Ausland

Anschlagspläne auf Muslime in Frankreich aufgedeckt

Französische Antiterrorermittler haben zehn Menschen festgenommen, die radikalen rechtsextremistischen Kreisen nahestehen und einen Anschlagsplan gegen Muslime verfolgt haben sollen. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am gestern Abend unter Berufung auf Justizkreise.

Innenminister Gérard Collomb bestätigte ohne weitere Details die Festnahme von Verdächtigen, die „mit der Ultrarechten verbunden“ seien. Er dankte via Twitter dem Inlandsgeheimdienst DGSI, der in den Antiterrorkampf eingebunden ist.

Die Verdächtigen seien bereits am Samstag in ganz Frankreich und auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika gestellt worden, berichtete AFP. Details zu dem möglichen Anschlagsplan blieben offen. Die Staatsanwaltschaft war zunächst nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen.

Experte: Trump-Sprecherin verstieß gegen Ethikregeln

Mit einer Nachricht auf Twitter über einen Vorfall in einem Restaurant hat die Sprecherin von Präsident Donald Trump, Sarah Huckabee Sanders, gegen Ethikrichtlinien für Bundesangestellte verstoßen. Das sagt zumindest Walter Shaub, ehemaliger Leiter der US-Ethikbehörde.

„Sanders nutzte ihr offizielles Regierungskonto, um ein privates Unternehmen aus persönlichen Gründen zu verurteilen“, schrieb Shaub auf Twitter. In ihrer Freizeit könne sie „Attacken“ verüben, aber ihre offizielle Position als Regierungssprecherin dürfe dafür nicht herhalten.

Sanders verließ das Restaurant

Grund für die Twitternachricht von Sanders war ein Vorfall am Wochenende. Ein Restaurant im US-Bundesstaat Virginia weigerte sich, die Sprecherin von Trump zu bedienen. Die Besitzerin des Restaurants The Red Hen in Lexington habe sie zum Gehen aufgefordert, „weil ich für ‚@Potus‘ arbeite, und ich bin höflich gegangen“, schrieb Sanders daraufhin auf Twitter.

Potus ist die Abkürzung für President of the United States. Sanders betonte, sie tue stets ihr Bestes, um Leute respektvoll zu behandeln, „einschließlich solche, mit denen ich nicht einer Meinung bin“. Die Entscheidung des Restaurants sage mehr über das Restaurant aus als über sie, heißt es weiter.

Restaurantmiteigentümerin Stephanie Wilkinson erklärte, dass die Mitarbeiter ein wenig beunruhigt gewesen seien, als Sanders in das Restaurant gekommen sei. Aus ihrer Sicht arbeite Sanders im Dienst einer unmenschlichen und unmoralischen Regierung.

„Klarer Regelbruch“

Shaub, der unter Barack Obama und auch kurz unter Trump die Ethikbehörde leitete und die Regierung heute kritisiert, vertritt die Meinung, dass Sanders Verhalten auf Twitter einen „klaren Regelbruch“ darstellt. Auch ein Polizist, der privat in einem Restaurant ist, dürfe nicht seine Marke ziehen, nur weil er rausgeworfen wird.

Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Mitarbeiterin von Trump mit dem Verhaltenskodex in Konflikt steht. Die Präsidentenberaterin Kellyanne Conway hatte vor einem Jahr Werbung für die Kleidung aus der Modelinie von Trumps Tochter, Ivanka Trump, gemacht. Laut der US-Behörde ist das verboten. Conway entschuldigte sich.

Auch Scott Pruitt, Chef der US-Umweltschutzbehörde EPA, steht öfters in Kritik der Ethikbehörde. Er soll beispielsweise großzügig mit Steuergeld umgehen und stets Erste Klasse fliegen. Unter anderem soll er im ersten Amtsjahr für Linien-, Militär- und Charterflüge ungefähr 163.000 Dollar ausgegeben haben.

Zehntausende Rumänen protestieren gegen Regierung

In Rumänien sind gestern Abend landesweit Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die vom vorbestraften Chef der regierenden Postsozialisten (PSD), Liviu Dragnea, angedeuteten Strafrechtsänderungen per Regierungsverordnung zu protestieren und den umgehenden Rücktritt des Kabinetts unter Ministerpräsidentin Viorica Dancila sowie Neuwahlen zu fordern.

In Bukarest demonstrierten zum fünften Tag in Folge etwa 15.000 Menschen vor dem Regierungssitz, wo sie „Wir wollen keine Dragnea-Diktatur“, „Weg mit dem Wiederholungstäter“, „Ihr entkommt nicht“, „Diebe“, „Rücktritt“ und „Neuwahlen“ riefen. Weitere Straßenproteste gab es in fast allen Großstädten des Landes, u.a. in Timisoara, Sibiu, Cluj, Brasov, Iasi, Oradea, Constanta, Targu Mures und Craiova.

Dragnea will nicht zurücktreten

Auslöser der neuen Protestwelle waren Dragneas offene Drohungen nach seiner am Donnerstag erfolgten erstinstanzlichen Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Haft wegen Anstiftung zu Amtsmissbrauch: Der wegen Wahlmanipulation bereits vorbestrafte Politiker hatte einen Tag nach dem Urteil des Obersten Gerichts klargestellt, einen Rücktritt von seinen Ämtern auszuschließen.

Vielmehr würden er und seine Partei fortan „härter und radikaler“ vorgehen, um den „Parallelstaat“ – zu dem Dragnea vor allem die Justiz zählt – zu „zermalmen“. Zudem seien er und seine Partei entschlossen, das Strafrecht zügig bzw. nicht per üblichem, langwierigem Parlamentsverfahren zu novellieren, so Dragnea.

Korruptionsdelikte vor Verwässerung

Wie die rumänische Presse einhellig unter Berufung auf PSD-Insider berichtet, könnte die ihrem Parteichef treu ergebene Regierungschefin voraussichtlich schon kommende Woche zahlreiche Korruptionsdelikte, vor allem aber den Straftatbestand des Amtsmissbrauchs per Eilerlass verwässern bzw. eine 200.000 Euro-Schadensschwelle einführen, unter der besagter Straftatbestand nicht mehr geahndet werden kann.

In Dragneas Korruptionsverfahren hatte der Schaden bei 108.000 Lei (rund 23.000 Euro) gelegen, der PSD-Chef wäre so alle Sorgen um eine rechtskräftige Verurteilung los. Die Verwässerung des Straftatbestands des Amtsmissbrauchs per Eilerlass hatte bereits Ex-Regierungschef Sorin Grindeanu Ende Jänner 2017 auf Geheiß seines Parteichefs vorgenommen und damit die größten Demonstrationen seit der Wende von 1989 losgetreten.

Barcelona will Migranten vor libyscher Küste aufnehmen

Die Bürgermeisterin von Barcelona, Ada Colao, hat sich bereit erklärt, die rund 1.000 Migranten, die vor der libyschen Küste mit mehreren Booten in Schwierigkeiten geraten sind, aufzunehmen. „Italien will diese Menschen Libyen übergeben, wo sie gefoltert und versklavt werden“, schrieb Colau gestern auf Twitter.

Die Bürgermeisterin rief den spanischen Premier Pedro Sanchez auf, die spanische NGO Proactiva Open Arms, die sich in libyschen Gewässern befindet, zu unterstützen. Die Hilfsorganisation erklärte, in der Nähe der Flüchtlinge zu sein. Jedoch solle sie auf Anweisung aus Rom die Rettung nicht durchführen.

Salvini fordert „Basta“

Stattdessen solle die libysche Küstenwache die Menschen aufnehmen. Diese fing eigenen Angaben zufolge 97 Flüchtlinge im Mittelmeer ab, darunter 22 Frauen und 26 Kinder. Die Mehrheit von ihnen stamme aus Eritrea, hieß es. Insgesamt laufe die „Rettung“ von sechs Booten vor der Küste im Westen des Landes.

Italiens Innenminister Matteo Salvini von der rechtspopulistischen Lega hatte zuvor schon erklärt: „Basta mit den gefräßigen Hilfsorganisationen.“ Die libyschen Behörden sollten sich kümmern und die Migrantinnen und Migranten zurückbringen.

Die italienischen Häfen blieben für NGOs geschlossen. Im Bürgerkriegsland Libyen sind die Migranten Augenzeugenberichten und Menschenrechtsorganisationen zufolge Folter und Misshandlungen ausgesetzt.

Russische Luftwaffe greift Gebiete im Süden Syriens an

Erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe vor knapp einem Jahr hat die russische Luftwaffe laut Aktivisten Gebiete im Süden Syriens bombardiert.

Aktivisten: Mindestens 25 Angriffe

Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien flog Russland am Samstag mindestens 25 Angriffe auf von Rebellen kontrollierte Dörfer im Osten der Provinz Daraa. Dabei seien fünf Zivilisten getötet worden. Die syrische Armee eroberte mehrere Dörfer von den Rebellen zurück.

Laut Beobachtungsstelle wurde durch einen der Luftangriffe ein Krankenhaus in al-Herak beschädigt. Es wurde vorübergehend geschlossen. Weitere Angriffe trafen die Städte al-Sura und Alma. Bei Angriffen von Rebellen auf Regierungsgebiete in der Stadt Sueida wurde laut der syrischen Nachrichtenagentur SANA ein Mädchen getötet.

Auch Angriffe von Regierungsseite

Die Luftwaffe des syrischen Machthabers Baschar al-Assad flog bereits seit Dienstag Angriffe auf von Rebellen kontrollierte Gebiete im Süden. Nach Angaben der Beobachtungsstelle starben seitdem mindestens 23 Zivilisten in den Rebellengebieten. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben von einem Netzwerk von Aktivisten an Ort und Stelle. Die Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

In den Provinzen Daraa, Kuneitra und Sueida gilt seit dem vergangenen Sommer eine Waffenruhe, die Vertreter der USA, Russlands und Jordaniens ausgehandelt hatten. Zuletzt hatte es dort aber wieder vermehrt Kämpfe gegeben.

Inland

Asylstreit: „Politisches Ende“ Merkels für Strache möglich

Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) sieht die deutsche Bundeskanzlern Angela Merkel (CDU) durch den Asylstreit durchaus geschwächt. Man erlebe, dass die Unzufriedenheit der deutschen Bevölkerung gegenüber der Kanzlerin immer größer werde, sagte Strache in der ORF-Sendung „Im Zentrum“ gestern Abend. Wenn kein Umdenken stattfindet, könne das „ihr politisches Ende“ sein.

Es sei eine „Art Götterdämmerung“ in Sicht, meinte Strache, der einmal mehr eine „sehr, sehr unverantwortliche Einladungspolitik“ Merkels kritisierte. Es gebe in Europa immer mehr Menschen, die sich der Position der FPÖ anschließen - nämlich, „dass man Migration an den Außengrenzen stoppen muss“.

„Volles Verständnis“ für CSU-Position

Für die Position des deutschen Innenministers Horst Seehofer (CSU), notfalls Migranten an der deutschen Grenze abzuweisen, die bereits in anderen EU-Ländern registriert sind, äußerte Strache „volles Verständnis“: Es sei notwendig, die bisher falsche Politik in der EU zu beenden - und Druck zu erzeugen: „Entweder gibt es eine europäische Lösung oder wir müssen dafür Sorge tragen, dass nicht Menschen, die schon einmal abgewiesen wurden wieder nach Deutschland kommen“.

Sollte Deutschland an der Grenze tatsächlich zurückweisen, würde Österreich genauso handeln: „Würde Seehofer das tun, dann wäre Österreich gezwungen, seine Grenzen zu sichern.“ Damit würde ein „Dominoeffekt“ entstehen, dass dann weitere EU-Staaten so handeln - „und dann entsteht endlich der Druck, dass man in der EU zur Kenntnis nimmt, wir müssen effizienten Außengrenzschutz initialisieren“, so Strache. Es sei notwendig, an den EU-Außengrenzen „Stopp“ zu sagen und Aufnahmezentren außerhalb der Union zu errichten.

Auch Grenze zu Italien gesichert

Österreich sei jedenfalls vorbereitet, sagte der FPÖ-Obmann und verwies etwa auf eine für morgen geplante Grenzschutzübung an der österreichisch-slowenischen Grenze im steirischen Spielfeld. Gefragt, ob dann auch die Brenner-Grenze mit Italien gesichert werden würde, sagte Strache: „Selbstverständlich auch dort.“

Einmal mehr sprach sich Strache gegen Umverteilungen von Flüchtlingen innerhalb der Union aus: „Ich halte nichts von diesen Zwangsverteilungsmechanismen.“ Derartiges würde nicht funktionieren, da die Menschen nicht dortbleiben würden, wo sie zugeteilt wären. Debattieren könne man darüber, dass jene EU-Länder, die die Hauptlast tragen (an den Außengrenzen, Anm.) für die Mehrkosten Ersatz bekommen. Man dürfe die betroffenen Länder nicht im Stich lassen, meinte er.

BVT: Kickls Kabinett soll Druck auf Justiz ausgeübt haben

Das Kabinett von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) soll im Zuge der BVT-Affäre Druck auf die Staatsanwaltschaft ausgeübt haben. Das berichtet der „Kurier“ unter Berufung auf interne Aktenvermerke gestern online.

Finanzielle Unterstützung zugesichert

Vor der Hausdurchsuchung im Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) Ende Februar soll sich die Oberstaatsanwältin über "den von Dr. Lett aufgebauten Zeitdruck“ beklagt haben.

Der Kabinettsmitarbeiter Udo Lett, der als Vertrauensperson bei den Zeugenbefragungen anwesend war, hätte auch finanzielle Unterstützung von Innenminister Herbert Kickl für die Ermittlungen der Justiz angeboten, heißt es weiter.

„Weiß er, wer es war?“

Auch der Generalsekretär im Innenministerium, Peter Goldgruber, wird in den internen Notizen erwähnt. Als Goldgruber am 19. Jänner ein anonymes Konvolut, das die BVT-Affäre erst ausgelöst hat, der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) überreichte, sei notiert worden: „Es entsteht bei mir der Eindruck, dass er etwas verschweigt. Hat er selbst einen anderen Verdacht? Weiß er, wer es war? Er selbst?“

SPÖ fordert Rücktritt Kickls

Die SPÖ hatte zuvor erneut den Rücktritt von Innenminister Kickl gefordert. Dieser habe „offensichtlich die Öffentlichkeit von Beginn an vorsätzlich falsch informiert und die Unwahrheit gesagt“, sagte der SPÖ-Abgeordnete Jan Krainer mit Blick auf einen „profil“-Bericht, laut dem Kickl seinen Generalsekretär Peter Goldgruber beauftragt haben soll, im Innenministerium „aufzuräumen“.

Noch in der Sondersitzung des Nationalrats vor zwei Wochen habe Kickl „jede Einflussnahme abgestritten und behauptet, er sei von Goldgruber erst im Nachhinein informiert worden“, so Krainer. „Kickl ist als Innenminister nicht mehr tragbar“, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) müsse ihn „schleunigst abziehen“, forderte der SPÖ-Fraktionsführer im BVT-Untersuchungsausschuss.

Der freiheitliche Fraktionsführer Hans-Jörg Jenewein sah hingegen „krampfhafte Skandalisierungsversuche“ der SPÖ, die an „Erbärmlichkeit nicht mehr zu überbieten“ seien. Krainer sei „ein Sinnbild für die schwache Opposition in diesem Land“ und agiere „nur mehr uninspiriert und an den wahren Problemen der Republik vorbei“, so der Abgeordnete in einer Aussendung.

NEOS-Parteiführung nach Mitgliederversammlung komplett

NEOS hat am zweiten Tag ihrer Mitgliederversammlung gestern den erweiterten Vorstand neu formiert. Zusätzlich zu den Landessprechern wurden in der Wiener Stadthalle zehn weitere Mitglieder in das höchste strategische Gremium der Partei gewählt, hieß es in einer Aussendung.

Im erweiterten Vorstand sind künftig die Nationalratsabgeordneten Claudia Gamon, Gerald Loacker und JUNOS-Vorsitzender Douglas Hoyos vertreten.

Darüber hinaus wurden die Vorarlbergerin Doris Hager-Hämmerle, der Grazer Lukas Lerchner, die Oberösterreicherin Judith Raab, die stellvertretende Tiroler Landessprecherin Julia Seidl, der Rechtsberater des NEOS-Parlamentsklubs, Karl-Arthur Arlamovsky, sowie Kampagnenchefin Henrike Brandstötter und der wissenschaftliche Leiter des NEOS-Lab, Dieter Feierabend, in das Gremium gewählt.

Meinl-Reisinger neue Parteichefin

Bereits am Samstag gekürt wurden - nach der Wahl der neuen NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger sowie deren Stellvertretern Nikolaus Scherak und Sepp Schellhorn - die weiteren Vorstandsmitglieder: Nationalratsabgeordneter Michael Bernhard wurde als Finanzreferent wiedergewählt, Andreas Köb als weiteres Mitglied.

Neu im Vorstand sind die Universitätsprofessorin Stephanie Mittelbach-Hörmanseder (als stellvertretende Finanzreferentin) und die Vorarlberger Landtagsabgeordnete Sabine Scheffknecht.

„Gute Mischung“

Meinl-Reisinger, die bei ihrer Kür 94,7 Prozent der Stimmen erhielt, zeigte sich am Sonntag über die neue Zusammensetzung des erweiterten Vorstands erfreut: Das Gremium spiegle die Vielfältigkeit von NEOS wieder, es gebe eine „breite Verteilung über alle Bundesländer“ und auch eine „gute Mischung zwischen Mandataren und Ehrenamtlichen“.

„Besonders freut es mich, dass unter den zehn gewählten fünf Frauen sind. Damit zeigen NEOS einmal mehr: Es geht auch ohne Quote“, so Meinl-Reisinger.

Sport

Fußball-WM: England mit Torgala ins Achtelfinale

England hat gestern bei der Fußball-WM in Russland mit einer 6:1-Torgala gegen Panama das Achtelfinal-Ticket in Gruppe G gebucht. Bereits zur Halbzeit war es 5:0 gestanden. Gleichzeitig steht damit in Gruppe G auch der Achtelfinal-Einzug von Belgien fest. In Nischni Nowgorod trumpfte Torjäger Harry Kane mit drei Treffern auf, womit er auch die Führung in der WM-Torschützenliste übernahm. Panama hatte nicht viel zu feiern, doch in der 78. Minute brach auch bei den „Los Canaleros“ großer Jubel aus.

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Fußball-WM: Japan ringt Senegal Unentschieden ab

Das Duell in der WM-Gruppe H zwischen Japan und Senegal hat gestern ein 2:2-Remis gebracht. Die beiden Außenseiter, die zum Auftakt mit Erfolgen gegen die Gruppenfavoriten Kolumbien bzw. Polen überrascht hatten, haben mit nunmehr vier Punkten weiter intakte Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale. Die Afrikaner gingen in Jekaterinburg - unter anderem durch den Ex-Salzburger Sadio Mane - zweimal in Führung, die Asiaten glichen aber jeweils aus.

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Nationalhymne: Wer gewinnt, darf auch schweigen

Rund um sportliche Großereignisse wie die Fußball-WM flammt die Diskussion zu den Gesangskünsten der Spieler verlässlich auf: Wer für das Nationalteam spielt, sollte auch die Hymne des Landes singen, lautet die Forderung einiger Fußballfans und -funktionäre. Manche setzen sich gar für eine Sangespflicht für Teamspieler ein. Diese Rufe sind besonders laut, wenn die Mannschaften verlieren - siehe etwa zuletzt Deutschland. Denn nur wer gewinnt, dem wird verziehen, wenn er bei der Hymne eine Runde aussetzt. Das war nicht immer so - auch in Österreich.

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Formel 1: Hamilton nutzt Vettel-Patzer

Poleposition-Mann Lewis Hamilton hat gestern in souveräner Manier den Grand Prix von Frankreich in Le Castellet gewonnen. Der britische Mercedes-Pilot holte sich mit seinem insgesamt 65. GP-Sieg auch wieder die WM-Führung von seinem Ferrari-Konkurrenten Sebastian Vettel zurück, der seine Chancen mit einem Crash in der ersten Kurve vergab und sich mit Platz fünf begnügen musste.

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Wirtschaft

China finanziert weitere Goldmine in Tadschikistan

China baut seinen Einfluss auf die Goldförderung der benachbarten Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan in Zentralasien aus. Für 200 Millionen US-Dollar (171 Mio. Euro) aus China wird im Kreis Aini im Norden von Tadschikistan eine neue Anlage zur Förderung und Produktion von Gold gebaut.

Sie soll ab 2020 je 1,5 Tonnen des Edelmetalls jährlich liefern. Der staatliche tadschikische Aluminiumkonzern Talco halte 50 Prozent Anteile an der Anlage, teilte das Präsidialamt in der Hauptstadt Duschanbe mit. Zwischen 1.000 und 2.000 Arbeitsplätze sollen in der unterentwickelten Region entstehen.

Vier weitere Goldminen in Tadschikistan

Die Vorräte der Mine werden auf 50 Tonnen Gold, 44 Tonnen Silber und 184 Tonnen Quecksilber geschätzt. Außerdem sollen dort 265.000 Tonnen des für Legierungen wichtigen Metalls Antimon lagern. Tadschikistan ist zwar die ärmste frühere Sowjetrepublik, verfügt aber über eine Reihe wertvoller Bodenschätze. 2017 wurden dort bereits 5,5 Tonnen Gold gefördert, die Weltproduktion lag bei 3.150 Tonnen.

China, selbst größter Goldproduzent der Welt, hält noch Anteile an vier anderen Goldminen in Tadschikistan. Die Schürfrechte wurden unter anderem mit dem Bau eines Heizkraftwerks in Duschanbe abgegolten. Von 2,9 Milliarden US-Dollar tadschikischer Auslandsschulden entfallen 1,2 Milliarden auf den großen Nachbarn.

ÖGB startet Hotline zum Thema Arbeitszeit

In seiner Mobilisierung gegen die Arbeitszeitpläne der Bundesregierung richtet der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) nun eine Telefonhotline für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein.

Ab heute Woche gibt es dort „Erstberatungen zu überlangen Arbeitszeiten, Überstunden, fehlenden Zuschlägen“, wie der ÖGB gestern in einer Aussendung mitteilte. Viele Beschäftigte seien „verunsichert: Sie fürchten zu Recht, dass sie dank der Pläne der Regierung bald zwölf Stunden am Tag bzw. 60 Stunden in der Woche arbeiten müssen“, sagte ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian. An der Hotline würden Expertinnen und Experten „unkompliziert Beratung, Unterstützung und Hilfe“ anbieten.

Katzian appellierte einmal mehr an die Regierung, dass sie ihren Gesetzesentwurf zurückziehen solle. „Er wird durch immer neue angekündigte Änderungen nicht besser, schon gar nicht durch irgendwelche Texte in den erläuternden Bemerkungen.“ Der Sozialdemokrat fordert einen gemeinsamen neuen Entwurf mit den Sozialpartnern und Experten.

Chronik

Britischer Basejumper in den Dolomiten tödlich verunglückt

Beim Basejumpen ist gestern ein 46-jähriger Brite im Dolomiten-Gebiet nahe der norditalienischen Stadt Belluno tödlich verunglückt. Die Leiche wurde von Rettungsteams nach einer mehrstündigen Suchaktion im steilen Gelände geborgen, berichteten italienische Medien.

Der erfahrene Basejumper war von einer Höhe von 2.700 Metern von der Busazza-Spitze im Civetta-Massiv gesprungen. Sein Fallschirm öffnete sich jedoch nicht. Freunde, die mit dem Briten unterwegs waren, schlugen Alarm. Im vergangenen Juli war ein Wiener Basejumper in der selben Gegend tödlich verunglückt.

Fahrer verunglückt: US-Feuerwehr liefert Pizza aus

Wegen des Autounfalls eines Pizzalieferanten hätte ein Mann in den USA fast vergeblich auf seine Pizza gewartet - doch dann sprang die Feuerwehr ein.

Der Lieferant verunglückte am Sonntag im Ort Henrietta bei Buffalo im US-Bundesstaat New York mit seinem Auto, wie die Feuerwehr auf Facebook mitteilte. Als er medizinisch versorgt war, erledigten die Retter seinen Job, „um die Pizza nicht zu verschwenden“.

Nicht weit von der Unfallstelle entfernt klopften sie in voller Montur mit der Lieferung an die Haustür des Kunden. Sie dankten ihm dafür, Pizza bestellt zu haben anstatt selbst zu kochen und „verbranntes Essen und das Auslösen des Feueralarms zu riskieren“.

Jäger töten 32 Dorfbewohner in Mali

Bei einem Angriff auf ein abgelegenes Dorf im Zentrum Malis sind mindestens 32 Menschen getötet worden. Bei den Opfern handle es sich um Angehörige der Fulani-Volksgruppe, teilten örtliche Behörden gestern mit.

Die Angreifer, Dozo genannte Jäger, hätten die Fulani am Samstag von den anderen Einwohnern getrennt und getötet. Zehn weitere Menschen würden noch vermisst.

Seit drei Jahren häufen sich die Zusammenstöße zwischen Fulani, die meist Hirten sind, und den Volksgruppen Bambara und Dogon, die eher Bauern sind.

Ex-Profiboxer wegen Mordes vor Wiener Geschworenen

Ein ehemaliger Profiboxer muss sich heute wegen Mordes am Landesgericht verantworten. Dem gebürtigen Tschetschenen wird vorgeworfen, in der Nacht auf den 1. Oktober 2017 in Wien-Ottakring aus nichtigem Anlass einen 21-jährigen Burschen mit einem Springmesser erstochen zu haben.

Der Boxer, der den Kampfnamen „The Hunter“ trug, war mit mehreren Bekannten unterwegs, als es an der U-Bahnstation Thaliastraße zu einer Meinungsverschiedenheit mit einer anderen Gruppe junger Männer kam. Als sich die Streiterei in Richtung Gürtel verlagerte, ging der 22-jährige Tschetschene plötzlich mit einem gezückten Messer auf den aus Serbien stammenden 21-Jährigen los.

Er versetzte diesem laut Anklage acht Stiche und verletzte ihn tödlich. Ein Begleiter des Boxers - ein 27 Jahre alter Afghane - attackierte noch den Sterbenden, indem er in Richtung dessen Kopfes trat. Er wurde wegen versuchter absichtlicher schwerer Körperverletzung mitangeklagt.

IT

Wie der BND die Kommunikation in Österreich überwacht

Die Reaktion der österreichischen Regierung auf die Veröffentlichung einer Liste von Zielen des deutschen Bundesnachrichtendiensts (BND) in Österreich hat unter Geheimdienstkennern Befremden und Belustigung ausgelöst. Der Tenor: Entweder habe man tatsächlich keine Ahnung, wie der Datenaustausch zwischen deutschen und österreichischen Geheimdiensten funktioniert, oder es sei ein innenpolitisches Manöver.

Wirklich getroffen aber wurden die heimischen Geheimdienste, die über den BND an Erkenntnisse aus österreichischen Netzen kommen, zu denen etwa das Heeresnachrichtenamt (HNaA) selbst keinen Zugang hat. Die Kommunikation der österreichischen Ziele wird an Glasfasern mit einem Durchsatz von bis zu 100 Gigabit/sec am Frankfurter Knoten DE-CIX abgezapft. Abzustellen ist das keineswegs, denn der BND hat dafür einen gesetzlichen Auftrag, das HNaA in Österreich hingegen nicht.

Mehr* dazu in fm4.ORF.at

Kultur

Offenbar neue Banksy-Kunstwerke in Paris entdeckt

Der britische Street-Art-Künstler Banksy hat offenbar neue Spuren in Paris hinterlassen. Sechs Werke, die über das Wochenende an Hauswänden in der französischen Hauptstadt entstanden sind, werden dem anonymen Künstler zugeschrieben. Experten vermuteten hinter den Motiven eine Kritik an der Flüchtlingspolitik der französischen Regierung.

Kritik an Flüchtlingspolitik

Eines der Bilder prangt in der Nähe eines ehemaligen Aufnahmezentrums für Flüchtlinge am nördlichen Stadtrand von Paris. Es zeigt ein dunkelhäutiges Mädchen, das neben seinem Schlafsack ein Hakenkreuz mit einem rosafarbenen Teppichmuster überpinselt - offenbar, um sich ein schöneres Ambiente zu schaffen.

Seit die Aufnahmeeinrichtung im März geschlossen wurde, campieren hunderte Flüchtlinge an Kanälen und unter Autobahnbrücken im Freien - auch gestern schliefen einige Migranten nahe dem Graffiti.

„Absolut Stil von Banksy“

Banksy, der seine Identität geheim hält, hat die Kunstwerke nicht im Internet angekündigt. Experten gehen aber davon aus, dass sie von ihm stammen. „Das ist absolut der Stil von Banksy aus den 2000er Jahren“, sagte der Kunsthistoriker Paul Ardenne. „Es hat eine besondere Handschrift, die Farbe, die Verwendung von Fotos und deren grafische Umwandlung: Entweder ist es ein Banksy oder eine sehr gute Kopie.“

Auch in der Nähe der Universität Sorbonne wurde ein mutmaßlicher Banksy entdeckt: Das Kunstwerk zeigt einen Mann, der eine Säge hinter seinem Rücken versteckt und mit der anderen Hand einem Hund einen Knochen hinhält - dem Hund fehlt ein Stück eines Vorderbeins.

Banksy hatte seine Kritik am Umgang Frankreichs mit Flüchtlingen bereits 2015 in einem Kunstwerk zum Ausdruck gebracht. In der Nähe des Camps „Jungle“ in Calais hinterließ er ein Motiv, das Apple-Gründer Steve Jobs - selbst Sohn syrischer Einwanderer - mit einem Bündel über der Schulter und einem Computer in der Hand zeigt.

Gesundheit

Religion

Panorama

Bulldogge Zsa Zsa ist hässlichster Hund der Welt

Eine englische Bulldogge namens Zsa Zsa trägt seit Sonntag offiziell den Titel „Hässlichster Hund der Welt“ („World’s Ugliest Dog“). Das neun Jahre alte Tier gewann den Wettbewerb im kalifornischen Petaluma, wie der Sender ABC7 berichtete - dank schiefer Schnauze und Zähne und heraushängender Zunge.

Bulldogge Zsa Zsa

APA/AFP/Josh Edelson

Hundehalterin Megan Brainard erhält ein Preisgeld von 1.500 Dollar (rund 1.290 Euro). Nach Angaben der Veranstalter stammt Zsa Zsa aus einer Welpenfarm im Bundesstaat Missouri. Im Alter von fünf Jahren wurde sie von der Hundeschutzorganisation Underdog Rescue erworben. Heute lebe sie mit ihrer Besitzerin in Anoka (Minnesota).

Wettbewerb läuft seit 30 Jahren

Insgesamt 15 Tiere hatten an der diesjährigen Auflage des seit fast 30 Jahren laufenden Wettbewerbs teilgenommen. Im vergangenen Jahr hatte die Mastino-Napoletano-Hündin Martha gewonnen. Bei der Kür geht es nicht nur um das Aussehen, sondern auch um die Persönlichkeit der Vierbeiner.

Der Wettbewerb sei ein Zeugnis dafür, dass nicht der Stammbaum ein Haustier ausmache, schreiben die Veranstalter. Der Event feiere vielmehr „die Unvollkommenheiten, die alle Hunde besonders und einzigartig machen.“