Ausland

Kuwait weist iranische Diplomaten aus

Der Iran muss auf Anordnung Kuwaits 15 seiner 19 Diplomaten aus dem Emirat abziehen. Sie müssten binnen 45 Tagen das Land verlassen, hieß es aus dipomatischen Kreisen in Kuwait. Die Nachrichtenagentur KUNA berichtete heute, die iranische Kulturmission und andere Büros müssten geschlossen werden. Die Maßnahme stehe in Verbindung mit der Aufdeckung einer Terrorzelle.

Das iranische Außenministerium bestellte in einer ersten Reaktion den kuwaitischen Geschäftsträger ein. Das berichtete die Nachrichtenagentur IRNA. Die iranischen Medien vermuten Teherans Erzfeind Saudi-Arabien hinter dem Schritt Kuwaits.

Die Entscheidung kommt inmitten der Golfkrise um Katar. Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten hatten Anfang Juni alle diplomatischen Kontakte zu dem Emirat abgebrochen. Sie werfen Katar die Unterstützung von Terrorgruppen und zu enge Kontakte zum Iran vor. Kuwait vermittelt in dem Konflikt.

Polen: Justizreform passiert Unterhaus

In Polen hat das Unterhaus des Parlaments heute der auch in der EU umstrittenen Justizreform zugestimmt. Nun muss das Gesetz, durch das die Regierung Einfluss auf das Oberste Gericht nehmen kann, noch das Oberhaus passieren. In beiden Parlamentskammern hat die nationalkonservative Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) die Mehrheit.

Die polnische Opposition und die EU befürchten, dass die Justiz durch die Reform ihre Unabhängigkeit verliert. Rechtstaatlichkeit, Freiheit, Demokratie und Achtung der Menschenrechte sind Grundwerte in der EU. Die EU-Kommission hat dem EU-Mitglied Polen daher mit dem Entzug seiner Stimmrechte gedroht.

Tusk fordert andere Lösung

EU-Ratspräsident Donald Tusk rief den polnischen Präsidenten Andrzej Duda auf, eine andere Lösung als den bisherigen Entwurf zu finden. Tusk will sich mit Duda treffen, was dieser aber verweigert. Tusk sagte, wenn die Gerichte tatsächlich unter die Kontrolle der Regierungspartei gerieten, schade das dem Ruf Polens. Die EU-Kommission hat dem EU-Mitglied Polen bereits mit dem Entzug seiner Stimmrechte gedroht.

Tausende Menschen haben immer wieder gegen die Pläne der Regierung protestiert. Bereits in der vergangenen Woche wurde ein Gesetz verabschiedet, laut dem das Parlament 15 der 25 Mitglieder des Nationalen Justizrates wählen kann. Seit ihrem Wahlsieg im Jahr 2015 bemüht sich die PiS um mehr Einfluss der Regierung auf Gerichte und Staatsanwaltschaft sowie auf die öffentlich-rechtlichen Medien.

Generalstreik in Venezuela begonnen

In Venezuela hat der Generalstreik gegen die von Staatspräsident Nicolas Maduro geplante Verfassungsänderung begonnen. Die Demonstranten wollen mit der heute Früh (Ortszeit) begonnenen Arbeitsniederlegung die linksnationale Regierung unter Druck setzen, damit eine am 30. Juli geplante Wahl zu einer verfassunggebenden Versammlung nicht stattfindet.

Die Opposition wirft Maduro vor, das Gremium mit eigenen Anhängern besetzen zu wollen, um sich „diktatorische Vollmachten“ zu sichern. Am Sonntag hatten Regierungsgegner ein symbolisches Referendum gegen die verfassunggebende Versammlung veranstaltet.

Daran beteiligten sich nach ihren Angaben rund 7,6 Millionen der rund 19 Millionen Wahlberechtigten im In- und Ausland. 95 Prozent stimmten gegen die von Maduro einberufene Versammlung und für die Beibehaltung der Verfassung, die unter dem 2013 gestorbenen Präsidenten Hugo Chavez verabschiedet worden war.

US-Justizminister trotzt Trump-Kritik

Trotz der harten Kritik von US-Präsident Donald Trump an seiner Person will US-Justizminister Jeff Sessions im Amt bleiben. „Ich habe die Absicht, das so lange zu tun, wie es angemessen ist“, antwortete Sessions auf entsprechende Fragen bei einer Presskonferenz heute in Washington.

Trump hatte den Minister zuvor in scharfen Worten abgekanzelt und ihm „extrem unfaires“ Verhalten vorgeworfen. Dieser hatte sich aus Gründen der Befangenheit aus den Russland-Ermittlungen des FBI zurückgezogen. Trump bereut laut eigenen Aussagen Sessions’ Ernennung zum Minister. Die Ermittler setzen einstweilen ihre Untersuchungen zu den Russland-Kontakten der Trumps fort.

Mehr dazu in Sohn und Schwiegersohn vor Ausschüssen

Rücktritt des Generalstabschefs: Macron will Wogen glätten

Nach dem Rücktritt des französischen Generalstabschefs Pierre de Villiers hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron versucht, die Wogen in der Armee zu glätten. „Ich weiß, was die Nation Ihnen schuldig ist“, sagte der Staatschef heute beim Besuch eines Luftwaffenstützpunkts im südfranzösischen Istres.

Er zeigte sich „stolz“ über die Armee und versprach, die Streitkräfte würden die notwendigen Mittel für ihre Missionen erhalten. Macron würdigte zudem die Verdienste von Villiers.

Die für dieses Jahr vorgesehenen Einsparungen im Verteidigungshaushalt von 850 Millionen Euro hätten keinerlei Auswirkungen auf Strategie, militärische Fähigkeiten und Truppenstärke, so der Präsident. Ab dem kommenden Jahr werde das Armeebudget erhöht - als einziger Haushaltsposten. Außerdem bekräftigte Macron das Ziel, den Verteidigungsetat bis 2025 auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts anzuheben.

Im Streit um Sparmaßnahmen bei den Streitkräften war Armeechef de Villiers zurückgetreten. Der Fünf-Sterne-General hatte die Einsparungen vergangene Woche kritisiert und war dafür von Macron öffentlich in ungewöhnlich scharfer Weise zurechtgewiesen worden. Die Opposition verurteilte den Umgang des Präsidenten mit dem Generalstabschef, der in der Armee großes Ansehen genießt.

Mindestens neun Soldaten in Ostukraine getötet

Trotz mehrerer Anläufe für eine Waffenruhe sind im ostukrainischen Kriegsgebiet bei Kämpfen erneut mindestens neun Soldaten getötet worden. Fünf weitere seien verletzt worden, sagte Armeesprecher Andrej Lyssenko heute in Kiew.

Sechs der Opfer seien bei einer Minenexplosion umgekommen. Die von Russland unterstützten Aufständischen hätten in der Nacht das Feuer mit schwerer Artillerie und Panzern eröffnet. Bereits am Vortag waren zwei Regierungssoldaten getötet und vier verwundet worden.

Neuer Friedensplan nicht umgesetzt

Die von Moskau unterstützen Aufständischen warfen ihrerseits den Regierungstruppen den Beschuss der westlichen Vorstadt von Donezk vor. Ein Kämpfer sei dabei getötet, mindestens drei Zivilisten seien verletzt worden, sagte Separatistensprecher Eduard Bassurin.

Ende Juni hatten die Konfliktparteien einen neuen Anlauf für eine dauerhafte Waffenruhe im Donbass unternommen. Ein international vermittelter Friedensplan wurde bisher nicht umgesetzt. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden seit April 2014 mehr als 10.000 Menschen getötet.

Mittelmeer-Route: Kurz und Alfano uneinig

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hat heute bei einem Treffen mit seinem italienischen Amtskollegen Angelino Alfano in Wien darauf gepocht, illegal in Italien via Mittelmeer eingetroffene Migranten nicht mehr von Inseln auf das Festland zu lassen. Kurz räumte allerdings ein, dass Alfano und er in Sachen Stopp des Fährverkehrs „noch nicht einer Meinung“ sei.

Das Gesprächsklima mit seinem Amtskollegen bezeichnete Kurz nach neuerlichen Spannungen zwischen Wien und Rom in der Flüchtlingspolitik in den vergangenen Tage als „ordentlich“.

Alfano habe auch eingeräumt, dass ein „Weiterwinken die Probleme nicht kleiner macht, sondern größer“. Der italienische Außenminister meldete sich selbst nicht zu Wort. Sein Wien-Besuch dient dazu, die Prioritäten des italienischen Vorsitzes in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Jahr 2018 vorzustellen.

Bekannte Standpunkte

Nach einem Treffen warnte Kurz vor Journalisten vor einer immer größeren „Überforderung“ in Mitteleuropa, zu der es ansonsten kommen könne. Er habe Alfano gesagt, dass „wir uns erwarten, dass der Fährverkehr für illegale Migranten zwischen den italienischen Inseln wie Lampedusa und dem italienischen Festland eingestellt wird“.

Kurz sagte, er wolle Flüchtlinge und Migranten nahe an den EU-Außengrenzen stoppen, sie dort versorgen und „zurückstellen“. „Die Rettung im Mittelmeer darf nicht verbunden sein mit einem Ticket nach Mitteleuropa“, sagte er einmal mehr. Kurz sagte, dass nach wie vor Vorbereitungsmaßnahmen vonseiten Innen- und Vereidigungsministerium im Gange seien, um gegebenenfalls die Brenner-Grenze zu schließen.

Inland

Suchtmittelbericht: Mehr Kontrollen, mehr Anzeigen

In Österreich sind im vergangenen Jahr mehr als 36.000 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz erstattet worden, um rund zehn Prozent mehr als im Jahr davor. Das geht aus dem Suchtmittelbericht 2016 hervor, den Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) heute in Wien präsentierte.

Sichergestellt wurden mehr als eine Tonne Cannabisprodukte, fast 87 Kilo Kokain, knapp 69 Kilo Heroin, an die 30.000 Stück Ecstasy, fast 88 Kilo Amphetamine und an die fünf Kilo Methamphetamin. 2015 waren fast 120 Kilo Kokain, etwas mehr als 10.000 Stück Ecstasy, 66 Kilo Amphetamine und knapp drei Kilo Methamphetamin sichergestellt worden. Die beschlagnahmten Mengen Heroin und Cannabis blieben annähernd gleich.

Drogenhandel soll zurückgedrängt werden

Die deutlich gestiegene Zahl der Anzeigen ist zumindest zu einem Teil auf eine am 1. Juni 2016 wirksam gewordene Gesetzesänderung zurückzuführen. Eine große Rolle spielt auch der Kontrolldruck. Als wesentlich bezeichnete Sobotka das Ziel, den Drogenhandel aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen. Das gelte nicht nur für Großstädte.

Einen weiteren Schwerpunkt bei der Bekämpfung der Drogenkriminalität stellt das Internet dar. Hier wird versucht, im Rahmen eines Präventionsprojekts mit Workshops darauf aufmerksam zu machen. Dass der verborgene Teil des Internets die Dealerei im öffentlichen Raum ablösen wird, glaubt der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit Konrad Kogler nicht.

Bei den Verbrechen gegen das Suchtmittelgesetz - das sind Delikte, die mit mehr als drei Jahren Strafe bedroht sind - sind Ausländer unter den angezeigten Tatverdächtigen mit 51 Prozent erstmals in der Mehrheit, so Kogler weiter. Bei den Vergehen - also Delikten mit einem Strafrahmen von maximal drei Jahren - waren rund 67 Prozent der Angezeigten Österreicher. Ebenfalls deutlich in der Mehrheit mit 62 Prozent der Angezeigten waren Österreicher bei Vergehen und Verbrechen zusammengenommen.

Kontroversielle Debatte über Arbeitszeit geht weiter

Die Debatte über eine Flexibilisierung der Arbeitszeit geht weiter. Es gehe nicht um eine generelle Ausweitung der Arbeitszeit auf zwölf Stunden täglich, sondern um Modelle für Spitzenzeiten, so Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner. Im öffentlichen Dienst, bei Polizei und Krankenhäusern seien im Übrigen Arbeitszeiten von bis zu 13 Stunden täglich erlaubt, sagte er in einer Aussendung.

Der Generalsekretär des ÖVP-Wirtschaftsbunds will das Thema Arbeitszeitflexibilisierung nicht als Politspielball sehen. Wichtig sei dabei der Wirtschaftsstandort Österreich, und nicht tagespolitische Stimmungsmache. „Das moderne Wirtschaftsleben erfordert immer öfter kurzfristige Mehrleistungen. Wenn diese etwa mit Zeitausgleich vergütet werden, verlängert sich die Arbeitszeit insgesamt nicht - sie wird nur verlagert.“

Gewerkschaft warnt vor Folgen

Hingegen warnt die Produktionsgewerkschaft Pro-Ge vor einem generellen Zwölfstundentag. Offenbar versuchten jetzt einige Unternehmer, eine generelle Verlängerung der Arbeitszeit mit der massiven Unterstützung von ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz durchzusetzen, heißt es in einer Pro-Ge-Aussendung. So hatte der oberösterreichische KTM-Chef Stefan Pierer angekündigt, die Wahlkampfspenden, die bis Ende Juli für Kurz eingehen, zu verdoppeln.

„Wir warnen eindringlich vor einem generellen Zwölfstundentag. Dieser muss auch künftig die Ausnahme bleiben. Einen Blankoscheck dafür wird es von den Gewerkschaften nicht geben“, sagte Pro-Ge-Vorsitzender Günther Goach (FSG). Alle Studien würden zeigen, dass lange und wechselnde Arbeitszeiten Beschäftigte ständig unter Zeitdruck setzen und krank machen. Unregelmäßige und über 40 Wochenstunden hinausgehende Arbeitszeiten seien schlecht für die Leistungsfähigkeit und erhöhten die Burn-out-Gefährdung.

Antisemitische Codes: FPÖ zieht keine Konsequenzen

Nach den Berichten über angebliche antisemitische Codes und Anspielungen durch den FPÖ-Politiker Johannes Hübner bei einem rechtsextremen Treffen in Deutschland hat FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl ein Gespräch mit dem Nationalratsabgeordneten geführt. Hübner werde künftig in seiner Wortwahl vorsichtiger sein, hieß es danach.

Hübner habe Kickl „glaubhaft versichert, dass jedweder Vorwurf in Richtung einer antisemitischen Intention von Passagen seines Vortrages aus dem Jahr 2016 nicht den Tatsachen entspricht“, teilte die FPÖ heute mit.

Der außenpolitische Sprecher der Freiheitlichen soll laut einem Bericht des „Standard“ (Mittwoch-Ausgabe) im Vorjahr bei einer Rede antisemitisch konnotierte Witzchen über den Schöpfer der österreichischen Verfassung, Hans Kelsen, gemacht und Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern eine gute Vernetzung zur Logenszene der Freimaurer unterstellt haben.

Rücktrittsforderungen und Kritik

Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) forderte deshalb den Rücktritt Hübners. Kern verurteilte die kolportierten Aussagen des FPÖ-Politikers ebenfalls. „Diese Mischung aus Antisemitismus und Verfolgungswahn ist absolut jenseitig und völlig inakzeptabel. Um dieses Verhalten zu bewerten, muss man nicht lange unseren Wertekompass bemühen“, postete Kern auf Facebook und spielte damit auf den SPÖ-Kriterienkatalog und eine mögliche Koalition mit der FPÖ an.

Laut Kickl habe Hübner ihm „zugesagt, künftig bei seiner Wortwahl mit besonderer Vorsicht vorzugehen, um selbst die Möglichkeit von Missinterpretationen weitestgehend zu vermeiden“. Für die FPÖ sei die Sache damit erledigt.

Wirtschaft

US-Strafe für Exxon wegen Russland-Geschäften

Das US-Finanzministerium geht wegen Sanktionsverstößen in Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt gegen Exxon Mobil vor. Der Ölmulti müsse zwei Millionen Dollar (1,7 Mio. Euro) zahlen, weil er unerlaubte Russland-Geschäfte getätigt habe, heißt es in einer heute online gestellten Mitteilung des Ministeriums.

Konkret sollen die Chefs von US-Töchtern von Exxon im Mai 2014 Vereinbarungen über Öl- und Gasprojekte zusammen mit dem Präsidenten des russischen Konkurrenten Rosneft OAO, Igor Setschin, unterzeichnet haben. Neben den Geschäften mit Setschin habe es auch Übereinkünfte mit einer weiteren Person gegeben, die mit Sanktionen belegt gewesen sei.

US-Außenminister war Exxon-Chef

Das Ministerium wirft Exxon vor, dass es die Verstöße nicht freiwillig gemeldet habe. Es handle sich um einen „unerhörten Fall“. Die Vorwürfe sind auch deshalb pikant, weil Exxon seit 2006 vom heutigen US-Außenminister Rex Tillerson geleitet wurde. Tillerson gilt als russlandfreundlich und hat wiederholt die gegen das Land verhängten Sanktionen kritisiert.

Ein Gemeinschaftsunternehmen von Exxon mit dem Staatskonzern Rosneft war an den Strafmaßnahmen gescheitert. Enge Verbindungen werden Tillerson auch zu dem Rosneft-Chef nachgesagt. Setschin bezeichnete Tillerson einmal als Freund, mit dem er gerne die Vereinigten Staaten auf dem Motorrad durchqueren wolle.

Exxon weist Vorwürfe zurück

Exxon wies die Vorwürfe als „fundamental unfair“ zurück. Das Unternehmen habe seinerzeit „klare Anweisungen“ der Regierung erhalten, dass Treffen mit Seschin erlaubt seien, solange es dabei nur um dessen persönliche Geschäftsaktivitäten und nicht die von Rosneft gehe. Nun versuche das Finanzministerium, nachträglich eine andere Auslegung der Verordnung zu den Sanktionen durchzusetzen.

Frauen erfolgreicher bei Crowdfunding

Frauen gelingt es öfter als Männern, ihre Crowdfunding-Kampagnen erfolgreich abzuschließen. Das zeigt eine Studie, für die die internationale Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers rund 450.000 Kampagnen ausgewertet hat.

Weltweit waren Crowdfunderinnen um ein gutes Drittel, in Asien sogar doppelt so erfolgreich wie ihre männlichen Kollegen. Die Studienautoren führen diesen Vorsprung unter anderem darauf zurück, dass Frauen ihre Projekte oft in sehr direkten, emotionalen Worten vorgestellt hätten, während viele Männer „trockene“ Fachvokabeln bevorzugten.

Grafik zum Crowdfunding

Grafik: ORF.at; Quelle: PricewaterhouseCoopers LLP, The Crowdfunding Center

Crowdfunding-Plattformen wie Indiegogo und Kickstarter sind in den letzten Jahren zunehmend wichtiger für Unternehmen geworden, die eigene Projekte ohne ausreichendes Startkapital verwirklichen wollen. Ob es sich um Schlafphasenwecker oder selbst gezeichnete Comics handelt - im Netz kann man seine Projekte vorstellen und um Investoren werben.

Männer reichen öfter ein und pokern höher

Laut dem Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg wurden 2016 auf den neun größten Crowdfunding-Portalen insgesamt über 767 Millionen Dollar (666 Mio. Euro) eingesammelt, ein enormer Anstieg gegenüber nur zehn Millionen (8,7 Mio. Euro) im Jahr 2009.

Den Löwenanteil dieser Summe kassierten allerdings trotz allem Männer, denn 2016 war die Mehrzahl der Antragsteller männlich. Zudem fiel den Studienautoren auf, dass sich Männer in ihren Kampagnen generell höhere Zielsummen steckten. Von 63 Kampagnen, die auf eine Summe über eine Million Dollar abzielten, waren elf Prozent von Frauen initiiert.

EZB-Leitzins bleibt auf Rekordtief von 0,0 Prozent

Europas Währungshüter halten - ungeachtet drängender Forderungen nach einem Ende der Geldflut - Kurs. Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt den Leitzins im Euro-Raum auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent und knöpft Geschäftsbanken für das Geldparken nach wie vor 0,4 Prozent Strafzinsen ab.

Zudem steckt die Notenbank noch bis mindestens Ende Dezember 2017 Monat für Monat 60 Milliarden Euro in den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen. Diesen Kurs bekräftigte der EZB-Rat heute bei seiner Sitzung in Frankfurt.

Mit viel billigem Geld versucht die EZB seit Jahren, der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen und die Teuerung anzuheizen. Angestrebt wird Preisstabilität bei einer Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent - weit genug entfernt von der Nullmarke.

Kurswechsel im September?

Weil die Zeiten einer Inflationsrate nahe null vorerst vorbei sind und die Konjunktur im Euro-Raum wieder besser geht, wächst der Druck auf die Währungshüter, ihren Anti-Krisen-Kurs zu beenden. Konkrete Schritte erwarten Ökonomen frühestens in der September-Sitzung des EZB-Rats. Dann liegen den Währungshütern die neuesten Prognosen der Notenbank zur Entwicklung der Konjunktur und der Teuerungsrate im Euro-Raum vor.

Der EZB-Rat werde im Herbst über den weiteren Kurs beraten, so EZB-Präsident Mario Draghi. Es sei aber einstimmig entschieden worden, kein genaues Datum festzulegen, wann Änderungen der Geldpolitik diskutiert würden.

Erste easyJet-„OE“-Maschine in Wien gelandet

Mit seiner neuen österreichischen Tochter hat sich der britische Billigflieger easyJet die EU-Lizenz gesichert. Die Fluglinie verlagert ihre Aktivität wegen des „Brexit“ zu einem Drittel nach Wien. Heute Vormittag landete das erste Flugzeug mit österreichischem Hoheitszeichen in Wien-Schwechat. Mehr als 100 Maschinen, die derzeit mit britischer Zulassung in EU-Staaten unterwegs sind, werden nun bis März 2019 auf Wien übertragen.

Mehr dazu in Ummeldung für 110 Flugzeuge

Musk hat angeblich Bauerlaubnis für Hyperloop

Der Investor und Unternehmer Elon Musk („Tesla“, „SpaceX“) hat heute Nachmittag - ohne nähere Angaben - getwittert, er habe eine mündliche Regierungszusage erhalten, zwischen New York City und Washington D.C. einen sogenannten Hyperloop zu bauen. Dabei handelt es sich um ein futuristisches Hochgeschwindigkeits-Transportsystem a la Rohrpost allerdings für Menschen.

Musk schrieb auf Twitter, dass die unterirdische Hyperloop-Fahrt vom Zentrum New Yorks ins Zentrum Washingtons über Philadelphia und Baltimore 29 Minuten dauern würde. Die Bau-Erlaubnis habe er für die Firma „The Boring Co“ erhalten. Diese Firma hat Musk kürzlich gegründet, um Transporttunnels zu bauen.

Sport

Tour de France: Froome bringt Gelb über den Berg

Christopher Froome hat sich auch bei der letzten Bergankunft der Tour de France keine Schwächen geleistet und das Gelbe Trikot eindrucksvoll verteidigt. Der Brite erreichte das Ziel auf dem Col d’Izoard nach erneut überragender Arbeit seiner Sky-Equipe auf Platz vier unmittelbar hinter dem Franzosen Romain Bardet und noch vor dem Kolumbianer Rigoberto Uran - seinen Gegnern im Kampf um den Gesamtsieg, der nun endgültig und zum bereits vierten Mal an Froome gehen dürfte. Der Etappensieg ging heute an Warren Barguil, den designierten „Bergkönig“ 2017.

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Fußball: Barcelona kämpft um frustrierten Neymar

Die Beziehung zwischen dem brasilianischen Superstar Neymar und seinem Team, dem FC Barcelona, ist offenbar erkaltet: Der Brasilianer klagt spanischen Medienberichten zufolge über zu wenig Wertschätzung in der von Superstar Lionel Messi überstrahlten Mannschaft.

Obwohl selbst das Barca-Präsidium versucht haben soll, den 25-Jährigen von einem Verbleib zu überzeugen, liebäugelt Neymar offenbar mit einem Wechsel zu Paris SG. Doch die festgeschriebene Ablösesumme von 222 Millionen Euro könnte selbst für die von Scheichs finanzierten Franzosen zu teuer werden.

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Bundesliga: Rapid geht bescheiden in die Saison

Vor dem Bundesliga-Auftakt mit dem Heimspiel gegen Mattersburg am Samstag hat sich Rapid-Trainer Goran Djuricin bescheiden gegeben. Nach der vergangenen Katastrophensaison, die die Wiener mit Ach und Krach auf Rang fünf beendeten, wäre es „vermessen, wenn wir den Meistertitel ausrufen“.

Stattdessen strebe man - in bester Hütteldorfer Tradition - das internationale Geschäft, sprich einen Platz in den Top Drei, an. „In zwei, drei Monaten sollten wir dort sein, wo ich es mir vorgestellt habe“, betonte der Chefcoach.

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Chronik

Mädchen erholt sich vollständig von Badeunfall

Das Mädchen, das vor zwei Wochen nach einem Badeunfall im Kaiserbad in Ellmau (Tirol) wiederbelebt werden musste, wird wieder gesund. Der Zustand der Sechsjährigen war äußerst kritisch.

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Urlauber nach Badezwischenfall gestorben

Jener 48 Jahre alte deutsche Urlauber, der gestern beim Schwimmen im Millstätter See in Kärnten wegen plötzlicher Atemprobleme gerettet werden musste, verstarb im Krankenhaus.

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Ermittler schließen zwei Darknet-Plattformen

Fahnder in den USA und Europa haben zwei große Onlineplattformen für den Handel mit Drogen, Hackersoftware und Waffen im Darknet geschlossen. Einer diese Märkte hat seit seiner Gründung im Jahr 2014 nach vorsichtigen Schätzungen eine Milliarde US-Dollar (rund 870 Mio. Euro) umgesetzt.

Wie US-Justizminister Jeff Sessions heute mitteilte, waren auf den Websites AlphaBay und Hansa im versteckten Teil des Internets, der über normale Suchmaschinen nicht zugänglich ist, Tausende Händler weltweit mit mehr als 200.000 Kunden verbunden. Die Aktion wurde von FBI, der US-Anti-Drogen-Behörde DEA, Europol und der niederländischen Polizei gemeinsam durchgeführt.

Drogen, Chemikalien, Malware

AlphaBay erreichte bis zur seiner Schließung mehr als 200.000 User und 40.000 Anbieter. Mehr als eine Viertelmillion Angebote an Drogen und giftigen Chemikalien waren gelistet, dazu mehr als 100.000 gestohlene oder gefälschte Dokumente, gefälschte Waren, Malware und weitere Schadsoftware sollen dort verfügbar gewesen sein. Bezahlt wurde mit Bitcoins oder anderen Kryptowährungen.

Als Begründer und Administrator von AlphaBay wurde von US-Ermittlern ein in Thailand lebender Kanadier identifiziert, der am 5. Juli festgenommen wurde. Kryptowährungen im Wert von mehreren Millionen US-Dollar wurden eingefroren, Server in Kanada und den Niederlanden beschlagnahmt.

Gegen Hansa wurde seit 2016 ermittelt und die Infrastruktur in den Niederlanden lokalisiert. Zwei Administratoren wurden in Deutschland festgenommen, Server in den Niederlanden, in Deutschland und in Litauen sichergestellt. Die niederländische Polizei fand Zigtausende Adressen ausländischer Kunden.

Kultur

Neuer Auftrag für „Game of Thrones“-Schöpfer

Noch ist die Serie „Game of Thrones“ nicht abgedreht - doch schon gibt es Pläne für ein neues Projekt: Der Pay-TV-Sender HBO hat die Macher des Erfolgsformats, David Benioff und Dan B. Weiss, mit einer neuen Produktion beauftragt. Die neue Serie „Confederate“ („Die Konföderierten“, ein anderes Wort für die US-Südstaaten im Amerikanischen Bürgerkrieg) führt die Zuschauer in eine alternative Vergangenheit.

In dieser Welt hat es keinen Sieg der Yankees im Bürgerkrieg (1861-1865) gegeben. „Wir sind begeistert, dass wir die Zusammenarbeit mit Dan und David fortsetzen können. Wir wissen, dass die beiden jedes Thema, das sie anpacken, in eine einzigartige und anspruchsvolle Serie umsetzen“, teilte HBO-Programmchef Casey Bloys mit.

Sklaverei gesellschaftlich etabliert

Dabei entwickeln die Schöpfer einen neuen Zeitstrahl, bei dem sich die Südstaaten der USA vom Rest des Landes abgelöst haben. In jenem fiktiven Staat ist die Sklaverei gesellschaftlich etabliert und hat sich zu einer Institution auch in der Moderne entwickelt.

Im Zentrum der Handlung stehen die Figuren in beiden amerikanischen Staaten entlang der Mason-Dixon-Linie, einer entmilitarisierten Zone, die die Staaten mit und ohne Sklaverei voneinander trennt. Freiheitskämpfer, Politiker, Sklavenjäger und Journalisten sowie die Familien der Sklaven selbst spielen in der Serie eine Rolle.

„Wir sprechen seit Jahren über ‚Confederate‘, hatten zunächst aber ein Filmkonzept im Kopf. Doch die Erfahrungen mit ‚Thrones‘ haben uns überzeugt, dass keiner eine bessere und größere Leinwand für Storytelling bietet als HBO“, so Benioff und Weiss. Die Produktion der Serie soll im Anschluss an die achte und letzte Staffel von „Game of Thrones“ (Ausstrahlung 2018) beginnen.

Gesundheit

Zahl der Aids-Toten binnen zehn Jahren halbiert

Der Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids macht weitere Fortschritte. Nach Angaben der Vereinten Nationen (UNO) wird erstmals mehr als die Hälfte der weltweit 36,7 Millionen HIV-Infizierten mit antiretroviralen Medikamenten behandelt. Außerdem habe sich die Zahl der Todesfälle seit 2005 auf eine Million im Jahr halbiert, heißt es im heute vorgestellten Welt-Aids-Bericht.

„Nach Erreichen der Ziele für 2015 von 15 Millionen Menschen in Behandlung sind wir nun auf dem besten Weg, die Zahl von 30 Millionen für 2020 zu erreichen“, sagte UNAIDS-Direktor Michel Sidibe in Genf. Dann sollen nach den Wünschen der UNO 26 Milliarden Dollar (22,52 Mrd. Euro) für Anti-Aids-Programme zur Verfügung stehen.

Erfolge in Afrika

Speziell im Süden und Osten Afrikas seien Erfolge unverkennbar, so die UNO. Dort sei die Zahl der HIV-Neuinfektionen seit 2010 um 29 Prozent gefallen. Noch besser sehe es bei den Kindern aus. Hier seien die Neuinfektionen um 56 Prozent gesunken, hieß es. Die Lebenserwartung in diesen Teilen des Kontinents sei aufgrund der Erfolge bei der Aids-Bekämpfung seit 2006 um zehn Jahre gestiegen.

Zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit hatte die UNO 2014 die 90-90-90-Ziele festgelegt: 90 Prozent der Infizierten kennen ihren Status, 90 Prozent von ihnen sind in Behandlung, bei 90 Prozent der Behandelten ist das Virus nicht mehr nachweisbar. Laut dem Bericht wussten 2016 weltweit 70 Prozent der Infizierten von ihrer Erkrankung. Von diesen bekommen etwa 77 Prozent eine antiretrovirale Therapie, die bei wiederum 82 Prozent zu einer maßgeblichen Reduktion der Viruslast führt.

Osteuropa und Asien als Sorgenkinder

Sorgen bereitet den Experten die Entwicklung in Osteuropa und Teilen Asiens, wo die Fälle von HIV und Aids zunehmen. Hier wurde eine Zunahme von 120.000 im Jahr 2010 auf rund 190.000 HIV-Fälle im Jahr 2016 verzeichnet. In Russland betrug das Plus sogar 75 Prozent. Zugleich wissen hier besonders wenige Menschen über ihren HIV-Status Bescheid.

Religion

Experte ortet Trend zu „Minisekten“ in Österreich

Der steirische Sekten- und Esoterikexperte Roman Schweidlenka ortet in Österreich einen Trend zu „Minisekten“. Während klassische Sekten quantitativ eher stagnieren, würden sich diese kleinen „sektoiden Gruppen“ vor allem im großen und weit gefächerten Bereich der Esoterik ausbreiten, wie der Experte heute bei einem Pressegespräch in Graz festhielt.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

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