Inland

SPÖ klar gegen Flüchtlingshöchstzahl in Verfassung

Die SPÖ hat sich heute einmal mehr deutlich gegen eine Festschreibung der Höchstzahl für Asylanträge in der Verfassung ausgesprochen. Im Fremdenrechtspaket, auf das sich die Regierungsparteien gestern geeinigt haben, seien noch Details offen, etwa das Entgelt für gemeinnützige Arbeit für Asylwerber, sagte Kanzleramtsminister Thomas Drozda (SPÖ). Hierzu sind Gespräche mit NGOs geplant.

Während ÖVP-Innenminister Wolfgang Sobotka auf eine verfassungsrechtliche Verankerung der Asylantragshöchstzahl pocht, deponierte die SPÖ am Rande der Regierungssitzung neuerlich ihre Ablehnung. Das sei aus verfassungs- und europarechtlicher Sicht nicht möglich, sagte Kanzleramtsminister Drozda.

Differenzen bleiben groß

Staatssekretär Harald Mahrer (ÖVP) sprach im Ministerrats-Debriefing zwar von „laufenden Verhandlungen, die noch weitergeführt werden“. Drozda zeigte sich für Gespräche auch grundsätzlich offen, betonte aber auch seine Ablehnung, die er „wohlbegründet, juristisch fundiert, unmissverständlich klargemacht“ habe: „Aus meiner Sicht wird es dabei bleiben.“

Drozda sagte, man habe sich auf eine Reihe von Punkten geeinigt. Offen sei jedoch noch die Entlohnung für Asylwerber. Hier soll mit den betroffenen NGOs gesprochen werden. Eine Orientierung am Zivildienstgesetz hält Drozda für „tauglich“. Er verwies jedoch darauf, dass zu differenzieren sei, zumal sich auch die Frage stelle, ob Zivildiener eine Unterkunft und Verpflegung bekommen und die Beträge hier von 1,60 bis vier Euro reichen.

Auch Doskozil gegen Verfassungsbestimmung

Auch Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) hält die von der ÖVP gewünschte Verfassungsbestimmung für die Asylantragsobergrenze nicht für nötig. Am Rande der Regierungssitzung betonte er mehrfach, dass die Regierung die zugesagte Höchstzahl einhalten müsse. Dafür gebe es die geplante Sonderverordnung sowie das bereits beschlossene Gesetz für deren Umsetzung. Die Vorbereitungen für allfällige Zurückweisungen sei nun Sache des Vollzugs und des Innenministeriums.

SPÖ-Klubchef Andreas Schieder hält den beim Fremdenrechtspaket eingeschlagenen Weg für „sinnvoll“. Wenn Sobotka alles vorgelegt habe, werde man noch ein paar Punkte besprechen, meinte der Klubobmann heute vor dem Ministerrat. Die geplanten Strafen für illegalen Aufenthalt und falsche Angaben hält er für „legitim“. Auch für Schieder ist „klar“, dass die Obergrenze in der Verfassung keinen Sinn macht, es würden verfassungs- sowie europarechtliche Gründe dagegensprechen.

4,5 Mio. Euro für Syrien-Hilfe

Angesichts der dramatischen humanitären Situation in Syrien beschloss der Ministerrat indes weitere Mittel aus dem Auslandskatastrophenfonds in Höhe von rund 4,5 Mio. Euro. Laut einer Aussendung von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) leistete Österreich 2016 bereits 40 Mio. Euro an humanitärer Hilfe für Binnenvertriebene in Syrien sowie für syrische Flüchtlinge in der Region.

Mitterlehner gegen „haltlose Spekulationen“ über Neuwahl

Die Regierung hat heute nach der Präsidentenwahl neuerlich versichert, bis 2018 arbeiten zu wollen. Debatten über baldige Neuwahlen bezeichnete Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) nach dem Ministerrat als „haltlose Spekulationen“.

„Es ist notwendig, dass wir die Spekulationen und gegenseitigen Verdächtigungen herunterfahren, weil sie die Ergebnisse verstellen“, sagte Mitterlehner und plädierte für eine vertrauensvollere Zusammenarbeit in der Koalition. Wichtig sei jetzt ein strukturierter Plan für die weitere Arbeit, und den habe man sich vorgenommen.

SPÖ will an FPÖ-Kriterienkatalog festhalten

SPÖ-Verkehrsminister Jörg Leichtfried plädierte ebenfalls für ein Ende der Neuwahldebatten und bemühte dafür ein älteres Mitterlehner-Zitat: „Ich bin da mit dem Vizekanzler: Dieses Neuwahlgequatsche geht mir ziemlich auf die Nerven.“

An ihrem Kriterienkatalog für künftige Koalitionen will die SPÖ festhalten, auch wenn Wiens Bürgermeister Michael Häupl ein Zusammengehen mit der FPÖ nach der nächsten Nationalratswahl ausschließt. „Es ist die Meinung des Wiener Bürgermeisters, die ihm zusteht“, sagte Kanzleramtsminister Thomas Drozda. Diese Meinung werde von vielen in der SPÖ geteilt, dennoch werde der Kriterienkatalog ausgearbeitet.

Koalitionsfrage für Stöger zweitrangig

Für Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) ist die Koalitionsfestlegung derzeit ohnehin zweitrangig: „Die Frage, ob Maier oder Müller in zwei Jahren eine Regierung bilden, ist jetzt nicht wichtig.“

Laut SPÖ-Klubchef Andreas Schieder basiert Häupls Festlegung im „Standard“ (Dienstag-Ausgabe) vor allem auf dem Verhalten der Freiheitlichen in Wien. Aus seiner Sicht hänge die Möglichkeit einer künftigen Koalition mit der FPÖ von der Mathematik, den politischen Themen und dem Verhalten der Partei ab.

Kurz wies Ambitionen auf ÖVP-Chefsessel zurück

Außenminister Sebastian Kurz wies die Frage, ob er selbst eine Präferenz auf den ÖVP-Chefsessel habe, zurück: „Ich habe eine Präferenz dafür, dass gearbeitet wird.“ Wie sein ÖVP-Parteikollege Innenminister Wolfgang Sobotka betonte auch Kurz, dass die Wahl 2018 stattfinden werde.

Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) rechnete indes damit, dass die Wahl auf Bundesebene vorzeitig stattfindet.

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Begutachtungsfrist für Gewerbeordnung endet

Heute endet die Begutachtungsfrist für die geplante Reform der Gewerbeordnung. Ob die Pläne schon nächsten Dienstag vom Ministerrat weiter in den Wirtschaftsausschuss geschickt werden, ist noch offen.

Es geht vor allem darum, wie die geplante Erweiterung der Nebenrechte für Firmentätigkeiten ausformuliert werden soll. Die Wirtschaftskammer-Sparte Gewerbe und Handwerk forderte hier zuletzt Klarheit.

Teilgewerbe sollen abgeschafft werden

Nach der Gesetzesreform solle es nur noch reglementierte und freie Gewerbe geben, aber keine Teilgewerbe mehr. Die „Nebenrechtserweiterung“ bringt für reglementierte Gewerbe die Möglichkeit, 30 Prozent der gesamten gewerblichen Tätigkeit auch in anderen Gewerben zu leisten.

Bei freien Gewerben sind 15 Prozent geplant, die sie in eigentlich fremden Gewässern - auch reglementierten Gewerben - ausüben dürfen.

Ausland

Neuwahl in Italien schon im Februar möglich

Der italienische Innenminister hält nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum Neuwahlen schon im Februar für möglich. „Ich kann eine Prognose darüber machen, dass es den Wunsch gibt, im Februar zu wählen“, sagte Angelino Alfano der Zeitung „Corriere della Sera“ (Dienstag-Ausgabe). In einem TV-Interview sagte er: „Ich würde sagen, dass wir nicht im Frühjahr, sondern im Winter, im Februar 2017 wählen.“

Problematisch ist dies allerdings, weil das derzeitige Wahlrecht kaum für Neuwahlen anwendbar ist. Es basiert nämlich auf der Verfassungsreform, die nun abgelehnt wurde. Deshalb existiert nun ein unterschiedliches Wahlrecht für Abgeordnetenhaus und Senat. Dies müsste vor Wahlen erst angepasst werden.

Renzi-Rücktritt aufgeschoben

Regierungschef Matteo Renzi hatte nach dem gescheiterten Referendum seinen Rücktritt angekündigt. Bis zur Verabschiedung des Haushaltsgesetzes soll er nach dem Willen von Staatspräsident Sergio Mattarella allerdings noch im Amt bleiben. Spekuliert wird, dass das Gesetz, das noch vom Senat abgenickt werden muss, bis Freitag durch ist. Der Weg für Renzis Rücktritt wäre dann frei.

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Renzi bleibt offenbar Parteichef

Gänzlich der Politik den Rücken kehren wird Renzi offenbar nicht. Er wolle sein Amt als Parteivorsitzender der Demokratischen Partei (PD) nicht abgeben, berichteten italienische Medien. Bei einer morgen geplanten Gremiumssitzung wolle er seine Strategie für den Neustart der Mitte-links-Partei auch in Hinblick auf mögliche Neuwahlen klarmachen.

Renzis Vertrauensmann, Staatssekretär Luca Lotti, betonte, dass Renzi beim Referendum immerhin 40 Prozent der Stimmen erhalten habe. Dies sei derselbe Prozentsatz, wie ihn Renzis PD bei der Europawahl 2014 erhalten habe. „Wir starten von 40 Prozent des Referendums aufs Neue“, twitterte Lotti.

EU-Verhandler: „Brexit“ bis 2018 abschließen

Die Vereinbarung mit Großbritannien über einen Austritt aus der EU muss nach Einschätzung der EU-Kommission bis Oktober 2018 geschlossen werden. Damit blieben nach dem bis Ende März geplanten Start der Verhandlungen nur 18 Monate, um einen Abschluss zu erzielen, sagte der „Brexit“-Verhandlungsführer der Kommission, Michel Barnier, heute in Brüssel.

Er verwies darauf, dass der Austrittsvertrag nach der Vereinbarung auf beiden Seiten des Ärmelkanals durch die Parlamente ratifiziert werden müsse.

Neuer thailändischer König feuerte Hälfte des Kronrats

Fünf Tage nach seiner Ernennung hat Thailands neuer König Vajiralongkorn die Hälfte der 16 Mitglieder des alten Kronrats gefeuert. Er übernahm acht Männer, darunter den Kronratsvorsitzenden Prem Tinsulanonda (96), und ernannte drei Mitglieder mit Militärkarriere, wie sein Büro heute mitteilte.

Zwei sind Generäle im Ministerrang in der Militärregierung, die Thailand seit dem Putsch 2014 regiert, Justizminister Paiboon Koomchaya und Bildungsminister Dapong Ratanasuwan. Der dritte ist der frühere Armeechef Theerachai Nakvanich. Damit hat der Kronrat nur noch elf Mitglieder. Er berät den König. Die Minister müssen ihre Ämter niederlegen.

Vajiralongkorn, auch König Rama X. genannt, war seinem Vater Bhumibol vergangene Woche auf den Thron gefolgt. Bhumibol war im Oktober nach mehr als 70 Jahren im Amt gestorben. Der Monarch hat zwar offiziell keine politische Rolle, doch kann sich keine Regierung ohne das Plazet des Königshauses lange halten.

Südkoreas Präsidentin offenbar vor Amtsenthebung

Die Amtsenthebung der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye steht offenbar unmittelbar bevor. Bei der Parlamentsabstimmung am Freitag wollen auch mehr als 30 Mitglieder der regierenden Saenuri-Partei gegen die Staatschefin stimmen, wie die abtrünnigen Abgeordneten heute mitteilten. Damit hat die Opposition die nötige Zweidrittelmehrheit zusammen.

Die Regierungspartei wollte Park eigentlich die Möglichkeit geben, freiwillig zurückzutreten - allerdings erst im April. Einer aktuellen Umfrage zufolge fordern jedoch neun von zehn Südkoreanern Parks Rücktritt, jedes Wochenende gehen Hunderttausende Demonstranten gegen die Präsidentin auf die Straße.

Auch Verfassungsgericht muss entscheiden

Die Bevölkerung sei also gegen einen Rücktritt im April, sagte der Saenuri-Abgeordnete Hwang Young Cheul der Nachrichtenagentur Yonhap. Nach langen Diskussionen hätten die rund 35 Abgeordneten daher nun „alle Vorbereitungen getroffen, um sicherzustellen, dass die Amtsenthebung beschlossen wird“.

Sollte das Amtsenthebungsverfahren im Parlament Erfolg haben, muss allerdings noch das Verfassungsgericht über den Antrag befinden. Das kann bis zu sechs Monate dauern.

Erdogan soll in Präsidialsystem per Dekret regieren können

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan soll in dem von seiner Partei geplanten Präsidialsystem Dekrete mit Gesetzeskraft erlassen können - wie im derzeit geltenden Ausnahmezustand. Das kündigte Ministerpräsident und AKP-Chef Binali Yildirim nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu heute auf einem Flug nach Moskau an.

Präsident soll Partei angehören dürfen

Schon unter dem nach dem Putschversuch von Mitte Juli verhängten Ausnahmezustand kann Erdogan die Türkei fast uneingeschränkt per Dekret regieren. Yildirim sagte laut Anadolu, außerdem solle der Präsident laut der geplanten Verfassungsreform den Entwurf für den Haushalt der Regierung einbringen. Andere Gesetzesentwürfe sollten weiterhin vom Parlament kommen.

Welche Angelegenheiten durch Dekret des Präsidenten und welche durch Gesetze des Parlaments geregelt würden, werde in dem Entwurf für die Verfassungsänderung dargelegt. Außerdem solle der Präsident künftig einer Partei angehören dürfen. Bisher schreibt die Verfassung dem Staatschef parteipolitische Neutralität vor.

Yildirim: Entwurf noch diese Woche im Parlament

Yildirim hatte vor seiner Abreise bekräftigt, dass seine islamisch-konservative AKP den Entwurf für die Verfassungsänderung noch in dieser Woche ins Parlament einbringen wolle. Das werde nach seiner morgen geplanten Rückkehr aus Moskau geschehen.

Nach früheren Aussagen rechnet Yildirim mit einer Volksabstimmung über ein Präsidialsystem zu Beginn des nächsten Sommers. Der Ausnahemezustand gilt derzeit bis Mitte Jänner, kann aber verlängert werden.

Amnesty: 500.000 Kurden vertrieben

Die schwere Repression durch Sicherheitskräfte in den Kurdengebieten im Südosten der Türkei habe rund eine halbe Million Menschen in die Flucht getrieben, prangert Amnesty International in einem neuen Bericht an. Der aktuelle Bericht thematisiert die Situation vertriebener Familien aus dem kurdisch besiedelten Sur, einem Stadtbezirk von Diyarbakır im Südosten der Türkei.

Zehntausend Bewohner, die aus Sicherheitsgründen vertrieben wurden, können nicht in ihre Heimat zurückkehren, heißt es in dem Bericht der Menschenrechtsorganisation.

Karadzic legte Berufung gegen Urteil von UNO-Tribunal ein

Der wegen des Völkermordes in Srebrenica und anderer Kriegsverbrechen zu einer 40-jährigen Haftstrafe verurteilte einstige bosnisch-serbische Präsident Radovan Karadzic hat Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Wie das Internetportal Balkan Insight heute unter Berufung auf Anwälte von Karadzic berichtete, umfasst der Berufungsantrag 238 Seiten.

Karadzic hatte bereits am 22. Juli beim UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien seine Berufung angekündigt. In der nun eingereichten Berufung würden „detailliert 48 wesentliche und verfahrensmäßige Fehler“ angeführt, die - so die Verteidigung - zum „fehlerhaften Urteil“ geführt hätten, berichtete das Internetportal.

Das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (ICTY) hatte am 24. März sein Urteil für Karadzic in erster Instanz verkündet.

Frankreich: Innenminister Cazeneuve neuer Premier

Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve wird neuer Premierminister des Landes. Das teilte die französische Präsidentschaft heute in Paris mit. Nachfolger von Cazeneuve als Innenminister wird der Fraktionschef der französischen Sozialisten, Bruno Le Roux.

Valls tritt bei Präsidentschaftswahl an

Cazeneuve folgt auf Manuel Valls, der nach Verkündung seiner Präsidentschaftskandidatur seinen Rücktritt als Regierungschef eingereicht hat.

„In vollem Einverständnis mit dem Präsidenten der Republik werde ich mein Amt morgen niederlegen“, so Valls gestern. Der amtierende Präsident Francois Hollande hatte eine Wiederkandidatur vergangene Woche ausgeschlossen.

Mehr dazu in Hollande muss Premier suchen

Sport

Basketball: NBA-Star im Punkterausch

So etwas hat es selbst in der an Rekorden reichen National Basketball Association (NBA) noch nicht gegeben: Klay Thompson von den Golden State Warriors erzielte gestern (Ortszeit) im Heimspiel gegen die Indiana Pacers 60 Punkte und benötigte dafür lediglich 29 Minuten.

Allein in der ersten Hälfte verwandelte Thompson 15 von 22 Würfen, darunter fünf Dreipunkteversuche. Bereits im dritten Viertel beendete Thompson seine Gala freiwillig. Nicht so berauschend verlief der Abend für Österreichs NBA-Export Jakob Pöltl.

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Ski alpin: Abfahrer suchen den Speed

Nach der historischen Pleite der Österreicher bei den Speed-Rennen in Val d’Isere ist im ehemals stolzen und dominanten Abfahrtsteam Feuer am Dach. Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher kritisierte die schwer geschlagenen ÖSV-Abfahrer für ihre passive, unerklärlich unsichere Fahrweise. „Wir müssen die Sache bis Gröden in den Griff kriegen“, sagte der Tiroler. Bei einer kurzfristig anberaumten Analyse kam allerdings noch nicht viel heraus.

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Schwimmen: OSV-Team ohne Druck bei Kurzbahn-WM

Mit internationaler Rekordnennung gehen ab heute die Kurzbahn-Weltmeisterschaften der Schwimmer in Windsor (Ontario) in Kanada über die Bühne. In einer umfunktionierten Eishockey-Arena soll auch das achtköpfige Team aus Österreich Topleistungen bringen. Erwartungsdruck wird vonseiten des Verbandes OSV keiner aufgebaut. Das Erreichen der Finalsessions wäre für Lena Kreundl, Felix Auböck und Co. ein großer Erfolg.

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Wirtschaft

VwGH bescheinigt E-Control Unabhängigkeit

Der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) hat dem heimischen Stromregulator E-Control bescheinigt, vom Wirtschaftsminister unabhängig zu sein. Das im Verfassungsrang festgeschriebene Informationsrecht des Ministers sei dabei kein Hindernis, entschied der VwGH und hob damit eine frühere Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts (BVwG) auf.

Das BVwG hatte im Streit zwischen einer steirischen Stromfirma und E-Control geurteilt, dass das gesetzlich verankerte Auskunftsrecht des Wirtschaftsministers EU-Recht widerspricht und einen Bescheid der E-Control aufgehoben. Der Verwaltungsgerichtshof hat diese Entscheidung nun aufgehoben.

„Die gesetzliche Regelung des Informationsrechts des Wirtschaftsministers führt demnach nicht dazu, dass die E-Control nicht als unabhängig eingerichtet anzusehen ist. Würde die E-Control in einem Einzelfall mit einem Auskunftsersuchen des Ministers konfrontiert, das der unionsrechtlich gebotenen Unabhängigkeit entgegenstünde, so hätte sie die entsprechende Regelung im E-Control-Gesetz unangewendet zu lassen“, so das Höchstgericht.

VCÖ: Drei Viertel der Tankmenge sind Diesel

78 Prozent der in Österreich getankten Treibstoffmenge sind Diesel. Damit liegt Österreich deutlich über dem EU-Schnitt, wie eine aktuelle Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zeigt. Pro Kopf wird nur in Luxemburg mehr Diesel getankt. Für den VCÖ ist die Steuerbegünstigung nicht gerechtfertigt, weil beim Verbrennen von Diesel deutlich mehr gesundheitsschädliche Schadstoffe entstehen würden.

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Chronik

688 mutmaßliche Vergewaltiger im Jahr 2015 ausgeforscht

2015 sind bei 826 Vergewaltigungen 688 Verdächtige ausgeforscht worden. 438 der mutmaßlichen Täter waren Österreicher, 39 Asylwerber.

Von Jänner bis September dieses Jahres wurden bei 677 Vergewaltigungen 594 Verdächtige ausgeforscht, davon 91 Asylwerber und 337 Österreicher. Das geht aus der Beantwortung einer von der FPÖ eingebrachten parlamentarischen Anfrage durch Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) hervor.

Es handle sich um Rohdaten, betonte Sobotka. Dem Innenminister zufolge können daraus keine Trends und Aussagen über die Sicherheitslage abgeleitet werden.

250 der im vergangenen Jahr 688 ausgeforschten mutmaßlichen Vergewaltiger waren ausländischer Nationalität, von Jänner bis September 2016 waren es 257. Die meisten der ausgeforschten tatverdächtigen Asylwerber kamen in beiden Jahren aus Afghanistan.

Glatteis in Montreal: „Curling“ mit Bussen und Autos

Glatteis und Schneefall haben in Montreal zu einem spektakulären Verkehrsunfall geführt. Auf einer abschüssigen Straße geriet zunächst ein Linienbus ins Rutschen und erfasste mehrere Autos. Ein vom Nachrichtensender CBC veröffentlichtes Video auf Twitter erinnert an Curling, als der Bus im Zeitlupentempo die Autos rammt.

Ein Pritschenwagen stößt dann gegen den Bus, ehe ein weiterer Bus ebenfalls ins Rutschen gerät und die Kolonne anschiebt. Ein Polizeiauto kann sich auf der glatten Straße auch nicht halten, schließlich rutscht auch noch ein Schneepflug in den Blechsalat.

Zehn Fahrzeuge waren insgesamt beteiligt, verletzt wurde niemand.

Überfall: Die bizarren Folgen von „Pizzagate“

Eine während des US-Wahlkampfs verbreitete Verschwörungstheorie, die als „Pizzagate“ bekanntgeworden ist, hat am Sonntag zu einem Zwischenfall in einer Pizzeria in Washington geführt. Ein bewaffneter Mann hat auf eigene Faust versucht, direkt im Lokal „nachzurecherchieren“. Das Restaurant war Opfer von Fake-Nachrichten geworden: Es sei Schaltzentrale eines Kinderpornorings, und auch Hillary Clinton sollte dabei ihre Finger im Spiel haben.

Mehr dazu in Verschwörungstheorie mit Nachwirkungen

Religion

Nikolaus wäre heute wohl „Gutmensch“

In vielen Kindergärten und Schulen in Österreich bleibt der „echte“, von außen zu Besuch kommende Nikolaus seit Jahren aus. Das hat wohl vor allem pädagogische Gründe, dennoch ist das Feiern von Festen im Jahreskreis für die St. Nikolausstiftung, die kirchliche Trägerorganisation von Kindergärten und Horten, „ein wichtiges Anliegen“.

Der heilige Nikolaus wäre heute vielleicht ein „Gutmensch“ und würde sich für benachteiligte Menschen einsetzen, so die Stiftung am Nikolaustag.

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Science

Kultur

„Gleißendes Glück“ für Gedeck und Tukur

„Original Bliss“ hat 1997 der Originaltitel eines Romans der schottischen Schriftstellerin A. L. Kennedy gelautet, der drei Jahre später unter dem Titel „Gleißendes Glück“ auf Deutsch erschienen ist.

Nun verlegte der deutsche Regisseur Sven Taddicken den Ausbruch einer Hausfrau aus ihrer beengten Existenz von Glasgow nach Norddeutschland und machte daraus einen Film. Die Hauptrollen spielen Martina Gedeck und Ulrich Tukur.

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Turner-Preis 2016 geht an Helen Marten

Der renommierte britische Turner-Preis geht in diesem Jahr an Helen Marten. Die 31-jährige Künstlerin aus dem Nordwesten Englands überzeugte die Jury mit Skulpturen, die aus alltäglichen Gegenständen gemacht sind, zum Beispiel Münzen, Wattestäbchen und Schüsseln. Die Installation ist noch bis zum 2. Jänner 2017 in der Tate Britain in London zu sehen.

Helen Marten vor einer Skulptur

APA/AP/PA/Jonathan Brady

„Nicht nur passive Zuschauer“

Marten, die sichtlich gerührt war, rief in einem BBC-Interview kurz nach der Preisverleihung zu mehr Toleranz und Mitmenschlichkeit auf. „Die Welt stürzt von einer Krise in die nächste, und das Mindeste, was wir tun können, ist, nicht nur passive Zuschauer zu sein“, sagte Marten.

Der nach dem Maler William Turner benannte Preis gilt als die wichtigste britische Auszeichnung für moderne Kunst. Geehrt werden Künstler unter 50 Jahren, die in Großbritannien geboren wurden, dort leben, oder arbeiten. Der Preisträger erhält 25.000 Pfund (knapp 30.000 Euro). Er wurde in diesem Jahr zum 32. Mal vergeben. Unter den vier Nominierten war auch die britische Künstlerin und Hochschullehrerin Josephine Pryde, die in Berlin und London arbeitet.

IT

Spion in Kinderzimmern: Warnung vor Abhörpuppe „Cayla“

Ein Puppenmodell des Herstellers Genesis Toys sorgt derzeit für heftige Kritik. Die sprechende Hightech-Plastikpuppe „Cayla“ wird über ein Smartphone oder Tablet mit dem Internet verbunden und soll dann Kindern zuhören und auch antworten können.

Da die Verbindung völlig unsicher sei, könne so jeder leicht durch die eingeschaltete Puppe sprechen bzw. Gespräche im Kinderzimmer mithören, warnen Konsumentenschützer.

Mehr dazu in help.ORF.at

Panorama