Ausland

Clinton über ihren „Vize“ Kaine: „Er ist genau richtig“

Zwei Tage vor Beginn des Parteitages der Demokraten hat Hillary Clinton ihren Vize-Kandidaten Tim Kaine offiziell vorgestellt. Er sei ein Politiker, der Brücken statt Mauern bauen wolle, sagte Clinton heute bei einem gemeinsamen Auftritt mit Kaine in Miami im US-Bundesstaat Florida.

Sie bezog sich dabei auf den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, der im Fall eines Wahlsieges im November eine Grenzmauer zu Mexiko bauen will. Clinton soll auf dem am kommenden Montag beginnenden Parteitag in Philadelphia offiziell zur Spitzenkandidatin der Demokraten gekürt werden.

Amerika brauche einen Vizepräsidenten, der notfalls vom ersten Tag an in der Lage sei, das Spitzenamt zu übernehmen und das Land zu führen, sagte die Ex-Außenministerin. „Er ist genau richtig.“ Kaine nannte Clinton eine unermüdliche Kämpferin, die niemals aufgebe. Sie habe Mut, Visionen und Führungskraft - und sei mit ihrer Erfahrung und ihrem Respekt für andere der völlige Gegensatz zu Trump.

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Bei Protesten: Bürgermeister in Mexiko erschossen

In Mexiko ist während Protesten von aufgebrachten Bürgern ein Bürgermeister getötet worden. Domingo Lopez Gonzalez und einer seiner Begleiter seien heute auf dem zentralen Platz der indigenen Gemeinde San Juan Chamula von Unbekannten erschossen worden, teilte die Staatsanwaltschaft des südlichen Bundesstaates Chiapas auf Twitter mit.

Der Bürgermeister hatte auf dem Platz mit Demonstranten gesprochen, die aus 35 nahe liegenden Ortschaften angereist waren. Die genauen Motive der Tat waren zunächst unklar. In San Juan Chamula hatte es in den vergangenen Tagen Konflikte zwischen Anwohnern und demonstrierenden Lehrern gegeben.

Deutsche Bundeswehr startet Flüchtlings-Pilotprojekt

Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will Flüchtlinge bei der Armee beschäftigen. „Die Bundeswehr ist dabei, in einem Pilotprojekt zunächst mehr als hundert Flüchtlinge in zivilen Fähigkeiten auszubilden“, sagte Von der Leyen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Es gehe um Handwerk, Technik, Medizin und Logistik.

„Die Idee ist, dass sie eines Tages nach Syrien zurückgehen und beim Aufbau helfen.“ Sollte es in dem Land wieder eine verantwortungsvolle Regierung geben, könne Deutschland auch die Ausbildung von Sicherheitskräften in dem Land unterstützen. Als Soldaten sollten Personen mit syrischer Staatsangehörigkeit bei der Bundeswehr jedoch nicht eingesetzt werden.

Erst vor kurzem hatte die Ministerin mit der Ankündigung für Aufsehen gesorgt, dass die Bundeswehr künftig nicht nur deutsche Staatsbürger, sondern in bestimmten Fällen auch EU-Ausländer für den Dienst an der Waffe einsetzen will. Damit war sie innerparteilich auf Widerstand gestoßen.

Waffenhändlerring auf Ibiza ausgehoben

Auf der Urlaubsinsel Ibiza hat die Polizei einen internationalen Ring illegaler Waffenhändler ausgehoben. Neun Verdächtige seien festgenommen worden, darunter auch der mutmaßliche Bandenchef und ein Polizeibeamter, teilten die Behörden heute in Spanien mit.

Im Rahmen der rund vierjährigen Ermittlungen waren den amtlichen Angaben zufolge in Zusammenarbeit mit Behörden anderer Länder sowie mit Interpol und Europol unter anderem auch Firmenräume in Deutschland und der Schweiz durchsucht worden. Die Bande habe in Europa ein großes Firmenetzwerk unterhalten und sei unter anderem auch in Belgien, Großbritannien und Frankreich aktiv gewesen.

200.000 Kalaschnikows im Südsudan verkauft

Beim Anführer handelt es sich den Angaben zufolge um einen polnischen Ex-Militär, der mit seiner illegalen Tätigkeit ein millionenschweres Vermögen angehäuft habe. Vier Luxusfahrzeuge seien bei der Aktion sichergestellt worden.

Der Mann hatte sich auf der Balearen-Insel Ibiza mit ungültigen Papieren als Diplomat des westafrikanischen Staates Guinea-Bissau ausgegeben. Er verkaufte laut Polizei unter anderem im Südsudan 200.000 Kalaschnikow-Gewehre AK 47 sowie Raketenwerfer und Panzer. Die Bande soll in Spanien unter Androhung von Gewalt auch Unternehmer erpresst und Schulden in Millionenhöhe eingetrieben haben.

Über 80 Tote bei Selbstmordanschlag in Kabul

Bei zwei Explosionen während einer Demonstration in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 80 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 231 Menschen seien verletzt worden, teilte ein Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums heute mit, der eine weitere Erhöhung der Opferzahlen nicht ausschloss.

In der Hauptstadt demonstrierten Hunderte Angehörige der ethnischen Minderheit der Hazara, als ein Sprengsatz detonierte. Laut der Organisatoren der Demonstration hatten sich mehr als 10.000 Menschen auf einem zentralen Platz versammelt, um gegen die Verlegung einer geplanten Hochspannungsleitung zu demonstrieren.

IS bekannte sich zu Anschlag

Zwei Attentäter zündeten nach Behördenangaben ihre Sprengstoffgürtel inmitten der Demonstration. Laut einem Geheimdienstmitarbeiter habe es noch einen dritten Selbstmordattentäter in der Menschenmenge gegeben, er gab aber keine Informationen über dessen Verbleib.

Ein Demonstrant sagte, dass seiner Beobachtung nach ein dritter Täter von Sicherheitskräften getötet worden sei, als dieser auf eine Gruppe Frauen zurannte. Nach Angaben des IS-Sprachrohrs Amak bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu dem Anschlag.

Zahlreiche Straßenkreuzungen blockiert

Rettungsautos hatten Schwierigkeiten, zum Explosionsort zu gelangen, weil die Behörden zahlreiche Straßenkreuzungen blockiert hatten, um zu verhindern, dass die Demonstranten zum Präsidentenpalast marschieren. In jüngster Zeit hatten die radikal-islamischen Taliban nach einer kurzen Atempause während des Fastenmonats Ramadan wieder zahlreiche Anschläge in Afghanistan verübt.

Mutmaßlicher IS-Bombenbauer in Malaysia festgenommen

Unter 14 Verdächtigen, die Malaysias Polizei jüngst bei Anti-Terror-Razzien festgenommen hat, ist ein mutmaßlicher Bombenbauer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Der Malaysier habe als Bombenexperte für den IS gearbeitet, sagte der Polizeichef des Landes, Khalid Abu Bakar, heute.

Die Polizei habe bei ihm ein Kilo Sprengstoff gefunden, der vermutlich gegen Polizeieinrichtungen eingesetzt werden sollte, wie es hieß. Der Verdächtige habe zugegeben, Anweisungen vom IS erhalten zu haben.

Mehrere Anti-Terror-Razzien

Sicherheitskräfte hatten in mehreren Anti-Terror-Razzien vom 10. bis 20. Juli Verdächtige in fünf malaysischen Bundesstaaten festgenommen. Einen ersten Anschlag, den der IS für sich beanspruchte, erlebte das Land Ende Juni, als Terroristen eine Handgranate in eine Bar nahe der Hauptstadt Kuala Lumpur warfen und acht Menschen verletzten.

Das Innenministerium geht von knapp 100 Bürgern aus, die nach Syrien oder in den Irak gereist sind, um sich dem IS als Kämpfer anzuschließen.

Leichen von 26 Menschen in Libyen angespült

Helfer haben 26 tote Flüchtlinge an der Küste im Westen Libyens geborgen. Die Leichen seien gestern an einem Strand der Stadt Sabratha etwa 60 Kilometer westlich der Hauptstadt Tripolis angespült worden, berichtete ein Sprecher des Stadtrates heute. Demnach sind die Opfer allesamt Afrikaner. Es blieb zunächst unklar, wann sie ums Leben kamen.

Östlich von Tripolis konnte die Küstenwache gestern nach eigenen Angaben 137 Migranten retten, die mit einem Schlauchboot Europa erreichen wollten. Unter ihnen seien 27 Frauen und zwei Kinder gewesen, sagte ein Sprecher.

2016 bereits 3.000 Menschen bei Überfahrten gestorben

Im Westen Libyens legen immer wieder Schiffe mit Flüchtlingen auf schrottreifen oder nicht hochseetauglichen Booten Richtung Italien ab. Schlepper nutzen dabei die Anarchie in Teilen des Landes, in dem mehrere Regierungen um die Macht kämpfen.

Bei den lebensgefährlichen Fahrten über das Mittelmeer starben nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 2016 bereits knapp 3.000 Menschen - die meisten auf der zentralen Mittelmeer-Route von Libyen nach Italien.

Allein in den vergangenen drei Tagen wurden 39 Leichen an Bord von Flüchtlingsbooten im Mittelmeer geborgen. Nachdem bereits am Mittwoch 22 tote Flüchtlinge in einem Schlauchboot vor der italienischen Küste entdeckt worden waren, waren es am Donnerstag weitere 17 Leichen.

6.000 Flüchtlinge seit Dienstag gerettet

Nach Angaben der italienischen Küstenwache sind seit Dienstag über 6.000 Flüchtlinge gerettet worden, 2.150 davon allein gestern. Bei 18 Einsätzen wurden gestern 16 Schlauchboote und zwei Schiffe in Sicherheit gebracht. Sie waren 30 bis 40 Seemeilen nördlich der libyschen Küste unterwegs.

Wählerliste „zerstört“: Achtjährige in Thailand angezeigt

Zwei achtjährige Schulmädchen sind in Thailand auf Grundlage eines von der Militärregierung erlassenen drakonischen Gesetzes angezeigt worden. Die Mädchen hatten nach Behördenangaben gestanden, nahe ihrer Schule eine Wählerliste für das geplante Referendum über eine neue Verfassung von einer Mauer gerissen zu haben, weil ihnen die rosa Farbe des Papiers gefiel.

Den Kindern werde „Behinderung des Referendumsprozesses, Zerstörung amtlicher Dokumente und Zerstörung öffentlichen Eigentums“ vorgeworfen, sagte ein Polizeisprecher heute. Gefängnis droht den beiden nicht, weil Kinder unter zehn Jahren nach thailändischem Gesetz nicht strafmündig sind. Dennoch sei die Polizei verpflichtet, Strafanzeige zu erheben, betonte der Sprecher.

Seit einem Putsch vor rund zwei Jahren regiert in Thailand das Militär. Bei dem Referendum am 7. August soll eine von der Militärregierung ausgearbeitete neue Verfassung angenommen werden. Kritik an dem Verfassungsentwurf ist verboten und kann mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden, jeglicher Wahlkampf im Vorfeld des Referendums ist verboten.

Inland

Kinderheime: Bures will „Geste der Verantwortung“

Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) will im Herbst eine „Geste der Verantwortung“ für die Opfer von Misshandlungen in staatlichen und kirchlichen Kinderheimen setzen. Als Termin nannte Bures heute im Ö1-Mittagsjournal den Internationalen Tag der Kinderrechte, also den 20. November. Die Frage nach Entschädigungszahlungen für die Opfer beantwortete sie ausweichend.

„Worum es mir geht, ist, jetzt zu sagen, wir haben alle gesehen, was hier passiert ist, wir haben die Lehren daraus gezogen“, sagte Bures auf die Frage nach Entschädigungszahlungen.

„Zeichen setzen“

Kinder hätten in den Einrichtungen der öffentlichen Hand und der Kirche großes Unrecht erfahren: „Sie hätten Schutz und Hilfe gebraucht und haben Gewalt und Missbrauch erlitten.“ Daher gehe es nun darum, „ein Zeichen zu setzen“. „Das Parlament ist ein guter Ort dazu.“ Bei Kanzler Christian Kern (SPÖ) und Kardinal Christoph Schönborn sei sie damit auf offene Ohren gestoßen.

Bures zeigte sich überdies skeptisch bezüglich der nach den Pro-Erdogan-Demonstrationen von der ÖVP ins Spiel gebrachten Änderung des Versammlungsrechts. Man müsse die „Balance wahren“ und dürfe nicht Grundwerte aufs Spiel setzen, so Bures. Gegen den Einsatz von Wahlbeobachtern bei der Bundespräsidentenwahl hat die SP-Politikerin nichts.

Bures verurteilt Erdogan-Demos

„Ich verurteile diese Demonstrationen und Gewalt in jeder Form“, sagte Bures angesichts des im Rahmen einer Demonstration erfolgten Angriffs auf ein kurdisches Lokal in Wien. Gegen nicht angemeldete und gewalttätige Demonstrationen müsse mit rechtsstaatlichen Mitteln vorgegangen werden. Aber man müsse die Balance wahren und dürfe nicht für „vermeintliche Sicherheit“ Grundwerte der Freiheit aufs Spiel setzen.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Pflegeurlaub: Stöger will Erleichterung für pflegende Kinder

Wer seine pflegebedürftigen Eltern betreuen muss, hat nur Anspruch auf Pflegefreistellung, wenn er im gleichen Haushalt lebt. Für Eltern, die ihre Kinder pflegen, ist der gemeinsame Haushalt dagegen seit 2013 nicht mehr nötig, um in Pflegeurlaub zu gehen. Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) will die Regelungen nun angleichen, wie er im Ö1-„Morgenjournal“ sagte.

Parlamentsmehrheit erhofft

„Ich halte es für sehr wichtig, nicht mehr einschränkend zu sein auf den gemeinsamen Haushalt“, sagte Stöger und hofft auf eine entsprechende Parlamentsmehrheit. Unterstützt wird die Forderung von Grünen und ÖGB. Auch die Familien- und Sozialreferenten der Länder wünschen sich dem Bericht zufolge eine Reform.

Wirtschaft

G-20-Länder gewappnet für Folgen von „Brexit“-Votum

Die G-20-Gruppe der führenden Schwellen- und Industrieländer sieht sich gut aufgestellt, um die wirtschaftlichen Folgen des britischen „Brexit“-Votums zu bewältigen. „Der Ausgang des Referendums über die EU-Mitgliedschaft hat zu weiteren Unsicherheiten in der globalen Wirtschaft beigetragen“, heißt es in einem Entwurf des G-20-Kommuniques, das der Nachrichtenagentur Reuters heute vorlag.

Mit möglichen wirtschaftlichen und finanzpolitischen Konsequenzen der Entscheidung in Großbritannien könnten die Mitgliedsländer aber umgehen. „Wir hoffen, dass Großbritannien auch künftig ein enger Partner der EU bleibt“, versichern die G-20-Länder in der Erklärung.

Wirtschaftlicher Aufschwung schwächer als gewünscht

Kritisch merkten die Staaten der Gruppe an, dass der wirtschaftliche Aufschwung in der Welt schwächer als gewünscht verlaufe. Das Wachstums müsste generell breiter zwischen den Ländern verteilt werden, damit möglichst viele daran teilhaben könnten. Die Risiken für die Weltwirtschaft, auch aus dem politischen Raum, nähmen drastisch zu. Als Beispiele wurden die Flüchtlingskrise, der Terrorismus oder geopolitische Konflikte, etwa im Nahen Osten, genannt.

Die G-20-Staaten versichern, alle Anstrengungen zu unternehmen, um mehr Vertrauen in der Wirtschaft zu schaffen und das Wachstum auf nachhaltiger Basis zu fördern. Grundsätzlich müssten zur Erreichung dieses Ziels alle Politikfelder genutzt werden - die Geld-, die Finanzpolitik und die Strukturpolitik. Die Geldpolitik alleine könne die Probleme nicht bewältigen. Eine entscheidende Rolle komme daher den Strukturreformen zu.

Die G-20 erneuerte ihre Zusicherung, sich jedes Abwertungswettlaufs bei ihren Währungen zu enthalten und keine gezielte Wechselkursbeeinflussung zu betreiben, um sich damit Handelsvorteile zu sichern.

Italien droht erstmals seit 1959 Deflation

Trotz leichten Wirtschaftswachstums sinken die Preise in Italien. Im ersten Halbjahr 2016 gingen die Preise um 0,2 Prozent zurück, geht aus einer Studie des Handwerkerverbands CGIA hervor. Sollte der Trend in der zweiten Jahreshälfte bestätigt werden, würde Italien erstmals seit 1959 wieder ein Deflationsjahr melden. Damals betrug das Wirtschaftswachstum jedoch sieben Prozent.

Starke Preisrückgänge wurden im Lebensmittelbereich, vor allem bei Obst und Gemüse, gemeldet. Auch bei elektronischen Waren und bei Energieprodukten kam es zu einem starken Rückgang. Der Landwirtschaftsverband Coldiretti klagte, dass im Mai 2016 erstmals auch Diskontsupermärkte Umsatzrückgänge von 0,2 Prozent meldeten. Ein Minus von 1,4 Prozent wurden in Supermärkten verzeichnet.

Wachstumsprognose Italiens nach unten revidiert

Nach dem „Brexit“-Referendum hatte der italienische Unternehmerverband Confindustria Anfang Juli die Wachstumsprognose Italiens für dieses Jahr kräftig nach unten revidiert. Die Industriellen gehen davon aus, dass Italiens Wirtschaft im Jahr 2016 um nur noch 0,8 Prozent und 2017 um 0,6 Prozent wachsen werde.

Bisher waren sie von einem Plus von 1,4 Prozent im Jahr 2016 und von 1,3 Prozent im Jahr 2017 ausgegangen.

D: E.ON-Tochter Uniper plant Stellenabbau

Die deutsche E.ON-Kraftwerkstochter Uniper will eine größere Zahl von Arbeitsplätzen abbauen. „Es werden Stellen in einer nennenswerten Größenordnung wegfallen“, sagte Unternehmenschef Klaus Schäfer der „Rheinischen Post“ (Samstag-Ausgabe). „Wir wollen den Stellenabbau sozialverträglich gestalten und betriebsbedingte Kündigungen vermeiden, ausschließen können wir sie als letztes Mittel nicht.“

Wie viele Stellen von der Sparmaßnahme betroffen seien, werde derzeit geprüft. „Bei Kostensenkungen geht es leider immer auch um Arbeitsplätze. Die genauen Zahlen ermitteln wir gerade und sind hierzu natürlich auch in regelmäßigen Gesprächen mit den Vertretern der Mitbestimmung“, sagte Schäfer der Zeitung.

E.ON unter Druck der Energiewende aufgespalten

Deutschlands größter Stromkonzern E.ON hatte sich unter dem Druck der Energiewende aufgespalten. Uniper war Anfang des Jahres an den Start gegangen. In das Unternehmen mit rund 5.000 Beschäftigten im Inland und 9.000 im Ausland hat E.ON seine konventionellen Kraftwerke abgespalten. Uniper mit Sitz in Düsseldorf soll im September an die Börse gehen.

Der Uniper-Vorstand hatte bereits ein Sparprogramm mit Veräußerungen von Unternehmensteilen und der Senkung von Personalkosten angekündigt. „Wir müssen unsere Kosten deutlich senken und prüfen deshalb alle möglichen Optionen“, sagte Schäfer der Zeitung. Eine Netto-Verschuldung von 4,7 Milliarden Euro sei auf Dauer zu viel.

Sport

Bundesliga: Rapid startet Saison mit Schützenfest

Rapid hat die neue Saison der tipico-Bundesliga mit einem Schützenfest eröffnet. Die Hütteldorfer fertigten heute zum Auftakt der Spielzeit 2016/17 die SV Ried mit 5:0 ab und weihten damit auch das Allianz Stadion im ersten Pflichtspiel gebührend ein. Im Duell zweier Bundesliga-Debütanten auf der Trainerbank hatte Rapid-Coach Mike Büskens gegenüber Christian Benbennek klar die Nase vorn. Bereits zur Pause war die Partie zugunsten der Hausherren gelaufen.

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Formel 1: Rosberg sichert sich Ungarn-Pole

WM-Spitzenreiter Nico Rosberg hat sich die Poleposition für den Grand Prix von Ungarn gesichert. Der Mercedes-Pilot verwies in einem spektakulären Qualifying auf dem Hungaroring heute seinen britischen Teamkollegen Lewis Hamilton auf den zweiten Platz. Dritter wurde der Australier Daniel Ricciardo im Red Bull vor seinem Teamkollegen Max Verstappen. Nach heftigem Regen zu Beginn erlebten die Zuschauer ein Qualifying mit einigen Abflügen und zahlreichen spektakulären Szenen, von der eine fast auch noch Rosberg zum Verhängnis wurde.

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Tour de France: Froome fährt als Leader nach Paris

Christopher Froome hat auch die letzten Angriffe auf die Führung bei der Tour de France erfolgreich abgewehrt und wird damit morgen seinem dritten Gesamtsieg entgegenrollen. Der Brite kam heute auf der vorletzten Etappe zwar mit etwas mehr als vier Minuten Rückstand auf den spanischen Tagessieger Jon Izaguirre ins Zie, fährt aber trotzdem mit über vier Minuten Vorsprung Richtung Paris. Zweiter im Klassement ist der Franzose Romain Bardet vor dem Kolumbianer Nairo Quintana.

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Chronik

Rund 100 Tote durch Unwetter in China

Bei schweren Unwettern und Überschwemmungen in China sind etwa 100 Menschen ums Leben gekommen. Eine ähnlich hohe Zahl galt als vermisst. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua heute berichtete, wurden in den vergangenen Tagen allein in der Provinz Hebei nahe Peking 72 Menschen getötet. 78 weitere wurden dort als vermisst gemeldet.

Überschwemmungen in der chinesischen Provinz Hebei

Reuters

Proteste gegen Behörden

Die Schäden in Hebei wurden auf 14,6 Milliarden Yuan, umgerechnet zwei Milliarden Euro, geschätzt. In der Stadt Xingtai in der Provinz kam es zu Protesten von Tausenden aufgebrachter Bewohner, die zu späte Warnungen der Behörden und unzureichende Hilfseinsätze beklagten. Hunderte Polizisten stellten sich ihnen in den Weg.

MH370-Pilot übte mutmaßliche Route am Flugsimulator

Der Pilot von Flug MH370, der im südlichen Indischen Ozean verschollen ist, hat einem Pressebericht zufolge die vermutete Flugroute wenige Woche vor dem Unglück am Flugsimulator geübt. Zaharie Ahmad Shah nahm an seinem heimischen Flugsimulator einen Flugkurs über die Straße von Malakka zum südlichen Indischen Ozean, wie das „New York Magazine“ (Freitag-Ausgabe) unter Berufung auf ein vertrauliches Dokument der malaysischen Ermittler berichtete.

Demnach stellte die US-Bundespolizei FBI gelöschte Daten von der Festplatte des Flugsimulators des Piloten wieder her. Laut dem Bericht der Zeitschrift wurde dabei unter anderem eine Flugroute gefunden, die erstaunliche Ähnlichkeit aufweist mit der Route, die das Flugzeug laut den Ermittlungen nahm, bevor es ins Meer stürzte. Warum die Boeing 777 am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von ihrer Flugroute abwich, ist bis heute ungeklärt.

Suche voraussichtlich ausgesetzt

Der Absturz des Flugzeugs mit 239 Menschen an Bord bleibt eines der großen Rätsel der Luftfahrtgeschichte. In unbestätigten Berichten hatte es geheißen, Pilot Zaharie habe Suizidgedanken gehegt oder sei über die Verurteilung des malaysischen Oppositionsführers Anwar Ibrahim verärgert gewesen, doch wiesen seine Angehörigen derartige Spekulationen zurück. Der neue Bericht fällt mit der Ankündigung zusammen, dass die Suche nach dem Flugzeugwrack demnächst voraussichtlich ausgesetzt wird, sofern es keine neuen Erkenntnisse gibt.

Gesundheit

Medien

Science

Kultur

Aerosmith-Gitarrist Joe Perry tritt wieder auf

Der Gitarrist der US-Rockband Aerosmith,  Joe Perry (65), steht zwei Wochen nach einem Kollaps wieder auf der Bühne. In der Nacht auf heute trat er mit der Gruppe Hollywood Vampires im kalifornischen Rohnert Park auf. „Welcome back Joe Perry!“, schrieb die Band auf Instagram und postete Fotos des Musikers.

Welcome back Joe Perry! Photo by: John Bionelli #HollywoodVampires

A photo posted by Hollywood Vampires (@hollywoodvampires) on

Am 10. Juli war Perry bei einem Auftritt in New York zusammengebrochen und in ein Krankenhaus gebracht worden. Danach fehlte er bei einigen Konzerten.

Der Band gehören neben Perry der Schauspieler und Hobbymusiker Johnny Depp und der Rockmusiker Alice Cooper an. Die Gruppe trat auch in Europa auf. Bis Ende Juli sind noch mehrere Konzerte in den USA geplant.

Nach Münchner Amoklauf: Kein Staatsempfang in Bayreuth

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat nach dem Amoklauf von München den Staatsempfang zum Beginn der Bayreuther Festspiele am Montagabend abgesagt. Das gebiete der Respekt vor den Opfern und ihren Angehörigen, sagte er heute nach einer Sondersitzung des bayerischen Kabinetts in München.

Den Planungen der Festspielleitung zufolge dürfte auch der traditionelle rote Teppich mit Prominenten vor Beginn der Eröffnung abgesagt werden. „Wir plädieren eindeutig dafür, diesen roten Teppich nicht stattfinden zu lassen“, sagte Festspiele-Sprecher Peter Emmerich der dpa. „Alles andere würden wir als geschmacklos und völlig unpassend empfinden.“ Die Entscheidung liege jedoch bei der Stadt Bayreuth, ergänzte Emmerich.

Die Premiere selbst solle wie geplant stattfinden, sagte der Sprecher. "Der „Parsifal" ist ein Werk, das eine Friedens- und Versöhnungsbotschaft enthält.“ Regie führt Uwe Eric Laufenberg, Dirigent ist Hartmut Haenchen.

Panorama

Russe flog mit Ballon in Rekordzeit um die Erde

Der russische Extremabenteurer Fedor Konjuchow hat als Ballonfahrer einen neuen Weltrekord aufgestellt. Mit dem Flug über seinen Startpunkt nahe der westaustralischen Stadt Perth heute kurz nach 13.00 Uhr hat er allein die Erde in elf Tagen umrundet, wie der Sender ABC berichtete. Der 65-Jährige sei anschließend sicher in der Kleinstadt Bonnie Rock in Westaustralien gelandet.

Russischer Abenteurer Fedor Konjuchow

APA/AP/Morton/Oscar Konyukhov

Damit hat Konjuchow die knapp 34.000 Kilometer (auf der Erde) zwei Tage schneller zurückgelegt als der bisherige amerikanische Rekordhalter Steve Fossett, der 2002 ebenfalls von Perth aus startete. Konjuchow wählte die Ost-Route über den Pazifik, Südamerika, den Atlantik, Südafrika und den Indischen Ozean.

Heißluftballon mit bis zu 300 km/h unterwegs

Der Heißluftballon war mit bis zu 300 km/h unterwegs und nutzte den Jetstream, eine große Luftströmung über dem Boden. In dieser Flughöhe von acht bis zehn Kilometern herrschen minus 56 Grad Celsius.

Die Erdumrundung im Ballon ist nicht Konjuchows erstes Abenteuer. Der russisch-orthodoxe Priester ruderte bereits in 160 Tagen 16.000 Kilometer über den Pazifik, reiste zu Fuß zum Nord- und Südpol, umsegelte allein die Welt und bestieg den Mount Everest.

Leute

Ronaldo weiht eigenes Hotel und Museum ein

Seit dem Sieg der portugiesischen Nationalmannschaft bei der Fußball-EM in Paris ist der Star des Teams, Cristiano Ronaldo, vor allem auf anderen Feldern anzutreffen: Gestern weihte der 31-Jährige auf seiner Heimatinsel Funchal sein erstes eigenes Hotel ein, heute besuchte er sein Museum, das im Erdgeschoß des Hotels eingerichtet wurde.

Er fühle sich schon etwas „seltsam“, sagte Ronaldo, während er sich auf der Terrasse des nach seinen Initialen und seiner Rückennummer „CR7“ benannten Hotels zeigte. „Das hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich mit 31 Jahren Hotelier werden könnte.“

Flughafen wird nach Ronaldo benannt

Noch in diesem Jahr ist die Eröffnung eines zweiten „CR7“ in Lissabon vorgesehen, zwei weitere sollen im kommenden Jahr in Madrid und New York folgen.

Unterdessen kündigte der Präsident der Autonomen Region Madeira, Miguel Albuquerque, an, dass der örtliche Flughafen zu Ehren des Stürmerstars nach ihm umbenannt werde. Die portugiesische Mannschaft hatte beim Endspiel der EM am Sonntag vor zwei Wochen das Team des Gastgebers Frankreich 1:0 geschlagen.