Inland

Grasser und Böhmdorfer Zeugen im U-Ausschuss

Der parlamentarische Korruptions-U-Ausschuss beschäftigt sich am Montag und Dienstag wieder mit umstrittenen Immobiliendeals. Wieder einmal als Auskunftspersonen zu Gast sind der Immobilienmakler Ernst Karl Plech, der Lobbyist Walter Meischberger und Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Ebenfalls aussagen soll Ex-Justizminister Dieter Böhmdorfer (FPÖ).

Das Beweisthema BUWOG und die Unterthemen Justizzentrum Wien Mitte, Terminal Tower und Immobiliengeschäft Nordbergstraße sollen nach den beiden Sitzungstagen so gut wie abgeschlossen sein.

„Was wor mei Leistung?“

Am Montag geht es zunächst um den Justiztower. Bei dem Deal in Böhmdorfers Amtszeit sollen Plech und auch Meischberger gut verdient haben. Konkret geht es um 607.476 Euro, die Plech dafür kassierte, dass u. a. das Wiener Handelsgericht im Herbst 2003 aus der Riemergasse in ein von der Porr gebautes Gebäude, den City Tower in Wien Mitte, umzog. Plech hatte das Gebäude für Porr an die Justiz vermittelt.

Am Nachmittag dreht es sich im Ausschuss um den Verkauf des Objekts Nordbergstraße 15 in Wien-Alsergrund durch die Telekom Austria an ein Porr-Konsortium. Kaufpreis waren 30,5 Mio. Euro, innerhalb von zwei Monaten wurde die Immobilie mit großem Gewinn weiterverkauft. Meischberger soll Provision kassiert haben. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde der Deal dank eines abgehörten Telefonats, in dem Meischberger von Plech wissen wollte, wofür er die 708.000 Euro offiziell kassiert hatte („Was wor mei Leistung?“).

Ex-Telekom-Chef Heinz Sundt soll erklären, warum nicht die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), die eigentlich das Objekt kaufen wollte, den Zuschlag erhalten hat. Von Martin Hübner von der BIG will Moser zuvor mehr über den Gesamtschaden im Zusammenhang mit der Nordbergstraße und dem Terminal Tower (siehe unten) wissen - die BIG sei wegen Einnahmenentfällen ja ständig Leidtragende gewesen.

Dritter Auftritt von Grasser

Prominent weiter geht es dann am Dienstag, wenn zunächst Plech und Meischberger zu den Immobiliengeschäften Nordbergstraße, Justiztower und Finanztower Linz befragt werden. Beide sind nicht zum ersten Mal im Ausschuss. Am Nachmittag hat Grasser seinen mittlerweile dritten Auftritt im U-Ausschuss, Themen sind Justiztower und Finanztower Linz.

Studiengebühren: ÖH gibt Anleitung zur Klage

Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) will mit einer Doppelstrategie beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) gegen die von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle propagierte autonome Einhebung von Studiengebühren durch die Unis vorgehen: Einerseits sucht sie derzeit aktiv Studierende, die im Rahmen einer Individualbeschwerde „bereit sind, mit uns vor den VfGH zu ziehen“.

Andererseits rät die ÖH allen anderen Beitragspflichtigen, Anträge auf Rückerstattung zu stellen, über die am Ende des Instanzenzugs ebenfalls der VfGH entscheiden muss. Auf einem Factsheet veröffentlichten die Studentenvertreter eine Anleitung zur Klage.

Bisher haben nur die Uni Wien, die Wirtschaftsuni, die Uni Graz, die Technische Uni Graz und das Mozarteum in Salzburg beschlossen, selbstständig die vom VfGH aufgehobene Regelung wieder einzuführen. Demnach müssen Nicht-EU-Bürger sowie Studenten, die mehr als zwei Semester über der Mindeststudiendauer liegen, 363,36 Euro pro Semester bezahlen. Laut den Unis müssen im Schnitt etwa 15 Prozent ihrer Studenten bezahlen.

VfGH-Reaktion „noch unsicher“

Schon ab der Kundmachung jener Verordnung, mit der die autonome Einführung von Studiengebühren festgelegt wird, können betroffene Studenten eine Individualbeschwerde direkt an den VfGH richten. Allerdings räumt selbst die ÖH ein, dass „noch nicht sicher ist, ob der VfGH diese (Individualbeschwerde, Anm.) zulassen wird, oder ob er auf den Weg der Bescheidbeschwerde verweist“.

Bescheidbeschwerden soll es nach dem Willen der ÖH allerdings ohnehin im großen Stil geben: Die ÖH rät dazu, die Studiengebühren jedenfalls einzuzahlen, auch wenn etwa die Uni Wien die Möglichkeit einer Stundung anbietet. Denn wer nicht bezahle, riskiere den Verlust der Zulassung und die nachträgliche Aberkennung von Prüfungen. Gleichzeitig fordern die Studentenvertreter dazu auf, Anträge auf Rückerstattung zu stellen.

„Rachefeldzug“-Vorwurf: Rektor Schmidinger wehrt sich

Das angekündigte Sparprogramm an der Universität Salzburg sieht die Hochschülerschaft als „persönlichen Rachefeldzug“ von Rektor Heinrich Schmidinger. Doch der wehrt sich entschieden gegen diesen Vorwurf. Er habe immer offen kommuniziert.

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OeBS-Skandal: Gelddrucker müssen Konten öffnen

In der Schmiergeldaffäre rund um die Gelddruckerei der Nationalbank (OeBS, Banknoten- und Sicherheitsdruck) lässt die Justiz Konten öffnen, um etwaige Kick-back-Zahlungen zu finden. Das berichtet der „Standard“ (Samstag-Ausgabe).

Schmiergeld für Syrien-Geschäfte?

Die Justiz geht dem Verdacht auf Schmiergeldzahlungen für Geschäfte in Aserbaidschan und Syrien nach. Primär gehe es um Bankverbindungen der beschuldigten Ex-OeBS-Manager, der beiden involvierten Anwälte und des Agenten N. S. Er sei für Gelddruckerei und Münze Österreich AG im arabischen Raum tätig gewesen „und erhielt dafür ein monatliches Entgelt von 6.500 Euro - für derzeit noch nicht nachvollziehbare Leistungen“, wie die Zeitung aus der „Anordnung zur Auskunftserteilung“ des Staatsanwalts an die Bankenverbände zitiert.

Von Konten des Anwalts K. A. und der panamesischen Briefkastenfirma Venkoy waren Millionen in bar behoben worden. Über Venkoy flossen, so der Vorwurf, von 2005 bis 2011 rund 16 Mio. Euro an „hohe Entscheidungsträger“ für aserbaidschanische und syrische Aufträge. Die OeBS-Manager sollen 20 Prozent (14 Prozent in Syrien) auf die Preise für die Banknoten aufgeschlagen haben und auf Venkoy-Konten überwiesen haben. „Zur Verschleierung der Zahlungshintergründe“ wurden laut Justiz rückdatierte Verträge geschlossen.

Geld in Plastiksackerln übergeben

Eine beschuldigte Ex-OeBS-Managerin hat den Zeitungsinformationen zufolge ausgesagt, sie habe das Geld sofort in bar an Diplomaten und hohe Entscheidungsträger aus Aserbaidschan und Syrien übergeben und in Plastiksackerln verstaut. Da „hierfür naturgemäß kein Nachweis existiert, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Teile der (...) Beträge auch an die handelnden Personen in der OeBS zurückgeflossen sind“, so der Staatsanwalt laut „Standard“. Anwalt A., der für seine Dienste kassiert haben soll, habe inzwischen Selbstanzeige bei der Finanz erstattet.

Als Beschuldigte werden auch alle OeBS-Aufsichtsratsmitglieder unter OeNB-Vizegouverneur Wolfgang Duchatczek geführt. Die Ermittlungen gegen die Kontrollore OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny und Direktoriumsmitglied Peter Zöllner wurden aber bereits eingestellt. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Freispruch für Balluch nach Protestaktion

Der Tierschützer und Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VGT), Martin Balluch, ist nach der Besetzung der niederösterreichischen Landwirtschaftskammer freigesprochen worden. Das Gericht übte Kritik an der Rechtfertigung Balluchs.

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ÖVP-Kritik an Innsbrucker Bürgermeisterin

Kritik von vielen Tiroler ÖVP-Politikern muss die Innsbrucker Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI - Liste Für Innsbruck) einstecken. Neben Franz Fischler gibt es auch von FI-Gründer Herwig van Staa und AK-Präsident Erwin Zangerl Kritik.

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Ausland

Griechisches Parlament aufgelöst: Wahlen am 17. Juni

Das griechische Parlament ist erwartungsgemäß heute Vormittag aufgelöst worden. Staatspräsident Karolos Papoulias unterzeichnete ein entsprechendes Dekret. Wie das Staatsradio weiter berichtete, werden die Wahlen wie geplant am 17. Juni stattfinden.

Die erst vor zwölf Tagen gewählte Volksversammlung musste gestern zunächst formell ein Präsidium und andere Gremien wählen, um gemäß der Verfassung aufgelöst werden zu können. Alle Bemühungen für die Bildung einer Koalitionsregierung nach den Wahlen am 6. Mai waren zuvor gescheitert. Es sei das kurzlebigste Parlament seit dem Zweiten Weltkrieg in Griechenland, berichteten griechische Medien.

Frankreichs Präsident Hollande auf Gipfeltour

Die europäische Schuldenkrise ist auch beim Gipfeltreffen der acht führenden Wirtschaftsmächte in Camp David, dem Feriendomizil des US-Präsidenten, dominierendes Thema. Wenige Stunden bevor der Gipfel gestern Abend begann, machte Frankreichs neuer Präsident Francois Hollande US-Präsident Barack Obama seine Aufwartung.

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G-8-Gipfel gestartet: Euro-Krise Topthema

Die Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten westlichen Industriestaaten und Russlands haben ihre Beratungen in Camp David begonnen. Bei dem zweitägigen Treffen geht es um die Eurokrise sowie um die schwache Weltkonjunktur. Vor allem Obama will auf weitere Wachstumsimpulse drängen. Weitere Themen in Camp David sind der Kampf gegen den Hunger sowie der Klimaschutz.

Frankfurt: Höhepunkt der „Blockupy“-Proteste erwartet

Mit einer Großdemonstration durch die Frankfurter Innenstadt sollen die kapitalismuskritischen Protesttage heute ihren Höhepunkt erreichen. Zu der einzigen erlaubten Demonstration der „Blockupy“-Aktivisten in der Bankenstadt Frankfurt erwarten die Veranstalter bis zu 20.000 Teilnehmer. Die Polizei rechnet mit gewaltsamen Ausschreitungen.

Bereits seit Mittwoch waren trotz eines Verbots der Stadt immer wieder Demonstranten durch Frankfurt gezogen und hatten zeitweise zentrale Plätze in der Innenstadt besetzt. Mehr als 600 Aktivisten wurden von der Polizei vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Die „Blockupy“-Anhänger protestieren gegen die Macht der Banken und die europäische Sparpolitik. Der Begriff „Blockupy“ setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern „block“ (blockieren) und „occupy“ (besetzen).

Von Griechen Euro-Abstimmung gefordert? Berlin dementiert

Nach Angaben der griechischen Regierung soll die deutsche Kanzlerin Angela Merkel Griechenland ein Referendum über den Verbleib des Landes in der Euro-Zone vorgeschlagen haben. Während der mutmaßliche Vorstoß aus Deutschland in Griechenland für Empörung sorgt, kam gestern aus Berlin umgehend ein Dementi. Eine Regierungssprecherin sagte laut dpa, dass Merkel nie einen solchen Vorschlag gemacht habe. „Diese Berichte treffen nicht zu.“

Zuvor teilte das Büro des griechischen Interimspremier, Panagiotis Pikrammenos, mit, dass Merkel dem griechischen Staatspräsidenten Karolos Papoulias vorgeschlagen habe, die Abstimmung gleichzeitig mit der Parlamentswahl am 17. Juni zu organisieren. „Es ist wahr“, so Regierungssprecher Dimitris Tsiodras laut dpa. Alle griechischen Parteien seien informiert worden.

„Falsche Nachricht zur falschen Stunde“

Die griechischen Parteien reagierten empört auf die Mitteilung ihrer Regierung. Die konservative Nea Dimokratia erklärte: „Das griechische Volk braucht kein Referendum, um zu beweisen, dass es im Euro-Land bleiben will. Das griechische Volk verdient aber den Respekt seiner Partner.“ Der heutige Vorschlag von Merkel sei die falsche Nachricht zur falschen Stunde.

Aus Kreisen der Sozialisten hieß es, Referenden würden grundsätzlich nicht vom Ausland vorgeschlagen. Die Kommunistische Partei nannte den angeblichen Vorschlag Merkels eine „Erpressung“. „Frau Merkel interveniert grob in die Angelegenheiten des Landes“, sagte auch Nikos Hountis, Abgeordneter der Linksradikalen, im griechischen Fernsehen.

Matrosen angeklagt: Rom ruft Botschafter aus Indien zurück

Aus Protest gegen eine drohende Mordanklage gegen zwei italienische Marinesoldaten hat die Regierung in Rom ihren Botschafter aus Indien zurückgerufen. Wie das Außenministerium gestern mitteilte, wurde Botschafter Giacomo Sanfelice zu Konsultationen nach Rom beordert. Die Soldaten werden beschuldigt, im Februar zwei indische Fischer erschossen zu haben.

Fischer mit Piraten verwechselt

Die Soldaten hatten vor der indischen Küste einen italienischen Öltanker bewacht und die Fischer mit Piraten verwechselten. Nun sollen sie im Bundesstaat Kerala auf Initiative der Polizei des Mordes und des versuchten Mordes angeklagt werden.

Im April hatten sich die Hinterbliebenen der Opfer mit Italien außergerichtlich auf eine Zahlung von umgerechnet je 144.000 Euro Entschädigung geeinigt. Dafür ließen sie ihre Klage fallen. Die indischen Behörden bestanden jedoch auf einem Gerichtsverfahren. Die Italiener argumentierten, der Fall unterliege nicht der indischen Gerichtsbarkeit, weil sich der Vorfall in internationalen Gewässern zugetragen habe.

Sport

Eishockey-WM: Russland will Revanche an Finnen

Bei der Eishockey-WM in Finnland und Schweden steht der Showdown um die Medaillen an. Die heutigen Semifinal-Partien in Helsinki bergen reichlich Brisanz: Russland will sich gegen Finnland für das Aus im Vorjahr im Halbfinale revanchieren und dem Gastgeber damit ausgerechnet in der eigenen Hartwall Arena die Titelverteidigung vereiteln. Und der slowakische Headcoach lässt für das „Bruderduell“ gegen Tschechien seine eigene Geburtstagsparty in Prag sausen. „Das muss jetzt ohne mich stattfinden“, sagte Vladimir Vujtek.

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Wirtschaft

Bespitzelung: Kündigungen bei Ikea Frankreich

Bei Ikea Frankreich wurden offensichtlich über längere Zeit Bewerber ausspioniert. Auch zu Kunden, mit denen es Streitfälle gab, sollen Ermittlungen stattgefunden haben. Ikea-Mitarbeiter scheinen dabei Kontakte zur Polizei genutzt zu haben. Nach Abschluss interner Ermittlungen soll Ikea teils hochrangige Mitarbeiter gekündigt haben.

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EU prüft offenbar Hilfen für Autoindustrie

Zum Ärger der deutschen Konkurrenz kommen Autokonzerne aus Italien und Frankreich einem Medienbericht zufolge in ihrem Bemühen um europäische Hilfen zum Abbau ihrer Überkapazitäten voran. Die EU-Kommission prüfe den Einsatz von Fondsgeldern bei der Schließung von Werken, berichtete die „Welt am Sonntag“ im Voraus aus ihrer nächsten Ausgabe.

„Wir werden auf die Wünsche der Industrie hören“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission dem Blatt. „Warum sollen allein die Banken billiges Geld bekommen, nicht aber die Industrie?“, sagte dem Bericht zufolge zudem ein zuständiger EU-Beamter.

Kritik in Deutschland

Kritisiert wurden die Pläne in der deutschen Branche: „Nun sollen die in der Branche, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, mit dem Geld der Steuerzahler aufgepäppelt werden“, sagte ein Automanager dem Blatt. Auch ein anderer Vertreter sagte: „Hier geht es darum, einem Teil der europäischen Hersteller unter die Arme zu greifen - jenen, die sich nicht aus eigener Kraft saniert haben. Dafür fehlt uns das Verständnis.“

Konzerne wie Fiat und Peugeot Citroen leiden als Massenhersteller besonders stark unter der Schwäche des südeuropäischen Marktes wegen der Schuldenkrise. Dagegen erhält das Geschäft von Volkswagen und Oberklasse-Herstellern wie Daimler und BMW viel Schwung aus China. Unter Führung von Fiat-Chef Sergio Marchionne bemüht sich der europäische Branchenverband ACEA seit Frühjahr darum, den Abbau von Überkapazitäten mit Geld aus Brüssel sanfter zu gestalten.

Repsol kündigt Gaslieferverträge nach Argentinien

Nach der Zwangsverstaatlichung eines Tochterunternehmens hat der spanische Ölkonzern Repsol Verträge zur Belieferung Argentiniens mit Flüssigerdgas aufgekündigt. Das geht aus Dokumenten hervor, die Reuters gestern vorlagen.

Argentinien ist von den Flüssigerdgasimporten abhängig, um 20 bis 30 Prozent seines inländischen Erdgasverbrauchs zu decken. Das südamerikanische Land muss sich nun schnell nach einem neuen Lieferanten umschauen, um Engpässe zu vermeiden. In einem vom 17. Mai datierten Schreiben wirft Repsol dem argentinischen Staatskonzern Enarsa vor, den Vertrag gebrochen zu haben.

Im Kampf um milliardenschweren Schadenersatz von Argentinien wegen der Zwangsverstaatlichung seiner Tochter YPF hat Repsol bereits die Weltbank eingeschaltet. Repsol startete bei der Organisation das dazu erforderliche Schlichtungsverfahren, das sich über Jahre hinziehen kann. Repsol fordert von Argentinien mehr als zehn Milliarden Dollar. Vergangenen Monat beschloss die Regierung in Buenos Aires, 51 Prozent der Anteile an der argentinischen YPF zu übernehmen. Zuvor gehörten Repsol 57 Prozent.

Fitch stuft fünf griechische Banken herab

Nach der Herabstufung der griechischen Kreditwürdigkeit am Vortag hat die Ratingagentur Fitch entsprechend die Bonitätsnoten von fünf hellenischen Banken gesenkt. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, wurden die Ratings für die National Bank of Greece sowie Efg Eurobank Ergasias, Alpha Bank, Piraeus Bank und Agricultural Bank of Greece von der Note „B-“ auf „CCC“ reduziert.

Das ist die niedrigste Stufe vor dem Zahlungsausfall („Default“). Die Banken hatten schwere Verluste auch wegen des Schuldenschnitts verbucht.

Tags davor hatte Fitch bereits die Kreditwürdigkeit des griechischen Staats auf diese Note herabgestuft. Die Bonitätswächter begründeten ihre Entscheidung mit dem Risiko eines Austritts aus der Euro-Zone und einem möglichen Staatsbankrott.

Initiative gegen eingeplanten Geräteverschleiß

Steckt System dahinter, dass vor allem elektrische Geräte oft nur solange halten, bis Gewährleistungs- oder Garantiefristen verstrichen sind? In vielen Fällen ist das so, sagt Stefan Schridde, Berliner Betriebswirt, der mit „Murks? Nein, danke!“ eine Verbraucherinitiative gestartet hat, die sich dem Kampf gegen das eingebaute Verfallsdatum verschrieben hat. Die Botschaft: Konsumenten müssen die geplante Obsoleszenz nicht hinnehmen.

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Chronik

Villacher Bauunternehmer entführt

Ein 34-jähriger Villacher Bauunternehmer ist gestern entführt worden. Der Mann befindet sich in den Händen slowenischer Ex-Mitarbeiter, die ihren ausstehenden Lohn haben wollen. Sie verschleppten den Mann nach Ljubljana und drohten, ihn umzubringen.

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Bus mit Hooligans auf A2 gestoppt

Ein Autobus aus Linz mit randalierenden Fußballfans ist gestern Abend von der Polizei auf der Südautobahn bei Wolfsberg (A2) in Kärnten angehalten worden. Die Hooligans wurden mit einer Polizeieskorte zurück nach Linz geschickt.

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Häuser nach Hangrutsch beschädigt

In Steyr in Oberösterreich bangen mehrere Familien um ihre Häuser. Nach einem Hangrutsch wurden zwei Häuser so stark beschädigt, dass sie evakuiert werden mussten. Bei zwei weiteren Gebäuden wurden ebenfalls massive Schäden festgestellt.

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Baby-Misshandlung: 42-Jähriger im Visier

Im Fall des neun Monate alten Babys, das wegen Knochenbrüchen in den Beinen behandelt werden musste, konzentrieren sich die Ermittlungen in Salzburg laut Staatsanwaltschaft auf den Lebensgefährten der Mutter.

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NÖ: Lkw mit Fahrern und Millionenfracht entführt

Eine spektakuläre Entführung hat sich in der Nacht auf gestern auf einem Autobahnparkplatz bei Heiligenkreuz (Niederösterreich) auf der Wiener Außenring-Autobahn (A21) abgespielt. Zwei Lkw-Chauffeure sollen samt ihrer Millionenladung entführt worden sein.

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Hallenbad nach Chlorgasaustritt evakuiert

Wegen eines gefährlichen Chlorgasaustrittes ist gestern Nachmittag das Hallenbad in Neunkirchen (Niederösterreich) evakuiert worden. Gut hundert Menschen, darunter viele Kinder, wurden in Sicherheit gebracht. Es wurde niemand verletzt.

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Russisches Munitionsdepot explodiert - 1.800 auf der Flucht

Nach einem Brand in einem Munitionsdepot der russischen Armee sind rund 1.800 Einwohner der umliegenden Ortschaften in Sibirien in Sicherheit gebracht worden. Der Brand sei aus zunächst ungeklärter Ursache heute gegen 8.20 Uhr (MESZ) in dem rund 280 Kilometer nordöstlich von Wladiwostok gelegenen Depot ausgebrochen, erklärte eine Sprecherin des Katastrophenschutzministeriums. Zwei Soldaten wurden demnach verletzt.

Brand konnte nicht gelöscht werden

Die Einwohner aus vier Dörfern mit einer Gesamtbevölkerung von 1.800 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Den Rettungskräften sei es zunächst nicht gelungen, das Feuer in dem Depot zu löschen, in dem 489 Waggons mit Granaten aus der Sowjet-Zeit gelagert seien, sagte die Sprecherin.

Es habe eine unkontrollierbare Kette von Explosionen gegeben, die auch Stunden später nicht habe gestoppt werden können. Wegen der Explosionen wurde auch der transsibirische Zugverkehr unterbrochen.

In Munitionsdepots der russischen Armee kommt es immer wieder zu Bränden und Explosionen. Grund sind die oftmals unzureichenden Lagerbedingungen. Erst Anfang Mai waren bei der Explosion von Munition in der zentralrussischen Region Nischni Nowgorod sechs Soldaten getötet worden.

Religion

Katholikentag: Mannheim wagt den Aufbruch

Seit Mittwochabend steht Mannheim in Baden-Würtenberg ganz im Zeichen des 98. Katholikentages. Unter dem Motto „Einen neuen Aufbruch wagen“ sollen bis einschließlich morgen 1.200 Einzelveranstaltungen für 60.000 Besucher über die Bühne gehen. An Konfliktpotenzial mangelt es der Veranstaltung nicht.

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Licht ins Dunkel

„Licht ins Dunkel“-Team startet beim Ironman 2012

Auch 2012 wird sich wieder ein „Licht ins Dunkel“-Team den Herausforderungen des sportlichen Großevents Ironman Kärnten am 1. Juli stellen und versuchen, das vorjährige Ergebnis zu toppen.

Bereits bei der halben Ironman-Distanz, dem Ironman 70.3, am 20. Mai in St. Pölten gehen neben den Weltstars Faris al-Sultan und Andreas Raelert die „Licht ins Dunkel“-Teammitglieder Christina Lechner, Markus Ackerl, Stefan Amon und ORF-Niederösterreich-Marketingchef Michael Battisti an den Start, um sich sportlich gut vorzubereiten und natürlich auch, um sich als Botschafter für die Anliegen von „Licht ins Dunkel“ einzusetzen.

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Kultur

Dänisches Modell Aarhus: Popkultur als Imagefaktor

Städte in Randlage und ohne die Last großer, alter Kulturdenkmäler können ihren scheinbaren Standortnachteil in einen Standortvorteil verwandeln. Das dänische Aarhus hat in den letzten Jahren vorgezeigt, wie man mit der Popkultur sein internationales Image neu zu bestimmen vermag. Über Aarhus steuert Dänemark sein jüngstes Exportgut: die Musik.

Aarhus, eine Stadt mit knapp 50.000 Studenten, bietet gerade dem dänischen Pop-Wunder Auftrittsmöglichkeiten wie kaum ein anderer Ort. Mittlerweile lässt sich auch Österreich von diesem Modell aus der Mitte Jütlands inspirieren.

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US-Band Van Halen verschiebt über 30 Konzerte

Die Hardrocker von Van Halen haben mehr als 30 Konzerte ihrer Nordamerika-Tour verschoben. Wie eine Sprecherin der Band gestern dem US-Sender CNN bestätigte, wird die Band nach ihrem Auftritt in New Orleans am 26. Juni die Tournee unterbrechen. Gründe nannte sie nicht. Auch Ersatztermine wurden bisher nicht bekanntgegeben.

Zum 40-jährigen Bestehen der Band in diesem Jahr hatten die Musiker um Gitarrist Eddie Van Halen Ende Dezember auf ihrer Website eine Konzertserie angekündigt.

Lifestyle

Naomi Campbell besucht Life Ball

Der Life Ball ist um einen prominenten Gast reicher. Wie die Organisatoren bekanntgaben, wird das ehemalige Supermodel Naomi Campbell das Fest heute Abend besuchen. Erst gestern wurde Hollywood-Star Sean Penn angekündigt.

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Leute

Spanische Königin sagt aus Protest Essen mit Queen ab

Aus Protest gegen einen bevorstehenden Besuch des britischen Prinzen Edward in Gibraltar hat Spaniens Königin Sofia ihre Reise zum Thronjubiläum der Queen nach London abgesagt. Nach Auffassung der Regierung in Madrid ist der Besuch „unter den gegenwärtigen Umständen nicht angebracht“, hieß es aus Kreisen des spanischen Königshauses.

Sofia sollte eigentlich heute an einem Mittagessen der Queen teilnehmen. Ihr Mann, König Juan Carlos, hatte schon nach seinem Unfall bei einer umstrittenen Elefantenjagd in Botsuana angekündigt, dass er nicht nach London fliegen werde.

Die Regierung des spanischen Ministerpräsidenten, Mariano Rajoy, hatte jüngst ihr Missfallen darüber geäußert, dass Prinz Edward und seine Frau Sophie anlässlich des diamantenen Thronjubiläums von Königin Elizabeth II. im Juni Gibraltar besuchen wollten. Spanien fordert seit mehr als 300 Jahren die Rückgabe der britischen Kolonie im Süden der iberischen Halbinsel. Prinz Edward ist der jüngste Sohn der Queen.

Gästeliste sorgt für Wirbel

Zu dem Mittagessen auf Schloss Windsor kam unter anderem der japanische Kaiser Akihito, der schon als Kronprinz bei der Krönung der Queen 1953 dabei war. Neben dem norwegischen König Harald V. und der niederländischen Königin Beatrix hatten auch die Monarchen aus Brunei, Kuwait, Katar und Saudi-Arabien zugesagt.

Umstritten war die Einladung an Bahrains König Hamad. In dem Golfstaat wurde im Frühjahr 2011 eine Protestbewegung gegen die Monarchie gewaltsam niedergeschlagen. Das britische Außenministerium stimmte der Einladung jedoch zu. Das 60. Thronjubiläum der Queen sei keine „politische Veranstaltung“, sagte ein Sprecher. Der frühere Europaminister Denis MacShane kritisierte dagegen, die Queen dürfe nicht „mit einem Despoten zu Mittag essen“.

In London gab es zudem Proteste gegen den Besuch des Königs von Swasiland, der in seinem bitterarmen Land im südlichen Afrika ein verschwenderisches Jetset-Leben führt.