Ausland

NATO: Grünes Licht für neues Überwachungssystem

Eine Gruppe von 13 NATO-Staaten gibt beim NATO-Gipfel morgen in Chicago grünes Licht für die Anschaffung eines Milliarden Euro teuren Systems zur Bodenüberwachung. Der Chef der NATO-Agentur für den Betrieb des Überwachungssystems wird einen Vertrag unterzeichnen, mit dem unter anderem fünf unbemannte US-Spezialflugzeuge angeschafft werden können. Das bestätigten NATO-Diplomaten gestern (Ortszeit) in Chicago.

Der Vertrag werde in Anwesenheit der Verteidigungsminister, des NATO-Generalsekretärs und von Vertretern der Rüstungsindustrie unterzeichnet. Nach offiziell nicht bestätigten Angaben soll allein die Anschaffung der Flugzeuge etwa eine Milliarde Euro kosten.

Es handelt sich um Drohnen vom Typ Global Hawk des Herstellers Northrop Grumman. Weitere zwei Milliarden Euro seien für den Betrieb notwendig, dessen Kosten sich aber alle 28 Verbündeten teilen sollen.

Mehr als 20.000 bei „Blockupy“-Protesten in Frankfurt

Zum Höhepunkt der tagelangen „Blockupy“-Proteste haben in der Finanzmetropole Frankfurt mehr als 20.000 Menschen gegen Sparpolitik und Bankenmacht protestiert. Die von einem Großaufgebot der Polizei begleitete Demonstration war die einzige erlaubte Veranstaltung seit Beginn der Proteste drei Tage zuvor. Sie sollte heute Nachmittag mit einer Kundgebung in Sichtweite der abgeriegelten Europäischen Zentralbank zu Ende gehen. Aus Furcht vor Krawallen hatte die Polizei auch Teile der Innenstadt sowie zwei U- und S-Bahn-Stationen gesperrt. Insgesamt sind über die Tage rund 5.000 Beamte eingesetzt.

Alle anderen Veranstaltungen hatte die Stadt verboten und dabei auch vor den Gerichten recht bekommen. Die Polizei kontrollierte bereits bei der Anreise viele Demonstranten in Zügen und auf Autobahnen. Während des Protestzuges sperrte sie Seitenstraßen und begleitete die Demonstranten mit Hunderten Beamten.

Die Aktion hatte mit einer Kundgebung nahe des Hauptbahnhofs begonnen. Die Zahl der Teilnehmer stieg im Laufe des Tages immer weiter. Einige Aktivisten vermummten sich.

Trotz des Demonstrationsverbots hatten die Aktivisten in den vergangenen Tagen immer wieder protestiert und Straßen blockiert. Nach Angaben der Polizei waren die Aktionen überwiegend friedlich verlaufen. Allerdings nahmen Beamte über 600 Aktivisten vorübergehend in Gewahrsam, weil sie das Verbot missachtet hatten. Das Bündnis der Veranstalter aus linksgerichteten Organisationen hatte die Verbote und das Vorgehen der Polizei als überzogen und unnötig kritisiert.

Video dazu in iptv.ORF.at

Zehntausende Thaksin-Anhänger demonstrierten in Bangkok

Zehntausende Anhänger des früheren thailändischen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra haben heute in Bangkok an die blutigen Proteste vor zwei Jahren erinnert. Die Menschen versammelten sich im Handelszentrum der Hauptstadt, wo im April und Mai 2010 bei den schlimmsten Ausschreitungen seit Jahrzehnten mehr als 90 Menschen getötet worden waren. Die Polizei gab die Zahl der Demonstranten am Samstag mit bis zu 40.000 an; die Organisatoren erwarteten bis zu 200.000 Menschen zu der Demonstration, die bis zum nächsten Tag dauern sollte.

2010 war das Militär gegen die damals oppositionellen Rothemden von Thaksin vorgegangen, die wochenlang im Zentrum Bangkoks gegen die Regierung unter Abhisit Vejjajiva demonstriert hatten. Seit der Parlamentswahl im Mai 2011 führt Thaksins jüngere Schwester Yingluck Shinawatra die Regierung. Thaksin lebt seit seinem Sturz durch das Militär 2006 im Exil. Ihm droht bei seiner Rückkehr nach Thailand eine zweijährige Haftstrafe, zu der ihn die vorherige Regierung 2009 wegen Hinterziehung von Steuermitteln verurteilt hatte. Seiner Schwester wird vorgeworfen, an einer Amnestie für ihren Bruder zu arbeiten.

Empörung in Athen über angeblichen Referendumsvorschlag

Der angebliche Vorschlag der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, in Griechenland eine Volksabstimmung über den Verbleib des Landes in der Euro-Zone abzuhalten, hat in Athen Empörung hervorgerufen. „Das griechische Volk braucht kein Referendum, um seine Wahl des Euro, für den es bereits zahlreiche Opfer gebracht hat, zu beweisen“, erklärte der Chef der stärksten Partei, der konservativen Nea Dimokratia (ND), Antonis Samaras, heute. Der Vorschlag Merkels sei „bedauerlich“ und könne nicht akzeptiert werden. „Das griechische Volk hat das Recht auf Respekt von seinen Partnern.“

„Frau Merkel ist es gewohnt, sich an die politischen Spitzen Griechenlands zu wenden, als ob es sich um ein Land unter Protektorat handle“, kritisierte der Chef des Bündnisses der Radikalen Linken (SYRIZA), Alexis Tsipras. Bei den nächsten Parlamentswahlen am 17. Juni würden die Griechen ihre „definitive Antwort“ geben und der Sparpolitik und der „Unterwerfung“ ein Ende bereiten. SYRIZA war bei der Parlamentswahl am 6. Mai mit 16,8 Prozent zweitstärkste Kraft geworden. Nach einer Umfrage vom Freitag könnte sie bei den Neuwahlen auf 21 Prozent kommen, bliebe aber hinter der ND mit 23,1 Prozent.

Auch die Zeitungen kritisierten den angeblichen Vorschlag Merkels heute scharf. Das Büro des griechischen Übergangs-Regierungschefs, Panagiotis Pikrammenos, hatte am Vortag mitgeteilt, Merkel habe in einem Telefonat mit dem griechischen Staatspräsidenten Karolos Papoulias vorgeschlagen, dass Griechenland zeitgleich mit der Parlamentswahl in einem Referendum über den Verbleib in der Eurozone abstimme. Eine Regierungssprecherin in Berlin hatte dies umgehend dementiert. Die Kanzlerin hatte sich bei früheren Gelegenheiten öffentlich gegen eine solche Volksabstimmung ausgesprochen.

Inland

Vorratsdaten: Anwälte bringen Klage bei VfGH ein

Der Österreichische Rechtsanwaltskammertag (ÖRAK) wird gegen die mit 1. April 2012 in Kraft getretene Vorratsdatenspeicherung eine Klage beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) einbringen. Das kündigte der Salzburger Anwaltspräsident Leopold Hirsch gegenüber den „Salzburger Nachrichten“ (Samstag-Ausgabe) an.

Man habe - ebenso wie der Verfassungsrechtler Walter Berka in einem Gutachten - „mit Bedauern festgestellt“, dass die Richtlinie der EU „überschießend umgesetzt“ worden sei.

Auch die Initiative „AK Vorrat“ hat bereits rund 9.000 Vollmachten von Bürgern für eine Klage gegen die Vorratsdatenspeicherung gesammelt. Unabhängig davon ist bereits eine Beschwerde der Kärntner Landesregierung beim VfGH eingelangt.

Grasser und Böhmdorfer Zeugen im U-Ausschuss

Der parlamentarische Korruptions-U-Ausschuss beschäftigt sich am Montag und Dienstag wieder mit umstrittenen Immobiliendeals. Wieder einmal als Auskunftspersonen zu Gast sind der Immobilienmakler Ernst Karl Plech, der Lobbyist Walter Meischberger und Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Ebenfalls aussagen soll Ex-Justizminister Dieter Böhmdorfer (FPÖ).

Das Beweisthema BUWOG und die Unterthemen Justizzentrum Wien Mitte, Terminal Tower und Immobiliengeschäft Nordbergstraße sollen nach den beiden Sitzungstagen so gut wie abgeschlossen sein.

„Was wor mei Leistung?“

Am Montag geht es zunächst um den Justiztower. Bei dem Deal in Böhmdorfers Amtszeit sollen Plech und auch Meischberger gut verdient haben. Konkret geht es um 607.476 Euro, die Plech dafür kassierte, dass u. a. das Wiener Handelsgericht im Herbst 2003 aus der Riemergasse in ein von der Porr gebautes Gebäude, den City Tower in Wien Mitte, umzog. Plech hatte das Gebäude für Porr an die Justiz vermittelt.

Am Nachmittag dreht es sich im Ausschuss um den Verkauf des Objekts Nordbergstraße 15 in Wien-Alsergrund durch die Telekom Austria an ein Porr-Konsortium. Kaufpreis waren 30,5 Mio. Euro, innerhalb von zwei Monaten wurde die Immobilie mit großem Gewinn weiterverkauft. Meischberger soll Provision kassiert haben. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde der Deal dank eines abgehörten Telefonats, in dem Meischberger von Plech wissen wollte, wofür er die 708.000 Euro offiziell kassiert hatte („Was wor mei Leistung?“).

Ex-Telekom-Chef Heinz Sundt soll erklären, warum nicht die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), die eigentlich das Objekt kaufen wollte, den Zuschlag erhalten hat. Von Martin Hübner von der BIG will Moser zuvor mehr über den Gesamtschaden im Zusammenhang mit der Nordbergstraße und dem Terminal Tower (siehe unten) wissen - die BIG sei wegen Einnahmenentfällen ja ständig Leidtragende gewesen.

Dritter Auftritt von Grasser

Prominent weiter geht es dann am Dienstag, wenn zunächst Plech und Meischberger zu den Immobiliengeschäften Nordbergstraße, Justiztower und Finanztower Linz befragt werden. Beide sind nicht zum ersten Mal im Ausschuss. Am Nachmittag hat Grasser seinen mittlerweile dritten Auftritt im U-Ausschuss, Themen sind Justiztower und Finanztower Linz.

Studiengebühren: ÖH gibt Anleitung zur Klage

Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) will mit einer Doppelstrategie beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) gegen die von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle propagierte autonome Einhebung von Studiengebühren durch die Unis vorgehen: Einerseits sucht sie derzeit aktiv Studierende, die im Rahmen einer Individualbeschwerde „bereit sind, mit uns vor den VfGH zu ziehen“.

Andererseits rät die ÖH allen anderen Beitragspflichtigen, Anträge auf Rückerstattung zu stellen, über die am Ende des Instanzenzugs ebenfalls der VfGH entscheiden muss. Auf einem Factsheet veröffentlichten die Studentenvertreter eine Anleitung zur Klage.

Bisher haben nur die Uni Wien, die Wirtschaftsuni, die Uni Graz, die Technische Uni Graz und das Mozarteum in Salzburg beschlossen, selbstständig die vom VfGH aufgehobene Regelung wieder einzuführen. Demnach müssen Nicht-EU-Bürger sowie Studenten, die mehr als zwei Semester über der Mindeststudiendauer liegen, 363,36 Euro pro Semester bezahlen. Laut den Unis müssen im Schnitt etwa 15 Prozent ihrer Studenten bezahlen.

VfGH-Reaktion „noch unsicher“

Schon ab der Kundmachung jener Verordnung, mit der die autonome Einführung von Studiengebühren festgelegt wird, können betroffene Studenten eine Individualbeschwerde direkt an den VfGH richten. Allerdings räumt selbst die ÖH ein, dass „noch nicht sicher ist, ob der VfGH diese (Individualbeschwerde, Anm.) zulassen wird, oder ob er auf den Weg der Bescheidbeschwerde verweist“.

Bescheidbeschwerden soll es nach dem Willen der ÖH allerdings ohnehin im großen Stil geben: Die ÖH rät dazu, die Studiengebühren jedenfalls einzuzahlen, auch wenn etwa die Uni Wien die Möglichkeit einer Stundung anbietet. Denn wer nicht bezahle, riskiere den Verlust der Zulassung und die nachträgliche Aberkennung von Prüfungen. Gleichzeitig fordern die Studentenvertreter dazu auf, Anträge auf Rückerstattung zu stellen.

„Rachefeldzug“-Vorwurf: Rektor Schmidinger wehrt sich

Das angekündigte Sparprogramm an der Universität Salzburg sieht die Hochschülerschaft als „persönlichen Rachefeldzug“ von Rektor Heinrich Schmidinger. Doch der wehrt sich entschieden gegen diesen Vorwurf. Er habe immer offen kommuniziert.

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Sport

Champions League: Alabas schwerer Gang auf die Tribüne

Die unglückliche Gelbe Karte im Halbfinal-Rückspiel gegen Real hat David Alaba die Teilnahme am CL-Finale gekostet. Statt auf dem Rasen des Heimstadions um den Titel zu spielen, muss der 19-Jährige heute (20.45 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) den schweren Gang auf die Tribüne absolvieren.

„Zuschauen wird sicher nicht einfach“, gestand Alaba nach dem Abschlusstraining an der Säbener Straße. Gegen Chelsea erwartet der Jungstar ein Duell auf Augenhöhe. Eines ist für Alaba aber auch klar: „Ans Verlieren wird nicht gedacht.“

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Eishockey-WM: Russen fegen Finnland vom Eis

Für Titelverteidiger Finnland ist die Weltmeisterschaft im eigenen Land im Semifinale mit einer herben Abfuhr zu Ende gegangen. Die Finnen gingen gegen Russland sang- und klanglos mit 2:6 unter. Matchwinner für die Russen war Jewgeni Malkin, der die Gastgeber mit drei Treffern fast im Alleingang zerlegte. Der zweite Finalist wird am Abend zwischen Tschechien und der Slowakei ermittelt.

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Vorbild Berlin: ÖFB-Cup sucht Finalstadt

Der ÖFB-Samsung-Cup muss attraktiver werden. Was Fans und Vereinen seit Jahren klar ist, weiß natürlich auch ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig. Vor dem Finale zwischen Meister Salzburg und SV Ried morgen (16.00 Uhr, live in ORF eins) im Wiener Ernst-Happel-Stadion versprach er diesbezüglich weitere Maßnahmen. So soll der Cup künftig für zumindest drei Jahre in Serie in einer bestimmten Stadt ausgetragen werden. „Unser Vorbild ist Berlin“, so Ludwig. In weiterer Folge will man so einen fixen Finalort finden.

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Wirtschaft

Opel-Werk in Eisenach könnte Corsa-Produktion verlieren

Den deutschen Mitarbeitern des Autoherstellers Opel könnte einem Pressebericht zufolge eine weitere Produktionsverlagerung ins Ausland drohen. Wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ heute im Voraus aus seiner neuen Ausgabe zitierte, lässt Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke intern prüfen, ob er die Fertigung des Kleinwagens Corsa zum Modellwechsel nach dem Jahr 2014 aus Eisenach (Thüringen) abzieht. Erst am Donnerstag hatte Opel bestätigt, dass die nächste Generation des Kompaktmodells Astra ab 2015 nur noch in Großbritannien und Polen gebaut wird und nicht mehr im Stammwerk Rüsselsheim (Hessen).

Sollte die Corsa-Produktion aus Eisenach abgezogen werden, könnte laut „Focus“ das Werk im spanischen Saragossa davon profitieren. Dort liefen 2011 neben dem Minivan Meriva und dem Kleintransporter Combo auch etwa 216.000 Corsa vom Band. Wegen der schwachen Nachfrage nach Opel-Modellen sei das spanische Werk nur zu 59 Prozent ausgelastet, berichtete „Focus“. Nach dem britischen Ellesmere Port sei Saragossa das am schlechtesten beschäftigte Pkw-Werk. Ein Opel-Sprecher sagte dem Magazin, „die Frage nach dem künftigen Corsa-Werk“ stehe „nicht an, weil sich das Auto mitten in seinem Lebenszyklus befindet“.

Test: Vergleichsportale für Mietwagenbuchungen

Wer am per Flugzeug erreichten Urlaubsort mobil sein will, bucht seinen Leihwagen meist schon im Voraus. Immer häufiger übers Internet, wo auch Vergleichsplattformen helfen, das günstigste Angebot zu finden. Aufpassen muss man beim Buchen aber darauf, mit wem der Vertrag abgeschlossen wird: direkt mit einer – am besten namhaften - Mietwagenfirma oder mit einem zwischengeschalteten Vermittler, was möglicherweise nicht so günstig ist, zeigt ein VKI-Test.

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Steirische Müsliriegel für Asien

In der Steiermark produzierte Müsliriegel werden in Asien immer beliebter. Die Feldbacher Firma „Snack & Back“ produziert seit 15 Jahren Müsliriegel. Seit vier Jahren gibt es sie auch in Asien, und das Geschäft nimmt stetig zu.

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Chronik

20 Tote bei Explosion in chinesischem Tunnel

Eine Explosion bei Bauarbeiten in einem Autotunnel in China hat mindestens 20 Menschen getötet. In dem Schnellstraßentunnel in der Stadt Zhuzhou sei Sprengstoff von einem Lastwagen entladen worden, als sich die Detonation ereignete, meldete die Nachrichtenagentur Xinhua heute unter Berufung auf die örtlichen Behörden. Vier Arbeiter seien aus dem Tunnel in der zentralchinesischen Provinz Hunan geborgen worden, darunter ein Schwerverletzter.

Frachtschiff treibt auf Great Barrier Reef zu

Das Frachtschiff „ID Integrity“ treibt steuerlos auf das Great Barrier Reef vor der Küste Australiens zu. Schlepper der australischen Meeresschutzbehörde eilten heute zu dem 186 Meter langen Massengutfrachter, um ihn von dem Korallenriff fernzuhalten. Das in Hongkong registrierte Schiff sei auf dem Weg von Schanghai nach Townsville an der Ostküste Australiens unterwegs gewesen, teilte das Amt mit.

Seine Maschinen seien gestern Abend 324 Kilometer vor Cairns an derselben Küste ausgefallen. Die Meeresschutzbehörde bereitet nach eigenen Angaben Notfallpläne für den Fall vor, dass die Crew des 1996 gebauten Schiffes die Motoren nicht mehr zum Laufen bringt.

Frachter in Griechenland gekentert: Ein Toter

Ein Frachter mit rund elf Tonnen Öl an Bord ist vor der griechischen Küste gekentert. Der Kapitän des Schiffes kam bei dem Unglück vor der Insel Zakynthos im Ionischen Meer heute ums Leben. Drei Besatzungsmitglieder des türkischen Frachters „Erol Senkaya“ wurden vermisst. Sechs konnten aus den Fluten gerettet werden. Das Schiff treibe Kiel oben, teilte die Küstenwache mit.

Das Schiff sei nach ersten Erkenntnissen gekentert als seine Fracht - Olivenkerne - wegen Seegangs sich im Laderaum bewegte. Froschmänner der Küstenwache entdeckten die Leiche des Kapitäns. Die Behörden suchten jetzt nach Möglichkeiten, das Öl aus dem Wrack zu pumpen, berichtete das Staatsradio (NET).

Lufthansa sprang für AUA-Ausfälle ein

Die AUA-Mutter Lufthansa musste heute bei der Österreich-Tochter aushelfen, nachdem die Austrian Airlines zwei Flüge nach Frankfurt gestrichen haben. Die Lufthansa setzte auf der Vormittagsrotation nach Wien statt einem Airbus A321 eine Boeing 747-400 mit rund 180 Sitzplätzen mehr ein, um die gestrandeten AUA-Passagiere nach Wien zu fliegen.

Grund für die Flugausfälle seien „operationelle Gründe“ gewesen, zitiert das Luftfahrt-Portal „Austrian Aviation Net“ einen Lufthansa-Sprecher.

Die Lufthansa habe auf den Vormittagsflüge von Frankfurt nach und Wien und wieder zurück einen Boeing-Jumbo mit bis zu 344 Sitzplätzen eingesetzt, so der Lufthansa-Sprecher. Die AUA-Pressestelle war am Nachmittag gegenüber der APA nicht erreichbar.

24 Flüge fielen letztes Wochenende aus

Erst vergangenes Wochenende fielen bei der AUA 24 Flüge aus. Dutzende Piloten meldeten sich „unfit to fly“. Die Krankmeldungen wurden als stiller Protest gegen die Pläne des AUA-Managements gewertet.

Seit Monaten tobt zwischen dem AUA-Vorstand und dem Betriebsrat einen Streit um die Gehälter des fliegenden Personals. Die AUA will die Piloten und Flugbegleiter in den Flugbetrieb der Regionaltochter Tyrolean verfrachten.

Lkw-Entführung: Mit Elektroschockern bedroht

Jene Lkw-Fahrer, die gestern Nacht in Heiligenkreuz in Niederösterreich überfallen und nach Ungarn entführt worden sind, sind mittlerweile wieder zurück in Österreich. Von der Millionenfracht fehlt jede Spur. Laut den Männern sollen die Räuber äußerst brutal vorgegangen sein.

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Zwei Verletzte bei Paragleiter-Unfall in Kärnten

Bei einem Unfall mit Paragleitern in der Nähe der Emberger Alm ist heute ein 34-jähriger Deutscher in den Schirm einer unter ihm fliegenden 54-jährigen Deutschen gestürzt. Die Frau wurde schwer, der Mann unbestimmten Grades verletzt.

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Entführter Villacher Bauunternehmer befreit

Der gestern von Ex-Mitarbeitern entführte Villacher Bauunternehmer ist heute befreit worden. Näheres ist noch nicht bekannt. Der 34-jährige gebürtige Slowene soll Mitarbeitern 30.000 Euro an Löhnen schulden und wurde offenbar deshalb entführt. Es gab eine Morddrohung.

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Leiche nach Wohnungsbrand in Wien entdeckt

Bei einem Wohnungsbrand in der Ehamgasse in Simmering ist in der Nacht auf heute eine Person ums Leben gekommen. Die Feuerwehr stieß bei den Löscharbeiten auf die stark verkohlte Leiche.

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Bus mit Hooligans auf A2 gestoppt

Ein Autobus aus Linz mit randalierenden Fußballfans ist gestern Abend von der Polizei auf der Südautobahn bei Wolfsberg (A2) in Kärnten angehalten worden. Die Hooligans wurden mit einer Polizeieskorte zurück nach Linz geschickt.

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Medien

TV-Moderator Kurt Felix ist tot

Kurt Felix ist tot. Er starb im Alter von 71 Jahren im schweizerischen St. Gallen, wie sein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa heute sagte. Er erlag den Angaben zufolge am vergangenen Mittwoch seiner langjährigen Krebserkrankung und wurde bereits in St. Gallen beigesetzt. Kurt Felix hat mit der Unterhaltungsshow „Verstehen Sie Spaß?“ ein Stück Fernsehgeschichte geschrieben.

Felix hat Filme mit der versteckten Kamera in Deutschland populär gemacht. Er brachte die Unterhaltungsshow „Verstehen Sie Spaß?“ auf den Bildschirm und schuf mit ihr einen Fernsehklassiker. Knapp elf Jahre lang moderierte er die Sendung in der ARD, er war damit einer der erfolgreichsten Showmaster im deutschen Fernsehen. Die Streiche mit der versteckten Kamera wurden zu seinem Markenzeichen.

53 Ausgaben von „Verstehen Sie Spaß?“ moderiert

Felix hatte die Idee zu der Sendung. Er brachte sie im Jänner 1981 ins deutsche Fernsehen und moderierte sie bis Dezember 1990. Insgesamt 53 Ausgaben der Show gab er sein Gesicht. Zunächst moderierte Felix allein, von 1983 an gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Schweizer Sängerin Paola. 1980 hatte das Paar geheiratet.

In den vergangenen Jahren hatte sich Felix aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Er kämpfte seit 2003 mit einer Krebserkrankung. An deren Folgen sei er im Kantonsspital St. Gallen gestorben, sagte seine Frau Paola. Sein Tod war bis zur Beerdigung geheim gehalten worden.

Kultur

Wienerin erhält zehnten Harder Literaturpreis

Die Wiener Schriftstellerin Gertraud Klemm erhält den 10. Harder Literaturpreis. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 26. Mai im österreichischen Hard (Vorarlberg) verliehen. Klemm erhalte den Preis für ihre Kurzgeschichte „Rechaud“, teilten die Veranstalter mit. Darin geht es um eine junge Frau, der schmerzhaft klar wird, dass ihr Liebhaber einer Altersgruppe angehört, in die sie nicht passt.

Der Harder Literaturpreis wird seit 1982 von der gleichnamigen Gemeinde am Bodensee ausgeschrieben und alle drei Jahre vergeben. Die Auszeichnung sei dieses Mal in ein großes Literaturfestival eingebettet, hieß es bei den Veranstaltern. Unter dem Titel „hardcover“ kämen zwischen 25. und 28. Mai 28 Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Hard, um ihre Texte zu präsentieren - unter ihnen auch Martin Walser.

Erste Künstlerliste der documenta aufgetaucht

Die Künstlerschar der Kunstausstellung documenta (13) ist einem Zeitungsbericht zufolge so weiblich und politisch wie nie zuvor. Die „Süddeutsche Zeitung“ veröffentlichte gestern eine erste Liste mit rund 150 Namen - von der pakistanischen Künstlerin Bani Abidi bis zum Erfinder des ersten Computers, Konrad Zuse. Demnach hat die künstlerische Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev so viele Künstlerinnen eingeladen wie bei keiner vorherigen documenta-Ausstellung.

Die Liste gebe erstmals konkretere Aufschlüsse über das Konzept der documenta, die in drei Wochen in Kassel eröffnet wird, schreibt die Zeitung. Sie umfasst auch viele ganz oder halb vergessene Künstlerinnen aus allen Ecken der Welt wie die norwegische Weberin Hannah Ryggen und die Gründerin der Sao-Paulo-Biennale, Maria Martins. Die documenta wollte die Liste weder bestätigen noch kommentieren: Eine offizielle Künstlerliste mit Informationen zu den Kunstwerken und Projekten werde wie geplant am 6. Juni bekanntgegeben.

Inhaltlich sei die Ausstellung mit dem Untertitel „Collapse and Recovery“ (Zusammenbruch und Wiederaufbau) sehr politisch, berichtet die „SZ“. Unter den Künstlern seien auch 16 mit Wurzeln im arabisch-israelischen Raum. Zu sehen seien unter anderem kriegszerstörte Objekte aus dem Beiruter Nationalmuseum. Mehrere Arbeiten beschäftigten sich mit Afghanistan bzw. Pakistan.

Bunte Zeitreise mit New Order in Wien

Ein Abend zwischen New Wave und Clubatmosphäre: Gestern haben New Order im Gasometer ihr erstes Österreich-Konzert seit 1984 gegeben. Das Publikum dankte es mit tosendem Applaus - und wurde mit einem Joy-Division-Klassiker belohnt.

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Science

Start von privatem Raumfrachter „Dragon“ abgebrochen

Der geplante Start des ersten privaten Raumtransporters der Geschichte wurde abgebrochen. Die unbemannte „Dragon“-Kapsel sollte um 4.55 Uhr Ortszeit (10.55 Uhr MESZ) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Staat Florida abheben. Sowohl der Träger, eine Falcon-9-Rakete, als auch „Dragon“ wurden vom kalifornischen Unternehmen SpaceX entwickelt.

Bei ihrem Flug sollte „Dragon“ über 500 Kilo Ladung zur Internationalen Weltraumstation (ISS) bringen, vor allem Lebensmittel. Ursprünglich war der erste Testflug für vergangenen November geplant, er musste aber auch wegen technischer Probleme mehrmals verschoben werden.

Lifestyle

Japanerin als älteste Frau der Welt auf Mount Everest

Die 73 Jahre alte Japanerin Tamae Watanabe hat als älteste Frau den Mount Everest erklommen. Sie erreichte den mit 8.848 Metern höchsten Berg der Welt Samstagfrüh (Ortszeit), wie japanische Medien unter Berufung auf die Organisatoren der Expedition berichteten. Watanabe verbesserte damit ihren eigenen Rekord: Am 16. Mai 2002 hatte sie den Mount Everest über die Südostroute in Nepal als damals bereits älteste Frau im Alter von 63 Jahren bestiegen und diesen Rekordtitel ein Jahrzehnt lang gehalten.

Diesmal hatte sie die Nordroute gewählt, die in Tibet beginnt. Es war ebenfalls eine Japanerin gewesen, Junko Tabei, die 1975 als erste Frau der Welt den Gipfel des höchsten Berges erreichte.