Ausland

Scharfe Drohung Nordkoreas gegen USA

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hat US-Präsident Donald Trump nach dessen jüngsten Drohungen gegen sein Land gewarnt, er werde dafür „teuer bezahlen“.

„Ich werde den Mann, der die Hoheit über das Oberkommando in den USA hat, für seine Rede teuer bezahlen lassen“, in der Trump Nordkorea mit der „völligen Zerstörung“ gedroht hatte, wurde Kim von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zitiert.

Pläne für Atomtest im Pazifik?

Laut einem Medienbericht überlegt Nordkorea, eine Wasserstoffbombe auf dem Pazifischen Ozean zu testen. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, sagte der nordkoreanische Außenminister Ri Yong-ho, er glaube, sein Land könne einen solchen Test im bisher nicht da gewesenen Ausmaß in Erwägung ziehen.

Ri sagte dies auf die Frage, was Machthaber Kim Jong-un gemeint habe, als er nach der Drohung von US-Präsident Donald Trump von harten Gegenmaßnahmen gesprochen habe. Er wisse aber nicht genau, was Kim vorhabe.

Anschlag in London: Zwei Verdächtige wieder frei

Zwei nach dem Anschlag auf die Londoner U-Bahn festgenommene Männer sind wieder auf freiem Fuß. Ein am Samstag im Westen Londons gefasster 21-Jähriger und ein 48-jähriger Mann aus Wales seien freigelassen worden, teilte die britische Polizei mit. Damit sind derzeit noch vier Verdächtige in Polizeigewahrsam.

Bei dem Anschlag am Freitag vergangener Woche war in einem U-Bahn-Waggon an der Station Parsons Green im Westen Londons ein selbst gebauter Sprengsatz explodiert, 30 Menschen wurden dadurch verletzt. Die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) reklamierte den Anschlag für sich.

Es handelte sich um den fünften Anschlag in Großbritannien seit März. Insgesamt wurden bei dieser Serie 35 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt.

Kind bei Protesten gegen Regierung in Togo getötet

Bei Protesten gegen die Regierung im westafrikanischen Togo sind nach Angaben der Opposition ein Kind getötet und Dutzende Menschen verletzt worden. Der Zehnjährige sei in der Stadt Mango von Sicherheitskräften getötet worden, mindestens 77 Demonstranten seien im benachbarten Bafilo verletzt worden, berichteten Vertreter mehrerer Oppositionsparteien nach zweitägigen Protesten heute in Lome.

Die Opposition fordert den Rücktritt von Präsident Faure Gnassingbe und verlangt eine Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten. Am Dienstag hatte Parlamentspräsident Drama Dramani angekündigt, dass die Bürger bald in einem Referendum darüber abstimmen sollten.

Protestei gegen Regierung in Lome, Togo

APA/AFP/Pius Utomi Ekpei

Die Opposition fordert eine Begrenzung der Präsidentschaft auf zwei Amtszeiten. Togo wird seit 50 Jahren von der Familie Gnassingbe regiert. Togo hat rund 7,5 Millionen Einwohner und gehört zu den ärmsten Ländern der Welt.

Trump: Erdogan „ist mein Freund geworden“

US-Präsident Donald Trump hat sich wohlwollend über den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan geäußert und dessen Politik gelobt. Erdogan „ist mein Freund geworden“, sagte Trump gestern nach einem gemeinsamen Treffen am Rande der UNO-Vollversammlung in New York. „Ich glaube, wir stehen uns jetzt so nah wie noch nie.“

Die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei hatten sich im Mai verschlechtert, nachdem es zu Gewalt zwischen amerikanischen Demonstranten und türkischen Sicherheitsbehörden während eines US-Besuchs von Erdogan gekommen war. Elf Menschen wurden verletzt.

Syrische Kurden halten Kommunalwahlen ab

In den syrischen Kurdengebieten finden heute erstmals Kommunalwahlen statt. Bei der Abstimmung sollen in den Gemeinden der drei kurdischen „Kantone“ im Norden des Landes Verwaltungskomitees unter Leitung eines Bürgermeisters gewählt werden. Im November sollen Gemeinderatswahlen folgen, bevor im Jänner Parlamente für die drei Kantone sowie die gesamte Kurdenregion gewählt werden.

Die syrischen Kurden unter Führung der Partei der Demokratischen Union (PYD) hatten im März 2016 eine „föderale Region“ in Nordsyrien ausgerufen. Das war in Damaskus und Ankara auf scharfe Kritik gestoßen. Die PYD versichert, anders als die irakischen Kurden, nicht die Unabhängigkeit anzustreben. Kritiker betrachten die anstehenden Wahlen als nicht vollständig demokratisch oder repräsentativ, da nur PYD-nahe Parteien antreten.

Le Pen entledigt sich ihres Widersachers

Die Chefin der französischen rechtsextremen Partei Front National, Marine Le Pen, hat einmal mehr mit einem internen Gegner kurzen Prozess gemacht: Der Vizepräsident Floria Philippot verließ gestern wütend die Partei, nachdem Le Pen ihn scheibchenweise demontiert hatte. Der Grund dafür lag in einem internen Machtkampf um die Ausrichtung der Partei - ein Streit, der schon so manchem Funktionär Parteimitgliedschaft und Karriere kostete.

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Russland lobt Trump für Fokus auf nationale Souveränität

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat den amerikanischen Präsidenten Donald Trump für dessen Rede bei den Vereinten Nationen und seinen Fokus auf die nationale Souveränität gelobt. Souveränität sei ein Grundsatz, „dem wir uns alle anschließen können“, sagte Lawrow gestern vor der UNO-Vollversammlung. „Länder mit anderen Werten und anderer Kultur können nicht nur nebeneinander existieren, sondern Seite an Seite arbeiten.“

Mit Blick auf Nordkorea sprach Lawrow von einer „gefährlichen Spirale der Konfrontation“. Es gebe keine Alternative, als den Konflikt auf der koreanischen Halbinsel mit diplomatischen Mitteln zu lösen. „Militärische Hysterie ist nicht nur eine Sackgasse, sie ist ein Desaster.“

Lawrow warnte davor, Sanktionen im Alleingang zu verhängen, die über Strafmaßnahmen des UNO-Sicherheitsrats hinausgehen. Wie falsch solch „einseitige Schritte“ seien, habe sich am Beispiel des US-Embargos gegen Kuba gezeigt, sagte Lawrow. Es sei auch nicht hinnehmbar, mit Blick auf die Lage in Venezuela „Unruhen anzustacheln“ und „Gewalt anzudrohen“, um das Land zu demokratisieren.

Trudeau: Kanadas Umgang mit Indigenen „große Schande“

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat die jahrzehntelange Diskriminierung indigener Völker im eigenen Land als „große Schande“ bezeichnet. Die Rechte vieler Ureinwohner würden bis heute nicht respektiert, sagte Trudeau bei der UNO-Generaldebatte in New York.

Justin Trudeau

APA/AP/The Canadian Press/Adrian Wyld

Seine gestrige Rede im UNO-Plenarsaal, wo Staats- und Regierungschefs gern eigene Erfolge feiern, war ein bemerkenswertes Zugeständnis von Missständen. „Kanada ist kein Märchenland, wo die Probleme, die andere haben, nicht existieren“, sagte Trudeau. Ungleichheit gebe es nicht nur an „entfernten Ufern“.

„Erbe des Kolonialismus“

In kanadischen Reservaten lebende Kinder litten bis heute unter schlechter Trinkwasserversorgung, andere kämpften mit schlechten Bildungsmöglichkeiten und sogar Suizidgedanken. Wegen der Gewalt gegen indigene Frauen habe die Menschenrechtsorganisation Amnesty International Alarm geschlagen.

„Das ist das Erbe des Kolonialismus in Kanada“, sagte Trudeau. Lange Zeit seien Ureinwohner in Kanada „gedemütigt, vernachlässigt und missbraucht“ worden. Es sei auch „enttäuschend“ gewesen, wie lange Kanada sich gegen die UNO-Erklärung über die Rechte indigener Völker gewehrt habe, die das Land erst 2016 annahm.

Heute sei eine „ehrliche und anhaltende Wiedergutmachung“ möglich, sagte Trudeau. So arbeite die Regierung zum Beispiel daran, grundlegende Bedürfnisse wie Trinkwasser, Unterkunft, Bildung und angemessene Arbeit zu sichern, aber auch, aussterbende Sprachen der Metis, Inuit und First Nations zu erhalten.

F: Erneut Proteste gegen Macrons Arbeitsmarktreform

In Frankreich haben erneut Zehntausende Menschen gegen die Arbeitsmarktreform von Staatschef Emmanuel Macron demonstriert. In Paris und in einer Reihe weiterer Städte organisierten Gewerkschaften gestern Kundgebungen gegen die geplante Lockerung des Arbeitsrechts. Die Verordnungen zu Macrons erstem großen wirtschaftspolitischen Reformvorhaben sollen heute das Kabinett passieren.

Demonstration gegen Macrons Arbeitsmarktreform in Paris

APA/AP/Thibault Camus

Die weit links stehende Gewerkschaft CGT hatte landesweit 200 Kundgebungen angekündigt. Demonstranten trugen Banner mit Aufschriften wie „Nein zur Arbeitsmarktreform“, „Macron - Marionette der Arbeitgeber“ und „Die Verordnungen töten“.

CGT-Chef Philippe Martinez sagte bei der Demonstration in Paris, die Mobilisierung sei vergleichbar mit der beim ersten Aktionstag am Dienstag vergangener Woche. Dabei waren nach Polizeiangaben landesweit 223.000, nach Gewerkschaftsangaben fast 500.000 Menschen auf die Straße gegangen. Das Innenminiserium sprach von 132.000 Meneschen. Wie beim ersten Protesttag auch gab es nun Streiks, deren Auswirkungen aber begrenzt blieben.

Regierung hält an Reform fest

Die französische Regierung hat wiederholt bekräftigt, an ihrer Reform festhalten und dem Druck der Straße nicht nachgeben zu wollen. Präsident Macron sagte kürzlich: „Die Demokratie, das ist nicht die Straße.“

Im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit in Frankreich will der Staatschef Unternehmen mehr Spielraum und Sicherheit geben. Unter anderem sollen Kündigungen erleichtert und Abfertigungen gedeckelt, Arbeitnehmervertretungen zusammengelegt und Betriebsvereinbarungen gestärkt werden. Die Gewerkschaften kritisieren die Reform als Schwächung der Rechte von Arbeitnehmern. Die Arbeitgeber begrüßen die Reform dagegen.

Inland

Kooperation mit BMI: FH Wr. Neustadt weist Vorwurf zurück

Die Fachhochschule Wiener Neustadt hat den Vorwurf der Aufnahme von Bewerbern in bestimmte Studiengänge nach politischer Zugehörigkeit zurückgewiesen. In einer Stellungnahme hieß es: „Der FH Wiener Neustadt ist kein Fall bekannt, wo eine Aufnahme in einen Studiengang nicht nach objektiven Kriterien erfolgt wäre.“

Ein mehrstufiges, großteils anonymisiertes Auswahlverfahren garantiere die Aufnahme der bestgereihten Bewerberinnen und Bewerber. Das entspreche einem international etablierten Standard und gelte für alle angebotenen Studiengänge", so die FH.

Der Vorwurf gegen die FH Wiener Neustadt, dass Bewerberinnen und Bewerber nach politischer Weltanschauung und Zugehörigkeit gefiltert würden und ein Studienplatz nur an der ÖVP nahestehenden Personen vergeben werde, „entbehrt nicht nur jeder Grundlage, sondern kommt einer Rufschädigung gleich“, so die FH.

Innenministerium soll Einfluss nehmen

Der „Standard“ hatte berichtet, dass das Innenministerium Einfluss nimmt, wer Zugang zum Bachelorlehrgang „Polizeiliche Führung“ erhält. Die APA schreibt, Kenntnis von Fällen aus der Wiener Polizei zu haben, denen nach eigenen Angaben die Weiterbildung verweigert wurde. Offen erhob diesen Vorwurf Harald Segall, Vorsitzender der Fraktion Sozialistischer Gewerkschafter (FSG) in Wien.

Das Innenministerium soll nicht der ÖVP nahestehenden Beamten keine Unterstützung für eine Weiterbildung an der FH gegeben und so gesteuert haben, wer sich überhaupt um einen Platz in Wiener Neustadt bewerben konnte, so die Gewerkschafter. SPÖ-Sicherheitssprecher Otto Pendl kündigte dazu eine parlamentarische Anfrage an Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) an.

Verhüllungsverbot: Polizei verspricht „Fingerspitzengefühl“

Wer in der Öffentlichkeit sein Gesicht nicht zeigt, riskiert ab Anfang Oktober bis zu 150 Euro Strafe. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Gesichtsschleier oder eine Atemmaske das Antlitz verdeckt - zumindest solange nicht gerade Smogalarm herrscht. Das Ende Mai beschlossene Verhüllungsverbot kennt nur wenige Ausnahmen, etwa aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen. Die Polizei kündigte gestern an, das Gesetz „konsequent umzusetzen“ - versprach aber zugleich „Fingerspitzengefühl“.

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Wirtschaft

Insider: Lufthansa soll Niki bekommen

Knapp 40 Jahre nach der Gründung steht die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin vor der Zerschlagung. Den Löwenanteil soll die AUA-Mutter Lufthansa übernehmen, wie die Nachrichtenagenturen Reuters und dpa gestern von Insidern erfuhr. „Die Lufthansa bekommt den größten Teil“, sagte ein mit den Verhandlungen Vertrauter. Darin enthalten sei auch die österreichische Air-Berlin-Tochter Niki.

Weitere Teile sollen an den britischen Billigflieger easyJet gehen, ein weiterer Teil eventuell an die Thomas-Cook-Tochter Condor, mit der Niki Lauda ein Angebot gelegt hat. Darauf habe sich der Gläubigerausschuss verständigt, wie auch ein zweiter Insider bestätigte.

Air Berlin selbst gab bekannt, dass mögliche Käufer am Montag bekanntgegeben werden. Mit den Kaufinteressenten solle weiter verhandelt werden. Eine Auswahl der Bieter und der Abschluss von Transaktionen seien jedoch abhängig von der Zustimmung des Aufsichtsrates der Air Berlin, der am 25. September beraten und anschließend über den Stand des Verfahrens informieren werde. Zu den möglichen Käufern gab es keine offizielle Stellungnahme.

Tusk will Euro-Sondergipfel im Dezember

Die Europäische Union soll nach dem Willen von EU-Ratspräsident Donald Tusk ihr weiteres Vorgehen in der gemeinsamen Wirtschafts- und Währungsunion bei einem Sondergipfel im Dezember diskutieren. Es gebe eine ganze Reihe an Ideen, schrieb Tusk gestern Abend in einem Brief an die Staats- und Regierungschefs. Einen genauen Termin nannte er nicht.

Die EU-Kommission hatte unlängst unter anderem den Posten eines EU-Finanzministers ins Spiel gebracht. Welche Kompetenzen dieser haben könnte, ist allerdings noch unklar. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hatte zudem darauf gedrungen, den Euro in allen EU-Staaten einzuführen. Im EU-Vertrag ist das - mit Ausnahme von Großbritannien und Dänemark - vorgesehen, allerdings gibt es keine Fristen oder Zwangsmechanismen.

Die Länder müssen vielmehr eine Reihe von Kriterien erfüllen, um der Gemeinschaftswährung beitreten zu dürfen. Nach Jahren der Finanzkrise hatte das Wirtschaftswachstum in der EU zuletzt wieder angezogen, zugleich war die Neuverschuldung deutlich gesunken.

Mercedes investiert eine Milliarde Dollar in US-Standort

Mercedes weitet seine Produktion in den USA deutlich aus. Zusätzlich eine Milliarde Dollar (rund 830 Mio. Euro) soll in den Standort im Bundesstaat Alabama investiert werden, teilte der Autohersteller gestern anlässlich der Feier zum 20. Jahrestag des Produktionsbeginns in dem Werk in Tuscaloosa mit. Das Werk wird unter anderem auch vom heimischen Stahl- und Technologiekonzern voestalpine beliefert.

Fokus auf vollelektrische SUVs

Durch die Großinvestition sollen voraussichtlich mehr als 600 neue Arbeitsplätze entstehen. Ein Großteil des Geldes soll den Unternehmensangaben zufolge in den Bau von Elektrofahrzeugen fließen. In Tuscaloosa sollen künftig vollelektrische geländegängige Limousinen (SUVs) der Produkt-und Technologiemarke EQ vom Band laufen. Die Daimler-Tochter wolle zudem nahe dem bestehenden Pkw-Werk eine Batteriefabrik bauen. Den Rest der Neuinvestition will Mercedes für den Ausbau der Logistikaktivitäten in Alabama verwenden.

Auch BMW hatte vor drei Monaten weitere Großinvestitionen in den USA angekündigt. Das Unternehmen will in den Jahren 2018 bis 2021 weitere 600 Millionen Dollar in die Fabrik in Spartanburg im Bundesstaat South Carolina stecken. Spartanburg ist die weltweit größte Produktionsstätte von BMW.

Sport

Eishockey: Vienna Capitals feiern Rekordsieg

Die Capitals haben ihren Erfolgslauf in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) fortgesetzt. Die Wiener bezwangen gestern in der fünften Runde die Black Wings Linz und stellten saisonübergreifend mit dem 18. Sieg hintereinander einen neuen EBEL-Rekord auf. Immerhin über den zweiten Erfolg in Serie nach davor drei Niederlagen durfte Salzburg jubeln. Gegen den VSV reichte dazu ein starkes Mitteldrittel.

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Motorsport: Formel 1 für Auer vorerst „kein Thema“

Seit sieben Jahren warten die österreichischen Formel-1-Fans auf einen heimischen Piloten, und ein Ende der Wartezeit ist nicht in Sicht. Auch für Lucas Auer, der in der deutschen Tourenwagen-Rennserie DTM um den Gesamtsieg fährt und bereits Testfahrten für Force India absolvierte, ist die Formel 1 aktuell „kein Thema“. Andere Mitbewerber haben einen finanziellen Vorteil - und auch die Anzahl der freien Cockpits ist verschwindend gering.

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Fußball: Kölner Krise macht Stöger nachdenklich

In seinen ersten vier Jahren als Trainer des 1. FC Köln war Peter Stöger angesichts des Erfolges immer gut gelaunt und sorgte mit markanten Sagern - einer davon wurde im Vorjahr sogar als Spruch des Jahres ausgezeichnet - für Unterhaltung. Derzeit ist der Wiener aber ziemlich „schmähstad“. Fünf Niederlagen zum Saisonstart und wiederholte Probleme mit den Videoschiedsrichtern machen dem 51-Jährigen schwer zu schaffen. Der Europa-League-Teilnehmer steckt laut Stöger zumindest bis zum Winter im Bundesliga-Abstiegskampf.

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Tennis: Thiem startet bei Laver-Cup-Premiere

In Prag geht von heute bis Sonntag erstmals der Laver Cup über die Bühne. In Anlehnung an den Ryder Cup im Golf misst sich das Team Europa mit einer Weltauswahl. Mit von der Partie ist auch Dominic Thiem, der in einer Mannschaft mit u. a. Rafael Nadal und Roger Federer steht. „Das macht es schon zu einer besonderen und coolen Sache“, erklärte Thiem, der hofft, dass alle Spieler den Bewerb ernst nehmen. Nur dann hat der Laver Cup auch eine seriöse Zukunft.

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Chronik

Mexiko: Keine Kinder mehr unter Trümmern von Schule

Entgegen bisherigen Vermutungen gibt es unter den Trümmern einer durch das Erdbeben in Mexiko-Stadt eingestürzten Schule wohl kein eingeschlossenes Kind mehr. Das teilte gestern ein Marinesprecher bei der Schule „Enrique Rebsamen“ mit. Marineeinheiten sind an der Suche beteiligt.

Von Erdbeben zerstörte Schule in Mexiko-Stadt

APA/AP/Miguel Tovar

Zuvor war von einem zwölfjährigen Mädchen unter den Trümmern die Rede gewesen. Möglicherweise sei aber noch ein lebender Erwachsener in den Trümmern, hieß es rund 50 Stunden nach dem Beben.

Es sei eine Zählung aller Toten, Überlebenden und in Krankenhäuser eingelieferten Personen mit der Schulleitung gemacht worden, und demnach könne man mit Sicherheit sagen, dass dort keine Kinder mehr eingeschlossen seien, sagte der Militärsprecher.

In den Trümmern der Schule wurden nach jüngsten Angaben 19 tote Kinder und sechs tote Erwachsene sowie elf überlebende Personen geborgen. Das Beben der Stärke 7,1 hatte am Dienstag gegen Mittag die Millionenmetropole Mexiko-Stadt und die Bundesstaaten Morelos und Puebla erschüttert. Mindestens 250 Menschen starben.

Toter bei Lawinenabgang in Deutschland

Ein 24 Jahre alter Niederländer ist bei einem Schneelawinenunglück in den Berchtesgadener Alpen tödlich verunglückt. Er war mit seiner Familie unterwegs und wurde gestern Nachmittag von einem Schneerutsch in einer Rinne mitgerissen, wie die Polizei mitteilte.

Der junge Mann stürzte in felsigem Gelände ab und war sofort tot, da er sich schwerste Kopfverletzungen zugezogen hatte. Seine drei Familienangehörigen konnten erst rund zwei Stunden danach einen Notruf absetzen. Die Unglücksstelle lag schwer zugänglich im Landtal. In den Berchtesgadener Alpen war laut Lawinenwarndienst Bayern zuletzt ein halber Meter Schnee gefallen.

„Maria“: Katastrophenzustand für Puerto Rico verhängt

Nach den schweren Verwüstungen durch Hurrikan „Maria“ auf Puerto Rico hat US-Präsident Donald Trump den Katastrophenzustand für die Insel verhängt. Mit dieser Maßnahme bekommt das US-Außengebiet Geld aus Washington. Dazu zählen etwa Hilfen für vorübergehende Unterkünfte und Hausreparaturen, wie das Weiße Haus gestern in Washington mitteilte.

Der Hurrikan war mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometern pro Stunde über Puerto Rico hinweggezogen und hatte schwere Schäden hinterlassen. Mindestens ein Mensch kam ums Leben. Auf der gesamten Insel brach das Stromnetz zusammen.

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Großer-St.-Bernhard-Tunnel bis 8. Oktober geschlossen

Eine der wichtigsten Straßenverbindungen über die Alpen, der Große-St.-Bernhard-Tunnel ist bis 8. Oktober gesperrt. Grund dafür ist ein Defekt im Lüftungssystem. Ein Trägerbalken des Lüftungssystems sei gestern Vormittag kaputtgegangen, hieß es vom Schweizer Straßeninformationsdienst viasuisse. Bauarbeiter müssten nun den ganzen Lüftungskanal stabilisieren. Der Tunnel bleibt in beide Richtungen gesperrt.

Auch eine PostAuto-Linie zwischen Sembrancher im Wallis und Aosta in Italien ist von der Vollsperrung betroffen. Deren Betrieb ist bis auf Weiteres eingestellt. Reisenden wird empfohlen, die Passstraße zu nehmen, die bis auf 2.469 Meter Seehöhe führt. „Das ist möglich, solange die Route schneefrei bleibt“, sagte Lehmann. Für Lastwagen wird Richtung Italien der Simplon als Alternative empfohlen.

Der Große St. Bernhard wird wie die San-Bernardino-Strecke in Graubünden oft als Umfahrung des bekannten Nadelöhrs Gotthard benutzt. Wegen Instandhaltungsarbeiten wird der Gotthardtunnel im Herbst regelmäßig für Arbeiten gesperrt, dieses Mal jeweils in der Nacht bis 4. Oktober. Der Personenverkehr wird über die Gotthardpassstrasse umgeleitet, schwere Güterfahrzeuge werden angehalten.

Religion

Obdachlose müssen weg vom Petersplatz

Die Polizei in Rom hat Obdachlose vom Petersplatz vertrieben. Nachts könnten sie jedoch noch im Säulengang des Platzes schlafen, wie der Vatikan-Sprecher gestern italienischen Nachrichtenagenturen sagte. „Es ist eine Frage der Sicherheit.“ Bei der Aktion geht es aber wohl auch um die Sauberkeit des Platzes.

Rund um den Petersplatz lagerten stets viele Obdachlose, was für mehr und mehr Kritik sorgte, weil es auch zu Streitereien kam. Papst Franziskus hatte an dem Platz Duschen und einen Friseur für Obdachlose einrichten lassen. Der Pontifex lädt auch regelmäßig Menschen von der Straße zu sich ein.

IT

Facebook legt Kongress mutmaßlich russische Werbung vor

Facebook wird die Werbeanzeigen, mit denen sich mutmaßlich russische Drahtzieher in die Innenpolitik der USA eingemischt haben, dem US-Kongress offenlegen. Einer allgemeinen Veröffentlichung stünden aber gesetzliche Einschränkungen für die Offenlegung von Profilinformationen im Wege, betonte das weltgrößte Onlinenetzwerk gestern in einem Blogeintrag.

Dem Unternehmen sei die Verbindung zu Russland bei der Buchung der Anzeigen nicht bewusst gewesen, so Facebook. Sie wurden von einer Internet Research Agency platziert. Facebook schließt nicht aus, dass noch weitere Anzeigen gefunden werden könnten. Gründer und Chef Mark Zuckerberg kündigte an, bei politischer Werbung auf der Facebook-Plattform werde künftig klar zu sehen sein, wer dafür bezahlt habe.

Hunderte Profile identifiziert

Facebook hatte vor zwei Wochen mitgeteilt, dass im Zuge von Untersuchungen zum möglichen russischen Einfluss auf die US-Präsidentenwahl rund 470 Profile identifiziert worden seien, die zwischen Juni 2015 und Mai 2017 etwa 3.000 Anzeigen geschaltet hätten. „Unsere Analyse legt nahe, dass diese Accounts und Seiten miteinander vernetzt waren und von Russland aus betrieben wurden“, erklärte damals Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos. Sie hätten Anzeigen für rund 100.000 Dollar geschaltet.

Facebook machte bisher keine Angaben dazu, wie viele Amerikaner diese Werbung gesehen haben könnten. Ausländische Einmischung in den Wahlkampf ist in den USA verboten. Das Onlinenetzwerk teilte Informationen zu den Anzeigen bereits mit dem US-Sonderermittler Robert Mueller.

Kultur

Leopold Museum zeigt Anton Koligs Gesamtwerk

Anton Kolig gilt nicht nur als wichtiger Vertreter der figuralen Malerei, sondern als einer der bedeutendsten österreichischen Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein innovativer Stil machte ihn zu einem der ersten Avantgardisten in seiner Heimat. Das Wiener Leopold Museum widmet Anton Kolig ab mheute eine umfassende Ausstellung.

Unterwegs mit Künstlerkollegen

Der 1886 in Mähren geborene Kolig studierte ab 1904 gemeinsam mit Oskar Kokoschka an der Kunstgewerbeschule in Wien und an der Akademie der bildenden Künste. Anschließend zog es Kolig ins kärntnerische Nötsch, wo er gemeinsam mit seinen Malerkollegen Sebastian Isepp, Franz Wiegele und später auch Anton Mahringer den Nötscher Kreis bildete.

Ein von Gustav Klimt in die Wege geleiteter Frankreich-Aufenthalt Koligs (gemeinsam mit Wiegele) war nur von kurzer Dauer, genauer bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs, welcher den Künstler zu einer Flucht zurück nach Österreich zwang. Die in dieser Zeit entstandenen und stark von der modernen Malerei beeinflussten Werke blieben zurück, während Kolig selbst nach seiner Rückkehr als Kriegsmaler tätig war.

Knabenakt und Soldatenporträt

Zu Koligs bevorzugten Motiven zählten neben Porträts und klassischen Stilleben besonders Jünglingsakte, die, von antik-heroisch bis virtuos dargestellt, oft durch eine melancholische Stimmung bestimmt zu sein scheinen.

Ausstellungsansicht, Anton Kolig, Leopold Museum Wien

Leopold Museum, Wien/Foto: Lisa Rastl

Koligs Schaffen war vielschichtig, und das nicht nur auf dem Gebiet der Ölmalerei, sondern ebenso auf dem der Zeichnung und der Wandmalerei. Die wohl wichtigste dieser Wandmalereien und ein Meilenstein in Koligs Karriere, war der Auftrag zur Ausführung von Fresken in einem Saal des Kärntner Landhauses in Klagenfurt. Diese Malereien wurden jedoch von den Nationalsozialisten zerstört.

Die Ausstellung im Leopold Museum ist die erste große in Wien seit 50 Jahren, die Koligs Werk allein in den Mittelpunkt rückt und umfasst insgesamt rund 60 Gemälde sowie 50 Arbeiten auf Papier. 20 der ausgestellten Gemälde sind aus dem Besitz der Sammlung Leopold, die damit über den umfangreichsten Bestand an Gemälden Koligs in einer öffentlichen Institution verfügt.

Russland schickt „Loveless“ ins Oscar-Rennen

Russland schickt seinen international anerkanntesten Regisseur Andrej Swjaginzew mit „Loveless“ ins Rennen um den nächsten Oscar für den besten Auslandsfilm. Eine Jury votierte gestern für den Film, der beim Festival in Cannes den Preis der Jury gewonnen hat. Das meldeten russische Agenturen in Moskau.

„Loveless“ erzählt vom Verschwinden eines Buben im bitteren Scheidungskrieg seiner Eltern und lässt sich als Porträt der kaltherzigen Gesellschaft im modernen Russland verstehen. Der Film ist eine Koproduktion von Russland, Frankreich, Deutschland und Belgien.

Swjaginzew wird wegen seiner kritischen Haltung in der Heimat oft angefeindet - ähnlich wie der Theatermacher Kirill Serebrennikow, den die Justiz wegen Betrugsverdachts unter Hausarrest gestellt hat. Beide sind aber für das Ausland Vertreter einer modernen, weltoffenen Kunst aus Russland auf der Höhe der Zeit. Sjwaginzew hatte sich schon 2015 mit „Leviathan“ um die begehrte US-Filmtrophäe beworben, aber nicht gewonnen.

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