Ausland

Syrien: Laut Opposition 73 Tote bei Kämpfen nahe Aleppo

In Syrien sind bei erbitterten Kämpfen um ein strategisch wichtiges Dorf unweit von Aleppo Oppositionsangaben zufolge 73 Menschen getötet worden. Den Aufständischen sei es gelungen, Chan Tuman wieder unter ihre Kontrolle zu bringen, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien heute mit. Die Rebellen, darunter die mit Al-Kaida verbündete Al-Nusra-Front, hätten ihre Offensive gegen Regierungseinheiten in dem Dorf bereits gestern eingeleitet. Chan Tuman liegt in der Nähe der wichtigen Fernverkehrsstraße zwischen Damaskus und Aleppo.

UNO verurteilt Angriff auf syrisches Flüchtlingslager scharf

Die Vereinten Nationen (UNO) haben den verheerenden Luftangriff auf ein Flüchtlingslager in Nordsyrien mit rund 30 Toten scharf verurteilt. Falls das Camp bewusst als Ziel ausgesucht worden sei, könnte es sich um ein Kriegsverbrechen handeln, heißt es in einer Stellungnahme des UNO-Nothilfekoordinators Stephen O’Brien.

Die Sicherheitsberaterin von US-Präsident Barack Obama, Susan Rice, äußerte sich schockiert und erklärte, für einen solchen Angriff auf Zivilisten gebe es keine Rechtfertigung. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sprach von einer schweren Verletzung humanitären Völkerrechts.

Mindestens 28 Opfer

Laut der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien wurden bei dem Luftangriff 28 Menschen getötet, unter ihnen mindestens sieben Kinder. Außerdem seien Dutzende Menschen teils schwer verletzt worden. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum überprüfbar.

Wer für die Attacke in dem von Rebellen kontrollierten Gebiet nahe der türkischen Grenze verantwortlich ist, ist noch unklar.

Tusk warnt vor Vision eines europäischen Staates

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat vor der Vision eines europäischen Superstaates nach dem Vorbild der USA gewarnt. Ein Projekt der EU als ein einziger Staat wäre nicht nur „total unrealistisch“, sondern auch „zerstörerisch für ihre Zukunft“, sagte der frühere polnische Ministerpräsident gestern bei einer Diskussionsveranstaltung in Rom.

„Wir müssen akzeptieren, in einem Europa mit verschiedenen Währungen, verschiedenen politischen Kräften zu leben“, sagte Tusk. „Und die schlimmste Sache ist es, so zu tun, als wüsste man das nicht.“

Schultz äußert Verständnis für Verdruss

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz äußerte Verständnis für den EU-Verdruss vieler Bürger: „Europa ist ein Versprechen, aber ein Versprechen, das nicht eingehalten wurde“, sagte der Deutsche bei der Veranstaltung in der italienischen Hauptstadt.

Generationen von Europäern hätten Opfer erbracht, damit das Versprechen Europas von mehr Jobs, mehr Dienstleistungen und mehr Wachstum erreicht werde, zumindest für die Kinder. Doch jetzt verlangten die Staats- und Regierungschefs noch mehr Opfer, weniger Dienstleistungen, höhere Steuern, „um was zu tun? Die Banken zu retten“, sagte Schulz.

Anlass der Diskussionsrunde, an der auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und der italienische Regierungschef Matteo Renzi teilnahmen, war die heutige Verleihung des Aachener Karlspreises an Papst Franziskus im Vatikan.

Erster Parteitag in Nordkorea seit 1980 begonnen

In Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang hat heute der erste Kongress der herrschenden Kommunistischen Partei seit 1980 begonnen. Dabei sollte der 33-jährige Machthaber Kim Jong Un eine Rede halten. Beobachter im In- und Ausland werden genauestens darauf achten, ob sie Hinweise auf einen Politikwandel oder personelle Veränderungen in der nordkoreanischen Führung enthält.

Dauer und Programm der Versammlung wurden nicht bekanntgegeben. Die rund hundert zugelassenen ausländischen Journalisten haben keinen Zugang zur Tagungshalle, an deren Eingang riesige Porträts von Kims Vorgängern - seinem Vater und seinem Großvater - prangten.

Der siebente Parteitag der kommunistischen Partei dürfte Kims Führungsrolle zementieren und seine „Byungjin“-Politik absegnen, die das Streben nach weiteren Atomwaffen mit wirtschaftlichen Maßnahmen kombiniert.

Kim hatte die Macht Ende 2011 übernommen. Seitdem gab es in Nordkorea zwei Atomwaffentests. Dieses Jahr testete das international isolierte Land schon mehrfach Raketen. Der UNO-Sicherheitsrat verschärfte daher Anfang März die Sanktionen gegen Pjöngjang.

Mörsergranatenbeschuss auf Israel aus dem Gazastreifen

Die militärischen Konfrontationen zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen gehen weiter. Soldaten seien bei einem Einsatz am Schutzzaun an der Grenze mit Mörsergranaten beschossen worden, teilte die Armee heute mit. Es sei niemand verletzt worden.

Beide Seiten lieferten sich in den letzten Tagen den intensivsten Schlagabtausch seit dem Gaza-Krieg vor fast zwei Jahren. Gestern wurden bei israelischen Luftangriffen eine Palästinenserin getötet und mehrere Menschen verletzt. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wollte heute in einer Dringlichkeitssitzung mit seinem Sicherheitskabinett über das weitere Vorgehen beraten.

Trump empört mit „Liebeserklärung“ an Hispanics

US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat mit einer Liebeserklärung an hispanische Wähler für Kritik und Belustigung gesorgt.
Trump hatte seinen Anhängern auf Twitter und Facebook gestern einen „fröhlichen 5. Mai!“ gewünscht, das ist ein Feiertag in Mexiko.

Dazu stellte er ein Foto von sich selbst mit einem breiten Grinsen im Gesicht und einem Taco-Salat vor sich auf dem Schreibtisch. „Die besten Taco-Bowls gibt es im Trump Tower Grill. Ich liebe Hispanics!“, schrieb er dazu.

„Sie werden alle ausgewiesen“

Seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton zitierte im Onlinedienst Twitter umgehend eine abfällige Äußerung des Immobilienmilliardärs über mexikanische Einwanderer. Trump hatte erst am Mittwoch im Fernsehsender NBC über Hispanics gesagt: „Sie werden alle ausgewiesen.“ Auf Spanisch kritisierte die Ex-Außenministerin zudem die „unverantwortlichen“ außenpolitischen Pläne Trumps.

Trump hatte im Sommer mexikanische Einwanderer als Vergewaltiger und Kriminelle bezeichnet. Eine seiner zentralen Wahlkampfankündigungen ist der Bau einer Mauer an der Südgrenze der USA, für die allerdings Mexiko zahlen soll.

Trump für „Brexit“

Trump sprach sich weiters für einen Austritt Großbritanniens aus der EU aus. „Ich würde sagen, sie wären ohne sie (die Europäische Union, Anm.) besser dran“, so der Milliardär zum US-Fernsehsender Fox News: „Ich glaube, dass die Einwanderung (von Flüchtlingen, Anm.) eine fürchterliche Sache für Europa gewesen ist und zu einem großen Teil von der EU befördert wurde.“

Seine Einschätzung zu einem möglichen „Brexit“ sei aber nicht als Empfehlung zu verstehen und basiere nur auf seinem persönlichen Gefühl, schränkte Trump ein. Entscheiden müssten die Briten selbst.

Merkel bei Renzi: Kritik an „unlogischer“ Politik Österreichs

Einig hat sich Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel gestern an der Seite von Italiens Premier Matteo Renzi in der Kritik an Österreichs Grenz- und Asylpolitik gezeigt. Wo Merkel unter Anspielung auf den Konflikt um den Brenner noch relativ zurückhaltend meinte, es müsse „andere Lösungen als Grenzschließungen“ geben, wurde Renzi deutlicher: Österreichs Politik widerspreche in dieser Hinsicht den Gesetzen der Logik. Es gab allerdings etwas, das Renzi noch mehr aufregte, nämlich ein Interview mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit der italienischen Zeitung „La Repubblica“ vom selben Tag.

Mehr dazu in Ärger über „schandhaften“ Strache

Südtirol: Kompatscher kritisiert Strache

Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) hat den jüngsten Vorstoß von FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache für eine Wiedervereinigung Tirols kritisiert. Dabei handle es sich um eine „populistische Forderung des FPÖ-Chefs“, sagte Kompatscher in der „Tiroler Tageszeitung“ („TT“, Freitag-Ausgabe). Südtirol stehe zur Autonomie, da werde man nichts aufs Spiel setzen, ergänzte er.

Sorge über „gewisse Wertvorstellungen“ Hofers

Das Selbstbestimmungsrecht sei ein Völkerrecht, das Südtirol habe. „Aber es berechtigt uns nicht, einen eigenen Staat zu gründen“, so der Landeshauptmann zur „TT“. Mit seinen Ausführungen empfehle sich Strache nicht für höhere Weihen. „Ihm fehlen der europäische Blick und die Perspektive für Europa“, fügte er hinzu.

Kompatscher äußerte ebenfalls sein Unbehagen über einen möglichen blauen Bundespräsidenten in Österreich. „Wir werden auch mit einem Bundespräsidenten Norbert Hofer eine normale Gesprächsbasis haben. Ich sorge mich aber darüber, dass mit ihm gewisse Wertvorstellungen des FPÖ-Parteiprogramms, die ich keinesfalls teile, in die Hofburg einziehen würden“, sagte der Landeshauptmann.

Kritik auch aus Trentino

Auch vom Trentiner Landeshauptmann Ugo Rossi kam Kritik. „Straches Vorschlag droht Wunden zu öffnen, die nie ganz vernarbt sind“, sagte Rossi der römischen Tageszeitung „La Repubblica“. „Seit 1948 brauchen wir uns nicht mehr in Nationalstaaten abzuschotten. Wir können die Wirtschaft grenzüberschreitend entwickeln“, sagte Rossi.

„Hier gibt es vermischte Volksgruppen, die in Harmonie leben“, sagte Rossi, der auf die kulturelle Vielfalt und die lange Tradition des Islam in Östereich verwies. „Man sollte Strache daran erinnern.“

Der Ruf nach Grenzen sei anachronistisch. Trotz der Ängste, die durch die Flüchtlingskrise geweckt worden seien, dürfe man „keine Schritte zurück machen“, betonte der italienische Politiker. Österreichs Pläne zu Grenzkontrollen seien in dieser Phase nur „Wahlpropaganda“, so Rossi. Italien müsse allerdings seinen Teil leisten.

Strache forderte Referendum

Strache hatte sich gegenüber der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ für eine Wiedervereinigung Tirols ausgesprochen. „Ich will die bestehenden Wunden heilen und Tirol die Möglichkeit geben, sich wieder zu vereinen“, hatte der FPÖ-Chef gesagt. Südtirol solle die Möglichkeit zur Selbstbestimmung gegeben werden. Es solle frei über seine Zukunft entscheiden können.

Tirols FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger stellte sich hinter Straches Forderung. „Kompatscher hat sich im September 2013 in einem Interview für eine Wiedervereinigung Südtirols mit dem Bundesland Tirol ausgesprochen, nun scheint er aber seine damalige Position vergessen zu haben, was ja typisch für die Funktionäre der SVP ist“, meinte Abwerzger in einer Aussendung. Ob Freistaat oder Beitritt zur Republik Österreich, hätten die Südtiroler selbst zu entscheiden, fügte er hinzu.

Inland

Veranstaltungen im Gedenken an Befreiung vom NS-Regime

Auch heuer steht die erste Mai-Hälfte im Zeichen des Gedenkens an die Befreiung von der Nazi-Herrschaft. Die Bundesregierung lädt am Sonntag zu einem Staatsakt, das Parlament am Montag zur Gedenkveranstaltung gegen Gewalt und Rassismus. Das „Fest der Freude“ des Mauthausen Komitees steigt am Sonntag auf dem Heldenplatz, die Mauthausen-Befreiungsfeier findet am 15. Mai statt.

„Fest der Freude“ auf Wiener Heldenplatz

Am Sonntag um 10.00 Uhr kommt die Regierung im Bundeskanzleramt zu einem Staatsakt zum Gedenken an die Befreiung vom Nationalsozialismus und an die Beendigung des Zweiten Weltkrieges in Europa zusammen. Es spricht der Zeitzeuge Rudolf Gelbard, die Veranstaltung wird live in ORF2 übertragen.

Am Abend dann geben zum vierten Mal die Wiener Symphoniker auf dem Wiener Heldenplatz ein Gratiskonzert als „Fest der Freude“. Bei der Veranstaltung wird unter anderen der Bariton Thomas Hampson auftreten; dirigiert wird das Konzert von Christoph von Dohnanyi, auf dem Programm stehen Arnold Schönbergs Melodram „Ein Überlebender aus Warschau“ sowie Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 3, „Eroica“. Am Rednerpult steht der KZ-Überlebende Daniel Chanoch. ORF III überträgt sowohl Reden als auch Konzert.

71. Jahrestag der Befreiung

Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) und Bundesratspräsident Josef Saller (ÖVP) laden am Montag zur Gedenkveranstaltung gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in den Historischen Sitzungssaal des Parlaments. Im Zentrum steht ein Gespräch zwischen Marko Feingold, NS-Überlebender und Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg, und Danielle Spera, Direktorin des Jüdischen Museums Wien.

Am 15. Mai schließlich wird im ehemaligen KZ Mauthausen dessen Befreiung gedacht. Die Feierlichkeiten stehen heute unter dem Generalthema „Internationale Solidarität“. Am 8. Mai 2016 jährt sich zum 71. Mal die bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht. Das Datum markiert das Ende des NS-Regimes, bereits am 5. Mai 1945 befreiten alliierte Truppen das Konzentrationslager im oberösterreichischen Mauthausen.

Grüne aus drei Staaten gegen Brenner-Schließung

Grünen-Politiker aus Deutschland, Österreich und Italien sprechen sich gemeinsam gegen eine Schließung des Brenner-Passes aus. „Wer die Grenze am Brenner dicht macht, entzweit Europa“, sagte die Vorsitzende der bayrischen Grünen, Sigi Hagl, zum Treffen der Politiker gestern auf dem Brenner.

Es gebe „kaum einen symbolträchtigeren Ort für das Zusammenwachsen Europas als die Nord-Süd-Verbindung durch die Alpen“, so Hagl. Österreich bereitet sich wegen der Flüchtlingskrise wieder auf Grenzkontrollen auf dem Brenner vor. Ob auch ein Zaun gebaut wird, ist noch offen.

Die Südtiroler Grünen, die Tiroler Grünen und die bayrischen Grünen fordern in einem Positionspapier eine europäische Lösung mit Erstaufnahmezentren in den EU-Grenzländern sowie ein innereuropäisches Verteilungssystem für Asylbewerber. Sie betonen zudem den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wert offener Grenzen.

Wirtschaft

Neuer Anlauf der USA im Kampf gegen Steuerflucht

Die US-Regierung unternimmt einen neuen Anlauf, um die Regeln gegen Geldwäsche und Steuerflucht zu verschärfen. Vor allem soll bei Briefkastenfirmen und deren Hintermännern mehr Transparenz geschaffen werden, wie das Weiße Haus jetzt ankündigte.

Außerdem sollen US-Banken - wie derzeit bereits ausländische Finanzinstitute - gezwungen werden, weitere Daten über ihre Kunden preiszugeben. Die USA würden damit näher an die Regelungen des internationalen automatischen Informationsaustausches rücken.

Die USA stehen international wegen mehrerer Steueroasen auf eigenem Territorium in der Kritik. Häufig kritisiert wird etwa der US-Staat Delaware an der Ostküste. Europäische Steueranwälte werben mit Steuersparmodellen über Briefkastenfirmen in Delaware. Der Vorschlag der Regierung beinhaltet, dass die Eigner von Firmen in den USA künftig auch dann eine US-Steuernummer benötigen, wenn sie Ausländer sind und nicht in den USA leben.

Amazonas-Kraftwerk startet Teilbetrieb

Die ersten Turbinen eines der weltweit größten Kraftwerke sind von Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff offiziell in Betrieb genommen worden. Das stark umstrittene Wasserkraftwerk Belo Monte im Norden des Amazonas-Gebiets soll nach der bis 2019 geplanten vollständigen Fertigstellung eine Leistung von 11.233 Megawatt haben und bis zu 60 Millionen Menschen mit Energie versorgen.

Die Planungen für die mit mehreren Staubecken im Rio Xingu konstruierte Anlage begannen 1975. Rund 20.000 Arbeiter errichten das Kraftwerk. Rousseff sprach von einer „grandiosen Ingenieursleistung“. Zunächst beträgt die Leistung zur kommerziellen Stromproduktion nur 649,9 Megawatt. Enorme Kostensteigerungen, Umweltzerstörungen und mehrere getötete Arbeiter hatten die Kritik an dem Kraftwerksprojekt verstärkt.

Neben Belo Monte plant die Regierung ein weiteres Megaprojekt am Tapajos-Fluss im Herzen des brasilianischen Amazonas-Gebiets. Hier ist ein Staudamm mit einer Länge von 7,6 Kilometern geplant, um ein riesiges Wasserkraftwerk mit einer Leistung von mehr als 8.000 Megawatt zu bauen. Der indigene Stamm der Munduruku fürchtet dadurch den Verlust seiner natürlichen Lebensgrundlagen.

Fiat setzt auf Alfa: Marchionne will mit Giulia USA erobern

Nicht zum ersten Mal ist ein neues Modell des Fiat-Chrysler-Konzerns (FCA) staatstragend in Rom präsentiert worden - die gestern in Anwesenheit von Premier Matteo Renzi vorgestellte neue Alfa Romeo Giulia spielt in der Strategie von Fiat-Chef Sergio Marchionne nun aber eine Schlüsselrolle.

Die Sportlimousine soll nicht nur die Marke Alfa Romeo zu neuem Leben erwecken, sie soll auch auf dem für FCA zentralen US-Markt verkauft werden. Renzi erhofft sich vom Neustart der legendären Marke indes neue Impulse für Italiens angeschlagene Wirtschaft. Alfa Romeo sei „nicht nur ein Auto, sondern ein Symbol“.

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Sport

Europa League: Liverpool und Sevilla im Finale

Der FC Liverpool und Sevilla haben gestern Abend den Einzug ins Finale der Europa League geschafft. Die „Reds“ feierten zur Freude von Startrainer Jürgen Klopp einen letztlich ebenso verdienten wie klaren Heimsieg gegen Villareal und stiegen mit dem Gesamtscore von 3:1 sicher auf. Ein Eigentor von Bruno hatte Villarreal schon nach wenigen Minuten auf die Verliererstraße gebracht, die Entscheidung um den Aufstieg ließ in der Folge allerdings lange auf sich warten. Dagegen ließ Sevilla gegen Schachtjor Donezk nach dem Remis im Hinspiel vor Heimpublikum von Beginn an keine Zweifel aufkommen.

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Eishockey: Nashville jubelt nach Marathonmatch

Im Play-off der National Hockey League (NHL) waren in der Nacht auf heute Überstunden angesagt. Vor allem in Nashville mussten die Fans bei einem wahren Marathonmatch Geduld beweisen. Erst nach über 111 Minuten in der dritten Verlängerung war der Sieg der heimischen Predators über die San Jose Sharks Gewissheit. Auch zwischen den St. Louis Blues und den Dallas Stars stand der Sieger erst nach Verlängerung fest.

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Chronik

Kanada: Waldbrände breiten sich dramatisch aus

Die Waldbrände in der kanadischen Provinz Alberta nehmen immer dramatischere Ausmaße an. Die vom Flammenmeer betroffene Fläche habe sich binnen 24 Stunden von 100 auf 850 Quadratkilometer vervielfacht, teilte die Regierung gestern mit. Am glühend roten Nachthimmel über der Brandzone türmten sich riesige Rauchwolken auf.

„Unsere Provinz steht vor einer der bedeutendsten Herausforderungen in ihrer Geschichte“, zitierte die Zeitung „Globe and Mail“ Albertas Regierungschefin Rachel Notley. Mit allen Mitteln kämpfe man gegen das Feuer, sagte sie. Mehr als 1.000 Feuerwehrkräfte waren laut Behörden zuletzt im Einsatz. Tote oder ernsthaft Verletzte gibt es nach bisherigen Erkenntnissen nicht.

Stadt wurde evakuiert

Für die Provinz war am Mittwoch der Notstand ausgerufen worden. In der am härtesten getroffenen Stadt Fort McMurray und deren Umgebung mussten wegen der Brände rund 90.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Die Flammen zerstörten Hunderte Gebäude. Es werde Wochen oder Monate dauern, bis die Anrainer zurückkehren könnten, wurde Notley zitiert. Kanadas Premierminister Justin Trudeau sprach von der größten Evakuierung aus Feuerschutzgründen in der Geschichte des Landes.

Albertas Regierung hatte gestern mitgeteilt, von 49 Bränden seien sieben außer Kontrolle. Neben den Hundertschaften der Feuerwehr waren auch 145 Hubschrauber und 22 Löschflugzeuge im Einsatz. Experten schätzten die Schäden der Katastrophe auf umgerechnet bis zu sechs Milliarden Euro, wie Medien berichteten.

USA: Geschworene befinden Serienmörder für schuldig

Ein US-Geschworenengericht hat den als „Grim Sleeper“ bekannt gewordenen Lonnie Franklin Jr. des Mordes an neun Frauen und einem Mädchen für schuldig befunden.

Der 63-Jährige verfolgte die Urteilsverkündung gestern im kalifornischen Los Angeles äußerlich ungerührt, obwohl die Staatsanwaltschaft im Fall eines Schuldspruchs die Todesstrafe gefordert hatte. Das Strafmaß soll am Donnerstag verkündet werden.

Der Mechaniker und frühere Müllmann soll die Morde im Zeitraum von 1985 bis 2007 begangen haben. Bei den Opfern handelte es sich in erster Linie um schwarze Prostituierte. Weil er zwischen 1988 und 2002 eine Pause eingelegt haben soll, ist er auch als „Grim Sleeper“ bekannt.

Ermittler vermuten weitere Morde

Franklin war im Juli 2010 aufgrund von DNA-Proben festgenommen worden - 25 Jahre nachdem sein erstes Opfer gefunden worden war. Sein jüngstes bekanntes Opfer war 15 Jahre alt, das älteste 35.

Die Ermittler vermuten, dass er für Dutzende weitere Morde verantwortlich ist. In seiner Wohnung wurden Fotos und Videos von fast 200 Frauen gefunden, von denen die meisten nicht identifiziert werden konnten.

Kultur

Red Hot Chili Peppers kündigen neues Album an

Nach fünf Jahren Pause bringen die Red Hot Chili Peppers Mitte Juni ein neues Album auf den Markt. Ihr elftes Studioalbum mit dem Titel „The Getaway“ werde am 17. Juni veröffentlicht, teilte die US-Rockband heute mit. Schon jetzt veröffentlichte die Gruppe aus Los Angeles eine Single daraus: Der Song mit dem Titel „Dark Necessities“ beginnt mit einem Solo von Bassist Flea.

Erstmals seit ihrem internationalen Durchburch mit dem Album „Blood Sugar Sex Magik“ aus dem Jahr 1991 arbeitete die Band um Sänger Anthony Kiedis nicht mehr mit dem Produzenten Rick Rubin zusammen. An seiner Stelle holten sie den vielseitigen Rock- und Rap-Produzenten Danger Mouse mit an Bord. Er war auch an „25“, dem aktuellen Hit-Album der britischen Sängerin Adele, beteiligt.

Vorstellen wollen die Red Hot Chili Peppers ihre neue Platte auf mehreren großen Festivals, darunter Roskilde in Dänemark und das Festival in Reading und Leeds in England. Außerdem kündigte die Band weitere Termine ihrer Tournee an, die am 16. Oktober in Paris endet.

Zuletzt hatten die Red Hot Chili Peppers 2011 das Album „I’m With You“ veröffentlicht. Mit von der Partie war erstmals der Gitarrist Josh Klinghoffer, der eine Generation jünger als die Gründungsmitglieder der Band ist.

Russland hielt Sinfoniekonzert in Palmyra ab

Mit einem Sinfoniekonzert hat Russland die Befreiung der antiken syrischen Oasenstadt Palmyra aus der Hand der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gefeiert. Waleri Gergijew dirigierte gestern das Orchester des St. Petersburger Mariinski-Theaters im Amphitheater des UNESCO-Weltkulturerbes. Bei dem Konzert wurden Werke von Johann Sebastian Bach, Sergej Prokofjew und Rodion Schtschedrin gespielt.

Rund 400 Zuhörer verfolgten das Konzert mit dem Titel „Ein Gebet für Palmyra“. (iptv.ORF.at)

Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete das Konzert in einer Videoschalte als „erstaunlichen humanitären Akt“. Es sei ein „Zeichen der Dankbarkeit, des Gedenkens, der Hoffnung“. Unter den Zuhörern waren zahlreiche russische Soldaten. Russland, ein enger Verbündeter der syrischen Regierung unter Präsident Baschar al-Assad, hatte die syrischen Truppen mit Luftangriffen bei der Befreiung Palmyras vom IS unterstützt. Russische Soldaten helfen zudem dabei, die antiken Stadt von Minen zu befreien.

Umstrittener Putin-Vertrauter unter Musikern

Der IS hatte die Stadt im Mai 2015 erobert und dort schwere Schäden angerichtet. Das Amphitheater war zudem Schauplatz brutaler Hinrichtungen. Laut der UNO-Kulturorganisation UNESCO bleibt der einzigartige Charakter der antiken syrischen Wüstenstadt Palmyra trotz beträchtlicher Zerstörungen dennoch weitgehend für die Nachwelt erhalten.

Bei dem Konzert spielte auch der Cellist und Putin-Vertraute Sergej Roldugin. Roldugin war zuletzt bei den Enthüllungen der Panama-Papers zu internationalen Briefkastenfirmen als einer von mehreren Strohmännern aufgetaucht. In den Enthüllungen ist davon die Rede, Roldugin und andere Vertraute des Kreml-Chefs hätten mehr als zwei Milliarden Dollar (rund 1,75 Mrd. Euro) in ausländische Scheinfirmen geschleust.

IT

Apple und SAP arbeiten bei Firmen-Apps zusammen

Apple will sein Angebot für Firmenkunden über eine Kooperation mit SAP ausbauen. Der US-amerikanische iPhone-Hersteller arbeitet künftig mit dem deutschen Softwarekonzern bei der Entwicklung von Apps zusammen, wie beide Seiten gestern mitteilten.

Über die Apps sollen die weit verbreiteten SAP-Programme für Unternehmen auch auf Smartphones und Tablet-Computern genutzt werden können. Konkret gehe es um geschäftliche Anwendungen, um die SAP-Datenbank-Plattform Hana zu nutzen. Die Technologie für Firmensoftware kann große Datenmengen in Echtzeit verarbeiten.

Apple hatte sich lange aus dem unglamourösen Geschäft mit Firmenkunden herausgehalten. In den vergangenen zwei Jahren schloss der Konzern aber in diesem Bereich Partnerschaften mit den US-IT-Dienstleistern IBM und Cisco.

Gesundheit

E-Zigaretten in USA nur noch für Erwachsene

In den USA dürfen E-Zigaretten künftig nicht mehr an Minderjährige verkauft werden. Die Lebensmittelbehörde FDA erließ gestern ein entsprechendes Verbot. Verkäufe nicht nur von E-Zigaretten, sondern auch von Zigarren, Pfeifentabak und Tabak für Shishas an Kinder und Jugendlich unter 18 Jahren sind künftig in den Vereinigten Staaten nicht mehr erlaubt.

E-Zigaretten simulieren das Rauchen, ohne Tabak zu verbrennen. Dabei werden Flüssigkeiten, Liquids, verdampft. Der entstehende Nebel wird inhaliert. E-Zigaretten können nikotinhaltig oder nikotinfrei sein. US-Gesundheitsministerin Sylvia Burwell bezeichnete das jetzt von der FDA erlassene Verbot „als wichtigen Schritt im Kampf für eine tabakfreie Generation“.

Burwell hob hervor, dass das Rauchen herkömmlicher Zigaretten unter Minderjährigen zwar zurückgegangen, dafür aber der Konsum anderer Nikotinprodukte, darunter E-Zigaretten, „drastisch“ gestiegen sei. An den Highschools der USA ist der Anteil der Schüler, die E-Zigaretten nutzen, nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC zwischen 2011 und 2015 von 1,5 Prozent auf 16 Prozent gestiegen.

Lifestyle

„Dancing Stars“: Das Moderatorenduo im Interview

Zehn Jahre „Dancing Stars“ sind mit der aktuellen Staffel gefeiert worden, die heute Abend mit dem Finale zu Ende geht - Mirjam Weichselbraun ist Moderatorin der ersten Stunde, Klaus Eberhartinger gesellte sich etwas später dazu. Im Interview lässt das Moderatorenduo die vergangenen Jahre Revue passieren. Über Vorurteile, den eigenen Verfall, darüber, warum es auch nach zehn Staffeln nie langweilig wird und wer ihnen nach all den Jahren in Erinnerung geblieben ist.

Mehr dazu in dancingstars.ORF.at

Captain America hätte Anspruch auf Soldnachzahlung

Captain America, einer der berühmtesten Comicfiguren der USA, stünden im wirklichen Leben gewaltige Soldnachzahlungen zu. Ein Sprecher der US Army bestätigte dem „Business Insider“ das grundsätzliche Recht des Superhelden auf den Sold: Eine Rechnung sei allerdings nicht ganz einfach.

Nach erfolgreichem Kampf gegen eine Hydra war der Marvel-Recke mit dem Kostüm in den Farben der US-Flagge und dem bürgerlichen Namen Steve Rogers von 1945 bis 2011 in der Arktis verschollen, aber nie offiziell aus den Diensten der Armee entlassen worden. Rogers war im Comic von anderen Charakteren ersetzt worden.

Im wirklichen Leben müssten laut dem Army-Sprecher sehr viele Faktoren berechnet werden, um eine exakte Summe zu erhalten. Ein Fan war auf über drei Millionen US-Dollar gekommen. Der „echte“ Captain America Rogers war 2011 mit dem Film „Avengers“ auf der Leinwand wieder zum Leben erwacht.