Letzte Meldung

50-Milliarden-Übernahme in Tabakbranche

Der britische Zigarettenhersteller British American Tobacco (Lucky Strike) übernimmt den US-Rivalen Reynolds (Camel) komplett. Die Kaufvereinbarung belaufe sich auf rund 49,4 Mrd. Dollar (46,63 Mrd. Euro), erklärten beide Konzerne am Dienstag. BAT erhöhte sein Angebot, nachdem Reynolds zuletzt ein Angebot über rund 47 Mrd. Dollar zurückgewiesen hatte.

Damit übernimmt British American Tabacco (BAT) die restlichen 57,8 Prozent, die der Konzern bisher noch nicht an den Amerikanern hielt. Reynolds-Aktionäre erhalten für jeden Anteilschein 29,44 Dollar in bar und 0,53 BAT-Aktien. Das entspricht den Angaben zufolge einem Aufschlag von 26 Prozent zum Börsenkurs vom 20. Oktober.

BAT-Chef Nicandro Durante erklärte, die beiden Unternehmen ergänzten einander gut. Der Zusammenschluss sei sowohl strategisch als auch finanziell sinnvoll.

Inland

Hofburg sucht Kabinettsdirektor

Die Präsidentschaftskanzlei ist auf der Suche nach einem Kabinettsdirektor für den künftigen Hausherren Alexander Van der Bellen. Die Ausschreibung in der „Wiener Zeitung“ von heute richtet sich auch dezidiert an Frauen, da man bestrebt sei, den Frauenanteil in Leitungsfunktionen zu erhöhen.

Die Leitung der Präsidentschaftskanzlei unter Bundespräsident Van der Bellen wird jedenfalls ein neues Gesicht übernehmen, denn der bisherige Kabinettsdirektor Helmut Freudenschuss wird sich nicht mehr bewerben. Er wechselt als Botschafter nach Irland.

Jurist und leitender Beamter

Das Monatsgehalt der Leitungsfunktion beträgt mindestens 9.733,20 Euro für Beamte und 9.135,90 Euro für Vertragsbedienstete. Voraussetzungen sind unter anderem die österreichische Staatsbürgerschaft und ein abgeschlossenes rechtswissenschaftliches Hochschulstudium.

Als besondere Fähigkeiten werden beispielsweise mehrjährige Leitungserfahrung in der Bundesverwaltung und „langjährige Erfahrung bei der Führung von Verhandlungen mit nationalen und internationalen Stakeholdern“ erwartet.

Sobotka will nicht Pröll nachfolgen

Der Innenminister und frühere niederösterreichische Finanzlandesrat, Wolfgang Sobotka (ÖVP), hat eigenen Aussagen zufolge keine Ambitionen auf die Nachfolge des niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Pröll (ÖVP). „Ich bin gerne Innenminister und unterstütze Hanni (Johanna) Mikl-Leitner“, sagte Sobotka gestern Abend in der ZIB2. Morgen findet eine Vorstandssitzung der niederösterreichischen ÖVP statt, bei der zum einen ein Termin für den im Frühjahr geplanten Parteitag festgelegt wird und Pröll zum anderen die Partei über seine Zukunftspläne informieren könnte.

Pröll überlegt seit Weihnachten, ob er sich aus der Politik zurückziehen soll, teilte sein Büro am Wochenende mit. Als Favoritin für eine etwaige Nachfolge gilt die frühere Innenministerin und Finanzlandesrätin Johanna Mikl-Leitner. Ambitionen wurden zuletzt auch Agrarlandesrat Stephan Pernkopf und Sobotka nachgesagt.

Sobotka verteidigt Pröll-Privatstiftung

Sobotka verteidigte im ZIB2-Interview zudem die in die Kritik geratene Dr.-Erwin-Pröll-Privatstiftung. „Kein einziger Euro an Landesgeld ist unrechtmäßig oder unkonform verwendet worden“, so Sobotka. Alle Verdachtsmomente würden sich in Luft auflösen.

Sobotka sprach von „Anschüttungen“ gegen den Landeshauptmann. Es sei kein Zufall, dass die Veröffentlichung ausgerechnet jetzt erfolgte, wo Pröll über seine Zukunft nachdenke. Der Rechnungshof (RH) hatte zuvor eine „demnächst“ stattfindende Überprüfung der Privatstiftung angekündigt. In der Causa ist - wie kurz später bekanntwurde - auch die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) aktiv.

Mehr dazu in Vorarbeiten eingeleitet

Strolz will Strafen für intransparente Länder

NEOS-Obmann Matthias Strolz will jene Bundesländer belangen, welche die Transparenzdatenbank nicht befüllen. „Es sollte einen Strafzoll für jene Landesfürsten geben, die hier säumig sind“, sagte er am Rande der NEOS-Klubklausur im niederösterreichischen Retz. Die Höhe sollte 50 Millionen Euro jährlich betragen. Strolz erhofft sich dadurch Einsparungen und ein Eindämmen der „strukturellen Korruption“.

„Strukturelle Korruption“

„Wenn Transparenz hineinkommt, dann wird automatisch Geld frei im Budget“, meint der NEOS-Chef - „weil sich manche Muster der strukturellen Korruption sofort aufhören“. Das vollständige Befüllen der Transparenzdatenbank solle mit 1. Juli stattfinden, verankert werden solle die Maßnahme im Finanzausgleich. Ab diesem Datum fordert Strolz von der Regierung auch die vorgezogene Abschaffung der kalten Steuerprogression.

NEOS gibt sich neues Wirtschaftsprogramm

Seit gestern tagt der Parlamentsklub der NEOS in Retz, im Mittelpunkt steht dabei das neu erarbeitete Wirtschaftsprogramm der Oppositionspartei. Den Kampf hat man dabei nicht nur der Regierungspolitik angesagt, sondern auch dem Kammersystem. So fordert NEOS die Befreiung von Ein-Personen-Unternehmen von der Zwangsmitgliedschaft in der Wirtschaftskammer. Zwar seien derartige Institutionen wichtig, müssten ihre Aufgabe aber neu definieren, findet Strolz.

Trotz aller Kritik sieht der NEOS-Chef Schnittpunkte mit den Regierungsparteien. So habe es von Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern zumindest das Bekenntnis zum Unternehmertum gegeben. „Sympathien“ gibt es auch für die jüngsten Ausführungen von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP). „Er ist ja schon ein bisschen ein NEOS“, meinte Strolz, der sich nun in einem Brief an Schelling gewandt hat und das Gespräch mit dem Minister sucht.

Ausland

Wahl im EU-Parlament: Verhofstadt steigt aus

Vor Beginn der Wahl eines neuen Präsidenten des Europaparlaments hat der liberale Kandidat Guy Verhofstadt seine Kandidatur überraschend zurückgezogen. Das teilte der scheidende Amtsinhaber Martin Schulz heute Vormittag in Straßburg mit. Damit sind nun noch sechs Bewerber im Rennen.

Favoriten sind der Kandidat der konservativen Europäischen Volkspartei, Antonio Tajani, und der Sozialist Gianni Pittella. Beide sind Italiener. Der ehemalige belgische Ministerpräsident Verhofstadt galt zeitweise als Kompromisskandidat mit Außenseiterchancen.

Schulz hatte sich Ende November entschieden, als Spitzenkandidat für die nordrhein-westfälische SPD in die Bundestagswahl im September zu ziehen. Er ist zudem als deutscher Außenminister und als ein SPD-Kanzlerkandidat im Gespräch.

Offenes Ringen um Nachfolge

Die Wahl im EU-Parlament ist deshalb so spannend und ungewöhnlich, weil erstmals die inoffizielle Koalition von Sozialdemokraten und Konservativen gesprengt wurde. Bisher gab es immer eine Regelung zwischen den beiden größten Fraktionen über die Aufteilung der wichtigsten Positionen innerhalb der EU. Der Ausgang der Wahl ist damit offen, auch wenn Tajani die besseren Chancen eingeräumt werden. Unklar ist, was das Platzen der Vereinbarung für die künftige Zusammenarbeit auf EU-Ebene bedeutet.

Nordkorea: Obama soll sich auf seinen Auszug konzentrieren

Die nordkoreanische Führung kann den Auszug von US-Präsident Barack Obama aus dem Weißen Haus offenbar kaum erwarten. Obama solle sich lieber auf das „Einpacken“ konzentrieren, statt „seine Zeit damit zu verlieren“, anderen Ratschläge in Menschenrechtsfragen zu erteilen, hieß es heute in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Kim Jong Uns Schwester auf Sanktionsliste

Die Führung in Pjöngjang ist demnach verärgert darüber, dass das US-Finanzministerium in der vergangenen Woche sieben weitere Nordkoreaner auf seine Sanktionsliste setzte, darunter die Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, Kim Yo Jong. Auf dieser Liste steht seit dem vergangenen Juli auch Kim Jong Un selbst, der von den USA für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen verantwortlich gemacht wird.

Kim Jong Uns jüngere Schwester Yo Jong rückte in den vergangenen Jahren in den kleinen Zirkel der Führung des kommunistischen Staates auf. Offiziell ist sie die Vizedirektorin der Abteilung für Propaganda und Agitation in der Arbeiterpartei Nordkoreas.

Test von Interkontinentalrakete angekündigt

Kim Jong Un hatte in seiner Neujahrsansprache verkündet, sein Land stehe kurz vor dem Test einer Interkontinentalrakete, die auch Teile der USA erreichen könnte. Der designierte US-Präsident Donald Trump erklärte jedoch, nordkoreanische Raketen würden niemals US-Boden erreichen.

Familienurlaub von Kanadas Premier Trudeau wird geprüft

Kanadas Ethikkommission wird den Familienurlaub von Premierminister Justin Trudeau auf einer Privatinsel des Multimilliardärs Aga Khan in der Karibik untersuchen. Das kündigte Ethikkommissarin Mary Dawson gestern in einem Brief an einen Oppositionspolitiker an, der der Nachrichtenagentur AFP vorlag.

Sie will demnach überprüfen, ob Trudeau mit dem Urlaub auf Kosten des Aga Khan und der Nutzung von dessen Privathubschrauber gegen ethische Regeln verstoßen hat.

Gast auf Insel von Milliardär

Trudeau steht in der Kritik, weil er seinen Urlaub zum Jahreswechsel auf der privaten Bahamas-Insel des Multimilliardärs verbrachte - zusammen mit seiner Frau und seinen drei Kindern. Auch der Vorsitzende von Trudeaus Liberaler Partei und ein Abgeordneter waren mit ihren Ehefrauen dabei.

Für die Flüge zwischen Nassau, der Hauptstadt der Bahamas, und dem Feriendomizil stellte der Gastgeber seinen Privathubschrauber zur Verfügung, wie Trudeau bereits vergangene Woche eingeräumt hatte.

„Freund der Familie“

Trudeau sagte am Donnerstag vor Journalisten, dass er in der Nutzung des Hubschraubers „kein Problem“ sehe. Schließlich sei Aga Khan ein „Freund der Familie“. Trudeaus Büro kündigte jedoch an, dass der Premierminister die Kosten für den Flug nach Nassau an Bord einer Regierungsmaschine zurückerstatten werde.

Gestern räumte Trudeau ein, dass einige Kanadier wegen seines Familienurlaubs „besorgt“ seien. Er werde deshalb „alle Fragen“ der Ethikkommission beantworten. Die konservative Opposition sieht einen möglichen Interessenkonflikt, denn die kanadische Regierung hat die Aga-Khan-Stiftung in der Vergangenheit mit Millionenbeträgen subventioniert.

Kurz bei Poroschenko: Humanitäre Lage verbessern

Da eine baldige Lösung des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland nicht in Sicht ist, muss zumindest die humanitäre Lage der Menschen in der Ostukraine verbessert werden. Diesen bereits zuvor gewonnenen Eindruck bekam Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) als amtierender OSZE-Vorsitzender gestern bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko in Kiew bestätigt.

Probleme bei Strom- und Wasserversorgung

In den zwischen der ukrainischen Armee und den nach Russland tendierenden Separatisten umkämpften Regionen Donezk und Luhansk seien nicht weniger als drei Millionen Menschen von humanitärer Hilfe abhängig, erinnerte Kurz am späten Abend in der ukrainischen Hauptstadt an die Dimensionen dieses Konflikts. Es gebe in der Region beispielsweise keine Postverbindungen und mitunter dramatische Schwierigkeiten bei der Strom-, Wasser- und Nahrungsmittelversorgung.

Junge geflüchtet, Pflegebedürftige noch hier

Die Jugend sei großteils verschwunden, dafür seien viele pflegebedürftige Menschen zurückgeblieben, resümierte der Außenminister noch einmal seine Eindrücke von seiner ersten OSZE-Reise in diesem Jahr, die ihn Anfang Jänner direkt in das Krisengebiet geführt hatte. Erschwerend kommt hinzu, dass die ukrainischen Behörden nach wie vor keine Pensionen in die von den Rebellen dominierten Regionen auszahlen.

Angesichts solcher Missstände will Kurz bei seinen Besuchen in Kiew, wo er Außenminister Pawlo Klimkin treffen wird, und in Moskau, wo morgen ein Gespräch mit dem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow auf dem Programm steht, vor allem ausloten, welche Schritte es zu Unterstützung der leidgeprüften Bevölkerung geben könnte.

„Gehen auf beide Seiten zu“

„Wir gehen auf beide Seiten zu“, skizzierte der ÖVP-Politiker sein Verständnis für die Rolle, die er als österreichischer Außenminister während des heurigen Vorsitzes in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) einnehmen will.

Als OSZE-Vorsitzender wolle er durch Gespräche „mit beiden Seiten“ erörtern, welche Möglichkeiten es geben kann, die in der Region tätige Sonderüberwachungsmission (SMM) zu stärken. Diese OSZE-Einheit ist seit fast drei Jahren präsent, um eine Ausweitung des bewaffneten Konflikts zwischen Armee und Separatisten zu verhindern. Etwa 600 Militärbeobachter sind in den umkämpften Regionen Donezk und Luhansk tätig, knapp 100 weitere im Rest des Landes.

Frau von Orlando-Nachtclub-Attentäter festgenommen

Sieben Monate nach dem Anschlag auf einen Schwulenclub in Orlando ist die Ehefrau des Attentäters festgenommen worden. Die Frau sei gestern in dem kalifornischen Ort Rodeo in Haft genommen worden, sagte ein Sprecher der US-Bundespolizei FBI. Medien hatten zuvor berichtet, sie stehe im Verdacht, von den Anschlagsplänen ihres Mannes gewusst zu haben.

Der Attentäter Omar Mateen erschoss im vergangenen Juni in dem Club Pulse in Orlando im US-Staat Florida 49 Menschen und verletzte weitere 53, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Der Attentäter hatte sich zuvor offenbar durch dschihadistische Propaganda im Internet radikalisiert.

Sport

Ski alpin: WM-Überangebot im ÖSV-Slalom-Team

Marcel Hirscher muss sich keine Gedanken über seinen Startplatz machen. Hinter dem ÖSV-Star herrscht im ÖSV-Slalom-Team aber ein dichtes Gedränge um die restlichen drei WM-Tickets. Für St. Moritz gibt es gleich drei Anwärter. Die Situation wurde durch Christian Hirschbühl in Wengen noch verschärft. ÖSV-Coach Andreas Puelacher weiß, dass ihn die Nominierung vor eine schwierige Aufgabe stellen könnte. „Dass ich schnell bin, hat man gesehen“, sagte etwa Manuel Feller vor den entscheidenden Rennen in Kitzbühel und Schladming.

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Fußball: Guardiola hakt Meistertitel ab

Die deutliche 0:4-Niederlage von Manchester City bei Everton hat bei Coach Josep Guardiola tiefe Spuren hinterlassen. Nach dem perfekten Saisonstart mit zehn Siegen in zehn Spielen sind die „Citizens“ nun sogar aus den CL-Plätzen rausgefallen. Der Spanier zog daraus die Konsequenzen und hakte den Titelkampf ab. „Ich hab meinen Spielern gesagt, sie sollen die Tabelle vergessen“, erklärte Guardiola, der für die Höhe der Niederlage keine Antworten hatte. Die britische Presse sparte indes nicht mit herber Kritik.

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Formel 1: Bottas wird Rosberg-Nachfolger

Nach längerem Tauziehen hat Mercedes einen Nachfolger für den Anfang Dezember zurückgetretenen Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg gefunden. Der Finne Valtteri Bottas erhielt von Williams die Freigabe für einen Wechsel und wird für die Saison 2017 Teamkollege von Lewis Hamilton.

Das Cockpit von Bottas übernimmt der Brasilianer Felipe Massa, der seine Karriere eigentlich bereits mit Saisonende 2016 beendet hatte.

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Wirtschaft

Konzerne verpflichten sich zu Einsatz von weniger Plastik

In einem Schritt zum Schutz der Meere haben sich 40 der größten Konzerne der Welt dazu verpflichtet, weniger und umweltfreundlicheres Plastik zu verwenden. Die Unternehmen wie Procter & Gamble, Unilever, Coca-Cola, Danone und Dow Chemical schlossen sich gestern im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums von Davos einer Initiative der britischen Seglerin Ellen MacArthur an.

Sollte nicht rasch etwas getan werden, würden die Weltmeere im Jahr 2050 mehr Plastik als Fische enthalten, warnten die Unterzeichner. 20 Prozent der weltweiten Plastikproduktion könnten mit Gewinn wiederverwertet und weitere 50 Prozent recycled werden, statt auf Mülldeponien zu landen und die Ozeane zu verschmutzen.

Der Nahrungs- und Putzmittelkonzern Unilever verpflichtete sich beispielsweise, bis zum Jahr 2025 nur noch voll wiederverwertbare, recyclingfähige oder kompostierbare Plastikverpackungen einzusetzen.

Kampf gegen Hyperinflation: Größere Scheine in Venezuela

Mit einem Monat Verzögerung hat in dem von einer Hyperinflation betroffenen Venezuela die Ausgabe größerer Geldscheine begonnen. Seit gestern sind auch Scheine im Wert von 500, 5.000 und 20.000 Bolivares erhältlich. Zudem soll es bald Scheine im Wert von 1.000, 2.000 und 10.000 Bolivares geben.

Eigentlich sollte die Ausgabe schon Mitte Dezember beginnen, aber in dem von einer dramatischen Versorgungskrise gebeutelten Land mit den größten Ölreserven der Welt fehlte es an Papier zum Gelddrucken. Das Geld war zunächst nur an Bankschaltern, aber noch nicht an Automaten erhältlich.

Bisher ist der 100er-Schein der größte. Da es aber auf dem Schwarzmarkt für einen Euro bis zu 3.700 Bolivares gibt, macht das bereits mindestens 37 Scheine. Größere Rechnungen werden mit Tüten voller Geld bezahlt.

Venezuela kämpft mit der höchsten Inflation weltweit. Experten rechnen mit 600 bis 700 Prozent Teuerung. Der 100er-Schein wurde bereits für wertlos erklärt. Da sich die Ausgabe der Scheine aber verzögerte, verlängerte der sozialistische Präsident Nicolas Maduro die Gültigkeit der Scheine bis mindestens 20. Februar.

Chronik

Stromausfall in Amsterdam legt Schienenverkehr lahm

Ein Stromausfall in Amsterdam und der Umgebung hat heute Früh große Teile der niederländischen Hauptstadt lahmgelegt. „Das Zentrum von Amsterdam ist leider ohne Strom“, teilte Netzbetreiber Tennet mit. Die Ursache für den Ausfall sei noch nicht bekannt. Das Problem sei an einer Hochspannungsanlage aufgetreten.

Ausfälle gab es sowohl bei Zügen als auch Straßenbahnen. Die Behörden warnten vor einem Verkehrschaos.

IT

Facebook will akustische Hilfen für Blinde einführen

Facebook will das größte Soziale Netzwerk mit Hilfe künstlicher Intelligenz für Blinde und Menschen mit anderen Behinderungen besser nutzbar machen. Das gehöre zu den Vorhaben, an denen Facebook derzeit arbeite, sagte Geschäftsführerin Sheryl Sandberg der „Bild“-Zeitung (Dienstag-Ausgabe). Als Beispiel nannte sie eine akustische Hilfe für Blinde.

„Facebook liest Ihnen das Foto vor, das ein Freund gepostet hat: Hier steht mein Freund Mark neben seiner Frau. Das wollen wir immer weiter verfeinern, damit Menschen mit allen möglichen Behinderungen Facebook nutzen können und erkennen, was ihre Freunde für sie gepostet haben“, sagte Sandberg. Facebook hat als weltgrößtes Soziales Netzwerk nach eigenen Angaben knapp 1,8 Milliarden monatliche Nutzer.

„Wollen keine Fake News“

Sandberg sieht ihr Unternehmen unterdessen im Kampf gegen falsche Nachrichten, „Fake News“, in der Verantwortung. „Ich glaube, wir alle sind uns über die Ziele einig. Die Menschen wollen keine Hoaxes, keine Falschmeldungen auf Facebook sehen, wir wollen sie nicht zeigen, und wir wollen nicht, dass Leute damit Geld verdienen“, so Sandberg. Die Frage sei, wie man das mit 1,79 Milliarden monatlichen Nutzern hinbekomme.

„Wir sagen ganz klar: Wir wollen nicht entscheiden, was die Wahrheit ist. Und ich glaube, niemand will, dass wir das tun“, sagte Sandberg. „Also müssen wir mit Dritten zusammenarbeiten, die Experten sind - mit dem gerade verkündeten Facebook-Journalismus-Projekt zum Beispiel“, sagte Sandberg. Das Unternehmen hatte zuletzt erklärt, das eigene Soziale Netzwerk künftig sauberer halten zu wollen und Falschmeldungen zu kennzeichnen.

Gesundheit

Pest in Madagaskar ausgebrochen

Im Süden Madagaskars sind 27 Menschen der Pest zum Opfer gefallen. Insgesamt 68 Menschen haben sich in den Regionen Atsimo-Atsinanana und Ihorombe mit der Pest infiziert, wie es in einer gestern verbreiteten Mitteilung der Gesundheitsbehörden hieß.

Neben der Beulenpest gebe es auch fünf Fälle der leicht übertragbaren Lungenpest. Noch seien nicht alle Fälle durch Labortests bestätigt worden. Vergangene Woche wurden laut Angaben telefonisch etwa 30 weitere Pestfälle aus abgeschiedenen Dörfern in Ihorombe gemeldet. Dafür gibt es aber noch keine Bestätigung der Behörden.

Die Beulenpest wird durch einen Floh verbreitet, der sich gerne Ratten zum Wirt nimmt. Sie führt zu geschwollenen Lymphknoten. Die Lungenpest hingegen gelangt über die Atemluft von Mensch zu Mensch. Symptome sind unter anderem Husten und blutiger Auswurf. Bei früher Diagnose sind die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. Madagaskar weist die meisten Pestfälle weltweit auf. Seit 2010 zählte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dort rund 500 Pesttote.

Religion

Palermo: Kirche im Ghetto wird Synagoge

In Palermo wird eine Kirche zur Synagoge. Der Erzbischof der sizilianischen Hauptstadt stellt der jüdischen Gemeinde auf deren Wunsch ein christliches Gebäude im früheren Ghetto zu Verfügung. Die Umwidmung erfolgt heute aus Anlass des ökumenischen „Tags des Judentums“.

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Kirchen feiern „Tag des Judentums“

Zum 17. Mal feiern heute die christlichen Kirchen in Österreich den „Tag des Judentums“. Auch in Italien, Polen und den Niederlanden wird der jüdischen Wurzeln des Christentums gedacht. Dabei sollen sich die Christen in besonderer Weise ihrer Weggemeinschaft mit dem Judentum bewusst werden und zugleich des an jüdischen Menschen und ihrem Glauben begangenen Unrechts in der Geschichte gedenken.

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Kultur

Martin Suter: Gentech-Thriller über rosa Elefanten

Vor Jahren erzählte ein Forscher Martin Suter von der gentechnischen Möglichkeit, rosarote Mini-Elefanten zu schaffen. Daraus hat der Schweizer Bestsellerautor nun einen Thriller gemacht.

Der von Ehrgeiz und Habgier besessene Forscher Roux, eine Art moderner Frankenstein, will mit Hilfe der chinesischen Genindustrie eine Weltsensation schaffen und mit maximalem Gewinn vermarkten: Tiere, die in spektakulären Farben leuchten, und zum Beispiel als lebendes Spielzeug für gelangweilte Millionärskinder verkauft werden können.

„Elefant“ heißt das neueste Werk Martin Suters, diesmal geht es um Zirkus, asiatische Religionen und Gentechnologie - und um einen rosaroten Elefanten.

Packender Thriller ohne Brutalität

Zehn Jahre ist es her, dass Suter bei einem Kongress in Tübingen dem Alzheimer-Forscher Mathias Jucker begegnete. Der Professor erzählte ihm, dass es gentechnisch kein großes Problem mehr wäre, beispielsweise einen rosaroten Minielefanten zu erzeugen. „Das Bild ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen“, sagt Suter im Interview des Diogenes-Verlags.

Nun liegt sein „Elefant“ in den Buchläden. Es ist ein vielschichtiger, oft berührender Roman, der trotz des Verzichts auf brutale Gewaltdarstellungen - ohne die viele Krimiautoren nicht mehr auszukommen scheinen - ein über weite Strecken packender Thriller ist.

Science

Antarktis-Station muss wegen Klimawandels umziehen

Eine britische Forschungsstation in der Antarktis muss wegen des Klimawandels umziehen. Zwei in der Umgebung der Forschungsstation „Halley VI“ entdeckte Risse im Eis deuteten darauf hin, dass das Eis unter der Station abbrechen könnte, erklärte die Forschungsgesellschaft British Antarctic Survey (BAS) gestern. 16 Bewohner, die eigentlich den Polarwinter auf der Station verbringen sollten, würden nun umgesiedelt.

Die Polarstation besteht aus Wohn- und Arbeitsmodulen, die auf Stelzen auf einer Art riesiger Skier stehen. Sieben der acht Module wurden wegen der Risse im Eis bereits per Traktor 23 Kilometer landeinwärts gezogen. Die derzeitigen Bewohner von „Halley VI“ seien nicht in Gefahr, erklärte die BAS.

Da jedoch Unsicherheit bestehe, was im kommenden antarktischen Winter mit dem Eis passieren könne, werde die Station sicherheitshalber vor Winterbeginn geschlossen. Seit 1956 betrieb die BAS nacheinander bereits sechs „Halley“-Forschungsstationen auf dem Brunt-Eisschelf. Von dort aus angestellte Ozonmessungen führten 1985 zur Entdeckung des Ozonlochs. Die Station ist von großer Bedeutung bei der Überwachung des Klimawandels.

Leute

Letzter Mann auf dem Mond Gene Cernan tot

Der US-Astronaut Gene Cernan, der als letzter Mensch auf dem Mond war, ist tot. Cernan sei im Alter von 82 Jahren gestern gestorben, teilte die NASA mit. Der Astronaut war im Dezember 1972 Kommandeur der Raumfähre „Apollo 17“ gewesen. Als er das Modul „Challenger“ verließ, war er der elfte Mensch, der den Mond betrat. Der Pilot des Moduls, Jack Schmitt, war der zwölfte.

Da Cernan aber als Kommandeur zuletzt an Bord zurückkehrte, ist er bis heute der letzte, der auf dem Mond war. Alles in allem verbrachte Cernan laut NASA 566 Stunden und 15 Minuten im All, davon 73 Stunden auf dem Mond.