Ausland

Erneut schwere Luftangriffe in Aleppo - Spital getroffen

Die syrische Armee treibt mit Luftangriffen und Vorstößen von Bodentruppen die Offensive gegen die Rebellen in der Metropole Aleppo voran. Eine Klinik müsse nach Raketeneinschlägen geräumt werden, sagte heute ein medizinischer Helfer der Nachrichtenagentur Reuters.

„Ein Kampfflugzeug flog über uns und fing an, Raketen auf das Krankenhaus abzufeuern“, berichtete der Radiologe Mohammed Abu Radschab. „Der Schutt fiel auf die Patienten in der Intensivstation.“ Der Stromgenerator des Krankenhauses M10 und die Sauerstoffversorgung der Patienten seien ausgefallen. Die Verletzten und Kranken seien in ein anderes Krankenhaus verlegt worden.

Bodenoffensive gestartet

Nach Angaben von Vertretern der Rebellen griffen Soldaten des Präsidenten Baschar al-Assad auf mehreren Frontabschnitten an. Offenkundig werde ein Bodenangriff auf die Innenstadtbereiche vorbereitet. Gestern hatte die Armee nach tagelangen Luftangriffen eine großangelegte Bodenoffensive gestartet.

Mehr dazu in Tagelang schwere Luftangriffe

32.000 Verhaftungen nach Putschversuch in Türkei

Als Reaktion auf den gescheiterten Putsch hat die türkische Regierung nach eigenen Angaben bisher rund 32.000 Verdächtige inhaftieren lassen. Gegen insgesamt 70.000 Menschen wurde ermittelt, wie Justizminister Bekir Bozdag heute dem Fernsehsender NTV sagte.

„Dieser Prozess geht weiter“, fügte Bozdag hinzu. Es könne weitere Festnahmen, aber auch Freilassungen geben. Die bevorstehenden Gerichtsprozesse sind die bisher größten in der türkischen Geschichte. Es sei „noch nicht ganz geklärt“, wie sie geführt würden, sagte Bozdag.

Tausende Entlassungen

Anfang September hatte die Regierung mitgeteilt, dass mehr als 10.000 weitere Staatsbedienstete entlassen worden seien. Betroffen seien mehr als 7.600 Polizisten und über 300 Gendarmen.

Zudem mussten mehr als 2.300 Hochschulmitarbeiter sowie insgesamt mehr als 1.000 Soldaten, Richter und Staatsanwälte ihre Posten räumen. Fast 34.000 Häftlinge wurden vorzeitig entlassen, um Platz in den überfüllten Gefängnissen zu schaffen.

Erdogan kündigte „Säuberungen“ an

Präsident Recep Tayyip Erdogan, der den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen als Drahtzieher des Umsturzversuches betrachtet, hatte nach dem gescheiterten Putsch am 15. Juli umfangreiche „Säuberungen“ im Staatsapparat angekündigt.

Seither wurden Zehntausende Mitarbeiter der Sicherheitskräfte, der Justiz und des Bildungswesens aus dem Dienst entfernt. Allein im Justizwesen sind fast 3.400 Menschen davon betroffen, im Militär stieg die Zahl der Entlassenen inzwischen auf gut 4.450.

Bulgarien nominiert Georgiewa für höchstes UNO-Amt

Bulgarien hat heute die Vizepräsidentin der EU-Kommission, die Bulgarin Kristalina Georgiewa, für den Posten des UNO-Chefs nominiert. Zuvor war die eigentlich von der Regierung in Sofia favorisierte bulgarische Kandidatin, UNESCO-Chefin Irina Bokowa, bei einer Probeabstimmung im UNO-Sicherheitsrat nur auf Platz sechs gelandet.

„Wir haben (ihr) die letzte Chance gegeben“, sagte Bulgariens Regierungschef Boiko Borissow. „Wir meinen, dass dies (Georgiewa, Anm.) die erfolgreichere Kandidatur sein wird.“ Wegen ungeschriebener Regeln bei den Vereinten Nationen sollte der Kandidat eine Frau sein und aus Osteuropa kommen, sagte Borissow. 

Europaweite Polizeiaktion gegen mutmaßliche IS-Zelle

Die Polizei hat in Deutschland, Spanien und Belgien mehrere Personen wegen des Verdachts der Gründung einer Zelle der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) festgenommen. Wie das spanische Innenministerium heute in Madrid mitteilte, gebe es fünf Verdächtige - davon drei in Spanien sowie je eine Person in Brüssel sowie im deutschen Wuppertal.

Die Gruppe habe über Soziale Netzwerke - insbesondere über eine spanische Facebook-Seite - die Terrormiliz glorifiziert und Botschaften der Gruppe verbreitet, teilte das Innenministerium in Madrid mit. Ihnen wird dem Ministerium zufolge auch vorgeworfen, Anschläge beauftragt zu haben. Zudem soll sie als Vermittler zur Rekrutierung neuer Kämpfer in Europa aufgetreten sein.

Trump kündigt härtere Gangart gegen Clinton an

Nach dem ersten Fernsehduell der US-Präsidentschaftskandidaten hat der republikanische Kandidat Donald Trump für die nächste Debatte eine härtere Gangart gegen die Demokratin Hillary Clinton angekündigt.

Clinton hatte am Montag nach Meinung von politischen Beobachtern zwar keinen Triumph, aber einen eindeutigen Punktesieg davongetragen. Davon hat sie wohl wenig: Trumps Anhänger und vor allem die vielen unentschlossenen Wähler schert kaum, was politische Beobachter denken.

Mehr dazu in „Sie hat keine einzige Stimme gewonnen“

Hinweis auf persönliche Attacken

Trump will beim nächsten Duell „womöglich mit bestimmten Mitteln härter gegen sie zuschlagen“, sagte er gestern. Am Vorabend habe er sich zurückgehalten, da er „die Gefühle von niemandem verletzen“ habe wollen.

Trump sagte zu Fox News, als ihm Clinton Frauenfeindlichkeit vorgeworfen habe, habe er seinerseits die Affären von Ex-Präsident Bill Clinton, dem Ehemann der Kandidatin, ansprechen wollen. Er habe das aber gelassen, da sich die Clinton-Tochter Chelsea im Saal befunden habe.

Trump: Hohe Spendeneinnahmen nach TV-Duell

Zudem meldete Trump nach dem Fernsehduell gegen seine demokratische Rivalin eine Spendenflut. „Innerhalb der vergangenen 24 Stunden haben wir mehr als 13 Millionen Dollar (11,6 Mio. Euro) eingenommen“, twitterte Trump.

Das ist für den Republikaner eine bedeutende Summe, er hat bisher weniger Spenden als Clinton für den Wahlkampf erhalten. Stattdessen griff der Immobilienmilliardär auf sein eigenes Vermögen zurück. Im August beispielsweise hatte Clinton 143 Millionen Dollar (ca. 127 Mio. Euro) an Spenden eingesammelt, bei Trump waren es 90 Millionen Dollar (80 Mio. Euro).

Konfrontation vor Rekordpublikum

Die erste TV-Debatte der US-Präsidentschaftskandidaten wurde laut CNN im Fernsehen von 80,9 Millionen Amerikanern verfolgt. Damit sei der bisherige Rekord von 80,6 Millionen Zuschauern 1980 beim Schlagabtausch zwischen den damaligen Kandidaten Jimmy Carter und Ronald Reagan übertroffen worden, so der TV-Sender.

Allerdings lag die Zuschauerzahl bei Clinton und Trump unter den 100 Millionen, die einige Experten erwartet hatten und die sonst nur bei Endspielen im American Football erzielt werden.

Schweden schickt Ecuador Fragen für Assange-Verhör

Ecuadors Staatsanwaltschaft hat von ihren schwedischen Amtskollegen die Fragen für das Verhör des WikiLeaks-Gründers Julian Assange erhalten. „Das hindert die ecuadorianische Staatsanwaltschaft keinesfalls daran, ihre eigenen Fragen zu stellen“, sagte gestern Ecuadors Generalstaatsanwalt Galo Chiriboga.

Seit über vier Jahren in Botschaft

Der Australier Assange soll zum Vorwurf der Sexualdelikte Stellung nehmen. Er hält sich seit über vier Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London auf, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen.

Er befürchtet, von dort in die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm eine Verurteilung für die Enthüllungen der Plattform WikiLeaks droht. Aus dem Grund haben sich Schweden und Ecuador darauf geeinigt, Assange am 17. Oktober im Botschaftsgebäude zu befragen.

Auch schwedische Beamte bei Verhör anwesend

Staatsanwalt Wilson Toainga werde das Verhör auf Spanisch mit Übersetzern durchführen, kündigte Chiriboga an. Auch Ingrid Isgren von der Staatsanwaltschaft von Västeras und Cecilia Redell von der Stockholmer Kriminalpolizei sollen anwesend sein. Diese hätten das Recht, ebenfalls Fragen an Assange zu stellen, „aber diese Fragen bewertet die ecuadorianische Staatsanwaltschaft“.

Inland

RH: Steuereinnahmen stiegen stärker als Einkommen

Die Steuereinnahmen des Staates sind in den vergangenen 20 Jahren deutlich stärker gestiegen als die Wirtschaft, die Einkommen und die Inflation. Das errechnete der Rechnungshof (RH) für seinen aktuellen Bericht zur mittelfristigen Finanzplanung des Bundes.

Seit 2009 legt die Regierung jedes Frühjahr ihre Budgetplanung für die kommenden vier Jahre vor. Dieser „Finanzrahmen“ enthält Ausgabenobergrenzen für alle Ministerien sowie einen Strategiebericht zu deren Umsetzung.

Ob diese Planung auch hält, hat der Rechnungshof in einem aktuellen Bericht unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Je weiter die Planung in die Zukunft reicht, desto stärker weichen die Ergebnisse von den ursprünglichen Zielen ab.

Kosten durch Arbeitslosigkeit unterschätzt

„Die insbesondere für planungsferne Zeiträume erstellten mittelfristigen Finanzpläne konnten dadurch den Zweck der Planungssicherheit nicht erfüllen“, heißt es im Bericht. So lag das Familienministerium 2014 um 605 Mio. Euro über dem vier Jahre zuvor angepeilten Ausgabenrahmen, der Pensionszuschuss um 868 Mio. Euro (bzw. 536 Mio. Euro bei den Beamtenpensionen) und das Innenministerium um 133 Mio. Euro.

Unterschätzt wurden auch die Kosten für die unerwartet stark steigende Arbeitslosigkeit, die um 1,1 Mrd. Euro über Plan lagen.

Steuereinnahmen seit 1995 verdoppelt

Im Gegenzug schnitt der Bund in einigen Bereichen deutlich besser ab: So lagen die Zinsen 2014 gleich um 3,15 Mrd. Euro unter den ursprünglichen Erwartungen, die Steuereinnahmen („Öffentliche Abgaben“) um 5,394 Mrd. Euro darüber.

Überhaupt gab es bei den Steuern seit 1995 eine nominelle Verdoppelung (von 37,9 auf 78,5 Mrd. Euro), während die Wirtschaft „nur“ um 86,7 Prozent wuchs, die Einkommen um 79,4 Prozent zulegten und die Inflation 42,3 Prozent ausmachte.

Für die Zukunft forderte der RH die Regierung auf, im Finanzrahmen verankerte Sparziele auch mit konkreten Maßnahmen zu unterlegen.

Finanzministerium weist Kritik zurück

Das Finanzministerium wies die Kritik des Rechnungshofes in seiner Stellungnahme im Bericht zurück und verwies darauf, dass der jährliche Budgetvollzug durchwegs besser als erwartet ausfalle.

Tatsächlich sind die im jeweiligen Vorjahr beschlossenen Budgetzahlen deutlich näher an der Realität als die mehrjährige Planung: Hier wurden die geplanten Ausgaben nur einmal überschritten - nämlich 2013 um 560 Mio. Euro.

Verfassungsrichter nach Kritik: Wahl kein „Würfelspiel“

Der Verfassungsrichter Johannes Schnizer hat gestern Abend in der ZIB2 die - nach wie vor umstrittene - Aufhebung der Präsidentenstichwahl verteidigt. Er nannte die Notwendigkeit dazu „unerfreulich“. Aber: Die Entscheidung sei in der „jahrzehntelangen Judikatur“ begründet gewesen.

Es sei in unzähligen Fällen das Wahlgeheimnis verletzt worden. Es gehe grundsätzlich darum, dass eine demokratische Wahl kein „Würfelspiel“ sein dürfe. Dabei könne man nicht mit Wahrscheinlichkeiten arbeiten. Jede Stimme des Wählers müsse berücksichtigt werden, so Schnizer.

Schnizer verteidigt im ZIB2-Interview die Entscheidung, die Stichwahl zu wiederholen.

Der Verfassungsrichter verteidigte auch im aktuellen „Falter“ die Aufhebung der Bundespräsidentenstichwahl damit, dass in „Zehntausenden von Fällen das Wahlgeheimnis verletzt“ worden sei. In Richtung FPÖ meinte er, diese habe die Anfechtung schon vor dem Wahltermin vorbereitet. Die Freiheitlichen wiesen diese Aussage als „Unwahrheit“ zurück.

Ein „Eindruck“ von der umfangreichen Anfechtung

Das sei ein „Eindruck“, der bei ihm entstanden sei. Die Anfechtungsschrift könne nicht innerhalb weniger Tage derart umfangreich vorbereitet werden, sagte Schnizer in der ZIB2 zu seinem Verdacht. „Aber vielleicht täusche ich mich.“ Aktuell habe er Verständnis dafür, dass die Bundesregierung nun mit der Verschiebung der Wahlwiederholung - wegen der bekannten Klebeprobleme bei den Kuverts für die Briefwahl - auf Nummer sicher gehen wolle.

Auf die Frage, ob es klug gewesen sei, dass der Verfassungsrichter sich als Wähler des von den Grünen unterstützten Kandidaten Alexander Van der Bellen deklariert hatte, erklärte er sinngemäß: Jeder Richter habe auch eine Weltanschauung. Neutralität in seiner Funktion im Verfassungsgerichtshof (VfGH) und dem Verfahren Wahlanfechtung sei die eine, seine politische Einstellung eine andere Sache.

Flüchtlingsreferenten tagen in Graz

Die Flüchtlingsreferenten aller Bundesländer konferieren heute in Graz. Laut Landesrätin Doris Kampus (SPÖ), die die Steiermark vertritt, steht die Ausweitung von gemeinnütziger Beschäftigung für Asylwerber dabei im Fokus.

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Pilotprojekt für Flüchtlinge in Perg

In Perg in Oberösterreich startete jetzt ein Pilotprojekt zur Beschäftigung anerkannter Flüchtlinge. Es basiert auf dem Projekt „Hilfe zur Arbeit“, das es bereits seit Längerem für alle Bezieher der Mindestsicherung gibt.

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Sport

Champions League: Dortmund trotzt Real Remis ab

Der Schlager des zweiten Spieltages in der Champions-League-Gruppenphase hat gestern keinen Sieger gebracht. Borussia Dortmund erkämpfte im Heimspiel in Gruppe F gegen Real Madrid dank eines späten Treffers ein 2:2. Die „Königlichen“ gingen durch Cristiano Ronaldo und Raphael Varane zweimal in Führung, der BVB gab sich aber nie auf und wurde kurz vor Schluss durch ein schönes Tor von einem „Joker“ belohnt. Damit ist Englands Meister Leicester City als vorerst einziges Team nach zwei Spieltagen noch makellos.

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Fußball: Englischer Teamchef Allardyce muss gehen

Sam Allardyce muss nach 67 Tagen im Amt als englischer Teamchef gehen. Dem 61-Jährigen wurde ein heimlich gefilmtes Interview zum Verhängnis, in dem er als Geschäftsleuten getarnten Journalisten Tipps zur Umgehung der Transferregeln der Premier League gegeben hatte. Der englische Verband zog nun die Reißleine. Allardyce betreute die „Three Lions“ nur in einem Spiel.

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Wirtschaft

Deutsche Amazon-Beschäftigte streiken erneut

Im Kampf um einen Tarifvertrag sind Beschäftigte des Versandhändlers Amazon erneut an mehreren deutschen Standorten in den Streik getreten. Wie die Gewerkschaft ver.di mitteilte, galt der Aufruf für die beiden Versandzentren im hessischen Bad Hersfeld sowie in Koblenz, Leipzig und zwei Standorten in Nordrhein-Westfalen.

Auch beim DVD-Verleiher und Videostreaming-Dienst Amazon Prime Instant Video in Elmshorn
(Schleswig-Holstein) wurde nach ver.di-Angaben gestreikt. Die Arbeitsniederlegungen begannen mit der Frühschicht und sollten bis zum Ende der Spätschicht dauern. Der Streik hätte aber keinen Einfluss auf pünktliche Lieferungen, sagte eine Amazon-Sprecherin.

Versandhandel sieht sich als Logistiker

Ver.di forderte das Unternehmen auf, die Blockade gegen Tarifverhandlungen aufzugeben. Die Gewerkschaft verlangt in dem seit Jahren andauernden Konflikt einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels.

Das US-Unternehmen verweigert aber Verhandlungen, sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen. Deswegen kommt es seit Mai 2013 immer wieder zu Streiks an verschiedenen Standorten bundesweit. Amazon beschäftigt in den Warenlagern über 11.000 Festangestellte.

D: Regierung bereitet Notfallplan für Deutsche Bank vor

Die deutsche Regierung und zuständige Finanzaufsichtsbehörden bereiten einem „Zeit“-Bericht zufolge einen Notfallplan für die Deutsche Bank vor. Hochrangige Beamte in Berlin, Brüssel und Frankfurt am Main arbeiteten gerade an einem entsprechenden Konzept, berichtete die Wochenzeitung heute vorab.

Der Notfallplan solle in Kraft treten, falls die Deutsche Bank zusätzliches Kapital benötige, um ihre zahlreichen Rechtsstreitigkeiten beizulegen, und falls sie sich diese Mittel nicht selbst auf dem Markt besorgen könne.

Bisher nur Planspiele

Das US-Justizministerium drohte der Deutschen Bank eine Strafe von 14 Milliarden Dollar (12,5 Mrd. Euro) für Hypothekengeschäfte an. Die Bank selbst will weniger zahlen, wie Vorstandschef John Cryan in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung erneut betont hatte.

In der deutschen Regierung werde befürchtet, dass es zu einer solchen Situation kommen könnte, wenn sich das US-Justizministerium unnachgiebig zeigt, wie die „Zeit“ weiter berichtete.

Bisher handle es sich allerdings nur um Planspiele, betonte die „Zeit“. Die deutsche Regierung hoffe weiterhin darauf, dass die Bank ohne Unterstützung auskommt.

Japan gegen Totalverbot von Elfenbeinhandel

Japan hat sich bei der laufenden Weltartenschutzkonferenz (CITES) in Johannesburg in Südafrika laut einem Medienbericht gegen ein vollständiges Handelsverbot für Elfenbein ausgesprochen.

Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo heute unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, befürwortet Japan Ausnahmen bei Produkten, die nicht aus Wilderei oder illegalem Handel stammen.

Einige Länder, darunter China, hätten jedoch die Frage aufgeworfen, ob zwischen legal und illegal gehandeltem Elfenbein überhaupt unterschieden werden könne. Die Artenschutzkonferenz beschloss 1989, den internationalen Handel mit Elfenbein zu verbieten.

Nun machen die USA und mehrere afrikanische Länder Druck, den Handel mit Elfenbein auch von Binnenmärkten zu bannen. Die EU will aber den Handel mit antikem Elfenbein innerhalb der EU weiterhin erlauben. Nach dem jüngsten Bericht der Weltnaturschutzunion IUCN ist die Zahl der Elefanten in Afrika seit 2006 um 111.000 Tiere auf 415.000 gesunken.

Chronik

Taifun „Megi“ fegt über südchinesische Küste

Mit heftigen Regenfällen und Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern ist Taifun „Megi“ heute auf die südchinesische Küste getroffen. Zuvor hatte der Wirbelsturm in Taiwan schwere Schäden angerichtet.

Umegstürzte Bäume

APA/AFP/Sam Yeh

In der Inselrepublik kamen fünf Menschen ums Leben. Rund 300 wurden verletzt, wie die taiwanesische Nachrichtenagentur CNA berichtete. Viele Schulen und Büros blieben dort geschlossen. Auch Bahnverbindungen mit Hochgeschwindigkeitszügen waren wegen notwendiger Inspektionen und Reparaturen ausgesetzt.

In Südchina traf der Taifun bei Quanzhou in der Provinz Fujian auf die Küste. Über Schäden oder Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

Flüchtling in Berlin von Polizisten erschossen

Bei einer Auseinandersetzung in einer Asylwerberunterkunft in Berlin-Mitte haben Polizisten einen Flüchtling erschossen. Die tödlichen Schüsse seien gefallen, als der 29-Jährige einen 27 Jahre alten Mitbewohner mit einem Messer attackieren wollte, sagte ein Polizeisprecher heute Früh.

Hintergrund seien Missbrauchsvorwürfe gegen den 27-Jährigen, der sich laut Zeugenaussagen an einer Achtjährigen - vermutlich der Tochter des Getöteten - vergangen haben soll.

Mehrere Beamte setzten Waffen ein

Zum Zeitpunkt der Attacke sei der 27-Jährige mit Handschellen gefesselt gewesen. Er sollte gerade in ein Polizeiauto steigen, als der mutmaßliche Vater des Mädchens plötzlich mit dem Messer auf ihn zustürmte, so die Polizei. Zeugen sagten aus, bei der Attacke habe dieser gerufen: „Das wirst du nicht überleben.“

Um den Angriff zu verhindern, hätten mehrere Beamte von ihren Schusswaffen Gebrauch gemacht, sagte der Polizeisprecher. Der 29-Jährige wurde schwer verletzt und starb Stunden später im Krankenhaus.

Wie viele Beamte geschossen haben, soll eine Mordkommission klären. Diese ermittele routinemäßig nach Polizeischüssen, hieß es. Passanten seien bei dem Einsatz nicht gefährdet worden.

Ermittlungen gegen 27-Jährigen

Ursprünglich war die Polizei wegen der Missbrauchsvorwürfe in die Unterkunft gerufen worden. Den Zeugenaussagen zufolge soll der 27-Jährige das Mädchen in einen angrenzenden Park gelockt und sich dort sexuell an ihm vergangen haben. Gegen den Mann werde nun wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch ermittelt. Das Kind sei unverletzt geblieben und werde speziell betreut.

Prominacktbilder gestohlen: Hacker bekennt sich schuldig

In den USA hat sich ein Hacker des Diebstahls von Nacktaufnahmen von Prominenten wie Jennifer Lawrence und Kate Upton schuldig bekannt.

Sein Schuldeingeständnis machte Edward Majerczyk gestern vor einem Gericht in Chicago. Der 29-Jährige hatte sich der Anklage zufolge Zugang zum Apple-Dienst iCloud und zu E-Mail-Konten von mehr als 300 Menschen verschafft, darunter mindestens 30 Prominente. Dort stahl er Videos und Bilder, darunter auch Nacktaufnahmen.

Das Schuldeingeständnis ist Teil eines Deals, den Majerczyk mit der Staatsanwaltschaft geschlossen hat. Ihm entsprechend erklärte sich der 29-Jährige in einem Anklagepunkt schuldig, nämlich „des illegalen Eindringens in geschützte Computer zur Beschaffung von Informationen“. Die Verbreitung der intimen Aufnahmen im Internet bestritt er aber.

Die Staatsanwaltschaft erklärte sich in dem Deal bereit, eine Haftstrafe von nur neun Monaten zu fordern. Ursprünglich hatten dem Angeklagte bis zu fünf Jahre Gefängnis gedroht. Das Strafmaß soll am 10. Jänner bekanntgegeben werden.

Gesundheit

Globale Messung: Wo der Dreck in der Luft landet

Eine unterschätzte „gesundheitliche Notlage“ ortet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) angesichts einer neuen Auswertung der Luftgüte rund um die Welt. Abseits bekannter Krisengebiete in Asien und Afrika zeigt eine interaktive Weltkarte überraschende und bedenkliche Resultate.

Zu sehen ist nicht, wo die Luftverschmutzung herkommt, sondern wo sie sich im wahrsten Sinn des Wortes - bedingt durch Wind, Wetter und Geografie - niederschlägt. Selbst im „Rust Belt“ der USA ist die Luft etwa besser als in Krems, Hallein und anderen österreichischen Städten, die man vorderhand kaum mit belasteter Luft in Verbindung bringt.

Mehr dazu in „Schnelles Handeln dringend nötig“

Religion

Päpstliche Schweizergarde wird jetzt „professioneller“

Die päpstliche Schweizergarde erhält künftig eine intensivere Ausbildung. Ziel sei eine „weitere Professionalisierung“ angesichts wachsender Anforderungen, teilte die Gardeleitung im Vatikan mit. Künftig sollen die Rekruten in der Schweiz unter anderem in Psychologie, lebensrettenden Maßnahmen, persönlicher Sicherheit, Taktik und Schießen geschult werden.

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Kultur

Bruce Springsteen verarbeitet Kindheit in Autobiografie

In seinen Songs sei er „nicht immer ganz fair“ zu seinem Vater gewesen, gesteht Bruce Springsteen in seiner heute erschienenen Autobiografie „Born to Run“. In seinen Liedern habe er seinen Vater „als Urtyp des vernachlässigenden und tyrannischen Elternteils“ dargestellt, schreibt der Rockstar, der mittlerweile selbst eine Familie hat und mit seiner zweiten Ehefrau Patti Scialfa und drei Kindern zusammenlebt.

Angst vor dem Vater

Der Sänger des Evergreens „Born in the USA“, mit dem er 1984 kritisch den Vietnam-Krieg verarbeitete, beschreibt in seinem 510-seitigen Buch seine Kindheit in ärmlichen Verhältnissen in Freehold im US-Bundesstaat New Jersey.

Diese sei geprägt gewesen von Angst vor dem Vater, der ein unbeständiges Arbeiterleben führte, mit Alkohol und psychischen Problemen zu kämpfen hatte und erst als alter Mann seine Verfehlungen gegenüber seinem Sohn eingestand.

Springsteen leidet unter Depressionen

Dennoch gibt sich der „Boss“ nun versöhnlich: „Unsere Geschichte ist so viel komplizierter, nicht in den Details dessen, was passiert ist, aber in dem Warum des Ganzen“, schreibt der 67-Jährige.

Auch der Musiker selbst leidet unter wiederkehrenden Depressionen und Stimmungsschwankungen, für die er in therapeutischer Behandlung ist. Springsteen sieht in seinem Vater einen typischen Vertreter seiner Generation: Er habe „die typische Härte und Selbstverliebtheit“ der Männer in den 50er Jahren an den Tag gelegt.

Seine Mutter Adele beschreibt Springsteen in dem Buch als seine Heldin. Die Sekretärin war es, die der späteren Rocklegende die erste E-Gitarre finanzierte. Im Alter von 90 Jahren tanzte seine Mutter Anfang dieses Jahres mit ihrem Sohn bei einem Konzert in New York - und wurde damit eine Sensation im Internet.

In seiner Biografie schildert Springsteen auch seine Anfänge als Musiker: Als Teenager trat er mit seiner Band unter anderem in einer Psychiatrie auf, und bei einem Auftritt in einer Bar im Jahr 1969 fand die im Fernsehen übertragene Mondlandung mehr Beachtung als das Konzert des späteren Rockstars.

Offizieller „Audio Companion“

Mit „Chapter And Verse“ kam ein offizieller „Audio Companion“ zur Autobiografie in den Handel. Der Longplayer enthält Aufnahmen aus den Jahren 1966 bis 2012, fünf der 18 Stücke sind bisher unveröffentlicht. Springsteen selbst wählte die Lieder passend zu den Themen und Abschnitten der Autobiografie.

Miles Davis an 25. Todestag als Chartstürmer

Genau 25 Jahre nach seinem Tod ist die Faszination, die von Jazz-Trompeter Miles Davis ausgeht, ungebrochen: Wie das Branchenmagazin „Billboard“ vermeldet, ist Davis’ stilprägender Klassiker „Kind of Blue“ aktuell und in der Vinyl-Jahreshitparade unter den zehn meistverkauften Schallplatten - 57 Jahre, nachdem Davis es einspielte und damit in einem Aufwasch den Modaljazz begründete und den Cool Jazz perfektioniert abschloss.

Miles Davis (1969)

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Davis’ Plattenfirma Columbia nahm die Chartplatzierung erfreut, aber nicht verwundert zur Kenntnis: „Kind of Blue“ gehöre inzwischen zur „kulturellen DNA“ der Musikwelt. Allein innerhalb der letzten 15 Jahre wurde das Album, das ohnehin in vielen Haushalten zur musikalischen Grundausstattung gehört, über 3,6 Millionen Mal verkauft. Davis’ Einfluss geht jedoch weit über seine eigene Hörerschaft hinaus, wie gerade jüngste Archivfunde zeigen.

Jam mit Prince harrt der Veröffentlichung

Sein ganzes musikalisches Leben lang war Davis geradezu manisch davon getrieben, an der Spitze musikalischer Innovatoren zu stehen: Er begann in den 1940er Jahren als schüchterner Protege von Ausnahmesaxofonist Charlie Parker, entwickelte - einsehend, dass seine Stärke in seinem unnachahmlichen Klang und nicht in atemloser Virtuosität lag - den Cool Jazz, Modaljazz, Fusion und kurz vor seinem Tod mit dem Albumfragment „Doo Bop“ auch eine unterschätzte Zusammenführung von Jazz und Hip-Hop.

Dass Davis zu jeder Zeit auf der Höhe der Zeit war, beweist nicht zuletzt die wechselseitige Verehrung zwischen ihm und Popkünstler Prince. Stückchenweise sickern nach dem Tod von Prince auch Tondokumente von ihren informellen Kollaborationen aus dessen Nachlass, zuletzt etwa eine Langversion des Titels „Can I Play With U?“, die Prince - beginnend beim Titel des Stücks - von Anfang an als Hommage an Davis konzipiert hatte. Auch Davis’ eigener Nachlass ist weiterhin für Veröffentlichungen gut, zuletzt „Everything’s Beautiful“.

„Fürchte keine Fehler“

Maßgeblich sind weiterhin Davis’ zu Lebzeiten aufgenommene Alben, neben „Kind of Blue“ etwa „Miles Ahead“, „E.S.P.“ und „Bitches Brew“. Darüber hinaus wirkte Davis - zu Lebzeiten oft zum bestangezogenen Mann der USA gekürt und in Fotos weiterhin als „Prince of Cool“ etwa auf Plattformen wie Pinterest verbreitet - über alle Genres hinweg als Vorbild, indem er sich beständig weigerte, seine Kunst unter Unterhaltung zu subsumieren.

Miles Davis (1987)

AP/Ton Pouw

Für Musiker, unabhängig von Stil und Instrument, ist Davis zudem beständige Inspirationsquelle und Herausforderung zugleich. Zitate wie „Spiel nicht, was schon da ist. Spiel, was nicht da ist“ und „Fürchte keine Fehler“ hängen in unzähligen Proberäumen. Warum die Ratschläge nur bedingt fruchten können, hat ebenfalls Davis selbst erklärt: „Die Note ist nur 20 Prozent. Die Einstellung von dem Hurensohn, der sie spielt, ist 80 Prozent.“ (luzi, ORF.at)

Leute

Kachelmann erstritt Schadenersatz von Ex-Geliebter

Der Schweizer Wettermoderator Jörg Kachelmann hat Schadenersatz von seiner Ex-Geliebten erstritten. Das Oberlandesgericht Frankfurt verurteilte sie heute zur Zahlung von mehr als 7.000 Euro plus Zinsen.

Die Kammer sei davon überzeugt, dass sie ihn „vorsätzlich, wahrheitswidrig der Vergewaltigung bezichtigte“, hieß es in der Urteilsbegründung. Das Landgericht Frankfurt hatte in erster Instanz einen Anspruch verneint.

Kachelmann hatte die Journalistin Claudia D. auf Erstattung von rund 13.000 Euro für Gutachten verklagt. Mit deren Hilfe hatte sich der TV-Moderator im Strafprozess erfolgreich gegen ihren Vergewaltigungsvorwurf verteidigt. Das Landgericht Mannheim hatte den 58-Jährigen im Mai 2011 in einem spektakulären Verfahren von dem Vorwurf freigesprochen.

Medizinisches Gutachten entschied Prozess

Im Zivilverfahren musste Kachelmann nachweisen, dass seine Ex-Geliebte ihn falsch beschuldigt hat. Ein vom 18. OLG-Senat bestellter Rechtsmediziner hatte in einem Gutachten erklärt, dass viel dafür spreche, dass sich die Radiomoderatorin selbst die Verletzungen beigebracht habe.

D. hatte im Februar 2010 der Polizei berichtet, sie sei von ihrem damaligen Freund Kachelmann vergewaltigt worden. Der Wettermoderator wurde im März 2010 nach der Rückkehr aus Kanada auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen und kam anschließend in Untersuchungshaft.

Panorama

Katy Perry zieht sich für Wahlwerbevideo aus

Sängerin Katy Perry (31) ruft die US-Amerikaner in einem Comedy-Clip dazu auf, wählen zu gehen - und zieht sich dabei aus.

„Ich habe die Verfassung überflogen. Es steht nirgendwo geschrieben, dass man sich nicht einfach aus dem Bett rollen und in dem Zustand zur Wahl gehen kann, in dem man aufgewacht ist“, sagt die Musikerin („Roar“) zu Beginn des kurzen Videos, das auf der Plattform Funny or Die veröffentlicht wurde.

Vor der Wahlkabine zieht sich Perry aus, zwei schwarze Balken verdecken Teile ihres Körpers. Daraufhin führen zwei Polizisten die 31-Jährige ab. 

„Denk daran zu wählen. Es interessiert keinen, was du trägst. Hauptsache, du trägst etwas“, heißt es am Ende des Clips. Perry engagiert sich im US-Präsidentschaftswahlkampf für die Demokratin Hillary Clinton. Die Wahl findet am 8. November statt.

Wolkenkratzer sinkt ab: San Franciscos Hochhausfiasko

Vom „San Francisco Chronicle“ aufgedeckt, wird ein bisher um rund 40 Zentimeter abgesunkenes Hochhaus für die US-Metropole zunehmend zu einem Fiasko. Der als „schiefer Turm von San Francisco“ verschriene - an sich als neue Vorzeigeadresse für Reiche und Prominente geplante - Millennium Tower wird jüngsten Erkenntnissen zufolge noch weiter nach unten absacken und sich dabei auch merklich zur Seite neigen.

Das hinter dem Projekt stehende Unternehmen sieht zwar keine unmittelbare Gefahr für die aus mehrfachen Gründen besorgten Bewohner, der Stadtverwaltung zufolge sei die Sache dann aber doch etwas komplexer als „eine undichte Toilette“.

Mehr dazu in Mehr als eine „undichte Toilette“