Ausland

F: Drei Tote bei Geiselnahme in Kirche

Nach dem Überfall auf eine Kirche in Nordfrankreich heute sind die beiden Geiselnehmer von der Polizei getötet worden. Das teilte ein Sprecher des Innenministeriums mit. Zuvor töteten die Angreifer laut Polizei einen Priester. Ihm sei offenbar die Kehle durchgeschnitten worden. Eine weitere Geisel wurde lebensgefährlich verletzt.

„Zu einem Zeitpunkt sind die beiden Angreifer aus der Kirche herausgekommen und wurden von der Polizei neutralisiert“, sagte Brandet. Premierminister Manuel Valls sprach auf Twitter von einer „barbarischen Attacke“.

Zwei mit Messern bewaffnete Männer hatten in Saint-Etienne-du-Rouvray in der Normandie fünf Menschen in ihre Gewalt gebracht. Medienberichten zufolge waren ein Priester, zwei Nonnen und zwei Kirchgänger darunter. Nun ermittelt die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft. Präsident Francois Hollande und Innenminister Bernard Cazeneuve wollten umgehend an den Tatort reisen.

Weitere Festnahmen nach Nizza-Anschlag

Im Zusammenhang mit dem Anschlag in Nizza mit 84 Toten sind Ermittlerkreisen zufolge zwei weitere Menschen festgenommen worden. Sie seien bereits seit gestern in Gewahrsam, sagte eine mit den Ermittlungen vertraute Person heute. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

In der vergangenen Woche hatte der Pariser Staatsanwalt Francois Molins erklärt, der 31-jährige Attentäter habe den Anschlag über Monate geplant. Den bisherigen Einschätzungen zufolge hatte der Mann fünf Komplizen, die bereits inhaftiert sind.

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte das Attentat von Nizza für sich und erklärte, der Täter sei einer seiner Soldaten gewesen. Die französischen Behörden dagegen haben nach eigenen Angaben keinen Beweis für eine Verbindung des Tunesiers zu der radikalislamischen Miliz.

Türkische Religionsbehörde entlässt 1.112 Mitarbeiter

Die türkische Religionsbehörde hat 1.112 Mitarbeiter wegen des Verdachts der Unterstützung der Putschisten entlassen. Darunter seien Prediger und Koran-Lehrer, teilte die Behörde heute mit.

Der Prediger Fethullah Gülen gilt der türkischen Regierung als Drahtzieher des Aufstandes. Nach Auffassung von Präsident Recep Tayyip Erdogan stützte sich der gescheiterte Putsch auf ein Netzwerk von Gülen-Anhängern. Der im selbstgewählten US-Exil lebende Gülen bestreitet die Vorwürfe.

60.000 entlassen, versetzt oder festgenommen

Über Jahrzehnte hat Gülen ihm nahestehende Schulen, gemeinnützige Einrichtungen und Betriebe aufgebaut. Nach dem Putschversuch wurden bislang über 60.000 Angehörige des Militärs, Beamte, Lehrer und andere Staatsbedienstete entlassen, versetzt oder festgenommen.

Nach Angaben von Außenminister Mevlüt Cavusoglu wurden auch zwei Botschafter, die sich derzeit in Ankara aufhielten, wegen mutmaßlicher Verbindungen zum Putschversuch entlassen.

Erdogan: Volk will Todesstrafe

Auch die Wiedereinführung der Todesstrafe wird in der Türkei wieder diskutiert. Erdogan begründete gestern Abend den mögliche Schritt mit dem Volkswillen. „Wenn wir uns in einem demokratischen Rechtsstaat befinden, hat das Volk das Sagen. Und das Volk, was sagt es heute? Sie wollen, dass die Todesstrafe wieder eingeführt wird“, sagte er in einem gestern Abend ausgestrahlten ARD-Interview.

Die Regierenden dürften nicht einfach sagen, dass interessiere sie nicht. Schon gleich nach dem Umsturzversuch am 15. und 16. Juli hatte Erdogan angekündigt, der Wiedereinführung der Todesstrafe zuzustimmen, sollte das Parlament eine solche Verfassungsänderung beschließen. Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin meinte am Donnerstag, er hielte die Hinrichtung der Putschisten für „eine faire Strafe“.

Kritik an EU

Zu möglichen negativen Folgen für die Türkei in ihrem Verhältnis zur EU sagte Erdogan: „Nur in Europa gibt es keine Todesstrafe. Ansonsten gibt es sie fast überall.“ EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hatte Erdogan zuvor erneut gewarnt, die Beitrittsverhandlungen zur Europäischen Union würden sofort gestoppt, falls die Türkei die Todesstrafe wiedereinführe.

Erdogan warf der EU vor, sie habe in der Flüchtlingspolitik ihr Wort gebrochen und Vereinbarungen gegenüber der Türkei nicht eingehalten. „Die europäischen Regierenden sind nicht aufrichtig“, sagte der islamisch-konservative Politiker in dem ARD-Interview. So habe die EU der Türkei drei Milliarden Euro für die Versorgung von Flüchtlingen zugesagt. Bisher seien jedoch nur symbolische Summen eingetroffen. Konkret sprach er von ein bis zwei Millionen Euro.

Mindestens acht Tote bei Anschlag in Mogadischu

Vor dem Flughafen der somalischen Hauptstadt Mogadischu hat es heute zwei schwere Explosionen gegeben. Das teilte die Polizei mit. Eine Autobombe sei an der Airport-Zufahrt explodiert, sagte ein Mitarbeiter der Truppen der Afrikanischen Union (AU). Es soll sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt haben. Die Ursache für die zweite Explosion war zunächst unklar. Sicherheitskreise sprachen von mindestens acht Toten und mehreren Verletzten.

Die somalische Terrormiliz al-Schabab bekannte sich über den ihr nahestehenden Sender Radio Andalus zu dem Anschlag. Die sunnitischen Extremisten von al-Schabab wollen seit Jahren einen Gottesstaat am Horn von Afrika errichten.

Noch etwa eine Stunde nach den Explosionen, die sich in der Früh ereigneten, waren laut Augenzeugenberichten Schüsse zu hören. Riesige Rauchwolken stiegen über der Stadt auf. In der Nähe des Aden-Adde-Flughafens befinden sich mehrere Gebäude der Vereinten Nationen (UNO) und Kasernen der AU-Truppen. Der internationale Flughafen in Mogadischu ist schwer bewacht und dient als Stützpunkt für die Militärmission der AU in Somalia (AMISOM). Derzeit sind etwa 22.000 Soldaten der AU-Mission zur Unterstützung der Regierung in dem Krisenstaat stationiert.

Seehofer offen für Abschiebung in Kriegsgebiete

Nach dem mutmaßlich islamistischen Bombenattentat in Ansbach in Bayern schließt CSU-Chef Horst Seehofer die Abschiebung gewalttätiger Flüchtlinge in Kriegsgebiete nicht mehr aus.

„Bislang bestand Konsens, dass man abgelehnte Asylsuchende nicht in ein Kriegsgebiet abschiebt“, sagte Seehofer dem „Münchner Merkur“ (Dienstag-Ausgabe), betonte dann aber: „Man muss ernsthaft überlegen, wie solche Personen künftig behandelt werden, wenn sie mit dem Gesetz in Konflikt kommen beziehungsweise wenn von ihnen eine Gefahr ausgeht.“

Europol warnt vor Hunderten potenziellen Terrortätern

Die europäische Polizeibehörde Europol vermutet Hunderte potenzielle Terrortäter in Europa. Gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag-Ausgabe) bezifferte die Behörde die Zahl der Europäer, die zum Dschihad-Kampf nach Syrien oder in den Irak ausgereist sind, auf etwa 5.000. Von diesen seien 1.500 bis 1.800 in die EU zurückgekehrt.

„Viele davon haben weder die Absicht noch die Fähigkeit, terroristische Anschläge zu verüben“, erklärte Europol gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Dennoch bleiben Hunderte potenzielle Terroristen übrig, die eine Gefahr für die Sicherheit in Europa darstellen.“

Pro Asyl warnt vor übereilten Konsequenzen

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl hat nach den von Flüchtlingen begangenen Gewalttaten vor übereilten Konsequenzen gewarnt. Die polizeiliche Ermittlungsarbeit der nächsten Wochen werde hoffentlich konkrete Ansatzpunkte dafür liefern, was versäumt worden sei und was hätte getan werden können, sagte der stellvertretende Pro-Asyl-Geschäftsführer Bernd Mesovic der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag-Ausgabe).

„Die gefährliche Mischung aus erweitertem Suizid, Amokläufen mit terroristischer Sinngebung, Terror mit nachträglicher Urheberschaftsreklamation vonseiten des IS und islamistischem Terror im engeren Sinne muss dringend genau analysiert werden“, sagte Mesovic. „Politische Schnellschüsse sind da wenig hilfreich.“ Er kritisierte Bayerns Ministerpräsidenten Seehofer. Dieser sei einer der wenigen Politiker aus dem etablierten Spektrum, die aus den Attacken kurzfristig Kapital zu schlagen versuchten.

Obamas Halbbruder will Trump wählen

Malik Obama, Halbbruder von US-Präsident Barack Obama, will Donald Trump wählen. „Dieser Trump ist ein echt cooler Typ, und ich mag ihn, weil er aus dem Herzen spricht und so bodenständig ist“, sagte der US-kenianische Doppelstaatsbürger gestern mit Blick auf den republikanischen Präsidentschaftskandidaten. „Trump sorgt sich so um die Sicherheit und er will Amerika wieder groß machen.“

„Der Kerl spricht aus dem Herzen, und du kannst sehen, dass er sehr ehrlich ist, bei dem, was er sagt. Er sagt, was er denkt“, sagte Malik Obama gegenüber der Nachrichtenagentur AFP per Telefon aus seinem Heimatdorf Kogelo im Westen Kenias. Er werde im November für den republikanischen Kandidaten stimmen.

Malik Obama zeigte sich enttäuscht über seinen Halbbruder. Er könne immer noch nicht verstehen, dass der Präsident gesagt habe, erst nach dem Ende seiner Amtszeit könne er sich mehr um seine Familie kümmern. Barack Obama wurde in Hawaii als Sohn einer Amerikanerin und eines Kenianers geboren, der aber die Familie und das Land verließ, als sein Sohn zwei Jahre alt war.

Inland

Stöger: Deckelung bei Mindestsicherung verfassungswidrig

Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) beharrt darauf, dass eine pauschale Deckelung der Mindestsicherung bei 1.500 Euro verfassungswidrig wäre. Sein Sprecher verwies auf APA-Anfrage auf ein entsprechendes Gutachten des Verfassungsdienstes im Kanzleramt. Die Ausweitung des Pflegeurlaubs will man bei weiteren Gesprächen zu Pflege und Arbeitsrecht im Blick behalten.

Der Sprecher des Sozialministers kritisiert, dass die ÖVP zwar beim Verbot der Bankomatgebühr vor einer angeblichen Verfassungswidrigkeit warne, bei der Mindestsicherung aber eine klar verfassungswidrige Regelung fordere.

Rückendeckung von Mazal-Gutachten

Außerdem verweist er darauf, dass auch der Arbeitsrechtler Wolfgang Mazal, der ein Gutachten für die niederösterreichische Landesregierung verfasst hat, zuletzt meinte, eine simple Deckelung wäre verfassungswidrig. Möglich wäre demnach eine Deckelung des Barbezuges im Abtausch für Sachleistungen.

Das bereits im November erstellte Gutachten des Verfassungsdienstes kommt (auf Basis eines VfGH-Urteils zur Kärntner Sozialhilfe 2012) zum Schluss, dass eine Deckelung bei 1.500 Euro verfassungswidrig wäre. Dies deshalb, weil „ab einem typischen Vier-Personenhaushalt alle weiteren Mitglieder dieser Haushaltsgemeinschaft nur eine sehr geringe bzw. überhaupt keine Hilfe zum Lebensunterhalt mehr bekämen“.

ÖVP gegen Verbot von Bankomatgebühr

Die ÖVP lehnt einen von Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) erstellten Gesetzesentwurf für ein Verbot von Bankomatgebühren ab. ÖVP-Generalsekretär Peter McDonald warnte davor, mit „Kanonen auf Spatzen zu schießen“. Man könne nicht weniger Bürokratie versprechen und dann bei so einem Anlass gleich nach neuen Gesetzen rufen, sagte McDonald dem „Standard“ (Dienstag-Ausgabe).

Anstatt eines Verbots plädiert die ÖVP für eine Kennzeichnung von gebührenpflichtigen Automaten. Mehr Transparenz werde dafür sorgen, dass die Konsumenten die richtigen Entscheidungen treffen, so McDonald. FPÖ und Grüne sind gegen eine Bankomatgebühr. NEOS findet eine Kennzeichnung von gebührenpflichtigen Bankomaten in Ordnung. Arbeiterkammer (AK) und ÖGB wollen auch ein Gesetz gegen Bankomatgebühren.

Verbot „eher verfassungswidrig“

Der US-amerikanische Bankomatbetreiber Euronet verlangt seit Kurzem für jede Abhebung an einem seiner 67 in Österreich aufgestellten Bankomaten 1,95 Euro. Insgesamt gibt es hierzulande rund 8.500 Bankomaten. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern verlangen die österreichischen Finanzinstitute bisher keine Gebühr für die Bargeldabhebung beim Bankomaten.

Als „eher verfassungswidrig“ wertet der Vizerektor und Verfassungsrechtler an der Johannes Kepler Universität Linz, Andreas Janko, die geplante Regelung. Ein gesetzliches Verbot einer Bankomatgebühr wäre mit großer Wahrscheinlichkeit verfassungswidrig, sagte Janko den „Oberösterreichischen Nachrichten“ (Dienstag-Ausgabe).

Lugar hält Vereinbarung mit Stronach für „obsolet“

Team-Stronach-Klubchef Robert Lugar bezeichnet die mit Parteigründer Frank Stronach getroffene Vereinbarung, die Partei wieder in den wählbaren Bereich zu bringen, als „obsolet“. Diese sei „einseitig aufgelöst“ worden, da Stronach selbst angekündigt habe, das Team Stronach werde nicht mehr kandidieren, erklärte Lugar heute.

Der Parteichef war gestern in die ORF-„Sommergespräche“ geladen und hatte dort erklärt, er bereue seinen Einstieg in die Politik nicht. Erneut kündigte er aber an, sich spätestens bei der nächsten Nationalratswahl zurückzuziehen. Auch der Name „Stronach“ soll nicht mehr vorkommen.

„Nicht wieder in wählbare Zone zu bringen“

Lugar räumte heute ein, dass er mit dem Parteiobmann eine Vereinbarung getroffen und den Auftrag bekommen habe, die Partei bis August 2016 wieder in die wählbare Zone zu bringen. Dazu sieht er sich nun aber nicht mehr verpflichtet: „Das ist hinfällig. Das Team Stronach kann man nicht mehr in die wählbare Zone bringen, weil er sagte, das Team Stronach kandidiert nicht mehr.“ Die Vereinbarung habe der Parteigründer somit „einseitig aufgelöst“, so Lugar.

Er selbst sei mit Stronach noch in Kontakt und habe vor seinem Fernsehauftritt mit ihm telefoniert. Und Stronach sehe das auch genau so, gab Lugar auf Nachfrage an: „Eine Partei, die nicht mehr antritt, kann nicht in die wählbare Zone zurückkehren.“

Sport

Fußball: Goalie Siebenhandl wird ein Würzburger

Admira Wacker Mödling muss künftig auf die Dienste von Torhüter Jörg Siebenhandl verzichten. Der 26-Jährige, am Sonntag beim 1:0-Auftaktsieg in Mattersburg noch im Tor, wechselt von der Südstadt in die zweite deutsche Bundesliga zu den Würzburger Kickers. Bernd Hollerbach, Trainer des Aufsteigers in die zweithöchste Spielklasse, freut sich über die Verpflichtung eines „gestandenen Torhüters“.

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Olympia: Russland-Urteil mit Widersprüchen

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Sonntag keinen kompletten Ausschluss Russlands von den Olympischen Spielen beschlossen, sondern strikte Auflagen für einen Start russischer Sportler in Rio. Russische Athleten, die bereits eine „Dopingvergangenheit“ aufweisen, dürfen in Rio nicht antreten, was aber einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) widerspricht. Laut der IOC-Entscheidung dürfen etwa „Kronzeugin“ Julia Stepanowa, die den Skandal erst öffentlich gemacht hat, und die vierfache Weltmeisterin Julija Jefimowa nicht starten - der mehrfach des Dopings überführte US-Sprintstar Justin Gatlin hingegen schon.

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Bundesliga: Turbulenter Auftakt in neue Saison

Die Bundesliga-Saison hat gleich zum Auftakt für viel Gesprächsstoff gesorgt. Während sich Meister Salzburg bei Sturm Graz den ersten Denkzettel abholte, untermauerte Rapid mit einem Kantersieg über Ried seine Titelambitionen. Zu den Gewinnern zählen aber auch die Wiener Austria, Altach und die Admira. Lehrgeld zahlen mussten indes der WAC, Mattersburg und vor allem Aufsteiger St. Pölten. Für Kopfschütteln sorgten indes die Rapid-Ultras mit einer Drohung gegen einen erst 19-jährigen Neuzugang.

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Wirtschaft

Air-France-Flugbegleiter streiken ab Mittwoch

Mitten in der Ferienzeit sieht sich die Fluggesellschaft Air France mit einem einwöchigen Streik ihrer Flugbegleiter konfrontiert. Wegen des Ausstandes, der morgen beginnt, werden voraussichtlich 30 Prozent der Inlands- und der Mittelstreckenverbindungen sowie weniger als zehn Prozent der Langstreckenflüge ausfallen, wie das Unternehmen gestern Abend mitteilte. Flüge von Tochter- und Partnerunternehmen wie Hop, KLM und Delta seien nicht betroffen.

Air-France-Chef Frederic Gagey bezeichnete einen Streik mitten im Sommer als „völligen Irrsinn“. In der Hochsaison wickelt die Fluggesellschaft im Durchschnitt 1.000 Flüge pro Tag mit rund 140.000 Passagieren ab.

Streit über Tarifvertrag

Die Fluggesellschaft schätzt, dass durchschnittlich 35 Prozent der Flugbegleiter streiken werden. Die beiden Gewerkschaften SNPNC-FO und UNSA-PNC, die hinter dem Ausstand stehen, vereinen nach eigenen Angaben 45 Prozent des Kabinenpersonals auf sich.

In dem Tarifkonflikt geht es um die Zukunft eines Manteltarifvertrags, der unter anderem Bezahlung und Beförderungen regelt. Er läuft im Oktober aus. Air France hat vorgeschlagen, den Vertrag praktisch unverändert um 17 Monate zu verlängern. Die beiden Gewerkschaften fordern eine Laufzeit von drei bis fünf Jahren.

Chronik

320 Unwettereinsätze für Feuerwehren

Heftige Unwetter haben in der Nacht auf heute für Dauereinsätze der Feuerwehren in den Bezirken St. Pölten und Melk in Niederösterreich gesorgt. Die Bezirksalarmzentrale der Feuerwehr in St. Pölten sprach von 320 Einsatzorten. Großteils wurden Keller und Straßen überflutet.

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Unwetter auch in der Steiermark

Die Unwetter und Murenabgänge halten die steirischen Feuerwehren weiter auf Trab. Auch in der vergangenen Nacht wurden wieder mehrere Straßen durch Murenabgänge verlegt.

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Lebenslange Haft für Kindermörder in Deutschland

Für die Morde an den kleinen Buben Elias und Mohamed ist Silvio S. zur Höchststrafe verurteilt worden. Das Landgericht Potsdam verhängte heute lebenslange Haft und stellte die besondere Schwere der Schuld fest. Der Vorsitzende Richter sprach von „zwei unbegreiflichen Straftaten“.

Der Wachmann hatte den sechsjährigen Elias laut Urteil im Juli 2015 im Wohnblock seiner Familie in Potsdam entführt. Den vierjährigen Mohamed habe der 33-Jährige vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales im Oktober 2015 angesprochen und mitgenommen. Der Mann war Ende Oktober festgenommen worden. Die Mutter des Angeklagten hatte ihren Sohn auf Bildern von einer Überwachungskamera erkannt.

„Sie haben zwei Kinder entführt, ihrer Freiheit beraubt, sexuell missbraucht und nach unserer Erkenntnis vorsätzlich in der Absicht getötet, die vorausgegangenen Straftaten zu verdecken“, sagte der Vorsitzende Richter Theodor Horstkötter zur Begründung. Bei der Urteilsverkündung waren sowohl Elias’ Mutter und ihr Lebensgefährte als auch die Mutter und eine ältere Schwester Mohameds anwesend.

Australien: Schwere Misshandlungen in Jugendgefängnis

In einer Jugendstrafanstalt in Australien sind Teenager schwer misshandelt worden. Wachen attackierten Burschen im Alter von 14 bis 17 Jahren in einer Zelle mit Tränengas, andere Jugendliche wurden mit Kapuzen über dem Kopf an Stühle gefesselt oder geschlagen, wie ein Fernsehsender dokumentierte. Wieder andere wurden mehr als zwei Wochen fast rund um die Uhr in eine Einzelzelle ohne fließendes Wasser und Tageslicht gesperrt.

Regierungschef Malcolm Turnbull war empört und ordnete heute eine sofortige Untersuchung an. „Wie alle Australier bin ich schockiert“, sagte er dem Sender ABC.

Der Tränengas-Zwischenfall 2014 im Don Dale Centre in Darwin im äußerten Norden des Landes wurde bereits einmal untersucht. Die Behörden behaupteten aber, die Gefangenen hätten randaliert und der Einsatz sei nicht exzessiv gewesen. Der Sender zeigte nun Videoaufnahmen aus Überwachungskameras, die das widerlegten.

Kultur

„Tram 83“ - Mujilas prämiertes Romandebüt

Der kongolesische Autor Fiston Mwanza Mujila war heuer für den renommierten Preis Man Booker International nominiert - mit seinem international erfolgreichen Debütroman „Tram 83“. Dieser erscheint in den kommenden Tagen in deutscher Sprache. Seit 2009 lebt Mujila in Graz, bekannt wurde er zunächst als Lyriker. In seinen Texten, die er auf Französisch schreibt, zieht es ihn thematisch immer wieder in seine Heimat.

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Bayreuther Festspiele mit „Parsifal“ eröffnet

Überschattet von den jüngsten Bluttaten, sind gestern die 105. Bayreuther Festspiele unter strengen Sicherheitsvorkehrungen und ohne roten Teppich eröffnet worden. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte den traditionellen Staatsempfang nach der Aufführung abgesagt.

Neuinszenierung von Laufenberg

Zur Eröffnung stand Richard Wagners Oper „Parsifal“ in einer Neuinszenierung von Uwe Eric Laufenberg auf dem Spielplan. Laufenberg zeigt Wagners Spätwerk in sakraler Atmosphäre, aber auch mit Anspielungen an die Flüchtlingskrise. Er inszenierte das Werk äußerst religionskritisch. Laufenberg erhielt dafür fast ebenso viel Beifall wie der gefeierte Dirigent Hartmut Haenchen und die Sänger um Star Klaus Florian Vogt.

Das Geschehen im ersten Aufzug mit der Enthüllung des Heiligen Grals ist in einer Kirche angesiedelt. Dort stehen zunächst Feldbetten - einem Flüchtlingslager ähnlich. Später zoomt eine Kamera durch eine Öffnung in der Kuppel hinaus in eine Umgebung, wie sie in Syrien anzutreffen sein könnte, brennende Gebäude sind zu sehen.

Dirigent kurzfristig eingesprungen

Dirigent Haenchen dirigierte zügig, der erste Aufzug dauerte etwa eine Stunde und 40 Minuten. Haenchen war nach dem Rückzug von Andris Nelsons erst vor Kurzem am Pult eingesprungen. Georg Zeppenfeld sang den Gurnemanz, Ryan McKinny gab einen leidenden Amfortas.

Die Bayreuther Festspiele dauern bis zum 28. August. „Parsifal“ ist die einzige Neuinszenierung. Daneben stehen als Wiederaufnahmen auf dem Spielplan: der vierteilige „Ring des Nibelungen“ in einer Inszenierung von Frank Castorf, „Der fliegende Holländer“, inszeniert von Jan Philipp Gloger, sowie „Tristan und Isolde“ in der Deutung der Festspiel-Chefin Katharina Wagner.

Verschärftes Sicherheitskonzept

Das weltberühmte Festival wurde von einem großen Polizeiaufgebot gesichert. Einsatzkräfte patrouillierten am Festspielhaus, das von Absperrungen umgeben war. Die Taschen von Besuchern und Zaungästen wurden kontrolliert.

Schon vor Monaten hatten die Stadt Bayreuth und die Festspiele angesichts latenter Terrorgefahr bei Großveranstaltungen ein verschärftes Sicherheitskonzept erarbeitet. Es war mehrfach, unter anderem von Künstlern, kritisiert worden. Der kaufmännische Direktor Holger von Berg zeigte sich jedoch froh darüber: „Wir sind gut vorbereitet.“

Besucheransturm bei Ai-Weiwei-Ausstellung in Wien

Auf großes Besucherinteresse stößt derzeit die Schau des chinesischen Künstlers Ai Weiwei im 21er Haus in Wien. In den ersten beiden Wochen seit der Eröffnung hat man laut Aussendung bereits über 10.000 Besucher verzeichnet, das zum Belvedere gehörende Museum ändert daher seine Öffnungszeiten von fünf auf sechs Tage pro Woche.

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Erst gestern wurde bekannt, dass gegen Husslein-Arco eine Anzeige wegen Verdachts der Untreue eingebracht wurde. Neben unzulässig verrechneten Spesen geht es dabei auch um die Entlohnung der Mitarbeiter für private Dienste.

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Religion

Medien

Regierungskritische Journalistin in Türkei verhaftet

Nach dem Putschversuch in der Türkei ist die prominente regierungskritische Journalistin Nazli Ilicak einem Medienbericht zufolge festgenommen worden. Die Polizei habe Ilicak heute Früh im Ferienort Bodrum an der Ägäis-Küste in Gewahrsam genommen, meldete die Nachrichtenagentur DHA.

Ilicak gehört zu 42 Journalisten, deren Festnahme die Staatsanwaltschaft in Istanbul gestern im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen Medien aus dem Netzwerk des Predigers Fethullah Gülen angeordnet hatte. Die Regierung macht Gülen für den Putschversuch verantwortlich.

Ilicak war Ende 2013 von der regierungsnahen Zeitung „Sabah“ entlassen worden, als sie im Rahmen von Korruptionsermittlungen den Rücktritt mehrerer Minister der Regierungspartei AKP forderte. Die Regierung hält die damaligen Korruptionsermittlungen für ein Gülen-Komplott. Ilicak hatte unter anderem auch für die Zeitung „Bugün“ geschrieben, die den Gülen-Medien zugerechnet wurde. Die Regierung hatte „Bugün“ im vergangenen Jahr unter Zwangsverwaltung gestellt, auf AKP-Kurs gezwungen und später geschlossen.

Ab 2017 Amadeus Austrian Music Awards wieder im ORF

Die Amadeus Austrian Music Awards werden im kommenden Jahr wieder vom ORF übertragen: Nach zehn Jahren Pause, in denen der Musikpreis bei Puls 4 und ATV beheimatet war, wird die Preisverleihung am 4. Mai 2017 in ORF eins ausgestrahlt. Location für die Gala ist wie in den vergangenen Jahren das Wiener Volkstheater, teilten die Veranstalter mit.

Die Award-Show werde „live-zeitversetzt im zweiten Hauptabend“ übertragen. Für ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz ist das „ein weiteres Zeichen für unser großes Interesse an der Förderung österreichischer Talente“.

Dietmar Lienbacher, Präsident des veranstaltenden Verbands der Österreichischen Musikwirtschaft (IFPI), erhofft sich dadurch, „der vielfältigen österreichischen Musikszene zu einer noch größeren Bühne zu verhelfen“.

IT

Pokemon-Hype nutzt Nintendo wenig

Der Pokemon-Hype scheint ungebrochen, der Erfolg der Spiele-App entzückt die Anbieter. Die Downloadzahlen von „Pokemon Go“ schossen gleich zu Beginn durch die Decke. Und auch Nintendo setzte zum Höhenflug an. Der Kurs der Aktie hatte sich zeitweise verdoppelt. Nun aber die kalte Dusche für die Anleger: Nintendo wird aus der Euphorie weniger Profit schlagen können als angenommen. Andere Unternehmen hingegen können „Pokemon Go“ vielversprechend nutzen.

Mehr dazu in Nintendos Anleger werden enttäuscht

Leute

Ecclestones Schwiegermutter offenbar entführt

Die Schwiegermutter von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone, Aparecida Schunk (67), ist lokalen Medienberichten zufolge am Freitag in Brasilien entführt worden. Die Entführer fordern nach Angaben des Wochenmagazins „Veja“ 120 Mio. Real (33,2 Mio. Euro).

Der 85-jährige Ecclestone heiratete die 38-jährige Brasilianerin Fabiana Flosi 2012. Sein Vermögen wird laut US-Magazin „Forbes“ auf mehr als drei Mrd. Dollar geschätzt.