Ausland

„Obamacare“-Abschaffung droht endgültig zu scheitern

Der erneute Versuch von Donald Trumps US-Republikanern, die unter Vorgänger Barack Obama eingeführte Gesundheitsversorgung („Obamacare“) zu ersetzen, droht zu scheitern. Mit John McCain (Arizona) hat heute nach Rand Paul (Kentucky) der zweite republikanische US-Senator seine Ablehnung des Gesetzesentwurfes kundgetan, den die Senatoren Bill Cassidy und Lindsey Graham eingebracht hatten.

McCain hatte sich bereits bei einem vorigen Entwurf quergestellt. Eine Abstimmung über den neuerlichen Vorschlag war für nächste Woche geplant. Es sollte nach mehreren missglückten Anläufen der letzte Versuch sein, Trumps Wahlversprechen zu erfüllen, „Obamacare“ durch ein neues Gesundheitsgesetz zu ersetzen. Die Republikaner dürfen sich im Senat jedoch maximal zwei Gegenstimmen aus dem eigenen Lager erlauben.

Mit Susan Collins aus Maine und Lisa Murkowski aus Alaska ist die Zustimmung zweier weiterer republikanischer Senatorinnen höchst ungewiss. Nach dem 30. September ist aufgrund sich ändernder Mehrheitsregelungen eine republikanische Majorität ohnehin vom Tisch.

Frankreichs Linke macht gegen Arbeitsmarktreform mobil

Mit einer Großdemonstration in Paris will der französische Linkspolitiker Jean-Luc Melenchon morgen gegen die heute besiegelte Arbeitsmarktreform von Staatschef Emmanuel Macron protestieren. Die Organisatoren hoffen auf Zehntausende Teilnehmer. Melenchon kritisiert die per Verordnung umgesetzte Reform als Abbau von Arbeitnehmerrechten und als „Sozialstaatsstreich“.

Macron besiegelt die Arbeitsmarktreform

APA/AFP/Philippe Wojazer

Die Arbeitsmarktreform ist Macrons erste große wirtschaftspolitische Reform. Im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit will der Präsident Unternehmen mehr Spielraum und Sicherheit geben. Unter anderem werden Kündigungen erleichtert, Abfindungen gedeckelt und Betriebsvereinbarungen gestärkt.

21 Flüchtlinge im Schwarzen Meer ertrunken

Bei einem Flüchtlingsunglück im Schwarzen Meer sind mindestens 21 Menschen ertrunken. Nach dem nächtlichen Untergang des Fischerboots bei stürmischer See wurden heute weitere neun Menschen vermisst, wie die türkische Küstenwache mitteilte.

Ein Behördenvertreter sagte, es seien wohl bis zu 70 mehrheitlich irakische Flüchtlinge an Bord gewesen, 40 von ihnen wurden gerettet. Unter den Geretteten war eine schwangere Frau, die ihr Kind bei dem Unglück verlor.

Das Unglück ereignete sich vor der Küste der Provinz Kocaeli östlich von Istanbul. Wo das Fischerboot abgelegt hatte und welches Ziel es ansteuerte, war zunächst unklar, vermutlich wollte es nach Rumänien.

Die Türkei hat rund 3,5 Millionen Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und anderen Ländern aufgenommen. In den Jahren 2015 und 2016 reisten Hunderttausende Flüchtlinge von der Türkei über die Ägäis nach Griechenland, doch ist diese Route seit dem EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei von März 2016 praktisch vollständig blockiert.

Istanbuls AKP-Bürgermeister überraschend zurückgetreten

Nach mehr als 13 Jahren im Amt ist der Bürgermeister der türkischen Millionenmetropole Istanbul überraschend zurückgetreten. Der AKP-Politiker Kadir Topbas kündigte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu heute an, sein Amt als Bürgermeister der größten Stadt des Landes mit sofortiger Wirkung niederzulegen.

Seine Verbindungen zur regierenden AKP von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan werde er aber beibehalten. Topbas machte keine Angaben zu den Gründen seines Rücktritts.

Örtliche Medien hatten berichtet, dass es zu Differenzen zwischen dem Bürgermeister und dem ebenfalls von der AKP dominierten Stadtrat über Stadtentwicklungspläne gekommen war. Topbas stand seit März 2004 an der Spitze der Verwaltung Istanbuls und gehört zu den prominenten Vertretern der AKP. Beim Verfassungsreferendum im April hatte in der Stadt Istanbul eine Mehrheit gegen das von Erdogan angestrebte Präsidialsystem gestimmt, für das auch Topbas geworben hatte.

London-Anschlag: Sprengsatzkomponenten online geordert

Der mutmaßliche Urheber des Anschlags in der Londoner U-Bahn hat die Komponenten seines Sprengsatzes nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft zum Teil über den Onlinehändler Amazon geordert.

Der Hauptsprengsatz, der bei dem Anschlag vom Freitag vergangener Woche nicht gezündet habe, habe mehrere hundert Gramm des bei Islamisten verbreiteten Gemisches TATP enthalten, sagte der Staatsanwalt heute vor Gericht. Gegen den Verdächtigen (18) wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Saudischer Prediger: Frauen-Fahrverbot wegen kleiner Hirne

In Saudi-Arabien hat ein Geistlicher das bestehende Fahrverbot für Frauen mit deren angeblichem „Winzgehirn“ gerechtfertigt. Wie Medien des ultrakonservativen Königreichs heute berichteten, löste die Äußerung einen Sturm der Entrüstung aus. Mittlerweile ist dem Prediger Saad al-Hidschri jegliche religiöse Aktivität in der südlichen Provinz Asir untersagt.

Auf einem Video im Internet ist zu sehen, wie der als ranghoher Kleriker bezeichnete Hidschri behauptet, die Gehirne von Frauen seien normalerweise nur halb so groß wie die von Männern. Wenn sie jedoch zum Shopping gingen, schrumpften ihre Gehirne auf sogar nur noch ein Viertel der Größe. Deshalb dürften sie keine Fahrerlaubnis erhalten.

In den Sozialen Medien forderten Frauenrechtlerinnen, Hidschri seines Amtes zu entheben. Allerdings gab es auch Stimmen aus dem erzkonservativen Lager, die sich mit ihm solidarisierten. Die Internetzeitung Sabk berichtete, nach dem Predigtverbot habe Hidschri angegeben, dass ihm ein „Ausrutscher“ unterlaufen sei.

Inland

Kurz skizziert Vorhaben während Österreichs EU-Vorsitz

Mehr Subsidiarität und eine lückenlose Sicherung der EU-Außengrenzen bilden die europapolitischen Schwerpunkte des ÖVP-Wahlprogramms. Außenminister und ÖVP-Chef Sebastian Kurz will diese beiden Punkte neben dem Abschluss der „Brexit“-Verhandlungen und den Verhandlungen über den EU-Finanzrahmen auch zu zentralen Themen des österreichischen EU-Vorsitzes im zweiten Halbjahr 2018 machen.

EU-Kompetenzen nicht ausdehnen

Kurz schweben dabei ein „Kurswechsel in der EU“ und ein „Subsidiaritätspakt“ vor, sagte er heute. Ziel: Öffentliche Aufgaben sollen möglichst bürgernah auf der Ebene der Nationalstaaten geregelt werden. Erst wenn ein bestimmtes Problem zu groß ist oder dort nicht gelöst werden kann, wird die Regelungskompetenz - eine Ebene drüber - von der EU übernommen. „Dort, wo kein Mehrwert durch europäische Regelungen entsteht, sollen EU-Kompetenzen nicht ausgedehnt werden“, sagte der Außenminister. Es brauche eine „Fokussierung auf zentrale große Fragen“.

Reden will der ÖVP-Spitzenkandidat auch über die Niederlassungsfreiheit innerhalb der EU. „Niederlassungsfreiheit soll bedeuten, dass jeder überall in Europa arbeiten darf. Niederlassungsfreiheit kann aber nicht bedeuten, dass man sich das beste Sozialsystem aussuchen kann. Unser Ziel ist daher, dass es einen Anspruch auf Mindestsicherung für Zuwanderer erst nach fünf Jahren geben kann.“ Die Familienbeihilfe für im Ausland lebende Kinder soll wiederum an das Niveau des jeweiligen Landes angepasst werden.

„Brexit“ ohne „Mehrbelastung für Nettozahler“

In Sachen „Brexit“ plädierte der Außenminister dafür, eine „erträgliche Situation“ für alle Beteiligten zu schaffen. Europa brauche die Zusammenarbeit mit Großbritannien. „Die Verhandlungen werden hart und schwierig.“ Kurz erwartet einen Abschluss der Austrittsgespräche während Österreichs EU-Vorsitz. Durch den „Brexit“ werde die EU 12,8 Prozent weniger Bürger haben und 14 Milliarden Euro weniger an Beiträgen einnehmen. „Unser Ziel muss sein, dass es keine Mehrbelastung für die Nettozahler gibt.“

Kurz sprach sich für einen sparsameren Umgang mit EU-Geldern aus und nannte die Redimensionierung des öffentlichen europäischen Dienstes und die Zusammenlegung der beiden EU-Parlamentssitze in Brüssel und Straßburg als Beispiel.

Offizieller Wahlkampfauftakt

Mit dem Wahlkampfauftakt in der Wiener Stadthalle geht die ÖVP am Wochenende in die Intensivphase des Wahlkampfs. Um die 10.000 Unterstützer und Anhänger werden zu der Parteiveranstaltung, die nach dem Vorbild von US-Parteikonventen orchestriert werden soll, erwartet. Sonntag und Montag steigt Kurz dann in die TV-Konfrontationen ein, am Mittwoch präsentiert er dann den dritten und letzten Teil des ÖVP-Wahlprogramms mit dem Titel „Ordnung und Sicherheit“.

Grüne fordern eigenes Umwelt- und Klimaschutzministerium

Die Grünen fordern, dass Umwelt und Klimaschutz nach der Wahl ein eigenes Ministerium bekommen. Das würde die Umsetzungskraft dieser Themen stärken, sagte Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek heute bei einer Pressekonferenz. Sie pocht auch darauf, dass bis 2050 100 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen.

Die Grünen wählten für die Präsentation ihres Umweltprogramms das Palmenhaus im Wiener Burggarten. Lunacek wurde dabei von Bundesparteichefin Ingrid Felipe aus Tirol sowie von grünen Landesregierungsvertretern begleitet. „Österreich hat sich zu einem Bremserstaat entwickelt in der EU“, kritisierte die Europamandatarin Lunacek.

Österreich verspielt Führungsrolle

In der Regierung gebe es konkurrierende Interessen, oft fehle eine einheitliche, klare Position: „So verspielt Österreich die Führungsrolle, die wir Grüne für Österreich wollen.“ Sie erinnerte daran, dass Österreich per Juli 2018 die Ratspräsidentschaft übernimmt - dann brauche es jemanden an der Spitze, der dafür sorgt, dass beim Klimaschutz etwas weitergeht.

Die Bereiche Umwelt- und Klimaschutz sowie Energie sollen daher in einem eigenen Ministerium zusammengefasst werden, das mit entsprechender Umsetzungskompetenz ausgestattet ist. Derzeit seien diese Themen aufgesplittert: „Wir wollen ein Ressort“, so Lunacek.

Ob sie dieses auch gerne besetzen würden? Die Grünen arbeiteten an einer Regierungsbeteiligung, so Lunacek: „Wenn das gelingt, wäre das sicher eine Option.“ Man verfüge über gute Leute und Ideen, das habe man in der Vergangenheit gezeigt, meinte die Spitzenkandidatin.

„Dieselprivileg muss weg“

Inhaltlich schlagen die Grünen etwa vor, dass bis zum Jahr 2050 die gesamte Energieversorgung zu 100 Prozent auf erneuerbare Energie umgestellt wird. Ab 2030 soll es keine Neuzulassung fossiler Fahrzeuge geben und damit alle auf das Auto verzichten können, brauche es finanzierbare öffentliche Verkehrsmittel.

„Das Dieselprivileg muss weg“, sagte Felipe. Als Koalitionsbedingungen wollte Lunacek die genannten Forderungen zwar nicht bezeichnen. Der Stopp für die Neuzulassung von Verbrennungsmotoren ab 2030 aber wäre ein zentrales Thema bei Regierungsverhandlungen: „Das gebietet die Vernunft.“

Wirtschaft

Unterlegener Bieter erwägt Klage gegen Air-Berlin-Verkauf

Die unterlegenen Bieter für Air Berlin kritisieren die Vorentscheidung zugunsten der Lufthansa und werfen der Bundesregierung Parteilichkeit vor. Die Vorentscheidung für die AUA-Mutter Lufthansa könnte juristische Folgen haben. Wenn das ausgemachte Sache gewesen sei, „wird es eine gewaschene Kartellklage geben“, sagte heute ein Sprecher des vorerst unterlegenen Bieters Utz Claassen.

Er verwies auf Stellungnahmen aus der deutschen Bundesregierung zugunsten der Lufthansa unmittelbar nach dem Insolvenzantrag der Air Berlin. Die Gläubiger hatten gestern entschieden, für große Teile der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft exklusiv mit dem Marktführer zu verhandeln.

„Stück für Stück hässlich gemacht“

Claassen kritisierte auch die geplante Aufspaltung des Unternehmens, die zulasten der Beschäftigten, des Wettbewerbs und des Markenauftritts gehe. „Die Braut wurde nicht geschmückt, offensichtlich wurde sie sogar Stück für Stück hässlich gemacht.“ Air Berlin werde entstellt und verstümmelt, hieß es mit Blick auf gestrichene Langstreckenverbindungen.

Lauda sieht abgekartetes Spiel

Der österreichische Unternehmer und Ex-Rennfahrer Niki Lauda, der für die von ihm einst gegründete Air-Berlin-Tochter Niki geboten hatte, sprach von einem abgekartetem Spiel. Es sei unglaublich, dass die deutsche Politik 150 Mio. Euro öffentliche Gelder zur Verfügung stelle, „damit nachher ein hundertprozentiges Monopol geschaffen wird“, sagte er in der Mittags-ZIB. „Wettbewerb heißt günstigere Tickets“, so Lauda weiter. Zudem könnten Reiseveranstalter dann mit verschiedenen Airlines fliegen - ein Monopol verhindere das.

Börse: Air Berlin soll großteils an Lufthansa verkauft werden

Air Berlin will nach eigenen Angaben mit der Lufthansa und easyJet über den Verkauf von Teilen des Konzerns bis zum 12. Oktober verhandeln. Insidern zufolge erhält Lufthansa den größten Teil.

Österreicher bescherten Jesolo Rekordsommer

Die Österreicher haben der Urlaubsdestination Jesolo einen Rekordsommer beschert. Die Hotels in der Adria-Badeortschaft waren diesen Sommer zu 80 Prozent belegt, der italienische Durchschnitt lag bei 60 Prozent. Das positive Ergebnis sei primär der starken österreichischen Präsenz zu verdanken, gab der Hotelierverband AJA aus Jesolo heute bekannt.

60 Prozent der Urlauber in Jesolo waren in diesem Sommer Ausländer. Österreicher bildeten die stärkste ausländische Gruppe, gefolgt von Deutschen und Schweizern. Stark war auch die Präsenz von Südtirolern unter den inländischen Touristen.

Höhepunkt zu Fronleichnahm

Höhepunkt der Saison war das Fronleichnahm-Wochenende, an dem die Hotels bis zu 93 Prozent besetzt waren. Im August waren 94 Prozent aller Zimmer in der Badeortschaft reserviert. „Wir haben eine tolle Saison erlebt. Wir dürfen uns aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Externe Faktoren haben die Ankunft von Ausländern begünstigt. Wir müssen schon von jetzt an hart für die nächste Saison arbeiten“, meinte das für Tourismusfragen zuständige Stadtratsmitglied Flavia Pasto.

Nicht nur für Jesolo, sondern für Italien insgesamt wird der Sommer 2017 als Rekordsaison in Erinnerung bleiben. Das Tourismusland profitiert von der Terrorangst der Europäer. Aus Sorge vor Attentaten meiden immer mehr Urlauber exotische Destinationen. Davon profitiert das als sicheres Zielland bewertete Italien, das einen Rekordsommer mit Einnahmen in Höhe von 22 Mrd. Euro feiert. Das sind 2,2 Prozent mehr als im ohnehin schon erfolgreichen Sommer 2016.

London entzieht Uber Lizenz

Uber droht der Verlust eines wichtigen Geschäfts. London will die Lizenz des US-Fahrdienstvermittlers nicht verlängern, teilte die Verkehrsbehörde heute mit. Als Grund nannte sie Sicherheitsbedenken. Uber zeige zu wenig Verantwortung und sei „nicht fähig und geeignet“, eine Verlängerung der Lizenz zu erhalten. Aktuell geht die Lizenz noch bis Ende September. Uber will die Entscheidung anfechten. Über 40.000 Fahrer sind für den Vermittler alleine in London unterwegs.

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Sport

Erste Liga: Wiener Neustadt gibt wieder Punkte ab

Wiener Neustadt ist zum dritten Mal in Serie sieglos geblieben. Der Tabellenführer musste sich heute in der zwölften Runde der Ersten Liga vor Heimfans mit einem Remis gegen Austria Lustenau zufriedengeben. Dabei hatte Fabian Miesenbock die Hausherren noch auf Siegeskurs gebracht. Nach dem Ausgleich fanden die Niederösterreicher aber - selbst gegen die nach Rot für Jodel Dossou dezimierten Gäste - kein probates Mittel mehr. Über ein Unentschieden nicht hinaus kam auch Verfolger Hartberg in Innsbruck. Neuer Vierter ist Liefering nach dem klarem Erfolg gegen Linz.

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Motorsport: Auer verspricht DTM-Spektakel in Spielberg

Zum siebenten Mal in Folge macht am Wochenende (Samstag, 14.20 Uhr, und Sonntag, 14.50 Uhr, jeweils live in ORF Sport +) die deutsche Tourenwagen-Rennserie DTM auf dem Red Bull Ring Station. Im spannenden Kampf um die Gesamtwertung könnte in der Obersteiermark eine Vorentscheidung fallen. Mittendrin ist Lokalmatador Lucas Auer.

Der dreifache Saisonsieger baut in Spielberg ganz auf seinen Heimvorteil. Nicht nur, weil die umstrittenen Zusatzgewichte Geschichte sind, verspricht Auer ein Spektakel: „Es wird rundgehen.“

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Motorrad: Rossi wieder auf der Rennmaschine

Nur drei Wochen nach seinem Unfall mit einer Motocross-Maschine ist Valentino Rossi heute wieder professionell auf einer Rennmaschine gesessen. Nach seinem Bruch des Schien- und Wadenbeins bestritt der 38-jährige Italiener beim Grand Prix von Aragonien (ESP) die Freien Trainings. Dass er es wagt, ist allein schon erstaunlich. Wie weit er nach vorn fahren kann, bleibt abzuwarten. Im Training fuhr er eher hinterher.

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Chronik

Militär rückt in Favela in Rio de Janeiro ein

In der größten Favela von Rio de Janeiro ist ein Kampf zwischen Drogenbanden und Sicherheitskräften ausgebrochen. Die Behörden ordneten heute an, dass 950 Soldaten in das Armenviertel Rocinha mit geschätzt über 70.000 Einwohnern einrücken sollen, nachdem der Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Luiz Fernando Pezao, rasche Unterstützung angefordert hatte.

Brasilianisches Militär in Rocinha

APA/AP/Leo Correa

Hubschrauber kreisten über der Favela. In den Schulen der Umgebung wurde der Unterricht vorzeitig beendet. Seit den Olympischen Spielen vor rund einem Jahr hat sich die Lage dramatisch verschlechtert. Bereits Ende Juli waren 8.500 Soldaten entsandt worden, um in der 6,5-Millionen-Metropole die Machtzunahme von Drogenbanden zu bekämpfen. Von Jänner bis Juni wurden im Bundesstaat Rio de Janeiro bereits 2.723 Menschen getötet - 10,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitrum.

Die Polizei wird der Lage kaum noch Herr. Es wurden 2017 schon über 100 Polizisten getötet. Wegen der Lage sind auch die Tourismuszahlen eingebrochen, die Auslastung der Hotels in Rio lag laut der Tourismusbehörde zuletzt bei unter 50 Prozent.

Hurrikan „Maria“ verursachte große Schäden

Der Hurrikan „Maria“ hat auf seinem Weg durch die Karibik schwere Schäden angerichtet und in Puerto Rico mindestens sechs Menschen getötet. Das teilte die Inselregierung heute mit. Die Zahl könne allerdings weiter steigen. Bisher starben infolge des Wirbelsturms auf den Karibikinseln Dominica, Guadeloupe und Puerto Rico damit über 25 Menschen. Rund 20 Menschen wurden noch vermisst.

Der Tropensturm zog nach den Verwüstungen in Puerto Rico an der Dominikanischen Republik vorbei und verursachte Überschwemmungen und Stromausfälle. Er zog weiter Richtung Turks- und Caicos-Inseln und wurde danach auf den Bahamas erwartet, wie das US-Hurrikanzentrum mitteilte. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 205 km/h ist „Maria“ derzeit ein Hurrikan der Kategorie drei. Ausläufer könnten am Wochenende auf die südöstliche Küste der Vereinigten Staaten treffen.

Millionen Menschen ohne Strom

Besonders heftig schlug „Maria“ in Puerto Rico zu. Fast alle 3,4 Millionen Einwohner auf der Insel sind ohne Strom. Auch das Kommunikationsnetz brach vielerorts zusammen. Viele Gegenden waren komplett abgeschnitten. US-Präsident Donald Trump rief den Katastrophenzustand aus und erklärte, er wolle die Insel bald besuchen. Bisher ist Puerto Rico assoziierter Freistaat. Per Referendum hatten die Bewohner der Insel dafür gestimmt, dass die von der Pleite bedrohte Insel der 51. Bundesstaat der USA werden. Das muss aber vom Kongress gebilligt werden.

Paar in London soll französisches Au-pair verbrannt haben

Nach dem Fund der völlig verbrannten Leiche eines französischen Au-pairs im Süden Londons hat die Polizei dessen Gasteltern festgenommen. Der 40-jährige Mann und die 34-jährige Frau stünden im Verdacht, das Opfer ermordet und die Leiche auf ihrem Grundstück verbrannt zu haben, teilten die Ermittler am Freitag mit. Medien zufolge handelt es sich bei der Toten um das 21-jährige Au-pair der Familie.

Nachbarn hatten am Mittwoch die Polizei alarmiert, weil aus dem Garten des Paars dichter Rauch aufstieg. Nach Angaben der Ermittler war die Leiche bereits so stark verkohlt, dass erst eine Obduktion ihre Identität klären kann.

Britische Medien berichteten, das Opfer sei die 21-jährige Sophie Lionnet aus dem nordostfranzösischen Troyes, das sich um die zwei Kinder des Paars kümmerte. Er habe die junge Frau seit August nicht mehr gesehen, sagte ein Imbissbesitzer aus dem Bezirk Wandsworth dem „Daily Telegraph“. „Sie lebte seit mindestens 20 Monaten hier und kam gewöhnlich zweimal am Tag, um den Kindern Zuckerln zu kaufen.“

Brandstiftung in Asylheim: Freispruch aufgehoben

Ein 23-Jähriger ist heute Abend im Grazer Straflandesgericht von den Geschworenen vom Verdacht des Mordversuchs sowie der Brandstiftung freigesprochen worden. Der Richtersenat unter Vorsitz von Elisabeth Juschitz war jedoch der Meinung, dass die Laienrichter falsch geurteilt hätten und hob das Urteil auf. Der Fall geht nun an das Oberlandesgericht und dürfte neu verhandelt werden.

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IT

Zentrum für automatisiertes Fahren in der Steiermark

Am europaweiten autofreien Tag ist heute in Graz die ALP.Lab GmbH offiziell präsentiert worden. Damit ist die Steiermark laut Experten das vielfältigste Testgebiet für selbstfahrende Autos in Europa.

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Elektroauto aus Salzburg

Ein Wirtschaftsberater in Zell am See (Pinzgau) hat ein neues Elektroauto entwickeln lassen. Der „enjoy“ ist bald marktreif und soll als Lifestyle-Fahrzeug für Städte in Kleinserien auf den Markt kommen – bis zu 100 Stück pro Jahr.

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Kultur

Deutscher Schauspielerpreis an „Vorstadtweib“ Gerti Drassl

Gerti Drassl, Darstellerin in der ORF-Serie „Vorstadtweiber“, ist heute in Berlin als „Schauspielerin in einer komödiantischen Rolle“ mit dem Deutschen Schauspielerpreis geehrt worden, vermeldete der ORF. Die Auszeichnung wird seit 2012 jährlich vergeben, und zwar von Schauspielern.

Neben Drassl wurde Karl Markovics für seinen Auftritt im „Polizeiruf“ „Und vergib uns unsere Schuld“ des Bayrischen Rundfunks ausgezeichnet.

Eine zweite ORF-TV-Produktion wird morgen gewürdigt: Die ORF/ZDF-Thriller-Reihe „Spuren des Bösen“ erhält beim Krimifestival „Tatort Eifel“ den Filmpreis Roland 2017, hieß es.

Künstlerkollektiv besetzte Berliner Volksbühne

Der Streit um die Berliner Volksbühne und ihren neuen Intendanten Chris Dercon eskaliert: Aktivisten haben heute Nachmittag das Theater am Rosa-Luxemburg-Platz besetzt. Sie wollten für zunächst drei Monate bleiben und ein eigenes Programm erstellen. Vor das Theater hängten sie ein Transparent mit dem Schriftzug „Doch Kunst“ und verschlossen einige Türen des Gebäudes mit Ketten und Schlössern.

Am Theater schwelt seit Monaten ein Streit um den Kurs des neuen Intendanten Chris Dercon, der als Nachfolger des langjährigen Chefs Frank Castorf im August das Haus übernahm. Kritiker befürchten, dass die Volksbühne zu einem kommerzialisierten Eventtheater umgestaltet werden könnte.

Es gehe allerdings nicht um die Personalie Chris Dercon, hieß es. Der könne in der zweiten Spielstätte der Volksbühne am Tempelhofer Flughafen bleiben. Im Gebäude der Volksbühne solle hingegen ein „Parlament der Wohnungslosen“ entstehen.

„Anti-Gentrifizierungs-Zentrum“ geplant

In dem Haus solle ein neues „Anti-Gentrifizierungs-Zentrum“ entstehen, kündigte eine Sprecherin der Besetzer an. Die Aktivisten riefen ehemalige Mitglieder der Volksbühne zum Mitmachen auf. Berlin sei in den vergangenen Jahren der „Verwertung des Kapitals“ ausgesetzt worden.

Auf einem Flugblatt bezeichneten sich die Besetzer als Künstlerkollektiv „Staub zu Glitzer“ und kündigten die „dauerhafte Übernahme des Hauses als eine darstellende Theaterperformance“ an. In den kommenden drei Monaten sei ein Programm unter anderem aus Gastspielen, Festivals und Tagungen geplant. Zur Umsetzung ihrer Ziele hätten die Besetzer einen Verein und eine Stiftung gegründet. 48 Menschen hätten die Aktion seit Monaten geplant.

Medien

Countdown zur ORF.at-Wahlcouch

Das ORF.at-Publikum fragt, und zehn Spitzenkandidatinnen und -kandidaten aller bundesweit antretenden Listen können antworten. Auf der ORF.at-Wahlcouch: Christian Kern, Sebastian Kurz, Heinz-Christian Strache, Ulrike Lunacek, Matthias Strolz, Peter Pilz und Co. Morgen geht es los: mit Antworten - und weiteren Diskussionsmöglichkeiten, was vor der Wahl an Argumenten wiegt.

Mehr dazu in news.ORF.at/ballhausplatz2

Gesundheit

Leute

Protest gegen „Brexit“: Colin Firth wird Italiener

Der britische Schauspieler und Oscar-Preisträger Colin Firth („The King’s Speech“) hat heute die italienische Staatsbürgerschaft erhalten. Diese hatte er aus Protest gegen die „Brexit“-Pläne seiner Heimat beantragt.

Colin Firth

APA/AFP/Daniel Leal-Olivas

Das Innenministerium in Rom bestätigte, dass der mit der italienischen Filmproduzentin Livia Giuggioli verheiratete Firth die italienische Staatsbürgerschaft erhalten habe. Firth habe öfters öffentlich seine Liebe zu Italien bekundet, hieß es.

Der 56-jährige Schauspieler, der fließend Italienisch spricht, besitzt ein Haus in Umbrien. Er wolle die doppelte Staatsangehörigkeit genau wie seine Frau und seine Söhne Luca (16) und Matteo haben, berichtete er kürzlich. In den vergangenen Monaten hatte Firth in mehreren Interviews immer wieder den „Brexit“ scharf kritisiert.

Miss Türkei verliert Titel wegen Twitter-Meldung

Die Siegerin der Miss-Türkei-Wahl ist ihre Krone wegen einer als anstößig gewerteten Twitter-Botschaft wieder los. Itir Esen verlor ihren Titel nur einen Tag nach dem Gewinn gestern Abend. An ihre Stelle trat die Zweitplatzierte Asli Sümen, die nun auch zum Miss-World-Wettbewerb nach China reist.

Miss türkei Itir Esen

APA/AP

Der 18-jährigen Esen wurde ein Tweet zum gescheiterten Putsch gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan im Juli 2016 zum Verhängnis. In der rund um den ersten Jahrestag des Aufstandes gesendeten Botschaft hieß es: „Ich habe heute Morgen meine Periode, um den Märtyrertag 15. Juli zu feiern. Ich feiere den Tag, indem ich im Namen des Blutes unserer Märtyrer blute.“

Bei dem gescheiterten Putsch wurden 249 Menschen - Putschisten nicht mitgerechnet - getötet. Damals hatte eine Gruppe Soldaten versucht, die Macht an sich zu reißen.

Die Miss-Türkei-Organisation erklärte, sie könne eine solche Mitteilung „nicht hinnehmen“. Ziel der Organisation sei es, das Ansehen der Türkei in der Welt zu fördern. Der Tweet sei den Veranstaltern erst nach dem Entscheid bekanntgeworden. Das Urteil sei nach stundenlangen Beratungen über dessen Inhalt gefallen.

Panorama

Wasserarmut in Südafrika: Politikerin stolz auf fette Haare

Fettige Haare sind für die Regierungschefin der südafrikanischen Provinz Westkap wegen der andauernden Wasserknappheit rund um Kapstadt ein Statussymbol. Sie dusche und wasche ihre Haare nur noch jeden dritten Tag, erklärte Helen Zille. Dazwischen müsse einfaches Waschen reichen. Früher habe sie täglich Haare gewaschen, in diesen Zeiten seien „fettige Haare aber genauso ein Statussymbol wie ein verstaubtes Auto“.

In Südafrika stieß ihre Erklärung auf Verwunderung, in Sozialen Medien war ihr reichlich Spott sicher. Heute wehrte sie sich auf Twitter gegen Darstellungen, dass sie sich nur alle drei Tage wasche. „Keine Fake News bitte. Ich wasche mich jeden Tag am Waschbecken. Ich dusche alle drei Tage“, erklärte Zille, eine der prominentesten Kritikerinnen der südafrikanischen Regierungspartei ANC.

Restriktionen verordnet

Für Kapstadt und Teile des Umlands gilt derzeit die höchste Warnstufe für Wasserknappheit: Bürger und Urlauber sind aufgefordert, pro Tag höchstens 87 Liter Wasser zum Waschen, Kochen und Trinken zu nutzen. Die Provinzregierung hat auch das Bewässern von Gärten, das Autowaschen und das Füllen von Swimmingpools verboten. Zum Spülen der Toilette soll man demnach Brauch- oder Regenwasser nutzen.

Zille wurde von einer Zeitung vorgeworfen, sie halte sich nicht an die Restriktionen. Darauf antwortete sie am Dienstag mit einer langen Kolumne, in der sie auch ihre Duschgewohnheiten erörterte. „Mein Mann und ich nutzen so wenig Wasser, dass ich mich manchmal um die hygienischen und ästhetischen Konsequenzen sorge“, schrieb sie.

Lifestyle