D: Partymanager räumt Mithilfe von Wulffs Staatskanzlei ein
In der Causa rund um den deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff gibt es neue Entwicklungen: Der Partymanager Manfred Schmidt räumte nun ein, dass ihm die niedersächsische Staatskanzlei unter dem damaligen Ministerpräsidenten Wulff bei der Suche nach Geldgebern für eine Veranstaltungsreihe half.
Ohne die Kontakte und Empfehlungen Wulffs und seines damaligen Sprechers Olaf Glaeseker wäre die Organisation des „Nord-Süd-Dialogs“ kaum möglich gewesen, sagte Schmidt dem Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ laut Vorausmeldung von heute. „Es müssen ja mal Kontakte hergestellt werden, wenn so etwas von der Wirtschaft finanziert werden soll“, sagte Schmidt.
Wulffs Ex-Sprecher im Visier
Im Zusammenhang mit der Veranstaltung ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover gegen Glaeseker wegen des Verdachts der Bestechlichkeit. Zuletzt hatte sie dabei auch dessen Büroräume im Bundespräsidialamt durchsuchen lassen.
Zuvor hatte sie bereits die Privaträume Glaesekers und Schmidts durchsuchen lassen. Bei den Ermittlungen geht es um die Frage, ob Wulffs einstige Regierungszentrale in Hannover die Veranstaltung und Finanzierung der umstrittenen Veranstaltungsreihe „Nord-Süd-Dialog“ förderte und Glaeseker dafür Gegenleistungen erhielt.
Schmidt spricht von jahrelanger Freundschaft
Im „Spiegel“ wies Schmidt den Vorwurf der Staatsanwaltschaft zurück, den inzwischen vom deutschen Bundespräsidenten Wulff entlassenen Sprecher mit kostenlosen Urlaubsreisen bestochen zu haben. Er sei seit 30 Jahren mit dem Journalisten befreundet, sagte Schmidt. In dieser Zeit habe er Glaeseker zu Urlauben eingeladen, umgekehrt habe aber auch er Glaeseker besucht.