Neonazi-Terror: Gutachten sieht Zschäpe als Brandstifterin
Ein kriminaltechnisches Gutachten hat die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe offenbar als Brandstifterin von Zwickau überführt. Chemiker des Landeskriminalamts (LKA) Sachsen hätten in Zschäpes Socken Rückstände nachgewiesen, die höchstwahrscheinlich von Benzin stammten, berichtete das Magazin „Focus“.
Auch in Resten der ausgebrannten Wohnung - etwa in Teppichen, Sitzpolstern und im Holzfußboden - habe der Experte Spuren von Kraftstoff gefunden.
Brand sollte Beweise vernichten
Die Socken waren laut „Focus“ am 8. November sichergestellt worden, nachdem Zschäpe sich freiwillig bei der Polizei gemeldet hatte. Die 37-Jährige soll nach dem Tod ihrer Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am 4. November die Wohnung des Trios angezündet haben, um Beweise zu vernichten. Laut Bundesanwaltschaft bildeten die drei Rechtsradikalen die Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), die für mindestens zehn Morde verantwortlich sein soll.
Ein vom Bundeskriminalamt (BKA) rekonstruiertes Adressbuch, das als „Feindesliste“ angelegt und in der ausgebrannten Wohnung des Neonazi-Trios gefunden worden war, enthält dem Bericht zufolge die Namen von NPD-Gegnern und ranghohen Ermittlern von Polizei und Verfassungsschutz.