Ausland

USA erkennen zehntausendsten Flüchtling aus Syrien an

Die USA haben heute den zehntausendsten Flüchtling aus Syrien anerkannt. Damit sei das bis Ende September gesteckte Ziel früher erreicht worden, teilte die nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice mit.

Die USA stehen vor allem in Europa in der Kritik, weil sie vergleichsweise wenige Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland aufnehmen. Von 2011 bis in das vergangene Jahr wurden nur 1.800 Flüchtlinge aufgenommen.

Noch weiter weg bis zum Jahresende==

Für die Ausweitung auf 10.000 bekam Barack Obama massiven Gegenwind der Republikaner und vieler Gouverneure in den Bundesstaaten. Sie begründen das mit der Sorge vor einer Welle islamistischer Terroristen. Insgesamt sollen in diesem Jahr 85.000 Flüchtlinge in den USA anerkannt werden.

Das Thema spielt auch im Wahlkampf eine große Rolle. Der Republikaner Donald Trump unterstellt seiner Konkurrentin Hillary Clinton, sie wolle die Politik Barack Obamas fortsetzen und zehntausende Syrer ohne nähere Überprüfung ins Land lassen. Generell durchlaufen Flüchtlinge in den USA vor ihrer Anerkennung aber einen rigorosen Prozess der Überprüfung.

Türkische Stadt Kilis von Syrien aus mit Raketen beschossen

Die südtürkische Grenzstadt Kilis ist aus Gebieten unter Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien erneut mit Raketen beschossen worden. Unter sechs Verletzten seien zwei Kinder, meldete die Nachrichtenagentur DHA. Insgesamt seien heute Abend drei Raketen in Kilis eingeschlagen, zwei davon auf freiem Gelände, eine auf einer Straße.

Seit Jänner wurden bei Raketenbeschuss nach Angaben von DHA mehr als 20 Menschen in Kilis getötet. Weiter östlich war die türkische Armee vor wenigen Tagen in Nordsyrien eingerückt. Sie geht dort nach eigenen Angaben gegen den IS, aber auch gegen von Kurden angeführte Milizen vor.

Kurden rüsten zum Kampf um Manbidsch

Der IS ist aus dem nordsyrischen Manbidsch bereits vertrieben worden, doch nun gerät die Stadt wieder ins Kampfgeschehen. Kurdische Kämpfer bereiten sich derzeit offenbar auf vorrückende türkische Truppen und von ihnen unterstützte Rebellen vor und rüsten auf. Die USA haben dafür wenig Verständnis. Sie drängten die Beteiligten dazu, die Auseinandersetzungen einzustellen und sich stattdessen auf den Kampf gegen den IS zu konzentrieren.

Mehr dazu in Stadt kürzlich vom IS befreit

Rousseff weist Verfahren als unberechtigt zurück

Die suspendierte brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hat im Amtsenthebungsverfahren heute die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Sie habe die Verbrechen, die ihr „zu Unrecht zur Last gelegt“ werden, „nicht begangen“, sagte die 68-Jährige bei ihrer Verteidigungsrede vor dem Senat in Brasilia.

Rousseff wiederholte ihren im Verlauf des Verfahrens mehrfach erhobenen Vorwurf, das Amtsenthebungsverfahren sei in Wirklichkeit ein „Putsch“ ihrer politischen Gegner. Diese wollten die Entscheidung der 54 Millionen Wähler missachten, die ihr bei ihrer Wiederwahl 2014 die Stimme gegeben hatten.

Anfang Mai vom Parlament des Amtes enthoben

Rousseff wird vorgeworfen, Haushaltszahlen geschönt und Geld ohne Zustimmung des Kongresses ausgegeben zu haben. Sie war Anfang Mai vom Parlament für zunächst 180 Tage ihres Amtes enthoben worden.

In dem Amtsenthebungsverfahren, das heute in seine letzte Etappe ging, kam Rousseff heute erstmals zu Wort. Sie sollte eine halbe Stunde reden dürfen, im Anschluss war eine Befragung durch Anhänger und Gegner vorgesehen. Bei ihrem Eintreffen wurde Rousseff von ihrem Amtsvorgänger und Förderer, Luis Inacio Lula da Silva, begleitet. Mehrere hundert Anhänger hatten am Vorabend für ihren Verbleib im Amt demonstriert.

Sarkozy würde für Burkini-Verbot auch Verfassung ändern

Frankreichs konservativer Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy, der sich wieder für das Amt bewirbt und seinen Wahlkampf bereits gestartet hat, würde für ein Burkini-Verbot auch die Verfassung ändern. Er forderte heute im Sender RTL ein Gesetz, das „auf das Tragen eines Burkini am Strand und in den Schwimmbädern“ abziele.

Auf die Warnung des sozialistischen Innenministers Bernard Cazeneuve angesprochen, wonach ein Burkini-Verbot gegen die Verfassung verstoßen würde, sagte Sarkozy: „Sehr gut. Dann ändern wir eben die Verfassung!“ Die Verfassung sei in der Vergangenheit schon häufig geändert worden, ohne dass das ein Problem gewesen sei. „Die Frage ist: Passt sich die Gesellschaft dem Recht an oder das Recht der Gesellschaft?“

Sarkozy auf einer Linie mit Le Pen

Frankreichs oberstes Verwaltungsgericht hatte letzte Woche die an zahlreichen französischen Stränden verhängten Burkini-Verbote für unrechtmäßig erklärt. Die Richter urteilten in einer Grundsatzentscheidung, die Freiheitsrechte könnten nur bei „erwiesenen Risiken“ für die öffentliche Ordnung eingeschränkt werden.

Nach dem islamistischen Anschlag von Nizza mit 86 Toten hatten rund 30 Gemeinden das Tragen des muslimischen Ganzkörperbadeanzugs an ihren Stränden verboten.

Sarkozys konservative Republikaner und die rechtsextreme Front National (FN) von Marine Le Pen fordern jetzt ein gesetzliches Burkini-Verbot. Der Burkini sei eine „Provokation eines politischen Islam“, sagte Sarkozy heute. „Was ist die Freiheit, wenn es eine Tyrannei der Minderheiten gibt?“ Der 61-Jährige will vor allem dank Wählern vom rechten Rand wieder in den Elysee-Palast einziehen können.

Frankreich will Institutionen neu aufstellen

Am Rande der Debatte beriet sich Cazeneuve heute mit Vertretern der muslimischen Gemeinschaft. Organisationen der islamischen Institutionen im Land sollen nun auf neue Füße gestellt und dabei auch stärker in den Kampf gegen Radikalisierung eingebunden werden. „Wir brauchen einen Islam, der mit beiden Füßen in der Republik steht“, sagte Cazeneuve.

Er kündigte eine Stiftung und eine religiöse Vereinigung an, die neue Finanzierungsquellen für den Bau von Moscheen, die Ausbildung von Imamen und islamwissenschaftliche Studien erschließen soll.

Über 70 Tote nach Anschlag im Jemen

Bei einem Selbstmordanschlag im Jemen sind nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) mindestens 71 Menschen getötet und 98 Menschen verletzt worden. Laut Berichten von Augenzeugen fuhr der Angreifer in der Hafenstadt Aden mit seinem Auto in ein Gebäude, das von einer örtlichen Miliz genutzt wurde.

Wrackteile nach einem Selbstmordanschlag in Aden

APA/AFP/Saleh Al-Obeidi

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu dem Attentat. Der IS verübte in Aden mehrfach Anschläge. So starben Ende Mai bei zwei Bombenanschlägen mindestens 45 Menschen. Der IS bekannte sich zu den Taten. Im Jemen tobt seit rund zwei Jahren ein Bürgerkrieg. Schiitische Huthi-Rebellen aus dem Norden haben große Teile des Landes, darunter die Hauptstadt Sanaa, überrannt.

Die Hafenstadt Aden steht unter Kontrolle von Kräften, die an der Seite der Regierung kämpfen. Eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition bombardiert seit März vergangenen Jahres die Aufständischen. Sie unterstützt damit den international anerkannten Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. Das Chaos in dem armen Land machen sich Extremisten zunutze.

Südafrika: Schule zwang zu Glättung von krausem Haar

Eine Mädchenschule in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria steht wegen strenger Vorschriften für die Frisuren ihrer Schülerinnen unter Rassismusverdacht. Die Mädchen an der Pretoria High School for Girls beklagten, die Schulleitung habe sie gezwungen, krauses Haar mit Chemikalien zu glätten. Offen getragene Afrofrisuren seien an der Schule als unordentlich verpönt.

Am Wochenende protestierten Schülerinnen mit Afro- und Flechtfrisuren vor der Schule gegen Diskriminierung. Politiker bekundeten heute ihr Entsetzen. „Meine Tochter hat einen Afro. Würde sie an der Mädchenschule von Pretoria aufgenommen werden?“, schrieb der Vorsitzende der Oppositionspartei Democratic Alilance, Mmusi Maimane, im Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Auch Vorschriften zu Volkssprache

Der Bildungsminister der Provinz Gauteng, Panyanza Lesufi, besuchte die staatliche Schule, um mit Lehrern und Schülerinnen zu sprechen. Er wolle verhindern, dass die Lage außer Kontrolle gerate, sagte er vor Journalisten. Auf Facebook erhielt eine am Freitag gestartete Petition gegen die Vorschriften der Schule bis heute mehr als 10.000 Unterstützer.

Auch mehr als 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid ist Rassismus in Südafrika noch weit verbreitet. Das prestigeträchtige Mädchengymnasium in Pretoria hatte bis zum Ende der Apartheid 1994 nur weiße Schülerinnen aufgenommen, inzwischen besuchen aber auch Schwarze die Schule. In Sozialen Netzwerken beklagten einige schwarze Schülerinnen neben den Frisurenregeln, dass sie an der Schule nicht in ihren Volkssprachen miteinander reden dürften.

Usbekischer Präsident erlitt Hirnblutung

Der usbekische Präsident Islam Karimow liegt nach Gehirnblutungen auf der Intensivstation. Ihr Vater sei seit Samstagfrüh wegen der Blutungen im Krankenhaus, sein Zustand gelte aber als stabil, teilte seine Tochter Lola Karimowa-Tillijajewa heute über das Soziale Netzwerk Instagram mit.

Der 78-Jährige regiert Usbekistan seit 1989. Nach der Unabhängigkeit 1991 wurde er zum Staatschef gewählt, seitdem regiert er das an Afghanistan grenzende Land mit harter Hand. Zuletzt wurde er im März 2015 mit mehr als 90 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) äußerte jedoch damals Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Urnengangs.

Inland

Mindestens 151 Flüchtlingskinder vermisst

Zumindest 151 Flüchtlingskinder werden von den Behörden in Österreich als vermisst geführt. Im Vorjahr und im bisherigen Jahr 2016 seien im Flüchtlingslager Traiskirchen, das die meisten minderjährigen Flüchtlinge durchlaufen, insgesamt 193 abgängige unter 14-Jährige gemeldet worden, sagte Innenministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck heute. Davon sind 42 wieder aufgetaucht.

Im Innenministerium geht man davon aus, dass viele der abgängigen Kinder in andere EU-Länder weitergereist sind. Der Sprecher verwies darauf, dass die Asylregeln der EU, die an sich ein Schutzansuchen im ersten Land der Einreise vorschreiben, nach der Dublin-III-Verordnung auf Minderjährige meist nicht anzuwenden seien.

Einige Kinder in Deutschland gelandet

Daher seien wohl einige der Kinder in Deutschland gelandet. Mögliche Hinweise auf Menschenhandel sehen die Behörden bei den vermissten Kindern nicht. „Es gibt keinerlei Anhaltspunkte, dass Abgängigkeiten auf andere Umstände zurückzuführen sind“, sagte Grundböck.

Berichte über vermisste Flüchtlingskinder gab es in den vergangenen Monaten in einigen EU-Ländern. Zu Jahresbeginn schätzte die Polizeibehörde Europol ihre Zahl europaweit auf rund 10.000.

Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung, Drogenschmuggel

Ein Bericht der Organisation „Missing Children Europe“ warnte davor, dass Kinder dem Risiko ausgesetzt seien, Opfer von Menschenhandel, sexueller Ausbeutung, erzwungenem Drogenschmuggel oder Bettelei zu werden. Die Studienautoren riefen zur besseren Kooperation der einzelnen nationalen Behörden und innerhalb Europas auf, um alle Fälle vermisster Kinder aufzuklären.

Die deutschen Behörden teilten heute mit, dass in Deutschland derzeit knapp 9.000 junge Flüchtlinge offiziell als vermisst geführt werden. Vom Bundeskriminalamt hieß es aber auf Anfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, dass in der Regel kein Verdacht auf ein kriminelles Geschehen bestehe, vielmehr gehe man von weitergereisten Kindern und Mehrfachregistrierungen als Grund aus.

Hofer würde Ort für Neujahrsansprache verlegen

Norbert Hofer würde den Ort der Neujahrsansprache verlegen, sollte er Bundespräsident werden. Der FPÖ-Kandidat kann sich etwa ein Seniorenheim anstelle des Amtssitzes in der Hofburg vorstellen, sagte er heute bei einer Pressekonferenz.

„Heraus aus der Hofburg, hin zu den Leuten“ will Hofer laut eigener Aussage zu Jahresbeginn gehen. Die traditionelle Neujahrsansprache würde er dann etwa in ein Seniorenheim verlegen - „gerne mit einer älteren Frau oder einem älteren Herren“. Dabei solle es aber nicht bleiben.

In weiterer Folge kann sich der FPÖ-Kandidat unter anderem einen Kleinbetrieb als Aufzeichnungsort oder einen Bauernhof vorstellen.

Lob für Regierungsmitglieder

Hofer versprach bei der erneuten Vorstellung seines Wahlprogramms eine besonnene Amtsführung, sollte er die Stichwahl gewinnen. Demokratische Entscheidungen würden respektiert, Wahlgewinner sollten als Erstes mit der Regierungsbildung beauftragt werden. Erneut betonte er, dass er nach einer möglichen Angelobung seine Parteimitgliedschaft in der FPÖ ruhend stellen werde.

Dementsprechend lobte Hofer auch Mitglieder der jetzigen Koalition wie Außenminister Sebastian Kurz, Innenminister Wolfgang Sobotka (beide ÖVP) sowie Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ). „Diese drei Personen machen einen guten Job“, bemerkte er - „und ich hoffe, dass ich gut kooperieren werde.“

Sport

Tennis: Thiem fiebert US Open entgegen

Nach einem etwas durchwachsenen Sommer mit einer dreiwöchigen Pause wegen einer Schleimbeutelentzündung fühlt sich Dominic Thiem körperlich wieder voll auf der Höhe.

Auch psychisch ist Österreichs Nummer eins bereit für die kommende Aufgabe bei den US Open: „New York ist immer wieder ein Wow-Effekt.“ Die erste sportliche Herausforderung wartet morgen auf den Niederösterreicher.

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Wirtschaft

Panne am Flughafen: VKI klagsbereit

Nachdem gestern Tausende Passagiere auf dem Flughafen Wien-Schwechat gestrandet sind, können sich Betroffene nun an den Verein für Konsumenteninformation (VKI) wenden. Dieser ist auch bereit, Musterprozesse zu führen.

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AUA wieder mit normalem Flugplan

Nach den technischen Problemen auf dem Flughafen Wien-Schwechat hat die AUA wieder den normalen Flugplan aufgenommen. Einzelne Passagiere müssen aber wohl noch eine Nacht in Wien verbringen.

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TTIP könnte bis Jahresende abgeschlossen sein

Anders als der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel sieht die EU-Kommission durchaus weiter eine Chance für das transatlantische Handelsabkommen TTIP. „Wenn die Bedingungen stimmen, ist die Kommission bereit, dieses Abkommen bis Ende des Jahres unter Dach und Fach zu bringen“, sagte der Kommissionssprecher Margaritis Schinas heute in Brüssel. Die Gespräche seien in einer entscheidenden Phase.

SPD-Chef Gabriel hatte am Wochenende die Verhandlungen zu dem umstrittenen Handelspakt für „de facto gescheitert“ erklärt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ allerdings in Berlin erklären: „Es ist richtig, weiter zu verhandeln.“

Einzelheiten zu Abkommen unbekannt

Diese Linie vertritt auch die EU-Kommission. Ihr Sprecher betonte, man verhandle auf Grundlage eines einstimmig beschlossenen Mandats aller Mitgliedsstaaten. Man habe Vorschläge für fast alle Kapitel und könne die Umrisse des Abkommens absehen: „Der Ball rollt noch.“

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker habe klargestellt, dass man Europas Sicherheit, Gesundheit sowie Sozial- und Datenschutzstandards „nicht auf dem Altar des Freihandels opfern“ werde, sagte Schinas. Es sei unklar, was die TTIP-Kritiker bemängelten, denn bisher wisse niemand, wie das Abkommen aussehen werde. „Wir werden das Abkommen letztlich beurteilen können, wenn das Abkommen sich abzeichnet. Da sind wir noch nicht.“

EZB verringert bei Anleihenkäufen das Tempo

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zum Ausklang der Hauptferienzeit ihre umstrittenen Anleihenkäufe gedrosselt. In der Woche bis zum 26. August nahmen die Währungshüter Staatstitel der Euro-Länder im Volumen von 10,31 Mrd. Euro in ihre Bücher, wie die EZB heute in Frankfurt mitteilte. In der Woche zuvor waren es 11,86 Mrd. Euro.

Die EZB und die nationalen Notenbanken haben damit seit dem Start des Programms im März 2015 Staatspapiere im Umfang von 990,81 Mrd. Euro erworben.

Inflation soll nach oben getrieben werden

Mit den Transaktionen will die EZB der Wirtschaft im Währungsraum einen Schub geben und die aus ihrer Sicht unerwünscht niedrige Inflation nach oben treiben.

Durch die Käufe sollen die Anleihenzinsen gedrückt werden, wodurch diese Wertpapiere als Investment für Banken unattraktiv werden. Stattdessen sollen die Geldhäuser mehr Kredite an Firmen und Haushalte ausreichen, was der Wirtschaft zugutekommen würde.

Aeroflot fliegt wieder in die schwarzen Zahlen

Der russische Luftfahrtkonzern Aeroflot hat es in der ersten Jahreshälfte zurück in die schwarzen Zahlen geschafft. Das Unternehmen erwirtschaftete zwischen Jänner und Juni mit seinen Fluggesellschaften Aeroflot, Rossija und Pobeda 2,5 Mrd. Rubel (34 Mio. Euro), wie die Gruppe heute mitteilte.

Im Vorjahreszeitraum hatte durch die Wirtschaftskrise und den Wertverlust der russischen Währung noch ein Minus von 3,5 Mrd. Rubel in den Büchern gestanden.

Von Transaero-Pleite profitiert

Seither profitierte Aeroflot von der Pleite seines größten Konkurrenten Transaero und seine strikte Kostenkontrolle. Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der Passagiere um mehr als zehn Prozent auf 19,7 Millionen. Der Umsatz stieg um 27 Prozent auf 223,8 Mrd. Rubel.

Finnen erhalten Steuererleichterungen für Gehaltsverzicht

Die Finnen sollen mit Steuersenkungen belohnt werden für ihre Bereitschaft zum Gehaltsverzicht. Dieses Versprechen werde nun eingelöst, sagte Außenminister Timo Soini heute vor Parlamentariern. Um die schwächelnde Konjunktur zu beleben, hatten sich Regierung und Gewerkschaften im Juni auf eine Arbeitsmarktreform geeinigt.

Laut dieser sollen die Beschäftigten länger arbeiten und höhere Beiträge zur Altersvorsorge beisteuern. Zudem werden Feiertagszuschläge gestrichen und die Löhne heuer nicht erhöht.

Steuererleichterungen über 515 Mio. Euro

Die Regierung sagte Steuererleichterungen über insgesamt 515 Mio. Euro für 2017 zu, sollten 90 Prozent der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer der Vereinbarung zustimmen. Diese Quote wurde gestern überschritten.

Die finnische Wirtschaft hat sich von der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 nicht erholt. Die Produktion liegt weiter unter Vorkrisenniveau. Das Land wurde vom Niedergang des Handy-Pioniers Nokia hart getroffen und leidet überdies unter der Rezession im benachbarten Russland.

ZIB2

Filzmaier analysiert „Sommergespräch“ mit Mitterlehner

Die Serie der „Sommergespräche“ nähert sich ihrem Ende. Susanne Schnabl hat am Abend ÖVP-Bundesparteiobmann und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner zu Gast. In der ZIB2 eine Analyse mit dem Politologen Peter Filzmaier.

Debatte um das Verschleierungsverbot

ÖVP-Integrationsminister Sebastian Kurz hat die Debatte angestoßen – seither wird auch in Österreich über ein weiter gehendes Verschleierungsverbot diskutiert. In der ZIB2 eine Reportage aus Zell am See und aus der Wiener Innenstadt, wo verschleierte Touristinnen aus dem arabischen Raum eine zahlungskräftige Klientel bilden.

Ukrainischer Außenminister Klimkin im Interview

25 Jahre nach der Unabhängigkeit steckt die Ukraine in der Krise. Russland hält die Halbinsel Krim besetzt, im Osten gibt es Krieg mit den Rebellen, obwohl offiziell Waffenstillstand herrscht. Christian Wehrschütz im Interview mit dem ukrainischen Außenminister Pavlo Klimkin.

Suche nach Fehler in Schwechat

Nach den Technikproblemen auf dem Flughafen Wien-Schwechat mit Dutzenden Flugausfällen wird immer noch nach den Ursachen gesucht. Übertragungsprobleme bei den Flugdaten sollen schuld sein, heißt es allgemein von der Austro Control. Miriam Beller und Johannes Schwitzer berichten.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2
Mail an die ZIB2
Textfassung: Zeit im Bild

Chronik

Erneut schwere Unwetter in der Steiermark

Aufgrund von Starkregen und Gewitter sind in der Steiermark heute Abend wieder die Feuerwehren im Einsatz. Am stärksten geregnet - aber auch gehagelt und gestürmt - hat es im Raum Kalsdorf und Werndorf in Graz-Umgebung.

steiermark.ORF.at

Heftige Gewitter auch in Kärnten

Auch in Kärnten sind heute schwere Gewitter und auch Unwetter niedergegangen. Über 100 Feuerwehreinsätze waren nötig.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Schweizer Luftwaffe vermisst Kampfflugzeug

Die Schweizer Luftwaffe vermisst seit heute Nachmittag eine Kampfmaschine des US-Typs F/A-18C. Es laufe eine Suche im Gebiet von Susten im Wallis, teilte das Verteidigungsministerium heute mit. Über das Schicksal des Piloten der einsitzigen Maschine sei zurzeit nichts bekannt.

Erst im vergangenen Oktober war eine zweisitzige Maschine im gemeinsamen Trainingsraum mit Frankreich südöstlich von Besancon abgestürzt. Der Pilot wurde dabei verletzt. Im Juni dieses Jahres stürzte zudem ein F5-Kampfflugzeug der Patrouille Suisse in der Nähe des Militärflugplatzes Leeuwarden in den Niederlanden ab, nachdem sich zwei Jets bei einem Trainingsflug touchiert hatten. Der Pilot konnte sich mittels Schleudersitz retten.

USA: Getötete 17-Jährige Alligatoren vorgeworfen

Im Fall einer vor sieben Jahren im US-Bundesstaat South Carolina verschwundenen 17-Jährigen gibt es grausige neue Angaben. Dem FBI zufolge soll das Mädchen über Tage von einer Bande vergewaltigt worden sein, bevor es von seinen Peinigern erschossen und Alligatoren zum Fraß vorgeworfen worden sein soll.

Die Zeitung „The Post and Courier“ berief sich auf Gerichtsunterlagen mit entsprechenden Aussagen eines FBI-Agenten. Sie passten zu den bisherigen Ermittlungen. Allerdings widersprach die Mutter eines Hauptverdächtigen den Berichten entschieden.

Handy 100 Kilometer entfernt geortet

Mit dieser „Horrorgeschichte“ solle ihr in einem anderen Fall beschuldigter, damals 16-jähriger Sohn nur unter Druck gesetzt und zu einem Geständnis gezwungen werden. Sie widersprach auch der FBI-Aussage, ihr Mann sei in die Tat verwickelt.

Die 17 Jahre alte Brittanee war 2009 im Küstenort Myrtle Beach verschwunden und seither nie wieder gesehen worden. Zuletzt war ihr Handy knapp 100 Kilometer entfernt in McClellanville geortet worden. Dort sollen sich die Verbrechen zugetragen haben.

Suche bisher ohne Erfolg

Mit seinen Angaben beruft sich das FBI nun auf die Aussagen eines Gefängnisinsassen, der damals sowohl die Vergewaltigungen wie auch die Erschießung des Mädchens beobachtet haben will.

Der FBI-Ermittler sagte laut „The Post and Courier“, er habe außerdem mehrere Zeugen für den angeblichen Plan, die Leiche in einer der etwa 40 Alligator-Gruben in der Gegend verschwinden zu lassen. Die Polizei durchsuchte einige der Tümpel - ohne Erfolg.

Chinesischer „Jack the Ripper“ nach 28 Jahren gefasst

Die chinesische Polizei hat laut einem Zeitungsbericht einen als chinesischen „Jack the Ripper“ gesuchten Mann gefasst. Der 52-Jährige habe gestanden, zwischen 1988 und 2002 insgesamt elf Morde in der nordwestlichen Provinz Gansu und der benachbarten Inneren Mongolei begangen zu haben, berichtete die staatliche Zeitung „China Daily“ heute.

Durch Zufall auf Spur gekommen

Den Berichten zufolge suchte sich der Mann in Rot gekleidete weibliche Opfer aus und verfolgte diese nach Hause, wo er sie vergewaltigte und tötete. Mehrere Opfer wurden verstümmelt. Das jüngste Opfer war acht Jahre alt. Erst 2004 zogen die Ermittler eine Verbindung zwischen den Morden.

Auf die Spur kamen die Ermittler dem Mann nun durch einen Zufall: Dem Bericht zufolge war bei einem Verwandten von ihm wegen eines kleineren Vergehens ein DNA-Test gemacht worden. Dabei entdeckten die Ermittler, dass dieser mit dem seit 28 Jahren gesuchten Mörder verwandt sein musste.

IT

Klage gegen Apple wegen Display-Ausfällen bei iPhones

Apple droht juristisches Ungemach: Besitzer von iPhones 6 und iPhones 6 Plus haben den US-Technologiekonzern verklagt. Sie sahen sich laut Klageschrift mit massiven Bildschirmproblemen konfrontiert, die die Benutzung des Smartphones in vielen Fällen unmöglicht machte.

Die iPhone-Besitzer streben eine US-weite Sammelklage an. Sie werfen Apple vor, seit langer Zeit von dem Defekt gewusst zu haben. Der Technologiekonzern soll aber eine Reparatur verweigert haben. Sie fordern eine Entschädigung in ungenannter Höhe. Apple wollte sich dazu am Montag nicht äußern.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Reparaturwebsite iFixit über das Problem berichtet. Zunächst komme es zu einem grauen Flackern am oberen Display-Rand. Anschließend reagiere der Bildschirm nicht mehr auf Berührungen, heißt es auf der Website. Apple verkaufte in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 166 Mio. iPhones.

Fast 300 „Pokemon Go“-Vorfälle in Großbritannien

Seit Veröffentlichung von „Pokemon Go“ Anfang Juli hat die Polizei in Großbritannien fast 300 Vorfälle im Zusammenhang mit dem Smartphone-Spiel registriert. Das berichtete die BBC heute unter Berufung auf eine eigene Umfrage bei allen Polizeidirektionen in England und Wales. Die Bandbreite reicht von Verkehrssünden über Raub und Körperverletzung bis hin zu Sexualdelikten.

Insgesamt verzeichneten die Polizeidirektionen 290 Vorfälle. „Pokemon Go“-Spieler traten dabei sowohl als Täter als auch als Opfer in Erscheinung. Immer wieder wurden beispielsweise Autofahrer dabei erwischt, wie sie hinter dem Steuer „Pokemon Go“ spielten. Mehrere Spieler meldeten der Polizei, ihre Handys seien ihnen während des Spielens entrissen worden.

Kinder liefen auf Gräbern herum

In der Nähe von Liverpool erhielt die Polizei einen Anruf, weil Kinder bei der Jagd auf Pokemons auf Gräbern in einem Friedhof herumliefen. Eine Person habe sich an die Polizei gewandt, weil sie im Zusammenhang mit dem Spiel „sexuelle Angebote“ erhalten habe.

Bei „Pokemon Go“ jagen die Spieler kleine Monster, die sich scheinbar an realen Orten aufhalten. Zu sehen sind sie aber nur auf dem Handy-Display. Das Spiel wurde bereits millionenfach heruntergeladen.

Gesundheit

Science

Ein Jahr Isolation für Marsexperiment vorbei

Essen aus Konservendosen, Ausgänge ins Freie nur im Raumanzug, acht Minuten Duschen pro Woche, kaum Kommunikation nach außen: Um eine bemannte Marsmission zu simulieren, haben sechs Wissenschaftler 365 Tage auf engstem Raum unter einer Kuppel in kargem Gebiet auf Hawaii verbracht. Gestern endete das Experiment der US-Raumfahrtbehörde NASA. Eine erste bemannte Marsmission ist für die 2030er Jahre geplant.

Mehr dazu in Acht Minuten Duschen pro Woche

Kultur

„Kultur.montag“: Neu entdecktes Ödön-von-Horvath-Stück

Ein Stück von Ödön von Horvath, das keiner kannte, von dem niemand wusste – jetzt erlebt es seine späte Uraufführung im Theater in der Josefstadt.

„Niemand“ heißt das Werk aus dem Jahr 1924, das Mitte der 1990er Jahre von der Öffentlichkeit unbemerkt zur Versteigerung gelangte und im Vorjahr in den Besitz der Wien Bibliothek überging.

Alle Motive späterer Horvath-Stücke sind in „Niemand“ bereits angelegt. Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger inszeniert mit Starbesetzung, „kultur.montag“ stellt die Produktion vor.

Mehr dazu in tv.ORF.at

Leute

Sexskandal: Clinton-Beraterin Abedin verlässt Partner

Huma Abedin, engste Vertraute Hillary Clintons, verlässt ihren Mann Anthony Weiner nach Vorwürfen eines neuen Sexskandals. „Nach langen und schmerzhaften Überlegungen habe ich beschlossen, mich zu trennen“, teilte Abedin heute mit.

Der frühere Kongressabgeordnete Weiner hatte 2011 mit dem Twittern erotischer Selfies seine hoffnungsvolle politische Karriere zerstört. Am Wochenende wurden neue Vorwürfe laut, Weiner solle erneut über Monate anzügliche Bilder von sich an eine andere Frau geschickt haben.

Austausch sei immer angemessen gewesen

Seit heute Früh (Ortszeit) ist Weiners Twitter-Account stillgelegt. Der „New York Post“ sagte Weiner zu den neuen Vorwürfen, die Frau und er seien eine Zeit lang befreundet gewesen. Sie habe ihn gebeten, keinen Kommentar abzugeben, lege aber Wert darauf, dass ihr Austausch immer angemessen gewesen sei.

Abedin ist eine der wichtigsten Beraterinnen und Vertrauten der demokratischen Präsidentschaftskandidatin. Wegen ihrer engen Verbundenheit mit Clinton ist sie immer wieder auch Zielscheibe des politischen Gegners, auch im Zusammenhang mit Clintons E-Mail-Affäre fällt oft der Name Abedins.