Ausland

Berlin besorgt über FPÖ-Einfluss auf Geheimdienste

Das deutsche Bundeskanzleramt befürchtet einem Zeitungsbericht zufolge, dass mit der Regierungsbeteiligung der FPÖ die Kooperation der westlichen Geheimdienste schwerer wird. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel habe sich beim Besuch von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) besorgt darüber geäußert, dass die FPÖ mit dem Innen-, Verteidigungs- und dem Außenministerium Schlüsselressorts besetze, an die im Zuge des Austausches der Dienste sensible Informationen geleitet würden, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Samstag-Ausgabe).

Wie das Blatt unter Berufung auf nicht näher benannte Kreise berichtet, äußerte Merkel die Sorge, dass von der FPÖ, die die Nähe zu Russland sucht, Erkenntnisse nach Moskau gelangen könnten, die es den dortigen Nachrichtendiensten ermöglichten, Rückschlüsse auf die Quellen westlicher Dienste zu ziehen. Wien müsse daher darauf vorbereitet sein, dass westliche Dienste nicht mehr in gleichem Maße Informationen teilen würden, hieß es.

Ein deutscher Regierungssprecher wollte sich auf Anfrage der „FAZ“ nicht zu Details der Gespräche äußern und erklärte: „Über vertrauliche Gespräche der Bundeskanzlerin berichte ich grundsätzlich nicht.“ Über „operative nachrichtendienstliche Angelegenheiten“ würden nur die geheim tagenden Gremien des deutschen Bundestages informiert.

Drohender „Shutdown“: Trump sagte Florida-Reise ab

Angesichts des drohenden Stillstandes von Teilen des öffentlichen Dienstes in den USA hat Präsident Donald Trump seine für heute Nachmittag (Ortszeit) geplante Abreise nach Florida abgesagt. Das bestätigte das Weiße Haus.

Treffen mit Schumer

Trump wollte in sein Feriendomizil Mar-a-Lago reisen, wo morgen eine Gala anlässlich des ersten Jahrestages seiner Amtseinführung geplant ist. Der Präsident traf stattdessen am Nachmittag den demokratischen Fraktionschef im Senat, Chuck Schumer, um über den drohenden „Shutdown“ sprechen. Schumer sagte nach dem Treffen mit Trump: „Wir haben alle offenen Fragen besprochen. Wir sind etwas vorangekommen, stimmen in einer ganzen Reihe von Punkten aber nicht überein. Die Diskussion geht weiter.“

Frist für Kompromisslösung läuft aus

In der Nacht läuft in den USA eine Frist ab, bis zu der der Kongress einen Kompromiss über eine Übergangsfinanzierung finden muss. Sonst geht der Regierung das Geld aus. Dann käme der öffentliche Dienst in den USA - pünktlich zum ersten Jahrestag von Trumps Amtseinführung - in weiten Teilen zum Erliegen. Ämter und Behörden blieben geschlossen.

In der Nacht auf heute stimmte das Repräsentantenhaus zwar mit klarer Mehrheit der Republikaner einem Gesetzesentwurf zu, der eine Schließung erneut bis zum 16. Februar vermeiden würde. Aber die Zustimmung im Senat war fraglich. Die Republikaner sind dort auf Unterstützung der Demokraten angewiesen, weil sie allein nicht auf die notwendige Stimmenzahl kommen. Mehrere Demokraten wollen aber gegen das Gesetz stimmen, weil es nicht auf ein Schutzprogramm für junge Migranten eingeht.

Türkei attackiert Kurden in Syrien

Ankara hat nach tagelangen Drohungen nun mit einer Militäroperation gegen Kurden in Syrien begonnen: Türkische Truppen nahmen mehrere kurdische Dörfer im Grenzgebiet unter schweren Beschuss. Ankara sprach vom De-facto-Beginn einer Offensive - unklar ist aber, ob die Türkei auch in Syrien einmarschieren wird.

Ankara, das sich gegen den US-Plan einer kurdisch-arabischen Grenzschutztruppe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Nordsyrien wehrt, geht diplomatisch ein hohes Risiko ein: Es droht, mit einer Offensive den NATO-Partner USA und zugleich Russland vor den Kopf zu stoßen.

Mehr dazu in Operation „Schutzschild Euphrat“ läuft

Libanon: Zehn syrische Flüchtlinge bei Schneesturm erfroren

In den libanesischen Bergen sind zehn syrische Flüchtlinge in einem Schneesturm erfroren. Bei den Opfern handelte es sich nach Angaben eines Verantwortlichen des libanesischen Zivilschutzes von heute um sechs Frauen, zwei Männer und zwei Kinder.

Die libanesische Armee teilte mit, Soldaten hätten während einer Patrouille die Leichen von neun Flüchtlingen gefunden. Das zehnte Opfer sei im Krankenhaus gestorben.

Von Schleppern über die Grenze gebracht

Nach Angaben der Armee waren die Flüchtlinge von Schleppern über die syrisch-libanesische Grenze gebracht worden. Fünf Flüchtlinge hätten überlebt. Zwei syrische Schlepper seien festgenommen worden. Die Soldaten suchten nach möglichen weiteren Menschen, die im Schnee feststecken könnten. Im Libanon leben fast eine Million Flüchtlinge aus dem Nachbarland Syrien, wo seit fast sieben Jahren ein Bürgerkrieg tobt.

Ägyptens Staatschef Sisi kandidiert für Wiederwahl

Der ägyptische Staatschef Abdel Fattah al-Sisi tritt bei der Präsidentschaftswahl im März für eine zweite Amtszeit an. Sisi gab seine Kandidatur heute bei einer im Fernsehen übertragenen Ansprache in Kairo bekannt. Er geht damit als klarer Favorit in die Wahl, deren erste Runde für Ende März angesetzt ist.

Kandidatur war erwartet worden

Der frühere Armeechef hatte den Putsch gegen den islamistischen Staatschef Mohammed Mursi angeführt und 2014 das Präsidentenamt übernommen. Dass er für eine weitere Amtszeit kandidiert, war allgemein erwartet worden.

Kandidaturen können bis Ende Jänner eingereicht werden. Ein möglicher Herausforderer Sisis, der frühere Regierungschef Ahmed Schafik, hatte kürzlich mitgeteilt, dass er entgegen einer früheren Ankündigung nicht kandidieren werde.

Merkel und Macron wollen EU und Euro-Zone stärken

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron drücken bei EU-Reformen aufs Tempo. Bis März wolle man Vorstellungen zur Stärkung der EU vorlegen, sagte Merkel heute bei ihrem Besuch in Paris. „Die Euro-Zone muss Avantgarde sein, wenn es um die Wettbewerbsfähigkeit geht“, so Merkel. Bezüglich des Regierungsbildungsprozesses in Deutschland äußerte auch Macron die Hoffnung auf eine Zustimmung der SPD zu einer Großen Koalition.

Experte: Mossad ließ Tausende Menschen töten

Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad hat nach Recherchen eines israelischen Experten mehrere tausend Menschen getötet. „Alles in allem reden wir über mindestens 3.000, darunter nicht nur die Zielpersonen, sondern auch viele Unschuldige, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren“, zitiert das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe den Journalisten und Buchautor Ronen Bergman.

Allein während der zweiten Intifada gab es laut Bergman Tage, an denen vier bis fünf „gezielte Tötungen“ angeordnet worden seien, in der Regel gegen Mitglieder der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas. Bergman veröffentlicht nächste Woche ein neues Buch „Der Schattenkrieg. Israel und die geheimen Tötungskommandos des Mossad. Ein SPIEGEL-Buch“.

„Institut für Aufklärung und besondere Aufgaben“

Bergman hat nach eigener Aussage für seine Recherchen mit rund 1.000 Menschen gesprochen, unter ihnen sechs frühere Mossad-Chefs und sechs israelische Ministerpräsidenten, wie Ehud Barak und Ehud Olmert, aber auch mit dem amtierenden Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Das Buch erzählt weitgehend chronologisch die Entwicklung des israelischen Geheimdienstes bis zum Herbst 2017. Dabei beschreibt Bergman die Missionen des Mossad und die politischen Entscheidungsprozesse dahinter. Offiziell heißt der Mossad „Institut für Aufklärung und besondere Aufgaben“.

Trump nennt Abtreibungsgegner „Bewegung der Liebe“

US-Präsident Donald Trump hat Tausenden Abtreibungsgegnern in Washington den Rücken gestärkt. Er wandte sich heute in einer Rede im Rosengarten des Weißen Hauses an Demonstranten, die sich auf der National Mall versammelt hatten. Ihre Bewegung sei eine Bewegung, die aus Liebe geboren sei, erklärte Trump.

„Ihr liebt eure Familien, ihr liebt eure Nachbarn und ihr liebt jedes Kind - geboren und ungeboren - weil ihr daran glaubt, dass jedes Leben heilig und jedes Kind ein kostbares Geschenk von Gott ist.“

Rede live übertragen

Trumps Rede wurde live auf der Kundgebung des „March for Life“ („Marsch für das Leben“) übertragen. Es war das erste Mal, dass ein Präsident auf diese Weise zu den Demonstranten sprach. Frühere republikanische Amtsinhaber sprachen telefonisch zu den Demonstranten. Der „March for Life“ findet seit 1974 jährlich statt.

Haltung geändert

Trump hat sich in der Vergangenheit lange dafür ausgesprochen, die Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch den Frauen zu überlassen. Das ist unter vielen Republikanern eine unpopuläre Meinung. Während des Wahlkampfes änderte Trump seine Haltung und erklärte, er trete für den Schutz des ungeborenen Lebens ein. Er kündigte heute an, eine für das Abtreibungsrecht wichtige Grundsatzentscheidung neu aufzurollen.

Ehemaliger Trump-Berater in Ungarn per Haftbefehl gesucht

Ein ehemaliger Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump wird seit dem Jahr 2016 per Haftbefehl in Ungarn gesucht. Laut dem Dokument, das heute auf der Website der ungarischen Polizei einzusehen war, wird Sebastian Gorka wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Waffengesetz gesucht. Das ungarische Nachrichtenportal 444.hu hatte zuvor berichtet, ein Leser habe Gorkas Namen auf einer Fahndungsliste der Polizei entdeckt.

Der Haftbefehl stammt vom 17. September 2016. Ein Polizeisprecher teilte der Nachrichtenagentur AFP nun in einer E-Mail mit, er könne keine Details zu dem mutmaßlichen Verbrechen nennen. Laut 444.hu könnte es sich um einen Vorfall aus dem Jahr 2009 handeln. Gorka wies den Bericht im Kurzbotschaftendienst Twitter zurück: „Ich bin 2008 in die USA gezogen. (LEGAL!)“ „More FAKE NEWS“ (mehr Falschnachrichten), erklärte er gegenüber der britischen Tageszeitung „Guardian“.

Gorka wurde als Sohn ungarischer Eltern in Großbritannien geboren und lebte von den frühen 90er Jahren bis 2008 mehrere Jahre in Ungarn. Er hat die ungarische, britische und US-Staatsbürgerschaft. Zwischen Jänner und August 2017 war er nationaler Sicherheitsberater im Weißen Haus. Der ehemalige Redakteur der rechten Nachrichtenwebsite Breitbart arbeitet inzwischen als Experte für Sicherheitsfragen beim US-Fernsehsender Fox News.

Inland

Drohende Ausweisung: Kneissl weist Kritik zurück

Die Kritik an der drohenden Ausweisung von negativ beschiedenen Flüchtlingen, die gerade eine Lehre in Mangelberufen machen, ist von FPÖ-Integrationsministerin Karin Kneissl heute in einer Aussendung zurückgewiesen worden. „Der Ausgang eines rechtsstaatlichen Verfahrens ist zu akzeptieren“, so Kneissl. Ein Ausbildungsverhältnis könne nicht einfach eine rechtsstaatliche Entscheidung aushebeln.

Der Schlüssel liege zweifelsfrei in schnelleren Asylverfahren: „Je schneller Klarheit herrsche, desto besser ist es für alle Beteiligten.“ Die „Masse an Asylwerbern“, die im Rahmen der Flüchtlingskrise seit 2015 nach Österreich gekommen sei, mache aber schnelle Asylverfahren trotz einer starken Aufstockung des Personals im Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl unmöglich.

Kneissl verweist auf Projekte

Man müsse den jugendlichen Asylwerbern klar kommunizieren, dass ihnen trotz Lehre die Abschiebung drohen könne und das Ausbildungsverhältnis sie davor nicht schütze.

In ihrem Ressort würden zahlreiche Projekte unterstützt, die asylberechtigten Jugendlichen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt und bei der Suche nach einer Lehrstelle helfen, auch in Kooperation mit Unternehmen. Auf diese Jugendlichen, deren Asylverfahren bereits abgeschlossen sei und die somit langfristig in Österreich bleiben könnten, „sollten wir unsere Integrationsbemühungen fokussieren“, so Kneissl.

Neue Grenzpolizei soll 600 Beamte umfassen

Die von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) gestern angekündigte neue Grenzpolizei soll etwa 600 Mitarbeiter umfassen und ein Verbund unterschiedlicher Einheiten sein. Das kündigte der Generalsekretär des Innenministeriums, Peter Goldgruber, im Gespräch mit der APA an. Bis Mitte des Jahres sollen die Pläne abgeschlossen sein, danach schrittweise die Umsetzung erfolgen.

Ziel der Organisationsreform ist es, Grenzkontrollen schneller und effizienter durchführen zu können. Eingesetzt werden dafür Beamte, die bereits in der Schleierfahndung aktiv waren, also im Hinterland oder stichprobenartig im Zugsverkehr kontrollieren.

Vorgesehen ist, dass man künftig ein Grenzmanagement möglichst rasch mit mobilen Zäunen und Containern hochziehen kann. Der größte Teil der dafür benötigten Logistik ist laut Goldgruber bereits vorhanden. Spätestens nach 48 Stunden soll eine engmaschige Grenzkontrolle garantiert sein, „im Idealfall früher“.

SPÖ und NEOS kritisieren „Europafeindlichkeit“ der FPÖ

Die SPÖ und NEOS haben heute erneut kritisiert, dass die FPÖ Teil der europafeindlichen ENF-Fraktion bleiben werde.

„Dass Strache & Co. damit auch weiterhin mit deklarierten Europafeinden wie dem rechtsextremen Front National oder Geert Wilders verbündet bleiben, zeigt, dass das proeuropäische Bekenntnis der FPÖ nur Schall und Rauch ist“, so SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) plaudere offenbar lieber in Talkshows, „als endlich zur antieuropäischen Haltung der FPÖ, aber auch zu den gefährlichen verbalen Zündeleien von (FPÖ-Chef Vizekanzler Heinz-Christian, Anm.) Strache in Sachen Bosnien-Herzegowina Stellung zu nehmen“, so Lercher in einer Aussendung.

NEOS: Völlig unglaubwürdig

NEOS kritisierte ebenfalls die Ankündigung der FPÖ, in der ENF-Fraktion zu bleiben. „Jeder proeuropäische Anschein der FPÖ bleibt mit einem Verbleib in der ENF völlig unglaubwürdig - Bundeskanzler Kurz darf das nicht akzeptieren“, so die NEO-Nationalratsabgeordnete Claudia Gamon in einer Aussendung.

Dass sich FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky zudem einen Zusammenschluss aller EU-Skeptiker aus anderen europafeindlichen Fraktionen wünsche, mache die Sache nicht besser. „Nur ein Austritt aus der ENF wäre ein glaubwürdiger Schritt“, so Gamon abschließend.

Sport

Skiflug-WM: Kraft wahrt Medaillenchance

Stefan Kraft hat bei der Skiflug-WM in Oberstdorf zur Halbzeit seine Chance auf eine Medaille gewahrt. Der Salzburger klassierte sich heute nach zwei Durchgängen in Oberstdorf auf dem vierten Platz.

Allerdings benötigt der 24-Jährige aber im wahrsten Sinn des Wortes einen Kraftakt, denn auf den drittplatzierten Polen Kamil Stoch fehlen vor den abschließenden zwei morgigen Flügen 19,5 Punkte. Klarer Favorit auf Gold ist der Norweger Daniel Andre Tande, dessen „Poker“ am ersten Wettkampftag voll aufging.

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Ski alpin: Perfektes Kitz-Comeback für Svindal

Aksel Lund Svindal ist zwei Jahre nach seinem schweren Sturz in der Abfahrt in Kitzbühel wieder auf die oberste Stufe des Podests zurückgekehrt. Der 35-jährige Norweger feierte heute im Super-G einen klaren Sieg vor seinem Landsmann Kjetil Jansrud. Auf einer aufgrund von Schnee und Regen veränderten Strecke mit ungewohntem Start und Ziel holte sich Svindal seinen dritten Super-G-Erfolg auf der Streif. Aber auch Österreich durfte sich dank Matthias Mayer über einen Podestplatz freuen.

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Wirtschaft

Pläne für neue MWSt-Regeln: Mehrere EU-Staaten skeptisch

Mehrere Staaten sehen die von der EU-Kommission zuletzt vorgeschlagenen neuen Mehrwertsteuerregeln mit Skepsis. Es sei fraglich, ob dadurch, wie von der Kommission erhofft, wirklich Vereinfachungen geschaffen würden, hieß es heute aus EU-Ratskreisen.

Kommission: Weniger Verwaltungskosten

Geht es nach der Kommission, sollten für Klein- und Mittelbetriebe die Verwaltungskosten vor allem bei grenzüberschreitenden Projekten reduziert werden. Der Mindestmehrwertsteuersatz soll 15 Prozent betragen. Ob die Staaten die Regeln anwenden, würde ihnen obliegen. In Österreich beträgt der Regelsatz derzeit 20 Prozent.

Den Vorschlägen zufolge soll jedes Land zudem zwei ermäßigte Mehrwertsteuersätze zwischen einer Untergrenze von fünf Prozent sowie dem vom Staat gewählten Normalsatz anwenden können. Außerdem ist auch ein Nullsteuersatz für eine bestimmte Produktgruppe vorgesehen sowie ein weiterer reduzierter Satz zwischen null und dem vom Land gewählten ermäßigten Mehrwertsteuersatz geplant.

Mehr Aufwand befürchtet

Der Aufwand für die Unternehmer würde mit der Anwendung solcher neuen Regeln wohl sogar noch weiter ansteigen, erklärten EU-Diplomaten. Die EU-Finanzminister befassen sich Dienstag nächster Woche erstmals mit dem Thema - Österreich wird erstmals durch den neuen Ressortchef Hartwig Löger (ÖVP) vertreten sein.

Chronik

Polizei: Schütze von Las-Vegas-Blutbad handelte allein

Bei dem Massaker in Las Vegas sind im Oktober 2017 weit mehr Menschen verletzt worden als bisher öffentlich bekannt. Sheriff Joe Lombardo sprach heute von 800 Verletzen, bisher war immer von mehr als 500 gesprochen worden. Von den 800 Verletzten hätten 422 auf verschiedene Weise Schussverletzungen erlitten. Im vorläufigen Abschlussbericht geben sich die Ermittler überzeugt, dass Stephen Paddock der alleinige Täter sei.

Motiv weiterhin unklar

Allerdings werde gegen eine zweite Person ermittelt, bei der es sich aber nicht um die Lebensgefährtin Paddocks handle, hieß es im Bericht. Ein Motiv Paddocks sei nach wie vor nicht bekannt. Sheriff Lombardo sagte, auf einem Computer Paddocks sei Kinderpornografie gefunden worden.

In der Nacht auf den 1. Oktober hatte Stephen Paddock (64), ein bis dahin unauffällig lebender Spieler, von seinem hoch gelegenen Hotelzimmer aus das Feuer auf ein Musikfestival mit 20.000 Besuchern eröffnet. Er erschoss 58 Menschen. Abschließend tötete er sich laut Polizei selbst.

Dem 81 Seiten starken Bericht zufolge feuerte Paddock etwa 1.100 Schuss ab, weitere 4.000 Schuss hatte er in seinem Zimmer vorrätig. Die Ermittler fanden 23 Waffen.

Schweres Erdbeben erschütterte Nordwesten Mexikos

Ein schweres Erdbeben hat den Nordwesten von Mexiko erschüttert. Das Zentrum des Bebens der Stärke 6,3 nach Richter lag rund 75 Kilometer nordöstlich von Loreto im Bundesstaat Baja California Sur im Golf von Kalifornien, wie der Zivilschutz heute mitteilte. Zunächst wurden keine Schäden und Opfer gemeldet. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht herausgegeben. Im vergangenen September war Mexiko von zwei starken Erdbeben erschüttert worden. Dabei stürzten zahlreiche Häuser ein, Hunderte Menschen kamen ums Leben.

USA: Grausige Details im Fall der befreiten Geschwister

Nach der Befreiung von 13 Geschwistern in Kalifornien hat die Staatsanwaltschaft gestern Anklage gegen die beiden Eltern erhoben. Sie werden formell der Folter und Kindesmisshandlung beschuldigt - Vorwürfe, die das Ehepaar allesamt abstreitet.

Der Staatsanwalt gab im Anschluss an die Anhörung der Eltern aber Einblicke in das qualvolle Leben der Kinder und zeichnete das Bild von geradezu sadistischen Eltern. Die jugendliche Tochter, die schließlich die Polizei alarmieren konnte, dürfte ihre Flucht bereits seit Langem geplant haben.

Mehr dazu in Flucht zwei Jahre lang geplant

Science

Religion

D: Diözese Regensburg zahlt Gewaltopfern 178.000 Euro

Die katholische Kirche setzt die Aufarbeitung der früheren Misshandlungen von Chorknaben der Regensburger Domspatzen fort. Im vergangenen Jahr wurden an Opfer körperlicher Gewalt durch damalige Kirchenmitarbeiter insgesamt 178.000 Euro gezahlt.

Wie die Diözese Regensburg heute in einem Zwischenbericht mitteilte, hatten im vergangenen Jahr 75 Personen einen Antrag auf Anerkennung erlittener körperlicher Gewalt gestellt.

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IT

Gesundheit

Website listet rauchfreie Lokale auf

Auf der Homepage Da.stinkts.net werden österreichweit garantiert rauchfreie Lokale ausgewiesen. Heute Vormittag waren über 1.000 Gaststätten eingetragen. Lokale können sich entweder selbst registrieren oder auch von Gästen vorgeschlagen werden.

„Es kommen für uns nur 100 Prozent rauchfreie Lokale in Betracht. Mischlokale (also mit Raucher- und Nichtraucherbereich) bieten keinen kompletten Nichtraucherschutz, weil es wissenschaftlich als erwiesen gilt, dass auch in Nichtraucherbereichen Tabakrauch bzw. die gefährlichen, lungengängigen Feinstaubpartikel messbar sind“, so die privaten Initiatoren.

Medien

Kultur

„Cry Baby“: Janis Joplin wäre 75

Heute wäre die legendäre Rock- und Bluessängerin Janis Joplin 75 Jahre alt geworden. Sie starb 1970 an einer Überdosis Heroin. Joplin war einer von vier Stars, die zwischen Juli 1969 und Juli 1971 ihr Leben ließen - allesamt erst 27 Jahre alt.

Portraet von Janis Joplin aus dem Jahr 1970

APA/dpa

Weil sie einen exzessiven bis selbstzerstörerischen Lebensstil pflegten, war bald vom „Club 27“ der Promiopfer von „Sex & Drugs & Rock ’n’ Roll“ die Rede. Außer Joplin gehörten dem „Club“ auch Brian Jones (Rolling Stones), Jimi Hendrix und Jim Morrison (The Doors) an.

Ikone der Hippiekultur

Joplin wurde zur Ikone der Hippiekultur und - ob berechtigt oder nicht - mit ihrem auf und neben der Bühne zur Schau gestellten Selbstbewusstsein zu einer frühen feministischen Leitfigur. In ihrer Bedeutung für den Sixties-Mythos rangiere sie direkt hinter Bob Dylan, urteilte wenige Jahre nach ihrem Drogentod am 4. Oktober 1970 das US-Magazin „Rolling Stone“.

In der Kindheit und Jugend erlebte das in eine typische texanische Mittelschichtfamilie geborene, von vielen wegen ihres Aussehens drangsalierte Mädchen dauerhaft prägende Schmähungen. Zu ihrem Vorbild wurde damals Bessie Smith - die ebenfalls für ihren exzessiven Lebensstil bekannt war.

Größter Erfolg ihrer Musik erst nach Tod

Mit 18 ging Joplin nach Kalifornien, um in der aufblühenden Gegenkultur Sängerin zu werden. 1966 wurde sie für die Band Big Brother And The Holding Company als Frontfrau angeheuert - und schlug voll ein, mit einem tollen Auftritt beim Monterey Pop Festival 1967, einem starken Debütalbum und dem noch besseren Nachfolger „Cheap Thrills“. Der Rest ihrer kurzen Karriere verlief wie bei so vielen früh verglühten Rockhelden. Bandprojekte scheiterten, Liebesbeziehungen endeten im Chaos, die Sucht forderte einen Tribut.

Janis Joplin auf der Bühne 1969

APA/AP

Das Album „Pearl“ erschien dann - inklusive des von Kris Kristofferson für Joplin geschriebenen Welthits „Me And Bobby McGee“ - im Februar 1971, wenige Monate nach ihrem Tod. Es führte wochenlang die US-Charts an und gilt als eine der besten Platten aller Zeiten. Joplins Tod an einer Überdosis Heroin gilt als besonders tragisch, weil sie ihre Drogensucht eigentlich bereits eine Zeit lang hinter sich hatte und in einer stabilen Beziehung stand.

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