Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) drängt Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) dazu, dem Mandat an die EU-Kommission zu Verhandlungen mit Drittstaaten über die Ausweitung der Zinsbesteuerungsrichtlinie zuzustimmen.
Auf die Frage, ob er erwarte, dass Fekter morgen beim EU-Finanzministerrats zustimme, sagte Faymann heute im Ö1-Journal: „Grundsätzlich ja. Wir wünschen uns eine Reihe von Dingen, und eine Finanzministerin muss natürlich darauf achten, dass auch die technischen Abläufe in Ordnung sind.“
Zustimmung abhängig von Details
Also wird es eine Zustimmung geben? - Faymann: „Die Frage ist, welcher Text. Wenn der Text so ist wie wir ihn beschlossen haben, auf jeden Fall. Wenn es vom Text anders ist, steht vom Grundsatz her die Betrugsbekämpfung im Vordergrund. Ob eine Zustimmung in welchen Abläufen wann und was kommen wird, ist Sache der Finanzministerin.“ Fekter selbst hatte sich dazu am frühen Montagnachmittag in Brüssel vor Beginn des Euro-Finanzministertreffens noch nicht festlegen wollen.
Danach gebe es das Treffen der Regierungschefs, meinte der Kanzler in Bezug auf den EU-Gipfel kommende Woche: „Auf mich können Sie sich verlassen. Ich stimme der europäischen Betrugsbekämpfung auch mit einem Datenaustausch zu, weil ich dafür bin“, so Faymann.
"Euro-Gruppe mahnt Österreich
Euro-Gruppe-Chef Jeropen Dijsselbloem erwartet eine „konstruktive Haltung“ Österreichs im Streit über den automatischen Informationsaustausch über die Bankdaten von Steuerausländern in Europa. „Österreich ist immer konstruktiv, warten wir ab“, sagte Dijsselbloem vor Beratungen der Euro-Finanzminister in Brüssel.
Dijsselbloem sagte, er erwarte weitere Fortschritte beim Aufbau einer Bankenunion bis Sommer. Die von Deutschland in diesem Zusammenhang geforderte EU-Vertragsänderung könne zu einem späteren Zeitpunkt diskutiert werden. Das sollte die EU nicht von Fortschritten abhalten, verlangte der Niederländer.
Zu Slowenien sagte Dijjseelbloem, das Land werde seine weiteren Pläne zur Bewältigung der Finanzkrise darlegen. Die weiteren Reformschritte werde die EU-Kommission am 29. Mai beurteilen, wenn sie ihre Empfehlungen zu den Reformplänen aller EU-Staaten vorlege.