Ausland

Israel setzte als erstes Land F-35-Jets im Kampf ein

Das modernste Kampfflugzeug der Welt, die F-35 des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin, ist nach israelischen Angaben erstmals im Kampfeinsatz verwendet worden. „Wir sind die Ersten weltweit, die die F-35 im operativen Einsatz verwenden“, teilten die israelischen Streitkräfte heute auf Twitter mit.

Wann und wo die Flugzeuge zum Einsatz kamen, wurde nicht erwähnt. Allerdings kommentierte gleichzeitig der Kommandeur der Luftwaffe, General Amikam Norkin, israelische Luftangriffe in Syrien vor zwei Wochen. Die israelische Luftwaffe reagierte damals nach eigenen Angaben auf einen iranischen Raketenangriff aus Syrien mit schweren Attacken auf iranische Ziele.

F35 Kampfjet

APA/AFP/Jack Guez

„Die Iraner haben 32 Raketen abgefeuert, wir fingen vier davon ab, und der Rest schlug außerhalb von israelischem Gebiet ein“, zitierte die Armee Norkin auf Twitter. Mehr als 100 Flugabwehrraketen seien bei den israelischen Angriffen auf israelische Flugzeuge abgefeuert worden.

100 Millionen Dollar pro Stück

Israel erhielt erstmals Ende 2016 mehrere F-35. Damals hieß es, Israel soll bis Ende des Jahrzehnts über 50 dieser Tarnkappenjets verfügen. Die in drei Versionen - auch als Senkrechtstarter - gebaute F-35 ist das teuerste Waffensystem der USA und steht wegen der Kosten in der Kritik. Jedes Flugzeug kostet 100 Millionen Dollar.

Zweifel an Lebenslauf von Italiens Premieranwärter

Er ist noch nicht im Amt, schon kommen Zweifel auf: Der Kandidat für das Amt des italienischen Regierungschefs, der Jurist Giuseppe Conte, sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, sein Lebenslauf weise Ungereimtheiten auf.

Conte hatte darin Universitäten auf der ganzen Welt aufgelistet, darunter auch die New York University (NYU). Eine Sprecherin sagte der „New York Times“ allerdings, ein Giuseppe Conte sei weder Student noch Angehöriger einer Fakultät gewesen. Der Universitätsprofessor ist von der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung und der rechtspopulistischen Lega vorgeschlagen worden.

Sprachkenntnisse „perfektioniert“

Die Fünf-Sterne-Bewegung erklärte zu den Vorwürfen, Conte habe an keiner Stelle geschrieben, Kurse oder Master an der Universität absolviert zu haben. Er habe in New York lediglich seine Englischkenntnisse „perfektioniert und aufgefrischt“.

Conte sei ein hochkompetenter Jurist. „Paradoxerweise wird das zu einer Schuld gemacht. Das bestätigt die Sorge, die man vor dieser Regierung des Wechsels in Italien hat“, kommentierte die Fünf-Sterne-Bewegung.

Die Entscheidung über die neue Regierung lässt weiter auf sich warten. Nach Angaben aus dem Präsidentenpalast in Rom will Staatspräsident Sergio Mattarella heute noch nicht darüber entscheiden, ob er Contes Ernennung zustimmt. Er habe Zweifel an der Entscheidungsgewalt des Politikneulings. Zudem fordere er Garantien, dass die neue Regierung europäische Verpflichtungen und internationale Bündnisse respektiert.

Mehr dazu in Mattarella muss Regierungsauftrag erteilen

Schweden verteilt Flugblätter zu Kriegs- und Krisenfall

Erdäpfel, Milchpulver und mindestens drei Liter Wasser pro Person und Tag - das sollte man in Schweden nach einer neuen Regierungsbroschüre für den Krisen- und Kriegsfall immer im Haus haben. Entsprechende Ratschläge der Zivilschutzbehörde werden seit dieser Woche an rund 4,8 Millionen schwedische Haushalte verschickt.

„Diese Broschüre soll uns helfen, besser vorbereitet zu sein auf alles von ernsten Unfällen, extremem Wetter und IT-Attacken bis zu militärischen Konflikten“, so die Behörde. Obwohl Schweden sicherer sei als viele andere Länder, seien Sicherheit und Unabhängigkeit bedroht.

„Jeder ist verpflichtet“

Die 20-seitige Broschüre enthält nicht nur eine Checkliste mit Tipps zu Essen, Wasser, Wärme und Kommunikation, sondern auch Informationen zu Alarmsignalen und Schutzkellern. Schwedens Militär wird erklärt - und auch, dass jeder Einwohner zwischen 16 und 70 Jahren im Ernstfall zur Hilfe einbestellt werden kann.

„Jeder ist verpflichtet, etwas beizutragen, und jeder wird gebraucht“, heißt es. Gewarnt wird vor falschen Informationen, mit denen Staaten und Organisationen Werte und Leben der Bevölkerung zu beeinflussen versuchten.

Ähnliche Informationen hatte Schweden bereits zwischen 1943 und 1961 an die Bevölkerung verteilt.

Kriegsverbrechen: Palästinenser rufen Weltstrafgericht an

Die Palästinenser werfen Israel Kriegsverbrechen vor und haben den Fall dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag übergeben. Damit ist ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen Israel einen Schritt näher gekommen. Außenminister Riad Malki forderte heute die Anklage auf, „unverzüglich“ ein Verfahren einzuleiten. Chefanklägerin Fatou Bensouda muss nun darüber entscheiden.

Die Palästinenser wollen, dass die Anklage wegen „Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ ermittelt. Dabei geht es um den illegalen Siedlungsbau im Westjordanland und Ostjerusalem, die Zerstörung palästinensischer Häuser und das „rechtswidrige Töten von unbewaffneten palästinensischen Demonstranten“.

Der palästinensische Außenminister übergab den Fall in Den Haag offiziell an das Gericht. „Wir drängen den Internationalen Gerichtshof dazu, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen und solche umfassenden und abscheulichen Kriegsverbrechen zu untersuchen.“

Israel betrachtet Den Haag dagegen als nicht zuständig - weder sei Israel Mitglied des Tribunals noch seien die palästinensischen Autonomiegebiete ein Staat.

Deutschland: Puigdemont bleibt auf freiem Fuß

Der katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont bleibt in Deutschland auf freiem Fuß. Das Oberlandesgericht (OLG) Schleswig-Holstein lehnte heute einen Antrag der Generalstaatsanwaltschaft ab, den früheren Regionalpräsidenten wieder in Auslieferungshaft zu nehmen. Der Strafsenat sieht keine erhöhte Fluchtgefahr - anders als die Staatsanwaltschaft.

Die spanische Justiz wirft Puigdemont Rebellion und Veruntreuung öffentlicher Mittel vor. Hintergrund ist das Unabhängigkeitsreferendum vom Oktober 2017. Es wurde abgehalten, obwohl die Zentralregierung und Gerichte es als verfassungswidrig eingestuft hatten.

Neue Informationen aus Spanien

Der frühere Regionalpräsident war am 25. März auf der Rückfahrt von Skandinavien nach Belgien in Schleswig-Holstein festgenommen worden. Der 55-Jährige betrachtet sich als politisch Verfolgten, der kriminalisiert werde.

Anlass für den Antrag der Generalstaatsanwaltschaft, ihn in Auslieferungshaft zu nehmen, waren neue Informationen der spanischen Behörden. Insbesondere geht es um Videos, die Gewalt gegen spanische Polizisten zeigen.

„Die Ausschreitungen hatten ein solches Ausmaß, dass die Generalstaatsanwaltschaft davon ausgeht, dass auch wegen des Vorwurfs der Rebellion auszuliefern ist“, heißt es in deren Mitteilung. Nach deutschem Recht käme nicht nur eine Strafbarkeit wegen Hochverrats, sondern auch wegen Landfriedensbruchs in einem besonders schweren Fall in Betracht.

Tauziehen geht weiter

Am 5. April hatte das OLG den Vorwurf der Rebellion für den Haftbefehl hingegen als „von vorneherein unzulässig“ erklärt. Für Hochverrat als Pendant im deutschen Recht zur Rebellion fehle es am Merkmal der Gewalt.

Das juridische Verfahren um eine Auslieferung des katalanischen Separatistenführers geht damit weiter. Derzeit bereitet die Generalstaatsanwaltschaft einen Antrag vor, die Auslieferung Puigdemonts für zulässig zu erklären. Darüber muss dann erneut das OLG entscheiden. Grundlage für die Festnahme war ein von Spanien erlassener Europäischer Haftbefehl.

Puigdemont war Ende März zunächst in die Justizvollzugsanstalt Neumünster in Gewahrsam gekommen. Am 5. April erließ das OLG Auslieferungshaftbefehl, ordnete aber unter Auflagen Haftverschonung an. Diese gelten weiter.

Inland

Bundespräsident und NGOs für Sozialmaßnahmen

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat sich heute in einer Pressekonferenz gemeinsam mit Vertretern von Hilfsorganisationen in der Sozialpolitik für „evidenzbasierte“ Maßnahmen ausgesprochen. Man müsse sich Gesetze dahingehend genau anschauen und dürfe bei deren Erstellung nicht einzelne „Anekdoten“ heranziehen, sagte er in einer Einrichtung des Roten Kreuzes in Baden.

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Pflegeregress: Neue Unstimmigkeiten bezüglich Kosten

Nur wenige Tage nach der Einigung zwischen Bund und Ländern auf die Finanzierung der Abschaffung des Pflegeregresses gibt es ein neuerliches Geplänkel um die Pflegekosten. Die Stadt Wien sieht in den vom Bund zugesagten Mitteln zur Pflegefinanzierung auch die Kosten für „alternative Wohnformen“ inbegriffen und widerspricht damit Aussagen von Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP).

Bund und Länder hatten sich nach einem monatelangen Streit am Freitag darauf geeinigt, dass der Bund den Ländern heuer 340 Millionen Euro für den Entfall des Pflegeregresses, mit dem bis 2017 auf das Vermögen von Pflegebedürftigen zugegriffen wurde, zur Verfügung stellt.

Höchstbetrag 340 Millionen Euro

In der der APA vorliegenden Einigung heißt es wörtlich: „Für das Jahr 2018 ersetzt der Bund den Ländern die durch die Abschaffung des Pflegeregresses entstehenden Einnahmenausfälle, Kosten für Menschen mit Behinderung und Entfall der Selbstzahler gemäß Endabrechnung der tatsächlichen Kosten pro Bundesland, wobei derzeit von einem Höchstbetrag von 340 Mio. Euro ausgegangen wird.“

Die Länder hatten ursprünglich die ihnen 2018 entstehenden Kosten mit 470 Mio. Euro angegeben. Der Vorarlberger Landeshauptmann Wallner erklärte am Freitag den Unterschied damit, dass alternative Wohnformen eingerechnet worden seien, diese aber nicht berücksichtigt werden.

Der Chef des Fonds Soziales Wien (FSW), Peter Hacker, widersprach dem gestern. Für Wien seien die „alternativen Wohnformen“ sehr wohl berücksichtigt. Aus dem Finanzministerium hieß es heute auf Anfrage, dass es „für Wien keine Ausnahme gibt“.

Frage der Definition

Bei der Debatte scheint es sich um ein Problem der Begriffsdefinition zu handeln, das bei den Endabrechnungen Ende des Jahres zu einem neuerlichen Streit um das Geld zwischen Bund und Ländern führen könnte.

Die Länder haben vor Jahren vereinbart, in Pflegestatistiken „Alternative Wohnformen“, das sind etwa Altersheime, in denen auch Pflegebedürftige betreut werden, extra auszuweisen. Wie eine aktuelle Statistik des KDZ - Zentrum für Verwaltungsforschung zeigt, machen das offenbar nur Wien, die Steiermark und Vorarlberg in vollem Umfang. Die anderen Ländern weisen alle Pflegebedürftigen in den Rubriken „Stationäre Betreuungs- und Pflegedienste“ sowie „Teilstationäre Tagesbetreuung“ aus.

Kärntner Landesrat will „wolfsfreie Zonen“

„Wolfsfreie Zonen“ sollen in Kärnten die Almwirtschaft schützen, so Agrarreferent Martin Gruber (ÖVP). In einer Petition fordern die Bauern erneut, den Schutzstatus des Wolfs herabzusetzen, um damit Abschüsse zu ermöglichen.

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Auch in Salzburg flammt die Debatte wieder auf. Herbert Dorfmann, der sich im EU-Agrarausschuss mit den Auswirkungen des Wolfs auf die Landwirtschaft beschäftigt, tritt für eine Lockerung des strengen Schutzstatus ein. In Ausnahmefällen solle der Wolf auch abgeschossen werden können.

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Gewalt an Schulen: 836 Anzeigen im Vorjahr

Im Vorjahr hat es 835 Anzeigen wegen Körperverletzung (Paragraf 83 StGB) oder schwerer Körperverletzung (Paragraf 84 StGB) im Bereich der Lehranstalten gegeben. Dazu kam eine wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung (Paragraf 87 StGB). Das geht aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage durch Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) hervor, wie heute bekanntwurde.

Die Anfrage hatten die ÖVP-Mandatare Karl Mahrer und Wolfgang Gerstl gestellt. Mehr als ein Drittel der Körperverletzungsanzeigen entfiel laut Beantwortung auf Wien. Hier gab es 2017 allein 303 Anzeigen wegen Körperverletzungen an Schulen, dazu kamen neun wegen schwerer Körperverletzung.

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Auffällig ist auch die Zahl der angezeigten Fälle wegen gefährlicher Drohung (Paragraf 107 StGB): Österreichweit waren es im Vorjahr 202, davon 67 in Wien. Vereinzelt kamen Anzeigen wegen Sexualdelikten (im einstelligen Bereich) dazu.

In Wiener Schulen wurden im Vorjahr auch ein Raub und zwei schwere Raube (Paragrafen 142 und 143 StGB) angezeigt, ebenso in der Steiermark, in Salzburg und in Oberösterreich. Eine Anzeige gab es in Niederösterreich wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung (Paragraf 87 StGB).

Erfassung erst in letzten Jahren

Kickl wies in seiner Beantwortung der parlamentarischen Anfrage darauf hin, dass die Örtlichkeit „Bildungseinrichtung“ erst seit 2013 kriminalstatistisch erfasst wird. Der Schultyp bzw. der Beruf oder die Beschäftigung der Opfer werden hingegen nicht erfasst.

Sieht man sich die Zeitreihe an, so wurden in Wien 2015 insgesamt 278 Körperverletzungen angezeigt, dazu kamen 14 schwere. 2016 waren es 267 Körperverletzungen, sieben schwere sowie eine mit schweren Dauerfolgen (Paragraf 85 StGB). Im Vorjahr stieg die Zahl der angezeigten Körperverletzungen schließlich auf 303, dazu kamen neun schwere.

Bei den gefährlichen Drohungen stieg die Zahl in den Lehranstalten von 52 im Jahr 2015 über 60 auf 67 im Jahr 2017. Die Jahre 2013 und 2014 sind zu vernachlässigen, da die statistische Erfassung offenbar noch sehr unvollständig war.

Sport

Tennis: Thiem schlägt sich für French Open ein

Knapp eine Woche nach dem frühen Aus beim Masters-1000-Turnier in Rom hat ÖTV-Ass Dominic Thiem noch eine Gelegenheit, an der Form für die French Open zu feilen. Heute bekommt es der Niederösterreicher bei der Roland-Garros-Generalprobe in Lyon mit dem Spanier Roberto Carballes Baena zu tun.

„Ich habe vor zwei Jahren eine gute Erfahrung damit gemacht, in der Woche vor Paris noch ein Turnier zu spielen“, sagte Thiem. Das Selbstvertrauen für Paris ist jedenfalls schon da.

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Bundesliga: Salzburg steht vor nächstem Umbau

Die Salzburger Festspiele mit dem Punkterekord in der Fußballliga und dem Einzug in das Europa-League-Halbfinale haben wie erwartet die Begehrlichkeiten gleich mehrerer Topclubs geweckt. Fast schon traditionell stehen bei einigen Stammspielern deshalb auch nach dieser Saison die Zeichen auf Abschied.

„Es werden Jungs den nächsten Schritt machen“, sagte Sportdirektor Christoph Freund, der sich für den Aderlass aber schon gewappnet hat. Um den Verbleib von Erfolgscoach Marco Rose will der 40-Jährige jedoch kämpfen.

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Wirtschaft

Tester raten vom Kauf von Teslas Model 3 ab

Neuer Rückschlag für den US-Elektroautopionier Tesla: Ein einflussreiches US-Verbrauchermagazin empfiehlt das neue Model 3 nicht zum Kauf. Der Fahrspaß sei groß, aber es gebe auch erhebliche Mängel, berichtete „Consumer Reports“.

Das Magazin, das viele Produkte und jedes Jahr auch in den USA verkaufte Autos testet, nennt als Beispiele, dass der zentrale Touchscreen schwer zu bedienen und der Bremsweg zu lang sei. Bei Tests habe das Tesla-Modell 46 Meter gebraucht, um bei 100 km/h zum Stehen zu kommen.

Das sei länger, als ein Pick-up-Truck brauche. Tesla wies diese Angaben zunächst zurück und erklärte, eigene Tests hätten einen kürzeren Bremsweg ergeben. Später kündigte Konzernchef Elon Musk ein Firmware-Update an, das Tesla in einigen Tagen herausbringen werde.

„Viele Verbesserungen“

„Mit weiteren Verfeinerungen können wir den Bremsweg über die ursprünglichen Spezifikationen hinaus verbessern. Tesla wird nicht aufhören, bis das Model 3 besser bremst als jedes andere Auto“, schrieb Musk in einem Tweet. Das Verbrauchermagazin habe ein Modell aus einer früheren Produktion getestet.

Ihnen solle nun ein aktuelles Fahrzeug zur Verfügung gestellt werden. „Das Model 3 hat jetzt einen verbesserten Fahrkomfort, weniger Windgeräusche und viele andere kleine Verbesserungen“, schrieb Musk in einer weiteren Kurznachricht.

Tesla ist nach Jahren des Wachstums in schwierigeres Fahrwasser gekommen. Mit dem Model 3 will das von Musk gegründete Unternehmen aus dem Silicon Valley den Aufstieg von einem Nischenanbieter zu einem Massenhersteller von Elektroautos schaffen.

Allerdings gibt es immer wieder Probleme in der Produktion, und Experten sehen die Fertigungsziele mit Skepsis. Zuletzt liefen Tesla zudem einige Führungskräfte weg. Um die Probleme in den Griff zu bekommen, hat Musk eine umfassende Reorganisation des Managements angekündigt.

EU für Freihandelspakt mit Australien und Neuseeland

Die EU will mit Australien und Neuseeland Freihandelsabkommen abschließen. Die Wirtschaftsminister der EU-Staaten beschlossen heute, die EU-Kommission mit entsprechenden Verhandlungen zu beauftragen.

Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach von einem Beitrag für freie und offene Märkte und Welthandel. „Das zeigt, dass die Europäische Union ihre handelspolitischen Interessen erfolgreich vertritt“, sagte er.

Der Auftrag für die Verhandlungen gilt auch als weiteres Zeichen dafür, dass US-Präsident Donald Trump die USA mit seinem handelspolitischen Kurs isoliert. Australien und Neuseeland hatten bisher vor allem auf die mit den USA und neun anderen Ländern geplante Transpazifische Freihandelszone (TPP) gesetzt. US-Präsident Trump ließ das bereits ausgehandelte Projekt allerdings platzen.

TTIP auf Eis

Die EU wollte mit den USA eine Freihandelszone namens TTIP gründen, hat seit dem Amtsantritt von Trump allerdings keine Hoffnungen auf Fortschritte bei den Verhandlungen. Trump ist Kritiker der aktuellen Freihandelsabkommen, weil diese seiner Meinung nach die US-Wirtschaft benachteiligen.

Das Handelsvolumen zwischen der EU und Australien belief sich zuletzt auf mehr als 47,7 Milliarden Euro, das mit Neuseeland auf 8,7 Milliarden Euro. Für Australien war die EU zuletzt der drittwichtigste Wirtschaftspartner, für Neuseeland sogar der zweitwichtigste.

Nach Australien werden aus der EU vor allem Industrieerzeugnisse exportiert, während in die andere Richtung vor allem mineralische Rohstoffe und Landwirtschaftsprodukte gehen. Neuseeland liefert ebenfalls vor allem landwirtschaftliche Produkte nach Europa.

Über die neuen Freihandelsabkomme sollen Zölle und andere Handelshemmnisse abgebaut werden. Unternehmen können so auf Kosteneinsparungen und zusätzliche Absatzmöglichkeiten hoffen.

Erstmals Frau allein an Spitze der New Yorker Börse

Erstmals in der 226-jährigen Geschichte steht eine Frau allein an der Spitze der New Yorker Börse. Die New York Stock Exchange (NYSE) ernannte Stacey Cunningham zur Chefin, wie ein Sprecher der Muttergesellschaft Intercontinental Exchance (ICE) heute in New York mitteilte. Cunningham verantwortete bereits seit 2015 das operative Geschäft und folgt nun auf Tom Farley, der das Unternehmen verlässt.

Stacey Cunningham

APA/AFP/Getty Images/Nicholas Hunt

Damit werden zwei der drei wichtigsten US-Börsen von Frauen geführt. So übernahm Adena Friedman im vergangenen Jahr die Leitung der Technologiebörse NASDAQ. Die NYSE hatte mit Catherine Kinney in der Vergangenheit schon einmal eine Chefin - allerdings musste sich diese den Posten teilen.

Das „Wall Street Journal“ berichtete, dass Farley zu einem Finanzinvestor wechselt, um dort einen speziellen Fonds für Akquisitionen zu leiten, der 400 Millionen US-Dollar für Zukäufe im Bereich Finanztechnologie einsammeln will. Der ICE-Sprecher wollte das nicht kommentieren.

Chronik

Mehr als 60 Tote durch Hitzewelle in Pakistan

Temperaturen von mehr als 40 Grad haben in der pakistanischen Hafenstadt Karachi nach Angaben einer Hilfsorganisation mehr als 60 Menschen das Leben gekostet. Die Hitzewelle könnte bis Donnerstag anhalten und die Zahl der Toten weiter steigen, teilte ein Sprecher der Hilfsorganisation Edhi Foundation heute mit.

Unter den Hitzeopfern seien viele Menschen gewesen, die wegen des muslimischen Fastenmonats Ramadan tagsüber weder gegessen noch getrunken hätten. Die Temperaturen erreichten der Stiftung zufolge gestern 44 Grad Celsius.

Tausende Hitzetote vor drei Jahren

2015 waren bei einer Hitzewelle in Karachi etwa 2.000 Menschen gestorben, wie ein Sprecher der Gesundheitsbehörde sagte. Damals war die Wetterlage ähnlich wie derzeit.

Karachi ist mit mehr als 20 Millionen Einwohnern die größte Stadt Pakistans. Stromausfälle hätten die derzeitige Lage noch verschlimmert, sagte ein Bewohner. Pakistan liegt zwischen den Industrienationen Indien und China. In dem Land machen sich die Folgen des Klimawandels besonders bemerkbar.

Richter ließ Penis als Beweisstück vermessen

In einem Prozess um sexuelle Belästigung in Neuseeland hat ein Richter das Geschlechtsteil des Angeklagten als Beweisstück vermessen lassen.

Zehn bis zwölf Zentimeter lang

Einem Stadtrat aus Kapiti nahe Wellington wird von einer Gemeindeangestellten vorgeworfen, am Rande eines Empfangs seinen Penis an ihr gerieben zu haben. Laut der Website Stuff.co.nz gab die Frau an, das Objekt, das sie an ihrem Hinterteil gespürt habe, sei etwa zehn bis zwölf Zentimeter lang gewesen.

In einem höchst ungewöhnlichen Schritt entschied Richter Peter Hobbs daraufhin heute, Scotts Penis in einer Arrestzelle des Gerichts von einem Arzt mit einem simplen Holzlineal vermessen zu lassen. Das Ergebnis der Messung dürfe allerdings nicht veröffentlicht werden, berichtete Radio New Zealand.

Scotts Anwalt argumentierte, vermutlich habe eine in Scotts Hose steckende Geldbörse im Vorbeigehen die Klägerin gestreift. Die Frau ist sich dagegen sicher, dass es sich bei dem Gegenstand an ihrem Po weder um eine Geldbörse noch um ein Handy noch um eine Insulinspritze gehandelt habe, sondern ganz klar um ein männliches Geschlechtsteil.

IT

Religion

Kultur

Jacksons „Smooth Criminal“-Move mehr als nur Trick

Per se ist sie physikalisch unmöglich – jene berühmte Tanzbewegung Michael Jacksons aus seinem 1987er-Musikvideo zu „Smooth Criminal“. Darin lehnt sich der 2009 verstorbene Popstar im 45-Grad-Winkel nach vorn, der Körper ist dabei steif wie ein Bügelbrett.

Eine Forschergruppe am Postgraduate Institute of Medical Education and Research im indischen Chandigarh hat sich nun noch einmal genau angeschaut, wie Jackson das scheinbar Unmögliche gelang.

Dass der Popstar dabei auch auf technische Hilfsmittel zurückgriff, ist bereits länger bekannt. Die Absätze seiner Schuhe waren v-förmig eingeschnitten. So konnten sich der Sänger und seine Mittänzer in Nägel einhaken, die am Boden befestigt waren. Jackson ließ sich die speziellen Schuhe sogar patentieren.

Körper eines Athleten nötig

Damit allein ist es aber laut Manjul Tripathi und seinen Kollegen nicht getan. „Mehrere Michael-Jackson-Fans, darunter auch die Autoren, haben versucht, die Bewegung zu imitieren, und sind dabei gescheitert. Viele Versuche endeten auch mit Verletzungen“, schreiben sie in der Fachzeitschrift „Journal of Neurosurgery: Spine“.

45 Grad nach vorne - bei Minute sieben ist es so weit

Für die Tanzbewegung brauche es die körperliche Verfasstheit eines Athleten, so die Forscher. Vor allem die Fußknöchel sind laut Tripathi besonders gefährdet, da auf sie starke Zugkräfte einwirken: „Es braucht starke Bauch- und Rückenmuskeln und eine gute Unterstützung rund um den Knöchel. Es ist nicht einfach nur ein simpler Trick.“

Brüssel: Eine „Kunstfabrik“ scheidet die Geister

Mit „Kanal Brut“ ist in der ehemaligen Citroen-Dependance von Brüssel der erste Testlauf für ein großangelegtes Museumsprojekt angelaufen. Allein am Auftaktwochenende kamen über 20.000 Besucher, der angestrebte und auf mehrere Jahre ausgelegte Wandel der einstigen Auto- in eine „Kunstfabrik“ stößt aber nicht nur auf Gegenliebe.

Für Kritik sorgen die Kosten, aber auch die Kooperation mit dem Pariser Centre Pompidou. Dessen neue Brüsseler Zweigstelle ist bisher zudem nicht mehr als ein in alten, wenn auch beachtlichen Werkshallen eingerichtetes Provisorium – und das ist dann auch wieder die eigentliche Attraktion.

Mehr dazu in Neues Museum noch im Rohzustand

„LOVE“: US-Künstler Robert Indiana gestorben

Der US-Künstler Robert Indiana, der mit seinen „LOVE“-Skulpturen weltbekannt geworden war, ist tot. Indiana sei im Alter von 89 Jahren in seinem Haus im US-Staat Maine gestorben, berichtete die „New York Times“ gestern unter Berufung auf seinen Anwalt.

Robert Indiana

AP/Joel Page

Der 1928 im US-Staat Indiana geborene Künstler hatte unter anderem in Chicago und Edinburgh studiert und dann vor allem in New York gearbeitet. Berühmt wurde er vor allem mit großen Skulpturen aus den aufeinandergestapelten Buchstaben des Wortes „Love“ (Liebe).

Science

Studie rehabilitiert das Frühstücksei

Das tägliche Frühstücksei ist einer Studie zufolge deutlich gesünder als bisher von Wissenschaftlern angenommen. Der „gemäßigte Konsum von Eiern“ sei bei einer Langzeituntersuchung an einer halben Million Chinesen mit einem geringeren Auftreten von Herzerkrankungen verbunden gewesen, heißt es in einer heute in der Zeitschrift „Heart“ veröffentlichten Studie eines britisch-chinesischen Forscherteams.

Bisher waren Eier im Verdacht gestanden, das Cholesterin im menschlichen Körper zu erhöhen. Sie enthalten aber auch wichtige Proteine und Vitamine.

Kritiker bemängeln verkürzte Darstellung

Für die Studie waren gesunde Erwachsene während knapp neun Jahren untersucht worden. Dabei habe sich den Wissenschaftlern zufolge gezeigt, dass der tägliche Konsum eines Eis mit einem „niedrigeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen“ verbunden war.

Wissenschaftler, die nicht an der Studie beteiligt waren, kritisierten die Darstellung dagegen als verkürzt. Sie verwiesen darauf, dass insbesondere auch weitere Faktoren wie der gestiegene Wohlstand und sportliche Aktivitäten zur besseren Herzgesundheit von Patienten beitragen.

Panorama