Inland

Glyphosat: SPÖ will Nein auf EU-Ebene vereinbaren

Die SPÖ will im Ministerrat morgen ein österreichisches Nein zum Pflanzenschutzmittel Glyphosat auf EU-Ebene vereinbaren. Die Abstimmung der EU-Landwirtschaftsminister über die Neuzulassung des umstrittenen Mittels stehe im Herbst an. „Die Menschen haben ein Recht darauf zu erfahren, wie Österreich in dieser Frage abstimmen wird“, so Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner heute.

ÖVP-Chef Sebastian Kurz und Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) müssten in dieser Frage endlich klar Stellung beziehen, forderte Rendi-Wagner in einer Aussendung. Sie verlangt von der ÖVP in der Ministerratssitzung „ein klares Bekenntnis gegen eine Neuzulassung“.

ÖVP verhandlungsbereit

Das Landwirtschaftsministerium wies heute darauf hin, dass der Vorschlag der EU-Kommission zur Verlängerung der Zulassung von Glyphosat aus österreichischer Sicht in der aktuellen Form nicht zustimmungsfähig sei. Die zuständigen Experten der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) hätten sich nämlich für eingeschränkte Anwendungsmöglichkeiten ausgesprochen.

Außerdem habe Österreich um Aufklärung über den Vorwurf gebeten, wonach die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für ihren Glyphosat-Bericht eine Studie des Herstellers Monsanto teilweise übernommen habe. Über den von der SPÖ gewünschten gemeinsamen Regierungsbeschluss sei man in Verhandlungen, hieß es seitens des Ministeriums.

WHO: „Wahrscheinlich krebserregend“

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat wird von der WHO-Agentur für Krebsforschung als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft, von der EU dagegen als nicht krebserregend. Die EFSA empfahl daher die Verlängerung der Zulassung. Kritik am Bericht der EFSA gab es zuletzt, weil darin die Argumentation des Herstellers Monsanto teilweise wörtlich übernommen wurde.

Zahl der untergetauchten Flüchtlinge stabil

In Österreich sind heuer während des Asylverfahrens bis Ende August 4.364 Flüchtlinge untergetaucht. Setzt sich dieser Trend fort, gibt es einen leichten Rückgang gegenüber den Jahren davor. Die untergetauchten Flüchtlinge sind meistens Asylwerber, die eigentlich ein anderes Zielland hatten und dorthin weiterreisen.

2015 stieg die Zahl der Asylverfahren sprunghaft, entsprechend gab es auch mehr Personen, die sich aus dem Anerkennungsprozess verabschiedet haben. Waren es im Jahr davor nur 4.557 Asylsuchende, die untergetaucht sind, stieg die Zahl 2015 auf 7.963, im Vorjahr waren es dann 7.083. Heuer wären es hochgerechnet über 6.500. Es gab gut 17.000 Asylanträge, wobei zu beachten ist, dass noch zahlreiche Verfahren für Ansuchen aus den Jahren davor laufen.

Geld für freiwillige Unterstützer

Rückläufig sind heuer die Zahlen der freiwilligen Rückkehrer. Setzt sich der bisherige Trend fort, werden es bis Jahresende knapp 4.900 sein. Im vergangenen Jahr waren es fast 6.000. Dabei setzt das Innenministerium seit einiger Zeit darauf, freiwillige Rückkehrer mit 1.000 Euro zu unterstützen. Diese Aktion galt zunächst für 1.000 Personen, wurde nun aber laut „Kurier“ auf 1.500 aufgestockt.

Deutlich gestiegen ist dafür die Zahl der zwangsweise durchgeführten Abschiebungen. Bis Ende August waren 4.642 Fälle verzeichnet und damit beinahe schon so viele wie im gesamten Jahr 2016 (4.888).

Pilz-Papier nun Parteilinie - ohne „Österreich zuerst“

Die Liste Pilz hat jetzt eine akkordierte Position in der Integrations- und Flüchtlingspolitik. Bis auf einige Änderungen und Ergänzungen handelt es sich dabei genau um jenes Papier, mit dem Peter Pilz die Grünen im Vorjahr zu einem Kurswechsel bewegen wollte und das auch bei heutigen Mitstreitern auf Widerstand stieß. Gestrichen wurde der provokante Titel „Österreich zuerst“.

„Ja, es geht“

Pilz legte die als Arbeitsprogramm bezeichnete Neufassung gestern Abend in der ZIB2 vor, auch in Sozialen Netzwerken und auf der Parteiwebsite wurde sie veröffentlicht. Der neue Titel lautet nun nicht mehr wie jener des FPÖ-Anti-Ausländer-Volksbegehrens von 1992, sondern „Ja, es geht!“ Der Zusatz „Ein Weg nach Europa und für Europa“ wurde beibehalten. Wo im Ursprungsdokument „Europa voll“ stand, heißt es nun „Nicht alle“.

Am Wochenende hatte Pilz die strittige Wortwahl verteidigt: „Ich spiele mich immer mit scheinbar freiheitlich besetzten Begriffen. Ich schenke auch den Begriff ‚Heimat‘ oder ‚Österreich‘ nicht her“, sagte er - im Gegensatz zu anderen, die ständig die „Sprachpolizei losschicken“ würden.

Geblieben ist Pilz’ Idee, dass Österreich künftig Flüchtlinge nach Integrationschancen und größter Not selbst auswählt. Sie sollen in Lagern einer halbjährigen „Österreich-Vorbereitung“ unterzogen werden, erst dann soll die Einreise nach Österreich erfolgen.

Parteistatut online gestellt

Nach der Kritik einiger Kandidaten und Mandatare an Details seines Papiers habe man darüber diskutiert, so Pilz in der ZIB2. Das sei nun der gemeinsame Vorschlag. Gestern Abend stellte die Liste Pilz auch ihr Parteistatut online. ZIB2-Moderator Armin Wolf hatte Pilz im Interview darauf hingewiesen, dass das laut Parteiengesetz geschehen müsse.

Grüne wollen noch Beschlüsse vor der Wahl

Die Grünen glauben, noch vor der Wahl mit freien Mehrheiten diverse Gesetzesbeschlüsse durchzubekommen. Die größte Chance sieht Klubobmann Albert Steinhauser bei der Einführung der Gruppenklage, die die SPÖ auch ohne Sanktus der ÖVP durchsetzen würde. Sozialsprecherin Judith Schwentner meinte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz heute, dass auch im Pensionsbereich noch einiges umsetzbar wäre, da es entsprechende Sympathiekundgebungen dazu von SPÖ und FPÖ gegeben habe.

Steinhauser hoffte, dass es auch einen Schulterschluss in Sachen Glyphosat geben könnte. Konkret will man die Regierung im EU-Unterausschuss binden, einer verlängerten Zulassung auf europäischer Ebene nicht zuzustimmen, halte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Pestizid doch für krebserregend.

ÖVP erteilt SPÖ-Mietvorstoß Absage

Die ÖVP kann dem jüngsten Vorstoß von SPÖ-Chef und Kanzler Christian Kern zur Senkung der Mieten nichts abgewinnen. Der Wiener ÖVP-Chef Gernot Blümel warnte heute davor, dass Höchstgrenzen in Sachen Mietzins die Neubauleistung drastisch reduzieren würden. Dabei gebe es etwa in Wien schon jetzt zu wenige geförderte Wohnungen.

Keine „sachliche Lösung“

„Den Ansatz der SPÖ halte ich für nicht zielführend“, sagte Blümel. Das Konzept stelle keine „sachliche Lösung“ dar. Blümel verwies etwa darauf, dass in Wien 70 Prozent der Wohnungen privat finanziert würden: „Wenn die nach 20 Jahren keinen marktüblichen Zinssatz mehr verwenden dürfen, dann kann das nur jemand sagen, der keine Ahnung vom Wirtschaften hat.“ Kern hatte vorgeschlagen, dass nach dieser Frist ein geregelter Mietpreis gelten solle.

„Die Refinanzierungszeit von solchen Projekten ist irgendwo zwischen 20 und 30 Jahren“, si Blümel: „Das heißt, im Moment würden Investitionen wegfallen.“ Die Neubauleistung werde somit reduziert und die Wohnungsnot, die man eigentlich bekämpfen wolle, erhöht: „Deshalb verstehe ich den Vorschlag sachlich überhaupt nicht, ich verstehe ihn vielleicht populistisch-ideologisch. Aber in der Sache verschärft es die Wohnungsnot.“

Blümel für mehr Neubauten

Um im sozialen Bereich das Problem zu bekämpfen, seien andere Maßnahmen sinnvoller, so Blümel. Die Neubauleistung müsse erhöht und der Leerstand etwa bei Wiener Wohnen reduziert werden. Gleichzeitig sei eine Senkung der Betriebskosten nötig - die in Wien überdurchschnittlich hoch seien, wie der Wiener ÖVP-Chef kritisierte.

Immobilientreuhäner gegen SPÖ-Vorstoß

Auch Immobilieneigentümer und Investoren lehnen Kerns Vorschlag ab. „Dieses Universalmietrecht wäre eine Bedrohung des privaten Wohnbaus“, sagte der Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer Wien, Michael Piesecky, heute am Rande einer Pressekonferenz.

„Im Österreich-Schnitt nur vier bis sieben Euro Miete (pro Quadratmeter und Monat, Anm.) verlangen zu dürfen wäre günstiger als im sozialen Wohnbau, ohne dass es gefördert ist, und wäre damit wirtschaftlich nicht tragbar“, so der Obmann der Wiener Immobilientreuhänder. Für die Wohnversorgung der Bevölkerung brauche man aber den privaten Wohnbau.

„Trampolineffekt“: Bundesheer ließ seinen Nutzen errechnen

Das Bundesheer hat sich seinen Nutzen berechnen lassen: Die Ausgaben des Heeres hätten „durchaus einen gewissen Trampolineffekt“ für Wirtschaft und Gesellschaft, meinte Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) heute.

Das Beratungsunternehmen Mainland Economic Consultants errechnete für das Heer in einer volkswirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Analyse um rund 90.000 Euro, dass der gesellschaftliche Nutzen des Bundesheers bei einem Budget von 2,3 Milliarden Euro (2017) bei 19 Milliarden Euro liege. Das entspricht laut Studienautor Ronald Scheucher einer sozialen Rendite von rund 800 Prozent. Teilweise würden sich die Wirkungen auf mehrere Jahre beziehen, aber „mehrheitlich“ betreffen die 19 Milliarden das Budgetjahr 2017, sagte Scheucher auf Nachfrage.

37.000 Arbeitsplätze

Im Bereich Assistenz- und Unterstützungsleistungen (z. B. Katastrophenhilfe) weist die Studie einen Gegenwert von 840 Millionen Euro aus. Im Kapitel Investitionen wird etwa ein Beschäftigungseffekt von 37.000 gesicherten bzw. geschaffenen Arbeitsplätzen (Vollzeitäquivalente) durch das Ressortbudget 2017 angegeben.

Mit ganzen elf Milliarden Euro wird der gesellschaftliche Nutzen dargestellt, der durch den Einsatz des Bundesheers als „Sicherheitsdienstleister“ in der Krisenfrüherkennung, im Krisenmanagement und in der Schadensminimierung potenziell generiert wird. Basis dieser Analyse seien (risikoangepasste) Bedrohungsszenarien wie Terroranschläge gewesen, erklärte Scheucher.

Ausland

Mehr als 40 Mio. Zwangsarbeiter weltweit

Mehr als 40 Millionen Menschen sind einer Schätzung von Menschenrechtsgruppen zufolge weltweit Opfer von Sklaverei. „Ein Teil unserer Kleidung und unserer Nahrungsmittel wird von Zwangsarbeitern hergestellt, ebenso werden einige der Gebäude, in denen wir leben und arbeiten, von ihnen errichtet und gereinigt“, heißt es in dem heute veröffentlichten Bericht.

Die gemeinsame Zählung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie der Hilfsorganisationen International Organization for Migration (IOM) und Walk Free Foundation geht davon aus, dass 2016 40,3 Millionen Menschen Opfer moderner Sklaverei waren - zurückhaltend geschätzt.

Großteil weiblich

Etwa 24,9 Millionen Menschen arbeiteten der Studie zufolge gegen ihren Willen in Fabriken, auf Baustellen, Farmen und Fischerbooten. Zusätzlich erfasste die Studie 15,4 Millionen Menschen, die Opfer von Menschenhandel waren oder zwangsverheiratet wurden. Laut Bericht sind drei Viertel aller Sklaven weltweit weiblich und ein Viertel minderjährig. „Da ein großer Teil der modernen Sklaverei in Zusammenhang mit Migration steht, ist eine bessere Migrationspolitik zum Schutz von Opfern und der Verhinderung von Zwangsarbeit von fundamentaler Bedeutung“, heißt es in der Studie.

Am weitesten verbreitet sei die moderne Sklaverei in Afrika sowie im Asien-Pazifik-Raum. Die ILO und die Hilfsorganisation Walk Free erhoben für die Schätzung Daten in 48 Ländern und interviewten mehr als 71.000 Menschen. Auch Daten der IOM flossen ein.

EU will Behörde für Cybersicherheit schaffen

Angesichts rasant zunehmender Hackerangriffe hat die EU-Kommission die Schaffung einer europäischen Behörde für Cybersicherheit vorgeschlagen.

Sie solle die „Mitgliedsstaaten unterstützen, wirksam Cyberangriffe zu verhindern und auf sie zu reagieren“, erklärte die Kommission heute in Brüssel. Geplant seien „jährliche, europaweite Cybersicherheitsübungen“ sowie ein „besserer Austausch zu Informationen über Bedrohungen“.

Die Behörde solle auch bei Waren und Dienstleistungen über ein Zertifizierungssystem die Umsetzung EU-weiter Sicherheitsstandards gewährleisten, hieß es weiter. Damit solle sichergestellt werden, dass Milliarden Geräte, die Energie- und Verkehrsnetze oder vernetzte Autos und Häuser steuern, vertrauenswürdig seien. Die Zertifikate sollen dabei in allen Mitgliedsstaaten anerkannt werden, um Kosten und Verwaltungsaufwand zu reduzieren.

Auch „neue Maßnahmen“

„Kein Land kann Herausforderungen der Cybersicherheit alleine bewältigen“, sagte der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Andrus Ansip. Die Behörde wolle auch „neue Maßnahmen“ vorschlagen, um Investitionen von Unternehmen in Cybersicherheit zu fördern.

Die EU-Kommission verwies darauf, dass sich der wirtschaftliche Schaden durch Cyberkriminalität zwischen 2013 und 2017 verfünffacht habe. Studien zufolge könne er sich bis 2019 nochmals vervierfachen. Ansip sagte, einige Untersuchungen bezifferten die Kosten durch Cyberkriminalität in der EU auf mittlerweile 265 Milliarden Euro pro Jahr.

CNN: Trumps Ex-Wahlkampfchef abgehört

Der frühere Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, ist laut einem CNN-Bericht während des Wahlkampfs bis nach dem Urnengang heimlich von den Behörden abgehört worden. Manaforts Gespräche seien auf Grundlage einer geheimen Gerichtsanordnung bis mindestens Anfang dieses Jahres mitgeschnitten worden, berichtete der US-Nachrichtensender heute (Ortszeit).

Unklar sei, ob auch Gespräche mit Trump abgehört worden seien. Manafort hatte Trumps Wahlkampf von Juni bis August 2016 geleitet. Unter Berufung auf drei Quellen berichtete CNN, die abgehörten Gespräche hätten bei den Ermittlern den Verdacht genährt, dass Manafort Russland ermutigt habe, zugunsten von Trump in den Wahlkampf einzugreifen.

Keine ausreichenden Beweise für Russland-Vorwürfe?

Zwei der Quellen gaben laut Bericht allerdings an, dass die Beweise nicht ausreichend gewesen seien. Dem Bericht zufolge hatten die Behörden Manafort erstmals 2014 überwacht. Das sei im Rahmen von Ermittlungen der Bundespolizei FBI geschehen, bei der es um die Arbeit von in Washington ansässigen Beraterfirmen für die damalige Regierungspartei in der Ukraine gegangen sei. Aus Mangel an Beweisen sei die Überwachung 2016 eingestellt worden.

Auf Grundlage einer neuen Anordnung sei die Überwachung aber wieder aufgenommen und bis mindestens Anfang 2017 fortgesetzt worden, berichtete CNN. Die zweite richterliche Anordnung sei in Zusammenhang mit FBI-Ermittlungen wegen Russland-Kontakten von Trumps Team ausgestellt worden.

UNO-Vollversammlung: Von Nordkorea bis Klimaabkommen

Bei der ersten UNO-Vollversammlung unter dem neuen Generalsekretär Antonio Guterres geht es ab heute in New York um viele kontroverse Themen. Das Atomabkommen mit dem Iran, das internationale Klimaabkommen, Nordkorea und eine Reform der UNO selbst sind nur einige der vielen Punkte, die die internationale Staatengemeinschaft bilateral und im großen Kreis diskutieren will. Mit Spannung wird auch die erste Rede von US-Präsident Donald Trump vor der Vollversammlung erwartet. Er drängte bereits im Vorfeld vehement auf eine Reform der UNO - doch nicht alle Staaten unterstützen ihn.

mehr dazu in US-Vorstoß bei UNO-Reform

Wirtschaft

FMA warnt vor Bitcoin

FMA-Vorstand Helmut Ettl warnt vor digitalen Währungen wie Bitcoin. „Diese Kryptowährungen gewinnen an Wert, aber dahinter steht keine Kontrolle, dahinter steht keine Aufsicht“, so Ettl im Ö1-Mittagsjournal. Dahinter stehe ein Versprechen, und es könne sein, dass dieses Versprechen nicht eingelöst werde. „Und dann kann das Ganze massiv an Wert verlieren“, warnt Ettl.

Man solle sich nicht von den scheinbar hohen Gewinnaussichten täuschen lassen. Auch Ettl vergleicht wie kürzlich schon JPMorgan-Chef Jamie Dimon den Hype um Bitcoin mit dem Tulpenzwiebelwahn in Holland im 17. Jahrhundert. „Der Preis steigt weiter und weiter, und am Ende des Tages platzt die Blase, und viele Menschen haben viel Geld verloren“, so Ettl.

Das Problem mit Blasen sei, dass man nie ganz genau wisse, wann sie platzen. „Man weiß nur eines, sie wird platzen.“ Laut dem Ö1-Beitrag werden in Österreich noch fleißig Bitcoins verkauft, auch über die Post. Das Geschäft gehe gut, sei von dort zu hören, genauere Zahlen seien nicht zu erfahren.

Siemens Österreich liefert 35 Züge für Bangkoks U-Bahn

Siemens hat mit einem Konsortium einen Auftrag aus Thailand erhalten. Mit der thailändischen ST Electronics werden Bahntechnik und 35 Züge für die Erweiterung der U-Bahn-Linie „Blue Line“ um 28 Kilometer geliefert. Die Züge kommen aus Wien. Die Inbetriebnahme ist 2020 geplant. Der Vertrag beinhaltet auch die Instandhaltung über zehn Jahre durch Siemens, teilte Siemens Österreich heute mit.

Die neuen Züge für die bisher 20 Kilometer lange „Blue Line“, die Siemens 2004 fertiggestellt hatte, sind eine Weiterentwicklung der bestehenden Metrozüge in Bangkok. Ein Zug mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h bietet Platz für 800 Fahrgäste. Zum Auftragswert machte der Industriekonzern keine Angaben.

Neuer Höchststand: 257 Mio. Schweine in EU geschlachtet

Die Zahl der Schweineschlachtungen hat im Vorjahr mit 257 Millionen Tiere einen neuen Höchststand erreicht. Laut Eurostat war das ein Anstieg um mehr als zwei Millionen gegenüber 2015 und ein Plus von 5,2 Millionen im Vergleich zu 2006.

Deutschland wies mit 59,4 Millionen die meisten Schlachtungen von Schweinen auf. Österreich lag im Vorjahr bei 5,2 Millionen. Hinter Deutschland folgen Spanien mit 47,7 Millionen Schlachtungen, Frankreich (23,8 Millionen), Polen (21,8 Millionen), Dänemark (18,2 Millionen), die Niederlande (15,4 Millionen), Italien (11,8 Millionen), Belgien (11,2 Millionen) und Großbritannien (elf Millionen).

Trendumkehr zeichnet sich ab

2017 dürfte sich allerdings eine Trendumkehr abzeichnen. Eurostat berichtete, dass im ersten Halbjahr 2017 die Schweinefleischproduktion um 2,7 Millionen zurückgegangen ist. Diese Entwicklung wird vor allem von Deutschland (minus 700.000 Tiere), Frankreich (minus 426.000) und Großbritannien (minus 296.000) getragen.

Norwegens Staatsfonds durchbricht Billionenschallmauer

Norwegens Staatsfonds hat sein neues Rekordvolumen von einer Billion Dollar bestätigt. Das Überschreiten der Marke wurde heute von Norges Bank Investment Management mitgeteilt, die den Fonds verwaltet.

„Eine Billion Dollar zu erreichen - das ist ein Meilenstein“, sagte der Chef der Gesellschaft, Yngve Slyngstad. „Das Wachstum des Marktwerts des Fonds war atemberaubend.“

Als im Mai 1996 die ersten Öleinnahmen übertragen worden seien, habe sich noch niemand eine derartige Steigerung ausmalen können. Nach früheren Reuters-Berechnungen hat der Fonds die Billionenschwelle bereits am 12. September erreicht. Hintergrund ist der Höhenflug der weltweiten Aktienbörsen.

An etwa 9.000 Firmen beteiligt

Von allen Staatsfonds weltweit ist der norwegische der größte. Eine Billion Dollar entsprechen dem Zweieinhalbfachen der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes. Ursprünglichen Prognosen zufolge sollte der Fondswert in den 2020er Jahren das 1,3-Fache des Bruttoinlandsprodukts erreichen.

Der 1998 aufgesetzte Fonds investiert in Aktien, Anleihen und Immobilien aus mehreren Dutzend Staaten. Zuletzt war er an etwa 9.000 Firmen beteiligt und hielt 1,3 Prozent aller weltweit gehandelten Aktien. Die norwegische Regierung darf jährlich drei Prozent des Fondswertes für den Staatshaushalt verwenden. Im Etat für 2017 liegt die Quote bei 2,8 Prozent.

Sport

ÖFB-Cup: Grödig ist gegen LASK auf Revanche aus

In der zweiten Runde des Uniqa-ÖFB-Cups kommt es zur Neuauflage des Viertelfinales 2016/17 zwischen SV Grödig und dem LASK. Der Regionalligist will sich heute für das Aus revanchieren und den Bundesligisten erfolgreich ärgern. Wie man als Underdog gegen einen vermeintlich stärkeren Gegner bestehen kann, hat Landesligist SV Wimpassing gestern gezeigt. Die Burgenländer warfen den Erste-Liga-Club Blau-Weiß Linz aus dem Bewerb.

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Fußball: Bayern ohne Neuer auf Schalke gefordert

Nur drei Wochen nach seinem Comeback droht Manuel Neuer wieder eine mehrmonatige Zwangspause. Der Bayern-Torhüter erlitt gestern im Abschlusstraining für das heutige Gastspiel des deutschen Meisters bei Schalke 04 eine Fußverletzung.

Neuer droht eine erneute Operation an seinem linken „Problemfuß“. Dabei hatte er sich sehr auf das Match in seiner Heimatstadt Gelsenkirchen gefreut. Neben Neuer fällt bei den Münchnern im Duell der punktegleichen Tabellennachbarn auch Arjen Robben aus, außerdem kündigte Trainer Carlo Ancelotti noch weitere Umstellungen an.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Zweithöchste Warnstufe für Vulkan auf Bali

Auf der indonesischen Urlaubsinsel Bali sorgt ein rumpelnder Vulkan für Alarmstimmung. Der 3.030 Meter hohe Mount Agung habe seine Aktivität erhöht, sagte ein Sprecher der zuständigen Katastrophenschutzbehörde heute. Für ihn gelte nun die zweithöchste Warnstufe.

Vulkan Agung auf Bali

Reuters/Antara Foto Agency

Menschen sollten sich von einem Gebiet 7,5 Kilometer um den Vulkankrater fernhalten und wachsam bleiben. Der Chef des Bezirks Karangasem, in dem der Mount Agung liegt, verhängte eine 14-tägige Alarmbereitschaft.

1.500 Tote bei letztem Ausbruch

Der Vulkan ist bei Einwohnern und ausländischen Wanderern beliebt. Zuletzt war er in den Jahren 1963 und 1964 ausgebrochen, damals starben etwa 1.500 Menschen. Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring. In dem Gebiet treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander, es kommt oft zu Erdbeben und vulkanischen Eruptionen. In Indonesien gibt es etwa 130 aktive Vulkane.

Science

Kultur

Iran schickt Film einer Frau ins Oscar-Rennen

Der Iran schickt den Film einer Frau ins Oscar-Rennen. Das islamische Land reichte bei der Oscar-Akademie den Film „Nafas“ (Der Atem) der Regisseurin Narges Abjar als Vorschlag für die Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ ein. Die im Iran für die Auswahl zuständige Kinostiftung Farabi entschied sich nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA heute unter vier Filmen für diesen Antikriegsfilm. 

„Nafas“ handelt vom Leben der kleinen Bahar Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre in einer iranischen Provinzstadt. Abjar schildert, wie Bahar versucht, in ihrer eigenen Fantasiewelt die Islamische Revolution und den Krieg gegen das Nachbarland Irak zu verarbeiten. Die 46-jährige Abjar hatte 2012 einen Achtungserfolg mit ihrem Debütfilm „Schützengraben 143“, der wie „Nafas“ ein Antikriegsfilm ist. 

Zwei Auslandsoscars gingen in Iran

Der Iran hat in der Oscar-Kategorie für den besten ausländischen Film bereits zweimal gewonnen. Beide Male gewann der Regisseur Asghar Farhadi: 2012 mit dem Film „Nader und Simin - Eine Trennung“ und 2016 mit „Salesman“.

Die international eingereichten Kandidaten sind nicht automatisch für den Oscar nominiert. Über die fünf Nominierungen in der Kategorie „Bester nicht englischsprachiger Film“ entscheidet die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Hollywood. Die nominierten Filme sollen am 23. Jänner 2018 bekanntgegeben werden. Die 90. Verleihung des wichtigsten Filmpreises der Welt findet am 4. März 2018 in Hollywood statt.

Religion

Panorama

Statue des Kalaschnikow-Erfinders in Moskau enthüllt

In Moskau ist heute eine Statue von Michail Kalaschnikow enthüllt worden, dem Erfinder des gleichnamigen weltbekannten Sturmgewehrs. Das sieben Meter hohe Denkmal zeigt Ingenieur Kalaschnikow mit einer AK-47 in der Hand - jener Waffe, die er 1947 entwickelte und von der es weltweit mehr als hundert Millionen Exemplare gibt.

Kalashnikov Denkmal in Moskau

APA/AP/Pavel Golovkin

„Beste Charaktereigenschaften“ der Russen

Kalaschnikow habe „die besten Charaktereigenschaften“ der Russen verkörpert, etwa „ein außergewöhnliches natürliches Talent, Einfachheit und Integrität“, sagte der russische Kulturminister Wladimir Medinski bei der Zeremonie, an der auch Kalaschnikows Tochter Jelena teilnahm. Die von Kalaschnikow entwickelte Waffe sei zu einer „echten kulturellen Marke Russlands“ geworden.

Kalaschnikow war 2013 nach langer Krankheit im Alter von 94 Jahren gestorben. An seiner Beisetzung mit militärischen Ehren nahm auch Präsident Wladimir Putin teil. Kalaschnikow erhielt in der Sowjetunion und in Russland den Status eines nationalen Helden. Das Gewehr mit dem offiziellen Namen AK-47 hatte er entwickelt, als er sich von einer Verletzung aus dem Zweiten Weltkrieg erholte.

Erfinder profitierte kaum

Der Name AK-47 steht für „Automatik Kalaschnikow“ und das Jahr der Entwicklung - 1947. Das Gewehr zeichnet sich durch eine hohe Verlässlichkeit auch unter schwierigen Bedingungen aus. Es wurde unter anderem in der Flagge von Mosambik und dem Banner der libanesischen Hisbollah-Miliz verewigt.

Von dem Erfolg seiner Erfindung profitierte Kalaschnikow wenig. Er bekam kein Geld aus dem Verkaufserlös und lebte trotz zahlreicher Auszeichnungen in bescheidenen Verhältnissen.

Ostende: Deutsches U-Boot aus Erstem Weltkrieg entdeckt

Vor der belgischen Küste ist ein deutsches U-Boot aus dem Ersten Weltkrieg entdeckt worden. Das teilte der zuständige Gouverneur von Westflandern, Carl Decaluwe, heute mit. Im Wrack seien 23 Besatzungsmitglieder gefunden worden. Das Boot sei in der Nähe von Ostende gelegen.

Der Badeort an der Nordsee-Küste wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zum beliebten Urlaubsziel für das Bürgertum, war aber während des Krieges zwischen 1914 und 1918 immer wieder Ziel von Angriffen.

Leute

Melania Trump klagt gegen Werbung für Sprachschule

Melania Trump (47) findet eine Werbung mit ihrem Konterfei in Kroatiens Hauptstadt Zagreb gar nicht lustig. Die Anwälte der US-First-Lady hätten eine Klage angekündigt und verlangten die Entfernung der umstrittenen Plakate innerhalb von 24 Stunden, berichteten der kroatische TV-Sender RTL und andere Medien.

Plakat mit Melania Trump

Reuters/Antonio Bronic

„Stellen Sie sich vor, wie weit man kommen kann - mit einem bisschen Englisch“, steht auf den Plakatwänden neben dem Bild von der First Lady. Damit wollte eine örtliche Sprachschule auf witzige Weise werben.

Klagen bereits in Slowenien

Auch in Kroatien dürfe das Gesicht einer Person für Werbezwecke nur dann genutzt werden, wenn dafür eine ausdrückliche Zustimmung vorliege, zitierte der Sender die Trump-Anwältin Natasa Pirc-Musar. Die Juristin stammt wie die First Lady aus dem Nachbarland Slowenien - und war dort schon gegen Werbung für Gebäck, Getränke und Eis mit Verweis auf Melania Trump eingeschritten.

Die spätere First Lady war als Melanija Knavs im Südosten der damaligen jugoslawischen Republik Slowenien geboren worden. Mit 16 Jahren hatte sie begonnen, als Model zu arbeiten, und war 1995 in die USA ausgewandert.