Inland

Sobotka verteidigt Pröll-Privatstiftung

Innenminister und früherer niederösterreichischer Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka (ÖVP) hat gestern Abend in der ZIB2 die in die Kritik geratene „Dr. Erwin Pröll-Privatstiftung“ verteidigt. „Kein einziger Euro an Landesgeld ist unrechtmäßig oder unkonform verwendet worden“, so Sobotka. Alle Verdachtsmomente würden sich in Luft auflösen.

Sobotka sprach von „Anschüttungen“ gegen den Landeshauptmann. Es sei kein Zufall, dass die Veröffentlichung ausgerechnet jetzt erfolgte, wo Pröll über seine Zukunft nachdenke. Der Rechnungshof (RH) hatte zuvor eine „demnächst“ stattfindende Überprüfung der Privatstiftung angekündigt. In der Causa ist - wie kurz später bekanntwurde - auch die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) aktiv.

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Keine Ambitionen für Pröll-Nachfolge

Zugleich sagte Sobotka, er habe keine Ambitionen auf die Nachfolge des niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Pröll (ÖVP). „Ich bin gerne Innenminister und unterstütze Hanni Mikl-Leitner“, sagte Sobotka in der ZIB2. Morgen findet eine Vorstandssitzung der niederösterreichischen ÖVP statt, bei der zum einen ein Termin für den im Frühjahr geplanten Parteitag festgelegt wird und Pröll zum anderen die Partei über seine Zukunftspläne informieren könnte.

Pröll überlegt seit Weihnachten, ob er sich aus der Politik zurückziehen soll, teilte sein Büro am Wochenende mit. Als Favoritin für eine etwaige Nachfolge gilt die frühere Innenministerin und Finanzlandesrätin Johanna Mikl-Leitner. Ambitionen wurden zuletzt auch Agrarlandesrat Stephan Pernkopf und Sobotka nachgesagt. Er sei kein Kandidat, sagte Sobotka dazu in der ZIB2.

Schelling fordert neues Sparpaket

Nach Kanzler und Vizekanzler hat nun auch Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) seine Reformpläne in einer rund einstündigen Rede skizziert - und sie lesen sich streckenweise wie ein Kontrastprogramm zu „Plan A“ von Kanzler Christian Kern (SPÖ).

Schelling forderte gestern ein neues Sparpaket und sprach sich zugleich gegen neue Steuern aus. Um sein Ziel zu erreichen - und gleichzeitig die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler weiter zu entlasten -, sprach auch Schelling genau jene Reformen an, die seit Jahren immer wieder versprochen, aber nie umgesetzt werden.

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SPÖ will erste Punkte des „Plan A“ in Ministerrat einbringen

Die SPÖ will bereits morgen erste Teile des von SP-Chef Christian Kern vorgestellten „Plan A“ in den Ministerrat einbringen. Laut einem der APA vorliegenden Entwurf, der an die ÖVP übermittelt wurde, handelt es sich um die von der SPÖ angestrebte Selbstbehaltsabschaffung für Selbstständige beim Arztbesuch sowie um bessere Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) bei der Entgeltfortzahlung.

Der Selbstbehalt betrage für Betroffene 20 Prozent (in Ausnahmefällen zehn Prozent) - und das, „obwohl selbständig Erwerbstätige mit 7,65 Prozent den gleichen Beitragssatz in der sozialen Krankenversicherung wie unselbständig Erwerbstätige haben“, so das Papier.

Die Kosten für den Entfall der Mehreinnahmen für die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft (SVA) beziffert die SPÖ mit 54 Mio. Euro pro Jahr. Finanziert werden soll das zunächst über die Auflösung von Rücklagen der SVA (laut Papier derzeit insgesamt rund 475 Mio. Euro inkl. Leistungssicherungsrücklage). Nach Abbau der Rücklagen soll der finanzielle Mehraufwand über Effizienzsteigerungen finanziert werden. In Kraft treten soll die Regelung bereits Anfang März.

Zuschuss zu Entgeltfortzahlung für KMUs

Der zweite Punkt im SPÖ-Entwurf betrifft die Mitarbeiter-Entgeltfortzahlungen. Der derzeitige Zuschuss von 50 Prozent der Kosten für die Entgeltfortzahlung für Kleinstunternehmen (mit bis zu fünf Beschäftigten) soll erhöht werden - und zwar auf 100 Prozent. Für Betriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern soll der Zuschuss auf 75 Prozent erhöht werden. Der zusätzliche Mehraufwand für die AUVA, den die SPÖ auf 60 Mio. Euro schätzt, soll aus Rücklagen der AUVA beglichen werden, die derzeit über rund 1,3 Mrd. Euro hoch seien (inkl. Leistungssicherungsrücklage).

Entwurf stößt auf Widerstand

Angesichts von Wortmeldungen seitens der SVA und der Wirtschaftskammer scheint es noch Diskussionsbedarf zu geben. Alexander Herzog, Obmann-Stv. der SVA, sprach sich via Aussendung dezidiert gegen einen Eingriff der Politik in die Selbstverwaltung der Sozialversicherung aus.

Ein Nein kam auch vom Leiter der Abteilung Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer (WKÖ), Martin Gleitsmann. Die Erfahrung zeige, „dass Selbstbehalte zu einer bewussteren Inanspruchnahme medizinischer Leistungen führen und daher kostendämpfend wirken“. Kostenbeteiligungen würden vor allem Arztbesuche gesunder Menschen reduzieren, aber keineswegs Kranke oder Bedürftige davon abhalten, sagte er in einer Aussendung.

BZÖ-Broschüre: Scheuch, Dörfler und Dobernig vor Gericht

Nach jahrelangem juristischen Tauziehen beginnt heute am Landesgericht Klagenfurt der Prozess gegen die freiheitlichen Ex-Mitglieder der Kärntner Landesregierung Gerhard Dörfler, Uwe Scheuch und Harald Dobernig wegen der Causa BZÖ-Wahlbroschüre. Ebenfalls angeklagt sind Stefan Petzner und zwei Vorstände der Landesimmobiliengesellschaft (LIG). Den Angeklagten wird Untreue vorgeworfen.

Eine Werbebroschüre und ein Werbefilm für den Wirtschaftsstandort Kärnten wurden zu Wahlkampfmaterial des BZÖ umgestaltet, finanziert vom Land Kärnten. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) beziffert den Schaden in der Anklage mit 219.000 Euro.

Der Gutachter Georg Jeitler hatte festgestellt, die Broschüre hätte einen Nutzen für die Partei gebracht, jedoch so gut wie keinen Werbewert für Kärnten. Dörfler, er ist als FPÖ-Bundesrat politisch noch aktiv, wird zudem vorgeworfen, er habe bei einem Bauvorhaben des Landes von der Firma, die den Zuschlag erhielt, einen „Sponsorbeitrag“ verlangt. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten bis zu drei Jahre Haft, Richter Christian Liebhauser-Karl hat vorerst 13 Verhandlungstermine festgelegt.

Ausland

EU-Parlament wählt seinen neuen Präsidenten

Das EU-Parlament wählt heute seinen neuen Präsidenten. Um die Nachfolge des scheidenden Parlamentspräsidenten Martin Schulz bewerben sich sieben Abgeordnete: Da keiner der Bewerber mit einer absoluten Mehrheit der Stimmen rechnen kann, könnte es am Abend eine Stichwahl zwischen den beiden zuletzt bestplatzierten Bewerbern geben.

Für die Europäische Volkspartei (EVP) geht der ehemalige EU-Kommissar Antonio Tajani aus Italien ins Rennen, für die Sozialdemokraten (SPE) deren italienischer Fraktionschef Gianni Pittella. Außerdem kandidieren der Chef der Liberalen (ALDE), Belgiens Ex-Premier Guy Verhofstadt, sowie Vertreter von vier anderen kleineren Fraktionen.

Das Mandat des neuen Präsidenten gilt bis zur nächsten Europawahl Mitte 2019. Der Ausgang des Votums ist nach Einschätzung vieler Abgeordneter völlig offen. Der deutsche Sozialdemokrat Schulz wechselt in die deutsche Bundespolitik.

Neuwahl in Nordirland am 2. März

Die Nordiren müssen am 2. März ein neues Regionalparlament wählen. Das gab der britische Nordirland-Minister James Brokenshire gestern bekannt. Zuvor war eine Frist zur Beilegung der Regierungskrise in dem Landesteil abgelaufen.

Die katholische Sinn-Fein-Partei nominierte keinen Nachfolger für den in der vergangenen Woche zurückgetretenen Vizeregierungschef Martin McGuinness. Damit gilt die Koalitionsregierung mit der protestantischen DUP (Democratic Unionist Party) als gescheitert.

Auslöser der Krise war ein misslungenes Förderprogramm für erneuerbare Energien in Heizanlagen. Die britische Premierministerin Theresa May hatte heute noch vergeblich per Telefon versucht, den Streit zu schlichten. McGuinness ist krank. Er betonte jedoch, dass das nichts mit seinem Rücktritt zu tun habe. Dem Karfreitagsabkommen zufolge muss die nordirische Regierung aus einer Koalition von Katholiken und Protestanten gebildet werden.

Obama warnt Trump vor Abkehr von Atomdeal mit Iran

US-Präsident Barack Obama hat seinen Nachfolger Donald Trump davor gewarnt, das Atomabkommen mit dem Iran über Bord zu werfen. In einer vom Weißen Haus verbreiteten Erklärung hieß es gestern, die USA müssten anerkennen, dass dieser Deal das „Ergebnis jahrelanger Arbeit“ sei.

Es handle sich um ein funktionierendes Abkommen, das zwischen den Weltmächten, „nicht nur zwischen den USA und dem Iran“ getroffen worden sei. Die vor einem Jahr in Kraft getretene Vereinbarung habe „wesentliche und konkrete Ergebnisse dabei erzielt, die USA und die ganze Welt sicherer zu machen“, erklärte das Weiße Haus. Das Abkommen hindere den Iran an der Entwicklung der Atombombe.

US-Außenminister John Kerry verteidigte das Abkommen ebenfalls. Es habe eine „entscheidende nukleare Bedrohung“ gelöst, ohne dass ein Schuss gefallen oder ein Soldat entsendet worden sei, erklärte er.

Trump: „Eines der schlechtesten Abkommen“

Die Äußerungen richteten sich implizit an Trump, der in einem Interview mit zwei Zeitungen gesagt hatte, er halte die Atomvereinbarung mit Teheran für „eines der schlechtesten Abkommen, die je getroffen worden sind“. Er wolle sich aber nicht in die Karten schauen lassen, sagte er zur Frage einer möglichen Neuverhandlung des Deals.

Das Atomabkommen mit dem Iran war nach jahrelangen Verhandlungen vor einem Jahr in Kraft getreten. Geschlossen hatten es die fünf UNO-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland mit dem Iran. Das deutsche Auswärtige Amt erklärte dazu am Montag, die Vereinbarungen „halten und werden eingehalten“. Das Abkommen stelle sicher, „dass das iranische Atomprogramm ausschließlich friedlichen Zwecken dient“.

Ukraine klagt gegen Russland in Den Haag

Die Ukraine hat beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag Klage gegen Nachbar Russland eingereicht. Die Russische Föderation solle für „verübte Terrorakte und Diskriminierung während ihrer gesetzeswidrigen Aggression gegen die Ukraine“ zur Verantwortung gezogen werden, teilte das Außenministerium in Kiew gestern mit.

Russland wies eine Beteiligung am blutigen Krieg in der Ostukraine stets zurück. Durch Waffenlieferungen und andere Hilfe für die prorussischen Separatisten im Kriegsgebiet Donbass habe Moskau gegen die UNO-Konvention gegen die Finanzierung des Terrorismus verstoßen, erklärte das Ministerium.

Zudem würden Ukrainer und Krimtataren auf der 2014 von Russland einverleibten Halbinsel Krim diskriminiert. „Wir haben mehr als zwei Jahre über Verhandlungen versucht, die Streitigkeiten zu regeln, doch Russland will seine Verstöße gegen das Völkerrecht nicht einstellen“, sagte Außenminister Pawel Klimkin.

Statut nicht ratifiziert

Kiew hat allerdings das Römische Statut zur Anerkennung der Gerichtsbarkeit des Strafgerichtshofs ebenso wie Russland bis heute nur unterzeichnet, nicht aber ratifiziert. Somit können Urteile praktisch nicht vollstreckt werden.

Irakische Armee eroberte Grabmal des Propheten Jonas

Die irakischen Regierungstruppen haben bei ihrer Offensive gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gestern in der Stadt Mossul das Gelände erobert, auf dem einst das Grabmal des Jonas stand. „Wir haben die Kontrolle über das Gebiet Nabi Junes übernommen und auf dem Grabmal die irakische Flagge gehisst“, sagte der Sprecher der Anti-Terror-Einheit CTS, Sabah al-Noman.

Die Offensive auf Mossul, die am 17. Oktober begann, wird von der durch die USA angeführten Anti-IS-Koalition durch Luftangriffe unterstützt. Auch kurdische Peschmerga-Einheiten sind beteiligt. Die Truppen kontrollieren nach eigenen Angaben inzwischen 90 Prozent des Ostteils von Mossul.

Bei seinem Vormarsch 2014 sprengte der IS im Juli 2014 das Grabmal von Nabi Junus (Prophet Jonas), der im Judentum, im Christentum und im Islam verehrt wird. Der Prophet Jonas wurde nach der biblischen Überlieferung von Gott nach Ninive - der antike Name Mossuls - gesandt, um ein Strafgericht anzukündigen.

Frau von Orlando-Nachtclub-Attentäter festgenommen

Sieben Monate nach dem Anschlag auf einen Schwulenclub in Orlando ist die Ehefrau des Attentäters festgenommen worden. Die Frau sei gestern in dem kalifornischen Ort Rodeo in Haft genommen worden, sagte ein Sprecher der US-Bundespolizei FBI. Medien hatten zuvor berichtet, sie stehe im Verdacht, von den Anschlagsplänen ihres Mannes gewusst zu haben.

Der Attentäter Omar Mateen erschoss im vergangenen Juni in dem Club Pulse in Orlando im US-Staat Florida 49 Menschen und verletzte weitere 53, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Der Attentäter hatte sich zuvor offenbar durch dschihadistische Propaganda im Internet radikalisiert.

Sport

Formel 1: Bottas wird Rosberg-Nachfolger

Nach längerem Tauziehen hat Mercedes einen Nachfolger für den Anfang Dezember zurückgetretenen Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg gefunden. Der Finne Valtteri Bottas erhielt von Williams die Freigabe für einen Wechsel und wird für die Saison 2017 Teamkollege von Lewis Hamilton.

Das Cockpit von Bottas übernimmt der Brasilianer Felipe Massa, der seine Karriere eigentlich bereits mit Saisonende 2016 beendet hatte.

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Fußball: Grillitsch geht neue Wege

Florian Grillitsch geht innerhalb der deutschen Bundesliga neue Wege. Der österreichische U21-Teamspieler wechselt im Sommer von Werder Bremen zu Hoffenheim. Der Abgang des 21-jährigen Niederösterreichers kommt überraschend, weil sich Grillitsch zuletzt bei Werder etabliert hatte. Für Hoffenheim ist der Österreicher aber ein „Wunschtransfer“, der mit viel Vorschusslorbeer bedacht wird.

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Australian Open: Melzer muss sich Federer beugen

Jürgen Melzer hat nach überstandener Qualifikation in der ersten Runde der Australian Open die Segel streichen müssen. Der 35-jährige Niederösterreicher unterlag gestern dem vierfachen Melbourne-Sieger Roger Federer mit 5:7 6:3 2:6 2:6 und verlor im fünften Duell mit dem fast gleichaltrigen Schweizer zum vierten Mal. Zu Beginn des ersten Turniertages hatte sich bereits sein jüngerer Bruder Gerald vom Turnier verabschiedet.

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Wirtschaft

Kampf gegen Hyperinflation: Größere Scheine in Venezuela

Mit einem Monat Verzögerung hat in dem von einer Hyperinflation betroffenen Venezuela die Ausgabe größerer Geldscheine begonnen. Seit gestern sind auch Scheine im Wert von 500, 5.000 und 20.000 Bolivares erhältlich. Zudem soll es bald Scheine im Wert von 1.000, 2.000 und 10.000 Bolivares geben.

Eigentlich sollte die Ausgabe schon Mitte Dezember beginnen, aber in dem von einer dramatischen Versorgungskrise gebeutelten Land mit den größten Ölreserven der Welt fehlte es an Papier zum Gelddrucken. Das Geld war zunächst nur an Bankschaltern, aber noch nicht an Automaten erhältlich.

Bisher ist der 100er-Schein der größte. Da es aber auf dem Schwarzmarkt für einen Euro bis zu 3.700 Bolivares gibt, macht das bereits mindestens 37 Scheine. Größere Rechnungen werden mit Tüten voller Geld bezahlt.

Venezuela kämpft mit der höchsten Inflation weltweit. Experten rechnen mit 600 bis 700 Prozent Teuerung. Der 100er-Schein wurde bereits für wertlos erklärt. Da sich die Ausgabe der Scheine aber verzögerte, verlängerte der sozialistische Präsident Nicolas Maduro die Gültigkeit der Scheine bis mindestens 20. Februar.

Supermarkt-Eigenmarken überholen Red-Bull-Energydrinks

Die Energydrink-Eigenmarken der Händler haben dem ehemaligen Platzhirsch in diesem Segment, Red Bull, den Rang abgelaufen. Der S-Budget-Muntermacher sei 2016 mit 45,7 Millionen Dosen bei Spar fast doppelt so oft verkauft worden wie Red Bull, gab das Unternehmen gestern bekannt.

Auch bei Billa, Merkur und Co. liege der Clever-Energydrink mengenmäßig seit Jahren deutlich über Red Bull, hieß es auf APA-Anfrage, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Entscheidendes Kriterium dürfte wohl der Preis sein. Red Bull kostet gut dreimal so viel wie die Energydrinks der Händler. Weltweit erzielt Red Bull nach wie vor Wachstumsraten. Im Jahr 2015 hat der Konzern 5,957 Milliarden Dosen verkauft, um rund sechs Prozent mehr als 2014. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor.

Chronik

Zehn Menschen bei Bandenkämpfen in Mexiko getötet

Im Südwesten von Mexiko haben Unbekannte zehn Menschen getötet. In Chilpancingo im Teilstaat Guerrero entdeckten die Sicherheitskräfte sechs verstümmelte Leichen in einem Geländewagen, wie die Regionalregierung gestern mitteilte.

An einer Landstraße in der Unruheprovinz wurden zwei Tote mit Schussverletzungen gefunden. In einem Haus in der Ortschaft Chilapa entdeckte die Polizei zwei weitere Leichen mit Folterspuren.

Die Morde stünden vermutlich im Zusammenhang mit Revierkämpfen zwischen rivalisierenden Banden, sagte der Sprecher der örtlichen Sicherheitsbehörden, Roberto Alvarez Heredia. In dem Gebiet wird Mohn für die Opiumproduktion angebaut. Mehrere kriminelle Organisationen ringen um die Kontrolle der Region.

Gesundheit

Pest in Madagaskar ausgebrochen

Im Süden Madagaskars sind 27 Menschen der Pest zum Opfer gefallen. Insgesamt 68 Menschen haben sich in den Regionen Atsimo-Atsinanana und Ihorombe mit der Pest infiziert, wie es in einer gestern verbreiteten Mitteilung der Gesundheitsbehörden hieß.

Neben der Beulenpest gebe es auch fünf Fälle der leicht übertragbaren Lungenpest. Noch seien nicht alle Fälle durch Labortests bestätigt worden. Vergangene Woche wurden laut Angaben telefonisch etwa 30 weitere Pestfälle aus abgeschiedenen Dörfern in Ihorombe gemeldet. Dafür gibt es aber noch keine Bestätigung der Behörden.

Die Beulenpest wird durch einen Floh verbreitet, der sich gerne Ratten zum Wirt nimmt. Sie führt zu geschwollenen Lymphknoten. Die Lungenpest hingegen gelangt über die Atemluft von Mensch zu Mensch. Symptome sind unter anderem Husten und blutiger Auswurf. Bei früher Diagnose sind die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. Madagaskar weist die meisten Pestfälle weltweit auf. Seit 2010 zählte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dort rund 500 Pesttote.

Religion

Streit in Tschechien wegen Papst-Einladung zu Gedenkfeier

Der tschechische Präsident Milos Zeman hat Papst Franziskus zu einem Besuch nach Tschechien eingeladen und damit für Diskussionen gesorgt. Anlass wäre das Gedenken am 75. Jahrestag der Zerstörung des Dorfes Lidice durch die Nationalsozialisten im Juni. Der Theologe und Templeton-Preisträger Tomas Halik erklärte nun, er hoffe, der Papst werde die Einladung nicht annehmen.

„Es wäre peinlich, denn zwischen den Solidaritätsbekundungen des Papstes mit den Opfern der aktuellen Kriege und dem Populismus Milos Zemans herrscht ein absoluter moralischer Gegensatz“, sagte der Priester.

Kritik: „Politische Selbstdarstellung“

Zeman gehe es nur um politische Selbstdarstellung, sagte Halik. Präsidentensprecher Jiri Ovcacek reagierte scharf: „Pater Halik sollte endlich aufhören, auf die Stimmen aus der Hölle zu hören“, sagte er der Onlineausgabe der Zeitung „Pravo“. Zeman war 2015 zu einer Audienz im Vatikan gewesen. In der Flüchtlingskrise forderte er die Schließung der Grenzen - notfalls mit Hilfe der Armee.

Als angebliche „Vergeltungsmaßnahme“ für das Attentat auf SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich hatten die Nationalsozialisten das Dorf Lidice am 10. Juni 1942 dem Erdboden gleichgemacht. Die mehr als 170 männlichen Einwohner wurden getötet, Frauen und Kinder in Konzentrationslager verschleppt.

Kultur

Science

Antarktis-Station muss wegen Klimawandels umziehen

Eine britische Forschungsstation in der Antarktis muss wegen des Klimawandels umziehen. Zwei in der Umgebung der Forschungsstation „Halley VI“ entdeckte Risse im Eis deuteten darauf hin, dass das Eis unter der Station abbrechen könnte, erklärte die Forschungsgesellschaft British Antarctic Survey (BAS) gestern. 16 Bewohner, die eigentlich den Polarwinter auf der Station verbringen sollten, würden nun umgesiedelt.

Die Polarstation besteht aus Wohn- und Arbeitsmodulen, die auf Stelzen auf einer Art riesiger Skier stehen. Sieben der acht Module wurden wegen der Risse im Eis bereits per Traktor 23 Kilometer landeinwärts gezogen. Die derzeitigen Bewohner von „Halley VI“ seien nicht in Gefahr, erklärte die BAS.

Da jedoch Unsicherheit bestehe, was im kommenden antarktischen Winter mit dem Eis passieren könne, werde die Station sicherheitshalber vor Winterbeginn geschlossen. Seit 1956 betrieb die BAS nacheinander bereits sechs „Halley“-Forschungsstationen auf dem Brunt-Eisschelf. Von dort aus angestellte Ozonmessungen führten 1985 zur Entdeckung des Ozonlochs. Die Station ist von großer Bedeutung bei der Überwachung des Klimawandels.

Letzter Mann auf dem Mond Gene Cernan tot

Der US-Astronaut Gene Cernan, der als letzter Mensch auf dem Mond war, ist tot. Cernan sei im Alter von 82 Jahren gestern gestorben, teilte die NASA mit. Der Astronaut war im Dezember 1972 Kommandeur der Raumfähre „Apollo 17“ gewesen. Als er das Modul „Challenger“ verließ, war er der elfte Mensch, der den Mond betrat. Der Pilot des Moduls, Jack Schmitt, war der zwölfte.

Da Cernan aber als Kommandeur zuletzt an Bord zurückkehrte, ist er bis heute der letzte, der auf dem Mond war. Alles in allem verbrachte Cernan laut NASA 566 Stunden und 15 Minuten im All, davon 73 Stunden auf dem Mond.