Inland

Schlagabtausch in Koalition nach Kurz’ Sager zu NGOs

Die Rolle von Hilfsorganisationen bzw. NGOs bei der Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer sorgt für den nächsten Koalitionszwist.

Dass Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) wegen dessen Vorwurfs an die Adresse der NGOs kritisiert hat, sorgt für Verärgerung beim Koalitionspartner. „Wir können nicht sagen, warten wir mal, bis so viele ertrunken sind, und dann werden schon weniger kommen. Das kann für uns keine politische Lösung sein“, hatte Kern in der ZIB2 gesagt.

Amon: „Grenze der Geschmacklosigkeit“

„Dem Außenminister die menschliche Nächstenliebe abzusprechen ist eines Kanzlers unwürdig. Es ist unerhört, Kurz zu unterstellen, dass er für das Ertrinken von Menschen wäre. Das ist eine bewusste Fehlinterpretation an der Grenze der Geschmacklosigkeit“, so ÖVP-Generalsekretär Werner Amon in einer Aussendung.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler reagierte seinerseits mit scharfer Kritik am Außenminister. Kurz habe mit seinen Vorwürfen gegen die Arbeit von NGOs im Mittelmeer während seines Frontex-Besuchs auf Malta die Helfer diffamiert. Menschen vor dem Ertrinken zu retten sei aber eine humanitäre Verpflichtung.

SPÖ: Kurz’ Wortwahl „inakzeptabel“

„Dass Minister Kurz so ziemlich alles für eine Schlagzeile oder für ein schönes Foto tut, ist hinlänglich bekannt. Dass er jetzt aber die wichtige humanitäre Arbeit von NGOs verunglimpft, ist ein neuer, nicht akzeptabler Tiefpunkt. Auch die Wortwahl von Kurz - Stichwort ‚NGO-Wahnsinn‘ - ist völlig inakzeptabel“, sagte Niedermühlbichler.

„Kurz, der auf großer PR-Tour in eigener Sache unterwegs ist, geht es nur mehr um Schlagzeilenproduktion. Dass er das jetzt auf dem Rücken und zum Schaden von Hilfsorganisationen tut, die er als ‚Partner der Schlepper‘ kriminalisiert, ist empörend und hat mit Lösungsorientierung genau null zu tun“, so Niedermühlbichler.

Kurz: „Rettung kein Ticket nach Europa“

Kurz selbst hielt ungeachtet der Kritik des Kanzlers an seiner Linie fest: „Das derzeitige System führt dazu, dass immer mehr Menschen ertrinken, und muss geändert werden. Erst vorgestern sind 250 Menschen vor der libyschen Küste ertrunken“, hieß es in einem Statement, das ORF.at übermittelt wurde.

„Die Menschen müssen im Mittelmeer gerettet werden, aber die Rettung darf nicht verbunden sein mit dem Ticket nach Mitteleuropa“, so der Außenminister. Die Flüchtlinge müssten nach der Rettung an der EU-Außengrenze gestoppt, versorgt und zurückgestellt werden, denn „sonst machen sich immer mehr auf den Weg und immer mehr sterben bei der gefährlichen Überfahrt“.

Grüne drohen Jungen Grünen mit Rauswurf aus Partei

Die Jungen Grünen müssen bis Ende März von ihren Plänen Abstand nehmen, bei der ÖH-Wahl mit einer eigenen Liste gegen die grüne Studentenorganisation GRAS anzutreten. Ansonsten droht den Verantwortlichen der Rauswurf bei den Grünen. Das hat der Erweiterte Bundesvorstand der Grünen Österreichs gestern bei einer Sitzung in Salzburg beschlossen.

„Nicht zu akzeptierende Fehlentscheidungen“

„Wir schätzen und respektieren die engagierte politische Arbeit der vielen Aktivisten bei den Jungen Grünen sehr“, so Grünen-Bundesgeschäftsführer Robert Luschnik in einer Aussendung. Ein „kleiner Kreis“ von Funktionären habe aber „nicht zu akzeptierende Fehlentscheidungen“ getroffen und fahre bewusst eine Eskalationsstrategie.

Der erweiterte Bundesvorstand der Grünen hat daher den Beschluss gefasst, dass die Jungen Grünen für die weitere Anerkennung als Jugendorganisation der Partei bis 31. März einige Voraussetzungen erfüllen müssen, um das Vertrauen wiederherzustellen, so Luschnik. Dazu gehöre insbesondere der Verzicht auf jegliche Aktivitäten gegen die GRAS.

Rücktrittsaufforderung an Glawischnig

Die Jungen Grünen mit Flora Petrik an der Spitze hatten Parteichefin Eva Glawischnig zuletzt vorgeworfen, durch Ausüben von Druck und Erpressung verhindern zu wollen, dass die Jugendorganisation die neue Liste Grüne Studierende bei den Wahlen zur Österreichischen Hochschülerschaft unterstützt.

Die Grünen Studierenden hatten sich im Herbst 2016 von den Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) abgespalten. Am Wochenende halten sie in Graz ihren Bundeskongress ab, bei dem sie entscheiden, ob und auf welchen Ebenen sie bei den ÖH-Wahlen von 16. bis 18. Mai kandidieren werden.

Junge Grüne wehren sich gegen Diffamierung

Die Jungen Grünen nennen die Ausschlussdrohung durch den Erweiterten Bundesvorstand der Grünen „verantwortungslos“. Es sei bedauerlich, dass die Parteispitze mit Unterstellungen, Diffamierungen und Unwahrheiten gegen die eigene Jugendorganisation vorgehe, um vom Kern des Konflikts abzulenken, sagte Junge-Grünen-Bundessprecherin Petrik.

„Die Jungen Grünen in Geiselhaft zu nehmen, um einen demokratischen Aufbruch der Grünen Studierenden zu unterbinden, widerspricht allem, wofür die Grünen und ihre Grundwerte stehen“, so Petrik. Wie es nun weitergehe, werde in den nächsten Tagen in den Gremien besprochen. „De facto sind wir ja schon ausgeschlossen. Wir sind schockiert, dass erfolgreiche Projekte wie die Jungen Grünen einfach abgedreht werden“, sagte Petrik.

„Politisches Armutszeugnis“ für Partei

Wenn das der autoritäre Kurs sei, den die Grünen fahren wollten, müsse man sich genau überlegen, ob man unter dem Dach dieser Partei überhaupt noch bleiben wolle, meinte Petrik, die von einem „politischen Armutszeugnis“ sprach. Im Kern des Konflikts stehe die Frage: „Will die Partei sich öffnen, demokratisieren und wachsen - oder aus Angst alles klein halten? Die Parteispitze will sich mit der GRAS offenbar weiterhin einen winzigen, leicht kontrollierbaren Kreis als Studierendenorganisation mit 20 bis 40 Leuten halten, der mit einem totalen Konsensprinzip nicht wachsen kann.“ Die Jungen Grünen seien jedenfalls für eine Öffnung.

Für den Vorabend des 1. Mai soll nun ein Kongress einberufen werden, bei dem der gesamte Verband die politischen Perspektiven und Optionen diskutieren wird. „Falls sich unsere politischen Wege trennen sollten, gehen wir davon aus, dass die Partei so fair sein wird, uns nicht mitten im Jahr unsere Förderungen zu entziehen“, meinte Petrik. „Ansonsten werden wir uns natürlich um eine saubere Abwicklung der Übergabe kümmern, falls es so weit kommt.“

Rendi-Wagner erneuert Kritik an MRT- und CT-Wartezeiten

Die neue Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) hat ihre Kritik an zu langen Patientenwartezeiten bei Magnetresonanz- und Computertomografieuntersuchungen erneuert. In der Ö1-Reihe „Im Journal zu Gast“ forderte Rendi-Wagner eine „signifikante Verkürzung“ der Wartezeit auf maximal vier Wochen.

Für akute Fälle brauche es sogar noch schnellere Untersuchungstermine, so Rendi-Wagner. Entscheidend müsse die medizinische Notwendigkeit und nicht die Geldbörse sein. Mit den Krankenkassen werde derzeit über entsprechende Schritte verhandelt, erklärte die Ministerin, die sich auch für mehr Transparenz bei der Terminfindung aussprach. So sei etwa vorstellbar, dass MRT- und CT-Institute ihre Wartelisten im Internet veröffentlichen.

Kern reist im April nach Israel

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) reist im April nach Israel. Wie das Bundeskanzleramt heute einen Bericht des „Standard“ bestätigte, soll der Besuch von 22. bis 25. April stattfinden. Nähere Details zum Programm wurden zunächst nicht genannt.

Kern wollte Israel eigentlich bereits Ende Jänner besuchen, verschob die Reise aber damals wegen der „noch laufenden Regierungsverhandlungen“ zwischen SPÖ und ÖVP.

Damals hätte Kern unter anderen den israelischen Präsidenten Reuven Rivlin, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sowie den palästinensischen Regierungschef Rami Hamdallah treffen sollen. Auch ein Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem und ein Treffen mit Holocaust-Überlebenden standen auf dem Programm.

Ausland

Mossul-Offensive wegen vieler ziviler Opfer unterbrochen

Die irakischen Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben die Rückeroberung der letzten Hochburg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Mossul, wegen der hohen Zahl ziviler Opfer unterbrochen. Wegen der zahlreichen Opfer unter der Zivilbevölkerung in der Altstadt würden die Vormarschpläne überarbeitet, sagte heute ein Sprecher der Polizeikräfte. „Zurzeit finden keine Kampfeinsätze statt.“

UNO: 400.000 Zivilisten sitzen fest

Flüchtlinge hatten zuvor berichtet, bei den Luftangriffen der von den USA unterstützten Anti-IS-Koalition seien etliche Menschen unter einstürzenden Häusern begraben worden. Auch die Vereinten Nationen sprachen von hohen Opferzahlen.

In der heftig umkämpften Metropole sitzen nach Angaben der UNO noch rund 400.000 Zivilisten fest. Aus Angst vor Heckenschützen des IS würden viele Menschen nicht flüchten. Regierungstruppen haben mit Unterstützung von US-Luftangriffen bereits den Osten der Stadt und über die Hälfte des Westens unter Kontrolle gebracht.

„Chirurgisch präzise“ Operationen gegen IS

Der Vormarsch der Regierungstruppen steckt allerdings in den engen Straßen der Altstadt fest. „Es ist an der Zeit, neue Offensivpläne und Taktiken zu erwägen“, sagte der Sprecher der Sicherheitskräfte an Ort und Stelle. Es müsse sichergestellt werden, dass die Vertreibung des IS nicht zu unerwünscht hohen Opferzahlen unter der Bevölkerung führe.

Nötig seien „chirurgisch präzise“ Operationen gegen die IS-Kämpfer. Gestern hatte US-Brigadegeneral John Richardson der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, überlegt werde unter anderem, die Altstadt vom Rest der Stadt zu isolieren. Die UNO-Koordinatorin für humanitäre Hilfe im Irak, Lise Grande, erklärte, die UNO sei wegen der zivilen Opfer sehr besorgt.

EU-feindliche UKIP verliert einzigen Abgeordneten

Die EU-feindliche Partei UKIP (UK Independence Party) verliert ihren einzigen Abgeordneten im britischen Parlament. Douglas Carswell kündigte heute an, er werde die Partei verlassen. „UKIP, meine Partei, die 1993 gegründet wurde, um Großbritannien aus der EU zu führen, hat nun ihr Ziel erreicht“, begründete Carswell den Schritt auf seiner Website.

Carswell dürfte seine Partei mit dem Austritt weiter in die Krise stürzen. Seit dem „Brexit“-Votum der Briten im vergangenen Jahr kommt UKIP nicht aus den Negativschlagzeilen. Tiefpunkt war eine Rangelei unter den Mitgliedern der UKIP-Fraktion im EU-Parlament in Straßburg im vergangenen Herbst. Bei einer Nachwahl in der „Brexit“-Hochburg Stoke-on-Trent schnitt UKIP zuletzt enttäuschend schwach ab. Und das, obwohl sich UKIP-Chef Paul Nuttall persönlich um den Parlamentssitz beworben hatte.

Carswell galt als erbitterter Gegner des ehemaligen Parteichefs Nigel Farage. Er war der Partei erst 2014 als Überläufer von den Konservativen beigetreten. Es gelang ihm, seinen Wahlkreis im ostenglischen Clacton als UKIP-Kandidat bei einer Nachwahl zu verteidigen. Seinen Sitz im Parlament will er aber als parteiloser Abgeordneter behalten, wie Carswell ankündigte.

Dutzende Festnahmen nach Demos in Weißrussland

Nach landesweiten Demonstrationen in Weißrussland sind nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation mindestens 57 Menschen festgenommen worden. Spezialeinheiten hätten heute das Büro der Organisation Wjasna in der Hauptstadt Minsk gestürmt und die Mitarbeiter mitgenommen, teilte die NGO auf Twitter mit.

Polizisten und Demonstranten

APA/AFP/Vasily Maximov

Auf Bildern war zudem zu sehen, wie Polizisten gewaltsam gegen Demonstranten auf der Straße vorgingen. Die Behörden hatten die Proteste nicht genehmigt.

Traditioneller „Tag der Freiheit“

Am 25. März finden in Weißrussland traditionell landesweite Demonstrationen gegen Präsident Alexander Lukaschenko statt. An diesem Tag feiert die Opposition den „Tag der Freiheit“. Am 25. März 1918 wurde zum ersten Mal die Unabhängigkeit des Landes proklamiert.

Der Regimegegner und Dichter Wladimir Nekljajew wurde in einem Zug in der Stadt Brest festgenommen, wie die staatliche Agentur Belapan berichtete. Der heute 70-Jährige war bei der Präsidentschaftswahl 2010 gegen den autoritär regierenden Staatschef Lukaschenko angetreten und gilt als einer der wichtigsten Oppositionsführer des Landes.

Türkei setzt US-Laptopverbot auf Flügen um

Die Türkei hat das von Washington für mehrere Länder erlassene Verbot elektronischer Geräte umgesetzt. Auf dem Atatürk-Flughafen in Istanbul informierten heute entsprechende Hinweisschilder die Passagiere über die neuen Einschränkungen. Auch für andere betroffene Flughäfen trat das Verbot heute in Kraft.

Die nun verbotenen Geräte wurden in Istanbul entweder im Aufgabegepäck verstaut oder können von Passagieren bis zu ihrer Rückkehr aus den USA abgegeben werden, berichtete der Sender NTV. Auch auf dem Flughafen von Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) ist das Verbot mittlerweile in Kraft getreten.

Streit zwischen Tunis und London

Die US-Regierung hatte vergangene Woche aus Sicherheitsgründen die Mitnahme von größeren Elektronikgeräten im Handgepäck auf Flügen aus einigen Ländern in die USA verboten. Das Verbot betrifft Geräte, die größer sind als ein Smartphone, etwa Laptops, Tablets und E-Book-Reader. Die zehn betroffenen Flughäfen liegen in Jordanien, Ägypten, Saudi-Arabien, Kuwait, Marokko, Katar, der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Großbritannien war nachgezogen und hatte diese Sicherheitsregel für sechs Staaten erlassen: Tunesien, Türkei, Libanon, Jordanien, Ägypten und Saudi-Arabien. Das tunesische Außenministerium zitierte deshalb die britische Botschafterin zum Gespräch.

Nur noch zwei Personen nach London-Terror in Haft

Drei Tage nach dem Terroranschlag vor dem britischen Parlament ist ein Großteil der Verdächtigen wieder auf freiem Fuß. Nach der Attacke am Mittwoch mit fünf Toten und 50 Verletzten hatte die Polizei elf Menschen festgenommen. Neun sind inzwischen wieder auf freiem Fuß, wie Scotland Yard mitteilte.

Zwei Männer aus Birmingham, 58 und 27 Jahre alt, blieben zunächst in Polizeigewahrsam. Sie werden verdächtigt, eine terroristische Straftat vorbereitet zu haben. Zwei Frauen aus Manchester und London, 32 und 39 Jahre alt, wurden auf Kaution freigelassen; gegen sie wird weiter ermittelt. Gegen sieben weitere zunächst Festgenommene lag kein Verdacht mehr vor.

Scotland Yard bat die Bevölkerung bei den weiteren Ermittlungen erneut um Mithilfe, offenbar weil der Täter unter verschiedenen Namen agierte. Der Brite tunesischer Abstammung lenkte am Mittwoch auf der Westminster-Brücke in London ein Auto gezielt in Fußgänger, dabei starben drei Menschen. Anschließend verletzte er einen Polizisten auf dem Gelände des Parlaments mit einem Messer tödlich. Er wurde von Sicherheitskräften erschossen.

EU-Kommissarin für einheitliches Mautsystem in Europa

Die EU-Kommission hat konkrete Vorschläge für eine europäische Maut angekündigt. EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc sagte der „Welt am Sonntag“, sie werde Ende Mai entsprechende Gesetzesvorschläge machen. Ziel sei es, dass Autofahrer künftig alle Straßen in Europa nutzen könnten, ohne anhalten zu müssen.

Die Gebühren sollten nach einem „einheitlichen Verfahren automatisch abgebucht werden, entweder über ein Prepaid-System oder über monatliche Abrechnungen“. Sie strebe eine streckenabhängige Maut in Europa an, sagte Bulc der Zeitung: Die Gebühren könnten nach der Anzahl der gefahrenen Kilometer erhoben werden und danach, „wer wie stark die Umwelt belastet“. Die Einnahmen sollen an die jeweiligen EU-Länder zurückfließen. Einen Mautzwang soll es aber nicht geben. Die Kommissarin rechnet nach eigenen Angaben mit einer Einigung bis 2019.

Deutschland weiter im Diesel-Clinch

In Deutschland hat die Debatte über Dieselfahrzeuge Fahrt aufgenommen. Deutsche Umweltverbände wollen vor Gericht einen Verkaufsstopp für Dieselautos durchsetzen. Der Grund: ein zu hoher Ausstoß an Stickoxiden.

Auf der anderen Seite des Meinungsspektrums befindet sich offenbar Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie hielt am Donnerstag ein Plädoyer für Dieselfahrzeuge. Für den Klimaschutz sei „ein Dieselauto heute genauso ein gutes Auto, wie es das gestern und vorgestern war“.

Mehr dazu in Verkaufsverbot vor Gericht

Wirtschaft

Skandal lässt Brasiliens Fleischexporte einbrechen

In Brasilien wirkt sich der Gammelfleischskandal bereits deutlich auf die Ausfuhren aus. Seit dem Bekanntwerden der Vorwürfe vor einer Woche seien die Exporte von Schweinefleisch und Geflügel um 22 Prozent zurückgegangen, teilte der Branchenverband Brazilian Animal Protein Association gestern mit. Zahlen zum Rindfleischgeschäft wurden nicht genannt.

Nach einer Razzia am Wochenende wirft die Polizei einigen Konzernen vor, vergammelte und überalterte Fleischprodukte auf den Markt gebracht zu haben. Mehrere wichtige Abnehmerländer beschlossen daraufhin Einfuhrbeschränkungen, darunter China und die Europäische Union.

EU schickt Fleisch zurück

Zuvor hatte die EU den Import von Fleisch aus dem südamerikanischen Land teilweise ausgesetzt. Die Lieferungen der 21 unter Verdacht stehenden Produzenten würden abgewiesen und zurückgeschickt, erklärte der maltesische EU-Vorsitz.

Die Entscheidung fiel bei einem Treffen von Veterinärexperten aus den EU-Mitgliedsstaaten, an dem auch Vertreter der EU-Kommission teilnahmen. Darüber hinaus sollen Kontrollen von Fleischlieferungen aus Brasilien verschärft werden.

Kalifornien legt sich wegen Abgasvorschriften mit Trump an

In den USA bahnt sich zwischen der Regierung in Washington und dem US-Staat Kalifornien ein handfester Konflikt über Pkw-Abgasvorschriften an. Die kalifornische Umweltbehörde beschloss gestern ihre Emissionsvorgaben für die Jahre 2022 bis 2025.

Ein Vertreter des Weißen Hauses äußerte sich enttäuscht. Mit diesem Schritt habe Kalifornien ein Kooperationsangebot Washingtons ausgeschlagen. Der Regierung von Präsident Donald Trump gehe es darum, heimische Arbeitsplätze zu schützen und den Konsumenten erschwingliche Autos zu ermöglichen.

Vergangene Woche hatte die Bundesumweltbehörde EPA auf Drängen der Autoindustrie eine Prüfung der Emissionsziele für 2022 bis 2025 angekündigt. Rund ein Dutzend Bundesstaaten übernehmen üblicherweise die kalifornischen Umweltstandards für Autos zumindest in Teilen.

Produktpiraterie: Das Geschäft mit gefälschten Marken

Wer im Internet nach günstigen Luxusprodukten sucht, stößt auf verlockende Schnäppchen. Eine Markenhandtasche mit „85 Prozent Preisersparnis“ - was zu schön klingt, um wahr zu sein, ist es leider oft auch. Das vermeintliche Supersonderangebot entpuppt sich als minderwertige Produktfälschung.

Verlangt man sein Geld zurück, ist der Händler auf einmal nicht mehr zu erreichen. Worauf Konsumenten achten können, um nicht auf die Billigkopien hereinzufallen.

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Sport

Skispringen: ÖSV-Adler fliegen an Podest vorbei

Österreichs Adler haben beim letzten Team-Bewerb der Saison nicht den Sprung auf das Podest geschafft. Das Quartett Michael Hayböck, Manuel Fettner, Markus Schiffner und Stefan Kraft musste sich heute auf der Skiflugschanze von Planica mit dem vierten Platz hinter Polen begnügen. Der Sieg ging in überlegener Manier an die Equipe aus Norwegen. Aber auch wenn Österreich und Polen in den Kampf um den Tagessieg nicht eingreifen konnten, lieferten die beiden Saisondominatoren Kraft und Kamil Stoch eine Flugshow zum Zungeschnalzen.

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WM-Qualifikation: Brutales Foul sorgt für Schockmoment

Der große Schlager am fünften Spieltag der Österreich-Gruppe D in der WM-Qualifikation ist von einem brutalen Foul überschattet worden. Bei der Nullnummer zwischen Irland und Wales gestern in Dublin sorgte der Waliser Neil Taylor mit einem harten Einstieg gegen Seamus Coleman für einen richtigen Schockmoment. Der irische Kapitän wurde buchstäblich gefällt und droht nun auch im Spiel gegen Österreich im Juni auszufallen.

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Chronik

Weltweit gehen zur „Earth Hour“ Lichter aus

Als Zeichen für den Umweltschutz drehen heute wieder weltweit Millionen Menschen für eine Stunde das Licht aus. Die Aktion „Earth Hour“ begann in Ozeanien und Australien um 20.30 Uhr Ortszeit (früher Morgen MEZ). Im elften Durchgang nehmen wieder berühmte Bauwerke wie der Moskauer Kreml, die Pyramiden von Giseh und das New Yorker Empire State Building teil.

In der australischen Millionenmetropole Sydney wurde das Licht am weltberühmten Opernhaus, an der Hafenbrücke und am Riesenrad im Lunapark abgeschaltet. „Wir haben die ,Earth Hour‘ 2007 in Gang gebracht, um den Politikern zu zeigen, dass die Menschen sich wegen des Klimawandels Sorgen machen“, sagte der Koordinator Siddarth Das in Sydney. „Dass dieser symbolische Augenblick zu einer globalen Bewegung wurde, spricht Bände über die mächtige Rolle der Menschen in Angelegenheiten, die ihr Leben betreffen.“

Im elften Jahr des Bestehens gab der WWF als Veranstalter die Parole aus, jedes Land solle Themen in den Vordergrund stellen, die dort von besonderer Bedeutung seien. Im ostafrikanischen Tansania war beispielsweise eine Aktion zum Bäumepflanzen geplant. In Südafrika sollten Projekte zur Erzeugung erneuerbarer Energien vorgestellt werden, in China war eine Kooperation mit Unternehmen zur Entwicklung nachhaltigerer Lebensweisen vorgesehen.

Religion

Neuer liberaler Rabbi für Wien: „Offen für alle“

Lior Bar-Ami übernimmt das Amt des Gemeinderabbiners in der einzigen progressiven jüdischen Gemeinde Österreichs, Or Chadasch (Neues Licht). Morgen wird er in der Or-Chadasch-Synagoge in Wien inauguriert. Egal mit welchem kulturellen Hintergrund, aus welcher Tradition, mit welcher geschlechtlicher Identität, „alle sind herzlich willkommen bei uns“, sagte Bar-Ami im Gespräch mit religion.ORF.at.

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Kultur

Familie bestätigt Erkrankung Christine Kaufmanns

Die Familie von Schauspielerin Christine Kaufmann ist in großer Sorge um die Schauspielerin. Die Angehörigen benötigten momentan „ihre gesamte Liebe und Kraft, um den hoffentlich eintretenden Genesungsprozess zu begleiten und für Christine Kaufmann da zu sein“, teilte eine Sprecherin der 72-Jährigen heute mit.

Mehrere Medien hatten zuvor über eine Erkrankung der gebürtigen Steirerin berichtet. Einzelheiten dieser Berichte bestätigte Kaufmanns Agentur ausdrücklich nicht. Weder das Management noch die Familie habe bisher einen Kommentar zur Erkrankung Christine Kaufmanns abgegeben, hieß es. Die Sprecherin bedankte sich zugleich „von Herzen für die wundervolle überwältigende Anteilnahme vieler mitfühlender Menschen aus der ganzen Welt“.

Kaufmann spielte bereits als Kind in den 1950er Jahren ihre ersten Rollen. Als Karin Steinhof in Gottfried Reinhardts „Stadt ohne Mitleid“ erlangte sie 1961 internationale Berühmtheit. Im selben Jahr lernte sie bei Dreharbeiten Hollywood-Star Tony Curtis kennen, den sie zwei Jahre später heiratete. Das Paar bekam zwei Töchter.

Leute

Harrison Ford nach Pannenlandung selbstkritisch

Nach einer Landepanne in seinem Kleinflugzeug hat US-Schauspieler Harrison Ford (74) seinen schweren Fehler schnell eingesehen. „Ich bin der Trottel, der auf dem Taxiway gelandet ist“, sagte Ford in einer Audioaufzeichnung des Flughafens, die gestern vom Internetportal TMZ.com veröffentlicht wurde.

Das Gespräch zwischen einem Fluglotsen und dem Hobbypiloten wurde Mitte Februar kurz nach Fords verpatzter Landung auf dem kalifornischen John-Wayne-Flughafen geführt. Der „Indiana Jones“-Star war nicht auf der ihm zugewiesenen Landebahn, sondern auf einem Rollfeld gelandet, wo eine Passagiermaschine rangierte. Er flog nur knapp über der mit mehr als 100 Menschen besetzten Maschine von American Airlines hinweg.

Spitalsaufenthalt nach Bruchlandung

In der Tonbandaufzeichnung nennt Ford seinen Namen und gibt an, dass er beim Landeanflug durch eine Maschine auf der Rollbahn und durch Turbulenzen abgelenkt gewesen sei.

Ford ist als Hobbypilot und Sammler von Oldtimerflugzeugen bekannt. 2015 hatte der Schauspieler bei einer Notlandung mit einem Kleinflugzeug auf einem Golfplatz Knochenbrüche und Schnittwunden erlitten und mehrere Wochen in einem Krankenhaus verbracht.