert EU-Wirtschaftsprognose nach unten

Nach Einschätzung von EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny wird die derzeitige EU-Wirtschaftsprognose nicht halten. Die Wirtschaftsentwicklung in der Euro-Zone könnte im laufenden Jahr schlechter ausfallen als von der Europäischen Kommission zuletzt erwartet, sagte Nowotny heute bei einer Pressekonferenz.

Die EU-Kommission hatte für den Euro-Raum mit einem Minus von 0,4 Prozent gerechnet. Eine exakte Einschätzung, wie weit die tatsächlichen Resultate seiner Meinung nach noch unter dieser Prognose liegen werden, gab Nowotny nicht. Der Nationalbank-Gouverneur unterstrich jedoch, die Notenbanken müssten weiterhin die Wirtschaft mit Spezialmaßnahmen stützen.

„Es war richtig und es ist auch heute richtig, dass die Notenbanken so massiv intervenieren“, sagte Nowotny. Wie ein guter Arzt würden auch die Zentralbanken die Nebenwirkungen ihrer Schritte beobachten und diese nach Möglichkeit niedriger dosieren. „Derzeit ist das aus meiner Sicht noch nicht der Fall“, so Nowotny.

Chinas Industrie schrumpft - Börsen nervös

Chinas Wachstumskräfte erlahmen zusehends und lösen Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft aus. Die Geschäfte der Industrie in China sind einer Umfrage zufolge im Mai erstmals seit sieben Monaten wieder geschrumpft. Der heute veröffentlichte Einkaufsmanager-Index der Großbank HSBC fiel auf 49,6 Punkte und damit unter die Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Ein Alarmsignal für den Rest der Welt, wie Ökonomen meinen: „Da China wichtige Impulse für die globale Wirtschaft hätte liefern sollen und diese ausfallen, ist es um die Weltkonjunktur in diesem Jahr nicht besonders gut bestellt“, warnte Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank.

Kurse in Asiens und Europa geben nach

Die enttäuschenden Konjunkturdaten aus China lösten an der Börse in Tokio den heftigsten Kurseinbruch seit der Atomkatastrophe von Fukushima aus. Der Leitindex Nikkei sackte um 7,3 Prozent auf 14.483 Punkte ab. Auch der DAX in Frankfurt ging um knapp drei Prozent in die Knie.

Sorge bereitet den Börsianern insbesondere, dass der Auftragseingang in China zurückging. Der entsprechende Index fiel auf 49,5 Punkte, der schwächste Wert seit September. Die Daten verdeutlichen die Unwägbarkeiten bei der Erholung der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.

Binnennachfrage reicht nicht

Der Binnenmarkt war nicht in der Lage, das schwache Exportgeschäft auszugleichen, wie der Chefvolkswirt der HSBC für China, Qu Hongbin, schreibt. Wegen der schwachen Erholung in den USA sowie der Schuldenkrise in Europa ist die Nachfrage aus dem Ausland dürftig. „An einen schnellen Aufschwung, wie er noch nach der Krise 2008/09 zu beobachten war, glaubt wohl keiner mehr“, so Ökonom Frederik Kunze von der NordLB.

2012 weniger gefälschte Produkte abgefangen

Der Zoll hat 2012 deutlich weniger gefälschte Produkte abgefangen. Das geht aus dem aktuellen Produktpirateriebericht, der heute im Parlament vorgestellt wurde, hervor. Zurückgeführt wird der Rückgang auf mehr Aufklärung. Insgesamt 2.344 Sendungen mit gefälschten Produkten wurden demnach abgefangen und dabei 182.046 Artikel aus dem Verkehr gezogen.

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Großer Personalabbau bei Siemens VAI droht

Beim Industrieanlagenbauer Siemens VAI in Linz drohen offenbar Kündigungen. Laut Medienberichten sollen bis zu 400 Leute - etwa 250 der 1.622 Mitarbeiter zählenden Stammbelegschaft und mindestens die Hälfte der 260 Leasingarbeiter – gehen müssen.

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Sport

Bundesliga: Salzburg blickt schon auf nächste Saison

Der seit seit gestern Abend entthrohnte Meister Red Bull Salzburg nimmt die verpasste Titelverteidigung nicht allzu tragisch. Schließlich war der Meisterteller schon vor langer Zeit in weite Ferne gerückt, selbst mit einem starken Frühjahr konnte der Rückstand auf die Wiener Austria nicht mehr wettgemacht werden.

Die „Bullen“ richten bereits vor der Abschlusspartie am Sonntag gegen die Austria, bei der es nur noch ums Prestige geht, den Blick auf die nächste Saison. Geht es nach dem Willen der Fans und Spieler, soll Trainer Roger Schmidt bleiben.

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Formel 1: Alonso stichelt gegen Red Bull

Vor dem Grand Prix von Monaco am Wochenende hat Fernando Alonso den schwelenden Konflikt mit Red Bull wieder aufgenommen. Der Ferrari-Pilot, der vor knapp zwei Wochen das Rennen in Barcelona gewonnen hatte, stichelte gegen das „Superauto“ von Sebastian Vettel, der in Spanien das Podest verpasst hatte: „Wenn du einige Jahre zu einfach gewinnst, dann tust du dir danach schwer damit, einige Rennen zu verlieren“, lästerte Alonso über den WM-Führenden.

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Chronik

Misshandlungsvorwürfe gegen Polizisten

Im November des Vorjahres hat ein 36-jähriger Autofahrer in Wien einen Alkotest verweigert. Nach einer Nacht in einer Polizeizelle diagnostizierten Ärzte acht Knochenbrüche. Der Unabhängige Verwaltungssenat soll heute klären, was sich damals ereignete.

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Kutsche stürzte über Böschung: Sieben Verletzte

Bei einem Unfall mit einer Pferdekutsche gestern Nachmittag in Bad Gastein in Salzburg sind sieben Personen verletzt worden, fünf von ihnen schwer. Das Gespann war über eine Böschung gestürzt.

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Konflikt um Skilift mündet in Handgreiflichkeiten

Der Dauerkonflikt um den Skilift Dalaas in Vorarlberg ist um eine Facette reicher. Bei dem Streit wehrt sich eine Familie gegen das Autofahrverbot auf dem Zufahrtsweg, der die örtliche Skipiste quert. Es kam sogar zu Handgreiflichkeiten.

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Polizei fing Schlange auf Wiener Spielplatz

Ungewöhnlicher Einsatz für die Wiener Polizei in Wien: Eine Kindergartengruppe entdeckte auf einem Spielplatz eine Schlange. Die Polizisten fingen das eineinhalb Meter lange Reptil ein. Bei der Schlange handelt es sich um eine ungiftige Äskulapnatter.

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Drohne soll Rehkitze retten

Tierschutz der modernen Art testen derzeit Jäger im Mühlviertel. Eine Kamera, die auf einer Drohne montiert ist, soll dabei helfen, im hohen Gras versteckte Rehkitze vor dem Tod durch Mähmaschinen zu schützen.

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Jackpot bei Lotto „6 aus 45“

Kein Spieler hat bei der aktuelle Ziehung von Lotto „6 aus 45“ die sechs Richtigen auf seinem Lottoschein gehabt. Im Topf liegen 695.623,80 Euro. Es wurden folgende Zahlen gezogen:

1 10 17 20 26 41 / Zusatzzahl 19

Die aktuelle Jokerzahl lautet:

5 0 9 9 2 7

Alle Angaben ohne Gewähr

Münchner Einbrecher sorgte sich um Blumen

Einbrecher mit grünem Daumen: Während er seine Wäsche wusch, hat ein Einbrecher in München die Blumen im Garten seiner Opfer gegossen. Wie die Polizei heute mitteilte, bemerkte eine Rentnerin den Mann am Montag. Sie sollte in dem Haus ihrer Nachbarn nach dem Rechten sehen, während diese im Urlaub waren.

Der Polizei gegenüber gab der 39-Jährige freimütig zu, eingebrochen zu haben. Über das Kellerfenster kam er ins Haus. Dort hatte er sich ausgezogen und seine komplette Kleidung einschließlich seiner Schuhe in die Waschmaschine geworfen und diese eingeschaltet.

Danach hatte er sich Kleidung der Hausbesitzer genommen und etwas zu Essen gemacht. So gestärkt sei er in den Garten gegangen und habe sich dort um die Pflanzen gekümmert.

Kultur

T. C. Boyles „America“ ist Wiens Gratisbuch 2013

Das Gratisbuch der Stadt Wien stammt im Jahr 2013 von US-Autor T. C. Boyle: „America“. „Es ist mein bei weitem populärster Titel“, meinte der Autor selbst. Von 10. bis 13. September wird das Gratisbuch heuer verteilt.

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Georges Moustaki 79-jährig gestorben

Der französische Sänger und Komponist Georges Moustaki ist tot. Der berühmte Chansonnier starb heute Früh im Alter von 79 Jahren in Nizza, wie aus seinem Umfeld verlautete. Der Sohn griechischer Einwanderer war während der letzten Jahre nicht mehr aufgetreten. 2011 hatte er sich wegen unheilbarer Atemprobleme von der Bühne zurückgezogen.

Moustaki wurde am 3. Mai 1934 als Giuseppe Mustacchi in der ägyptischen Stadt Alexandria als Sohn griechischer Einwanderer geboren. Im Jahr 1951 zog er nach Paris, wo er den Sänger Georges Brassens kennenlernte und dessen Vornamen in seinen Künstlernamen aufnahm.

Moustaki schrieb rund 300 Lieder für französische Chanson-Größen wie Edith Piaf, Yves Montand und Barbara. Zu seinen bekanntesten Chansons zählt der 1958 für Piaf, mit der er damals eine Affäre hatte, geschriebene Titel „Milord“. Später sang er seine Lieder auch selbst.

„Exzesse haben mich erschöpft“

Als Sänger und Komponist blieb er seiner poetischen und stillen Musik aus griechischer Bouzouki, türkischer Flöte, französischen und lateinamerikanischen Gitarrenklängen treu. Dabei ignorierte er Kritiken, die ihm mangelnde Originalität vorwarfen.

Der Chansonnier frönte stets auch seinen Leidenschaften. „Meine Exzesse haben mich erschöpft“, sagte Moustaki dazu einmal. Aus Gesundheitsgründen musste er dann 2009 eine Europatournee absagen.

Carole King erhält als erste Frau Gershwin-Preis

Die Musikerin Carole King (71) ist gestern (Ortszeit) als erste Frau mit dem Gershwin-Preis ausgezeichnet worden, der höchsten Auszeichnung für Pop-Musik in den Vereinigten Staaten.

US-Präsident Barack Obama (51) würdigte King bei einem Empfang im Weißen Haus als „lebende Legende“. „Sie hat bis jetzt mehr als 400 Kompositionen geschrieben, die von mehr als 1.000 Künstlern aufgenommen wurden“, so Obama.

Den Durchbruch hatte die 71-Jährige mit dem Album „Tapestry“, das 1971 erschien. „Als eines der meistverkauften Alben aller Zeiten zementierte es ihren Status als eine der einflussreichsten Sängerinnen und Texterinnen, die Amerika je hatte“, sagte der US-Präsident in seiner Rede.

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Science

Top Ten der neu entdeckten Arten

Seit einigen Jahren wählt eine internationale Jury von Zoologen die auffälligsten Entdeckungen bisher unbekannter Tierarten. Auf der Top-Ten-Liste 2013 dabei: ein winziger Frosch, ein Affe mit leuchtend blauem Geschlechtsteil und ein fleischfressender Schwamm.

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Ist eine Gesellschaft ohne Wachstum möglich?

Unser Wirtschaftssystem strebt nach Wachstum, auch und gerade in der Krise. Immer mehr Menschen wollen aber nicht immer nur mehr konsumieren und produzieren, sondern suchen Glück in einem „einfacheren Leben“. Das Schlagwort dazu lautet „Postwachstumsgesellschaft“. Wie so eine Gesellschaft aussehen könnte, skizziert die Philosophin Barbara Muraca in einem ORF.at-Interview.

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Medien

Grünes Licht für neuen Journalisten-KV

Die Journalistengewerkschaft hat heute Früh grünes Licht für den neuen Journalisten-Kollektivvertrag gegeben. Die Urabstimmung ergab laut einer Aussendung ein klares Ja für das zwischen Arbeitnehmervertretern und Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) ausgehandelte Modell. 90 Prozent der gültig abgegebenen Stimmen fielen pro KV neu aus, der somit mit Juli in Kraft treten kann.

Verbesserungen für freie Dienstnehmer

Die zur Urabstimmung aufgerufenen Gewerkschaftsmitglieder stimmten dem KV neu laut Aussendung mit großer Mehrheit zu.

„Für Journalisten in ausgegliederten Bereichen, in Onlineredaktionen und für freie Dienstnehmer bringt der neue Kollektivertrag die Chance, ihren Beruf zukünftig unter fairen Bedingungen ausüben zu können, weil es erstmals auch für sie wichtige arbeits- und sozialrechtliche Rahmenbedingungen gibt. Natürlich bedeutet der Kollektivvertrag neu auch für Kollegen, die dem alten KV unterliegen, die Sicherung kollektivvertraglicher Bestimmungen“, so Gewerkschaftsvorsitzender Franz C. Bauer in der Aussendung.

Aus für 15. Gehalt

Für den Preis des „15. Gehalts“, auf das Journalisten mit dem neuen KV verzichten, werde es auch in Zukunft einen Kollektivvertrag geben, der faire Bedingungen für die gesamte Branche garantiere, so Bauer.

Mehr als 300 Mitarbeiter sollen nun allein bei den Mitgliedern des VÖZ zusätzlich nach dem neuen KV angestellt werden. Geht es nach der Gewerkschaft sollten weitere 332 Mitarbeiter dazukommen, die bei Unternehmen beschäftigt sind, die nicht direkt zum VÖZ gehören, darunter etwa die Mitarbeiter der Mediengruppe „Österreich“ und der Gratiszeitung „Heute“.

Religion

Geplanter Stupa in Linz sorgt für Aufregung

Auf dem Linzer Freinberg sorgt derzeit ein geplantes Denkmal für Aufregung bei Anrainern und bei Spaziergängern. Das buddhistische Zentrum Linz baut an der Sonnenpromenade, nahe dem Aloisanum einen Stupa für Linz.

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Lifestyle

BBC-Umfrage: Deutschland wird am positivsten gesehen

Deutschland ist einer Umfrage der BBC zufolge das Land, dessen Einfluss Menschen in aller Welt am positivsten sehen. Mit einer Zustimmung von 59 Prozent landete Deutschland mit deutlichem Vorsprung auf Platz eins vor Kanada und Großbritannien. Im Vorjahr war Japan noch an der Spitze gelegen. Das Land rutschte auf Platz vier ab.

Die BBC hatte 26.000 Menschen in 25 Ländern der Erde nach ihrer Sichtweise auf 16 Länder befragt. Auf dem letzten Platz landete der Iran knapp hinter Pakistan. Deutschland wird von 59 Prozent „überwiegend positiv“ gesehen - drei Prozentpunkte mehr als noch vor einem Jahr.

80-Jähriger bricht Altersrekord für Mount-Everest-Besteigung

Ein 80er-jähriger Japaner hat zum zweiten Mal einen Altersrekord beim Besteigen des Mount Everest aufgestellt. Heute Früh habe er den Gipfel des welthöchsten Berges in Nepal erreicht, schrieb Yuichiro Miura auf seiner Website.

Anschließend begann der Mann den Abstieg von der 8.848 Meter hohen Bergspitze, wie eine Mitarbeiterin der nepalesischen Tourismusbehörden bestätigte. Miura hielt den Altersrekord schon einmal mit 70 Jahren, wurde dann aber von einem noch älteren Bergsteiger übertroffen.

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„Wie der glücklichste Mensch der Welt“

„Ich fühle mich wie der glücklichste Mensch der Welt“, schrieb der Japaner auf seiner Website. Er könne gar nicht glauben, den Gipfel mit 80 Jahren zum dritten Mal erreicht zu haben. „So wie jetzt habe ich mich noch nie in meinem Leben gefühlt, allerdings war ich auch noch nie so erschöpft.“

Weltweites Aufsehen hatte der Extremsportler im Jahr 1970 erregt, als er als erster Mensch mit Skiern den Mount Everest hinabfuhr. Der dazugehörige Dokumentarfilm wurde später mit einem Oscar ausgezeichnet.

Vater fuhr mit 99 Mont Blanc hinunter

Miura hatte 2003 als damals ältester Bergsteiger den Gipfel des Mount Everest erreicht. Vier Jahre später wurde der Rekord jedoch von seinem 71-jährigen Landsmann Katsusuke Yanagisawa gebrochen. Im Mai 2008 erreichte der inzwischen 75-jährige Miura den Gipfel erneut - allerdings wenige Stunden, nachdem der Nepalese Min Bahadur Schertschan mit 76 Jahren einen neuen Altersrekord aufgestellt hatte.

Dieser wurde erst jetzt gebrochen. Miura liegt der Wagemut offenbar in den Genen: Sein Vater war noch mit 99 Jahren den Mont Blanc auf Skiern hinabgefahren.