Ausland

Trump will NAFTA-Neuverhandlung und TPP-Austritt starten

US-Präsident Donald Trump wird nach Informationen des Senders NBC noch heute Erlässe über die Neuverhandlung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) und zur Aufkündigung des Abkommens über die Transpazifische Partnerschaft (TPP) unterzeichnen.

Beides hatte Trump bereits angekündigt. Gestern stellte er bereits ein Treffen mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau und dem mexikanischen Präsidenten Enrique Pena Nieto in Aussicht, um mit den Verhandlungen über NAFTA zu beginnen.

EU will gemeinsame Sozialstandards

Angesichts von Massenarbeitslosigkeit in Südeuropa und Globalisierungsängsten bei vielen Bürgern will die Europäische Union gemeinsame sozialpolitische Grundsätze voranbringen.

„Dieses Jahr wird entscheidend“, erklärte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker heute in Brüssel. Er kündigte für den 17. November einen Sozialgipfel der Staats- und Regierungschefs in Göteborg in Schweden an. Schon im März will die Kommission Vorschläge für eine soziale Säule der EU machen.

Dabei geht es um Grundsätze für einen fairen Arbeitsmarkt und funktionierende Sozialsysteme in der Euro-Zone. An den Leitlinien sollen sich die Mitgliedsstaaten messen lassen, um Standards anzugleichen. „In diesen fordernden Zeiten müssen wir zeigen, dass wir Ergebnisse für den Alltag der Menschen zuwege bringen“, sagte Schwedens Regierungschef Stefan Löfven, der Gastgeber des Sozialgipfels wird.

UNO-Vermittler hofft auf baldige Syrien-Gespräche in Genf

Der UNO-Vermittler für Syrien, Staffan de Mistura, hofft auf eine Stärkung der Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland als Vorstufe zu weiteren Verhandlungen in Genf. Wenn die heute begonnenen Gespräche im kasachischen Astana ein Erfolg würden, stiegen auch die Chancen für eine Wiederaufnahme der politischen Gespräche in der Schweiz, sagte De Mistura laut UNO in seiner Ansprache zur Eröffnung der neuen Gespräche in der Hauptstadt Kasachstans.

„Wir ermutigen die Schutzmächte der Feuerpause, einen Mechanismus zu erschaffen, um die Stärkung und Entspannung der Waffenruhe umzusetzen“, sagte der Sondergesandte. An einem solchen Mechanismus habe es in der Vergangenheit gemangelt. De Mistura kritisierte Belagerungen, die von beiden Konfliktparteien angewendet werden, als inakzeptable Kriegsmethoden. Hunderttausende Menschen in Syrien sind belagert, viele von ihnen hungern und haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und Medikamenten.

Holpriger Start in Astana

In angespannter Atmosphäre begann indes in Astana die Friedenskonferenz für Syrien. Unmittelbar vor Beginn der Gespräche erteilten die Rebellen am Montag direkten Gesprächen mit der Regierungsdelegation vorerst eine Absage. Ob sich die Konfliktparteien im Laufe der Konferenz noch an einen Tisch setzen würden, war unklar. Ein Rebellensprecher kündigte für den Fall eines Scheiterns der Verhandlungen eine Fortsetzung der Kämpfe an.

Syrien-Gespräche in der kasachischen Hauptstadt Astana

AP/Sergei Grits

Bei der ersten Verhandlungsrunde in Astana werde es keine direkten Gespräche geben, sagte ein Rebellensprecher. Zur Begründung sagte er, dass sich die syrische Regierung bisher nicht an die Ende Dezember vereinbarte Waffenruhe halte.

Nur zur offiziellen Eröffnung der Konferenz kamen die beiden Delegationen in einem Saal im Luxushotel Rixos in Astana zusammen und nahmen an einem großen kreisförmigen Tisch Platz. Die Rebellen entschieden in letzter Minute, nicht direkt mit den Vertretern der syrischen Regierung zu verhandeln.

Nach einer Pause sollten die Gespräche in getrennten Räumen fortgesetzt werden. Die Rebellen sagten der Nachrichtenagentur AFP, sie würden sich mit türkischen Vertretern zusammensetzen, während die Vertreter der syrischen Regierung mit russischen Vermittlern sprechen würden. Anschließend würden die türkischen und russischen Vermittler untereinander beraten.

Irak: Armee nimmt Osten der IS-Hochburg Mossul ein

Drei Monate nach dem Beginn der Großoffensive auf die IS-Hochburg Mossul hat die irakische Armee den Osten der Großstadt komplett erobert. Das verkündete das Verteidigungsministerium in Bagdad heute. Der Erklärung auf der Website der Behörde zufolge wird in Kürze mit einer Stellungnahme von Regierungschef Haidar al-Abadi gerechnet.

In den vergangenen Tagen waren die Regierungskräfte in Ostmossul weiter gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgerückt und hatten mehrere Viertel eingenommen. Dschihadisten waren zuletzt nur noch in einigen wenigen Gebieten im Nordosten der Stadt präsent.

Letzte IS-Bastion im Irak

Die irakische Armee und mit ihnen verbündete Milizen sowie kurdische Kämpfer hatten die Offensive auf Mossul Mitte Oktober aus mehreren Richtungen begonnen und die Großstadt schnell eingekreist. Unterstützt werden die Kämpfer von Luftangriffen der US-geführten internationalen Koalition sowie hinter der Front von Hunderten Militärberatern. Mossul ist die letzte Bastion des IS im Irak.

Sollten die Extremisten die Großstadt komplett verlieren, wären sie in dem Krisenland militärisch weitgehend besiegt. Allerdings beherrscht der IS noch immer große Gebiete im Nachbarland Syrien.

Kampf um den Westen der Stadt

Die Terrormiliz setzt im Kampf gegen die Angreifer vor allem Selbstmordattentäter sowie Scharfschützen ein und leistete damit heftigen Widerstand. Nach schweren Verlusten kam die Offensive der Regierung und verbündeter Kräfte im Dezember erstmals weitgehend zum Erliegen. Nach einer Umgruppierung der Truppen kam der Vormarsch allerdings wieder in Gang.

In der nächsten Phase der Schlacht um Mossul sollen die Bezirke westlich des Flusses Tigris eingenommen werden. Viele Beobachter schätzen die Befreiung dieses Teils der Stadt von der IS-Herrschaft als noch aufwendiger ein. Die Gefechte in der ehemaligen Millionenstadt werden deshalb voraussichtlich noch einige Wochen andauern.

Türkei: Erstmals Soldaten wegen Putschversuchs angeklagt

Erstmals sind in Istanbul heute Soldaten wegen des gescheiterten Militärputsches vom 15. Juli angeklagt worden. Die 62 Militärs, darunter 28 Offiziere und Unteroffiziere in Untersuchungshaft, sind beschuldigt, in der Putschnacht versucht zu haben, den Istanbuler Flughafen Sabiha Gökcen unter ihre Kontrolle zu bringen. Der Prozessauftakt im Gericht von Silivri am Westrand von Istanbul fand unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Den Angeklagten droht jeweils eine dreimal lebenslange Freiheitsstrafe wegen des Versuchs, die verfassungsmäßige Ordnung zu stürzen und Parlament und Regierung zu entmachten, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Einige sind auch der „Mitgliedschaft in einer bewaffneten Organisation“ beschuldigt sowie der Unterstützung einer Terrororganisation.

Angeklagte bei Syrien-Offensive dabei

Gemeint ist die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen, die von der türkischen Regierung für den Umsturzversuch verantwortlich gemacht wird. Laut der Nachrichtenagentur Dogan sind 28 der 62 Angeklagten in Haft. Mehrere Angeklagte waren abwesend, da sie an der türkischen Militäroffensive gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in der nordsyrischen Stadt al-Bab beteiligt sind.

43.000 Personen festgenommen

Insgesamt wurden in Verbindung mit dem Putschversuch bisher 43.000 Menschen festgenommen. Mehr als 100.000 Mitarbeiter von Militär, Polizei, Justiz, Verwaltung und aus dem Bildungswesen wurden zudem unter dem Verdacht suspendiert, zur verbotenen Gülen-Bewegung zu gehören. Die meisten Beschuldigten warten noch auf den Beginn ihres Verfahrens.

AfD verzichtet auf Rauswurf Höckes

Der umstrittene deutsche AfD-Politiker, der Thüringer Fraktionschef Björn Höcke, muss die rechtspopulistische Partei trotz seiner umstrittenen Äußerungen zum deutschen Geschichtsverständnis nicht verlassen. Das beschloss der Vorstand der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland heute nach einer dreistündigen Telefonkonferenz, berichtete die ARD heute unter Berufung auf eigene Recherchen.

Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, entschied der Vorstand stattdessen, „Ordnungsmaßnahmen“ gegen ihn einzuleiten. Diesen Vorschlag habe Vorstandsmitglied Albrecht Glaser gemacht.

Petry: „Belastung für die Partei“

Die Parteivorsitzende Frauke Petry hatte vergangene Woche gesagt, Höcke sei eine „Belastung für die Partei“. Am Freitag hatte die AfD-Spitze den Angaben zufolge noch über einen möglichen Parteiausschluss Höckes beraten.

Höcke gehört dem rechtsnationalen Flügel der AfD an. Er hatte am Dienstag in Dresden, wo Petry die AfD-Landtagsfraktion leitet, eine Rede zum Thema Patriotismus gehalten. Darin forderte er eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“. Über das Holocaust-Mahnmal in Berlin sagte er: „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“

May wusste von Atomwaffentest - Panne dementiert

Die britische Premierministerin Theresa May ist nach Angaben einer Regierungssprecherin frühzeitig über einen Atomraketentest informiert worden, der laut Medienberichten fehlgeschlagen war. Der Test des U-Boot-gestützten Systems Trident habe sich noch während der Amtszeit von Premierminister David Cameron ereignet.

Als May ihn ablöste, sei auch sie darüber in Kenntnis gesetzt worden, sagte die Sprecherin heute in London. Insgesamt sei der Test des Systems erfolgreich verlaufen, so die Sprecherin. Details nannte sie nicht.

„Times“ berichtete von Panne

Dagegen hatte die Zeitung „The Times“ berichtet, dass der Teststart vor der Küste Floridas gescheitert sei. Die Rakete sei in die falsche Richtung, nämlich Richtung USA, geflogen. Die Regierung habe die Panne verschwiegen, um die Glaubwürdigkeit des Atomwaffenprogramms nicht zu gefährden, zitierte die Zeitung ein hochrangiges Mitglied der britischen Marine.

Das Parlament stimmte am 18. Juli über die Erneuerung des Atomraketensystems ab. Dabei hatte May erklärt, Großbritannien müsse rund 40 Milliarden Pfund (rund 46,2 Mrd. Euro) in das neue Atomwaffenarsenal investieren, um auf Bedrohungen reagieren zu können. May hatte gestern eine Stellungnahme abgelehnt.

Inland

NGOs fordern Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele

144 österreichische Nichtregierungsorganisationen haben sich heute in einem offenen Brief an die Regierungsspitzen gewandt. Sie rufen darin zu einem raschen, von der Regierung gesteuerten und transparenten Prozess für eine neue Nachhaltigkeitsstrategie auf.

Österreich unterzeichnete vor mehr als einem Jahr die Agenda 2030 der Vereinten Nationen und ihre Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs). „Bisher gibt es in Österreich jedoch weder einen Entwurf noch einen Zeitplan für die Umsetzung der Agenda 2030“, kritisierte Thomas Alge, Geschäftsführer von Ökobüro - Allianz der Umweltbewegung.

„In Deutschland längst Chefsache“

„In Deutschland ist die Agenda 2030 längst Chefsache. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bereits im Frühling 2016 den Strategieentwurf zur Erreichung der SDGs vorgelegt, während in Österreich noch immer vollkommen unklar ist, ob etwas passiert“, schrieb er in einer Aussendung.

„Mit unserem Brief wollen 144 Organisationen die österreichische Bundesregierung eindringlich zum Handeln auffordern. Denn 2030 kommt schneller, als man glaubt“, so Annelies Vilim, Geschäftsführerin der AG Globale Verantwortung des Dachverbandes der entwicklungspolitischen und humanitären NGOs.

Zu den Unterstützern gehören u. a. Caritas, Rotes Kreuz, Global 2000, Greenpeace, WWF, Arbeiter-Samariter-Bund, Dreikönigsaktion, Transparency International, die Agentur Südwind und die Muslimische Jugend Österreichs.

169 Ziele in 17 Zielsektoren

Am 25. September 2015 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Darin enthalten sind 169 Ziele in 17 Zielsektoren für nachhaltige Entwicklung – von Bildung und gesundem Leben für alle über Klimaschutz und saubere Energiegewinnung bis hin zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum und Vollbeschäftigung. Alle 193 UNO-Mitgliedsstaaten einigten sich darauf, umgehend aktiv zu werden und die Agenda bis 2030 umzusetzen.

Karmasin will Praktika für Flüchtlinge

ÖVP-Familienministerin Sophie Karmasin plädiert dafür, Flüchtlinge in Österreich mit unbezahlten Praktika und Freiwilligenarbeit besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren. „Dies ist ein gutes Instrument, um die Integration zu stärken“, sagte Karmasin heute bei der Präsentation eines Praktika- und Lehrstellenrankings in Wien.

Leitfaden veröffentlicht

Um generell Unklarheiten bei Praktika zu vermeiden, hat das Familienministerium für Schüler und Studierende sowie Eltern und Unternehmen einen Leitfaden herausgebracht. Die Checklisten sollen eine Orientierungshilfe sein und klären, wie und in welchem rechtlichen Rahmen Praktika möglich sind.

Positiv sei, dass Jugendliche und Studierende die Möglichkeit erhalten, einen Beruf kennenzulernen, so Karmasin. Die Generation Praktika dürfe aber nicht größer werden, warnte die Familienministerin. Es gehe darum, nach dem Praktikum einen Anschlussjob zu finden.

Wahl der Lehrberufe zu traditionell

Unzufrieden zeigte sich die Familienministerin, dass Mädchen in Österreich weiterhin am häufigsten eine Lehre im Einzelhandel, Büro als Friseurin machen und Burschen in den Bereichen Kfz-Technik, Elektroinstallations- und Maschinenbautechnik. Diese „sehr traditionelle“ Auswahl der Lehre sei nicht optimal. Es gehe darum, die Lehrstellenwahl bei den Jugendlichen zu verbreitern, etwa Sozialberufe für Burschen und technische Lehrstellen für Mädchen.

Sport

Australian Open: Thiem scheitert im Achtelfinale

Dominic Thiem hat das Viertelfinale der Australian Open verpasst. Der 23-jährige Niederösterreicher musste sich heute David Goffin in vier Sätzen geschlagen geben und kassierte im neunten Duell mit dem Belgier die sechste Niederlage.

Nach dem ersten Satz sah es für Österreichs Nummer eins zwar noch gut aus, doch nach einem hart umkämpften zweiten Durchgang riss bei Thiem der Faden. Goffin nutzte die Schwächen des 23-Jährigen in der Folge eiskalt aus.

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NFL: New England und Atlanta kämpfen um Titel

Der Meister der National Football League (NFL) der Saison 2016/17 heißt entweder New England Patriots oder Atlanta Falcons. Beide Teams lösten mit souveränen Vorstellungen das Ticket für die 51. Ausgabe der Super Bowl am 5. Februar in Houston. Die Patriots ließen Pittsburgh zu Hause keine Chance, die Falcons fuhren mit den Green Bay Packers Schlitten. Während Atlanta erst zum zweiten Mal in einer Super Bowl steht, stellte New England mit seiner neuerlichen Teilnahme einen neuen NFL-Rekord auf.

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Wirtschaft

Grünes Licht für Athener Schuldenerleichterungen

Die Euro-Länder haben endgültig grünes Licht für begrenzte Schuldenerleichterungen für Griechenland gegeben. Die Führungsgremien des Euro-Rettungsfonds ESM und seines Vorläufers EFSF hätten entsprechende Entscheidungen getroffen, teilten die Organisationen heute in Luxemburg mit.

Dabei geht es unter anderem um die Verringerung der Risiken durch Zinssteigerungen in den kommenden Jahrzehnten und eine Verlängerung der Laufzeiten von Teilen der griechischen Schulden.

Die Euro-Finanzminister hatten die Schuldenerleichterungen eigentlich schon Anfang Dezember beschlossen. Für Verärgerung sorgte bei den Euro-Partnern dann aber, dass der griechische Regierungschef Alexis Tsipras eine Einmalzahlung an 1,6 Millionen bedürftige Rentner ankündigte und eine Mehrwertsteuererhöhung für Touristeninseln wegen der Flüchtlingskrise vorübergehend aussetzte. Die Schuldenerleichterungen wurden dann insbesondere auf Druck Deutschlands verschoben.

Landwirte stauben EU-Ratsgebäude mit Milchpulver ein

Im Brüsseler EU-Viertel haben Hunderte Landwirte gegen den geplanten Verkauf von Milchpulvervorräten protestiert. Die Demonstranten verteilten heute vor dem Tagungsort der EU-Gipfel große Mengen Milchpulver, um sich gegen einen befürchteten Preisverfall zu wehren. Die Bauern setzten dazu landwirtschaftliche Maschinen ein, sodass EU-Ratsgebäude und Polizisten von weißem Pulver eingehüllt wurden.

Protesaktion europäischer Milchbauern vor dem Europäischen Ratsgebäude

APA/AP/Geert Vanden Wijngaert

Der Verband des European Milk Board kritisierte, dass die Landwirte trotz eines Preisanstiegs auf rund 32 Cent pro Liter Milch noch immer nicht die Produktionskosten von über 40 Cent pro Liter decken könnten. Deshalb müssten die Preise weiter steigen.

Großkauf zur Preisstabilisierung

Die EU hatte große Mengen von Milchpulver gekauft, um die Marktpreise zu stabilisieren. Im November wurde mitgeteilt, dass einiges davon wieder verkauft werden soll, sobald die Preise angezogen haben. Nach Darstellung der EU-Kommission sollen nur kleine Mengen der Milchpulverbestände von 354.000 Tonnen auf den Markt kommen.

Das werde ohne Auswirkung auf die Preise oder die Stabilität des Marktes bleiben. „Die Kommission zu beschuldigen, dass sie den Markt für Milchprodukte absichtlich verzerrt, ist gleichbedeutend mit Panikmache“, sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde.

Österreichs Schuldenstand auf 84,4 Prozent gesunken

Österreichs Schuldenstand ist im dritten Quartal 2016 auf 84,4 Prozent gesunken. Im zweiten Quartal hatte er 86,7 Prozent betragen, geht aus Daten von Eurostat von heute hervor. Verbesserungen gab es auch generell in der EU (von 84,2 auf 83,3 Prozent) und in der Euro-Zone (von 91,2 auf 90,1 Prozent).

Den höchsten Abgang der Staatsschulden wies weiterhin Griechenland mit 176,0 Prozent des BIP auf. Das ist zwar ein Rückgang gegenüber dem zweiten Quartal (179,8 Prozent), aber ein Anstieg im Jahresabstand (172,5 Prozent).

An zehnter Stelle

Über der 100-Prozent-Grenze lagen im dritten Quartal des Vorjahres auch Portugal (133,4 Prozent), Italien (132,7 Prozent), Zypern (110,6 Prozent), Belgien (108,8 Prozent) und Spanien (100,3 Prozent). Dann folgen Frankreich (97,5 Prozent), Großbritannien (88,2 Prozent), Kroatien (84,9 Prozent) und an zehnter Stelle Österreich (84,4 Prozent).

Dahinter rangieren Slowenien (82,6 Prozent), Irland (77,1 Prozent), Ungarn (74,3 Prozent), Deutschland (69,4 Prozent), die Niederlande (61,9 Prozent), Finnland (61,6 Prozent) und Malta (60,4 Prozent).

Elf Staaten unter Maastricht-Grenze

Unter der Maastricht-Verschuldungsgrenze von 60 Prozent liegen nur elf der 28 EU-Staaten: Polen (53,2 Prozent), die Slowakei (52,7 Prozent), Schweden (41,4 Prozent), Litauen (41,3 Prozent), Tschechien (38,7 Prozent), Lettland (37,9 Prozent), Dänemark (38,4 Prozent), Rumänien (36,2 Prozent), Bulgarien (28,7 Prozent), Luxemburg (21,5 Prozent) und Estland (9,6 Prozent).

Chronik

Nächste Autobahnvignette wird digital

Ab dem kommenden Jahr ist Schluss mit Kleben und Kratzen: Ab Dezember 2017 wird es für die Autobahnmaut auch eine digitale Vignette geben. Dafür muss das Bundesstraßen-Mautgesetz geändert werden, die entsprechende Novelle geht diese Woche in Begutachtung. Die digitale Vignette wird gemeinsam mit dem Kennzeichen registriert.

Sie wird denselben Preis und dieselbe Gültigkeit wie die klassische Vignette haben. Der Kauf ist über die Homepage der ASFINAG und eine Smartphone-App möglich. Der Verkauf der digitalen Vignette beginnt mit dem Verkauf der Jahresvignette 2018 am 1. Dezember 2017.

„Wer nicht mehr auf der Windschutzscheibe kratzen und kleben will, hat nun eine bequeme Alternative. Die digitale Vignette bringt auch Vorteile für Wechselkennzeichenbesitzer, die zukünftig nur mehr eine digitale Vignette für ihre Fahrzeuge kaufen müssen“, so Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) in einer Aussendung.

Schweden: Gruppenvergewaltigung auf Facebook gestreamt

In der schwedischen Stadt Uppsala soll eine Frau gestern von drei Männern über Stunden hinweg vergewaltigt worden sein. „Die Vergewaltigung wurde live auf Facebook übertragen“, hieß es in einem Statement der Polizei.

Nutzer, die das Video sahen, alarmierten aber die Polizei, die die Wohnung ausfindig machte. Erst als die Beamten die Räume stürmten, soll die Übertragung des Livevideos geendet haben. Drei verdächtige Männer im Alter von 18, 20 und 24 Jahren wurden festgenommen.

Italien: Drei Welpen aus verschüttetem Hotel geborgen

Drei Hundewelpen der Eigentümer des von einer Lawine verschütteten Hotels Rigopiano in der Abruzzen-Ortschaft Farindola sind wohlauf in einem Heizungsraum gefunden worden.

Drei gerettete Welpen

APA/AP/ANSA/Alessandro Di Meo

Rettungseinheiten mussten eine Mauer einschlagen, um sie zu bergen. Die im Dezember geborenen Welpen, drei weiße Abruzzen-Schäferhunde, wurden Tierärzten anvertraut, berichteten italienische Medien. Die Elterntiere sind ebenfalls wohlauf. Sie hatten sich bis zu einer nahe gelegenen Siedlung durchschlagen können.

Hoffnung auf Überlebende schwindet

Trotz schwindender Hoffnung setzten die Bergungsteams die Suche nach Überlebenden fort. Unter großen Gefahren suchten sie die letzten Nischen ab, in die sich noch Überlebende hätten flüchten können. „Wir kämpfen gegen die Zeit, wir wissen, dass wir uns beeilen müssen“, sagte Feuerwehrsprecher Luca Cari im Fernsehen. Doch die Umstände seien wenig günstig.

Seit dem Lawinenabgang am späten Mittwochnachmittag wurden zehn Menschen gerettet, darunter drei Kinder. Sieben Leichen wurden geborgen, 22 Menschen gelten noch als vermisst. Doch von ihnen fehlt jedes Lebenszeichen, zudem müssen die Rettungsmannschaften neue Lawinenabgänge fürchten.

Kritik nimmt zu

Unterdessen nimmt die Kritik an den Behörden weiter zu. Neben der Frage, warum ein angeforderter Schneepflug nicht kam, stellte sich auch die Frage, ob die Behörden die Lage im Vorfeld unterschätzt haben. Die Medien veröffentlichten heute eine E-Mail des Hoteldirektors, in der er schon Stunden vor dem Unglück Hilfe angefordert hatte. Darin warnte er, die Situation sei „besorgniserregend“.

Malaysia: Zehn Tote und 30 Vermisste nach Bootsunglück

Bei einem Bootsunglück vor der Küste Malaysias sind möglicherweise bis zu 40 Menschen umgekommen. Bis heute Früh seien die Leichen von sechs Frauen und vier Männern an einem Strand nahe der Küstenstadt Mersing im Osten des Landes angeschwemmt worden, erklärte die Küstenwache. Nach Angaben eines Sprechers waren an Bord des gekenterten Boots über 40 illegale Einwanderer aus Indonesien.

Das Boot war auf dem Weg von Indonesien nach Malaysia, als es bei rauer See kenterte. Zwei Insassen konnten gerettet und in ein Krankenhaus gebracht werden. Ihr Zustand war zunächst ungewiss. Die Küstenwache leitete eine Suche nach den Vermissten ein. Sie vermutet, dass das Boot völlig überladen war.

Vor Malaysia gibt es immer wieder Bootsunglücke mit illegalen Arbeitern aus Indonesien: Ende November war ein Schnellboot mit Arbeitern an Bord auf dem Rückweg aus Malaysia in der Nähe der indonesischen Insel Batam gekentert. Mehr als 40 Insassen wurden nie gefunden.

Leipziger Zoo muss Kleinhirsche schlachten

Der Leipziger Zoo muss wegen einer EU-Verordnung seine chinesischen Kleinhirsche töten. Die EU hat die Zucht und Weitergabe von 37 Tierarten untersagt, die sich außerhalb ihres natürlichen Ursprungsraumes ausbreiten und so eine Gefahr für die einheimische Tier- und Pflanzenwelt darstellen.

Darunter fallen auch die Chinesischen Muntjaks des Leipziger Zoos, wie dieser heute mitteilte. Diese würden „perspektivisch“ geschlachtet und an die Raubtiere verfüttert. „Ich bedauere sehr, dass es keine andere Lösung gibt. Wir sind allerdings gezwungen, uns an geltendes Recht zu halten“, erklärte Zoodirektor Jörg Junhold.

Kultur

Roland Emmerich drohen fünf „Goldene Himbeeren“

Der deutsche Regisseur Roland Emmerich (61) ist für „Independence Day: Wiederkehr“ gleich mehrfach in die Vorauswahl für die Spotttrophäe „Goldene Himbeere“ gekommen.

Der deutsche Regisseur Roland Emmerich

Reuters/Danny Moloshok

Sein Sci-Fi-Blockbuster wurde heute in Los Angeles als schlechtester Film und schlechteste Fortsetzung des Jahres 2016 nominiert. Weitere Zuschläge erhielt Emmerich für seine Regie, das Drehbuch und Nebendarstellerin Sela Ward. 1999 hatte ihm sein Horrorthriller „Godzilla“ schon einmal vier „Goldene Himbeeren“ eingebracht.

Neun Nominierungen für „Zoolander No. 2“

Die Nominierung für die Schmähpreise und deren Verleihung findet jeweils einen Tag vor denen der Oscars statt. Noch häufiger als „Independence Day: Wiederkehr“ dürfte Ben Stillers „Zoolander No. 2“ bei der Razzies-Vergabe am 25. Februar zum Zuge kommen. Seine Komödie wurde in neun Kategorien nominiert, gefolgt von „Batman V Superman: Dawn of Justice“ mit acht Zuschlägen, darunter für eine der angeblich schlechtesten Darstellungen des Jahres von Ben Affleck.

Selbst Robert De Niro („Dirty Grandpa“), Johnny Depp („Alice im Wunderland 2: Hinter den Spiegeln“), Jesse Eisenberg („Batman V Superman: Dawn of Justice“) sowie ihren Kolleginnen Julia Roberts („Mother’s Day“) und Naomi Watts („Die Bestimmung - Allegiant“) droht je ein Schmachpreis.

1980 ins Leben gerufen

Die Razzies wurden 1980 vom Cineasten John Wilson als Gegenstück zur glanzvollen Oscar-Verleihung ins Leben gerufen. Die Nominierten bleiben der Witz-Show normalerweise fern. Wer mit einer „Goldenen Himbeere“ bedacht wurde, hat aber die Chance, seine Schmach wiedergutzumachen.

Verliehen wird auch der Razzies Redeemer Award - also der „Erlöserpreis“, mit dem sich durch eine gute filmische Leistung eine „Himbeere“ von früher wettmachen lässt.

„Kultur.montag“: 80 Jahre Werner Schneyder

Er ist ein beredter Kritiker des Neoliberalismus, es heißt, er trage sein Herz links. Doch auch vor Säulenheiligen der Linken macht Werner Schneyder nicht halt:
Thomas Bernhard hält er für überschätzt, die „Textflächen“ der Elfriede Jelinek langweilen ihn. Schneyder denkt eben dialektisch – so auch in seinem neuen
Buch, das er zu seinem 80. Geburtstag geschrieben hat. In „Gespräch unter zwei Augen“ hält er Zwiesprache – mit sich selbst. Schneyder ist live zu Gast in „kultur.montag“.

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IT

US-Mobilfunker steigt bei Jay-Z’s Streamingdienst ein

Der US-Mobilfunkanbieter Sprint steigt beim schwächelnden Musikstreamingdienst Tidal ein. Sprint kaufe ein Drittel von Tidal, der Dienst solle künftig den Sprint-Kunden „exklusiv“ zur Verfügung stehen, teilte das Telekommunikationsunternehmen heute mit.

Der US-Rapper Jay-Z hatte zusammen mit weiteren Musikern wie Madonna oder Chris Martin von Coldplay Tidal im März 2015 gegründet und erklärt, er wolle damit den Künstlern mehr Kontrolle im Streaminggeschäft geben.

Mäßiger Erfolg

Doch Tidal blieb hinter den Erwartungen zurück. Nummer eins mit Abstand ist weiterhin Spotify aus Schweden vor Apples Streamingdienst Apple Music. Tidal warb mit höherer Qualität, kostete aber mit 19,99 Dollar im Monat auch doppelt so viel wie die Konkurrenz.

Jay-Z und andere Musiker würden Tidal auch weiterhin führen, in den Verwaltungsrat zieht allerdings auch ein Sprint-Manager ein. Der Mobilfunkanbieter hat nach eigenen Angaben mehr als 60 Millionen Kunden. Er gehört zu 80 Prozent dem japanischen Telekommunikationsriesen Softbank.

Religion

Trump-Pastor: Katholische Kirche „Geniestreich Satans“

Der „Pastor Trumps“ glaubt, dass die katholische Kirche „satanischen“ Ursprungs ist. Sie sei ein „Geniestreich Satans“, sagte der Baptistenpastor Robert Jeffress im Jahr 2010. Reverend Jeffress leitete die religiöse Zeremonie in der St.-John’s-Kirche, die der Vereidigung des US-Präsidenten Donald Trump am Freitag vorausging. Jeffress hatte den Milliardär bei dessen Kampagne unterstützt, wie die Schweizer katholische Nachrichtenagentur Cath.ch heute berichtete.

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Science

Gesundheit

Leute

Chelsea Clinton ergreift Partei für Barron Trump

Chelsea Clinton (36) weiß, was es bedeutet, im Fokus der Öffentlichkeit aufzuwachsen, und ergreift jetzt Partei für den zehnjährigen Sohn von US-Präsident Donald Trump.

Barron Trump neben seiner Mutter Melania

APA/AFP/Getty Images/Alex Wong

„Barron Trump verdient die Chance, die jedes Kind hat - nämlich ein Kind zu sein“, schrieb die Tochter des früheren demokratischen US-Präsidenten Bill Clinton (70) und der unterlegenen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton (69) gestern auf Twitter.

Sie selbst war zwölf, als ihr Vater ins Weiße Haus einzog. Chelsea Clinton reagierte damit auf Witze, die über den Zehnjährigen in Sozialen Netzwerken gemacht wurden. Während der Amtseinführung am Freitag hatte Barron Trump über weite Strecken gelangweilt und von der Zeremonie unbeeindruckt gewirkt.